Minimalismus
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LeseStoff: Einfach leben von Lina Jachmann

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(erschienen und freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Knesebeck Verlag) Vor zwei Wochen hatte ich Lina Jachmann hier im Interview auf meinem Blog. Ein Interview, das sehr kurz und knackig war. Dafür ist ihr Buch „Einfach leben“ um einiges voller und ich möchte diesen Platz hier nutzen, euch ihren Minimalismus-Guide näher vorzustellen.

Ein Minimalismus-Guide

„Einfach leben – Der Guide für einen minimalistischen Lebensstil“ ist Sinn und Zweck des Buches. Es bietet ein kunterbuntes und vielfältiges Potpourri davon, wie minimalistisch leben, einfach leben ausschauen, welche Facetten es beinhalten kann und leitet den Blick hindurch. Hindurch und über eine Menge von Wegen, wie Minimalismus aussehen kann.

Ich gestehe: Ich war anfangs nicht nur super neugierig und gespannt, sondern doch auch skeptisch als ich die Anfrage erhielt, es zu lesen. Minimalismus, so wie ich ihn die vergangenen sieben Jahre erlebt habe, hat sich bei den meisten Menschen, die ich kennen gelernt habe, fortwährend entwickelt. Dabei habe ich – ganz grob formuliert – zwei große Richtungen beobachtet. Dass es auch spezielle Mixe gibt – keine Frage. (Ich pauschalisiere gerade sehr bewusst, um euch meine anfängliche Skepsis zu erläutern.) Darum geht es mir gerade nicht. Ich habe kennengelernt:

Minimalismus als Trend

Entweder das Buch greift einfach nur einen Trend auf. Einen Trend, der zwar aus der Überladung und dem totalen Überangebot unserer westlichen Gesellschaft und Wirtschaft entsteht. Menschen sehnen sich nach dem Einfachen, diesem Überschaubaren, das sich aus einfach leben ergibt. Das Konsumverhalten schränkt sich vielleicht etwas ein, aber teure Designerstücke (Möbel, Kleidung, Kunst…) unabhängig von ihrer Herkunft und Machart, finden Platz in leeren Lofts oder Altbauwohnungen. Dieser Minimalismus ist und bleibt letztendlich ganz schön teuer.

Ökologischer Minimalismus

Oder es geht um ökologischen Minimalismus, so nenne ich ihn häufig. Letztendlich gibt der Mensch alles „Unnötige“ ab, besitzt nur noch 100 oder weniger Teile und isst die Äpfel der Bäume am Wegesrand.

Ja, natürlich auch überspitzt. Aber ich wollte wissen, in welche dieser Kategorien gehört dieses Buch „Einfach leben“. Was ist die Hauptaussage? Greift es tatsächlich „nur“ einen Trend auf oder ist es ökologisch so radikal, dass es mit meiner Lebenswelt als Mutter dreier Kinder nichts mehr zu tun hat? Geht es um Trend? Geht es um Geisteshaltung? Geht es um Ästhetik oder um Ressourcenschonung? Worum geht es in diesem Buch?

Einfach leben mit mehr Klarheit

Lina trifft den Kern des Themas in ihrem Vorwort meines Erachtens sehr gut. Den meisten Minimalisten geht es um „einfach leben“ und die sich dahinter verbergende Klarheit im Leben (Über dieses einfach leben habe ich selber schon mal hier gebloggt. Wer gerne nachlesen möchte.). Sei es bei der Einrichtung der eigenen vier Wände, hinsichtlich des Wissens darüber, woher mein Lieblingsshirt kommt oder wieviel Zeit ich mit mir unwichtig erscheinenden Dingen verbringen bzw. zu tun haben will: putzen, sauber machen oder Instand halten?

Diese Klarheit kann ästhetische und pragmatische Gründe haben, genauso wie nachhaltige und ressourcenschonende. In ihrem Minimalismus-Guide geht es ihr nicht darum, dogmatisch den einen Weg festzulegen. An den Leser richtet sie sogar ausdrücklich die Bitte, sich das für ihn Stimmige, Schöne und für seine Lebenswelt Passende herauszupicken.

