Alle Artikel mit dem Schlagwort: echt

Du bist eine Scheiß-Mama.

Nun ja, was soll ich dazu sagen? Den Satz habe ich schon häufiger gehört. Das erste Mal stand ich schockiert in unserem Flur. Begleitet wurde dieser Ausruf mit einem auf den Boden stampfenden wütenden Kind. Der Kopf hochrot und das Kind ganz weit von mir entfernt. Äußerlich wie innerlich. Wobei die Distanz äußerlich gar nicht mal so riesig war… Ich mit vor Ärger verzerrtem Gesicht, lauter Stimme und sich überschlagendem Schimpfen und Motzen. Das blöde „Wenn – Dann“ ist dann auch ganz schnell mal dabei. Meine Kinder kopflos – aus den unterschiedlichsten Gründen jeweils nicht bereit. Wofür auch immer: Jacke anziehen, auf dem Klo Pippi zu machen und nicht daneben, Zahnpasta allovertheplace verteilen, aber nicht auf der Zahnbürste… to be continued. Aber was soll ich dazu sagen? Mir fehlen schlichtweg die Worte, um das zu beschreiben, was in mir vorging. Oder vorgeht, wenn es mal wieder zu so einem Konflikt kommt. Oder was ich meine, was im Inneren meines Kindes vorgeht? Silvester – zehn Minuten vor Neujahr K1 ist noch wach, weil es mit uns …

Wünschen

Was wünschst DU dir eigentlich? Hast du überhaupt noch Wünsche? Wie sehen sie aus? Wünsche á là Weltfrieden und Gesundheit für alle deine Lieben? Gibt’s da auch was Materielles? Eine CarrerraBahn? Oder ein SuperheldenComic? Was leckeres aus der Küche? In der vergangenen Woche gab es gleich dreimal eine Situation, in der ich gedacht habe: Mann ey! Ich will mir aber auch was wünschen. Ich mag schenken und will mir auch was wünschen. Überrascht zu werden, ist sowas schönes. Kann das denn außer mir keiner nachempfinden? Als ich die Adventskalender überreicht und verschickt habe, sahen mich gerührte Augen an. Das war ein Geschenk an mich. Schenken macht glücklich Nicht nur den Beschenkten – in der Regel – sondern auch den Geber. Was ist es dann, was alle danach schreien lässt, dem Schenken ein Ende zu bereiten? Und damit in gewisser Weise auch dem Wünschen? Ich fühle mich in dieser Hinsicht gerade enttäuscht. So richtig.  Wie traurig Wieder befinde ich mich kurz vor Weihnachten an dem Punkt, dass ich es furchtbar traurig finde, dass gefühlt alle, sich nichts …

Inter:view mit Sina Trinkwalder

Vor ein paar Tagen hatte ich die Möglichkeit tatsächlich mal ein paar Fragen an Sina Trinkwalder, die Gründerin und Macherin von manomama, zu richten. Denn ehrlich, es passiert mir häufig, dass ich im Netz unterwegs bin, bestimmte Seiten immer mal wieder ansurfe und mich frage, was machen diese Menschen eigentlich jetzt gerade? In diesem Moment? Wovon wird gerade ihr Tag bestimmt, vor welchen Herausforderungen stehen sie gerade? Scheint dort die Sonne? Trinken sie Kaffee oder grübeln am Schreibtisch? Deine twitterTimeLine beginnt morgens in der Regel mit „Erstmal Kaffee“. Schwarz? Mit Milch oder Zucker? Und wie beginnt denn der (dein) Tag in euren Hallen insgesamt? Immer unterschiedlich? Oder gibt es typische Abläufe? Erstmal Kaffee ist immer mit Milchschaumherzchen 😉 Meine Ladies und Gents sind da längst am arbeiten, da sie nach eigener Wahl oft um sechs schon anfangen. Es gibt kein Ritual, jeder macht da weiter, wo er gestern aufgehört hat. Was macht manomama aus und vor allem, so anders als die meisten anderen Unternehmen in der TextilBranche? Wir machen schlichtweg alles anders: Sourcen nur in …

