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Ausprobieren oder Wegradieren PILOT FriXion 03

(Anzeige) Ein Experiment mit PILOT FriXion: Ausprobieren oder Wegradieren?

In den vergangenen sieben Jahren haben wir viele, viele Dinge ausprobiert. Dabei haben wir unser Lebenskonzept mittels Versuch und Irrtum komplett auf den Kopf gestellt. Wider Erwarten ist das Ausprobieren und Wegradieren, eines der Prinzipien für mich geworden, das mir viel Freiheit und Experimentierfreude schenkt.

Ausprobieren und Wegradieren!

Es gab eine Zeit, da fiel es mir irre schwer, eine Entscheidung zu finden oder gar zu treffen. „Wie schön es doch wäre, wenn sich einmal getroffene Entscheidungen ganz einfach wegradieren ließen.“ Dachte ich damals. Sehr oft. Ähnlich wie mit den FriXion Stiften von PILOT, die ich euch in diesem Beitrag vorstellen möchte. Einfach ausprobieren und bei Nichtgefallen wegradieren.

Ausprobieren oder Wegradieren PILOT FriXion 02

 

Inzwischen verläuft mein Leben und das damit verbundene Entscheiden ganz anders. Nicht, dass ich mir im Vorfeld keinerlei Gedanken mehr über eine Entscheidung machen würde. Ganz und gar nicht. Ich glaube und bin überzeugt davon, dass der Entscheidungsweg, das Finden eines Beschlusses oder gar einer Lösung das Wertvolle an diesem Ding Entscheidung ist.

Minimalismus und Nachhaltigkeit als Weg zur Gelassenheit

Unsere Auseinandersetzung mit einer ganz anderen Problematik hat mich letztlich dazu bewogen, Entscheidungen nicht mehr als so existenziell wahrzunehmen, wie ich das vor einigen Jahren noch getan habe. Vor etwa sieben bis acht Jahren begannen wir unseren Besitz zu reduzieren. Ich begann das Bloggen. Wir vergrößerten unsere Familie. Wir sprachen unsere Werte aus und machten uns darüber Gedanken, wie wir sie leben wollten. Während dieses Prozesses unseren Besitz zu verkleinern, schlich die Erkenntnis in unseren Alltag: Wir können einfach ausprobieren. Denn wenn es nicht passt, dann radieren wir zwar nicht aus, aber setzen nochmal ein paar Schritte zuvor an. Plus: Wir haben etwas dazugelernt, sind über uns hinausgewachsen und haben uns herausfordern lassen. Was daran sollte mir Angst machen? Ganz im Gegenteil, wir erfuhren Gelassenheit. Erlebten, was dieses Wort tatsächlich bedeutet.

Ausprobieren oder Wegradieren PILOT FriXion 01

 

Wir probierten aus, ohne Fernseher auszukommen. Wir probierten aus, wie viele Tage wir ohne Auto auskamen. Ja, ich gebe zu, häufig hatten wir ein BackUp. Das Wissen, selbst wenn unser Experiment fehlschlägt, uns wird nicht der Boden unter den Füßen weggerissen. Wir haben ja ein Auto. Wir müssen nicht, wir dürfen. Das hat in ganz vielen Lebensbereichen sehr gut funktioniert. Beim eigenständigen Haare schneiden wurde es, wie soll ich sagen, haarig. Denn wenn das in die Hose ging… Tat es aber nicht. Wir sind sehr mutig geworden und deswegen will ich unsere Anfänge in Sachen Minimalismus und Nachhaltigkeit auf gar keinen Fall missen.

Neues Ausprobieren und Mut dazugewinnen

Sei es das Reduzieren von Besitz, das Ausprobieren weniger Müll zu hinterlassen oder eigenes Deo herzustellen. Eine Alte Schule sanieren, beruflich neue Wege gehen, die Haare selber schneiden oder ein eigenes Buch schreiben. Alles geht. Immer. Irgendwie. Es gab einige Experimente, die sich nicht als tragend erwiesen. Momente, in denen wir dachten „Uff, das hätten wir uns auch sparen können. Weg damit.“ Aber auch viel, viel Erfahrung: „Wow!! Das funktioniert. Wie gut, dass wir es ausprobiert haben.“

Klar, stellt sich eine Entscheidung oder ein Erlebnis als Fehltritt heraus, wäre es vordergründig natürlich toll, wenn es sich ganz einfach wie mit den FriXion Stiften wegradieren ließe. Diese Stifte können das, was ich mir früher sehr oft gewünscht habe: falsche Entscheidungen, missratene Striche wieder wegradieren. Aber, und das Aber ist groß, wo bliebe dann meine Lebenserfahrung? Woher sollte ich dann das Wissen nehmen, was geht und was eben nicht so gut geht? Vor allem für mich nicht gut geht?

FriXion Stifte können wegradieren

Es handelt sich bei den FriXion Stiften um eine Art Fineliner. Mit Finelinern zeichnen ist in der Regel fatal, denn es gilt: Ein falscher Strich, Pech gehabt! Bild ruiniert!

Ausprobieren oder Wegradieren mit PILOT FriXion 04

Bei den FriXion Stiften von PILOT ist das anders, denn an einem der Stiftenden befindet sich eine Art Radierer. Ich wüsste zu gerne, wie das funktioniert, doch mit dem Radierer lässt sich jeder falsche Strich entfernen. Was für eine Reaktion läuft da ab, dass sich der filzartige Stifte nahezu komplett wegradieren lässt? „Nahezu“ deshalb, weil ich einen Unterschied zwischen zum Beispiel einem schwarzen oder aber einem grünen oder pinken Stift feststelle. Die beiden letzteren ließen sich komplett entfernen. Bei dem schwarzen Stift war das etwas schwieriger.

Im folgenden kurzen Video, das ich auf meinem YouTubeChannel eingebunden habe, seht ihr, wie das mit dem Ausprobieren und Wegradieren bei den FriXion Stiften funktioniert.

Gewinnspiel auf der FriXion Webseite

Probiert’s aus! Selber. Denn weil die FriXion Stifte dieses Jahr „nullen“, gibt es auf der FriXion Webseite ein Gewinnspiel, an dem ihr gerne mitmachen könnt. Was sind eure „Ausprobieren“- und „Wegradieren“-Momente? Malt sie auf oder schreibt sie auf. Ein Foto eures Werkes könnt ihr vom 04.09. bis 15.10. auf www.aktion.frixion.de hochladen. Die Besucher der FriXion Webseite sehen, was die anderen so alles erlebt haben. Für alle Teilnehmer gibt es jede Menge zu gewinnen: 80 Stiftepakete und 20 Gutscheine à 500 Euro von Jochen Schweizer für neue „Ausprobieren!“-Momente!  (MamaDenkt steht mit dem Gewinnspiel nicht in Verbindung.)

Minimalismus als Familie teil 2

Minimalismus als Familie. Neues YouTube-Video online

Vorletztes Wochenende haben wir uns nochmal vor die Kamera geworfen und gemeinsam überlegt, worauf es uns bei unserem Minimalismus als Familie ankommt.

Minimalismus als Familie bedeutet für uns,

auch, dass niemandem der Verzicht auf eine Sache, einen Gegenstand oder eine Freizeitbeschäftigung aufoktroyiert wird. Das ist nicht immer einfach und oft führt es zu Diskussionen, Auseinandersetzungen und manchmal sogar zu Frust. Doch genau für diese letzteren Momente, die einfach entstehen, da wir zu mehreren unter einem Dach leben, ist dieses Prinzip sehr sinnvoll und hilfreich.

Natürlich werden unsere Kinder von der Art, wie wir Leben gestalten beeinflusst. Wir haben keinen Fernseher im Wohnzimmer. Nein, auch nicht in einem der anderen Zimmer. Von der Decke oder aus der Wand kommt der auch nicht gefahren, nein.

Unsere Kinder erleben, wie wir selber damit umgehen, neuen Besitz anzuschaffen. Sie erleben ihre Mutter, die ihre teuren, wenn auch kaputten, fair produzierten T-Shirts auch mit Löchern trägt. Sie bekommen Taschengeld und dürfen es verwenden, wofür auch immer sie wollen; außer Waffen, das ist ein anderes NoGo und hängt so gar nicht mit Minimalismus und Nachhaltigkeit zusammen.

Herausforderungen als Familie zu reduzieren

Schön finden sie das nicht immer. Alle unsere Kinder haben den Minimalismus nicht so wirklich mit in die Wiege gelegt bekommen. Aber das ist auch egal. Mir ging es nie darum nur 100 Dinge zu besitzen. Anders als dem Mann, bei dem im ersten Video ja schon rausgekommen ist, dass er darüber nachgedacht hat.

