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Nachhaltigkeit im Urlaub01

Nachhaltigkeit im Urlaub – Das geht, wenn man nur will!

Liebe Rachel, du wolltest in deiner ersten Frage der Nachhaltigkeit wissen, was meine Familie und ich ganz konkret machen um die Reisezeit für uns umweltverträglich(er) zu gestalten. Es dreht sich also alles um die Frage der Nachhaltigkeit im Urlaub.

Nachhaltigkeit im Urlaub

Zunächst einmal glaube ich fest daran, dass Nachhaltigkeit und Reisen kein Widerspruch sein muss.

Wir machen kleinere Ausflüge mit dem Zug oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Für größere Reisen, und Touren mit viel Gepäck, nehmen wir unser Gas-Auto. Das ist bequemer und (leider) oft auch günstiger für vier Personen als die Bahn. Trotzdem sind wir damit aber noch sehr umweltschonend unterwegs. Denn wenn wir zuhause in München volltanken, fahren wir über weite Strecken mit Treibstoff aus Stroh und Biomüll (https://www.swm.de/privatkunden/m-erdgas/autofahren/biomethan.html). So betankt erreichen wir sogar eine bessere Ökobilanz als ein E-Auto.

Ansonsten gelten bei uns im Urlaub eigentlich die selben Regeln wie zuhause. Wir gehen bewusst einkaufen, mit Jutesack und Stoffbeuteln und kaufen, wann immer möglich, saisonale Bio-Lebensmittel aus der Region. Wir vermeiden Verpackungsmüll, trennen unsere Abfälle und wir trinken Leitungswasser aus unseren mitgebrachten Flaschen. Komischerweise war der letzte Punkt am Anfang irgendwie eine Überwindung. Ich hatte das aus meiner Kindheit so verinnerlicht, dass man im Süden nur Flaschenwasser trinken darf. Und diese Durchfall-Paranoia machte die Umstellung auf Leitungswasser am Anfang ein bisschen zäh. Jetzt läuft es wie am Schnürchen. Keiner wurde je krank und man spart dadurch unglaubliche Mengen unnötigen Plastikmüll!

Neu dazu gekommen ist bei uns noch das Müllsammeln. Zuhause, aber auch im Urlaub.

Warum nicht mal einen Ort sauberer hinterlassen, als man ihn vorgefunden hat?

So haben wir während unserer letzten Reise jeden Tag mindestens zwei große Tüten Abfall vom Strand entsorgt. Und wir hatten sogar Spaß dabei. Denn gibt es etwas schöneres als einen gemeinsamen Spaziergang am Strand? Am Ende hat uns dann noch ein kleines Mädchen spontan geholfen. Das hat mich wahnsinnig gefreut und hat mir wieder einmal gezeigt, dass jeder Schritt eine Wirkung hat und das Potential hat Kreise zu ziehen. Ein wundervolles Erlebnis.

All das macht Urlaub für uns umweltverträglich(er) und seien wir ehrlich. Nichts davon tut wirklich weh, oder? Man muss nur anfangen sich die Frage nach der Nachhaltigkeit im Urlaub überhaupt einmal zu stellen.

Für uns bedeutet das auf jeden Fall, dass wir zuerst nachdenken und dann planen und buchen. Und es bedeutet vor allem schonungslos ehrlich mit sich zu sein. Wenn ich zum Beispiel weiß, dass Kreuzfahrtschiffe schwimmende Dreckschleudern sind, so darf ich keine Kreuzfahrt buchen. Und wenn mir bewusst ist, dass die CO2-Bilanz von Flugreisen denkbar schlecht ist, sollte ich eben versuchen Flüge so oft wie möglich zu vermeiden.

Es geht schlicht um Konsequenz im Handeln, auch zur Reisezeit.

Das klingt jetzt für manche vielleicht nach zu viel Verzicht und nach Spaßbremse. Vor allem in Zeiten, in denen Urlaub und Fernreisen zum Statussymbol geworden sind. Aber genau so handhaben wir in unserer Familie das Thema Nachhaltigkeit im Urlaub. Und Spaß haben wir trotzdem. Denn eigentlich sollte es ja um gemeinsame Zeit und Nähe gehen und nicht um den Wettstreit um das vermeintlich exotischste Reiseziel, oder?

Du merkst also, dass die Antwort auf deine Frage manchmal unbequem sein kann. Warum? Weil Urlaub wohl für die meisten ein sehr emotionales Thema ist. Es ist die Zeit im Jahr, die wir uns hart erarbeitet haben. Die Zeit, in der wir nur genießen wollen und nicht nachdenken. Wer will da schon etwas von Klimaerwärmung, Treibhausgasen, CO2-Bilanz und Plastik im Meer hören?

Die Urlaubszeit ist eine Auszeit vom Alltag und oft auch eine Pause von Mülltrennung, Plastiksparen und Ökostrom.

Das Dumme daran ist, dass irgendjemand irgendwann die Konsequenzen unseres Handelns tragen muss. Wenn nicht wir, dann die Generationen, die nach uns folgen. Und wenn nicht hier, dann die Natur am anderen Ende der Erde. Wir fällen immer eine Entscheidung mit Tragweite. Auch durch die Art WIE wir reisen. Wie hat es der Journalist Marc Baumann in seinem Entschuldigungsbrief an unsere Kinder im Süddeutschen Magazin (https://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/46223) so schön formuliert „Urlaub war uns wichtiger als eure Zukunft, sorry“.

Klingt das nicht furchtbar traurig?

Für uns gilt auf jeden Fall: Urlaub ist uns wichtig! Jedoch achtsam und bewusst. Und nicht um jeden Preis! (Ein paar zusammengestellte Tipps und Tricks findet ihr auf Alex Blog hier.)

Meine Frage an dich:

„Jetzt bin ich dran, liebe Rachel. Wir versuchen als Familie ein umweltverträgliches Leben zu führen und geben dabei unser Bestes. Das bedeutet allerdings natürlich nicht, dass wir schon alles perfekt machen. Nachhaltigkeit kommt nicht über Nacht! Und in vielen Punkten liegt noch ein großes Stück Arbeit vor uns.

Mit einer Sache konnten wir uns zum Beispiel nie anfreunden. Mit Stoffwindeln! Wahrscheinlich auch deshalb nicht, weil ich nie eine Freundin nach ihren persönlichen Erfahrungen fragen konnte. Unser Bekanntenkreis benutzt nämlich nur Wegwerf-Windeln.

Gott sei Dank haben wir die Windelzeit ja bald hinter uns, aber sag mal ganz ehrlich Rachel: Sind Windeln aus Stoff nicht ein bisschen eklig? Irgendwo muss man die doch bis zum Waschen zwischenlagern, oder? Wir versuchen wirklich Müll an allen Ecken zu sparen, bei vollen Windeln mache jedoch ich eine Ausnahme. Wir benutzen Öko-Windeln aus Papier und die werfe ich SEHR gerne weg! Zwar mit schlechtem Gewissen, aber ich bin doch froh, wenn der Stinke-Müllberg weg ist. Ich fand die Vorstellung von Kinder-Kacke in meiner Waschmaschine tatsächlich nie erstrebenswert. Wie geht es dir damit? Wie oft und wie heiß wascht ihr? Wascht ihr dann nur die Windeln, oder mischt ihr Wäsche in einer Maschine? Und ist die Ökobilanz von Stoffwindeln mit der ganzen Wascherei überhaupt noch besser? Wie viele Windeln muss man eigentlich pro Kind kaufen?

So viele Fragen… aber ich muss heute einfach meine Chance nutzen ;-)!“

Ja, Stoffwindeln sind so eine Sache. Dazu antworte ich dir sehr, sehr gerne auf deinem Blog – in zwei Wochen. Bis dahin werden wir bestimmt auch noch irgendwo im Urlaub unterwegs sein. Und die Idee, vor Ort den Müll der anderen aufzusammeln, finde ich super. Denn irgendwie ist es nicht nur der Müll der anderen, sondern unser Müll. Danke also für deine Gedanken zur Nachhaltigkeit im Urlaub. Das inspiriert!

Wie seht ihr das denn? Wie nachhaltig seid ihr in diesen zwei hart erarbeiteten Wochen Urlaub im Sommer auch nachhaltig unterwegs? Was ist euch wichtig?

Ausmisten von innen nach außen01

Ausmisten von außen nach innen

Die vergangenen Tage musste ich viel übers Ausmisten und Entrümpeln nachdenken. Im Auto, auf dem Sofa, beim Kochen, beim Anziehen der Jungs oder beim Memory spielen. Und auch beim Zwiebeln schälen. Dabei ging es immer und immer wieder um die Tatsache, dass ich zwar aktuell auch in meinen vier Wänden nochmal ordentlich ausmisten könnte, sofern ich wollte. (Wie das geht, habe ich Anfang des Jahres in einem speziellen Leitfaden hier näher erläutert.) Vielmehr noch bin ich gerade jedoch damit beschäftigt Innen auszumisten. Mit dem Ausmisten meiner Seele.

Ausmisten ist wie Zwiebeln schälen

So kommt es mir jedenfalls häufig vor, als schälte ich Zwiebeln. Zwiebeln sind gesund, sie verfeinern die Mahlzeiten, das was uns nährt und davon mal ganz abgesehen, ich halte sie gerne in der Hand aufgrund ihrer Handschmeichler-Form.

Passt auf, folgendes ging mir heute durch den Kopf.

Der Anfang

Ich nehme eine Zwiebel, um meinem Leibgericht die besondere Note zu geben. Na ja, und weil ich weiß, dass sie gesund ist. Das ist doch nichts anderes, als wenn ich erkenne, ich will ausmisten – egal, ob innen oder außen – weil es gut tut, gesund ist und gut schmeckt.