Adventskalender 2014

Jedes Jahr – irgendwann im November, bei manchem auch schon im Oktober – bricht die Nachdenkerei und Organisation von Adventskalendern aus. Bei uns steht dieses Jahr diese Zeit Kopf. Es gibt so viele tolle Ideen, die mir im Hirn umherfliegen. Doch neben all dem Rest vom Alltag schaff ich es nicht, all den Menschen einen Kalender zu basteln, zu schreiben oder zukommen zu lassen, wie ich gerne würde. Also habe ich vorsichtshalber für jeden Kerl, große und kleine, einen Schokokalender gekauft. Auf meine Anfragen bei Paten, ob sie gerne jeweils einen halben Adventskalender packen würden, kamen schließlich positive Rückmeldungen und auf einmal muss ich unser Esszimmer zum AdventskalenderZimmer ausrufen. Ich hoffe sehr, dass die Zeit bis Weihnachten nicht exponentiell mit der Anzahl der Adventskalender beschleunigt… Im Ernst. Ich liebe Weihnachten. Diese Zeit des knisternden Vorfreude. Das Funkeln in den Augen der Kinder. Der Geruch der Holzöfen, die wieder angeschmissen werden, um die Häuser warm zu kriegen. Hier mal ein paar zusammengestellte Ideen von Adventskalendern im Netz, die mir gut gefallen. Seien es Bastelanleitungen oder fertige Seiten, …

Du bist geliebt. Du bist schlau. Du bist wichtig.

Nachdem oder noch während ich im Sommer Kathryn Stocketts Buch „Gute Geister“ gelesen habe, war ich sehr gerührt und denke noch mehr als zuvor darüber nach, wie ich meinen Kindern zeigen und sagen kann, dass sie wertvolle Geschöpfe sind, die allen Grund dazu haben, sich zu starken, kleinen, geliebten Persönlichkeiten zu entwickeln. In einer Welt, in der es zu allererst darum geht, zu bestehen und Leistung zu bringen. Mein Kind hat Mama gesagt, mit acht Wochen! – Sie läuft! Sie läuft. Dabei ist sie doch erst 7,5 Monate alt. – Mein Kind kann ZweiwortSätze bilden. Er ist gerade 13 Monate alt. – Mein Kind hat den Satz des Pythagoras verstanden. Es ist 3 Jahre alt. … Und dann irgendwann fangen die Kinder selber auch an. Keine Ahnung, ob von uns dazu erzogen oder weil es einfach zum MenschSein dazu gehört. Es wird sich verglichen, gegenseitig „runtergemacht“. „Mama, der hat gesagt, ich bin ein VollTrottel.“ Ich weiß noch, wie tief diese Aussagen in der Kindheit gehen können. Gerade von Menschen, die einem wichtig sind, mit denen …

Lesestoff: Gute Geister von Kathryn Stockett

Bei uns stand dieses Buch Mitte letzten Jahres immer im Bücherregal am Postschalter. Mir gefiel das BuchCover und ich machte mich in den Büchereien auf die Suche danach. Leider ohne Erfolg. Dann stand es bei unsrer adoptierten Oma im Schrank und ich fragte, ob ich es mir mal ausleihen durfte? „Das? Klar!! Sicher. Richtig gutes Buch! Schenk ich dir.“ „Was?“ „Kannste behalten!“ „Aber ich dachte, es ist so gut?“ „Ist es auch. Ich hab’s aber schon gelesen.“ Ihr seht – so ganz frei vom Bücher horten scheine ich doch noch nicht zu sein. Und tatsächlich. Das Buch ist so gut, es ist das erste Buch nach langer Zeit, dass sich einen vorerst sicheren Platz in unserem nicht mehr existenten Bücherregal verschafft hat. Ich könnte mir durchaus vorstellen es nochmals zu lesen. Worum geht es denn nun eigentlich? Wir befinden uns in den 60er Jahren in Jackson, Mississippi. Das Buch beinhaltet die Geschichten dreier Frauen und schildert deren Leben in einem Südstaat, der geprägt ist von Rassentrennung, während die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner sich Bahn bricht. Das farbige Dienstmädchen Aibileen …