Unsere Motivation für diese Thematik entspringt ökologisch nachhaltigen und gesellschaftspolitischen Gründen. Das ist unser größter Motor. Auch die damit zusammenhängende Vermittlung von Werten, die uns als Personen, als Paar und als Familie wichtig sind. Achtsamkeit und der Fokus aufs Leben, darum geht es uns

Zugestecktes Spielzeug von Verwandten, Nachbarn oder auch der freundlichen Kassiererin im Geschäft sind meistens lieb gemeint, aber nicht immer unterstützend, was unseren Lebensstil angeht. In den Momenten grätsche ich trotzdem nur dann dazwischen, wenn es mir wirklich, wirklich wichtig ist, Position zu beziehen. Das kommt auch mal vor, ist jedoch nicht die Regel.

Chancen des Minimalismus für uns

Grundsätzlich finde ich, dass unser Lebensstil unsere Kinder zu drei ganz außerordentlich wichtigen Kompetenzen befähigt. Neben der Fähigkeit und dem Bewusstsein, dass wir Dinge, Verhaltensweisen und Personen hinterfragen dürfen, sensibilisiert es sie für den Komfort, in dem wir tatsächlich leben. Auch wenn sie trotzdem noch mehr Eis, mehr Spielzeug und was weiß ich nicht haben wollen, kommt es ganz oft zu Gesprächen über Dankbarkeit, die sie an vielen Stellen äußern.

„Mama, wir haben uns da echt das beste Haus ausgesucht.“ – Es ist über 100 Jahre alt, war mal ne Schule und ich frage mich bis heute, ob wir tatsächlich die einzigen waren, die es kaufen wollten?!? Ich glaube, ja.

Meine Kinder wissen nicht nur, dass Besitz allein nun mal nicht alles ist. Sie erfahren es tagtäglich. Und das gar nicht mal, weil sie permanent damit konfrontiert sind, was sie alles nicht haben, sondern was sie haben. Wenn ich meine Kinder beim Spiel im Garten beobachte, brauche ich nichts anderes als zu sein. Entertainen muss ich nicht. Hauptsache ich bin dabei und wir sind gemeinsam unterwegs. Wohin auch immer. Was für ein Luxus!

Minimalismus als Familie

Hier unser Video. Schaut selber gerne mal rein. Wir freuen uns auf euch, eure Kommentare und euer Feedback. Natürlich auch über jeden Daumen und jedes neue Abo.

Beim nächsten Mal geht’s um… Wir wissen es noch nicht. Habt ihr Themenvorschläge? Dann her damit. Ansonsten werden wir darüber berichten, wie wir auszogen auf den Speicher und das Fürchten lernten. Einig waren wir uns vergangenes Wochenende nämlich nicht. Oder wir lassen auch doch mal in unser Reich „spinksen“. Aber nur kurz. Oder wir erzählen euch, wieso aus dem Minimalismus Nachhaltigkeit wuchs und wie schwierig das manchmal einfach ist.

Worauf habt ihr Lust?

 

Dir hat gefallen, was du gelesen hast? Vielleicht ist dann ja auch dieser Artikel von vor ein paar Jahren für dich interessant.

Oder mein Entrümpelung-Leitfaden von Anfang des Jahres.

Oder du willst wissen, wie wir versuchen nachhaltiger zu konsumieren.

 

Eine Frage der Nachhaltigkeit 5

Mehr Nachhaltigkeit leben ist eine gute Wahl, auch wenn man mal daneben liegt

Liebe Rachel,
schon wieder ist es so weit und ich darf deine fünfte Frage der Nachhaltigkeit beantworten. Dieses Mal wolltest du wissen wie ich und meine Familie mit Fehlentscheidungen umgehen. Eine sehr gute Frage, denn tatsächlich ist der Weg hin zu einem nachhaltigeren Leben ein langer Prozess kleiner Schritte und bewusster Entscheidungen. Und natürlich kann sich so eine Wahl im Nachhinein auch als falsch herausstellen. Ehrlich gesagt passiert uns das leider auch gar nicht so selten und jedes einzelne Mal ärgert mich sehr! Ich werde dir ein paar ganz banale Beispiele geben. Unser heiß geliebter kleiner Bio-Laden hatte die letzten Wochen Sommerpause und so endete der Einkauf leider mehr als einmal mit der Qual der Wahl. Was ist jetzt nachhaltiger?

Konventionelles Obst und Gemüse ohne Plastik, oder die meist in Kunststoff eingeschweißte Bio-Variante?

Klar, kann ich die Verpackung im Laden lassen, aber richtig gut fühlt sich doch keine der Varianten an, oder?! Vor einigen Tagen wollten wir Kräutertee kaufen und haben uns für Bio entschieden. Losen Tee gab es nicht, also griffen wir zu Teebeuteln im Pappkarton. Am Ende steckte jeder einzelne Beutel in einer kleinen Verpackung aus Plastik. Wer bitte kommt denn auf so eine bekloppte Idee? Und vor allem: Warum um Himmels Willen?

Da versucht man bewusst und nachhaltig zu entscheiden und zu handeln, und scheitert manchmal doch grandios mit seiner Wahl.

Und das sind nur die alltäglichen Dinge und Fehlentscheidungen von eher kleinem Ausmaß. Die Dinge, die man beim nächsten Einkauf einfach revidieren kann. Manch andere falsche Wahl lässt sich leider nicht so schnell korrigieren. Auch weil es nicht nachhaltig wäre. Ich weiß zum Beispiel heute, dass Vorratsdosen aus Plastik eindeutig ein Fehlkauf waren. Wegwerfen werde ich sie aber trotzdem nicht, denn das wäre schlicht Verschwendung von wertvollen Ressourcen. Erst wenn sie wirklich nicht mehr zu gebrauchen sind, werden wir sie durch eine umweltschonende Variante aus Glas oder Edelstahl ersetzen. Das mit den Fehlentscheidungen ist also so eine Sache. Einige davon entstehen trotz bester Absichten und andere sind schlicht ein Kompromiss auf Zeit.

Oft kann man nur das Bestmögliche wählen. Oder eben das geringere Übel.

Sowie bei unserem Familien-Auto. Die Wahl unseres Autos war nämlich richtig und falsch zugleich. Ein sehr umweltschonender und klimafreundlicher Antrieb, aber ein deutscher Autobauer, der die letzten Jahre nicht unbedingt durch nachhaltiges Handeln aufgefallen ist. Klar, unterstützen wir diesen Konzern mit unserer Kaufentscheidung, für uns war es jedoch gewichtiger so ökologisch wie möglich unterwegs zu sein, solange wir unser Auto (noch) tagtäglich brauchen. Ein Kompromiss also und eine Wahl nach Prioritäten, die wir für diesen Moment nach bestem Wissen und Gewissen und im Rahmen unserer Möglichkeiten getroffen haben. Du siehst: Mehr Umweltbewusstsein im Alltag ist ein Marathon aus vielen einzelnen Schritten.

Meistens geht es nach vorne, ab und zu tritt man auf der Stelle und ganz selten gibt es auch mal einen kleinen Rückschritt.

Klar, ärgere ich mich, wenn ich scheitere und ich bin frustriert. Aber ein nachhaltigeres Leben zu führen ist eben kein Sprint. Und ich will mich durch Fehler auf dem Weg nicht lähmen lassen. Leben heißt Fehler zu machen, Prioritäten zu setzen und Kompromisse zu schließen. Daran wächst man und daraus lernt man. Wer ist schon perfekt? Und dann gibt es ja (fast) immer ein nächstes Mal, in dem man es (noch) besser machen kann, oder?

Die Hauptsache für mich ist nie aufzugeben und weiter zu versuchen so zu leben, dass ich es vor meinen Kindern und Enkeln guten Gewissens vertreten kann.

Und eines dürfen wir auf keinen Fall vergessen! Es ist nämlich ein riesengroßes Privileg in einem Land leben zu dürfen, in dem wir überhaupt eine Wahl haben. In dem es genug von allem gibt, in den unterschiedlichsten Varianten und in dem viele Menschen auch über die finanziellen Möglichkeiten verfügen, um überhaupt auswählen zu können. Ich fühle mich deshalb glücklich verpflichtet bewusst wählen dürfen. Immer wieder. Auch, wenn ich einmal daneben liege. Denn:

Nachhaltiger zu leben ist immer richtig, selbst wenn man die ein oder andere Wahl nachbessern muss.