Ein Buch fürs „Einfach leben“

Auf 240 Seiten in vier großen Kapiteln hat die Autorin Lina Jachmann zusammengestellt, worum es beim einfach Leben geht. Mittels Geschichten, Konzepten, Gedanken, Ideen, Produkten und DIYs befasst sie sich mit den Themen Wohnen, Mode, Körper und Lifestyleeinfach leben Minimalismus-Guide 038-1

Der Leser hat die Wahl, das Buch von vorne nach hinten durchzulesen oder aber an den Stellen einzuhaken, die ihn gerade beschäftigen und umtreiben. Durch Homestories und Interviews mit sehr verschiedenen Menschen bietet sie einen Einblick in ganz unterschiedliche, einfache Lebenskonzepte.

Mit vielen Bildern hat der Leser die Möglichkeit sich inspirieren zu lassen, schön zu finden und ein Bild von diesen Minimalisten zu gewinnen, denen Einfachheit im Leben wichtig ist.

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Mehr Zeit, mehr Freiheit, mehr Glück, sind Begriffe, die immer wieder vorkommen. Das Loslassen vom Überflüssigen, um sich auf das Wesentliche auszurichten – darum geht’s. Entweder wieder neu oder überhaupt zum ersten Mal, weil wir es beispielsweise gar nicht erst gelernt haben.

Besondere Bonbons

Alle Interviews, Homestories und Tipps sind Bonbons. Doch besonders gut gefällt mir, dass Lina , bevor sie einsteigt in die Themen der anderen „Erste Schritte“ fürs einfach leben vorstellt:

  • Weniger ist mehr
  • Wenn wir es uns vorstellen können, ist es schon fast geschafft
  • Abschied nehmen

Dann folgen eine Reihe der unterschiedlichsten Herangehensweisen, um das Abgeben und Loslassen auch wirklich  umzusetzen. Ihr Buch macht dieses „einfach leben“ konkret erfahrbar. Ihre sich daran anschließende Minimalismus-Challenge knüpft an und bietet dem Leser einen unmittelbaren Einstieg, um loszulegen und sich neu aufs Wesentliche zu konzentrieren.

Am Ende des Buches findet sich ein weiteres Bonbon ihres Minimalismus-Guide: Eine Zusammenstellung von Bloggern, YouTubern, Minimalisten, Unverpackt Läden und anderen Netztipps, die sich für grünen Minimalismus interessieren. Sehr hilfreich und inspirierend!

Fazit

Mir gefällt Linas Buch „Einfach leben“ sehr. Sie hat es geschafft verschiedene Richtungen, Akzente und Lebenskonzepte des Minimalismus nicht nur vorzustellen, sondern Brücken zu schlagen. Es gelingt ihr verschiedene Richtungen mit Leben zu füllen und sogar Gemeinsamkeiten wie die Suche und Sehnsucht nach Klarheit zu formulieren. Müsste ich sie einer der Richtungen einordnen, bliebe sie bei mir dennoch im ökologischen Minimalismus, wie ich ihn mir vorstelle.

Natürlich, Minimalismus hat häufig Ursachen, die mit mir als Person zu tun haben. Einzelne lieben beispielsweise besonders minimalistische Mode und daraus resultierende Lifestyle-Ideen  und machen sich um Nachhaltigkeit erst viel später Gedanken.

Das Einbeziehen der anderen, die durch meine Art zu leben betroffen sind (Tiere, Umwelt, Menschen anderer Länder), spart Lina Jachmann jedoch nicht aus, sondern holt es immer wieder auf den Tisch. Das gefällt mir gut. Ein tolles Buch, in das es sich lohnt reinzuschauen!

1 Kommentare

  1. Sandra sagt

    Dieses Buch habe ich mir vor einigen Woxhen gekauft und finde es wirklich gut! Immer wieder schaue ich rein und fühle mich wirklich inspiriert!
    Gefällt mir sehr!
    Gruß Sandra

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