Minimalismus
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Minimalismus in der Partnerschaft

Minimalismus in der Partnerschaft 01

Inzwischen ist es schon einige Wochen her, da haben sich mein Mann und ich vor die Kamera im  Wohnzimmer gestellt. Damals ging es um Minimalismus in der Partnerschaft. Tja, und eigentlich ist es nicht ganz richtig, dass wir nur im Wohnzimmer mit euch waren. Wir haben euch außerdem mal durch unser Haus in den entfernten Speicher geleitet. Warum? Na ja, um mal zu erklären, wie wir das mit unserem Versuch Minimalismus in der Partnerschaft zu leben schaffen. Oder auch nicht.

Minimalismus in der Partnerschaft

Mein Mann und ich machen uns tatsächlich ganz häufig für dieselbe Sache stark. Oft kommt es vor, dass wir uns gegenseitig mit unseren Wünschen, Träumen oder auch erhofften Veränderungen im Alltag anstecken und mitreißen. Sei es das besondere sportliche Ereignis oder aber der Umgang mit unseren Kindern, gemeint ist das gewöhnlich als Erziehung benannte Phänomen. Sei es die Ernährung und ein Experiment wie das Leben ohne Zucker oder das Leben im Tiny House, fern ab von jeglicher Zivilisation.

Auch unser Minimalismus ist so ein Gemeinschaftsprojekt, das wir natürlich unseren Kindern vorleben. (Inzwischen bezweifle ich, dass sie sich tatsächlich irgendwas von diesen Dingen abgucken werden. Aber auch das ist in Ordnung. Sie sollen sich genauso zur Freiheit berufen fühlen,wie wir.)

Doch unter uns: Bei diesem Gemeinschaftsprojekt kommt es oft genug zu besonderen Herausforderungen und mitunter auch mal zu Auseinandersetzungen. Das ist so. Denn jede*r von uns hat natürlich seine eigene ganz persönliche Vorstellung von diesem Weniger ist mehr.

Minimalismus zu zweit ist grenzwertig

Ich meine das genauso, wie ich es schreibe. Minimalismus führt uns an unsere Grenzen, er zeigt uns den Grenzwert, den ganz persönlichen Grenzwert, der für uns erträglich oder aber einfach annehmbar und umsetzbar ist.

Mein Mann möchte immer auch was davon haben, wenn Dinge hier verkauft werden. Ich freu mich auch drüber. Klar, keine Frage! Der Unterschied: Bei mir gibt es eine Deadline. Bücher oder Spiele länger aufzubewahren, weil sie in einer Sammelbestellung ja vielleicht doch nochmal 0,01€ bringen, sind mir weder den Platz, noch die Zeit wert, die ich mit so viel anderem verbringen könnte. Ja, ich liebe meine Freiheit und ich mag es aufgeräumt bei uns zu Hause. Daher Minimalismus.

Umgekehrt: Aus den Augen aus dem Sinn. Die Unterlagen, Mitschriften und Bücher meiner beiden Studiengänge befinden sich auf unserem Speicher. Bislang hat das auch niemanden gestört. Und ich habe auch immer gedacht: „Na ja, zehn Jahre will ich den Kram aufbewahren. Man weiß ja nie.“ Jetzt ist das Dach nass, der Mann verbringt viel Zeit oben und sortiert aus, um  von innen ans Dach überhaupt heranzukommen. Neben der noch erhaltenen Habseligkeiten der Alten Damen, unserer Hausvorbesitzerin, sind auch meine Studiumsmaterialien noch da. Was er dazu denkt? Das schaut ihr euch besser mal selber an.

Eins steht jedenfalls fest:

Minimalismus zu zweit, fordert heraus

Es ist eine Herausforderung. In dieser Herausforderung gibt es drei Dinge, denen wir immer wieder begegnen, zu denen wir mal mehr mal weniger bereit sind:

  1. immer wieder zueinander zu finden
  2. Dinge nicht persönlich zu nehmen
  3. und nach dem Motiv des anderen zu suchen. Der anderen sammelt die Bücher ja nicht, um mich zu ärgern. Auch die Sache mit meinen Mitschriften hat nicht zum Grund, meinen Mann in nötigen Sanierungsarbeiten einzuschränken.

Wenn wir diese Dinge wissen und uns darauf einlassen, kommen zumindest wir immer ins Gespräch und sind dann plötzlich wieder in der Lage, gute Lösungen zu finden. So machen wir das und raufen uns tatsächlich regelmäßig erneut zusammen.

