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Entrümpeln (3). Wie fang ich an?

Wie in den vergangenen Wochen angedeutet, gibt es in meinen Augen nicht das Schema F, nach dem sich eine Wohnung oder ein ganzes Haus entrümpeln lassen. Dazu sind die Lebensentwürfe zu unterschiedlich, genauso wie die Leidenschaften und Dinge, an die wir gerne oder eben nur aus Gewohnheit unser Herz hängen.

Gerümpelecken

Gerümpelecken, so nenne ich die Orte, an denen sich in kürzester Zeit immer wieder Krempel anhäuft, kennt vermutlich jeder und ist nur den wenigsten nicht bekannt. Der berüchtigte Stuhl im Schlafzimmer ist wem ein Begriff? Denselben gibt es auch immer mal wieder im Kinder- oder auch im Wohnzimmer. Oder die Ablage auf dem Schreibtisch, in der Küche oder in einer Ecke vom Esszimmer. Ihr wisst schon, Post, zu erledigende Briefe, Rechnungen, Werbezettel oder Zeitungsausschnitte, auf denen die nächsten SeconHand-Basare gelistet sind.

Entrümpeln

Wo also fängt man da jetzt an? Vor lauter Kram kann man schnell mal den Überblick verlieren und weiß schließlich selber nicht so recht: „Wo fange ich an?“

3 Entrümpeltipps für den Anfang

  1. Frage geklärt haben, warum will ich entrümpeln. (Auf diese Weise habt ihr ein Ziel vor Augen. Mehr Ordnung in der Küche, mehr Überblick im Ganzen oder keine nächtlichen Plastikbaustein-Eskapaden, weil ihr auf einen Legostein getreten seid.)
  2. Dort anfangen, wo euch das Chaos am eindrücklichsten erscheint. (Das durchhängende Bücherregal im Kinderzimmer, der vollgestopfte Wohnzimmerschrank oder auch die überquellende Kommode mit den Babyklamotten…) Es motiviert ungemein, wenn schnell sichtbare Veränderung eintritt.
  3. Einfach loslegen. (Keine großen Pläne schmieden. Das kannst du hinterher oder währenddessen immer noch. Hauptsache du hast schon mal angefangen.) Nur betrachten und denken und planen, bringt keine Veränderung.

Strukturiertes Entrümpeln

Ich komme gerade aus einem Arbeitswochenende, in dem sich Vieles um Struktur gehandelt hat. Meine persönliche Feststellung daraus: Jede erarbeitete Struktur muss zu demjenigen passen, der sie anwendet. Daher ist es unglaublich schwierig von außen irgendwelche Vorgehensweisen als die Richtigen hinzustellen. Jede/r wird sich selber Gedanken über sein/ihr strukturiertes Vorgehen machen müssen.

Hier mal drei Vorgehensweisen, die es uns einfacher gemacht haben, loszulegen, dranzubleiben und voranzutreiben.

Dringliches zuerst

Am Anfang haben wir uns den Dingen gewidmet, die uns am dringlichsten erschienen. Da wir uns in der Lebensphase „Erstes Baby“ befanden, kamen daher auch zunächst all die doppelten sperrigen Babysachen unter den Hammer, die sich im Laufe der Zeit bei uns angesammelt hatten. Wir haben Wippen, Autositze, Babykleidung, Babyphon und Kinderwagen im Freundeskreis verschenkt, bei ebay verkauft oder an Frauenhäuser abgegeben.

Vor allem die großen Gegenstände und ihre Abwesenheit fielen auf und erleichterten das Herz. Denn auf einmal gewannen wir etwas Fläche zurück. Auch Secondhand-Basare oder Flohmärkte bieten sich für diesen Schritt ideal an.

Zimmerweise

Zwischenzeitlich sind wir auch Zimmerweise mit dem Entrümpeln fortgefahren, das wir bei uns meist als Reduzieren bezeichneten. In älteren Blogartikeln findet ihr daher eine Serie, in denen ich meinen Lesern einen Einblick in unsere damalige Wohnung gegeben habe. Gebt im Suchfeld gerne mal die Schlagworte „reduziertLeben, wohnen“ ein und ihr müsstet fündig werden.

