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Echte Nachhaltigkeit 01

Echte Nachhaltigkeit. Gibt es die überhaupt?

Am meisten beschäftigt hat mich letztes Wochenende die Frage: Was ist echte Nachhaltigkeit?

Echte Nachhaltigkeit – gibt es die überhaupt?

Der Hintergrund meiner Frage ist folgender: Die Frage nach echter Nachhaltigkeit begegnet mir immer wieder. Sie wird oft gestellt, wenn es darum geht auszudrücken, wie schwer es doch manchmal fällt überhaupt das Nachhaltigere und Grünere zu tun.

Das eine Problem

Gehen wir mal davon aus, dass wir es schaffen aus unserer Bequemlichkeit herauszukommen, kann es in unserer heutigen Welt dazu kommen, dass wir uns zwischen „Pest“ und „Cholera“ entscheiden müssen. Ja, richtig.  Doch diesen Umstand als Argument dafür zu verwenden, sich der Frage nach echter Nachhaltigkeit gar nicht erst zu stellen, halte ich für fatal. Beispiel aus unserem Alltag: Mein Kind und ich befinden uns im Schreibwarenhandel. Ich suche nach einem zweiten Konverter für seinen Füller. Er weiß jedoch nichts davon.

„Wofür brauchst du den, Mama?“
– „Für dich.“
„Für mich?“ (total begeistert)
Ich nicke.
„Cool! Der ist nämlich aus Glas, oder?“
– „Nein, leider nicht. Ich weiß nicht, ob das überhaupt ginge. Er ist aus Kunststoff,…“
Das Kind macht große Augen, denn irgendwie hat es schon verstanden, dass ich Plastik immer hinterfrage und versuche so gut es eben geht, zu vermeiden. Jetzt kauften wir etwas eigentlich Cooles, das aus Plastik sein sollte???
– „… aber du kannst ihn ganz, ganz oft wiederverwenden. Und wenn wir beide das tun, sparen wir jede Menge Müll, um den sich erstmal keiner weiter Gedanken machen muss.“

Es ist eine lapidare Alltagssituation, doch so funktioniert bei uns Nachhaltigkeit vorleben. Und trotzdem können wir uns manchmal nur zwischen blöd und blöd entscheiden. Auch Mehrwegbecher für meinen Coffee-to-go, die aus Plastik bestehen, finde ich erstmal bedenklich. Ich habe dieses Jahr zweimal doch auf einen Pappbecher zugegriffen. Keiner ist so wirklich frei, von Rückschlägen und Fehlschlägen und trotzdem will ich es jeden neuen Tag besser machen.

Das andere Problem

Denn wenn wir es schaffen unseren Plastik-Papier-Müll zum Kaffee trinken durch eine stabile, einige Male verwendbare Coffee-to-go-Alternative zu ersetzen, dann ist das ein Schritt. Ein kleiner, aber zumindest ein Schritt. Natürlich wäre es viel genialer, wenn wir uns unsere Schraubmarmeladengläser schnappten und damit den Kaffee kauften, wie Alex es hier mal ausgeführt hat. Aber soweit sind wir noch nicht. Wir wollen ganz oft nicht verzichten, aus Bequemlichkeit oder auch fehlendem Vorstellungsvermögen. Wieso sollte unser Verhalten auch irgendwie von Bedeutung sein für das große Ganze?

Und es gibt Bereiche im Leben, da schwanke ich, weiß es einfach nicht besser, bin zu bequem oder aber kann mich nur zwischen falsch und falsch entscheiden. Es sei denn ich verzichte komplett.

Echte Nachhaltigkeit geht so

Manchmal gibt es nämlich auch die ganz krassen Leute, vor allem so mancher (selbsternannter) „Wissenschaftler“ und „Zahlenfreak“, die mit Zahlen um sich werfen können. Daraus ergibt sich schnell und folgerichtig: „Wenn es den Mensch nicht gäbe – das wäre echte Nachhaltigkeit.“ oder „Nachhaltig leben, aber (zwei, drei, vier) Kinder in die Welt setzen…“ Stimmt. Mein Fußabdruck ist damit fertig. Ich überspitze, ja, mir ist danach.

Nachhaltigkeit – ein grüner Trend

Nachhaltig ist seit einigen Jahren sowieso alles und jeder. Nachhaltige Unternehmen der Automobilindustrie, im Fashionbereich, in der Kosmetik und all den anderen Bereichen des täglichen Lebens. Hinzu eine Prise sensationellen Journalismus, denn der Insektenrückgang in Höhe von 70% ist real. Allerdings, und das wird meist unter den Tisch fallen gelassen, seit Jahren. Das hier ist einer der Texte, der in den letzten Wochen, Mitte Oktober immer wieder durch die Medien ging. Dieser Text ist anderthalb Jahre alt. Auch der damit einhergehende Rückganz von Vogelarten, ein Problem, zu dem ich vor drei, vier Jahren für mich persönlich recherchiert habe.

Versteht mich nicht falsch: Es ist gut, wenn solche Studien immer und immer wieder erhoben werden. Es ist gut, wenn sie zum Inhalt gesellschaftlicher Diskussion und Veränderung werden. Es ist schwierig, dass es nur zum Gespräch wird. Es ist schwierig, dass wir alle schockiert sind, unseren Lebensstil gar nicht oder nur in winzigen Schritten zu ändern versuchen.

Schlechtere Nachhaltigkeit?

Wenn ich also schon nicht sagen kann, ob es echte Nachhaltigkeit gibt und wie die auszusehen hat, gibt es vielleicht eine schlechtere Nachhaltigkeit? Oder weniger gute Nachhaltigkeit? Ich möchte an dieser Stelle gerne unterscheiden. Denn es gibt einen Unterschied zwischen mir als Privatperson und einem Unternehmen. Zumindest einige Punkte betreffend.

Zunächst sehe ich tatsächlich einen Unterschied zwischen einer Privatperson und einem Unternehmen. Als Privatperson kann ich nicht einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, wie ein Unternehmen. Das liegt einfach an der Masse an Menschen, die ein Unternehmen in der Regel beeinflusst oder auch bedient. Dementsprechend, das ist meine persönliche Meinung, finde ich, dass ein Unternehmen je größer es ist, desto mehr Verantwortung hat es inne. Für die Menschen, die es anstellt, für die Rohstoffe, die es verwendet sowie die Produktionsfolgen, die es hinterlässt. Ein Unternehmen, das ein Produkt oder eine Dienstleistung anbietet, muss sich darüber Gedanken machen, was durch seine Produktion, durch sein Angebot passiert. Und das nicht nur im Hinblick auf den Kunden und das eigenen Wachstum, sondern auch auf seine Nachhaltigkeit.

Leider geschieht das viel zu selten nicht. Und wenn es dann geschieht, dann gibt es das sogenannte Greenwashing, bei dem ich innerlich aus der Haut fahre.

Greenwashing oder echte Bemühungen in Sachen Nachhaltigkeit

Zwischen diesen beiden Punkten im Hinblick auf ein Unternehmen zu unterscheiden, finde ich furchtbar schwierig. Denn ja, ein Unternehmen hat diese große Verantwortung. Und genau diese Verantwortung kann im selben Moment dazu führen, dass es weniger schnell vorankommt seine Corporate Responsibility auf echte Nachhaltigkeit umzustellen und dabei alle mitzunehmen. Große Unternehmen werden sich entscheiden müssen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, besser finde ich es, wenn ein Unternehmen schon auf dieser Basis gegründet wird. Mir fällt dazu immer wieder Sina Trinkwalder ein, von deren Firmen- und Arbeitsphilosophie ich durch und durch begeistert bin.

Ihr seht, es bedarf der Klärung, was Nachhaltigkeit bedeutet. Für den Einzelnen, für eine Firma, für uns als Gesellschaft. Womit soll der Begriff gefüllt werden? Denn benutzen will ihn jeder. Jedes Unternehmen wirbt mit Nachhaltigkeit. Was für eine Nachhaltigkeit wird denn da verkauft? Ja, verkauft, denn Unternehmen haben ein exponentiell erhöhtes Bedürfnis, etwas zu verkaufen. Auch stellt sich die Frage, welche Priorität kommt ihr denn zu? Im Vergleich zu anderen Vorgaben, Trends und gesellschaftlichen Notwendigkeiten? Was ist mit Gleichberechtigung? Was ist mit dem Kampf gegen Rassismus und Nationalismus? Was ist mit gesellschaftlicher Transformation, um es mal positiver auszudrücken? Weiterentwicklung zum Guten für möglichst viele Menschen, wer tut etwas über das Worte aussprechen hinaus?

Echte Nachhaltigkeit ist Verhaltensänderung

Nachdem ich versucht habe, euch Anteil haben zu lassen an den Gedanken, die mir im letzten Monat durch den Kopf gewandert sind – ich gebe zu, sie sind recht zynisch, hart und durchaus dogmatisch angehaucht – fühle ich mich etwas freier.

Jetzt kann ich wieder freier denken: „Es ist gut, was du machst, Rachel. Auch wenn nach vier Wochen immer noch zwei Säcke Verpackungsmüll übrig bleiben. Wir werden besser.“ – Jeden Tag. Wir geben nicht auf und es lohnt sich.

Dazu möchte ich euch motivieren. Heute nicht durch konkrete, alltagstaugliche Tipps. Heute ging es mir mehr darum aufzuzeigen, wie schnell wir dazu neigen, mögliche Verhaltensänderungen lediglich durch Verschiebung zu absorbieren. So hat es eine Freundin die Tage ausgedrückt. (Ich muss erst noch fragen, ob ich sie nennen darf.) Sie meinte inhaltlich, dass es uns oft viel leichter fällt unser Verhalten zu verschieben als es abzuändern. Statt auf die Kekse im Regal zu verzichten, greifen wir lieber zu den grünen Keksen direkt daneben. Dass sich das Problem dadurch oftmals nicht löst und wir uns weiterhin vor ähnlichen Schwierigkeiten stehen bleiben, nur in grün, verdrängen wir in den meisten Fällen lieber. Denn ja, echte Nachhaltigkeit kann auch mal Verzicht bedeuten. Zumindest zu Anfang empfinden wir so.

Wie seht ihr das? Mit eurer Nachhaltigkeit, mit eurem Alltag? Was glaubst du, gibt es echte Nachhaltigkeit?

12 von 12 November 02

12 von 12 im November. Space-Katze, backen, lecker.

Es ist wieder soweit. Heute ist der 12.11.2017. Als ich eben am Türrahmen stand, auf dem wir von uns fünfen immer festhalten, wie groß wir wann sind, fielen mir auch die jeweiligen Messtermine ins Auge, u.a. der 12.02.2017. Neun Monate ist das jetzt schon wieder her. Die 12 von 12 im November stehen an, ins Leben gerufen vor langer, langer Zeit von Caro von Draußen nur Kännchen.