 

P.S. Das trifft im Übrigen nicht nur auf Konsum-Fragen zu. Wählen ist IMMER ein Privileg, also nutzt am kommenden Sonntag bitte alle dieses Geschenk der Demokratie: Eure Stimme!

 

So liebe Rachel,

das musste jetzt noch raus. Sorry! Ich hoffe sehr, dass ich deine Frage beantworten konnte. Und jetzt darf ich nochmal ran.

Wir waren letzte Woche im Urlaub auf einem kleinen Bauernhof. Es war ganz wunderbar und wir haben das Landleben auf Zeit in vollen Zügen genossen. Allerdings wurden der Mann und ich auch ein bisschen nachdenklich. Klar, wissen wir wo unser Essen herkommt. Zumindest theoretisch. In der Praxis sieht dann plötzlich alles ganz anders aus. Da sieht man den süßen Kälbchen tief in die Augen und bekommt live mit wie schnell den Mutterkühen ihre Babys weggenommen werden. Für jeden Landwirt ist das Normalität. Die Basis für unsere Milchwirtschaft. Für uns war es traurig und es hat uns tief bewegt. Seitdem gehe ich noch bewusster mit unseren Lebensmitteln um.

Ich weiß, dass du mit deiner Familie auf dem Land wohnst und dass ihr ein paar Monate auf verschiedenen Bauernhöfen unterwegs ward (Stichwort WOOFING). Wie ging und geht es euch damit? Hattet ihr auch solche Momente? Habt ihr daraus vielleicht die ein oder andere Konsequenz für euer Leben gezogen? Wie geht ihr ganz konkret mit tierischen Produkten um? Esst ihr noch Fleisch, Eier und Milch? Konventionell oder Bio? Und warum habt ihr euch so oder anders entschieden?

Ich hadere nämlich gerade SEHR mit unserem Milch und Milchprodukte-Konsum.

Wochenende in Bildern im September

Bislang konnte ich mich nicht so dazu durchringen, am Wochenende in Bildern (WiB) teilzunehmen. Das liegt an mehreren Gründen. Wenngleich es mir selber immer sehr viel Freude bereitet, in das ein oder andere Wochenendleben anderer Familien hineinzuluken, mich mit zu freuen oder aber auch mal leidvoll mit zu seufzen, ich komme einfach nicht dazu, am Wochenende diese Bilder zu machen. Zudem will ich das Handy nicht auch am Wochenende permanent in Händen halten und bin auch ganz oft bei solchen Aktionen viel zu spät dran…

Wochenende in Bildern

Aber heute erfolgt unsere Premiere vom Wochenende in Bildern, denn ich habe es geschafft.

Ausmisten am Wochenende

Erst ging es Samstag hoch auf unseren Speicher. Dort lagern wir ja immer noch den Besitz der Vorbesitzerin unseres Hauses – „zwischen“. Dabei sind so einige Schmuckstücke nochmal neu aufgetaucht, die ich mir schon damals für einen besonderen Moment vorbehalten hatte. Der scheint nun gekommen. I proudly present: Eine erste Hilfe, um an die neue englische Sprache heranzuführen, die nach der Teilung Deutschlands in diesem Land gesprochen wurde.

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Außerdem ist mir dieser Karton in die Finger gekommen. Ja, der war wohl vom Chef des Vorbesitzers unseres Hauses. Als wir das Haus damals übernommen haben, mussten wir ziemlich lange warten, bis sich alles geklärt hatte, weil das Bundesverteidigungsministerium irgendwie noch was damit zu tun hatte. Dieser Karton war gestern jedoch nur noch mit altem Spielzeug, einem Laubsäge-Set und diversen Weihnachtsdekoartikeln gefüllt.

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Vorbereitung auf kommendes Wochenende

Nächstes Wochenende geht es für mich auf die WestFAM und ich bin schon sehr gespannt. Was der Kaffee damit zu tun hat? Na, das erfahrt ihr entweder dort oder aber, wenn wir uns ein anderes Mal auf einem meiner Kurse oder Plastikfrei-Abende treffen. Wen von euch seh ich denn in Münster??? Ich bin schon wirklich aufgeregt, denn ich darf ein weiteres Mal davon erzählen, wieso Nachhaltigkeit für uns so ein großes Thema ist. Und wie wir es umsetzen. Der alte Kaffee hier zählt nun mal auch dazu.

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Bei der Ausmistaktion auf unserem Speicher habe ich außerdem ein Buch wiedergefunden, in dem es um Nachrichten aus der Tonne geht. Deswegen sammle ich bis kommenden Samstag mal unseren Plastikmüll für euch.

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An Wochenenden geht’s hier heiß her

Sonntagmorgen kam dann eines der Katzenkinder auf die Idee, dass das Plastik, mit dem diese ätzenden PET – Flaschen eingebunden ist, doch auch echt blöd ist. Na ja, die Katze fand es vermutlich spaßig, bis sie mit einer ihrer scharfen Krallen ein Loch in die Flasche gehauen hat. Es gab einen lauten Knall, die Katze schoss ins Esszimmer und plötzlich war es wieder still. Nur dieses stetige Brausen, ließ sich mich letztlich aufstehen und nachsehen. Wenn Sonntage so beginnen…

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… freu ich mich über die Hand meines Kleinsten. „Keine Sorge, Mama. Alles gut. Alles gut, Mama. Mhmh…. ha.. mhm. Alles gut.“ <3

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Am Wochenende koche ich

Sonntagmittag, während Papa weiter mit den Kids auf dem Speicher räumt und schiebt, stelle ich mich vor den Kühlschrank und frage mich, was wird gekocht. Plötzlich fällt mir auf, ich mache das ganz anders als meine Mama. Dort gab es jeden Sonntag ein „gutes Essen“. Ein Essen das lange gedauert hat und immer aus Fleisch, Kartoffeln und Soße bestand. Na ja, und irgendwas an Gemüse. Hier gibt es das nicht. Unsere Esskultur ist eine völlig andere. Ich weiß nicht, ob besser. Seitdem ich arbeite, stört sie mich sogar ein wenig, denn ich habe keine Lust zu kochen. Mein Einfallsreichtum geht nicht nur gegen Null, eher sowas mit – 12.  Aber vielleicht finden wir ja wieder dahin, dass auch das Kochen wieder Freude bereitet. Ich hoffe. Heute gab es jedenfalls Wurzelgemüse aus dem Ofen und aus der Pfanne mit Tzaziki. Rote Beete gab es nicht, die isst hier nämlich keiner, dafür aber pinke Wurzel. Die finden alle spannend.

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Nach dem Rest Kinoabendfilm, wir sparen uns immer irgendwie einen Rest für den Sonntagnachmittag auf, war gammeln angesagt. Für uns zwei mit der Katze. Der Rest war im Haus verstreut und mit dem Eintippen von ISBN-Nummern zu verkaufender Bücher oder dem Abtanzen im Kinderzimmer zur Feiert Jesus! – CD beschäftigt.

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Fundstücke am Wochenende

Und wie jeden Tag, auch am Wochenende, finde ich irgendwo im Haus Kunstwerke meiner Kinder. Dieses Mal lag plötzlich dieses aus Glassteinen gelegte Bild auf dem Wohnzimmertisch. Wir haben nämlich auch eine Sortierbox auf dem Speicher wiedergefunden, die ich vor unserem WWOOFing-Projekt 2014 zusammengestellt hatte.

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Das ist unser Black Beauty – Katzenkind. Ich habe wirklich noch keine schwärzere Katze gesehen. Mein Schatten, der mir inzwischen in jedes Zimmer folgt.

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Das war unser Wochenende in Bildern im September. Ich werde es aus den besagten Gründen nicht schaffen, jedes Wochenende an dieser Aktion von Susanne Mierau teilzunehmen. Ich mag jedoch die Idee sowie die Erfinderin. Außerdem musste ich so schmunzeln als ich gelesen habe, dass auch Susanne dieses Wochenende zum Umräumen und Ausmisten genutzt hat.

Also machen wir heute mit und ich freu mich auf Mitte nächsten Monats, denn dann sind wir wieder mit dabei. Und ihr?

Was habt ihr dieses Wochenende gemacht? 

