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Nachhaltig werden. Die 4-Wochen-Challenge

nachhaltig werden 01

Vor ein paar Jahren kauften wir ein Haus auf dem Land. Vollmöbliert mit mitunter Gegenständen und Möbelstücken, die viele gleich auf den Müll geworfen hätten. Ehrlich gesagt, ich am liebsten auch. Insbesondere da für uns Minimalismus als Lebensstil nicht nur ein Trendwort, sondern eine Einstellung geworden war. Nun war dieses erstandene Haus voll mit Dingen, die für uns kaum einen Wert hatten. Was tun? Tatsächlich einfach entsorgen? Den empfohlenen Container vors Haus stellen und alles hinein, was nicht länger benutzt werden sollte – wollte?!? Nachhaltig wäre das nicht gewesen. Und genau damit begann unser bewusster Weg und unser „nachhaltig werden“.

Nachhaltig werden. Zusammen.

An vielen Stellen hatten wir uns schon so oft ganz unbewusst dazu entschieden, den Dingen ihren Wert zu geben. Es ging darum, nachzufragen, ob ein Gegenstand, wie eine ochsenblutrote Küchenuhr, nicht doch noch ein paar Jahre weiter verwendet werden durfte. Schließlich funktioniert sie noch heute und ist damit eine echte Alternative zur Billigware „Made in Was-weiß-ich“.

Mit euch.

Hinzu kamen Fragen nach unserem grundsätzlichen Alltagsverhalten. Beim Einkauf, beim Kochen, beim Putzen, beim Konsumieren welcher Dinge auch immer. Schritt für Schritt hatten wir reduziert. Schritt für Schritt hatte auch Nachhaltigkeit Einzug in unser Leben gehalten. Durch meine Bloggerei stellte ich fest, ihr seid alle irgendwie auch mit dabei. An ganz unterschiedlichen Stellen, einige schon viel weiter als ich und andere an einem ähnlichen Punkt. Manche, darunter auch ganz oft ich, fühlten sich inspiriert durch eure Lösungsvorschläge und getesteten Umgangsweisen in den Kommentaren.

Das war jedes Mal eine große Bereicherung.

Mit anderen Bloggerinnen

Susanne von Ich lebe jetzt! hatte eine großartige Idee, mit der sie sich an Andrea von Runzelfüßchen und mich gewandt hat. Was wäre, wenn wir das Thema gemeinsam, mit voller Kraft auf den Tisch brachten?! Zu dritt und mit ganz vielen tollen, inspirierenden Menschen. Dabei entstand folgender Plan.

Die #nachhaltigwerden – Challenge

Ab Sonntag wollen wir uns mit euch gemeinsam für vier Wochen auf den Weg machen. Nachhaltig werden. Das ist das Ziel. Jeder mit den Schritten und in den alltäglichen Lebensbereichen, die ihm und ihr möglich sind. Dem Ziel „nachhaltig werden“ wollen wir näher kommen. In dem Tempo, das zu uns passt, mit neuen Ideen, Experimenten und gegenseitiger Motivation.

An der Stelle kommt ihr ins Spiel: Wir wollen mit euch losgehen. Nicht allein, nicht nur zu dritt, sondern mit euch. Auf Instagram wird es vier Wochen lang täglich zur #nachhaltigwerden – Challenge einen Beitrag geben.

Die jeweiligen Tagesaufgaben könnt ihr dort und im einmal die Woche erfolgenden Post nachlesen. Meinen Blog tangiert die Challenge daher nicht täglich. Doch einmal in der Woche wird sich hier eine Vorstellung der Wochenaufgaben befinden.

Schreibt gerne zur Challenge. Verlinkt eure Texte in den Kommentaren. Holt mit uns zusammen das Thema auf den Tisch und macht „nachhaltig werden“ zum Thema. Wir freuen uns, wenn ihr mit einsteigt. Eure Ideen sind es, die ich kaum noch erwarten kann. Hier könnt ihr euch verlinken, hier könnt ihr nachfragen, ähnlich wie während der Challenge auf Instagram oder anderen Social-Media-Kanälen.

