DiY & Projekte
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Gemüse selber anbauen (1)

… und zwar im Wohnzimmer, auf der Fensterbank oder in einer alten Weinkiste auf der Terrasse. Das ist unser aktuelles Projekt. Da ich selber keinen grünen Daumen habe ist das diesmal ein äußerst heikles Experiment, zumal ich es mit den Jungs angegangen bin. Meine Befürchtung, dass es aufgrund meines Mitmachens in die Hose geht und kein einziger Samen anfangen wird zu keimen, hat sich zum Glück nicht bestätigt.

Die Radieschen und auch die Salatpflänzchen haben alle begonnen zu keimen. Kleine grüne Pflänzchen recken sich aus der Erde hervor und jeden Morgen und jeden Abend bewundern wir ausgiebig unsre kleinen Wunder. Zwischendurch auch noch gefühlte 100 Mal, aber es ist doch so schön! Außerdem haben wir zwischendurch in der Tat das Gefühl, als könnten wir ihnen beim Wachsen zuschauen. Damit hat sich für uns auch der (Ur)Omas Ausspruch erklärt: „Die (Kinder) wachsen ja auch wie die Radieschen!“ Wie gut, dass ich mich intuitiv für dieses gut wachsende Gemüse zur Aussaat entschieden habe, das scheinbar hart im Nehmen ist.

Wie haben wir nun ausgesät?

Wie gesagt, der Mann hat irgendwann mal die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und mir viereckige Anzucht-/Aussaatkästen aus Kunststoff mitgebracht. Begeistert hat mich das Material nicht und ich überlege noch, wie Alternativen ausschauen können. Zumindest für die Zeit, in der noch kein Hochbeet im Garten aufgestellt werden kann.

Auf meine Anfrage, wie ihr das denn macht, habe ich eine Reihe von Ideen in euren Kommentaren zusammengetragen und einfach mal drei der Ideen ausgewählt, um es zu testen:

  • in einem der Anzuchtkästen
  • in zur Seite gelegten Klopapierröllchen
  • in einer Weinkiste mit einem Drainagesystem aus Sand, Kies und abgefallenen Ästen

Die ersten beiden Ideen habe ich bewusst auf der Fensterbank in unserem Wohnzimmer aufgestellt, damit wir

a) was zum Beobachten haben,
b) testen können, wie sehr sich komplett drinnen Gemüse ziehen lässt und
c) ich mir mein Gemüse weder von Schnecken noch Mäusen klauen lassen möchte.

Das Gemüse befindet sich jetzt seit gut einer Woche in der Erde und wächst und gedeiht lsutig vor sich hin. Ob ich vielleicht doch irgendwas falsch gemacht habe, das werden wir sehen. Ich weiß es noch nicht. Daher lese ich fleißig weiter in meinem Buch „Selbstversorgung aus dem Garten“ von John Seymour. Das hatte ich mir eine zeitlang von meiner Mutter ausgeliehen. Als wir irgendwann mal kurz vor der Sommerferien in der Bücherei waren, wurden dort alte Bücher verkauft. 0,30€ das Stück. Und welches noch heute aufgelegte Buch konnte ich dort ergattern? Richtig, das zuvor genannte Buch.

Bislang habe ich auch schon einiges an Wissen und Ideen aufgesaugt: Die Sache mit den Tiefkulturbeeten, wie der Boden beschaffen sein muss, damit Gemüse gut wächst, wie sich Marmeladengläser als Schutz für junge Salatpflanzen einsetzen lassen oder wie Quitten gut gelagert werden. Dass Erbsen und Bohnen dem Boden gut tun und Zwiebeln und Möhren gut nebeneinander angebaut werden können, weil sie sich gegenseitig ihre Schädlinge vertreiben. Sehr cool.

Einen Linktipp möchte ich euch an dieser Stelle unbedingt noch mitgeben. Denn kurze Zeit nach meinem ersten Artikel zur Thematik haben Daija und Birgit einen Blogartikel zum Thema Pflanzgefässe, um mit Kindern zu gärtnern verfasst. Großartig. Die Idee mit der Weinkiste stammt dort her.

Wie weit seid ihr mit eurem Gärtnern dieses Jahr? Welches Gemüse könnt ihr empfehlen, um mit Kindern zu gärtnern? Oder welche besonderen Tipps habt ihr, wenn es darum geht mit Kindern anzupflanzen?