Inzwischen ist also schon wieder November, Sankt Martin vorbei, der Herbst da und ich seit langer, langer Zeit gefühlt gar nicht auf das vorbereitet, was vor uns liegt. In den vergangenen Jahren hatte ich zum heutigen Zeitpunkt zumindest alle Geschenke besorgt. Jetzt ist bald Nikolaus, eine Reihe online-Aktionen, Adventskalender, Nikolaus- und Adventsfeiern wollen vorbereitet werden. Eines der Kids will sich taufen lassen, es ist viel los!

Wir haben dieses Wochenende daher tatsächlich dazu genutzt runterzufahren. Keine Konferenz, kein Microadventure meinerseits, wenn wir von der Kostümierung der Katze mal absehen. Kommt mal mit.

Meine 12 von 12 im November

Heute Vormittag war zumindest bei uns kurz weiß. Zwar heißt das nicht, dass es an Weihnachten weiße Weihnachten gibt. Doch genossen haben die Kids es sehr, ihre Hände und Nasen in das kalte Weiß zu drücken.

12 von 12 November 01

Gestern haben wir unsere ersten Kekse für den Advent gebacken. Eigentlich sogar vorgestern und gestern wurde verziert. K2 meint, dass wir sie bezogen haben. Ich muss dann immer unweigerlich an kleine Bettlaken und Kissenbezüge denken.

12 von 12 November 02

Heute habe ich dann außerdem mein Portemonnaie entleert und meine gesammelten Postbelege rausgenommen. Die Steuererklärung kommt. Entdeckt habe ich diesen Zettel, den ich aus unserem Hollandurlaub mitgebracht habe. Ein zauberhaftes Café. Wenn ihr mal in Zealand seid… Mein absoluter Geheimtipp!

12 von 12 November 03

Ach so. Und nachdem ich die Energikugel von Gutes Unverpackt probiert habe, musste ich sie selber mal ausprobieren. Allerdings nach eigenem Rezept und in Anlehnung an den Chefkoch.

12 von 12 November 07

Dabei heraus kamen diese köstlichen Energiekugeln. Lecker!

12 von 12 November 04

Gekocht haben der Mann und ich heute zusammen. Gleichzeitig stellten wir fest, wie toll wir es finden zusammen in der Küche zu stehen, zu quatschen und eine leckere Mahlzeit zuzubereiten. Kennt ihr das auch?

12 von 12 November 05

Gebastelt haben ir auch ganz viel. Hier eine Wimpelgirlande.

12 von 12 November 06

Die Katze kam irgendwann auf meinen Schoß getapst und weil gerade eben so viel Lego auf dem Fußboden verteilt war, konnte ich nicht anders.

12 von 12 November 12

Das ist die neue, nahezu plastikfreie Trinkoption von K1. Er liebt diese Flasche und ich muss sagen: Sie hat was. Sie ist die Alternative zu den ansonsten hier immer verschenkten Geschenktütchen für Geburtstagsgäste. Ihr wisst, was ich meine, oder? K2 hat schon angemeldet auch sowas machen zu wollen. K1 sowieso, ich denke wir werden nur noch aus überdimensionalen Glühbirnen trinken.

12 von 12 November 13

Gebastelt haben die Kids elektrische Fackeln, denen auch der Regen nichts anhaben kann. Sehr schöne kreative und upgecycelte Idee.

12 von 12 November 11

Am Abend sind das die Reste unserer Kekse. (Nein, stimmt nicht. Aber pscht!)

12 von 12 November 09

Unsere Wunschzettel liegen heute Abend alle, bis auf einen, auf der Fensterbank und werden hoffentlich morgen nicht mehr dort liegen, weil das Christkind sie abgeholt hat. Wie macht ihr das mit solchen Ritualen? Habt ihr welche? Wie sehen sie aus? Was haltet ihr von diesen Dingen?

12 von 12 November 08Das war unser 12. November, unsere 12 von 12. Was habt ihr gemacht? Seid ihr schon bereit? Bereit euch auf das Weihnachtsfest vorzubereiten? Ich habe mir heute sogar spontan einen Adventskalender zugelegt. Einer, den wir die letzten Jahre immer gehabt haben.

Ich leg jetzt noch was die Beine hoch. Natürlich freue ich mich von euch zu hören. Morgen euch einen guten Start in die Woche. Es wird die kommend Woche hier nochmal um das Wort Nachhaltigkeit gehen. Außerdem gibts ein paar Bücher, die ich euch unbedingt vorstellen möchte und auch zu verschenken habe und dann hat da ja noch jemand Geburtstag gehabt. Es wird also nicht ruhiger, sondern bleibt spannend.

 

Hier sind die 12 von 12 vom Oktober, erinnert ihr euch?

Zu Nachhaltigkeit gibt es viel, viel zu sagen. Um sich gemeinsam auf den Weg zu machen, habe ich diesen Monat die Aktion #5vor12 ins Leben gerufen. Schaut euch einfach mal an, wie sowas aussehen könnte. Nächsten Monat seid ihr dann auch mit dabei.

Ach so, die Sache mit meinem Handy, ich arbeite daran. Und ich hoffe sehr, dass ihr es solange noch mit diesen Bildern aushaltet. Danke!

nachhaltige Ziele 01

5 konkrete nachhaltige Ziele im Familienalltag

„Heute ist der 11.11.2017 und damit findet auch unsere Challenge #nachhaltigwerden ein Ende.“ Das wollte ich eigentlich so schreiben, als ich mich an diesen abschließenden Artikel zur Blogchallenge von Susanne, Andrea und mir setzen wollte. Danke euch beiden für diese wertvolle Aktion! Allerdings, das mit dem Ende…  das stimmt ja so nicht. Die letzten vier Wochen haben mir persönlich und allem Anschein nach auch vielen von euch gezeigt, dass es immer nachhaltige Ziele im Alltag zu verfolgen gibt. Jetzt geht’s erst richtig los.

Nachhaltige Ziele im Familienalltag

Jede aktuelle Situation, jede Familienkonstellation und auch jede Geschichte, die der Einzelne mitbringt sieht anders aus und führt in ihrer Gesamtheit zu einem komplett individuellen Familienalltag. Auch die damit einhergehenden nachhaltigen Ziele sehen dementsprechend unterschiedlich aus. Das wurde mir während unserer Challenge nochmal mehr bewusst.

Unterschiede in der Stadt und auf dem Land

Es macht einen Unterschied, ob ich in einer Stadt lebe und aufgrund ausgebauter Infrastruktur auf ein eigenes Fahrzeug verzichten oder das Fahrrad benutzen kann. Auf dem Land, mit einem dreimal am Tag im Ort erscheinenden Schulbus ist das nur schwer umsetzbar und würde einen enorm hohen zeitlichen Aufwand bedeuten. Mal abgesehen von der Logistik und der Vorstellung mittags in einem überfüllten Schulbus mit zwei kleinen Kindern und drei Taschen unter lauter Pubertieren zu stehen. Wobei in dieser gedanklichen Vorstellung noch nicht die Kindertagesstätte eingeplant ist. Denn theoretisch muss ich ja vor meinen Kindern wieder zu Hause sein, um meinem Care-Job für die Kids nachzukommen. Ach so, und eine halbe Stelle habe ich ja auch. Ich brauche einfach Zeit, an diesem Punkt eine Nachhaltigkeit zu entwickeln, die sich für uns als Familie im Alltag umsetzen lässt.

Umgekehrt ist es mitten in der Stadt scheinbar nur schwer vorstellbar mit den 150 Menschen aus dem einen Wohnblock, in dem ich lebe zu, sagen wir 90%, vernetzt zu sein. Sprich, sich gegenseitig bei den Einkäufen oder der Ernte von Apfelbäumen behilflich zu sein. Das fängt ja schon da an, dass es keine 30 Apfelbäume in Hamburg- oder Berlin- oder Münchenmitte gibt. Und es führt noch darüber hinaus. Für mich absolute Selbstverständlichkeiten, wie jeden im Dorf zu kennen, gibt es so nicht in der Stadt. Da kann es schon mal vorkommen, noch nicht mal so ganz genau zu wissen, wer sich hinter den 20 Parteien in einem Haus verbirgt. Natürlich hat dann auch das Wort Nachbarschaftshilfe eine ganz andere Bedeutung.

Ja, es gibt immer Ausnahmen. Im Dorf, in der Kleinstadt und auch in der Großstadt. Doch das oben Beschriebene war mein Eindruck während der Challenge und euren vielen tollen Texten, die ihr in Textform beigetragen habt. Allein diese unterschiedlichen Lebensumstände führen zu ganz einzigartigen Alltagssituationen und werden natürlich sehr individuell gelöst bzw. angegangen. In der Folge sehen nachhaltige Ziele sehr verschieden aus.

5 persönliche nachhaltige Ziele

Daher möchte ich euch hier mal zusammenstellen, was sich für mich und in der Konsequenz auch irgendwie für meine Familie an konkreten nachhaltigen Zielen aus der Challenge ergeben hat. Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass diese Ziele verknüpft sind mit konkreten Projekten, an denen ich mich versuchen möchte.

Diese Projekte erfordern ganz oft Veränderungen und Umstrukturierungen der Logistik und Organisation unseres Alltags. Erst die Zukunft wird uns dann zeigen, ob diese Schritte für uns umsetzbar sind. Wenn nicht, gehen wir nochmal einen Schritt zurück und probieren etwas Neues aus ohne frustriert zu sein. Denn: Wir bleiben dran. Das ist DER Gedanke, in dem ich mich durch die Challenge wirklich bestärkt sehe und wie wir als Familie Nachhaltigkeit in unserem Lebenskonzept umsetzen.

Das Geniale an dieser Vorgehensweise ist die Erfahrung, dass unsere umgesetzte Nachhaltigkeit für Aufmerksamkeit sorgt. Insbesondere unser Scheitern. Gerade das Scheitern und unser Dranbleiben sorgen dafür, dass andere aufmerksam werden. Sie sehen, dass wir als Familie etwas fairändern wollen und es uns oft nicht auf Anhieb gelingt, wir trotzdem nicht streng mit uns sind. Dass uns Rückschläge und Fehlschläge nicht abhalten, sondern motivieren, es anders zu probieren. An dem Punkt gibt es dann oft diese Menschen um uns herum, die anfangen mitzudenken, Ideen haben und uns Vorschläge machen, wie es noch gehen könnte. Oft sind wir diejenigen, die dann diese Dinge ausprobieren und die anderen motivieren es auch zu versuchen. Schließlich war es ja ihre Idee.