Schau was machen die Bienen 01

LeseStoff: Schau, was machen die Bienen? von Katarzyna Bajerowicz

(erschienen und freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom loewe-Verlag) Nachdem ich euch vorgestern schon eine nachhaltiges Kinderbuch vorgestellt habe, folgt heute ein weiteres, das ich durchaus auch in diese Kategorie einordnen möchte. Diesmal geht es um Bienen. Zu Bienen haben wir ein ganz besonders inniges Verhältnis, zumal sie uns nun schon im zweiten Jahr in Folge in den Kamin geflogen sind. Das könnt ihr hier nachlesen.

Schau, was machen die Bienen?

Auch hier zunächst ein paar bibliographische Angaben: Das Pappbilderbuch mit dem Titel „Schau, was machen die Bienen?“ hat 28 Seiten und ist Anfang diesen Jahres (2017) im loewe-Verlag in der Buchreihe Naturkind erschienen. Katarina Bajerowicz ist die Autorin dieses detailverliebt illustrierten Buches. Das Bilderbuch ist für Kinder ab 3 Jahren empfohlen.

Die Buchreihe Naturkind widmet sich inhaltlich dem Vermitteln von Werten wie Nachhaltigkeit, Entschleunigung, Toleranz und Engagement. Die Sehnsucht nach Natur und einem Leben im Einklang mit ihr stehen an erster Stelle. Diese Werte spiegeln sich auch in den Herstellungsrichtlinien der Naturkind-Bücher wider. Das für die Bücher verwendete Papier weist einen bis zu 90% igen Anteil an Recyclingmaterial auf. Produziert werden die Bücher in Deutschland und zwar mit auf Pflanzenölbasis hergestellten Druckfarben.

In Zeiten, in denen das Bienensterben ein immer größeres Problem für uns Menschen werden wird, ist nicht nur die Herstellung, sondern auch der Inhalt des Buches von Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein geprägt: das Leben von Bienen und ihre große Bedeutung, für den Nahrungsmittelkreislauf.

Worum es geht

Das Bilderbuch begleitet große und kleine Leser einmal durch alle Jahreszeiten mit einem Bienenvolk. Beginnend im Frühling schildert es das emsige Treiben der Bienen in Apfelbaum- und Löwenzahnblüten. Über das fortwährende Sammeln von Blütennektar im Sommer bis in den Herbst, in dem die letzten Sonnenstrahlen aufgenommen und für den Winter im Bienenstock getankt werden. Das Buch trägt wertvolles Wissen über ein Bienenjahr zusammen und bietet gleichzeitig wissenswerte Zusatzinformationen und Bastelideen.

Die eine Seite handelt vom genauen Aufbau einer Apfelbaumblüte mit Pollenkorn, Blütenstempel, Pollenschlauch und Fruchtknoten. Die andere Seite bildet eine stark vergrößerte Biene ab, auf der ihre Fühler, der lange Rüssel, um Nektar zu saugen, oder auch ihre Facettenaugen, bestehend aus 4 000 winzigen Einzelaugen, zu sehen sind.

Immer wieder folgt ein Querschnitt durch einen Bienenstock, so dass Kinder sich vorstellen können, wie es im Inneren zugeht. Wie eine neue Bienenkönigin entsteht, neue Waben gebaut und die außergewöhnlichsten Tänze vollzogen werden. Daneben beschreibt das Buch die verschiedenen Aufgaben von Bienen: Seien es die Arbeiterbienen, Wächterbienen und Sammelbienen oder auch die Bienenkönigin selbst.

Neben wichtigem Wissen über das Jahr einer Biene, erfahren Kinder, wie ein neues Volk heranwächst und wie ein Apfel entsteht.

Zwei zusätzliche Upcycling-Ideen animieren die Kinder dazu, selber zu Imkern zu werden, kleine Bienen nachzubasteln und sich auch um den lebensnotwendigen Bienengarten zu kümmern.

Sind Bienen wirklich so interessant?

Ich finde schon und mal ganz unabhängig davon, was ich finde, meine Kids hatten dieses Bilderbuch alle schon mal in der Hand. Erst heute sollte ich es K2 vorlesen und durfte beobachten, wie sehr ihn die Bilder und die durchs Buch führenden Texte faszinierten.

Die Bilder sind sehr farbenfroh und detailverliebt. Ich finde es herrlich, wenn auf den naturnah dargestellten Bildern, die Bienen mit ihren kleinen Töpfen für den Nektar oder aber mit kleinen Sperren zu sehen sind, um ihren Stock vor Eindringlingen, wie den Wespen, zu verteidigen und zu schützen. Auch die kleinen Schlafkissen, die für die Winterruhe – nicht den Winterschlaf – hervorgeholt werden, sind ziemlich süss.

Bienen sind überlebenswichtig

Das Buch ist sehr empfehlenswert. Sowohl für die älteren, weil gefüllt mit wichtigen Informationen über das Leben der Bienen oder über den Zusammenhang, der zwischen diesen Insekten und unserem Nahrungsangebot als Menschen besteht. Als auch für die Jüngeren, die ihre Freude an den Bildern haben. Sehr kindgerecht verdeutlichen sie, was Bienen in der jeweiligen Jahreszeit tun und warum.

Ein wichtiges Thema, kindgerecht umgesetzt und liebevoll dargestellt. Ein schönes Buch.

 

Weitere schöne und vor allem nachhaltige Kinderbuchliteratur, findet ihr hier.

Pepe und der Pupsroboter 01

LeseStoff: Pepe und der Pupsroboter von Jesko Habert und Timo Becker

(erschienen und freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom WILLEGOOS Verlag) Als ich damals das Verlagsprogramm von Willegoos durchgesehen habe, war ich in erster Linie auf der Suche nach einem Buch, dass ich sowohl K1 als auch K2 in die Hand drücken können wollte. Mit dem Pupsroboter Pepe ist mir das ganz gut gelungen.

Pepe und der Pupsroboter

Zunächst mal ein paar bibliographische Angaben: Das Buch hat 48 Seiten, und ist erstmals 2016  im Verlag erschienen. Der Autor Jeske Hapert ist Umweltsoziologe und verbindet seinen Nachhaltigkeits-Hintergrund mit einem sehr bildreichen Stil Kindergeschichten zu erzählen. Der Illustrator Timo Becker publizierte schon während seines Design-Studiums in Münster erste Kinderbücher und Puzzles.

Das Nachhaltige an diesem Buch ist nicht nur in Form des Inhalts zu erkennen, sondern auch anhand des verwendeten Materials (Papier, Druckfarben, Karton) und der Art der Herstellung. Das Buch besteht aus Recyclingpapier, wurde in Deutschland klimaneutral mit mineralölfreien Farben gedruckt, ohne Verwendung von Folie.

Worum geht es?

Erstmal geht es nur um Pepe. Ein kleiner Junge, der im regelmäßigen Abstand seine getrennt lebenden Eltern besucht bzw. dort wohnt. Die Geschichte beginnt so, dass aktuell ein Papa-Wochenende ansteht, auf das sich Pepe jedoch so gar nicht freut. Papa hat ihn bislang immer mal auf den Schultern getragen, wenn Pepe nicht mehr konnte. Eines Tages geht das jedoch nicht mehr und sie müssen sich etwas anderes einfallen lassen, so dass Papa nicht tragen muss und Pepe nicht in Dauerschleife quengelt.

Papa entwickelt eine Tragemaschine für Pepe, einen Roboter, auf den sich der Junge setzen kann, wenn er nicht mehr laufen mag. Diese Roboter kommen auch bei den anderen Kindern so gut an, dass schließlich alle auf ähnlichen Robotern durch die Gegend fahren. Erst mit der Zeit wird deutlich, dass diese ideal scheinende Lösung, ein riesiges, stinkendes Problem mit sich bringt, denn die Roboter stoßen Pups-Wolken aus…

Wie es weitergeht, schaut ihr vielleicht einfach selber im Buch nach.

Nachhaltigkeit ist auch für Kids ein Thema

Natürlich ist so ein Roboter phänomenal. Wer will nicht auch mal durch die Gegend gefahren werden, ohne auch nur einen Finger krumm zu machen? Hoppla, wir fahren ja mit Autos durch die Gegend. Oh, das ist  ja ein permanenter Furz, den wir da hinter uns herziehen.

So, oder ähnlich könnte die Reaktion der Kids sein, mit denen ihr das Buch lest. Eine gedankliche Verknüpfung zu erstellen und einen Zusammenhang zwischen den Robotern und unseren Fahrzeugen zu erkennen, gelingt durch den bildhaften Erzählstil des Autors außerordentlich gut.