Innere Blockade

Weil ich weiß, was passieren wird, muss ich mich sehr motivieren. Es wird wieder Tränen geben, die Augen werden brennen, der Geruch nicht von den Fingern gehen. Es wird schwierig werden und ich werde mich nicht entscheiden können, ob ich das nun wirklich durchziehen soll und mich von meiner Büchersammlung trennen will. Die stehen so gut im Regal. Am Ende sind die Hände wieder ganz stumpf vom vielen Staub und es ist anstrengend sich zu entscheiden, ob ein Buch weg, verschenkt, verkauft oder bleiben soll.

Es wird leichter

Das ist tatsächlich meine Erfahrung. Hat das Weinen erstmal begonnen, dann können mir die nächsten drei, vier Zwiebeln überhaupt gar nichts anhaben. So ähnlich geht und ging es mir auch immer beim Ausmisten und Entrümpeln. Einmal dabei, kann mich os schnell keiner stoppen und ich habe bislang an keiner Stelle bereut, etwas weitergegeben zu haben. Ganz und gar nicht.

Innen ausmisten scheint schwieriger zu sein

Meine Seele zu entrümpeln fällt mir leider nicht so leicht, wie meinen Besitzstand zu reduzieren. Ich weiß nicht so recht, woran das liegt und bin noch dabei die richtigen Worte zu finden, Gedanken zu sortieren und letztendlich Antworten zu finden.

Vielleicht liegt es daran, dass sich Erfahrungen weder ausradieren, noch beschönigen lassen. Zumindest nicht das, was diese Erfahrungen letztendlich schon bewirkt haben. Da sind Zeichen der erlebten Dinge auch in der Seele. Und wie gehe ich mit etwas um, das ich nicht sehen kann? Etwas, dass immer da ist und mich total ausmacht, das ich aber weder sehen noch anfassen kann. Das ich sogar total verlernen kann zu fühlen oder wahrzunehmen.

Aber auch hier kommt wieder meine Zwiebelmetapher. Je mehr ich von außen an Reizen und Überflüssigem zur Seite schiebe, kann ich entdecken, was in der Zwiebel verborgen liegt. Vielleicht ja schon ein kleiner hellgrüner Keim, der etwas Neues entstehen lassen mag.

Entschuldigt, wenn ihr mit diesen Gedanken nicht allzu viel anfangen könnt. Aber ich musst das mal aufschreiben, weil es mir im Kopf im Weg ist. Ich bin gerade sehr dabei zu sortieren. Ich will wissen, was für Ideen, da in mir sind und ich will diese Ideen nicht nur träumen, sondern auch umsetzen. Dafür liegt vor mir aber ein Haufen unbearbeiteter … Dinge. Die ich teilweise noch nicht einmal beim Namen nennen kann.

Ein Haufen Schrott

Schuldzuweisungen oder auch Abweisungen, Auseinandersetzungen, die ich sehr persönlich genommen habe, die sich aus meiner Arbeit, innerhalb der Familie oder im Straßenverkehr ergeben haben. Ihr seht, da ist jede Menge banales Zeug dabei, das mal eben abgelegt und später bedacht werden sollte. Ähnlich wie im Arbeitszimmer. Viele dieser Dinge sind aber auch existenzieller Natur und sind nicht mal eben abzuhaken. Wenn ich zum Beispiel daran denke, wie mein Mann seine erste handfeste Panikattacke hatte, dann wird mir noch heute sehr flau, meine Hände fühlen sich hohl und kribbelig an. Ich fühle mich absolut hilflos und schaffe es nicht, mich diesem Gefühl länger auszusetzen, als nötig.

Diese Sachen will ich hinter mir lasse. Ich mag Vieles davon nicht weiter mit mir schleppen. Plötzlich ist da wieder ein neuer Freiraum und ich möchte ihn gut füllen. Nicht voll füllen, sondern gut und sinnvoll. Mit Leben, das ich gestalte.

Ausmisten ermöglicht Freiraum

Das ist die einschneidendste Erfahrung, die ich immer und immer wieder mache. Dieses ganze Reduzieren, unser Minimalismus und all der damit zusammenhängende Kram, hatte wirklich zum Ergebnis, dass wir viel mehr Raum haben, um die Dinge zu wählen und umzusetzen, die unserem Leben Sinn geben. Auch wenn es nur befristete Zeiten sind, in denen etwas Sinn macht, wie beispielsweise mein Job in der Flüchtlingshilfe oder eine Auszeit in Schweden, um neu Orientierung zu finden.

Dafür lohnt sich das Ausmisten und Entrümpeln. Genauso wertvoll ist es, nur noch das reinzulassen, was Sinn macht. Damit meine ich nicht, nur die Dingen die Genuss bringen. Ich bin davon überzeugt, dass wir auch aus den harten Zeiten lernen und als Menschen etwas daraus schaffen können.

Trotzdem macht es Sinn, sich von Menschen, Verhaltensweisen oder Rahmenbedingungen zu trennen, die zu viel Energie erfordern oder aber zu viel negative Lebenseinstellungen mit sich bringen.

Ausmisten

Ich bin gerade dabei, meine Seele auszumisten. Aus den Gründen und Gedanken, die ich euch oben zusammengestellt habe. Entschuldigt, wenn das einer dieser runtergeschriebenen Blogartikel ist. Mich würde interessieren, wer von euch bis hierher gelesen hat. Denn es war sehr… philosophisch und irgendwie auch sprunghaft. Aber ich brauchte den Platz. In den nächsten Artikeln wird es wieder konkreter. Das weiß ich schon jetzt.

Wie mistet ihr aus? Von außen nach innen? Von innen nach außen? Welches Bild habt ihr dabei vor Augen?

bewusst erleben im Hier und Jetzt 01

Bewusst erleben. Im Hier und Jetzt.

In meinem Umfeld, im Netz, unter Freunden, Nachbarn und auch in der Familie erlebe ich gerade viel Unsicherheit, Erschöpfung und die Suche nach Auswegen. Mal abgesehen von der Erschöpfung, die wir persönlich als Kernfamilie in den letzten Monaten erlebt haben, scheinen viele andere Menschen auf der Suche nach Lösungen für ähnliche Zustände zu sein. Bewusster leben ist das Stichwort, das dann meist fällt. Mal entspannen. Sich erholen. Mal an sich denken. Schwups, entspannt. Am besten auf Knopfdruck. Ich schiebe mal noch etwas dazwischen, was wir häufig übersehen und vielleicht auch gerne übergehen würden, weil es doch unwichtig oder zu zeitaufwendig erscheint. Vielleicht auch dasselbe oder sonst irgendwas ist: bewusst erleben.

Bewusster leben

Ohne genau anzuschauen, worum es gerade geht, was da im Argen liegt, wissen wir ganz genau, wie dieses bewusster leben geht. Wie so ein Leben ausschaut, darin sind wir Experten. Unsres tut das meistens nicht oder aber noch nicht genug. Um die nötige Motivation zu erlangen , brauchen wir nur einen Blick in eine der gängigen FrauenMänner(Fach)Zeitschriften zu werfen:

  • gesund essen
  • viel schlafen
  • Sport treiben
  • nach meinem Inneren fragen (Schokolade essen, Wein trinken…)
  • sich was Gutes tun (Wellness, Shoppen, ein Bad nehmen, Nägel lackieren…)

Als Mutter mal „kinderfrei“ einfordern oder irgendwie anders organisieren und … ach ja, guter Sex wäre auch noch hilfreich.

Entschuldigt, das ist überspitzt, ja.  All diese Dinge haben in gewisser Weise ja ihre Berechtigung. Allerdings sind wir meines Erachtens immer viel zu schnell mit diesen Lösungen dabei. Wir wissen immer gleich, was der und der Person hilft. Oder wir sind uns ziemlich sicher, dass wenn sie mehr Sport treiben würde oder auch mal ein bisschen weniger „Glucke“ sein könnte, es ihr VIEL, VIEL besser ginge.

Das ist mir einfach viel zu schnell. Viel zu einfach. Viel zu sehr darauf aus, etwas abzuhandeln. So einfach ist es „in den meisten Fällen“, für die jeweiligen Personen nämlich nicht.

Bewusst erleben

Mein „bewust erleben“ wirft erst einmal andere Fragen auf. Fragen, die das Subjekt, Subjekt bleiben lassen. Es geht um die Person und ihre Bedürfnisse. Es geht um die Sehnsüchte, unerfüllten Wünsche oder aber tiefvergrabenen Belange, derer sich keiner mehr so wirklich im Klaren, geschweige denn bewusst ist. Es geht um das Innere einer Person und was sie damit macht.

(Ich bin niemand, der es für sinnvoll hält, dass ich mich nur noch um mich selber drehe, indem ich nur noch mit der Suche nach meinem Inneren oder meinem Sinn bin. Eine Blogleserin hat es aber schön aus einem Bandtext zitiert und es ging mir an dem Tag fast wortwörtlich durch den Kopf: Sich selber suchen ist ok, und sich dabei nicht in sich selbst verlieren.)

Zurück.

Bewusst erleben stellt Fragen, bei denen es um das geht, was im Hier und Jetzt geschieht.

  • Was passiert denn da gerade? Wie sieht die Situation aus?
  • Wie geht es mir? Was ist das Gefühl, dass da vorherrscht?
  • Wodurch entsteht es?
  • Was will ich damit machen? Was sollte ich damit machen?

Allein die Art der Fragen zeigt, dass es sich um eine andere Herangehensweise handelt.  Bewusst leben ist leicht zukünftig ausgerichtet und schließt sich an das bewusst erleben an. Es geht um das Erleben, das ich nun, da ich es einordnen kann, gestalte und nicht einfach hinnehme oder über mich hereinbrechen lasse.

Habe ich mir das bewusst erleben erst einmal angeeignet, bin ich dazu in der Lage, das bewusst leben zu erleben und schon einen Schritt vorher zu erkennen, ob das erlebte Leben Sinn macht. Für mich persönlich Sinn macht. Ein bisschen viel Leben erleben – ich weiß. Aber das meine ich.

Ein Wortspiel soll helfen?