Der erhobene Zeigefinger

Meistens fallen wir auf, weil wir davon überzeugt sind, dass ein erhobener Zeigefinger keinen Sinn macht. Das spornt an. Trotzdem muss ich gestehen und das ist für mich ein Punkt, den ich schwierig finde, der mir auch erst durch die Challenge nochmal vor Augen getreten ist: Wir können nicht bestimmen, wie ein Experiment oder ein Gedanke bei unserem Gegenüber ankommt. Selbst wenn es mir um mich und meine Familie geht, kann mein Gegenüber plötzlich diesen erhobenen Zeigefinger empfinden. Obwohl, das behaupte ich jetzt einfach mal, ich nie vorgehabt habe, den anderen zu verurteilen, zu maßregeln oder ihn das Nachhaltigere zu lehren. Ich kann ganz bei mir bleiben und dennoch fühlt sich der andere getadelt. Nachhaltige Ziele, die ich für mich formulieren, können immer auch als belehrend und beurteilend wahrgenommen werden.

Wie gehe ich damit um? Keine Ahnung. Auch hier probieren wir uns aus. Momentan versuche ich das auszuhalten, sensibel mit dem zu sein, was ich sage und schreibe und dennoch für mich und uns als Familie Position zu beziehen. Denn ja, mein Herz schlägt grün.

5 konkrete nachhaltige Ziele

So, und jetzt komme ich mal zu meinen fünf konkreten Projekten, die sich für mich aus der Challenge ergeben haben und mit denen ich fünf nachhaltige Ziele umsetzen möchte.

Einkaufen im Unverpackt Laden

Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass das Einkaufen im Unverpackt Laden ohne größere Kosten funktionieren kann und wir dadurch jede Menge Müll einsparen, muss ich mich der Realität stellen, dass wir

  1. noch nicht konsequent dort einkaufen. Das soll sich ändern. Und
  2. wir unsere Organisation als Familie in diesem Bereich tatsächlich verändern und anpassen müssen. Ein Essensplan, der unsere Mahlzeiten festlegt, macht einen Einkaufszettel möglich, der sich im Unverpackt Laden umsetzen lässt. Ohne weitere Einkäufe im Supermarkt sollte auch das Portemonnaie damit klarkommen. Wir probieren es aus.

nachhaltige Ziele 02

Verzicht aufs Auto so weit es geht

Es ist gerade Herbst und dann kommt der Winter. Dennoch wird die konkretere Planung von Einkäufen es vielleicht auch möglich machen, weniger oft mit dem Auto mal eben noch einzukaufen. Außerdem spielen wir mit den Gedanken das Fahrrad dennoch häufiger fürs Vorankommen zu nutzen und noch mehr Fahrgemeinschaften zu suchen.

Mein Smartphone als Arbeitsgerät

Ja, mein Smartphone ist so eine Sache. Ich hatte mir nach der Übernahme des gebrauchten iPhones meines Schwiegervaters dazu entschieden, kein weiteres Neues zu kaufen oder gebraucht zu übernehmen.

Das war für mich das Wochenende in Hamburg ein großes Thema und erst die Begeisterung einer Fotografin für das, was wir in Sachen Nachhaltigkeit machen und ihr Argument, dass meine Inhalte auch mit professionellem Bildmaterial transportiert werden sollten, hat mich überzeugt.

Also habe ich nach einem Smartphone gesucht, dessen Werte und Unternehmen ich unterstützen mag. Dabei bin ich jetzt beim Shiftphone hängen geblieben und habe mal den Kontakt aufgenommen. Als Überbrückung nutze ich nun akut ein gebrauchtes iPhone, das mir eine Freundin verkauft hat. Das sind meine Lösungsversuche auch in diesem Bereich Nachhaltigkeit umzusetzen und ich weiß, dass das nicht die 100% sind, die ich mir wünsche. Aber meine Tätigkeiten als Freiberuflerin im Bereich Nachhaltigkeit machen dieses Arbeitsgerät aktuell unabdingbar. Zumindest ist das mein derzeitiges Empfinden.

Selbermachen von Putzmitteln

In meinem Haushalt haben viele Putzmittel für einfache Haushaltsmittel den Platz frei geräumt. Allerdings gibt es gerade keine Kastanien bei uns. Efeu hingegen schon. Also will ich dieses natürliche Waschmittel mal testen und mir außerdem meine eigenen Waschmittel mit Soda, Kernseife und Co zusammenstellen. Ohne Füllstoffe und Duftstoffe. Ich werde berichten und euch auf dem Laufenden halten.

nachhaltige Ziele 03

Auch Spüllappen werde ich mir mal versuchen selber zu häkeln.

Weihnachtsgeschenke in Form nachhaltiger Haushaltsgegenstände

Wie gesagt: Die gehäkelten Spüllappen haben es mir angetan. Bei meiner Recherche im Netz habe ich viele tolle nachhaltige, selbstgemachte Seeligkeitsdinge entdeckt. Damit gehen wir hier ab diesem Wochenende in Produktion bzw. experimentieren erstmal ein wenig.

nachhaltige Ziele 04

Unverpackt werden die Schönsten, Köstlichsten und Alltagstauglichsten Gegenstände an diejenigen verschenkt, die sich von Herzen darüber freuen. Auch dazu gibt es vielleicht eine kleine Ideensammlung in den kommenden Tagen.

Euer Feedback zur #nachhaltigwerden Challenge

So sah die #nachhaltigwerden Challenge für mich und meine Familie aus. Für mich persönlich konnte ich viel aus dieser Challenge herausziehen. Eure Bilder waren inspirierend! Ich bin immer noch total begeistert von meinen Gardinensäckchen und den selbstgemachten Spüllappen, die ihr mir geschenkt habt!

Was nehmt ihr aus dieser Challenge mit? Was fandet ihr richtig, richtig gut? Wofür hinterlasst ihr uns einen Buh-Daumen und habt Verbesserungsvorschläge? Und last but not least: Was sind eure nachhaltigen Ziele für die Zukunft und euer Lebenskonzept? Habt ihr auch nachhaltige Ziele für euch formuliert?

Fragen über Fragen. Ich freu mich von euch zu lesen. Kommentiert. Teilt und wenn ihr mögt, lest weiter. Unten gibt es noch drei Lesetipps für diesen Blog.

 

Ihr habt den Start der #nachhaltigwerden Challenge nicht mitbekommen? Dann hier entlang.

Letztes Wochenende war ich außerdem in Hamburg, um mich mit einigen Menschen über Nachhaltigkeit zu unterhalten und zu vernetzen. Einen Rückblick auf diese Veranstaltung habe ich hier verbloggt.

Die Idee für die monatlich stattfindende #5vor12 – Aktion findet ihr hier und startet hoffentlich im Dezember richtig zu. Dann könnt auch ihr wieder mitschreiben und euch unter dem aktuellen #5vor12 – Beitrag verlinken.

reMIND Workshop 03

re:MIND Workshop in Hamburg (Werbung)

(Werbung.) Vor ein paar Wochen erhielt ich die Einladung nach Hamburg zum re:MIND Workshop von re:BLOG . Schon letztes Jahr durfte ich dabei sein, habe damals erstmals einen ScienceSlam gehört, Nadine Schubert während ihres Vortrages gelauscht und Kontakte in der Nachhaltigkeitsszene geknüpft. Damals wie heute war dieses Wochenende ein kleines Abenteuer für mich. Ein Microadventure würde Alastair Humphreys vermutlich sagen, der dieses Mal unter den Speakern war und mich nochmal an eine meiner Sehnsüchte erinnert hat. Abenteuer können tatsächlich ganz einfach, im alltäglichen Leben und vor der eigenen Haustür erlebt werden. Schon während der Planung dieser Reise, geisterte mir die Frage durch den Kopf, wie komme ich nachhaltig dorthin?

Der re:MIND Workshop in Hamburg

Neben dem abzusehenden „Kulturschock“ – weil vom Land – gingen mir eine Menge an Nachhaltigkeitsfragen durch den Kopf. Welche Reiseform ist die nachhaltigste? Wie nachhaltig ist eigentlich eine Übernachtung im Hotel? Wie nachhaltig muss ich selber eigentlich sein, damit ich ernstgenommen werde, mit meinen Anliegen? Wie nachhaltig sind die anderen? Wie ist das mit meinem Smartphone, das nun schon seit dem Frühjahr so langsam aber sicher seinen Geist aufgibt? Erst der wackelnde Bildschirm, dann die ständige Nicht-Erreichbarkeit und jetzt das dunkle Display, das es mir es nicht ermöglicht, schöne Bilder zu machen. (Ihr werdet es gleich sehen.) Welche nachhaltigen Themen würden an diesem Tag Möglichkeit haben, auf den Tisch gebracht zu werden?

Das Essen des re:MIND Workshops

Viele bekannte Gesichter, eine Reihe neuer Menschen, die ich an diesem Tag kennenlernen durfte. Das Hallo zu Anfang des Workshops war toll und das Essen ein Traum. Einstieg und Teil des „Herzlich Willkommen!“ im Otto Loft war ein Fingerfood-Buffet. Im Gegensatz zu letztem Mal: vegan und voller Genuss.

Ich kann mich noch dran erinnern, dass das letztes Jahr anders war und viele Vegetarier und Veganer nicht wussten, was sie essen sollten. Die Veranstalter hatten daraus gelernt, so dass es dieses Mal nur vegan Speisen zu genießen gab.

Dieses Mal also vegan, UND was ich wirklich toll fand: Die Mitarbeiter hatten wohl vorsorglich eigene Behälter mitgebracht, um möglicherweise anfallende Reste der Speisen mit nach Hause zu nehmen und für das Wochenende nicht mehr kochen zu müssen. Ob es diese Reste gegeben hat? Ich wage es zu bezweifeln, denn es war wirklich lecker. Also: Gegen Lebensmittelverschwendung und sehr nachhaltig.

Die Vorträge des re:MIND Workshops

Auch das Format der Vorträge haben die Macher überdacht. So gab es dieses Jahr für die Vorträge eine Moderation durch Hadnet Tesfai. Sie hat das witzig und sehr unterhaltsam gemacht. Vielen Dank an dieser Stelle für viel Lachen und wieder mit hineinnehmen.

Alle Vorträge waren super interessant und enthielten durch die Bank irgendwann plötzlich eine Frage, an der es hätte tiefer gehen können. Nur leider gab es die Zeit nicht her, an genau diesen Punkten einzusteigen.

Alastair Humphreys hat sehr ansteckend von seinen kleinen und großen Abenteuern des Alltags gesprochen. Wer hat morgen Lust mit mir in den Main zu springen? Wenn nicht, dann übernachten wir auf einem Berg im Freien? Vielleicht ja auch lieber im Wald? (Bei uns herrscht gerade Treibjagd – besser nicht.) Für mich hatten seine Gedanken etwas damit zu tun, dass wir dem echten Leben wieder näher kommen durch solche – in seinen Worten – Microadventures. Das lohnt sich.

