AlltagsAbenteuer
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Ein Mamablog unter vielen Elternblogs

Ein Mamablog unter vielen

Sonntagabend. Das Ende eines wilden, zauberhaften, aber auch irritierenden Wochenendes. Ich sitze im Wohnzimmer und frage mich, was alles auf meiner ToDo-Liste dieser Woche steht. Aber ich kann mich nicht darauf konzentrieren. Die vergangenen Wochen hat sich in mir so viel angesammelt. So Vieles, das keinen Raum fand ausgesprochen und damit rausgelassen zu werden. Nach viel Feierei komme ich zur Ruhe und mache mir Gedanken über den Inhalt meines Blogs. Dieser Mamablog, den ich so groß mit vielen Menschen die letzten Wochen gefeiert habe. Ein Mamablog unter vielen. Unter vielen Mamablogs und Elternblogs.

Ein Mamablog

In mir arbeitet es. Angefangen hat MamaDenkt als ein vermutlich typischer Mamablog. Was auch immer das Typische sein soll. Rezepte, Brustentzündung oder das Klarkommen, wenn der Familienalltag plötzlich da ist. Nicht mehr nur zu dritt, sondern schon zu viert. Eine zeitlang habe ich noch an Blogparaden anderer Mütter teilgenommen. Aber schnell stellt sich in diesem Metier heraus, wer nur um sich kreist, wer ein Interesse an den anderen Bloggern hat und wer nicht. Plötzlich kann einem die Elternbloggerszene ganz schön gefährlich vorkommen.

Hurrikan „Elternblogger“

Ja, ich habe mich immer versucht ein bisschen aus dieser Szene herauszuhalten oder höchstens so am Rande mitzuschwimmen. Oft genug kam es zu Konflikten unter Bloggern, an denen ich nicht Anteil haben wollte. Unterstellt mir ruhig fehlenden Mumm oder ausbleibendes Einstehen für was auch immer. Aber die Kräfte, die durch „Reibereien“ ausgelöst wurden, sind mir einfach viel zu heftig, unberechenbar und oftmals verletzend.

Aktuell stelle ich fest: Ich habe die letzten Monate viel gelernt, was Konflikte angeht. Nicht hier im Netz als Mamablog, sondern im wahren Leben als Rachel. Eine meiner größten Erfahrungen war: Konflikte sind nicht lebensbedrohlich, wenngleich ich sie als solche bisher erlebt habe. Daher vielleicht auch mein Empfinden, wenn es um die Auseinandersetzungen der Elternblogger und der Mamas hinter ihren Blogs geht. Wenn es darum geht, ob in der Öffentlichkeit gestillt wird oder wie Kinder zu erziehen sind. Sind sie überhaupt zu erziehen? Dann wird sich mal über Helicoptering ausgetauscht und plötzlich gefetzt. Diese Konflikte kommen plötzlich. Von jetzt auf gleich steht jede und jeder im Hurrikan. Es ist nicht klar: Was passiert hier eigentlich? Zieht er über einen hinweg? Mit welcher Intensität? Was bleibt oder besser wer bleibt? Oft genug lese ich Kommentare, in denen es heißt, dass sich eine Auszeit genommen wird. Ich weiß genau, was gemeint ist. Denn genau das, habe ich auch schon so oft selber gedacht. Dieses Plötzliche macht mir zu schaffen, deswegen bin ich froh oft genug in den Minimalismus ausweichen zu können und sowieso mein Ding zu machen.

Die großen und die kleinen Mamablogs

Immer mal wieder lässt sich mitverfolgen, wie die einen den anderen ihren Erfolg nicht gönnen. Oder aber kleinere Blogs versuchen einen Teil vom großen Ganzen abzubekommen, jedoch nicht gern gesehen sind.

Oft dann die Diskussion, dass es doch egal ist, wie groß ein Mamablog ist. Bei einer Reichweite von 30 000 Klicks lässt sich das gerne schnell sagen. Ich mag die kleinen und die großen Blogs und komme trotzdem nicht regelmäßig dazu, das zu lesen, was ich doch unbedingt alles lesen möchte.

Meine Kriterien sind in der Regel auch nicht die, wer den dicksten Kinderwagen fährt oder wer am lautesten schreit.

Viele habe ich entdeckt, da waren sie schon bekannt, aber nicht so, wie heute. Ich habe sie gelesen und selber noch nicht geschrieben. Heute lese ich sie in erster Linie, weil

  1. sie mir wissenstechnisch einen Mehrwert bieten,
  2. viel, lebendiges und tiefes Herz haben
  3. Zukunft mitgestalten wollen
  4. gesellschaftsrelevante und oft auch politische Dinge zum Thema machen
  5. und ’ne große Klappe haben.

Deswegen lese ich blogs. Und ja, ganz häufig schimpfen sich diese Blogs: Mamablog, Elternblog oder auch Familienblog.

Widrigkeiten von außen

Wenn dann also geklärt wäre, wer den dicksten Blog hat und der letzte thematische Hurrikan über uns hinweg gefegt ist, dann kommen so überaus förderliche „Widrigkeiten“ von außen. Menschen, die Mamablogs als nicht politisch charakterisieren, weil es nur um Rezepte, Genähtes und Gebasteltes (ich hab übrigens eine tolle Upcycling-Idee für Konservendosen geschenkt bekommen) und anderes Chi-Chi geht. Zwischendurch noch eine Verlosung eines Luxus-Kinderwagens oder irgendwelche Kinderbücher, um Leser zu erhalten (demnächst gibt’s „Pepe und den Pupsroboter“ aus dem Willegoos Verlag).