Interview mit Susanne, der Initiatorin

Susanne Ichlebejetzt 01Damit ihr wisst, um wen es sich bei Susanne und Andrea handelt, habe ich für euch Susanne interviewt, die letztlich mit der Idee für diese 4-Wochen-Challenge zu uns gekommen ist. Ein ausführliches Interview mit mir findet ihr bei Andrea und Susanne stellt euch morgen Andrea etwas näher vor.  Auf geht’s!

1. Wieso ist dir Nachhaltigkeit wichtig?

Es rückt immer mehr ins Bewußtsein von uns Menschen, daß die Ressourcen auf diesem, Planeten endlich sind. Wollen wir unseren Kindern und Kindeskindern eine lebenswerte Welt hinterlassen, müssen wir schnellstens darüber nachdenken, wie wir das bewerkstelligen können. Indem wir immer mehr produzieren, konsumieren und wegwerfen machen wir viel kaputt. Nicht nur die Natur, sondern auch Menschen und Tiere müssen darunter leiden. Deswegen gibt es für mich keine Alternative zur Nachhaltigkeit.

2. Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?

Der Begriff Nachhaltigkeit hat viele Facetten. Nachhaltig zu leben heißt für mich zunächst über meinen Konsum nachzudenken. Ich überlege, ob ich etwas tatsächlich benötige. Dann versuche ich eine nachhaltig hergestellte Alternative zum herkömmlichen Produkt zu finden und dieses Produkt dann so lange wie möglich zu benutzen.

3. Welche ist deine größte Nachhaltigkeits-„Sünde“?

Ich fahre Auto und habe drei Kinder. Oh, das waren schon zwei große Sünden.

4. In welchem Alltagsbereich fällt dir die Entscheidung zwischen nicht nachhaltig und nicht nachhaltig am stärksten auf?

Wenn ich ins Auto steige, um die Kinder irgendwo abzuholen. Ich könnte es auch zu Fuß oder mit dem Rad machen. Entscheide mich dann aber oft dafür eine halbe Stunde länger am Schreibtisch zu sitzen und zu arbeiten.

5. Welcher Gegenstand in deiner Wohnung, ist für dich ein Bild von Nachhaltigkeit? Warum?

Die Edelstahlbrotboxen meiner Kinder. Sie werden jeden Tag frisch befüllt und wenn sie leer zurückkommen, weiß ich das Essen hat einem hungrigen Kind den Bauch gefüllt. Manchmal nicht meinen eigenen, das ist aber nebensächlich. Müllvermeidung kombiniert mit gesundem Essen.

nachhaltig werden Brotbox 02

6. Seit wann beschäftigst Du Dich mit dem Thema „Nachhaltigkeit“?

Ich war in der 7.Klasse Gründungsmitglied der Umweltgruppe an der Schule. Damals kam die Sache mit der Mülltrennung durch den grünen Punkt ins Bewußtsein der Menschen. Mich hat das Thema seitdem nicht mehr losgelassen. Richtig intensiv beschäftige ich mich damit seit meiner ersten Schwangerschaft. Sprich, seitdem ich nicht mehr nur für mich alleine verantwortlich bin.

7. Glaubst Du, Du kannst durch Dein Handeln etwas verändern?

Auf jeden Fall. Ich kann zwar nur kleine Dinge ändern, aber ich kann andere Menschen zum Nachdenken und Mitmachen anregen. Und ich kann meinen Kindern gleich eine nachhaltige Routine beibringen, so daß es für sie normal ist auf gewisse Dinge zu achten.

Und viele kleine Veränderungen ergeben eine große.

Wer ist Dein größtes Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit?

Mit Vorbildern auf diesem Gebiet bin ich vorsichtig geworden. Denn viele Menschen, die angeblich extrem nachhaltig leben haben trotzdem irgendeine Leiche im Keller.