Insgesamt schafft er durch den Rahmen der Geschichte einen nahen Bezug zur Lebenswelt von Kindern. Die getrennt lebenden Eltern, die Rückenschmerzen von Papa oder Mama, wenn es darum geht größere Kinder zu tragen oder auch das Quengeln der Kinder, wenn sie nicht mehr weiterlaufen wollen. All das kommt im Leben der großen und kleinen Leser vor. Das Erfinden eines Roboters, eines Pupsroboters, erscheint da auch für die eigene Alltagswirklichkeit gar nicht mal so abwegig, sondern naheliegend.

Für Erstleser empfohlen

Sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite des Covers steht eine ausdrückliche Leseempfehlung für Erstleser. Ich kann das nur bestätigen und möchte die Leseempfehlung auf die älteren, möglichen Leser ausweiten.

Hubert und Becker haben ein schön zu lesendes und liebevoll illustriertes Buch über einen Pupsroboter verfasst, das es wert ist, im Bücherregal stehen zu bleiben. Eines der wenigen Bücher, bei denen ich froh bin, es nicht nur aus der Bibliothek ausgeliehen zu haben.

Für alle die unter euch, die noch nicht wissen, was oder wer der Willegoos ist, der klicke hier ins das Interview mit Verlagschefin Susanne Tiarks. Eine tolle Frau hinter einem nachhaltigen Kinderbuchverlag.

Absolute Leseempfehlung insbesondere im Sinne nachhaltiger Kinderbuchliteratur!

foto_karoline_wolf_A6611373ret_online Willegoos

Interview mit Verlagschefin Susanne Tiarks von Willegoos (Anzeige)

Heute will ich euch ganz unbedingt eine Entdeckung weitergeben und jemanden vorstellen: Susanne Tiarks und ihren nachhaltigen Verlag Willegoos. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie es dazu kam, dass ich plötzlich die Verlagsseite von Willegoos im Browser geöffnet hatte. (Bitte einmal hier klicken und ihr habt sie auch auf dem Display.) Jedenfalls war ich so erstaunt und in Folge begeistert von dem Unternehmen, den Menschen dahinter und nicht zuletzt ihrer Vision, dass ich beschloss, mal nachzufragen, nachzuhaken und hoffentlich – was gerade geschieht – euch erzählen zu können, wie sehr mir dieser Verlag gefällt.

Willegoos

Der Verlag Willegoos hat sich zum Ziel gesetzt, anspruchsvolle und hochwertige Kinderbuchliteratur anzubieten. Woher der originelle Name kommt, könnt ihr im Interview nachlesen.

Nachhaltige Kinderbücher?!

Aber ja! Natürlich!!

Habt ihr euch schon mal gefragt, was eure Kinder da im Mund stecken haben, wenn eines der Pappbücher voller Speichel ist und die kleinen Händchen es erneut zum Mund führen? Was nehmen sie in der Konsequenz an Stoffen auf, die besser außerhalb des Organismus blieben? Wer macht sich eigentlich darüber Gedanken, wie Bücher, insbesondere für die Kleinsten produziert werden? Vor allem: Aus welchen Materialien werden sie hergestellt

Solche und ähnliche Fragen habe ich mir beim ersten Kind gestellt, aber kaum bis keine Antworten gefunden. Vielleicht habe ich einfach an den falschen Stellen gesucht, mag sein. Doch letztlich habe ich irgendwann meine Recherche und mein Nachfragen eingestellt. Selbst wenn es mir bei jedem neuen, alten oder gebrauchten Buch unbehaglich war. Das Nichtwissen und meine erfolglose Suche machten mir immer irgendwie unzufrieden.

Zu Beginn des Jahres stieß ich dann auf Willegoos oder Willegoos auf mich oder wir beide aufeinander. Ich weiß es gar nicht mehr so genau. Entscheidend ist vielmehr, dass ich einen Verlag entdeckt habe, der

a) sich Nachhaltigkeit zum Thema seiner Bücher gemacht und
b) sich dieselbe zum Ziel innerhalb des Verlages gesteckt hat. Sei es der Druck und die Konfektionieren, Weichmacher, Farben und Lacke, der CO2-Fußabdruck oder die nachhaltigen Basic im Verlagsalltag.

Willegoos  macht sich auf den Weg Nachhaltigkeit so gut es geht umzusetzen. Das macht mir den Verlag so sympathisch und ich freue mich, euch Susanne Tiarks, die Verlagschefin heute hier etwas näher vorstellen zu können.

Im Interview mit Susanne Tiarks

Liebe Susanne Tiarks, was ist Willegoos? Wie kam es zu diesem schönen Namen?

Da ich den komplizierten Namen Tiarks habe, den außerhalb Ostfrieslands (fast) niemand korrekt aussprechen kann, kam Tiarks Verlag nicht infrage. Also musste etwas Eingängigeres her. Da es im Verlagsprogramm darum gehen sollte, mit Kindern die Welt zu entdecken, kamen wir auf das Sinnbild des Zugvogels und hier auf die Graugans, die an der Nordsee ebenso zu finden ist wie beispielsweise am Elbstrand. So entstand „Willegoos“, das ist Plattdeutsch. Die wille Goos bedeutet wilde Gans oder eben Graugans. Und die flattert durchs Logo und wuselt durch alle Wimmelbücher. Mit Willegoos können Kinder wie ein Zugvogel die Welt entdecken. Das ist die Idee.

Willegoos_02

 

Wo und wie entstand die Idee eines eigenen Kinderbuchverlages? Gab es den Moment, in dem der Gedanke da war oder ist es gewachsen und hat sich Stück für Stück entwickelt?

Von Haus aus bin ich Übersetzerin und so dem geschriebenen Wort im Allgemeinen und Büchern im Besonderen verbunden. Mein Mann arbeitet ebenfalls im Verlagswesen und so gehörte Büchermachen zum täglichen Brot. Als sich 2010 finanziell die Möglichkeit ergab, für eine eigene Buchidee einmal Geld in die Hand nehmen zu können, habe ich das getan. Das erste Buch war das „Mein Insel-Wimmelbuch Föhr“ und ein großer Erfolg, dem folgten dann sehr schnell weitere. So konnte und kann ich eigene Ideen für gute Kinderbücher verwirklichen, was sehr vielseitig ist und viel Spaß macht.

Wenn Sie in fünf prägnanten Stichworten Ihre Arbeit beschreiben sollten, welche wären das?

Produktentwicklung, Projektsteuerung, Werbeplanung, Budgetsteuerung, Lektorat

Das klingt ziemlich ernüchternd für die meisten, denke ich. Wenn ich sage, ich sei Verlegerin und Inhaberin eines Kinderbuchverlags, heißt es meistens, „Ach, Sie schreiben Kinderbücher, wie schön!“. Komischerweise werden Inhaber von Schuhgeschäften nie gefragt, ob sie die verkauften Schuhe selber herstellen …

Was macht Ihre Bücher nachhaltiger als die anderer Verlage?

Eigentlich ist die Fragestellung nicht richtig. „Nachhaltiger als die anderer Verlage“ impliziert, dass Bücher anderer Verlage nachhaltig sind. Das sind sie aber zu 99% nicht. Und hier ist der Grund, warum:

Der Begriff der Nachhaltigkeit bezieht sich beim sogenannten Green Publishing nicht auf das Konzept Buch an sich, also den Inhalt, sondern es geht um das Produkt Buch und seine Herstellung. Es geht um die Hardware, bestehend aus Papier, Druckfarbe, Einband, Folien.

Wie bei einer Bio-Tomate und einer Tomate aus konventionellem Anbau ist es nicht der Unterschied auf den ersten Blick, der sich dem Verbraucher aufdrängt. Der Unterschied liegt im Wissen um die Produktion und die damit verbundenen Auswirkungen. So ist es auch bei Büchern. Wir wählen für unsere Bücher Recyclingpapier (zum Teil bis zu 100%), Papier aus nachhaltiger Waldwirtschaft oder anderen nachhaltigen Quellen. Sie werden mit Farben bedruckt, die keine potenziell krebserregenden Azofarbstoffe und Mineralölanteile enthalten und unsere herstellenden Druckereien verzichten auf Lösungsmittel in technisch notwendigen Lacken sowie auf Folienüberzug aus nicht abbaubaren und beim Verbrennen problematischen Materialien. Willegoos arbeitet mit Druckereien, denen Umwelt-, Sozial- und Arbeitsstandards für ihre Produkte und Mitarbeiter wichtig sind. Diese Betriebe unterwerfen sich strengen Audits und haben selbst hohe Ansprüche an sich. Und nicht zuletzt werden Illustratoren, Grafiker, Autoren und alle am Büchermachen Beteiligten fair behandelt und bezahlt.

