Alle Artikel mit dem Schlagwort: Erziehung

Gewalt in der Erziehung

Gewalt in der Erziehung – Kein Weg.

Vermutlich sind wir uns hier alle einig, dass Gewalt in der Erziehung ein No-Go ist. Solange wir versuchen eine Definition für diese Gewalt zu finden, sind wir vielleicht auch noch recht lange beieinander. Ganz bei dir – sozusagen. Setzen wir uns dann daran verschiedene Facetten und Arten von dieser Gewalt nachzuzeichnen und einzuordnen, werden sich die ersten Geister scheiden. Wann beginnt Gewalt in der Erziehung? Gewalt in der Erziehung Jeder weiß was gemeint ist und dennoch wird sie unterschiedlich gesehen und erlebt. Leider – wie ich finde. Aber ich rolle das Thema nochmal neu auf, denn es lässt mich einfach nicht los. Ist Gewalt in der Erziehung erlaubt? Natürlich nicht. In §1631 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ist festgehalten, dass Kinder ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung haben. „Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Denn wir haben es mit Gewalt zu tun. Wie sieht diese Gewalt nun aus? Und an dieser Stelle wird es nun haarig. Zumindest für den ein oder anderen, der als Gewalt erstmal nur Schläge, Tritte, Ohrfeigen, vielleicht auch …

Nochmal: Beziehung statt Erziehung

In den letzten Wochen ist es hier relativ ruhig geworden. Damit meine ich auch und insbesondere die Themen rund um Erziehung und Kinder auf meinem Blog – und wie wir hier zusammen alle klarkommen. Allerdings fällt mir auf, dass das auch im echten Leben tatsächlich der Fall ist. Hier zu Hause. In unseren vier Wänden. Es ist ruhiger geworden. Vor etwa einem Jahr habe ich mich mit der Thematik im Titel des Blogposts schon einmal auseinandergesetzt. Ich dachte bis eben, dass sich in mir viel, viel verändert hat, aber dem ist gar nicht so. Zumindest nicht an der Grundhaltung. Gedankenchaos In meinem Kopf herrscht ein großes Gedankenchaos. Ich weiß gerade noch nicht so recht, wie ich was will. Angefangen hat alles mit unserer Brüllfalle vor zwei Jahren. Damals empfahl mir irgendjemand neben Jesper Juul auch Alfie Kohn und sein Buch „Liebe und Eigenständigkeit“. Das Buch lag lange Zeit hier herum, bis ich Ende letzten Jahres auf eine große Studie hingewiesen wurde. Die Familienstudie. Familienstudie Dabei handelt es sich um eine Studie, die unter christlichen Familien …

Hausaufgaben: Null Bock!

Die vergangenen zwei Wochen hatten wir hier sehr regelmäßig die Situation, dass die Lust auf Hausaufgaben … nicht bestand. Sie war schlichtweg nicht existent. Dabei war und ist es vollkommen egal, ob es viele sind oder aber nur eine einzige, die höchstens – ich betone höchstens – zehn Minuten dauert. Ehrlich, ich übertreibe nicht. Genauso regelmäßig werden Hausaufgaben aber sowas von zügig und ordentlich, nach den Verhältnissen für K1, abgearbeitet, dass ich denke: „Wow! Wir haben’s geschafft!“ Leider weit gefehlt. Hausaufgabenfrust Ganz regelmäßig stehe ich nämlich weiterhin neben dem Tisch und frage mich, was genau in dem Gehirn da neben mir gerade passiert? Was läuft da drin eigentlich ab? Welche Stoffwechselfunktionen laufen nicht wie geschmiert oder vielleicht auch total super gut, so dass wir hier stehen, beide genervt voneinander sind und uns gegenseitig furchtbar annerven? In dieser Situation kündigt die Schule einen Vortrag über das „Lernen lernen“ an. Aufhänger sind – natürlich – die Hausaufgaben. Ich bin also doch nicht allein. Pfffuh! Aufatmen. Dieser Abendvortrag findet – natürlich – an einem der Tage statt, an …

Du bist eine Scheiß-Mama.