Ja, es ist nichts anderes als ein Wortspiel, dass den Schwerpunkt nochmal ein wenig verschiebt. Erstmal einfach nur ein nettes Wortspiel.

Sobald eine Person Leidensdruck damit verbindet, macht es großen Sinn, diese Schwerpunktverschiebung vorzunehmen. Meine persönliche Erfahrung.

Wenn vorrangiges Ziel ist, das Hier und Jetzt mehr im Alltag umzusetzen, dann kommt es auf dieses Wortspiel nicht an und auch ich habe die ein oder andere einfache Idee, mit der ich versuche mich im Alltag zu erden. Egal ob bewusster leben oder bewusst erleben: Ich glaube in den jeweiligen Situationen und Augenblicken lässt sich das Hier und Jetzt bewusst herbeiführen. Nicht festhalten aber herbeiführen.

Wenn ihr wissen wollt, worum es in dem Einstiegsartikel zum Hier und Jetzt ging, dann hier entlang.

Leben im Hier und Jetzt – wie macht ihr das?

Heute war mir meine grundsätzliche Herangehensweise wichtig, wenn es darum geht, aus der Erschöpfung auszubrechen und sich auf das Hier und Jetzt einzulassen.

In vielen Bereichen meines Lebens – als Mutter, als Partnerin, als Hausfrau oder auch Arbeitnehmerin und Nachbarin – habe ich mir meine Gedanken darüber gemacht, wie ich dieses Hier und Jetzt denn konkret umsetzen kann. Wenn hinter dieser Suche kein großer Leidensdruck steht, reichen mir persönlich ein paar Tipps und Tricks mich wieder neu zu erden, wie oben ausgeführt. Meine Fragen zum bewusst erleben, stellen sich mir inzwischen oft schon von ganz alleine. Vielleicht ist das Übungssache – ich weiß es nicht. Auf mymonk findet ihr zahlreiche konkrete Alltagstipps zu ganz vielen verschiedenen Bereichen, um das Leben bewusst und achtsam anzugehen.

Ein paar konkrete Details um das Hier und Jetzt zu leben, möchte ich gerne mit euch gemeinsam zusammenstellen. Was denkt ihr? Blogparade, Blogreihe, Themenwoche mit anderen Bloggern oder Instachallenge? Was spricht euch mehr an? Schreibt mal. Kommentiert, dann weiß ich, was ihr euch wünscht!

Hier und jetzt

Das Hier und Jetzt leben. Gelebte Achtsamkeit

Das Hier und Jetzt leben, bedeutet nichts anderes als im Hier und im Jetzt zu leben. Dafür braucht es kein Sonnenuntergangfoto und auch kein Stilleben. Während die Beine auf dem Couchtisch liegen, frage ich mich, ob das so richtig ist? Ob ich mir nicht besser eine Gliederung für diesen Text überlegen sollte? Schon fühle ich mich selber wieder eingeschränkt. Ich möchte die Worte fließen lassen, so wie sie mir in meinen Gedanken erscheinen. Auch auf die Gefahr hin, dass ihr mir nicht folgen könnt oder es den ein oder anderen Haken geben könnte.

Im Hier und Jetzt leben

Wieso? Wieso komme ich ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt dazu, das Thema aufzugreifen. Ich vermute, dafür sind mehrere Dinge verantwortlich und das Thema ist nicht nur jetzt oder die letzten zwei Wochen für mich präsent. Wo fange ich an? Ich beginne mal hinten, soweit wie es für mich persönlich gerade geht.

Unser Minimalismus der letzten Jahre

Als wir vor sieben Jahren anfingen unseren Besitz zu reduzieren, ging es uns vor allem darum Freiraum und freie Zeit zurückzuerobern. Das ist uns tatsächlich auch gelungen. Dieses Jahr ist nicht nur mein Jahresmotto dahingehend formuliert. Wenn der Besitz weniger und der Raum größer geworden sind, eröffnet sich plötzlich ein zusätzliches Zeitfenster. Zeit, die ich nicht mehr fürs Wäschewaschen, Staubwischen, Instand halten oder Bügeln verwenden muss. Was mache ich mit dieser dazu gewonnenen Zeit? Jetzt und hier?

Das Burn Out meines Mannes vor einem Jahr

Zum Beispiel nicht selber unter der Last des Alltages zusammenbrechen, während der andere, der Partner „plötzlich“ erkrankt und erschöpft zusammenbricht. Denn genau das ist vor einem Jahr geschehen. Hier könnt ihr selber nochmal nachlesen, wie mein Mann über die Erschöpfung damals gedacht hat.

Jetzt kann ich mir natürlich die Frage stellen, „Wie konnte es denn bloß dazu kommen? Wie konnte es passieren, dass einer dieser Zweierschaft nicht mehr kann, wenn wir doch so viel Zeit und Raum gewonnen hatten?“

Das stimmt und die Frage ist berechtigt. Manchmal frage ich mich das dennoch immer wieder, obwohl die Antwort, die ich euch hier und jetzt gebe, da ist. Wir hatten Zeit zurückerobert,

  • kauften ein Haus
  • gingen kurz vorher auf einen längeren WWOOFing-Trip
  • wurden mit dem 3.ten Kind schwanger
  • renovierten, na ja, sanierten ein Haus
  • lebten in einer kleinen Wohnung
  • und ließen alles andere normal weiter laufen.

Ganz nebenbei: Es geht nicht darum, ob andere mehr oder weniger schaffen. Für uns war das definitiv zu viel. Noch heute wissen wir nicht so recht, auf was aus der Liste wir besser verzichtet hätten. Diese Überlegung macht aber auch keinen Sinn, denn sie wird uns verhaftet sein lassen in der Vergangenheit. Aber ich will doch im hier und jetzt leben.

Meine Kündigung in den letzten Wochen

Und so kam es auch tatsächlich dazu, dass ich meinen Job in der Flüchtlingshilfe gekündigt habe. Es ist mir furchtbar schwer gefallen. Lange habe ich in mir und mit mir gerungen, weil ich weiß,

a) meine Arbeit macht Sinn und sie ist wertvoll.
b) ich bin gut in dem, was ich tue.
c) ich mag die Arbeit mit Menschen und das in Beziehung stehen.

Dieser Job ist der falsche für mich, aus mehreren Gründen. Es ist nicht mein Platz und ich möchte nicht länger an einem Ort wirken, bei dem ich merke, dass er mir viel Energie nimmt, die ich an anderer Stelle brauche. Doch dazu gibt es in den kommenden Wochen nochmal ein bisschen ausführlicher einen Text.

Eine Zeitschrift mit dem scheinbar selben Ziel

Tja, und dann fällt mir seit langem nochmal das FLOW-Magazin in die Hände. Ihr kennt die Zeitschrift, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, „nicht in Eile, über das kleine Glück und das einfache Leben“ zu schreiben. Darum geht’s. In meinem Leben. Auf meinem Blog.

Ganz oft brauch ich mir die Zeitschrift gar nicht kaufen, weil ich das Gefühl habe, dass das aus meinem Kopf und Innenleben da reingefallen sein muss. Direkt in Textform. Gedruckt.

Keine Ahnung. Ich lese sie nicht oft, ich glaube, es ist die zweite Zeitschrift, die ich in Händen halte. Aber, sie gefällt mir aktuell sehr gut. Sie hinterlässt eigentlich das Gefühl, es sein zu lassen. Das Schreiben und Bloggen darüber. Aber wieso? Es ist meins. Da gibt es unzählige Gedanken, die ich viel häufiger auch hier aussprechen sollte. Darauf läuft es die nächste Zeit hinaus.

Der Ausblick auf das, was kommt

Mit all dem fühle ich mich zeitweise sehr beklemmt. So viel Umbruch, so viel Veränderung in den letzten Jahren, Monaten und Wochen. Ich konnte mich im Job beweisen, zeigen, was ich kann und habe echt ein wenig Selbstbewusstsein zurückerlangt. Trotzdem lasse ich diesen Job jetzt hinter mir und will was Neues probieren. Etwas, das noch mehr Veränderung schafft und mit sich bringt. Das mein Herz zum Klingen bringt und wo ich richtiger bin. Mehr im Hier und jetzt. Ohne durchzuhalten. Noch ne Woche, noch einen Monat. An den Punkt der eigenen Erschöpfung zu kommen, nicht auf mein Inneres zu hören, kann ich mir nicht leisten.

Das Schwierige: Die Weit, in der ich stehe, bietet gerade zig Möglichkeiten, die ich angehen könnte. Die ich aufnehmen und weiterspinnen könnte. Da ich viele Dinge immer sehr richtig machen möchte, löst das Beklemmung aus und das neu erlernte „einfach Loslegen“, muss ich sehr bewusst umsetzen, weil ich sonst gar nicht erst losgehe.

Also habe ich immer Hintergrund des Blogs viel konzipiert und gedacht, geschoben und geschrieben. Neues ist daraus entstanden, viele Mails sind weiterhin zu schreiben und ich bereite mich für das Danach vor. Hier und jetzt.

Schnell ist das Hier und Jetzt übersehen

Dabei kann es schnell passieren, das Hier und das Jetzt aus den Augen zu verlieren. So ausgelaugt und am Rande meiner Kräfte wie diese vergangene Woche, habe ich mich schon lange, lange Zeit nicht mehr gefühlt. Das war wirklich schlimm und wäre gestern beinahe im körperlichen Zusammenbruch gegipfelt. Jetzt ist absolutes Loslassen, Abschließen und Innehalten ausgerufen. Was tut mir jetzt gut? Hier, an diesem Ort? Daher auch meine Urlaubstweets, das Schmökern in Erinnerungen. Es tut gut, sich zurückzubesinnen und Erholung zuzulassen.

Das Hier und Jetzt leben

… bedeutet nicht, dass ich weder die Vergangenheit noch die Zukunft im Blick habe.

Natürlich möchte ich aus vergangenem Lernen. Wenn die Fahrt in den Urlaub letztes Jahr eine Katastrophe war, dann möchte ich daraus lernen und es dieses Jahr besser machen.