Warum ist es Ihnen wichtig, einen nachhaltigen Kinderbuchverlag zu leiten?

Da kann ich nur mit Mahatma Gandhi sprechen: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ Ich will nicht warten, bis jemand anderes (vielleicht) etwas zum Positiven verändert. Umweltschutz, Klimaschutz, Verantwortung als Konsument, als Unternehmer – Verantwortung für mich, andere, Menschen, Planet, das fängt bei mir und vor der eigenen Haustür an. Ich bin diejenige, die einen Unterschied machen kann. Und werde. Mitmacher willkommen!

Liebe Susanne Tiarks, danke für dieses Gespräch. Großartig, dass Sie und Ihre Mitarbeiter sich auf den Weg gemacht haben!! Ich mag sehr. sehr gerne mitgehen!! Und ihr?

Ein Buch aus dem Willegoos – Sortiment habe ich euch schon vorgestellt. Ihr findet es hier verlinkt. Die Rezensionen von zwei weiteren folgen in den kommenden zwei Wochen. Ihr dürft gespannt sein!

Worauf achtet ihr beim Bücherkauf? Inwiefern ist Nachhaltigkeit für euch hier ein Thema? Schreibt und erzählt doch mal? Setzt ihr eher auf gebrauchte Bücher?

Vernetzt euch mit mir auf Instagram. Dort läuft gerade die Instagram-Challenge #mamadenktnostalgisch. Auch das älteste Buch war schon Tagesaufgabe und viele haben krasse Nostalgie-Schätze zu Tage befördert. Oder ihr schaut euch mal die Vielfalt im Verlagsprogramm von Willegoos an. Auch das lohnt sich.

Minimalismus einfach leben 01

Minimalismus einfach leben ist möglich.

Wir leben unsere Art von Minimalismus nun schon seit fast acht Jahren. Wie der damals gedanklich bei mir losging, könnt ihr hier nachlesen. Ich kann nicht sagen, dass ich ihn immer noch genau so sehe, wie 2012. Doch Minimalismus einfach leben funktioniert. Einfach loslegen und ausprobieren, hat uns von vielen Dingen befreit, uns Freiraum und Freizeit geschenkt. Vor allem hat es uns den Blick geschärft. Einige der essentiellsten und gleichzeitig einfachsten Erfahrungen, haben wir in den vergangenen Jahren machen dürfen.

Mit Minimalismus einfach leben

Die vergangenen Wochen und Monate hatten mein Mann und ich beide abwechselnd und in gewisser Regelmäßigkeit das Bedürfnis darüber nochmal ins Gespräch zu kommen und das mit euch zu teilen.

Das haben wir dann am Samstag, an dem ich eigentlich auf dem Weg zur Wubttika sein wollte und sollte, auch gemacht. Und das war gut. Denn ja, es stimmt. Ich habe das Treffen und Kennenlernen vieler wunderbarer Menschen eingetauscht, gegen einen Vormittag mit meinem Mann, an dem wir ganz viel Vision geteilt haben. Gegen einen Nachmittag, an dem wir unglaublich viel Spaß vor der Kamera hatten und einen Abend, der in einer Familienaktion im Garten endete und einen Kinoabend mit den Kids nach sich zog. Das war toll. Das hat uns total gut getan.

Ich weiß, dass ich etwas Wunderbares verpasst habe, das sich zur selben Zeit in Wuppertal abgespielt hat. Aber ich weiß auch, dass es nötig und zauberhaft war, zu Hause geblieben zu sein.

Ihr seht, Minimalismus bedeutet für mich wirklich manchmal das einfachere vorzuziehen. In diesem Fall bei den Jungs zu bleiben und den Tag mit den Dingen zu füllen, die uns allen gut tun.

Minimalismus, Nachhaltigkeit und Verzicht

Für uns hängen diese drei Begriffe und Themen stark miteinander zusammen. Schließlich war es der Minimalismus, der uns das Leben einfach machte. Hinzu kam die Erkenntnis, dass nicht jeder Minimalismus auch sofort nachhaltig und fair ist. Das fängt schon damit an, auf welche Weise ich versuche meinen Besitz zu reduzieren? In welcher Weise vergebe ich Prioritäten? Wie wichtig ist mir der Minimalismus? Wie wichtig die Nachhaltigkeit? Und was bedeutet für mich in diesem Moment Achtsamkeit? Mit mir? Mit meinen Mitmenschen?

Hier mal 5 Gedanken zu den drei Begriffen und dann ab ins Video geklickt. Wir würden so gerne mit euch ins Gespräch kommen?

  1. Minimalismus bedeutet für uns tatsächlich „Weniger ist mehr“.
  2. Inzwischen gilt jedoch „Weniger ist mehr, ist nicht genug“.
  3. Denn was ist mit den Menschen, Tieren und Pflanzen – diesem Planeten -, auf deren Kosten meine Kleidung, meine Möbel und mein Besitz hergestellt werden?
  4. Was ist mit dem Müll und den Rückständen, die ich hinterlasse?
  5. Deswegen verzichte ich gerne in meiner gelebten Nachhaltigkeit und lebe einfach mit Hilfe unseres Minimalismus.

Hier mal unser Gespräch – von mir und Manuel aka schaumimohr:

Mich würde ehrlich, ehrlich interessieren, wie ihr das mit dem Minimalismus seht. Minimalismus einfach leben, sagt sich so leicht. Aber wie ist das mit ihm und der Nachhaltigkeit und der Einfachheit durch Verzicht? Was hält euch ab, einfach zu leben? Was motiviert euch und wirkt wie ein gigantischer Motor, treibt euch an, euren Alltag nachhaltig zu gestalten?

Selbstfürsorge und Attachment Parenting 01

Selbstfürsorge als Frau und Mutter. Bewusst(er)leben

Ein Artikel in der Zeit, den Caroline Rosales dort vor zwei Tagen verfasst hat, sorgt aktuell für viel Gegenwind, Diskussion und auch, was ich am wertvollsten finde, zur Positionierung von Elternbloggern zu den großen Themen Selbstfürsorge und Attachment Parenting (AP). Ich wollte euch den Text nicht verlinken, weil ich ihn schwierig, polarisierend, ungerecht (!) und unvollständig finde. Da ihr ansonsten aber meinen Bezug zu den Beispielen der Autorin nicht nachvollziehen könnt, hier der Link.

Attachment Parenting und Selbstfürsorge

Was ist das überhaupt? Selbstfürsorge?  AP? Was bedeuten diese Wörter für Mütter und Väter? Was bedeuten sie für mich? Was bedeuten sie für die Kolumnistin?

Attachment Parenting

AP ist die viel verwandte Abkürzung von Attachment Parenting. Der Begriff stammt aus dem Englischen, wurde von William Sears geprägt und meint die bindungs- und bedürfnisorientierte Elternschaft. Viel mehr an objektiven Infos kann ich euch zu diesem Begriff schon gar nicht mehr geben.
Denn: Ich habe dazu keine Literatur gelesen. (Aufgrund der Tatsache, dass sich die von mir gelesenen Erziehungsratgeber an einer Hand, an zwei Fingern ablesen lassen, nicht verwunderlich.)

APler oder Nicht-APler

Aber: Ich kenne viele Menschen in meinen sozialen Netzwerken, im realen Leben und als Blogger, die sich intensiv mit AP auseinandersetzen. Ich schätze diese Menschen sehr, weil sie sich in der Regel alle, viele Gedanken darüber machen, was Erziehung und Beziehung für sie und ihre Kinder bedeuten. Das tun nicht nur die „APler“, sondern auch solche Menschen, wie ich, die viel über Bindung, Beziehung und Bedürfnisse der verschiedenen Familienmitglieder nachdenken ohne Attachment Parenting im Blog stehen zu haben. Wir machen uns darüber Gedanken, wie bindungs- und bedürfnisorientierte Elternschaft aussehen kann. Natürlich stellen sich dann Fragen, was davon ist jetzt AP? Mit wieviel umgesetztem AP habe ich das Recht den Begriff zu verwenden? Will ich das überhaupt?

Denn ehrlich, obwohl ich viele der Inhalte als Attachment Parenting gut, richtig und wichtig finde, manches habe ich ohne diese Begrifflichkeit für mich herausgefunden. Manches funktioniert bei uns, manches nicht und wieder andere AP-Inhalte sind in meinen Augen nicht das NonPlusUltra. Müssen sie auch nicht. Denn Elternschaft auf mich und das Kind ausgerichtet, ist sehr individuell. Das hab ich gelernt. Und dennoch haben meine Kids und ich eine starke Bindung und Beziehung zueinander.