ansteckend

Ständig schießt mir dieses Wort die letzten Tage und Wochen durch den Kopf. Nicht nur, dass Schnupfen, Erkältungskrankheiten jeglicher Art sowie Kinderkrankheiten und MagenDarmInfekte hochansteckend sind. Scheinbar ist und kann auch unser Leben furchtbar ansteckend sein. Was ich meine? Wir leben und auch andere fangen wieder an zu leben. Werden neugierig. Fragen nach. Machen sich Gedanken. Ich komme so oft im Alltag an den Punkt, dass ich nicht verstehe, wieso Menschen das und das mit sich machen lassen? Warum verschließen sie die Augen? Warum verschweigen sie sich gegenseitig, was wirklich hinter den Kulissen abläuft? Scheinbar sind alle völlig frei und doch treffen sie in lauter Unfreiheit Entscheidungen für sich, ihre Familien und ihr Umfeld; in einer manchmal schier freiwillig gewählten Unfreiheit, weil sie bequemer ist. Für den Moment. Mich deprimiert das manchmal sehr. Häufig habe ich das von Niko Paech gebrauchte Bild der Hydra vor Augen, wenn es um technische Neuentwicklungen oder Problemlösungen geht, die sich auf den Klimawandel, die von uns angerichtete Umweltvermutzung, den achten PlastikKontinent, die Versorgung aller Menschen mit Nahrungsmitteln, MedikamentenRückstände und MikroPlastik …

WWOOF

Das Buchstabenkürzel bedeutet so viel wie: World-Wide Opportunities on Organic Farms. Manchmal findet sich auch die Bedeutung: Willing Workers on Organic Farms. Idee: WWOOFing ist die Chance gegen Kost und Logis auf ökologischen Höfen in aller Welt mitanzupacken, den natürlichen ArbeitsRhythmus auf einer Farm mitzuerleben und ein Gefühl für JahresZeiten, Regionen und die Arbeit der Besitzer zu entwickeln. In der Regel erlebt man was für landwirtschaftliche To-Dos auf einem Hof, der ökologisch arbeitet, anfallen, lernt neue Menschen kennen und begibt sich auf ein kleines Abenteuer. Entstanden ist die Idee in England in den 70er Jahren. (Wer Lust hat, liest einfach mal selber im Netz nach.) Organisation: WWOOF ist sowas wie ein Netzwerk, das sich über die ganze Welt spannt und in jedem Land speziell organisiert wird. Im Netz findet man daher in der Regel Websiten, die den jeweiligen Ländern zugeteilt sind: www.wwoof.de, www.wwoof.it und so weiter. Auf diesen speziellen Seiten finden sich entsprechend des Landes sogenannte Hosts, die gerne freiwillige Helfer aufnehmen. Während meiner Suche sind mir zwei Seiten begegnet, auf denen sich einige allgemeine Hinweise …

Selbstbestimmte Unabhängigkeit (2)

Unabhängigkeit ist noch ein bisschen was anderes als Freiheit. Auch wenn die gefühlte Bedeutung beider Begriffe nahe beieinander liegt. Suche ich nach Freiheit, werden mir etwa 13 400 000 Ergebnisse ausgespuckt. Unabhängigkeit hingegen kommt nur 2 320 000 Mal im Netz vor. (Natürlich wurde dieselbe SuchMaschine genutzt.) Der ein oder andere mag meinen, dass selbstbestimmte Unabhängigkeit nichts anderes als Autonomie ist. Vielleicht. Worauf es in diesem Fall aber viel mehr ankommt: Ich möchte meine Kinder zu dieser Art von Unabhängigkeit erziehen. Sie ist mehr als nur Selbstständigkeit oder Autonomie. Sie ist vielleicht Freiheit. Aber Freiheit ist mir in diesem Fall doch zu schwammig. Der Gedanke, dass meine Freiheit durch die Freiheit des anderen begrenzt wird, nachvollziehbar aber gleichzeitig einschränkend. In den vergangenen zwei Jahren, nein, eigentlich vor allem seit Anfang 2013 habe ich das Gefühl, mich frei zu kämpfen zur Unabhängigkeit. Der Weg hierher war lang, manchmal komm ich auch ganz durcheinander mit den ZeitSpannen. Mein Weg ist auch noch lange nicht zuende. Irgendwie befinde ich mich gerade mitten drin. Freikämpfen von Werbung als SpielBall …