12 Kommentare

  1. Wir haben das Glück „kleine“ Selbstversorger zu sein, wenn es um Gemüse geht. Meine Kinder haben jeder ein eigenes Beet, in das sie pflanzen können was sie mögen. Toll für Kinder sind natürlich Radieschen, weil sie so genügsam sind, und man ihnen beim Wachsen fast zusehen kann. Genauso wie den Bohnen. Für Kübel oder Weinkisten kann ich Salat, rote Beete, Radieschen, aber auch Tomaten, Gurken und Zucchini empfehlen (wenn der Kübel ausreichend groß und tief ist). Wir haben viele Wildtomaten, die sind unglaublich robust und machen sehr kleine, aber zuckersüße Früchte.
    Viel Erfolg!

  2. Ich habe meine Tomaten in Eierkartons angezüchtet. Klappt auch super (als Alternative für die Klopapierrollen). Vorgestern habe ich Salate, Möhren und Zwiebeln gepflanzt. Da liegt jetzt der Schnee drauf *Augenroll. In drei Wochen kommen dann die vorgezogenen Zucchini, Kürbisse, Zuckermais und Gurken ins Beet. Ich weiß genau was Du meinst- ich rieche auch jeden Tag an den gekeimten Pflanzen, Blättern und Blüten und es macht mich irre glücklich <3

    • Oh ich will das auch!! Aktuell haben wir nur leider eine riesige Baustelle hinterm Haus. Kombiniert mit grüner Hölle. Bis auf die Weinkiste wüsste ich nicht, was ich da sonst noch so anbauen könnte. Bzw. WO, ich was anbauen sollte.
      Überall liegt Schotter, Lehm, Bruchstein… Es wäre so schön, wirklich, so unglaublich schön, wenn ich zumindest die Radieschen ernten können würde. Aber ganz ehrlich?? Ich glaube, ich hab was falsch gemacht…

  3. Yvonne sagt

    Ich hab alles wie Birgit und Daija einfach in Kübeln ausgesät☺️ Zumindest Gurke und die essbaren Blüten…Salat und Kräuter folgen …die Erdbeeren hab ich als Pflanzen gekauft…ich bin gespannt ob das was mit den Gurken wird . Lieben Gruß Yvonne

    • Erdbeeren suchen wir auch… Woher hast du sie? Und woher weißt du, dass es gesunde Erdbeeren waren und möglichst frei von Pestiziden?

  4. Sonja sagt

    Ich habe Radieschen und Kürbiskerne gesäet. Aus beidem ist etwas geworden, worauf ich unsinnigerweise stolz bin. Die Kürbispflänzchen habe ich gestern pikiert, obwohl man das nicht tun sollte, zwei sind sehr mickrig, aber die anderen vier haben sich gut entwickelt. Ich freue mich schon auf den Mai, wenn ich die Pflanzen raussetzen kann, hoffentlich kann ich im Herbst ein paar Hokkaidos ernten. Der Rhabarber gedeiht bei uns nicht.
    In einem Fernsehbeitrag über einen Naturkindergarten ging es um das Setzen von Kartoffeln. Könnte sich für Euch eignen, weil man sie in einen Kübel reinkommen und man schüttet immer wieder Erde drauf.
    Liebe Grüße
    Sonja

  5. Sabrina sagt

    Das liebste Hobby meines Manes ist sein Gemüsegarten. Neben normale Beeten haben wir ein Gewächshaus und vier Hochbeete/Frühbeete. Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren, Pastinaken, Bohnen, Erbsen, Salat, Kohl (mit wechselndem Erfolg, bis auf Kohlrabi), Zucchini, Radieschen, Lauch, Tomaten, Paprika, Kürbis, div. Kräuter, Erdbeeren, Johannisbeeren, Äpfel, Birnen, Himbeeren.. Für die Selbstversorgung ein Segen, aber wahnsinnig viel Arbeit. Und manchmal frustrierend wenn Wühlmäuse gleich mehrere Meter Möhren vernichtet haben, die Schnecken den Salat lieben, Kohlfliegen den Rosenkohl ungeniessbar machen, das Unkraut alles überwuchert weil wir nur am Wochenende dort sind (Gift, Schneckenkorn &Co haben Hausverbot in unserem Garten, um die Mäuse kümmert sich jetzt die Katze die uns eine Woche nach dem Wühlmausdesaster zugelaufen ist…), oder auch wenn man mal wieder so viel geerntet hat das man nicht nachkommt mit essen und konservieren und ein Teil der Ernte auf dem Kompost landet…
    Mit Kindern fehlt mir die Erfahrung, aber alles was denen schmeckt und was schell wächst. Radieschen sind da ein Klassiker, die wachsen auch im Balkonkasten (direkt aussäen, nicht vorziehen!), Erbsen finde ich auch toll, wachsen schnell und nachen wenig Arbeit. Frisch von der Pflanze naschen habe ich als Kind geliebt! Kartoffeln finde ich nicht so spannend weil man so wenig sieht. Cocktailtomaten, wenn Ihr einen Platz habt der regengeschützt ist. Salat, aber hier nur wenig gleichzeitig und dafür jede Woche neu aussäen, 10 erntereife Salatköpfe gleichzeitig zu haben ist furchtbar unpraktisch! Auf dem Balkon habe ich „Winterhecke“, das ist eine Mischung aus Frühlingszwiebel und Schnittlauch. Wächst schnell, kontinuierlich, ist pfegeleicht und winterhart.
    Viel Spass wünsche ich Euch jedenfalls! Findet heraus was bei Euch wächst und was Euch schmeckt, und lasst Euch nicht entmutigen wenn etwas nicht so gut klappt.