Wenn ich darauf verzichte, mehr und mehr Plastik in meinem Haushalt anzuhäufen, dann mit der Motivation meinen Kindern, einen achtsameren und vor allem nachhaltigeren Konsum vorzuleben. (Achtsamer und nachhaltiger, weil der Großteil von uns Erwachsenen das heute DEFINITIV nicht tut. Das ist noch eine andere Baustelle.)

Ich habe sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft im Blick. Allerdings: im Hier und jetzt. Ich bleibe nicht im Vergangenen hängen, weil da alles viel besser war oder ich aber, das Gegenteil, ja so furchtbar viel falsch gemacht habe. Ich lerne und lebe hier und jetzt. Nicht erst morgen will ich auf mich acht geben oder unseren Müll als Familie reduzieren, sondern hier und jetzt. Die Gegenwart in Ort und Zeit leben. Für mich und die anderen.

Wie lebst du? Lebst du im Hier und jetzt? Wie machst du das? Im nächsten Artikel geht es um genau diese verschiedenen Zugänge. Vielleicht magst du deine Ideen beisteuern? Dann kommentiere, twitter oder hinterlass deine Idee unter dem hashtag #hierundjetzt. Ich freu mich drauf!

Eine Frage der Nachhaltigkeit an livelifegreen 01

Eine Frage der Nachhaltigkeit an Alex von livelifegreen

Zeit für etwas Neues hier auf MamaDenkt. Das hier ist der Startartikel für ein Projekt. Ein etwas anderes Projekt, das nicht nur hier, sondern auch bei Alex von livelifegreen stattfindet. Ich freu mich total, sie und dieses Neue euch heute vorzustellen. Außerdem bin ich megagespannt auf euer Feedback zu unserer jeweiligen Frage der Nachhaltigkeit. Denn darum geht’s.

Frage der Nachhaltigkeit

Es handelt sich um eine Interview-Reihe mit dem Titel: Eine Frage der Nachhaltigkeit. UNSERE Unterhaltung, wie sie bei einer Tasse Kaffee auf der Gartenterrasse oder mit einem Stück Kuchen auf dem Balkon und dem Blick über die Dächer der Stadt stattfinden könnte. Hier auf MamaDenkt und drüben auf livelifegreen. Ein Gemeinschaftsprojekt durch und durch. Das macht das Ganze neu, spannend und anders. Ich bin schon sehr aufgeregt und kann kaum erwarten, was ihr dazu denkt.

Prompt ist eine Idee da

Die Idee dazu entstand auf einer Bloggerkonferenz (und zwar auf dieser hier), auf der wir uns vor ein paar Wochen über den Weg gelaufen sind. Denke und Wellenlänge stimmten gleich überein. Gebloggt wird von uns beiden in erster Linie über Nachhaltigkeit mit all ihren Facetten, insbesondere als Familie. SO was innerhalb weniger Minuten klar: Lass uns was gemeinsam machen.

Ergebnis ist diese Interview-Reihe.

Ablauf unseres Online-Plauschs

Bis zum Herbst stellen wir uns im 2-Wochen-Rhythmus gegenseitig eine Frage. Eine grüne Frage, eine Frage der Nachhaltigkeit. Die erste Frage stelle heute ich und Alex‘ Antwort mit einer sich anschließenden Frage an mich, könnt ihr in zwei Wochen hier lesen.

Neugierig? Gespannt?! Ich hoffe! Denn dann kann es losgehen.

Meine Frage der Nachhaltigkeit an dich

Zunächst einmal an dich, Alex:

Wer bist du und was macht dich aus?

Eine Frage der Nachhaltigkeit02

Bildquelle: Alex-Achenbach-livelifegreen.de

Hallo, ich bin Alex von livelifegreen. Und ich freue mich gerade wie verrückt, dass wir es tatsächlich geschafft haben, unser tolles Projekt auf die Beine zu stellen. Ich bin Mama von zwei kleinen Kindern und lebe mit meiner Familie im schönen München. Und ich bin auch noch Biologin. Das vergesse ich manchmal, weil ich gerade immer noch meine Mama-Auszeit on vollen Zügen genießen darf.

Was für eine Rolle spielt Nachhaltigkeit in deinem Leben?

Nachhaltigkeit ist mein Herzensthema. Ja, ich weiß. In Zeiten, in denen alles und jeder versucht irgendwie nachhaltig zu sein oder zu scheinen, klingt das vielleicht ein bisschen abgedroschen. Aber ich bin eben eine zutiefst idealistische Ökotante und ich will die Welt retten. Das wollte ich schon immer. Aus keinem geringeren Grund Blogger ich auch über Nachhaltigkeit. Denn ich glaube fest daran, dass jeder seinen Alltag Schritt für Schritt grüner gestalten kann. Wir müssen nur anfangen und mit livelifegreen will ich dafür Tipps und Starthilfe geben.

Und das hier ist meine erste Frage:

Du schreibst, dass Nachhaltigkeit dein Herzensthema ist. Das kann ich sehr gut nachvollziehen und war selber total begeistert, als ich diesen Sommer deine Beiträge zu eurem Urlaub auf Facebook mitverfolgen durfte. Da ich deine Bilde und Texte kenne, habe ich eine Vermutung, wie nachhaltiger Urlaub bei euch aussehen könnte.

Mich interessiert, welchen nachhaltigen Fragen und Gedanken du dich im Hinblick aufs „Urlaub machen“ stellst? Und vor allem: Wie sieht das dann konkret aus, wenn ihr in den Ferien unterwegs seid? Wie setzt ihr im Urlaub und bei der Planung dafür Nachhaltigkeit um?

So, und nun bin ich noch gespannter und unglaublich neugierig, was Alex in zwei Wochen antworten wird. Ihre Antwort und erste Frage an mich, findet ihr in zwei Wochen hier auf meinem Blog. Ich werde euch aber nochmal dran erinnern.

Hier geht’s erstmal zu Alex‘ Startartikel unserer Reihe „Eine Frage der Nachhaltigkeit“ …

nachhaltigJETZT Challenge

Review: nachhaltigJETZT Challenge

Es ist jetzt schon wieder einige Zeit her, dass auf Instagram die nachhaltigJETZT Challenge stattgefunden hat. Aber es war ein Erlebnis und ich bin noch immer ganz umgehauen von den vielen, vielen Menschen, die sich dort gemeinsam auf den Weg gemacht haben. Gemeinsam JETZT nachhaltig unterwegs sein – darum ging’s. Mehr Infos findet ihr hier.

nachhaltigJETZT

Das war das Thema. Im Hier und Jetzt loslegen. Mit kleinen oder auch größeren Schritten wieder zurück finden zu einem nachhaltigeren Lebenswandel. So altbacken sich das anhören mag. Darum ging’s.

Zuerst war ich mir nicht sicher, ob es Menschen geben würde, die mit mir mitziehen. Dass ihr da draußen seid und dass viele von euch ein grünes Herz haben und viele, viele Dinge schon längst verändert und anders macht, war mir klar. Aber würdet ihr meine kleine Instachallenge bemerken? Das war anfangs die entscheidende Frage, mit der ich mich auseinandergesetzt habe.

In dem Moment, in dem ich für mich klar hatte, ich mache es auch für mich ganz allein, weil ich es auf dem Schirm haben möchte, kamen plötzlich ganz viele dazu. Wir wurden mehr und mehr und plötzlich kam ich gar nicht mehr hinterher. Viele, viele Bilder sind entstanden.

Gemeinsam sind wir noch nachhaltiger

Schnell stellte sich heraus: Viele wollten mitgehen. DANKE! Danke dafür schon mal an dieser Stelle. Das hat die Challenge wirklich unglaublich bunt und lebendig gemacht. Vor einer Woche habe ich einige der Mitstreiter angeschrieben und gefragt, ob ich das ein oder andere Bild im Review auf meinem Blog verwenden darf. Ich durfte und werde euch damit hier einen kleinen Rückblick in zwei ganz wunderbare Wochen geben. Doch bevor das geschieht, noch ein paar zusammenfassende Gedanken und meine Bitte an euch: Gebt mir Rückmeldung, über welche Kanäle auch immer. Über Instagram, über die Kommentarfunktion im Blog, per Mail.

nachhaltigJETZT auch in future?

Schon während der Challenge wurde häufiger die Frage laut, ob wir (am besten nächsten Monat) nicht wieder eine #nachhaltigJETZT Challenge durchziehen könnten? Wie könnte die aussehen? Dieselben Fragen? Derselbe Zeitraum? Dieselben Leute? Noch mehr Leute?

Ich komme aus der Sozialen Arbeiten, dem Coaching und Projektmanagement. Evaluation gehört da ganz unbedingt dazu. Für mich persönlich ist es total wichtig, Dinge zu evaluieren. Wie ist eine Sache gelaufen? Was war gut, was sollte beibehalten werden, an welcher Stelle besteht Verbesserungsbedarf? Wie gehen wir es an? Oft geschieht das unaufgeschrieben, manchmal aber auch in Form von Notizen. Oder solchen Blogartikeln hier. Also…

Wird es eine nächste nachhaltigJETZT – Challenge geben?

Ja, ich denke schon. Diese zwei Wochen waren so inspirierend – dank euch! Sehr gerne!

Wann wird die nächste nachhaltigJETZT – Challenge geben?

Ich mag mich an dieser Stelle nicht festlegen. Was denkt denn ihr? Wie sieht euer Votum aus? in drei Monaten? In einem halben Jahr? Vielleicht aber auch erst wieder im Juni 2018? In denselben zwei Wochen?

Bitte gebt mir Rückmeldung! Gerne in den Kommentaren, um den Bedarf besser einschätzen zu können. Denn ich gestehe: Das war auch echt Arbeit: Ich wollte jeden Beitrag sichten, weil ich so begeistert von euren Einblicken und Gedanken war. Aber ich bezweifle, dass mir das gelungen ist. Schließlich gab es auch viele Beiträge, in dem kein @mamadenkt stand. Diese sind mir beispielsweise nicht alle vors Auge gekommen. Hierbei sind wir schon beim nächsten Punkt.