Ich habe Respekt vor Menschen, die diesbezüglich ehrlich zu sich selbst sind und sagen: Ich gebe mein Bestes,  aber ich habe noch Verbesserungspotential.

Liebe Susanne, DANKE!
Du sprichst mir wirklich tief aus der Seele und ich freu mich riesig darauf, mit euch loszulegen und vier Wochen lang genauer hinzuschauen. Alternativen sammeln, über schwarze Löcher sprechen, Fehltritte beim Namen nennen und mich nicht entmutigen lassen. Nein, ganz anders: Mutig werden und Neues ausprobieren. Darauf freue ich mich!

10 Kommentare

  1. Eine ganz wunderbare Idee! Ich versuche auch immer mehr meinen ökologischen Fußabdruck zu verringern, komme da aber mit zwei kleinen Kindern oft an meine Grenzen. Mein großes Thema ist auch Nachhaltigkeit und Veganismus. Die meisten veganen Lebensmittel sind in so furchtbar viel Müll verpackt. Eine wirkliche Lösung habe ich immer noch nicht gefunden, auch wenn es schon viele tolle Onlineshops gibt. Aber wie nachhaltig ist das dann wieder? Fragen über Fragen! Ich bin gespannt und freue mich auf ganz viele tolle Ideen!
    Liebe Grüße,
    Lila

    • Ich bin auch so gespannt und jetzt schon total baff, wie viele wieder dabei sind und von ihren Erfahrungen, Erfolgen und auch Rückschritten berichten. Ganz viel Echtheit, die ich total gut finde!

      Hast du auch schon irgendwo gepostet?

  2. Eine tolle Idee! Ich werde versuchen, möglichst oft nach euren Tipps und Aufgaben zu sehen und mich motivieren zu lassen. Eine tolle Idee übrigens, die Silikon-Muffin-Förmchen als Trenner in der Edelstahlbox zu nutzen! Auch ich ärgere mich derzeit, wie oft ich meine beiden Töchter per Auto chauffiere. Doch die Kleine ist gerade noch im Lernprozess auf dem Fahrrad … wirklich sicher ist mit ihr so noch nicht durch den Verkehr einer Kleinstadt zu kommen.

    • Manche Dinge entwickeln sich. Mich stört das gerade auch sehr, dass wir viel zu viel mit dem Auto unterwegs sind. Manchmal zählen wir die autofreien Tage in der Woche und machen daraus eine Challenge. 😀

  3. Als wir vor 2 Jahren in Ägypten waren, war das erste was ich im Meer sah ein Starbuks-Becker und auf dem weg aus der Wüste zurück in die Zivilisation fuhren wir durch wahre Berge von Müll. Ich sprach mit Ägypten. Leider ist der Gedanke von Nachhaltigkeit noch lange nicht dort angekommen. Auf die Frage, wie das denn zustande kommt antworteten sie „nu viel Wüste da, wenn wir machen kaputt oder dreckig, wir einfach nehmen einen neuen Platz. Viel Wüste da“. Ich versuchte ihm zu erklären, dass irgendwann alles voller Müll sein und dann keine Wüste mehr, er sagte nur „noch Wüste da kostet nix“

    In meinen 12von12 gibt es heute ein paar Gedanken dazu,denn manchmal ist das gar nicht so einfach.

    • Boar, du hast so recht. So oft ist es gar nicht so einfach. Aber in anderen Momenten wieder ganz easypeasy. Wir haben nur verlernt zu hinterfragen. So erscheint es mir oftmals.

      Das mit dem Kaffeebecher – es ist so lebensnah. Die Reaktion, so traurig sie ist, so schwer sie sich nachvollziehen lässt, so natürlich ist sie doch, wenn der Mann den Reichtum der Europäer vor Augen hat.

      Es ist ganz oft eine Zwickmühle. Ich empfehle an dieser Stelle gerne erneut den „plastic planet“-Film. Egal wo auf diesem Planeten, überall wird massig Kunststoff vor die Haustür gestellt, wenn die Aufgabe lautet alles aus Plastik mal nach draußen zu tragen.

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