Mein Herz geht auf, wenn ich dann erlebe, dass zumindest die Bloggerinnen, die ich so furchtbar arg gerne lese, zusammenrutschen. Das wünsche ich mir so oft, so viel häufiger und mehr. Den Wunsch schick ich jetzt nach da draußen, ohne zu wissen, ob

  • er den nächsten Hurrikan veranlasst
  • in der Weite ungehört und/oder unkommentiert verhallt
  • oder einfach nur bestätigt wird.

Meine Lieblinge

An dieser Stelle lass ich euch mal ein paar meiner Lieblinge da. Blogs, auf denen ich schon sooooo lange mitlese (auch auf ihren SocialMediaKanälen), die sich zum Teil aber auch noch nicht in meiner Blogroll in der Sidebar befinden.

Ich schreibe euch heute nichts zu den Bloggerinnen hinter diesen Blogs. Erstens ist es schon viel zu spät. Zweitens entscheidet ihr selbst, unter welchen der vorherigen fünf Punkte ihr sie einordnen wollt und drittens lasst ihr euch jetzt einfach überraschen, denn es ist nur ein kleiner Ausschnitt großartiger Frauen.

Hab ich eine oder einen besonders Lesenswerten vergessen?

18 Kommentare

  1. Danke. Ich verstehe gut, was Du mit Hurricanes meinst und ich wünschte, ich wäre ein bisschen mehr Ohm um mich da öfter rauszuhalten.

    • Es macht ja auch durchaus Sinn bei dem ein oder anderen Hurricane mitzumischen, standhaft zu sein und sich gegen den Strom zu stellen. Was mir nur imer so ein bisschen innere Distanz und Zurückhaltung beschert ist eben diese Unberechenbarkeit und, dass ich mir manchmal nicht sicher bin, ob das jetzt sein muss? Hat es Priorität? Bringt es uns als Elternschaft voran?

      Allerdings, bist du mir noch nicht an den Stellen aufgefallen, an denen ich lieber aus der Ferne stiller Beobachter bin. Ich mag dein riot-Ding. 😉 :*

  2. Gute Gedanken, die auch schon in meinem Kopf waren ♡
    Ein Mamablog unter vielen. So bedeutungslos und doch so ein großer Wunsch zur Veränderung beizutragen.
    Danke!

  3. Als häufig stille Beobachterin mit Miniblog und etwas Blogerfahrung kann ich dir nur zustimmen. Häufig kommt in mir das Gefühl hoch, dass nicht mehr über den eigenen Tellerrand geschaut wird und man es sich in seiner Komfortabel bequem gemacht hat. Wir vs ihr. Selbst bei den von dir genannten „Hurricans“ erscheint mir das.
    So what. Jeder Blog hat seine Berechtigung und wer mit Herzblut und Leidenschaft schreibt und am lautesten brüllt wird die meiste Aufmerksamkeit bekommen – und jeder muss für sich entscheiden, ob er das will oder nicht.

    • Genau das, hab ich kürzlich von einer Mitbloggerin gehört. Aktuell ist Platz für alle da und jeder bestimmt, wie und wo er mitmischt. Irgendwie triffts das voll. Nichtsdestotrotz erscheint mir der Schaden, den so ein Hurricane haben kann, oftmals auch willkürlich.

  4. Spannend zu lesen – auch ich merke immer mehr, dass ich in der Bloggerwelt inzwischen meine eigene Nische gefunden habe und von den großen und kleinen Kämpfen gar nichts mehr mitbekomme. Vielleicht wird das im dritten Elternzeitjahr wieder anders, aber andererseits ist es gut so, wie es gerade ist. Nachträglich noch alles Gute zum Bloggeburtstag – thematisch dürfte es heute interessant für dich bei mir sein …

    • Ich habe schon mehrfach via Handy versucht zu kommentieren. Aber wie es scheint, hat es weder auf facebook noch direkt auf deinem Blog geklappt. Ich liebe deine Schlaufen-Giraffen!! :*

  5. Yvonne sagt

    Huhu! Nach meinen Erfahrungen haben diese Hurricans viel mit der heutigen Anspruchshaltung an „der Mutter“ und „dem Mamasein“ zu tun und der tiefen Verunsicherung bei jeder dem zu genügen. „Wir“ Mamas möchten doch alles richtig machen und somit verteidigen wir alles was „wir “ tun und machen dabei auch schon mal andere schlecht um selber gut dazustehen !
    Dieses Verhalten scheint mir so tief in unserer Kultur verankert . Ich erwische mich auch immer wieder dabei…Ich wünsche mir mehr Zuspruch und Anerkennung , Angenommen sein als Mama, Frau, Lehrerin, Mensch, in der Form so wie ich bin…Angenommen werden so wie jedeR ist…ist ein Wundch aller…das spüre ich an so vielen Stellen…warum ist das so schwer für viele ?
    Danke Rage für deinen tiefsinnigen Blog der durch deinen Blick in euren Alltag Fragen aufwirft , die mich häufig sehr bewegen…Lieben Gruß Yvonne

  6. Pingback: denkst 2017: Meine Eindrücke | MamaDenkt.de

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