In der Küche widmete ich mich zuerst der Ramsch-Schublade, die sich – BTW – gerade wieder entwickelt. (Ich muss da rechtzeitig eingreifen, was bei fünf Personen nicht immer ganz so einfach ist.)  Danach traf ich Entscheidungen bzgl. zweier Topfsets, die wir zur Hochzeit geschenkt bekommen hatten, versteigerte mein Geschirr-Service, das bis dato im Regal gestanden und auf einen Besuch der Queen gewartet hatte, und sortierte Lebensmittel von anno domini aus.

Dann kamen noch die Schublade mit dem Plastikkram an Schüsseln an die Reihe, die mich tierisch nervte, und die zwei Kisten vollgestopft mit Putzmitteln für jeden erdenklichen Haushaltsgegenstand.

Challenges

Im Netz entdeckte ich diverse Challenges, von denen die Leute schrieben und berichteten. Das ein oder andere probierte ich für mich und manches auch mit der Familie aus. Vorangetrieben haben uns diese Herausforderungen zwar meistens nicht. Allerdings dienten sie dazu, die Motivation nochmal neu anzukurbeln. Schließlich waren wir nicht die einzigen, die es mal ein paar Tage nur mit 100 Dingen ausprobierten oder in einem Monat jeden Tag so viele Gegenstände loswurden, wie es das Datum vorgab. Am 16. waren es 16 Teile, am 29. 29 Teile. Unser Experiment Lebensmittel Luftlinie ≤ 50km war auch eine Initialzündung. (Dazu mal nach Lebensmittel Luftlinie suchen)

Loswerden, Entrümpeln – Tipps und Links

Die meisten von euch wissen ganz genau, wo sie ihren Kram loswerden könnten. Die meisten anderen wissen warum sie ihr Zeug nicht mehr in der Wohnug stehen haben wollen, wissen aber nicht, wie sie jetzt am besten anfangen könnten. Für euch alle habe ich hier ein paar Link zusammengestellt.

Im ersten Artikel zu dieser aktuellen Blogartikel-Serie findet ihr ein paar Links zu Blogartikeln auf MamaDenkt aus der Vergangenheit.

Wenn es darum geht sich die erwähnten Challenges mal näher anzuschauen, dann seid ihr bei bemorewithless gut aufgehoben und auch bei theorganizedcardigan, einem deutschsprachigen Blog, der sich auch, aber nicht nur dem Thema Kleiderschrank verschrieben hat. Dort findet ihr auch den ein oder anderen Trick, wie ihr euer Zuhause aufgeräumt halten könnt.

Bücher

Was Bücher angeht, sind wir damals wie folgt verfahren. Viele Bücher haben wir weiterverschenkt und weitergegeben. Manche ließen sich im Netz, wie z.B. bei momox, booklooker oder rebuy weiterverkaufen. Wenn das nicht geklappt hat, bin ich mit Büchern zur Bücherei und habe gefragt, ob Interesse besteht. Heute gibt es endlich auch einen öffentlichen Bücherschrank, in den aktuelle Literatur eingetauscht werden kann. Erst im letzten Schritt, laden Bücher, die aussortiert wurden, in der blauen oder werden auf irgendeine Weise upgecycelt.

Kleidung

Bei Kleidung habe ich mir erst schwer getan. Aber irgendwann gab es diesen einen Moment und ich konnte mich von vielen Kleidungsstücken trennen. Ich habe mich getrennt und sehr, sehr erleichtert gefühlt. Plötzlich bemerkte ich, wie furchtbar ich shoppen und einkaufen und Klamotten suchen fand.

Inzwischen besitze ich vier Hosen. Eine zum Arbeiten im Garten oder beim Renovieren, eine für alle möglichen Geglegenheiten und zwei Pumphosen, die sich eigentlich nur im Sommer oder im Winter mit zwei zusätzlcihen Strumpfhosen tragen lassen. Ein paar Oberteile, vier Pullover und eine Lieblingsstrickjacke, die unter den Armen leider schon voll zerfetzt ist. Sie ist aber auch schon 20 Jahre alt und wurde viel, viel getragen.

Losgeworden bin ich Klamotten eigentlich nur bei der Kleidersammlung, auch gut Erhaltenes, weil mir der Verkauf einfach viel zu anstrengend war. Viele Klamotten gingen auch an Frauenhäuser. Kinderklamotten werden hier immer auch in der Verwandtschaft weitergegeben und in der Regel solange getragen, bis nichts mehr geht. Im Netz gibt es zwar solche Plattformen, wie Kleiderkreisel und ähnliche. Mir war aber auch das dortige Einstellen einfach zu mühselig.