Am besten ihr klickt einfach mal ins Video. Es ist von der Länge her, den anvisierten fünf Minuten schon viel näher, als die ersten beiden gemeinsamen Videos. Hier ein Klick und zack: Rüber mit euch.

Was denkt ihr dazu? Sei es zum Minimalismus für zwei generell oder auch zu diesem Format? Interessant oder langweilig? An welchen Schrauben darf noch gedreht werden?

 

Mehr über unser Leben im Minimalismus und anderes findest du hier:

Wie geht es, gemeinsam zu entrümpeln? Diese Frage war auch Teil meines Entrümpelung-Leifadens. Diese spezielle Frage, findest du hier.

Minimalismus leben ist möglich. Ein paar grundsätzliche Gedanken zum Thema. 

Auf meinem YouTube-Kanal findet ihr noch weitere Videos. Es ist noch nicht die Masse, doch auch der Kanal befindet sich weiterhin im Aufbau und Experimentiermodus. Ich freu mich sehr über eure Rückmeldungen dazu. Hier oder dort. Danke!

Oft geht es auch um Nachhaltigkeit, wie hier oder Themen, die ich mit meinen Kindern haben, wie Hausaufgaben, hier zum Beispiel.

5 Kommentare

  1. Katjuschka sagt

    Ich finde die Videos interessant, genauso wie die Tatsache, dass du da mit deinem Mann mehr oder weniger an einem Strang ziehst. Mein Mann hat leider so gar keine minimalistische Ader. Zumindest hat er jetzt mal Fotos, CDs und Bücher sortiert, die wir schon drei Mal umgezogen haben, die er allerdings die letzten acht Jahre nicht angeschaut hat :-).

    Erstaunlich finde ich, dass sich viele Menschen nicht von Studien- oder gar Schulunterlagen trennen können. Ich hab nach den Prüfungen immer gedacht, wenn mir irgendwas aberkannt werden würde, müsste ich mir eh neue Themen suchen und die Bücher sind dann auch veraltet. Ich hab viele Bücher der Unibibliothek gespendet und jetzt nach über zehn Jahren hab ich sogar die letzte Sicherungskopie meiner Prüfungsunterlagen gelöscht. Einen Ausdruck meiner Magisterarbeit hatte ich eh nie. Viele meiner Freunde finden das sehr radikal. Das muss letztlich jeder für sich entscheiden.

    Unsere Kinder bekommen bei Auszug ihre Schulunterlagen mit. Ich werde sie sicherlich nicht zwanzig Jahre oder länger verwahren.

  2. Tanja Heller sagt

    Hab hier auch nix mehr von meiner Tochter. Bin ja kein Zwischenlager. Vermutlich eher Endlager. Mir wär meine Zeit nicht wert, Bücher oder Kram zu verkaufen. Gestern hab ich ein geliehenes Buch weggeworden weil medizinisch und veraltet. Hab natürlich vorher gefragt. Meine Mutter lässt ihre Bücher verkaufen und finanziert ein altes Hundchen damit mit. Das kann dann in dieser Familie als Zweithund bleiben. Manchmal gibts auch Resthunde. Der Vorbesitzer ist gestorben. Tierheim macht auch Flohmarkt und holt Dinge ab oder ebay Kleinanzeigen. Da wird Kram abgeholt für Flohmärkte. Und Spielzeugspenden waren gefragt von Familien mit vielen Kindern. Ich nutze lieber 2 mal im Jahr den Sperrmüll. Das ist wie tauschen. Nur nehm uch nix mit rein.

    • murphy sagt

      Liebe Frau Heller, das ist ja mal richtig nachhaltig, 2 x im Jahr Sperrmüll und Bücher wegwerfen. Nichts verschenken, nichts spenden,nichts woanders weiter verwerten lassen.
      Weiter so!
      Achtung: das ist ein Ironiepost!

  3. Meine bessere Hälfte hat es auch nicht so mit dem Minimalismus. Manchmal habe ich dann irgendwas von ihm in der Hand und frage ihn, ob er sicher ist, dass er dieses oder jenes (seit Jahren ungenutztes Teil) wirklich noch braucht. Weggeben würde ich von ihm ohne sein Einverständnis nie etwas, aber Haushaltssachen oder ähnliches, da bin ich radikal^^

    Zu den Büchern: Was ich nicht mehr haben mag, gebe ich meiner Mama. Die hat nur wenige Straßen weiter einen öffentlichen Bücherschrank, aus dem sie sich super gern bedient und dafür dann alte Bücher von mir reinstellt. So muss sie keine Bücher kaufen, ich bin meine Bücher los und jemand anderes freut sich über neuen Lesestoff 🙂

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