Das Unternehmen trigema wurde von Bonita Grupp vorgestellt. Letztendlich war es ein Einblick in die Unternehmensgeschichte und eine Vorstellung des cradle-to-cradle-Prinzips. trigema bietet nämlich tatsächlich Kleidung an, die sich bis auf den letzten Faden kompostieren lässt. Fragen, die sich daraus ergaben: Wie sieht diese Kompostierbarkeit in der Umsetzung aus? Denn die Recyclingmaschinen von Entsorgungsunternehmen können diese T-Shirts bislang nicht erkennen und damit nicht kompostieren. Wenn ich da an unsere Biotonne und die Tiere denke, die bei uns zum Einsatz kommen. Was nun? Doch darauf gab es keine zufriedenstellende Antwort und auch keine Idee.

Ein gemeinsames Träumen und Großdenken, das hätte mir sehr gut gefallen. Ähnlich ging es mir bei dem Vortrag von Raffael Fellmer, der in Berlin gerade seinen ersten Food-Outlet auf die Beine stellt. Wie können andere Menschen und Regionen von seinen Erfahrungen profitieren? Wie könnte gegenseitige Unterstützung in diesem Engagement aussehen? Ich hatte es zweimal angesprochen. Einmal vor versammeltem Publikum und einmal persönlich. Vielleicht wird die Zukunft ja eine Gelegenheit bieten, hieran anzudocken. Ich werde die kommenden Wochen nutzen und mich einlesen. Außerdem spinne ich Kontakte in der Region. Mal sehen, was sich für uns und das Hinterland ergibt.

Sophia Hoffman hat in ihrem Vortrag beim re:MIND Workshop hinsichtlich des veganen Vergnügens ein bisschen aufgeräumt. Das hat mir sehr gut gefallen. Zumal sie feststellte, dass vegan zu essen auch äußerst ungesund verlaufen kann: Pommes, Cola, Kekse. Was ich auch toll fand, obwohl wir damals ja fast vegan nach Schweden WWOOFen gefahren sind, dass Ersatzprodukte, Verpackungsmüll und Soja-Fertig-Fleischersatze mit Vorsicht zu genießen und skeptisch in den Blick zu nehmen sind. Das hat mir SEHR GUT gefallen. Ihre Unterstützung bei den Gerichten für das Event bezeichnete sie als Feinschliff: Es war LECKER! Danke an alle Köche!

Meine Plastiktüten-Frage

Bei der Diskussionsrunde des CR-Teams der Otto-Group gab es auch die ein oder andere Frage, die mir keine Ruhe gelassen hat. Eine habe ich mich letztlich getraut zu stellen und sie betraf die weiterhin in Plastik verpackten Kleidungsstücke. Wieso ist das heute immer noch so? Wenn Otto sich doch endlich auf den Weg gemacht hat und auch letztes Jahr das Thema Plastik das Fokusthema des Workshops war? Die Antworten hinsichtlich Logistik und Produktion als Begründung für diesen Umstand waren mir persönlich nicht ausreichend. Die Aussicht, dass recycelter Kunststoff in Zukunft vielleicht in die Pappschachtel gemischt wird, noch weniger.

Ich sehe, dass Otto sich nach den Schilderungen des CR-Teams auf den Weg gemacht hat. Es ist gut und notwendig für einen Wandel, wenn große Unternehmen mitgehen und losgehen. Das schätze ich. Als Nachhaltigskeitstante und Minimalistin muss ich jedoch sagen: Solange das Plastik zum Verpacken genutzt wird, verzichte ich lieber oder suche nach Alternativen.

Wir haben unser Gespräch von letztem Wochenende verschoben auf eine der Pausen. Doch leider kam es nicht mehr zu einem Austausch. Schade. Vielleicht beim nächsten Mal? Interessieren euch solche Fragen auch? Sonst ruf ich nur für mich und meine Gedanken dort an.

Impressionen zum re:MIND Workshop

Die Eindrücke von diesem Wochenende habe ich euch mi Bildern versucht festzuhalten. Es war ein tolles Wochenende. Ich mag Hamburg sehr, die Seeluft, den Hafen. Ich bin fasziniert von der Logistik und dem Netz der öffentlichen Verkehrsmittel. WOW! Auch die Möglichkeit sich an verschiedenen Ecken in Hamburg ein Fahrrad zu leihen und von A nach B zu kommen: Top!

reMIND Workshop 01

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(Seht ihr? So viel zu meinen gestochen scharfen Bildern…) Im Netz habe ich zwiespältige Eindrücke von dieser Konferenz mitbekommen. Die einen, die total begeistert waren, die anderen, die sehr bewusst auf eine Teilnahme verzichteten.

Was ich dazu denke? Ich glaube, wir müssen alle miteinander ins Gespräch kommen. Ich kann so manche Zurückhaltung und die jeweilige Begründung nachvollziehen. Wir haben jedoch nur diese eine Welt. Die aktuelle Challenge #nachhaltigwerden hat mir einmal mehr vor Augen geführt: Es kommt auf JEDEN EINZELNEN an. Nicht nur die Unternehmen, aber auch! Und auch Otto besteht aus Einzelnen. Eine Teilantwort auf meine Plastiktüten-Frage war auch, dass wir uns gerne über Alternativen und neue Ideen austauschen können. Das ist doch was.

Wenn es dazu kommt, wofür ich persönlich sehr offen bin, dann sehe ich das als Gewinn.

Was denkt ihr? Sagt und schreibt es hier. Ich möchte gerne wissen, was ihr denkt.

5 vor 12 nachhaltige Ideen 04

5 vor 12. Eine Liste für nachhaltige Ideen

Ihr Lieben, ich habe die Idee jetzt einfach rausgehauen, weil sie mir so furchtbar unter den Nägeln brannte. Die vergangenen Tage und Wochen habe ich mich gefühlt noch mehr als sonst mit Nachhaltigkeit und einem Lebensstil auseinandergesetzt, der keinen riesigen Fußabdruck hinterlässt. Nicht zuletzt aufgrund der großartigen Instachallenge #nachhaltigwerden mit Susanne und Andrea. Die läuft nämlich nur noch eine Woche und es lohnt sich, dass ihr bei ihnen vorbeischaut, weil ihr dort viele nachhaltige Ideen entdecken könnt.

Nachhaltige Ideen bei 5 vor 12

Wir leben an einem Ort und zu einer Zeit, die uns recht komfortabel durchs Leben gehen lässt. Man denke an die Zeiten, zu welchen der schwarze Tod gegenwärtig war und Ländereien auch in unseren europäischen Regionen stark umkämpft wurden. Doch nur, weil es das hier heute kaum gibt, wir diese Kämpfe nicht mitbekommen, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt.

Auch wenn sich die Inseln von zermahlenem Plastik weit draußen auf den Weltmeeren oder an fernen exotischen Stränden befinden, bedeutet das nicht, dass sie nicht existieren. Immer wieder erscheinen Bilder, Videos und Impressionen von Menschen, die auf diese Müllberge treffen. Der Begriff Klimaflüchtling wird in Zukunft mit Sicherheit noch häufiger ausgesprochen werden.

Ideen, die zu nachhaltigen Lösungen beitragen sind lebensnotwendig. Für uns vielleicht erst im dritten, vierten oder fünften Schritt, aber für die betroffenen Menschen und Tiere alle Mal.

Nachhaltigkeit auf den Tisch bringen

Darum geht es mir. Dazu möchte ich euch animieren. Den eigenen Lebensstil auch nur an einer Stelle zu hinterfragen oder ein bisschen zu abzuändern, kann so viel Wirkung zeigen. Dazu soll diese Bloggeraktion dienen.

Bevor ich jetzt noch mehr quatsche, geht’s einfach los. Ich freu mich, wenn ihr mit einsteigt! Gegenseitig können wir uns so sehr vorantreiben. Bestimmt.

Meine 5 vor 12 im November

Es gibt zig nachhaltige Ideen die Welt zu verändern. Dazu zählen Rezepte, Lifehacks von Oma und Opa oder auch Entdeckungen überschüssiges Material wiederzuverwenden.

Zahl des Monats

Meine Zahl dieses Monats ist die 23. 23 von 24 Stunden eines Tages sind inzwischen vergangen und wir haben nur noch diese eine Stunde. Außerdem, und das ist der eigentliche Grund, warum ich heute diese Zahl nenne: Seit gestern findet in Bonn die 23. UN  – Weltklimakonferenz (COP23) statt. Ganz um die Ecke also. Ich finde das sehr spannend, zumal die USA ja tatsächlich nicht vertreten zu sein scheint. Direkt um die Ecke so ein riesiges Event zu haben, begeistert mich.

Upcycling – Idee

Wir haben uns hier angewöhnt originelle Verpackungsmaterialien zu sammeln. Das hat zwar nichts mit Minimalismus zu tun, dafür aber eine nachhaltige Idee, um dem bezahlten Stück Verpackung einen erneuten Wert zuzuschreiben. Dieses Licht gibt es seit letztem Jahr auf unserem Tisch und wird nicht nur in der Adventszeit aus dem Schrank herausgenommen.

5 vor 12 nachhaltige Ideen 01

Food

An den Wochenenden gibt es hier ganz oft die schnellsten Waffeln, die ihr euch vorstellen könnt. Ein festes Rezept? Hahaha, weit gefehlt.

Meistens läuft es auf dieses hier (in irgendeiner anderen Variation) hinaus, das ich euch während unserer zuckerfrei Challenge schon mal vorgestellt habe. Manchmal verarbeiten wir noch Haferflocken, Himbeeren, Rosinen oder irgendwelche anderen Reste darin. Es kann auch mal vorkommen, dass wir nur noch ein Ei haben oder auch gar keins.

5 vor 12 nachhaltige Ideen 02

Anno domini

Der Tipp, den mir eigentlich auch meine Oma nochmals hätte geben können: Statt irgendwelchen Entkalker in die Waschmaschine zu schütten oder für die Spülmaschine extra Klarspüler zu verwenden, tut es auch Essig Essenz aus der Glasflasche.

Trotzdem finde ich mich immer ziemlich mutig, wenn ich solche Tricks und Tipps ausprobiere. Denn die Spülmaschine hat es damals noch nicht gegeben. Ist das wirklich gut für die Maschine? Auf lange Sicht. Das weiß ich nicht. Aber ich halte euch gerne auf dem Laufenden. Ich fülle das Fach für den Klarspüler dann ganz einfach mit Essig auf, bis es nicht mehr geht. Seitdem riecht unsere Maschine nicht mehr unangenehm.

Entdeckung

Ja, meine Entdeckung des Monats? Visitenkarten aus recycelten T-Shirt-Resten. Ehrlich? Ehrlich. Ich kann euch leider noch nicht sagen, woher genau diese Reste kommen. Denn wie so häufig habe ich als Endkonsument einfach keinen Einfluss darauf, woher Materialien kommen und welche Ressourcen tatsächlich verbraucht werden. Ich kann lediglich entscheiden, ob ich das glaube oder eben nicht. Diesmal wollte ich es zumindest ausprobieren und heraus kam, dieses Päckchen mit einem kleinen Packen Visitenkarten von MamaDenkt.