Wie wird die nächste nachhaltigJETZT – Challenge aussehen?

Schon während der Challenge ist mir das ein oder andere aufgefallen zu den Fragen, was ich beim nächsten Mal deutlicher und klarer formulieren möchte. Es gibt auch Themen, die gar nicht abgedeckt waren. Zum Beispiel das Energiethema, euer Stromanbieter. Einiges habt ihr von euch aus eingebracht, weil der Freiraum bestand, wie zum Beispiel das Nähen, Stoffe, Textilien.

Daher meine Fragen an euch: Was wünscht ihr euch hinsichtlich der Fragen beim nächsten Mal? Gibt es ein Mehr? Oder ein Weniger? Was war super gut und was hat euch gefehlt?

Es ist auch eine Gruppe auf Facebook entstanden, die gleichnamig benannt ist: nachhaltigJETZT. Kommt dazu und bis zur nächsten Challenge halten wir uns dort mit gegenseitigen Inspirationen über Wasser.

So, das an Gedanken zur Challenge. Jetzt ein zauberhafter Rückblick in die Instachallenge nachhaltigJETZT 2017 – in eure Impressionen. Ich danke euch! :*

Heute ist schon der letzte Tag von #nachhaltigjetzt . Uiiih, ist das aber schnell gegangen! Zuerst mal vielen vielen Dank an @mamadenkt für diese tolle #instachallenge . Es hat wirklich Spaß gemacht 😀! Nun zur Frage heute nach der #upcycling oder ever! Ich liebe Upcycling oder wie meine Oma gesagt hätte #ausaltmachneu 😉. Denn natürlich ist upcycling nur ein schicker Name für etwas was es schon immer gab. Heute haben das viele nur wieder vergessen, weil wir jederzeit alles viel zu billig kaufen können. Meine beste Idee bisher waren zwei Steckenpferde aus alten Socken und Wollresten. Meine Kleine LIEBT dieses #Pferd . Es muss sogar mit ins Bett und sie reitet kreuz und quer durch die Wohnung und schmettert dazu „Das sind Bibi und Tina…“. Zum Schreien 😂. • #Toy #horse made from old socks 😉! #stickhorse #Spielzeug #selbermachen #selbstgemacht #selbstgebastelt #diy #diyproject #Kinderglück #kinder #spielzeug #nachhaltigkeit #nachhaltig #sustainable #ökologisch #sustainability #lebenmitkindern #lifewithkids #mamaleben #mumlife #mamablogger #münchen

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#nachhaltigjetzt DIE #upcycling Idee gibt es für mich nicht. Ich bin von so vielen Ideen begeistert. Da gibt es wirklich kaum Grenzen. Angefangen bei der Klopapier Rolle, die #meineElfe zum Schmetterling macht bis hin zu den Möglichkeiten, die es mir bei meinem liebsten Hobby und gleichzeitig auch Arbeit #selbstundständig eröffnet. Dieses Baby auf dem Bild hab ich übrigens auch aus einer Eizelle und einem Spermium upgecycled 😜 #schöpferin #meinFratz. Auf den Bildern seht ihr außerdem eine Jeans, die ein Loch hatte kombiniert mit einem Maxirock, den ich nie getragen habe, da er mir zu durchsichtig war. Das Oberteil #dasmuckelietop war einst ein Shirt vom Mann. #upcyclingatitsbest #instachallenge von @mamadenkt #challenge #junichallenge #nachhaltigkeit #momoftwo #nähenisttoll #nähenmachtglücklich #maedchenmacht #muckelie Zu guter Letzt, liebe Rachel, möchte ich mich für die tolle Idee dieser Challenge bedanken. Es hat mir riesig Spaß gemacht 💜😘

Ein von @maedchenspricht geteilter Beitrag am

Hier, wenn auch verspätet, mein Beitrag zur #instachallenge von @mamadenkt Thema: #wäschewaschen 1. Früher habe ich jedes Kleidungsstück nach 1 x Anziehen in die Wäsche geschmissen, das mache ich schon länger nicht mehr, außer mit stark verschwitzten Sportklamotten 2. Letztes Jahr habe ich versucht mit Kastanien zu waschen, habe fleißig mit dem glücklichen Kind gesammelt. Zu dem Sud ein paar Tropfen ätherisches Öl (Lavendel oder Zitronella ) dann hat man auch einen angenehmen Duft. Bisher ist diese Lösung für mich noch nicht für alle Waschtemperaturen und Stoffe geeignet….da muss ich noch mehr recherchieren und probieren. 3. Ich habe noch nie Weichspüler verwendet 4. Ich – und auch wir als Familie trocken die Wäsche ausschließlich an der frischen Luft und haben keinen Wäschetrockner und werden auch nie einen anschaffen 5. Zur Zeit wasche ich noch mit einem Kombisystem und nehme immer die geringste Dosierung. Flecken werden mit Seife vorbehandelt. . #Haushalt #Tipp #haushaltstipp #nachhaltigwaschen #bloggerinvombodensee #hundertwerden #einfachmachen #einfachleben #kastanien #nachhaltigjetzt

Ein Beitrag geteilt von Hundert werden (@hundertwerden) am

„Alles bewusster“ das ist eigentlich mein grünes Motto. Danach hat nämlich @mamadenkt gefragt. Sie macht gerade eine #instachallenge zum Thema #nachhaltigjetzt Für mich deckt das viele Bereiche ab: Bewusstere Ernährung und überhaupt mehr Bewusstsein woher unsere Nahrung kommt (das sind die ersten Himbeeren und bald letzten Erdbeeren „Mietze Schindler“ aus unserem Garten), bewusster Umgang mit Ressourcen aber auch mit uns selbst, mit Zeit, Lebenszeit, mit anderen, mit den Kindern aber überhaupt mit allen anderen, mit der Welt. Im Alltag kann ich nicht immer alles so umsetzen, wie ich gerne möchte, wobei da wäre ich wieder beim bewussten Umgang mit mir selbst, bei Selbstfürsorge, manchmal geht eben nicht alles auf einmal. Aber Hauptsache es geht Schritt für Schritt in die richtige Richtung. . . . . . . . #theartofslowliving #diewocheaufinstagram #theweekoninstagram #igersvienna #igersaustria #clickinmoms #momentslikethis #mamablogger_de #mamablog #familienblog #at_seasons #organicgardening #backyardgarden #urbangardening #growyourownfood #viennablogger #mamablog #backyardgarden #organic #welovevienna #weloveaustria #himbeeren #raspberry #fruitbowl #onthetable #f52grams #flatlay #thatsdarling

Ein Beitrag geteilt von Fräulein im Glück 🌱 Mamablog (@suchtdasglueck) am

Teilt den Beitrag gerne über eure Kanäle. Solltet ihr euch noch nicht angemeldet haben: Es gibt jetzt auch einen Newsletter bei MamaDenkt. Wenn die ersten zwanzig Menschen zusammen sind, geht er raus und ich halte euch auf dem Laufenden,

  • was hier bei uns hinter den Kulissen abläuft,
  • grüne Tipps, nachhaltige Gedanken und GreenLiving als Familie
  • Veranstaltungshinweise über den Blog hinaus
  • besondere Upcycling oder ausprobierte DiY-Ideen
  • oder wie diese Nachhaltigkeit als Familie – sprich: mit Kindern – aussieht, könnt ihr darin einmal monatlich nachlesen.

Ich freu mich auf euch! Teilt den Beitrag, was das Zeug hält, damit aus dem „Kreise ziehen“ ein „Wellenschlagen“ wird. Gehabt euch wohl.

Alter Schwede: Åkes Welt 01

(Anzeige) Alter Schwede: Åkes Welt, ist die kalt!

Es ist Sommer und vermutlich kann sich gerade keine*r von euch da draußen so wirklich vorstellen, wie es wäre, wenn das Thermometer um 60°Grad abfiel. Eine Temperatur von -40° Grad. Alter Schwede! Kalt. Dunkel. Einsam. Das sind die Worte, die Åkes Welt am treffendsten beschreiben. Åkes Welt – weit, weit im Norden. Hinter der Mauer, da wo die weißen Wanderer leben. Nein, Spaß. Ich denke nicht, dass Åkes Welt so furchtbar ist. Aber die Einsamkeit ist dennoch groß.

Ein Mann, eine Wetterstation und eine Wärmepumpe von Vaillant. Damit lässt sich arbeiten, wie sich herausstellt und plötzlich kommt es zu einem absonderlichen Wetterphänomen auf den Wetterkarten. Hier mal ein Video in deutscher Sprache.

 

Alter Schwede, ist das einsam!

Schweden ist ein kein dicht besiedeltes Land. Es wird weniger, je weiter du in den Norden kommst. Ich weiß noch, wie mein Mann und ich vor zwölf Jahren auf die Idee kamen, mit dem Fahrrad zum Nordkap zu reisen. Möglichst weit weg von der Zivilisation, so nördlich wie möglich. Total verrückt, völlig untrainiert und ohne detaillierte Vorplanung.

Letztendlich war das Ganze ein wunderbares Abenteuer, währenddessen wir nur wenige Menschen getroffen haben. Denn in der Tat, je weiter wir in den Norden kamen, desto spärlicher wurden menschliche Begegnungen. Dafür waren diese Aufeinandertreffen intensiv und so eindrücklich, dass wir uns noch heute gerne daran zurückerinnern: Zwei Rentiere in einer Ferienanlage, eine Campingplatz besitzende Oma, die uns mit ihrem Hund in die nächstgelegene Stadt mit Geldautomaten fuhr oder ein alter Schwede, der stark betrunken mit uns in einem Jugendhostel übernachtet hat.

Ein Leben in Schweden als Familie?