Nun ja, was soll ich dazu sagen? Den Satz habe ich schon häufiger gehört. Das erste Mal stand ich schockiert in unserem Flur. Begleitet wurde dieser Ausruf mit einem auf den Boden stampfenden wütenden Kind. Der Kopf hochrot und das Kind ganz weit von mir entfernt. Äußerlich wie innerlich. Wobei die Distanz äußerlich gar nicht mal so riesig war… Ich mit vor Ärger verzerrtem Gesicht, lauter Stimme und sich überschlagendem Schimpfen und Motzen. Das blöde „Wenn – Dann“ ist dann auch ganz schnell mal dabei. Meine Kinder kopflos – aus den unterschiedlichsten Gründen jeweils nicht bereit. Wofür auch immer: Jacke anziehen, auf dem Klo Pippi zu machen und nicht daneben, Zahnpasta allovertheplace verteilen, aber nicht auf der Zahnbürste… to be continued. Aber was soll ich dazu sagen? Mir fehlen schlichtweg die Worte, um das zu beschreiben, was in mir vorging. Oder vorgeht, wenn es mal wieder zu so einem Konflikt kommt. Oder was ich meine, was im Inneren meines Kindes vorgeht? Silvester – zehn Minuten vor Neujahr K1 ist noch wach, weil es mit uns …

Spielplatzgeschichten (Teil1)

Schreib ich’s oder schreib ich’s nicht? Schreib ich’s oder schreib ich’s nicht? Das wird vermutlich ein typischer Elternbloggerpost. Ich schreib’s. Spielplatz Vergangenes Wochenende waren wir nach langer Zeit nochmal zur Rush Hour auf einem stark besuchten Spielplatz. Spielplätze suchen wir regelmäßig auf. Ich würde uns sogar als qualifizierte Spielplatzkenner in einem Umkreis von 20km bezeichnen. Meist sind wir jedoch zu Zeiten unterwegs, zu denen die anderen keinen Bock auf rutschige Spielgeräte, nassen Sand oder kalte Kinderhändchen haben. Am Wochenende hingegen war es nochmal schön warm und irgendwie sind wir um 16Uhr auf dem Spielplatz eingetroffen. Auch diese Uhrzeit, neben der Wetterkomponente, kommt bei uns eher selten vor. Entweder wir sind die ersten oder aber die letzten, die kommen oder gehen. Selten sind wir die zu typischen NachmittagszeitenSpielplatzBesucher. Sprich, so zwischen 14Uhr und 16Uhr trifft man uns eher im Wald oder eigenen Garten oder so an. Nun ja, das ist jetzt auch mal nicht so wichtig. Gründe für untypische Spielplatzbesuchszeiten Zu viel Beobachtung. Vor allem ich als Mama fühle mich unglaublich beobachtet, wenn ich mit den …

Zwischen Selbstkasteiung und Lernfähigkeit.

Oder: Die Geschichte vom kleinen roten Elch Auch auf die Gefahr hin oder vielmehr die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass ihr über mich herfallt, schreibe ich dennoch diesen Artikel. Schließlich glaube ich ganz fest daran, dass ich nicht die Einzige bin, der es bisweilen so ergeht wie heute. Und nicht allein zu sein relativiert das schlechte Gewissen doch um einiges. Beim Kinderarzt Wer mir auf facebook folgt, wird mitbekommen haben, dass wir oder ich (wie auch immer es zu sehen ist) heute einigen Wirbel beim Kinderarzt verursacht habe. Wie es dazu kam, ist schnell erzählt. K2 hat von der Arzthelferin zwei Traubenzucker und einen kleinen roten Elch geschenkt bekommen. Es war ein Vorsorgetermin und der Kerl hatte das ein oder andere Spielchen mitzuspielen. Am Ende hatte er keine Lust mehr als er vor dem Arzt hüpfen und auf einem Bein stehen sollte – alles Dinge, die er – wie sollte es auch anders sein – kann, aber nicht vortragen wollte. So, und jetzt – Achtung! – komme ich ins Spiel: Ich versuchte ihn davon zu überzeugen, dass …

Beziehung statt Erziehung

Es mag sein, dass viele schon dazu geschrieben haben. Es mag sein, dass für viele hier nichts Neues dabei ist. Aber es ist eines meiner vielen Themen, mit denen ich mich aktuell wieder intensiver auseinandersetze. Das mag daran liegen, dass ich in unserer #AltenSchule gerade sowohl Familie als auch Schule als auch Kindergarten als auch Krabbelgruppe lebe. Ach so, und Ehe natürlich auch. Irgendwie. Wenn alles schläft. Die Anforderungen und Herausforderungen sind sehr unterschiedlich. Sie erfordern zeitlich unterschiedliche Intensität, wechseln in ihrer Dringlichkeit und Wichtigkeit und sehen von ihrer Art ganz verschieden aus. Während der eine in den Arm genommen werden will, braucht der andere Hilfe – und eben keine Anleitung! – bei den Hausaufgaben. Gleichzeitig ist da der Säugling, der krabbeln will, aber vorher doch noch so unbändigen Durst hat. Während der eine nur noch auf Besuch aus dem Haus will, möchte der andere seine Ruhe haben oder ein intensives Rollenspiel mit nur einem befeundeten Kind machen und der dritte sucht den Trubel und die Fülle. Dabei werden Selbständigkeit, Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein entwickelt. Dinge, …

BrüllFalle. Reloaded.