5_vor_12_nachhaltige_Ideen_03

Und bei euch? Was sind eure 5 vor 12? Ihr habt bis zum 11.11.2017 um 11:55 Uhr Zeit euch in die Liste einzutragen. Ich bin schon sehr gespannt auf eure Beiträge!

Wer ist dabei?


Berufe rund ums Meer 02

LeseStoff: Berufe rund ums Meer: Fischer. Bernd-Uwe Janssen

(erschienen und freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Willegoos Verlag) Ich habe euch im Sommer einen tollen nachhaltigen Kinderbuchverlag vorgestellt: Willegoos. Erinnert ihr euch? Hier findet ihr den Link, um euch das Interview mit Susanne Tiarks nochmal durchzulesen. Ich habe euch damals im Anschluss schon eines der Bücher von Willegoos vorgestellt, das den Titel „Pepe der Pupsroboter“ trägt. Den Link zu dieser Rezension findet ihr hier. Ich habe noch ein zweites Buch von Willegoos gelesen, das sich rund ums Meer und einen ganz besonderen Beruf dreht: Den der Fischer.

Rund ums Meer

Während ich im Zug sitze, auf der Rückfahrt von meinem halben Wochenende in Hamburg, komme ich endlich dazu, euch dieses Buch vorzustellen. Außerdem passt es jetzt gerade sehr zu meinem Lebensgefühl. Ich mag das Meer, den Wind, den salzigen Geruch und den besonderen Geschmack der Luft.

Dieses Jahr hatten wir wirklich viel Kontakt mit dem Meer. Sei es im Sommer in Skandinavien, im Herbst in Holland oder jetzt in Hamburg. Es gab viele Dinge rund ums Meer und ich habe mir sehr häufig Gedanken über diesen Lebensraum gemacht.

Ich habe Schweinswale gesehen und spätabends eine Robbe, die nur vier Meter von mir entfernt am Strand entlang geschwommen ist. Dann waren da die gefundenen Muscheln aus Perlmutt und auch der viele Müll, wenn wir am Strand entlang gegangen sind. Immer fanden wir große Plastikschnüre, Folienstücke und immer war da die Frage, was von den Körnchen am Strand war Sand, was zerriebenes Plastik, sogenanntes Mikroplastik?

Berufe rund ums Meer: Fischer – Das Buch

Berufe rund ums Meer 01Das Buch, das ich euch vorstelle, ist ein Sachbuch für Kinder, geschrieben von Bernd-Uwe Janssen. Auf 48 Seiten wird mit vielen tollen Bildern und Skizzen über Fischerei informiert. Damals und heute kommt genauso zur Sprache, wie die verschiedenen Formen von Fischerei. Die kleinen Leser machen sich mit Fischern auf Fangfahrt von Krabben und Muscheln sowie Dorsch und Seelachs.

Inhalt

Das Buch ist in sieben Kapitel aufgeteilt. Der Einstieg erfolgt mit einem Vergleich von damals und heute. Danach geht es um die verschiedenen Formen der Fischerei und das Vorgehen. Begrifflichkeit werden nahe gebracht und mit Bildern wunderbar verdeutlicht. 

Der Autor rundet die Inhalte ab, indem er im zweiten Teil darüber schreibt, wie wichtig dieser Beruf ist, weil er

a) unsere Zukunft mitgestaltet. Müllvorkommnisse, weniger Fische und Veränderungen von Fischgründen können nur so mitbedachtet werden.
b) Der Beruf des Fischers zeigt, wie sehr wir uns mit unserer Plastikmüllproblematik auseinandersetzen und die Nähe zwischen den Lebewesen des Meeres und uns Menschen neu schaffen müssen. Daher geht es am Ende des Buches um konkrete Tipps, aktiv zu werden und Projekte von Universitäten und Forschungseinrichtungen werden kindgemäß vorgestellt.

Herstellung des Buches

Wie alle Bücher des Verlages, ist auch dieses aus Recyclingpapier hergestellt, klimaneutral mit mineralölfreien Druckfarben in Deutschland gedruckt. Ohne Verwendung von Folien. Ein nachhaltiges Printmedium ist also möglich.

Ein wertvolles Buch, weil…

es aktuell ist und nicht bei der Darstellung der Aufgaben eines Fischer stehen bleibt.

Lebensraum Meer: Für Tiere und Menschen überlebensnotwendig

Das Buch schafft eine Verbindung zu unserer aktuellen Situation und unseren Problemen, mit denen wir heute konfrontiert sind: Was sind Fischfangquoten? Ist noch genügend Fisch da? Was bedeutet zertifizierte, nachhaltige Fischerei? Wie wird man Fischer? Wie können wir aktiv werden und den Lebensraum Wasser schützen. In einem abschließenden Teil gibt es viele aktive Tipps: Sei es durch das Sammeln von Müll an Stränden, den Besuch einer Fischerei, um Tiere und Fischer zu erleben.

Spannendes Wissen über das Fischerei – Handwerk

Außerdem hat mir sehr gut gefallen, in eine Reihe von Begrifflichkeiten eingeführt zu werden. Das fängt bei der Erkärung von Steuerbord und Backbord an und geht weiter über Begriffe, wie „kurren“, „hieven“ oder Hol und Anlandung.

Lehrreich für Erwachsene

Neben dieser Ausdrücke, die ich zu 80% vorher auch noch nicht gehört hatte, finde ich es total spannend zu lesen, wie der Fang von Krabben beispielsweise heute verläuft. Krabben, die in der Nordsee gefangen und nach Marokko verschifft werden, damit dort Frauen in riesigen Kühlhallen den Fang „pulen“, sprich schälen. Ich weiß gerade noch nicht, was ich davon halten soll. Ich wusste das nicht und wieder einmal komme ich an den Punkt, dass ich ganz schön viel nicht weiß, was jedoch typisch ist für unsere heutige Globalisierung. Dass solche Dinge Raum in diesem Sachbuch für Kinder finden, mag ich sehr.

Fazit

Wertvoll, weil kindgerecht, lehrreich und aktuell. Wer mag es sich bei mir ausleihen? Oder ihr kauft es euch selber bei Willegoos?

Ihr wollt noch weiterlesen? Dann schaut doch mal hier:

Wieso wir ein Problem haben, was das mit dem Meer und Mikrosplastik zu tun hat, findet ihr hier.

Ein weiteres Buch, in dem Plastik eine große Rolle spielt, stelle ich euch hier vor.

Und wenn es dann darum geht Alternativen zu finden, konkrete upcycling -Ideen, verweise ich nochmal auf mein Tutorial zum Papierstern falten.

Noch besser leben ohne Plastik Schubert

LeseStoff: Noch besser leben ohne Plastik von Nadine Schubert

(erschienen und freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom oekom Verlag) Ich habe die Autorin Nadine Schubert vergangenes Jahr auf dem RE:THINK Workshop von Otto kennengelernt. (Meine Gedanken dazu findet ihr hier.) Sie war einer der Speaker, die einen kurzen Vortrag gehalten hat. In erster Linie ging es dabei um ihr Buch, ihre Arbeit und ihr Leben ohne Plastik. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie sie von ihrer Frischkäsezubereitung erzählt hat. Außerdem war da dieser kleine Tiegel selbstgemachter Mascara, der mich trotz all den anderen bekannten Informationen, doch beeindruckt hat. Jetzt ist vor kurzem ihr neues Buch erschienen, das den Titel „Noch besser leben ohne Plastik“ trägt.

Ich war sehr neugierig, wollte wissen, worum es geht und habe das Buch für euch schon mal rezensiert.

Noch besser leben ohne Plastik – das Buch

Titel_Schubert_BlopII_cmyk_PresseAuf 112 Seiten, innerhalb von acht Kapiteln trägt die Autorin einiges an Informationen rund um das Thema Plastik zusammen. Das Hauptaugenmerk des Buches liegt darauf Tipps, Links, Ideen und Erfahrungen an den Leser weiterzugeben und zu veranschaulichen, wie plastikfrei im Alltag umsetzbar ist. Sei es beim Einkauf, im Haushalt, im Badezimmer – wo auch immer.

Plastik ist ÜBERALL

Der Einstieg ins Thema hat mich schockiert, denn sie hat ja recht. Inzwischen haben wir überall Plastik. Leben ohne Plastik ist schon gar nicht mehr möglich. Besser Leben ohne Plastik, ist eine wünschenswerte Aussage, weil Kunststoffe eben auch schädliche und gefährdende Komponenten enthalten – um es mal harmlos auszudrücken. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für Tiere und Menschen. Wir sind alle davon betroffen, dass Plastikmüll Strände verschmutzt, Mikroplastik von Bienen im Honig gesammelt wird oder aber durch das Wasser auf unsere Teller landet. Noch besser leben ohne Plastik? Wie denn?

Schubert trägt viele Informationen in ihrem Buch zusammen. Und obwohl ich das alles schon weiß, da ich in der Szene unterwegs bin, ich hinterfrage und kontinuierlich Zeitschriften wie das greenpeace – magazin lese oder Filme schaue, die sich mit der Problematik auseinandersetzen, bin ich geschockt und besorgt.

Gutes Plastik – schlechtes Plastik

Im weiteren Verlauf des Buches nimmt die Autorin zunächst nochmal ein bisschen Druck raus, indem sie ihre Differenzierung von gutem und schlechtem Plastik dem Leser erklärt. Dadurch entsteht ein wenig Entspannung und der Leser ist wieder dazu bereit, nachzufragen: Wie könnte dieses plastikfrei denn aussehen?

Noch besser ohne Plastik von A bis Z

Eines der Kapitel führt im Anschluss Gegenstände und Ideen auf, die sich mit einer plastikfreien Alternative befassen. Angefangen bei Arzneimitteln über Luftballons bis hin zu Sahnesteif und Zungenreiniger.

Durch das Buch zieht sich ein roter Faden in Form all dieser ausprobierten anderen Möglichkeiten. Hier finden sich Links und auch getestete Rezepte für Waschmittel.

Plastikfrei waschen, putzen oder stylen – viele Rezepte

Ein großer Teil des Buches beinhaltet Rezepte. Dabei handelte es sich um solche zur Herstellung von Putzmitteln, Deo, Haarseife oder auch Mascara oder Haarwachs.

Ausprobiert habe ich diese Rezepte noch nicht. Einige der Verbrauchsgegenstände benötige ich schlichtweg einfach nicht. Das „schlichtweg einfach nicht“ ist auch schon der zweite Grund, warum manche Dinge, nicht probiert werden mussten. Wir haben uns der Nachhaltigkeit durch den Minimalismus angenähert. Das bedeutet, dass wir im ersten Schritt erstmal für uns geklärt haben: Was brauchen wir denn überhaupt? Was brauchen wir vielleicht nicht, genießen es jedoch ab und an? Eine Badekugel könnte das in der Tat mal sein. Aber Haarwachs? Peeling – eher nicht. Das muss jeder für sich selber entscheiden.