Eine zeitlang hatten wir tatsächlich den Traum nach Skandinavien auszuwandern. 2014 wurde uns klar, dass das Auswandern für uns als Familie kein Thema mehr war. Ich hatte innerlich eine Abneigung gegen den Gedanken entwickelt, für immer in diesem karg besiedelten Land zu leben. Denn was ich in den vergangenen Jahren erlebt hatte war, dass die Schweden sich selbst in der Regel genug waren. Sie waren immer freundlich und zuvorkommend. Absolut. Aber sie waren uns gegenüber nicht so gesellig und kontaktfreudig, wie ich mir das ausgemalt hatte. Nach fünf Jahren Arbeit am sozialen Netzwerk vor Ort, hatte ich keine Energie und Kraft mehr, nochmal von vorne an einem mir total unbekannten Ort durchzustarten. Also machten wir uns einen Sommer lang auf den Weg, um von der Idee des Auswanderns Abschied zu nehmen.

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Bildquelle: VAILLANT Alter Schwede

Meine Angst vor der Einsamkeit im Norden war zu groß. Mir fröstelte es, wenn ich mir vorstellte, wir fünf müssten nicht nur von vorne anfangen, was das soziale Netzwerk anging, sondern stünden sprachlich bei Null. Meine rudimentären Schwedischkenntnisse hätten den Einstieg nicht einfacher gemacht.

Das alles heißt nicht, dass Skandinavien und insbesondere Schweden uns nicht mehr am Herzen liegen.

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Wir lieben dieses Land und verbringen jeden Sommer irgendwo in Schwedens Wäldern. Doch aktuell möchte ich dort nicht für immer leben – so wie Åke beispielsweise, der – noch – sehr einsam im hohen Norden lebt.

Alter Schwede: Åkes Welt

Åke ist ein alter Schwede, dessen Familie schon seit Jahrzehnten für die nördlichste Wetterstation in Naimakka verantwortlich ist und diese betreibt. Als er sich eine neue Wärmepumpe bei Vaillant besorgt, kommt er auf die Idee, den Menschen zu zeigen, wie warm es bei ihm Zuhause ist. Er packt die Wetterstation in ein Zelt und siehe da, es wird … schaut einfach selbst hinein. (Hier ein Video in der herrliche singenden Sprache der Schweden.)

Es wird warm und die Hoffnung von Åke steigt, dass er nun nicht mehr nur 1 Bewohner in Naimakka bleibt, sondern sich noch viel häufiger mehr Besuch ankündigen wird. Weil Kälte und Einsamkeit so groß waren, entstand die Idee des erwärmten Zeltes rund um Åkes Wetterstation. Jetzt ist es warm und heimelig.

Ist das kalt. Alter Schwede!

Ich finde die Idee total schräg und gleichzeitig so genial. Mal abgesehen von seiner Eigenartigkeit, wirkt dieser alte Mann sehr gesellig und  freundlich mit seinen über 80 Jahren.

Mehr Besuch, das ist seine Sehnsucht, 235 km oberhalb des nördlichen Polarkreises. Vaillant hat ihm das durch die Lieferung einer Wärmepumpe möglich gemacht. Dazu noch ein spacig-schickes Zelt. Der Besuch ist herzlich willkommen und warm ist es wie ganz nebenbei.

Alter Schwede: Åkes Welt 03

Bildquelle: Vaillant Alter Schwede

Viele weitere Infos, Links und auch ein Gewinnspiel findet ihr auf der Life of Åke Facebook Page: Hier. Einfach mal drauf klicken, stöbern und mitmachen. 

Wie weit nördlich ward ihr selber in Europa schon unterwegs? Wie geht es euch mit Einsamkeit? Haltet ihr sie gut aus oder eher weniger? Hinterlasst gerne eure Eindrücke in den Kommentaren. Ich freu mich, von euch zu lesen!!

Starke Kinder nicht durchs Zeugnis01

Starke Kinder. Aber nicht durch Zeugnisse

Ich war immer gut in der Schule. Die 7. Klasse mal außen vor gelassen. Ich war stark. Notenstark. Leistungsstark. Am Ende sogar stufenbeste und überschüttet mit Ehrungen für das beste Abi, die Teilnahme an einem Lateinwettbewerb und so weiter. Aber sonst? Ich habe mich nie als stark empfunden. Ich wusste, dass meine Eltern mich lieben. Das hat mich schon auch irgendwie stark gemacht und auch mein Selbstbewusstsein derart gestärkt, dass ich ziemlich genau wusste, was ich wollte. Nichtsdestotrotz fehlte mir lange, lange Zeit ein Gefühl dafür, dass ich auch ohne diese Leistungen gut war. Gut bin. Stark bin. Ich empfand mich immer als schwach. Nie so wirklich gut genug. Starke Kinder sahen anders aus. Sehen anders aus.

Starke Kinder

Was, oder besser gesagt, wie sind denn starke Kinder? Was zeichnet sie aus? Wodurch fallen sie auf? Darauf kann ich euch keine pauschale Antwort geben.

Ich kann mal versuchen euch ein bisschen zu beschreiben, welches Kind ich als stark charakterisiere. Vor fast zweieinhalb Jahren habe ich schon mal darüber geschrieben, wie wichtig es mir ist, meine Kinder zu stärken. Den Artikel dazu findet ihr hier.

Wann sind unsere Kinder stark?

Wenn Kinder sich geliebt fühlen und wissen. Wenn sie in sich spüren, dass sie nichts an Leistungen zu erbringen haben, um diese Liebe zu erhalten und zu empfinden. Wenn Kinder wissen, dass sie wertvoll sind, ohne ihr Dazutun. Durch ihr Sein und nicht durch ihr Tun oder Haben.

Wenn Kinder sich als selbstwirksam erleben. Wenn sie sehen, dass sie die Welt verändern und mitgestalten können. Wenn Kinder erleben, dass die Welt und Menschen auf sie reagieren, mit ihnen gemeinsam interagieren und sie die Stärke haben Richtungen mitzubeeinflussen, dann erlebe ich Kinder als stark.

Wenn Kinder erleben, dass sie Stärken haben und Fähigkeiten, die ihnen ganz eigen sind. Dabei geht es nicht darum, dass sie mit diesen Stärken vor anderen glänzen können, sondern dass diese Stärken Fähigkeiten und Interessen sind, die ihnen ein Flow-Erlebnis schenken. Etwas, das wir Erwachsenen häufig erst wieder erlernen müssen, weil unser Zeitverständnis und Terminplan uns dazu kaum noch Raum geben.

Wenn Kinder erfahren, dass sie wichtig sind. Dass ihre Meinung zählt, genauso wie die eines Erwachsenen. Wenn sie erleben, dass Erwachsene sich auf Augenhöhe begeben und sie ernst nehmen.

Was macht unsere Kinder stark?

Bevor jetzt irgendjemand kommt und mir unterstellt, dass ich ein Plädoyer für verzogene Gören vertrete oder meine rosarote Brille absetzen soll – spar dir das.  Darum geht es nicht.

All diese Dinge, die ich da oben zusammengestellt habe, schließen nicht aus, dass Kinder natürlich auch Grenzen erfahren (zu haben). Meine persönlichen emotionalen Grenzen oder auch gesellschaftliche Grenzen. Natürlich. Aber das eine schließt das andere nicht aus, sondern ergänzt und begrenzt sich gegenseitig. Einen Blogartikel, der das alles nochmal sehr schön zusammenstellt, habe ich bei Madame FREUDig vom Blog terrorpueppi entdeckt. Lest dort mal nach und ihr erhaltet einen guten Einblick in auch meine Denke zum Thema „unerzogen“ und Begrenzung. (Ich bin hierbei noch weiter auf dem Weg – aber das trifft es sehr, sehr gut.)

Aber was trägt denn nun dazu bei, dass Kinder stark werden, stark sind und stark bleiben?

Starke Eltern, die wissen, worauf es ankommt. Die ihr Kind nicht nur als das Wesen sehen, das durch Leistung in die Gesellschaft integriert werden muss.

Motivation und Herausforderung. Dazu gehören Mut machende Worte, Erfahrungen und Erlebnisse. Dazu gehört, dass wir Erwachsenen das einzelne Kind tatsächlich ganz genau in den Blick nehmen. Ich habe in meiner Twitterblase so viele Lehrerinnen, die das trotz dieses schrägen Bildungssystems genauso so machen. Aber es ist anstrengend und erfordert Kraft. Ich wünsche mir, dass sich das ändert. Dass diese Lehrer*innen in ihren Ambitionen und Visionen, in ihrem Wissen und ihrer Erfahrung viel mehr unterstützt und gefördert werden.

Exkurs: Das hier ist kein Rant gegen Lehrer

Ich weiß, dass viele Lehrer sehr ambitioniert und engagiert, mit viel, viel Herzblut ihren Job machen. Das stelle ich nicht in Frage. Es gibt auch die anderen Lehrer, die leider ihren Beruf verfehlt oder aufgrund anderer Lebensumstände keine Energie mehr für ihren Job haben. Keine Frage.

Um nochmal auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen: Was macht unsere Kinder stark? Das Zeugnis nicht. Das glaube ich nicht. Daraus resultiert nicht das Wissen: Ich bin geliebt. Vielleicht zeigt es ein wenig, worin meine Stärken liegen. An den Stellen, die ein Zeugnis tatsächlich beurteilen und abfragen kann. Aber sowas wie Wissensdurst, innovatives Denken, lösungsorientiertes Arbeiten und Empathie lassen sich in der Regel nur fadenscheinig durch eine Note greifen.