Spielzeug

Viele packen bestimmtes Spielzeug in Kisten, verfrachten es auf den Speicher und tauschen entsprechendes Spielzeug regelmäßig aus. Das machen wir in einem gewissen Rahmen ähnlich.

Allerdings habe ich von Anfang an deutlich gemacht, dass ich nicht möchte, dass die Jungs so viel Spielzeug haben. Aktuell ist es in der Tat das Kinderzimmer, das unbedingt noch mal in Augenschein genommen werden muss. Hier bringen eben drei kleine Gesellen regelmäßig neuen Kram dazu und sei es nur ein Kronkorken von einer Flasche Dunkelbier oder ein kostbarer Stein aus dem Garten oder ein Stock vom Spielplatz oder ein Mitbringsel eines Kindergeburtstages. Das häuft sich alles schnell an.

Bzgl unseres Spielzeugumgans schaut gerne mal über die Suchfunktion nach Kinderzimmer oder Spielzeug und lest in den jeweilige Artikeln nach. In den diversen Einträgen erhaltet ihr Einblick in unser Kinderzimmer und die Kriterien, die uns wichtig sind. Hilfreich ist auch die facebook- Gruppe „Spielzeugfreies Kinderzimmer“. Aus einer Challenge ist vor einiger Zeit auch die facebook Gruppe chaosfreies Familienleben – reduziert, bewusst, nachhaltig mit Kindern entstanden. Auch das ein Leselink, der sich anzuklicken lohnt. Allerdings handelt es sich bei beiden um geschlossene Gruppen und ihr werdet bei INteresse wohl beitreten müssen.

Spielzeug lässt sich auch prima untereinander austauschen á là Nachbarschaftshilfe, wer denn gerne teilt. Wollt ihr es wirklich loswerden, dann vielleicht in der Tat über gängige Online-Auktionshäuser, Flohmärkte oder SecondHandBasare und -Läden. In manchen Städten gibt es außerdem die Umsonstläden, die ich persönlich auch toll finde. Zudem geben wir es im Freundeskreis gerne weiter oder haben auch viel an die Flüchtlingshilfe verschenkt.

So haben wir damals begonnen. Was habe ich vergessen? Wie seid ihr durchgestartet?

7 Kommentare

  1. Hallo Rage,

    vielen Dank für die Erwähnung!
    Gerade mit Kindern ist das Thema Entrümpeln ja eine echte Herausforderung.
    Ich finde es total schön, dass du so liebevoll auch mit den loszuwerdenden Sachen umgehst und Vielem versuschst, weiterhin durch Spenden und Verkauf einen Wert zu geben.
    Viel Erfolg und auch Spaß weiterhin dabei!

    Ganz liebe Grüße
    Sunray

    • Liebe Sunray, danke! Ich mag deine Seite. Und das Gefühl allem irgenwie seinen Wert zu geben, es ist schon irgendwie nicht so minimalistisch, wie ich es manchmal gern hätte.

      <3

  2. Aufbrauchen was schon da ist, fand ich auch immer gut. Im Bad hatte ich dann noch einen Rückfall. Jetzt kaufe ich nur noch, was ich direkt wieder ersetzen würde.

  3. Pingback: Ausmisten & Loslassen (Das Webinar-Protokoll) | Apfelmädchen & sadfsh

  4. Julia sagt

    Hallo liebe rage,

    Danke für den tollen Beitrag!!

    bei mir steht nun der Umzug vor der Tür – kann es kaum erwarten 🙂 !
    Im Flur tümmeln sich immer noch zahlreiche Kisten, mit Büchern, alten Kassetten und Andenken. Für den Verkauf meiner monströsen Büchersammlung werde ich mich mal auf momox und rebuy erkundigen. Mein Kleinelektronikzubehör konnte ich prima auf [url=https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-multimedia-elektronik/c161]ebay Kleinanzeigen[/url] weiterreichen.
    Ein letzter Ratschlag von meiner Seite: Bringt für das Entrümpeln, und Reinigen der leeren Flächen genügend Zeit, Spucke und Ausdauer mit! Mein letzter Umzug geschah recht ungeplant, und ziemlich Hals über Kopf. Bevor uns schlimme Alpträume von gescheiterten Umzugsplanungen den Schlaf rauben, sollte man sich vielleicht sogar an eine professionelle [url=http://raeumungstruppe.de/]Räumungstruppe[/url] wenden.

    Ich bin schon gespannt auf deinen nächsten Beitrag, Sonnige Grüße aus Hamburg!

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