Die Rezepte stellt Nadine Schubert mittels dieses Buches zur Verfügung. Außerdem, woher sie die einzelnen Zutaten erhält sowie hilfreiche Tipps, die sich für sie aus ihren eigenen Erfahrungen und Alltagsexperimenten ergeben haben.

Meine Einschätzung von „Noch besser leben ohne Plastik“

Als Einstieg

Mir gefällt das Buch als Einstieg sehr gut. Ja, mir war ein Großteil der Informationen schon bekannt. Mikroplastik und das Problem, das sich für uns in den kommenden Jahren auftun wird, kenne ich aus der regelmäßigen Lektüre und Recherche zum Thema.

Viele der nachhaltigen Alternativen kannte ich ebenfalls (wie z.B. Stoffbinden, Rasierhobel, selbstgemachtes Deo…) , weil wir durch unseren Minimalismus ja immer wieder nach anderen Wegen gesucht haben.

Für jemanden, der diesen Hintergrund nicht hat, ist das Buch ein toller Einstieg in die Thematik. Die Autorin macht deutlich: Es geht. Leben ohne Plastik geht nicht zu 100%. Wie gesagt, mein PC besteht auch aus Kunststoff und Seltenen Erden sowie ein bisschen Metall. Aber es geht und es ist nötig.

Sinnfreies Plastik loswerden

Es gibt dieses gute und schlechte Plastik. Ich nenne es lieber, das sinnvolle und das völlig sinnfreie Plastik. An diesem Punkt anzusetzen, sich Fragen stellen zu lassen und selber zu stellen, darin leitet die Autorin an. Leben ohne Plastik funktioniert plötzlich. Besser leben ohne Plastik auch. Sogar noch besser ist möglich.

Wer sich das Buch von mir mal ausleihen möchte, der meldet sich einfach. Ansonsten könnt ihr es euch im oekom Verlag kaufen. Das Buch besteht zu 100% aus Recycling-Papier und ohne Folienkaschierung. Außerdem wurden für den Druck mineralölfreie Durckfarben verwendet. (Das ist doch was, denn es tut sich was in diesem Bereich.)

Fazit

Höchst motivierend. Informativ. Alltagstauglich. Nicht dogmatisch.

 

Wenn dir die Buchvorstellung gefallen hat: Hier gibt es noch ein weiteres Buch, das mich sehr beschäftigt hat. Das Buch setzt sich mit den Schwierigkeiten und Spagaten auseinander, die sich aus bio, fair, öko und nachhaltig ergeben können. Es ist körniger.

Aus diesem Buch hier ergibt sich die Erklärung dafür, was Verzicht und Minimalismus für uns mit Nachhaltigkeit zu tun haben. Niko Paech ist der Autor und es geht um die Befreiung aus dem immer höher, weiter, mehr.

Meine fünf Tipps, um plastikfreier im Alltag unterwegs zu sein, findet ihr hier. Sie betreffen vor allem den Einkauf und Verhaltensweisen in der Küche.

mamadenkt blogempfehlungen

Nachhaltige Blogs. Meine Empfehlungen

Welche Blogs sind eigentlich nachhaltige Blogs? So richtig nachhaltige Blogs. Dafür sollten wir vielleicht erstmal den Begriff des ökologisch nachhaltig Seins klären. Das auf einen Blog zu projizieren finde ich sehr schwierig. Denn meist steht und fällt die Nachhaltigkeit mit der Person, die sich hinter dem Blog befindet. Darin sehe ich tatsächlich Unterschiede. Mir geht es dabei weniger um das Maß an Nachhaltigkeit, das umgesetzt wird. Werden große oder kleine Schritte gegangen, sind für mich kein entscheidendes Kriterium. Denn: Jeder so wie er kann, in seinem Rahmen, in seinem Alltag. Was mich tatsächlich jedoch stört, sind Blogs, die als explizit nachhaltige Blogs oder Webseiten laufen, auf denen mir das Greenwashing großer Unternehmen entgegen gesprungen kommt. Das stört mich, ja.

Euch kann ich heute ein kleines Sammelsurium an Bloggern vorstellen, denen Nachhaltigkeit auch als Person wichtig erscheint – so erlebe ich sie.

Nachhaltige Blogs

Im Rahmen unserer aktuell laufenden Challenge stellt sich heute die Frage nach empfehlenswerten Blogs, die sich mit der Thematik Nachhaltigkeit und grüner leben auseinandersetzen. Einige auch meiner Schätze findet ihr schon bei Susanne aufgelistet, bei der ich mich gerne anschließen möchte.

Neben uns dreien, gibt es viele Menschen, die sich im Netz auf den Weg gemacht haben über Nachhaltigkeit zu bloggen. Menschen, mit denen ich spannende Gespräche, Austausch und Projekte umsetzen durfte.

Der eine bloggt übers nachhaltige Reisen, der andere über Nachhaltigkeit in der Familie. Die Zugänge sehen alle sehr unterschiedlich aus. Denn auch Minimalismus hat viel mit Nachhaltigkeit und bewussten Verzicht im Sinne der anderen zu tun. Von Themen wie Natur, Selbstversorgung, Konsumverzicht, Klimaschutz und Müllvermeidung mal ganz abgesehen.

Im folgenden stelle euch mal die Blogs vor, die mich in den vergangenen Jahren immer wieder inspiriert haben. Das Besondere an diesen Blogs: Wir haben schon miteinander gewirkt. Wir haben im Sinne der Nachhaltigkeit versucht, positiv die Welt zu verändern.

Nachhaltig Reisen

Christina bloggt auf reisemeisterei.de und beschreibt wie wie uns ihre Familie nachhaltig und aktiv ihr Reisen gestalten. Im September gab es zum Beispiel ihren 4.Tipp zur nachhaltigen Urlaubsgestaltung. Immer wieder begegnen wir uns im Netz, lesen, was der andere schreibt und vernetzen uns mehr miteinander.

Auf Mami rockt schreibt Verena. Ganz viel über Vereinbarkeit, ganz viel übers Reisen und immer wieder auch über Nachhaltigkeit. Ich mag Verena sehr. Im Zuge einer neuen Projektidee sind wir vor einigen Woche über verschiedene Kanäle ins Gespräch gekommen und ich mag ihre frohe Art, Frohnatur würden meine Eltern vermutlich sagen. In ihren Texten der Kategorie Travel kommt nicht immer das Wort Nachhaltigkeit vor, aber die Art und Weise, wie sie unterwegs sind, macht das Nachhaltige aus. Auch Texte, die aus der Lektüre von Nadine Schuberts Buch nochmal mehr angestoßen wurden, finden sich auf ihrem Blog. Inspirierend!

Ohne Plastik und Müll

Durch meine Zusammenarbeit mit Kulmine bin ich irgendwann auch auf Shia von wastelandrebel aufmerksam geworden. Sie berichtet auf ihrem Blog über Alternativen in Sachen Müllvermeidung. Sei es durch den Einsatz alternativer Produkte oder veränderte Verhaltensweisen, die ganz automatisch zu weniger Müll beitragen.

Auf livelifegreen.de schreibt Alex. Mutter, Biologin und eine ganz tolle Frau, die ihr durch die Frage der Nachhaltigkeit schon kennengelernt haben könntet. Dieses Projekt haben wir von den Sommer- bis zu den Herbstferien gemeinsam durchgeführt. Es hat total viel Spaß gemacht und vermutlich geht es Anfang des nächsten Jahres weiter. Themenwünsche für unsere Gespräche könnt ihr natürlich jetzt schon einreichen. 😉

Neben Nadine Schubert fällt mir noch Bea Johnson ein, die für mich und den Einstieg in die Müllvermeidung bedeutend gewesen ist.

Selbstversorgung und Do it Yourself

Marias Blog ist Programm: Widerstand ist zweckmäßig. Auf ihrem Blog schreibt sie ganz viel darüber, wie sich defekte Dinge nochmal aufbereiten und Alltagsdinge fix Selbermachen lassen. Konsum und Wegwerfen sind nicht nötig. Ihr Blog ist eine Quelle der Inspiration. Ob Rezepte oder Reparaturen, wenn ich mal was habe, dann suche ich bei ihr. Nur leider bin ich, wie auf Instagram vielleicht festgestellt, untauglich für den Einsatz einer Nähmaschine. Noch!

Lisa und Michael gehört der Blog Experiment Selbstversorgung. Auch hier durfte ich mir schon viel Inspiration holen, in geschriebene Bücher einen Blick werfen und motivierenden Austausch erleben. Unser Kastanienprojekt verdanke ich u.a. auch ihnen.

Nachhaltigkeit und Minimalismus

Ein Blog, auf dem es immer wieder um Nachhaltigkeit geht, ist der von Melanie, nämlich: glücklichscheitern.de. Eigentlich ein Blog, in dem Feminismus und Reisen im Fokus stehen, aber wenn ihr dieser Frau und Mutter im Netz folgt, werdet ihr schnell merken, dass auch Nachhaltigkeit und Minimalismus Themen sind, die sie beschäftigen. Brandaktuell arbeiten sie und ihre Mitstreiterinnen an der Veröffentlichung ihres Online-Magazins für Mädchen (6.November! schonmal vormerken). Ganz, ganz großartig!!

Im Rahmen von Minimalismus und Nachhaltigkeit sind Birgit aka suchtdasglueck.at und Judith aka stadtmama.at zwei Frauen, deren Blogs und Aktionen mir immer wieder Inspiration sind. Die #wirmistenaus – Challenge von den beiden war super!

Susanne, die eigentliche Initiatorin der #nachhaltigwerden Challenge möchte ich an dieser Stelle auch nochmal aufführen. Ich war mir unschlüssig, ob ich sie hier oder unter Reisen auflisten soll. Denn aufmerksam geworden bin ich auf sie und ihren Blog durch ihr unterwegs sein mit ihrer Familie. Die Challenge mit Andrea und mir wurde jedoch von ihr ausgelöst. Sie suchte nach Mitstreiterinnen und hat bei uns beiden angefragt. Wir waren begeistert und sind ein stückweit von ihrer Motivation mitgerissen worden. Vielen Dank, meine Liebe!

Ein Ausschnitt

Das hier kann nur ein Ausschnitt in meine kleine Filterblase sein. Denn neben der Blogs gibt es ja auch noch all die twitter, insta und Facebook-Accounts, auf denen Menschen ihre Wege in der Nachhaltigkeit aufzeichnen. Auch dort werdet ihr so einiges an Empfehlungen bei den anderen Teilnehmern dieser Challenge finden.

Zwei absolute Neuentdeckungen sind diese hier, die ich mir aus euren Empfehlungen gleich mal vermerkt habe: untangled und kleineweltretter

Vielen Dank dafür!