Zeugnisse sind Momentaufnahmen

Mir ist es ein Anliegen zu diesem Zeitpunkt und an dieser Stelle nochmal in aller Deutlichkeit zu sagen: Es sind nur Zeugnisse. Es sind Momentaufnahmen über ganz kleine Wissens- und Lernbereiche über nicht einmal 12 Monate. Diese Momentaufnahmen machen unsere Kinder weder stark noch sollten wir, Lehrer und Eltern, sie als Kennzeichen für „gutes Kind“, „schlechtes Kind“ missbrauchen. Ich würde gerne schreiben, dass sie weder stark noch schwach machen. Aber leider trifft es das nicht. Denn schwächen in ihrem Selbstbewusstsein können diese Zeugnisse sehr wohl. Ähnlich wie damit verbundene unter Druck setzende Äußerung, wie „das wird nichts mit der Versetzung.“

Müssen Zeugnisse für eine solche Art der Bewertung eines Kindes herhalten, spreche ich mich resolut dagegen aus. Genauso wie gegen Lehrergespräche, in denen die Lernentwicklung eines Kindes besprochen werden soll und es nur um die Defizite des Kindes geht. Obwohl Entwicklung zu verzeichnen sind und sogar schwarz auf weiß vorliegen. Wo ist da Motivation?!

Wo sind die starken Kinder?

In Rheinland-Pfalz gibt es heute Zeugnisse. Ich befürchte, dass viele, viel zu viele, mit Sorge und Befürchtung jetzt im Schulbus sitzen, auf dem Weg nach Hause.

Ich musste erst gestern feststellen, dass K1 plötzlich große Angst gemacht bekommen hat. Zwei Tage vor den Ferien. Wegen einer Sache, die auf fehlende Konzentration zwei Tage vor den Sommerferien zurückzuführen war. Manche Dinge sind nicht nötig und manches nicht so wichtig, wie wir meinen. Stärke und Selbstwert habe ich leider erst nach der Schule gelernt. Für meine Kinder wünsche ich mir das schon jetzt.

Lasst uns dafür einsetzen, unsere Kinder stark zu machen. Gleich kommt eine 5 nach Hause? Dann nehmt euch in den Arm. Lasst die 5 heute 5 sein. Dann geht zusammen essen. Im Restaurant.

Feiert eure Kinder, jeden Tag. Und natürlich die Ferien, auf die warte ich nämlich schon mit lauter Vorfreude. Es gibt viele Wege unsere Kinder stark zu machen. Wie machst du das?

WWF Kinder- und Jugendcamps01

(Anzeige) Für kleine Abenteurer: WWF YOUNG PANDA Camps

Der Sommer steht vor der Tür und damit viele, viele Ferientage. Bei uns ist es noch nicht ganz soweit und ich bin aktuell dabei unsere persönlichen Forscherwochen für die Kids vorzubereiten. Das geschieht hier nun das dritte Mal in Folge und immer denke ich darüber nach, ob und wann es mit einem Naturcamp der besonderen Art losgehen könnte? Zum Beispiel mit einem der WWF YOUNG PANDA Camps. Hier bekommt ihr schonmal einen guten Überblick. 

Für kleine Abenteurer: WWF YOUNG PANDA Camps02

Bildquelle WWF

Für kleine Abenteurer: WWF YOUNG PANDA Camps

Die WWF YOUNG PANDA Camps werden angeboten vom WWF, wie der Name schon sagt, und zwar deutschlandweit. Es handelt sich dabei um Feriencamps, die in den Pfingst-, Sommer- und Herbstferien stattfinden und ich finde das Angebot großartig. Kinder ab 7 Jahren können die unterschiedlichsten Abenteuer im Wald, am Bach, in Baumkronen oder im Elbtal erleben. Entdeckertouren, bei denen Fledermäuse und Frösche beobachtet werden. Kinder lernen eigene Biberburgen zu bauen oder was sich aus Brennnesseln oder Spitzwegerich alles zubereiten lässt. Die Angebote und Inhalte der WWF Kinder- und Jugendcamps sind vielfältig und mit Bedacht ausgewählt. Das Feriencamp „Von den wilden Tieren lernen“ hat es mir persönlich besonders angetan.

Von den wilden Tieren lernen

Eine eigene kleine Hütte aus Totholz bauen, spätabends am Lagerfeuer sitzen und Stockbrot backen, um danach unter freiem Himmel zu schlafen. Am nächsten Tag die Tiere des Waldes beobachten und sich auf die Suche nach Essbarem machen, das ist Teil dieses WWF YOUNG PANDA Camps Nr. 22. Ganz nach dem Motto der Campleiterin Carolin Schupp: „Überall darf mehr Natur sein“, geht es ab nach draußen. 

Für kleine Abenteurer: WWF YOUNG PANDA Camps03

Bildquelle WWF

Dieses Kindercamp findet in der ersten Augustwoche statt und es gibt tatsächlich noch freie Plätze. Wäre unser Sommer nicht schon so verplant mit Festivitäten und meine Kinder alt genug, dann würde ich sie dort anmelden und Natur hautnah erleben lassen. Doch solange die Kids noch zu jung sind, setzen wir ähnliche Dinge für uns hier Zuhause um – in reduzierter Form. Für die älteren Kinder und Jugendliche, sind diese Camps eine großartige Idee.

In diesem Camp ist eine Woche Abenteuerurlaub im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald in Baden-Württemberg geplant. Walderkundungstouren, einen Besuch im Hochseilgarten Wüstenrot und in der dortigen Greifvogelanlage zählen zum Programm dieses WWF YOUNG PANDA Camps. Ein buntes Workshop-Angebot, in dem für jeden etwas dabei ist. Sei es das Erlernen von Feuertechniken, Waldtheater, Wissen sammeln über Tiere und Pflanzen, Yoga für Kinder oder Outdoor- und Kooperationsspiele für die gesamte Gruppe – das erwartet die Teilnehmer dieser Kinder- und Jugendfreizeit.

Mit dem WWF auf Entdeckertour

Ich habe noch ein bisschen weiter recherchiert und festgestellt: Die Anzahl der Feriencamps vom WWF ist riesig, angepasst an drei verschiedene Altersstufen, und die Vielfältigkeit an Aktivitäten unglaublich. Jedes Mal wenn ich darüber nachdenke, was ich meinen Kindern auf so einer Jugendfreizeit wünsche, komme ich zu folgenden Punkten:

  • Action draußen in der Natur. Sei es im Wald, in den Baumkronen, am Wasser, auf einer Almwiese oder in den Bergen
  • Erfahrungen mit den Pflanzen, Tieren und natürlichen Gegebenheiten, denen wir uns im Alltag so oft entziehen
  • Wissen und Verstehen von den Lebewesen und Vorgängen um uns herum. Seien es praktische Tipps, wie ich mir im Wald einen Unterschlupf baue oder aber, welche Wildpflanzen bekömmlich sind und welche nicht.
  • Abenteuer und das Erlebnis im Einklang mit der Natur zu leben

Mitmachen, entdecken, im Wald übernachten und fürs Leben lernen – das lässt mich schon jetzt so begeistert sein von diesen WWF YOUNG PANDA Camps. Auch die Tatsache, dass nicht erst Jugendliche, sondern schon die 7-Jährigen teilnehmen können. Schaut euch das Angebot des WWF einfach mal selber an.

WWF Kinder- und Jugendcamps04

Bildquelle WWF

Über diesen Link erhaltet ihr eine Übersicht über alle angebotenen WWF Jugend-Camps. 

Was habt ihr in den Ferien vor? Wer von euch hat schon Erfahrungen mit einer Kinder- und Jugendfreizeit vom WWF gemacht?

Familie Eis essen

Als Familie Eis essen gehen ist wie „Atmen!“

Es kommt nicht allzu oft vor, aber manchmal landen wir ganz spontan in der Eisdiele. Heute waren wir erst in der Schule, dann auf der Arbeit, obwohl ich heute keinen Dienst hatte und in der Bücherei. Denn: Der Lesesommer ist Anfang der Woche wieder gestartet. Aber zurück zum: Als Familie Eis essen gehen. Warum kommt das eigentlich nur so selten vor? Ich sollte dem sofort Abhilfe verschaffen. Denn irgendwie, irgendwie sollten wir die Dingen, die uns gut tun, unbedingt mehr und viel häufiger tun. In die Eisdiele zu gehen, gehört definitiv dazu.

Als Familie Eis essen gehen

Das bedeutet auch: Atemübungen in der Eisdiele machen. Es bedeutet, nicht zu wissen was passiert, denn alles ist möglich, wie zum Beispiel einer meiner damaligen Artikel sehr gut zeigt. Da waren wir auch in der Eisdiele, aber lest doch einfach selbst von dieser positiven Erfahrung als Familie mit drei Kindern in der Eisdiele aufzuschlagen.

Diesmal ging es eher in die andere Richtung. Denn es kann auch bedeuten, von anderen Menschen, mißbilligend beobachtet zu werden. Es kann bedeuten, dass andere nicht nur schauen, sondern süffisant lächeln und sich an dem Umstand erfreuen, selber nicht, nicht mehr, niemals ein kreischend Kleinkind vom Boden aufzuheben, das sich in Rage geschrieen hat, so dass alle, wirklich alle anderen Gäste das Spektakel beschauen.

Was zuerst geschah

Ich hatte mich spontan dazu entschieden die Jungs zu überraschen. Nachdem K3 und ich auf meiner Arbeit waren, danach in der Bücherei für den Lesesommer die ganze Familie eingedeckt und in der Schule K1 abgegeben hatten, kam ich spontan auf die Idee, in der Bäckerei Teilchen zu besorgen. K3 fand das langweilig. „Mama, Eisdiele essen. Eis essen.“ – Denk, denk, denk – ok! Als Familie Eis essen – ein herrliches Unterfangen.

Zuerst trafen wir eine Bekannte, die uns zu sich und ihren Kindern einlud. Da saßen wir auch erst, aber mitten in der Sonne. Das geht so gar nicht. Ich werde dann total hibbelig und krebsrot. Also, freundlich entschuldigt, wobei ie das glaub ich doch irgendwie doof fand und ab in den Schatten.

Einen Tod muss jeder sterben

Ein total skurriles und NICHT schönes Sprichwort, was letztendlich bedeuten soll: „Irgendwas gibt es immer.“ Nun ja, und dem war auch so. Nun saßen wir eingekeilt zwischen zwei Tischen, auf deren Besetzung ich gut hätte verzichten könnten.