    • Großartig!!! Will auch! Außer dem übergroßen Mehr an Arbeit… 😉 Oh nope. Warum darf man Radieschen nicht vorziehen? Sie stehen bei uns auf der Fensterbank… Ich wollte sie jetzt raussetzen. Allerdings befürchte ich auch, sie nicht tief genug gesät zu haben. Wie tief säst du sie?

      • Sabrina sagt

        Ich weiss nicht ob man sie nicht vorsäen darf (haben wir noch nie gemacht, ist unnötig und würde zusätzliche Arbeit bedeuten), aber da beim Radieschen (wie auch bei Möhren) die Wurzel der entscheidende Teil der Pflanze ist halte ich es für ungünstig die Wurzel durch umpflanzen zu irritieren. Möhren mögen das gar nicht und ich kann mir gut vorstellen das die Radieschen es auch nicht mögen… könnte zu seltsamen Wuchsformen führen. Möhren machen dann gerne statt einer Möhre ganz viele kleine Wurzeln. Wir säen sie immer direkt ins Beet oder den Balkonkasten, nur mit wenig Erde bedeckt (vielleicht 1 cm tief, mehr nicht).
        Ich würde jetzt Deine Pflanzen mit aller Erde aus den Anzuchttöpfen umsetzen, vielleicht stört die das dann gar nicht! Wichtig wäre wohl nur die Wurzeln dabei möglichst gar nicht zu stören.
        Im Beet (oder auch in der Kiste, solange die Erde tief genug ist) kann man gleichzeitig Möhren aussäen. Die brauchen viel länger als die Radieschen, und die Radieschen markieren quasi die Möhren, die am Anfang total unscheinbar sind. Bis die Möhren im Wachstum Fahrt aufnehmen sind die Radieschen längst aufgefuttert.
        Als Abwechslung zu Radieschen kann man auch Eiszapfen säen. Schmecken wie Radieschen, sind aber lang und weiss.
        Und beides kann man fast das ganze Jahr immer wieder aussäen. Dank des milden Winters hatten wir im Frühbeet den ganzen Winter Radieschen (auch wenn sie deutlich langsamer wachsen).
        Oh, und Spinat! Wächst wie Unkraut, jung lecker als Salat, später klassisch. Für Gemüse braucht man nur Unmengen an Blättern, das glaubt man nicht wie das im Topf zusammen fällt…
        Ich habe ja eine Hassliebe mit dem Garten. Die Arbeit ist befriedigend (auch wenn sie mir nicht immer Spass macht), eigenes Gemüse zu haben ist phantastisch, aber es bedeutet auch keine Zeit für den Sonntagsspaziergang, geschweige denn einen ganztägigen Ausflug, und Urlaub in der Hauptwachstumsphase ist äusserst ungünstig… Wobei das hauptsächlich daran liegt das der Garten bei Schwiegervater liegt und wir dort nur am Wochenende hinkommen weil zu weit weg. Kann man täglich ein bisschen im Garten tun artet es nicht so aus und ist deutlich entspannter!
        Und selbst ein paar Kräuter, und ein oder zwei Tomatenpflanzen und Erdbeeren auf dem städtischen Balkon sind eine tolle Sache, es muss ja nicht ein kompletter Selbstversorgergarten sein!

  6. Hallo Rage!

    Ich bin ja so froh, dass ich noch nicht wirklich viel gemacht hatte. Letzte Woche hat es tief gefroren und geschneit in Ö. Es wäre alles kaputt geworden.

    Demnächst geht es aber auch bei uns los im Terassengarten! Mit Kisten und Töpfen. Deine Weinkisten gefallen mir sehr gut!

    lg
    Maria

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