Wer fällt euch denn noch so spontan ein? Welches sind nachhaltige Blogs, die hier noch genannt werden sollten? Oder, wen habe ich vergessen? Wen sollte ich ganz unbedingt noch ergänzen? Hinterlasst gerne einen Kommentar mit Link oder schreibt mich an oder nutzt einen der vielen SocialMedia-Kanäle. Oder macht alles gleichzeitig.

edit:

Weitere nachhaltige Blogs

Es gibt wirklich viele nachhaltige Blogs, die ich immer mal wieder lese. Blogs, die gar nicht mal in erster Linie von Nachhaltigkeit erzählen, doch deren Besitzer dieselbe leben. Mal mehr, mal weniger. Das sagte ich ja weiter oben schon. Weil mir gerade immer wieder einer einfällt, sammel ich sie in diesem Artikel.

jademond.de

holzhuetteneinblicke.de

Ich freu mich, wenn ihr mich in der Kommentarfunktion auf eure Neuentdeckungen hinweist.

Seid mir bitte nicht böse, wenn ich nicht jeden übernehme. Inzwischen sind viele auf den Zug aufgesprungen, aber nicht der Nachhaltigkeit wegen. Sollte sich das schnell am Blogprofil zeigen, behalte ich mir vor, Links nicht oben einzutragen.

Mögliche grüne Unternehmen und ihre Blogs habe ich heute bewusst rausgelassen. Davon findet ihr aber schon den ein oder anderen auf meinem Blog.

Oktober Wochenende in Bildern 01

Oktober, Ordnung, Organisation – mein Wochenende in Bildern

Ich habe keine Ahnung, wohin der Oktober ist. Irgendwie,… war der überhaupt da? Ich vermute es liegt daran, dass viele wirklich schöne Dinge in diesem goldenen Monat geschehen sind. Auch vieles, was mich mürbe gemacht hat, doch in erster Linie waren es die schönen Dinge, die diesen Monat haben irre schnell vorüberziehen lassen.

Mein Oktober

Wie schon erwähnt, unser Oktober war voll. Der Monat begann für uns mit den Herbstferien in Rheinland-Pfalz, in deren ersten Woche ich ganz normal zu arbeiten hatte. Der Mann hatte seine neue Stelle zwar noch nicht angetreten, doch die Auseinandersetzung mit der Krankenkasse über das notwendige Krankengeld war genügend anstrengend. Ziemlich erschöpft und angeschlagen ging es auf Familienfreizeit, danach zurück in den Alltag mit Schule und Kindergarten und jeder Menge Aktionen, wie Kürbisfest und erste Weihnachtsspielvorbereitungen. Inmitten all dieser Dinge durfte ich meine ersten VHS-Kurse ausgeschrieben sehen, habe tolle Menschen kennengelernt und organisierte mich und meine Familie, in dieser von Arbeit geprägten Zeit.

Meine Organisation

Organisation ist das Wort vom Oktober. Organisation des Urlaubsgepäcks, der VHS-Kurse, schöner Ferienaktionen, meiner Arbeitsstelle, der Arbeitsstelle des Mannes, unserer Arbeits- und Familienzeiten, meiner Fahrten auf Konferenzen oder zu Arbeitskreisen oder auch das Einplanen von Sport oder Recherchen zu Neuentdeckungen oder schwierigen Themen.

Meine Ordnung

Zwischendrin hat es Berge von Wäsche gegeben, haben wir unseren Speicher entrümpelt und dadurch das ein oder andere in die Wohnung geholt, auch auch jetzt noch geduldig und beharrlich auf demselben Platz steht, auf dem wir es abgestellt haben.

Dieses Wochenende war der Peak, der Klimax, der Höhepunkt von Ordnung, Organisation und der fast Abschluss des Oktobers.

Unser Wochenende in Bildern

Hier ein Einblick in dieses letzte Wochenende des Oktobers im Rahmen des WiB’s von Susanne Mierau, die auf geborgen wachsen, diese Aktion vor Zeiten ins Leben gerufen hat. Here we go.

Unser Einstieg ins Wochenende: Das Kürbisfest im Kindergarten, mit schaurig schönem Bastelspaß.

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Die Meerschweinchen: Marzipan und – ich glaube – Cupcake? Ich weiss es nicht mehr genau. Es waren insgesamt vier und irgendwie haben sie ganz süsse Namen köstlicher Leckereien. Es sind die Tiere meiner Freundin, deren Wohnung ich jetzt, nach Jahren auch endlich mal bestaunen durfte.

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Dieses Bild gab es vor Jahren schon einmal auf diesem Blog. Dieses Jahr wieder, denn: Ich war wieder mal in Essen, wieder mal im Unperfekthaus. Diesmal auf der Minimal Kon, die damals noch ein schönes Zusammentreffen einiger Interessierter und Blogger darstellte. Heute eine Konferenz, auf der sich knapp 100 Menschen aus ganz Deutschland getroffen haben.

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Das Unperfekthaus in Essen charakterisiert sich durch viel Künstlerei: vor dem Haus, in dem Haus, an jeder Ecke. Deswegen finde ich es großartig! Es gibt Raum für viel Kreatives, Nachdenkliches und Aktives. Die Minimal Kon dort zu veranstalten, fand ich sehr passend.

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Bevor es hoch in den Vortragsraum ging, habe ich mich ans Frühstück-Buffet gestellt. Durch die Fahrten und all die Organisation war ich hungrig und positiv überrascht, dass es Unternehmen gibt, die solche nachhaltigen Marmeladenoptionen anbieten. Im Gegensatz zu den 20gr in Kunststoff verpackten Döschen. In Sachen Nachhaltigkeit Schritte zu gehen, und seien sie noch so klein, ist Programm. Nicht nur bei unserer #nachhaltigwerden Instachallenge. (Schon dabei?)

 

 

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Der Tag begann mit der Begrüßung durch die Organisatoren der Minimal Kon: Svenja und Michael. Marc moderiert die Podiumsdiskussion zwischen Nadine, Anne und mir und irgendwann geht mir durch den Kopf, worüber reden wir eigentlich? Minimalismus oder Nachhaltigkeit als Familie? Oder beides? Was ist das eine? Was das andere? Wo ist die Schnittmenge und was bedeutet das für die Definition dieser Begrifflichkeit? Ich schiebe es schließlich ein Stück beiseite. Denn ich stehe ja vor einigen Menschen, denen ich in mein und unser Leben als Familie Einblick gebe.

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Am Sonntag erholen wir uns alle von diesem Wochenende. Die Jungs und der Papa von einem Wochenende, an dem Mama nur zu 50% da war. Und ich von der Fahrt und Organisation nach Essen zu kommen. Am besten gelingt mir das beim Ordnung machen. Also misten K1 und ich und nachher der ganze Rest unserer liebenswerten Familie das K1′ Zimmer aus.

Plötzlich muss ich daran denke, dass mich gestern eine tolle Frau gefragt hat, wie das denn bei uns Zuhause mit dem Ausmisten funktioniert? Ab wann die Kids mitgemacht haben? Oder ob sie überhaupt mitmachen? Gestern meinte ich, dass das bislang gut gelaufen ist. Im Rückblick zu heute muss ich sagen: K1 kann das nicht gut. Sein Herz hängt an allem, was er geschenkt bekommen, was er findet. Und ja, heute war es hart und wir waren nicht nur einer Meinung geschweige denn freundlich miteinander. Beiderseits. Was nun?

Wir haben uns beide zusammengerissen. Er setzte sich durch, ich setzt mich durch und nachher war das Zimmer so ausgemistet, dass es wieder von mehr als einem halben Kind betreten werden konnte. Damit bin ich dann auch zufrieden und schlucke alle anderen Ansprüche an Freiraum in seinem Zimmer herunter. Solange er danach zu mir sagt: „Mama, jetzt hab ich ja doch voll das schöne Zimmer. Das gefällt mir jetzt viel besser.“, weiß ich, es ist ok, mich zu einem gewissen Maße einzusetzen, für dieses Minimalismus als Familie – Ding

Ach so, und das Bild: Auch Mama kann toller Holzeisenbahnstrecken bauen. Wie Papa.

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Heute gibt’s außerdem den Einstieg in die schon dritte Woche unserer Challenge. Diese Woche geht es um Empfehlungen und Inspirationsquellen. Seid ihr schon mit dabei? Es lohnt sich, gerade jetzt dazuzukommen. Mehr zur Challenge und dieser dritten und auch der zweiten, hinter uns liegenden Wochen, gibt es die Tage. (Es ging leider nicht früher.)

Inspiration_nachhaltigwerden_Challenge

Was habt ihr am Wochenende gemacht? Am letzten vom Oktober. Wo ward ihr unterwegs? Wie schließt ihr diesen Monat ab? Ich freu mich über Kommentare.

Hier ein Einblick in unsere letzten beiden Wib’s: Einmal im September und einmal schon in diesem Monat, in dem es auch um den Einstieg in die #nachhaltigwerden Challenge ging.

Nachhaltiger Leben kann bedeuten, mit weniger Plastik zu leben. Hier ein Artikel, welche Tricks ganz schnell und einfach und vor allem direkt umsetzbar sind.

frei erziehen 01

Lesestoff: Frei erziehen – Halt geben plus Verlosung

(erschienen im und freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom SCM-Verlag GmbH & Co. KG) Im September haben Tobias Künkler, Tobias Faix und Damaris Müller ein besonderes und wichtiges Praxisbuch herausgegeben. Es greift eine Thematik auf, die für viele Eltern von Relevanz ist:  Frei erziehen – Halt geben. Wie sieht christliche Erziehung aus? Und wie kann diese in Freiheit geschehen? Geht das überhaupt? Was sind knifflige Fragen in der christlichen Glaubenserziehung? Was verbirgt sich hinter diesem Titel?

Frei erziehen – Halt geben

Wie lebe ich meinen Glauben an Gott vor, ohne mein Kind in seiner Entscheidungsfreiheit einzuschränken oder es durch (unausgesprochene) Erwartungen unter Druck zu setzen? Wie schaut’s aus mit Lob und Strafe? Sexualpädagogische Erziehung? In der Familie und auch in der Gemeinde? Erziehungsfragen zwischen verschiedenen Generationen?

All diese Fragen führen zu Unsicherheiten im Umgang mit den eigenen Kindern. Eltern mit christlichem Hintergrund tuen sich insbesondere mit der christlichen Glaubenserziehung schwer. Auf der einen Seite wollen sie ihre Kinder einladen und ihnen den eigenen Glauben, ihre persönliche Beziehung mit Gott und Jesus vorleben. Auf der anderen Seite wünschen sie sich starke, selbstbestimmte und selbstbewusste Persönlichkeiten, die sich frei entscheiden. Ohne Druck.

Der Wunsch für die Kinder ist häufig: In dieser Welt jetzt und auch in Zukunft klarzukommen, sich zurechtzufinden, nicht unterzugehen und frei die eigenen Wege zu gehen. Das Ziel der Eltern ist oft: Frei erziehen und dabei Halt geben.