Tisch 1: Mutter – Tochter – Ding

Vorweg: Ich finde es saucool und total erstrebenswert, wenn Mutter und Tochter ein inniges und  gutes Verhältnis zueinander haben. Dasselbe wünsche ich mir zu jedem meiner Kinder: eine gesunde und nahe Beziehung.

Diese zwei schienen etwas ähnliches zu haben. Eine Beziehung. Ob gesund, weiß ich nicht. Zumindest irgendwie nah. Zumindest schienen die beiden Frauen nach außen diesen Anschein mit allen Mitteln und Wegen erwecken zu wollen. Die Mutter stark geschminkt, gekleidet in sehr, sehr vornehmer Kleidung, Sandalen mit Riemchen, knallroter Lippenstift, aufgedonnerte Haare, Schmuck und glänzende Uhr am Handgelenk, dicke Sonnenbrille und übereinander geschlagene Beine. Dasselbe für die Tochter, höchstens 18, eher gerade 16 Jahre jung. Das Gesicht von einer dieser TrendZeitschriften oder GNTM. Nur keine Sandalen, sondern irgendwelche sportliche Sneaker und eine ausgefranste Hose. Auf dem Tisch lagen zwei Smartphones in Glitzeretuis und zwei Schachteln Zigaretten. Für jede eine eigene. Zwar saßen sie nebeneinander, allerdings voneinander abgewandt und waren intensiv damit beschäftigt die Schüler*innen, Eltern und anderen Gäste zu beobachten und zwischendurch Bemerkungen auszutauschen.

Tisch 2: Zwei Familien mit vielen Kindern

Hinter uns saßen zwei Mütter, die sich mit ihren Kindern in der Eisdiele zum Mittagessen raten, ähnlich wie wir. Nur dass ich mehr als die Hälfte an Kindern und eben einzige Erwachsene Person an unserem Tisch war. Die fünf Kinder der anderen waren sehr unruhig und die ganze miteinander beschäftigt. Körperlich, verbal oder aber mit Mimik und Gestik. Da war ein ganzes Rudel Schulkinder vor der Heimfahrt abgefangen und auf die Korbstühle der Eisdiele verfrachtet worden – ohne … auf irgendeine Weise Gelegenheit gehabt zu haben, sich zu entladen.

Familien sind so anders

Entsprechend laut war es auch und die Stimme der einen Mutter war schnell gereizt und aggressiv. Es war ihr unendlich peinlich, dass ihre Kinder so viel Aufmerksamkeit auf sich zogen. Schließlich saß da ja noch eine Mutter mit drei Kindern – husthust – die könnte man doch auch mal in Augenschein nehmen.

Ich will nicht sagen, dass meine Kinder die ganze Zeit artig waren. Das sind sie nicht und sollen sie auch bloß nicht sein. Insbesondere K3, das überhaupt gar kein Verständnis dafür hat, am Tisch sitzen zu bleiben. Das sich seine Schuhe von den Füßen reißt, barfuß auf dem Pflaster steht und furchtbar zu quengeln anfängt, weil es die Schuhe nicht mehr an den Füßen hat. Doch wenn ich ihm helfe, wird das Quengeln noch ein bisschen lauter, weil die Schuhe an den Füßen will es doch irgendwie eigentlich doch nicht haben. Oder K2, das nach geschlecktem Eis, demonstrativ und volle Pulle einen Rülpser absetzt.

Es ist nicht so, dass wir nicht auch zwischendurch die Aufmerksamkeit auf uns gezogen haben. Insbesondere nach dem Rülpser habe ich K2 deutlich darauf hingewiesen, dass ich mit ihm in nächster Zeit nicht noch einmal in ein Restaurant fahren werde. (Wir haben das Rülpsthema schon was länger und ja, ich mag das nicht. Und jetzt kommt mir bitte keiner mit Martin Luther. Danke.) Das haben die uns umgebenden Gäste an den Tischen alle gehört. Es war klar, eindeutig und nicht rosarot. Doch wir wirkten als Familie ausgeglichener. Was war das?

„Einatmen und ausatmen.“

Als Familie Eis essen ist wie „Einatmen und Ausatmen.“ Nichtsdestotrotz war irgendwas im Umgang mit meinen Kindern anders. Natürlich, wir kamen aus ganz unterschiedlichen Alltagssituationen. Vor allem der Umgang untereinander war ein anderer. Ich habe die ganze Zeit dort gesessen und mich gefragt, warum herrscht an unserem Tisch so eine andere Atmosphäre als an dem Tisch hinter uns? Als Familie Eis essen ist doch nicht so unterschiedlich. Bin ich ruhiger? Wäre das mein Rat, den ich dieser überfordert wirkenden Mutter weitergeben wollen würde? Nein, irgendwie war es das nicht. Ruhig bleiben. Das reicht nicht aus.

Überheblichkeit deluxe

Und dann erhielt ich meine Antwort. Jetzt kommt Tisch 1 wieder ins Spiel. Passt auf: Ich hatte mich zuvor, vor dem Debakel hinter uns, schon ein wenig über die Mutter des GNTM-Mädchens geärgert. Sie hatte ihr Smartphone so konfrontativ auf uns gerichtet, dass ich am liebsten aufgestanden wäre, um sie zu bitten, dass sie hier Handy ein bisschen herunternimmt. Allerdings schätze ich diese Frau so ein, dass das ein Riesengezeter gegeben hätte. Das war mir dann tatsächlich auch zu blöd. Da hätte ich dann eher den Platz gewechselt oder selber das die Eisdiele verlassen. Sie hob es dann auch runter. In der Zeit hätte sie ein Video von uns drehen können oder aber irgendwelche Textnachrichten tickern. (Hier kommt nun meine BlogRetourkutsche…)

Jedenfalls: Es gab noch einen dritten Tisch, mit einer Frau Anfang 50, die mit ihrer Mutter dort gesessen hatte. Die Mutter war scheinbar zur Toilette und das Geschrei hinter uns wieder laut. „Die Leute gucken schon. Jetzt hör aber auf! Setz dich!“ Die Frau Anfang 50 beugte sich zu der aufgemotzten Handymutter herüber und die zwei begannen sich darüber auszulassen, wie gut es ist, wenn man nur ein Kind hat. Wie froh man sein kann. Blablabla… Zwischendurch jedes Mal süffisantes, schadenfrohes Belächeln und Gekicher.

Ich hätte ausrasten können. Dachte ich. Ich war echt sauer, enttäuscht und unglaublich genervt von diesen beiden Menschen, die sich auf Kosten anderer belustigten. Das ist einfach nicht ok. Das ist in meinen Augen alles andere als sozial. Am liebsten hätte ich mich an diesen anderen Tisch gesetzt, mit den vielen Kindern.

Das haben wir dann aber auch sein lassen, weil es bestimmt nicht gut angekommen wäre. Ich hätte mir vermutlich ebenso einen gehörigen Anschiss eingefangen. Nein, nein. Ich wollte doch meine Jungs überraschen, als Familie Eis essen und das war mir bis zu dem Zeitpunkt ja auch gut gelungen.

Ist mir egal

Das ist mein Denkergebnis von diesem vorletzten Eisdielenbesuch. (Richtig, wir waren inzwischen nochmal. Hahaha!) Was andere Dingen ist mir inzwischen wirklich mehr und mehr egal. Ich schaffe es leider nicht immer so zu denken. Aber es wird immer besser und ich gebe mir Mühe, mich daran zu erinnern:

  • Mein Leben.
  • Meine Kinder.
  • Es ist meine Beziehung zu ihnen und meine „Erziehung“.
  • Wir müssen klarkommen. Natürlich werde ich versuchen, gesellschaftliche Gegebenheiten an meine Kinder weiterzugeben. Dazu gehört auch, dass in einem Restaurant nicht nach Herzenslust gerülpst wird.
  • Doch ich entscheide über das Wie. Und bestimmt nicht eine Person, die durch ihr Auftreten Arroganz, Überheblichkeit und Distanz vermittelt. Nur weil diese Frau einer anderen das Gefühl gibt, sie sei unfähig oder nicht dazu in der Lage ihre Kinder bei der Stange zu halten.

Wir haben zum Beispiel gar keine Stange und ich werd mir auch keine zulegen, indem ich mich oder meine Kinder vom Verhalten anderer demütigen lasse.

Klar. Manchmal breche ich dabei ein. Aber an diesem Nachmittag habe ich gemerkt, wie weit ich inzwischen innerlich gewachsen bin. Ist mir egal – ganz nach meinen Jungs aus der Flüchtlingsarbeit. Die haben das manchmal auch. (Vielleicht hab ich mir das da ja auch abgeguckt. Wer weiß das schon.) Ist mir egal. Als Familie Eis essen gehen, darf total entspannt sein. Und ja, dabei werden meine Kids auch mal laut und fallen auf. Is so. Ist mir egal. Ich liebe es.

MamaDenkt hat dir eine Nachricht gesendet

Liebe belustigte HandyLachLady, du lachst und bist froh nur ein Kind zu haben? Ich liebe das Gewimmel mit meinen Kindern und das Dreifache an Liebe, das ich von ihnen geschenkt bekomme. Ja, wir fallen dadurch auf. In der Regel mit ganz viel Herzenswärme und Liebe. Und du?

Meine Lieben, wie geht ihr mit diesen Momenten um, in denen andere über euch urteilen? Euch durch ihr Verhalten versuchen zu demütigen. Oder vielleicht auch die anderen, die neben euch stehen. Als Familie Eis essen gehen – habt ihr auch Geschichten beizutragen? Schreitet ihr ein? Lasst ihr gewähren? Wie geht es euch damit? Wie seht ihr das? Atmet ihr? Bleibt ruhig? Schaltet ihr ab? Brodelt ihr? Geht ihr auf Konfrontationskurs? Oder bekommt ihr das gar nicht mit?