Könnt ihr euch daran erinnern? An die damaligen Posts zum Thema und meine TwitterHilfeschreie? Nicht zu vergessen den erstaunlichen Artikel zum Thema, der sich in einem OnlineMagazin ein paar wenige Wochen später wiederfand? Eine Zusammenschau meiner Gedanken und all eurer wertvollen Kommentare. Wenn nicht, dann bitte hier entlang. Der Rest nehme bitte Platz und mache es sich in meinem roten CyberOhrenbackensessel bequem. Aber nur für kurze Zeit, denn: Es ist wieder soweit. Wir sind am Wochenende in der Tat wieder in die BrüllFalle hineingetappt. Und zwar so richtig. Und davor bestimmt auch so einige Male… Diesmal aber in großer Klarheit. Wir wussten diesmal was gerade passierte. Waren uns der Gründe und dem inneren Vorgehen bewusst. Das Ventil allein hatten wir übersehen und ein Schwall lauter Wörter brach aus uns heraus, ehe wir aus der Situation aussteigen konnten. Zuvor bei mir, dann bei ihm. Diesmal war es den Kerlen fast egal, da sie viel mehr damit beschäftigt waren, ihre eigenen Kämpfe miteinander auszutragen. Der Große befindet sich in seiner vorgezogenen Pubertät. Der Kleine will wissen, wie weit er gehen …

Angstbewältigung mit Kindern

Ich weiß nicht, wie es euch beim „Kinder haben“ so ergeht. Ich hoffe die meiste Zeit sehr gut! Denn neben den wunderbaren Momenten, dem ersten Lächeln, Greifen oder auch den ersten Monologen gibt es auch immer die Augenblicke, auf die Eltern gut und gerne verzichten können wollten und würden. Sei es nun 40°Grad Fieber oder die über den Kopf gezogene Schaufel im Kindergarten oder auch das „Gedisse“ in der Schule. Alles bedeutet als Eltern bedacht einzuschreiten, zu begleiten – je nachdem, was die Situation erfordert. Doch nicht nur das. Wir handeln oder nicht-handeln nicht nur. Häufig ist der Aktion ein Gefühl vorangestellt. Manchmal bemerken wir gar nicht, was es ist, was uns da handeln lässt. Manchmal bekommen wir gar nicht mit, welche Emotion aus der Vergangenheit da hoch kommt und uns dies oder das als Lösungsidee dem Kind vorschlagen lässt. Vor allem im schulischen Bereich bemerke ich, wie sehr ich mein Handeln und Reagieren bedenke und auch bedenken muss, um meinen Kindern den Raum für eigene, neue und vor allem auch andere Erfahrungen zu ermöglichen. Nichtsdestotrotz …

EisdielenMomente

„Wie konnte ich mich bloß darauf einlassen?“ Ich sitze auf meinem Stuhl an einem viereckigen Tisch. Der Himmel strahlt in seinem leuchtendsten Blau und die Sonne wärmt mit ihren spätnachmittäglichen Strahlen das Pflaster. Ein paar freche Spatzen hüpfen zwischen den Stühlen umher, auf der Suche nach übrig gebliebenen EiswaffelKrümmeln kleiner Kinder mit großer Eistüte. Die Idylle trügt. Meine beiden Kerle sitzen mit am Tisch. Na ja, nicht ganz. Der eine klettert gerade auf den Stuhl, um sich mit einem Knie mitten auf dem Tisch abzustützen und nach der Eiskarte zu angeln. Der kleinere Kerl hängt mit einem Bein in der Luft auf der Armlehne seines Stuhls und hat die frechen Spatzen entdeckt, wie sie zwischen den Stuhlbeinen keckernd herumhüpfen. Am Grinsen in seinem kleinen runden, fröhlichen Gesicht, weiß ich, was er bestrebt ist zu tun. Hargh! Aber da ist ja dieser eine Artikel in Arbeit. Der mit den NotfallSurvivalIdeen. Der, für den die ersten Beiträge in mein elektronisches Postfach hereintrudeln. Der, für den die anderen tollen Mütter berichten. Mein bisheriger Eindruck – nach Sichtung und …