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LeseStoff: Pepe und der Pupsroboter von Jesko Habert und Timo Becker

Pepe und der Pupsroboter 01

(erschienen und freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom WILLEGOOS Verlag) Als ich damals das Verlagsprogramm von Willegoos durchgesehen habe, war ich in erster Linie auf der Suche nach einem Buch, dass ich sowohl K1 als auch K2 in die Hand drücken können wollte. Mit dem Pupsroboter Pepe ist mir das ganz gut gelungen.

Pepe und der Pupsroboter

Zunächst mal ein paar bibliographische Angaben: Das Buch hat 48 Seiten, und ist erstmals 2016  im Verlag erschienen. Der Autor Jeske Hapert ist Umweltsoziologe und verbindet seinen Nachhaltigkeits-Hintergrund mit einem sehr bildreichen Stil Kindergeschichten zu erzählen. Der Illustrator Timo Becker publizierte schon während seines Design-Studiums in Münster erste Kinderbücher und Puzzles.

Das Nachhaltige an diesem Buch ist nicht nur in Form des Inhalts zu erkennen, sondern auch anhand des verwendeten Materials (Papier, Druckfarben, Karton) und der Art der Herstellung. Das Buch besteht aus Recyclingpapier, wurde in Deutschland klimaneutral mit mineralölfreien Farben gedruckt, ohne Verwendung von Folie.

Worum geht es?

Erstmal geht es nur um Pepe. Ein kleiner Junge, der im regelmäßigen Abstand seine getrennt lebenden Eltern besucht bzw. dort wohnt. Die Geschichte beginnt so, dass aktuell ein Papa-Wochenende ansteht, auf das sich Pepe jedoch so gar nicht freut. Papa hat ihn bislang immer mal auf den Schultern getragen, wenn Pepe nicht mehr konnte. Eines Tages geht das jedoch nicht mehr und sie müssen sich etwas anderes einfallen lassen, so dass Papa nicht tragen muss und Pepe nicht in Dauerschleife quengelt.

Papa entwickelt eine Tragemaschine für Pepe, einen Roboter, auf den sich der Junge setzen kann, wenn er nicht mehr laufen mag. Diese Roboter kommen auch bei den anderen Kindern so gut an, dass schließlich alle auf ähnlichen Robotern durch die Gegend fahren. Erst mit der Zeit wird deutlich, dass diese ideal scheinende Lösung, ein riesiges, stinkendes Problem mit sich bringt, denn die Roboter stoßen Pups-Wolken aus…

Wie es weitergeht, schaut ihr vielleicht einfach selber im Buch nach.

Nachhaltigkeit ist auch für Kids ein Thema

Natürlich ist so ein Roboter phänomenal. Wer will nicht auch mal durch die Gegend gefahren werden, ohne auch nur einen Finger krumm zu machen? Hoppla, wir fahren ja mit Autos durch die Gegend. Oh, das ist  ja ein permanenter Furz, den wir da hinter uns herziehen.

So, oder ähnlich könnte die Reaktion der Kids sein, mit denen ihr das Buch lest. Eine gedankliche Verknüpfung zu erstellen und einen Zusammenhang zwischen den Robotern und unseren Fahrzeugen zu erkennen, gelingt durch den bildhaften Erzählstil des Autors außerordentlich gut.

Insgesamt schafft er durch den Rahmen der Geschichte einen nahen Bezug zur Lebenswelt von Kindern. Die getrennt lebenden Eltern, die Rückenschmerzen von Papa oder Mama, wenn es darum geht größere Kinder zu tragen oder auch das Quengeln der Kinder, wenn sie nicht mehr weiterlaufen wollen. All das kommt im Leben der großen und kleinen Leser vor. Das Erfinden eines Roboters, eines Pupsroboters, erscheint da auch für die eigene Alltagswirklichkeit gar nicht mal so abwegig, sondern naheliegend.

Für Erstleser empfohlen

Sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite des Covers steht eine ausdrückliche Leseempfehlung für Erstleser. Ich kann das nur bestätigen und möchte die Leseempfehlung auf die älteren, möglichen Leser ausweiten.

Hubert und Becker haben ein schön zu lesendes und liebevoll illustriertes Buch über einen Pupsroboter verfasst, das es wert ist, im Bücherregal stehen zu bleiben. Eines der wenigen Bücher, bei denen ich froh bin, es nicht nur aus der Bibliothek ausgeliehen zu haben.

Für alle die unter euch, die noch nicht wissen, was oder wer der Willegoos ist, der klicke hier ins das Interview mit Verlagschefin Susanne Tiarks. Eine tolle Frau hinter einem nachhaltigen Kinderbuchverlag.

Absolute Leseempfehlung insbesondere im Sinne nachhaltiger Kinderbuchliteratur!

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