Der Nutzen von Schubladen

Einerseits brauchen wir Begrifflichkeiten, um unsere Welt irgendwie verstehen zu können und überschaubar zu halten. Und klar, damit landen wir dann in bestimmten Schubladen. Das hat eine Menge Vorteile, aber auch Nachteile, was insbesondere die aktuelle Diskussion auch zeigt. Jessi von terrorpüppi hat das ganz wunderbar in ihrem Blogbeitrag zur Attachment-Parenting-Falle beschrieben.

Woran kann man AP denn nun ablesen? An verwöhnten Kindern? An fehlenden Impfungen? An Tragetuch tragen statt Kinderwagen schieben? Mit diesen Pauschalisierungen kommt der Artikel in der Zeit daher. Ich frage mich, geht es nur darum eine Diskussion unter uns Eltern zu starten? Soll er von was anderem ablenken? Oder der Traffic für die Kolumne erhöht werden? Oder meint die Autorin das wirklich ernst? Denn dann muss ich sagen: Unabhängig von bindungs- und bedürfnisorientierter Elternschaft wurde das Besondere an dieser Art von Elternschaft, ergänzt um die Beziehungsorientierung, nicht verstanden und erkannt. Mir scheint die Vorstellung der Autorin von dieser Form der Elternschaft ein Konglomerat dogmatischer Glaubenssätze zu sein, das jeglicher systemischen Sichtweise vieler verschiedener Aspekte entbehrt.

Denn letztlich läuft ihr Artikel doch darauf hinaus, dass wir uns selbst aufgeben,

  • nn wir Bindung und Bedürfnisse ernst nehmen,
  • wenn wir in Beziehung mit unseren Kindern treten,
  • wenn wir es nicht schaffen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf qualitativ umzusetzen. Wir sind selber schuld, weil wir uns das falsche Elternschaftsmodell ausgesucht haben, weil sie darin außer Acht gelassen hat, für sich selbst zu sorgen und Selbstfürsorge umzusetzen. Richtig?!?

Wir sind selber schuld, wenn wir müde und erschöpft sind, denn wir haben uns das falsche Elternschaftsmodell ausgesucht. Weil sie darin außer Acht gelassen hat, für sich selbst zu sorgen, Selbstfürsorge umzusetzen und auch erschöpft war. Richtig?!?

Elternschaft ist anstrengend

Ich habe selber schon oft an dem Punkt gestanden, an dem ich gemerkt habe: Ich kann nicht mehr. Ich brauche Hilfe. Ich muss mir meinen Frust von der Seele schreiben.
Das hatte was mit falschen Erwartungen an mich zu tun, mit den Bedingungen, unter denen ich als Frau und Mutter meine Elternschaft lebe. Damit, was Gesellschaft, Politik und Wirtschaft von mir, meinem Mann und meinen Kindern fordert. Sich selber dabei zu vergessen, kann passieren, hängt aber nicht davon ab, ob ich mit meinen Kindern in guter Beziehung leben möchte, Dinge hinterfrage und nach dem für uns stimmigsten Weg suche.

Heute wie damals, habe ich ganz individuelle Lösungen für mich und meine Familie gesucht, um meinem „Job als Mutter“ gerecht zu werden.

  • einfacher leben – losgelöst von Besitz und zu viele Termine
  • mehr Zeit – für mich, als Paar, als Familie
  • mehr Freundlichkeit – mit mir, mit meinen Kindern (Dinge dürfen schief laufen und dann wird neu ausprobiert. So läuft das hier bei uns.)

Und trotzdem gibt es weiterhin Punkte, die sind anstrengend und die kann ich per se nicht alleine lösen. Dafür brauche ich die anderen. Die anderen Eltern, politischen Entscheidungsträger und sozialen Netzwerke. 

Selbstfürsorge

Was bedeutet das konkret? Für mich bedeutet das, dass ich selber gut zu mir, wie schon oben erwähnt. Denn erst dann, wenn ich gut mit mir selber umgehe, dann gehe ich auch mit meinen Kindern fürsorglich um. Dann bin ich überhaupt erst dazu in der Lage ihre Bedürfnisse wahr- und auch ernstzunehmen.

Gesellschaftliche Umstände

Ich gebe zu, viele gesellschaftspolitische Bedingungen sind furchtbar kontraproduktiv. Christine Finke ist eine starke Frau, die als Alleinerziehende viel auf ihre Situation versucht aufmerksam zu machen. Daher schätze ich sie sehr. Ich würde sie gerne fragen, wie das mit ihrer Elternschaft aussieht. Wie sie das so umsetzt? Ob sie die Selbstfürsorge wegen einer „falsch gewählten“ Elternschaft bei Müttern „flöten gehen“ sieht? Oder ob, wenn überhaupt, nicht ganz andere Gründe zu nennen sind, die dazu beitragen, dass ich als Mutter – ob mit oder ohne Job – an meine körperlichen, psychischen und seelischen Grenzen komme?

Das wirklich Doofe:

Eltern, die am Rande der Erschöpfung unterwegs sind, die auf der Suche nach Hilfe und Unterstützung, nach Solidarität sind, denen ganz oft (auch) im wahren Leben nicht geholfen ist, kommt so ein Artikel so gar nicht zur Hilfe. Er vertieft den Graben des Unverständnisses noch ein bisschen mehr, statt gemeinsam, mit viel Kraft und Aufsehen aufzutreten und politische Veränderungen zu schaffen. Sonja von Mama notes hat diese Anteile der Thematik ganz toll beschrieben und es wird deutlich, von wie großer gesellschaftspolitischer Relevanz die Erschöpfung von Müttern ist. Denn ja, die Autorin hat ja Recht: Viele Mütter stehen an diesem Abgrund in die Erschöpfung. Viele Eltern sind damit konfrontiert Vereinbarkeit von Familie und Beruf umzusetzen. Und ja, es stellt sich die Frage von Sonja, wo sind die Partner? Nicht jede hat so ein großes Glück, wie zum Beispiel ich, bei der es gar keine Diskussion darüber gibt, dass ich nicht nur arbeite, sondern auch die Beziehung und Versorgung meiner Kinder mit meinem Mann teile. Die von Rosales aufgeführten Schlussfolgerungen haben doch nichts mit bindungsorientierter Elternschaft zu tun. Vielleicht mit falsch verstandener bindungsorientierter Elternschaft. Das könnte ich noch gelten lassen. Aber immer noch: Doch nicht nur.

Selbstfürsorge und Attachment Parenting um 10 nach 8

„Attachment parenting“, die bedürfnisgerechte Erziehung, soll angeblich das Beste für unsere Kinder sein. Doch mich macht die ständige Rücksichtnahme fertig. 

Der Text von Rosales ist einerseits sehr… polemisch, pauschalisierend und verursacht in mir das Bedürfnis, die Augen rollen zu lassen. Andererseits finde ich die daraus resultierenden Reaktionen vieler Mütter und Väter hilfreich, wertvoll und gesellschaftspolitisch dringlich und nötig! Denn sie räumen auf und zeigen, dass es anders geht. Dass das eine mit dem anderen nicht unbedingt, nicht wirklich etwas zu tun hat. Ich bin so vielen Frauen wirklich dankbar, dass sie dazu geschrieben haben, wie zum Beispiel Andrea, die in ihrem Artikel dazu aufräumt mit ätzenden Klischees. Oder Frida, deren Definition von Elternschaft ich am liebsten gleich mehrmals unterschreiben würde.

Denn letztendlich, davon bin ich weiterhin überzeugt, liegen Gesellschaft und Politik in unseren Händen.

Wir. gestalten. mit.

wie. wir. leben. wollen.

Wider der landläufigen Meinung: „Wir könnten ja eh nichts daran ändern.“ Stimmt nicht. Gibt’s nicht. Daher hier ein großer Dank an Menschen, die sich positioniert haben und Zeit und Energie nutzen, wiederholte Pauschalisierungen zu enttarnen, ins Detail zu gehen und ambivalent erscheinende Bedürfnisse auch mal stehen zu lassen, weil sie einer individuellen Lösung bedürfen. Dadurch bekommen Mütter und Väter Mut, sich ihrer Erschöpfung zu stellen, nach Selbstfürsorge zu suchen und wieder miteinander in den Austausch zu treten. Daran glaube ich.

Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die ihrer Erschöpfung Ausdruck verleihen, wie zum Beispiel auch Manuel oder Menschen, die in viel Liebe und mit behutsam gewählten Worten, Elternschaft umschreiben, wie Susanne.

In diesem Artikel fehlen noch viele, viele Menschen, von denen ich weiß, dass sie mit viel Herz und Verstand ihre Elternschaft umsetzen, nicht wahr Julia und Susanne to be continued.

So, und was denkt ihr?

Was ist euch in eurer Elternschaft wichtig? Wie sieht Selbstfürsorge für euch aus? Wie setzt ihr sie um? Schreibt mal. Kommentiert.

Und wenn ihr den Artikel gelesen habt, versteht ihr, warum er mir so aufstößt?

nostalgieChallenge 01

Nostalgie Instachallenge. MamaDenkt nostalgisch

Die Idee zur aktuellen Challenge entstand vor zwei, drei Wochen. Sie hat zum Ziel mit viel Nostalgie und natürlich nachhaltig den Blick auf besondere Alltagsgegenstände zu richten. Mal schauen, wie alt das älteste Kuscheltier ist, das ich heute noch habe? Oder meine Kinder noch bespielen. Oder was das älteste, mir weiterhin treue Elektrogerät (oder von mir aus auch Werkzeug) in meinem Haushalt ist?

Nostalgie – eine Idee entsteht

Die Anfänge der waren gelegt als K1 sich aus dem mit Kuscheltieren prall gefüllten Kopfbezug seine Lieblinge auserkoren hat. Mit dabei mein eigenes Kuscheltier, das ich als Kind überall mit hin geschleppt und sogar mal in einem Linienbus liegen gelassen habe. Als ich meinte, das Tier sei schon 33 Jahre alt, starrte K1 mich nur ungläubig an. „33 Jahre?“ Pause. „Das meinst du nicht ernst, Mama. Oder?“ Ich, mit einem leicht verträumten Blick verfiel in Nostalgie und nickte nur glückselig. Mein Kind liebt dieses Kuscheltier, obwohl oder gerade weil es so schön traurig ausschaut. Es muss ganz unbedingt umsorgt und lieb gehabt werden. Kein neues Kuscheltier „Made in China“ war oder ist dafür notwendig. Das hat mich fasziniert.

Von diesen Momenten gab es die letzten Wochen mehrere und ich grübelte viel über diese besonderen Gegenstände.

Nostalgisch und nachhaltig

Irgendwann sickerte die Erkenntnis in Herz, wie wertvoll diese alten Dinge doch sind. In einem AHA! – Moment wusste ich: Dazu will ich eine Challenge machen. Das hat so viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Und da unsere letzte gemeinsame Instagram-Challenge #nachhaltigJETZT so inspirierend und damit so erfolgreich war, ist klar: Eine weitere Challenge wurde geboren.

Geplante Obsoleszenz

Geplante Obsoleszenz ist ein Stichwort, das mir neben aller Nostalgie durch den Kopf geht. (Ich hab in der Vergangenheit mal hier dazu geschrieben.) Welches Konsumgut ist darauf ausgelegt, ewig oder zumindest ein, zwei oder drei Jahrzehnte zu funktionieren? Gab es das überhaupt einmal? Ich erinnere an Edison und die Glühbirne. Ja, einige schwedische Möbelstücke sind wohl darauf ausgelegt 10 Jahre auszuhalten. Aber Marketing und Design werden alles daran setzen uns den Floh ins Ohr zu setzen, dass wir das Sofa doch was früher austauschen sollten.

Wertschätzung von Ressourcen

Wir als Familie, zumindest wir Eltern, versuchen zu vermeiden, Neues in unseren Haushalt hinein zu lassen. Und wenn es doch nötig wird, dann vielleicht schon gebraucht und von wem anders nicht weiter benötigt. Schließlich wurde das Stück mal produziert. Mit Zeit, Arbeitskraft und Material. Was spricht dagegen es solange zu benutzen, wie möglich? Sollte es das erforderliche Möbelstück oder Konsumgut nicht als Secindhand-Ware geben, entscheiden wir uns manchmal dafür, das Teil neu anzuschaffen. Vielleicht sogar die teurere Variante, aber dafür wieder für einen längeren Zeitraum.

Nostalgie hat folglich sehr viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Und genau um diese beiden Schlagworte soll es in der anstehenden Challenge auf Instagram gehen. Sie soll euch Inspiration und Motivation sein und Entzücken hervorrufen. Denn Retrostücke sind meist wunderschön anzusehen und ich bin sehr gespannt auf eure Bilder.

Ziel der #Nostalgie Instachallenge

Austauschen, Netzwerken und Begeistern. Meine Ziele dieses Mal sind gar nicht so groß. Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit erregen, für die alten Dinge, die uns heute noch von so großem Nutzen sein können – ja, das wäre schön.

Motiviert von diesen Momenten und Begegnungen meiner Kinder mit alten Gegenständen, lade ich euch ein: Macht mit! Stöbert mal. Im Keller, auf dem Speicher, im Küchenregal oder in der Spielzeugkiste. Wo liegen eure Steinzeit-Besitztümer versteckt?!?

Am Freitag, den 01. September 2017 geht es los.

Wie funktioniert die #Nostalgie Challenge?

Mitmachen kann jeder. Egal, ob mit oder ohne Blog, ob großer Blog oder kleiner Blog, ob Privatperson oder Öko-Unternehmen. Dabei sein ist alles, denn gegenseitiges Motivieren macht uns stark.

Das Mitmachen ist ganz einfach und ich orientiere mich ein wenig an der Instagram Challenge, bei der ich selber schon dabei war – einfach weil es so gut geklappt hat.

Du postest zu dem jeweiligen Tag und Thema ein passendes Bild auf Instagram und verwendest dabei den Hashtag #nostalgie oder, ich ergänze, was einer meiner Leser so treffend vorgeschlagen hat: #mamadenktnostalgisch. (Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich danke dir!) Der Hastag ist wichtig, denn nur so wird dein Beitrag ein Teil dieser Instagram-Challenge. Nur so kannst du von den anderen Teilnehmern gefunden werden.

Muss ich jeden Tag dabei sein?

Das Ganze soll Spaß machen und motivieren. Wenn du es an einem der Tage mal nicht hinbekommen solltest, ein passendes Foto zu machen – dann vielleicht am nächsten Tag. Es geht um Freude und Begeisterung. Die geht verloren, wenn du dich stresst.

Hinzukommt, dass ich die Challenge dieses Mal nur auf sieben Tage ausgelegt habe. Ich möchte einen roten Faden in die Bilder unserer nostalgischen Besitztümer bringen und freu mich über jeden, der Lust hat dabei zu sein. Herzlich willkommen!

#nostalgie oder #mamadenktnostalgisch auf anderen Social Media-Kanälen

„Ich nutze aber gar kein Instagram.“ – „Ich hab nur Facebook.“ – „Und ich hab nur Twitter…“  -SUPER! Du kannst natürlich auch auf all anderen Kanälen mitmachen. Wie gesagt, denk an den Hashtag, damit du gefunden wirst und wir gemeinsam auch auf den anderen Kanälen Aufmerksamkeit erregen. Dafür wäre dann in der Tat der Hashtag #mamadenktnostalgisch viel sinnvoller als  #nostalgie. Vielleicht schließt sich dadurch ja der ein oder andere an und wir verknüpfen Nostalgie und Nachhaltigkeit noch ein bisschen mehr miteinander.

So, und jetzt bin ich gespannt. Wahnsinnig gespannt! T-O-T-A-L aufgeregt, was da ab dem 01.09.2017 passiert. Ab übermorgen! Denn das Internet ist ein Dorf. Ich freu mich neue Blogs und Menschen dahinter kennenzulernen und bin neugierig auf eure Bilder und Beiträge.

 

Auf Instagram findest du mich unter @mamadenkt. Mit der Challenge geht es am Freitag, den 01.09.2017 so richtig los. Bist du dabei?

  • Vernetz dich mit mir auf Instagram.
  • Du bist nicht bei Instagram? Dann poste dein Bild zur Tagesaufgabe auf meiner Facebook-Fanpage von MamaDenkt. 
  • Hinterlasse einen Kommentar, was dein ältester Besitz ist.
  • Lade andere ein, mitzumachen und teile, was das Zeug hält.
  • Kennt du wen, der zauberhafte Nostalgie-Fundstück sein eigen nennen kann?
Also: #mamadenktnostalgisch oder #nostalgie zum taggen nutzen und los geht’s. Dabei?!!?