Das Buch

Entstehungsgeschichte

Von 2014 bis 2016 führten Tobias Künkler und Tobias Faix mit etwa 1800 christlichen Familien eine Studie durch. Die beiden Autoren gingen Fragen nach, wie:

  • Wie sieht der Alltag in christlichen Familien eigentlich aus?
  • Wie wird Leben in christlichen Familien gestaltet und wie sehen Erziehung und Glaubenserziehung konkret aus?

Anfang 2017 veröffentlichten Tobias Künkler und Tobias Faix ihre Ergebnisse und Auslegungen zur Familienstudie in einem Buch, das den Titel „Zwischen Furcht und Freiheit. Das Dilemma der christlichen Erziehung“ trägt.

Ein entscheidendes Ergebnis lautete: Der christlichen Familie geht es gut. Christliche Erziehung und Glaubenserziehung gibt es in den befragten Familien und ist für sie ein großes Thema, das Unsicherheiten und Fragen mit sich bringt. Wenngleich die Diskussion und der Austausch um diese Thematik bislang unausgesprochen im Raum steht. Man hört hierzu nur sehr wenig.

Daraus und aus weiteren Ergebnissen der Studie ergab sich für die Initiatoren die Notwendigkeit ein weiteres Buch zu verfassen. Ein Buch, das die Fragen, Bedürfnisse und Unsicherheiten aufgreift, die viele Eltern heutzutage nun mal haben. Ein Buch, in dem verschiedene Autoren zu Wort kommen und Einblicke in ihren Alltag geben, um so andere Eltern an ihrem „Unperfekt-sein“ teilhaben zu lassen. Doch nicht nur das. Das Buch soll Mut machen, sich der Diskrepanz von „frei erziehen und Halt geben“ zu stellen. Mut, alte Werte und Normen zu hinterfragen und sich gemeinsam im Gespräch und Austausch miteinander zu positionieren.

Das Buch trägt den Titel „Frei erziehen – Halt geben. Christliche Erziehung für umperfekte Eltern“ und ist erschienen im SCM Verlag. Auf 220 Seiten werden verschiedene Blicke in die Praxis geworfen. Praktisch, alltagsnah und fundiert will es unperfekten Eltern ein Begleiter sein, die eigenen Kinder zum Glauben einzuladen und sie dennoch frei erziehen zu können. Als Herausgeber hinzukam Damaris Müller, eine Frau, die ich in den vergangenen Monaten sehr schätzen gelernt habe.

Mein Beitrag zum Buch und ein Danke!

Denn: Ich habe an dem Buch mitgeschrieben. Gemeinsam mit 18 weiteren Menschen bin ich eine der Autor*innen und habe zwei Kapitel des Buches verfasst. Damaris Müller hat mich in dieser Zeit immer wieder neu motiviert, mir Mut gemacht auf meine eigenen Erfahrungen und Kompetenzen zu vertrauen und dran zu bleiben. Es hat wirklich Spaß gemacht, diese Kapitel zu schreiben. Dafür an dieser Stelle ein dickes Danke an dich, Damaris!

Mein pädagogischer Hintergrund

Klar, ich habe Soziale Arbeit studiert, ich habe drei Kinder bekommen und ich bin irgendwie immer wieder in der Elternbloggerszene unterwegs. Ratgeber, vor allem Erziehungsratgeber, habe ich bislang keinen wirklich durchgelesen. Außer ein Buch von Jesper Juul, das ich rezensiert habe, das aber auch irgendwie ein anderer Ratgeber ist, als wir uns den so gemeinhin vorstellen. Ich tue mir schwer Ratgeber zu lesen, ich will sie nicht lesen. Denn bislang, auch wenn ich viel von Jesper Juul, Alfie Kohn, oder auch Maria Montessori halte, brauche ich mein Bauchgefühl und den Austausch mit konkreten Menschen aus meinem direktenUmfeld, wenn es ums „Erziehen“ geht.

Gesellschaftliche Momentaufnahme oder Einblicke in meine Filterblase?

Aber kommen wir nochmal zurück auf den Inhalt des Buches. Eigentlich müsste ich den Begriff „gesellschaftliche Momentaufnahme“ austauschen durch „Einblick in meine Internetblase“. Ja, ihr habt recht. Letztlich beschreibe ich nur, wie ich das in meinem digitalen und in meinem echten Alltag erlebe. Dieses Erziehen oder aber auch nicht Erziehen oder Begleiten oder wie auch immer es genannt wird. Das hat sich schon viele Male verändert, ist im Fluß und entwickelt sich auch weiterhin. Unser Selbstverständnis, die Bedeutung von Familie, Eltern und Kind.

Was für eine Bedeutung haben Familie und Kind eigentlich?

Seit der Industrialisierung hat sich der Begriff Familie stark verändert, ebenso die Rolle des Kindes. Es geht nicht mehr nur um Arbeitskraft und Existenzsicherung der  Familie durch eigene Kinder, sondern um geliebtes „Hab und Gut“, das wir im Kind heute sehen. Das Kind erfuhr eine Personifizierung und erhielt in den vergangenen Jahren außerdem die Rolle eines geliebten, gleichberechtigten Partners. Allerdings eines Partners, von dem wir erwarten, dass er uns gehorcht und gleichzeitig eine selbstbestimmte und selbstbewusste Persönlichkeit entwickelt, die sich „frei“ entfaltet. (Ja, ich pauschalisiere.) Es geht mir darum ein Bild dessen zu zeichnen, wie ich das Leben mit Kindern erlebe, wenn ich abends in den Schwimmkurs gehe, meine Kinder irgendwo abhole oder wir an der Kasse vom Supermarkt stehen.

Diese Erwartungen von vielen Eltern sind nämlich durchaus ambivalent. Wie kann ich vom Kind erwarten, dass es auf meine Anweisung hört, es aber gleichzeitig möglichst frei und selbstbestimmt entscheiden lassen?!?

Beziehung, Erziehung, Nicht-Erziehung…

Es hat sich eine „Szene“ entwickelt, die mit dem Finger auf diesen Widerspruch weist und m.E. denselben zu lösen versucht. Jesper Juul u.a. zählen für mich dazu und ich halte die Gedanken, die ich von ihnen dazu höre, für sehr sinnvoll. Vor allem haben sie mir meine Unsicherheit genommen. Immer wieder geht es um Beziehung und weniger um Erziehung. Inzwischen weiß ich, was mein Ziel von „Erziehung“ ist und ich nehme mein eigenes Fehlverhalten an einigen Stellen viel schneller wahr, versuche gegenzusteuern und bin nicht mehr so streng mit mir und meinen Kindern.

Es am nächsten Tag besser machen, darauf kommt es mir an. Ja, ich kenne Brüllfallen und es ist schon viel besser geworden, wenngleich ich mir oft noch viel, viel mehr Ruhe und Geduld mit dem Sack Flöhe hier wünsche. Andere Baustelle.

Attachement Parenting, Unerzogen, Jesper Juul, Montessori – das alles beinhaltet pädagogische Ansätze und Methoden, wie Beziehungen zwischen Kindern und ihren Eltern gut gelingen bzw. gestaltet werden können. Darum geht es auch in christlichen Familien.

Zur christlichen Erziehung kommt noch die Glaubenserziehung

Hinzukommen noch die Glaubenserziehung und verschiedene aus der Vergangenheit übermittelte Werte, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, um zu wissen, wo wir und diese Werte stehen.

Für Eltern, die Christen sind, die selber eine lebendige Beziehung mit Gott führen, ist es ein Herzensanliegen, dass ihre Kinder diesen Gott kennenlernen. Doch wie kann das gehen, ohne sie zum eigenen Glauben zu drängen? Wieviel Freiheit ist erforderlich, damit unsere Kinder Gott entdecken können? Auf ihre Weise ihn erleben können?

Eltern sind unsicher, suchen nach Wegen und fragen aber noch nicht laut genug

Mein Beitrag zum „frei erziehen“

Ich durfte zwei der Kapitel des Buches schreiben. In dem einen ging es um die Differenzierung von meinem Glauben und dem meiner Kinder. Dabei konnte ich mal in Worte fassen, wie das hier bei uns Zuhause abläuft und mir überlegen, ob es für unser Verhalten denn auch einen Theorieunterbau gibt. Auf welchen Grundgedanken basieren Feststellungen, wie „vorleben statt aufzwingen“? Was sind unsere Best Pactice Tipps, die uns begleitet haben? Wie gestalten wir unser Leben als Christen innerhalb unserer Familie? Fordern wir das von unseren Kindern auch?

Im zweiten Kapitel ging es um Lob und Strafe als adäquate Erziehungsmethoden. Seien wir mal ehrlich, wem ist noch nie ein „Wenn… dann…“ über die Lippen gekommen? Was mich jedoch wirklich erstaunt und betroffen gemacht hat: Für viele Teilnehmer der Studie ist der Klaps auf den Po oder auf den Hinterkopf absolut in Ordnung. Ja, ich bekomme das auch im wahren Leben mit und ich arbeite daran, in den Momenten einzuschreiten. Denn es ist nicht in Ordnung!! Wie meine Theorie und Praxis zu diesen Themen ausschaut, könnt ihr in dem Buch nachlesen.

Außerdem finden sich viele weitere spannende Themen zum „frei erziehen“ in diesem Buch, viele hochinteressant. Einige, so wie der zu Lob und Strafe haben erstmal gar nichts damit zu tun, ob ich christlich erzogen wurde oder nicht. Eine Diskussion zu Druck, Grenzen und Bedürfnisorientierung gibt es im Netz jedenfalls schon. In der christlichen Szene steht sie noch aus oder besitzt noch nicht genügend Lautstärke, wie mir scheint.

Das Buch will Eltern begleiten, die unsicher oder auch auf der Suche sind. Es will sie in der Auseinandersetzung mit diesen Themen nicht im Regen stehen lassen, wenn es schwierig wird, sondern unterstützen.

Die Verlosung

Seid ihr neugierig geworden und wollt mal reinlesen? Ich verlose unter euch fünf dieser tollen Bücher. 

Hinterlasse einen Kommentar mit einem Gedanken zum Buch bis Sonntag, den 29.10.2017 um 23:59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (Du kennst das.) Mach mit, wenn du mindestens 18 Jahre alt bist. Auszahlen kann ich dir nix. Verschickt wird innerhalb Deutschlands. Teil den Beitrag gerne auf Facebook oder Twitter oder auf einem eurer anderen Social Media Kanälen. Das ist keine Bedingung, um im Lostopf zu landen.

Die Herausgeber, Autoren und auch ich freuen uns, wenn das Buch und letztendlich wir Eltern ins Gespräch kommen.

edit: Fehlerteufel

Ihr Lieben, die Gewinner sind bekannt gegeben und wurden informiert. Eine Leserin wies mich daraufhin, dass die Verlosung ja bis zum 29.11.2017 um 23:59 Uhr gehen würde. Das war ein Tippfehler. Ich habe es korrigiert und bitte um Entschuldigung.