Alle Artikel mit dem Schlagwort: MiniErdenbürger

Ein Brief für dich, Mama.

Liebe Mama, du machst das toll! Dein Job ist hart und du machst ihn großartig! Nachts alle zwei Stunden auf der Matte zu stehen, wenn das Baby weint, Hunger hat oder das Kleinkind einen ganz fürchterlichen Albtraum hatte. Standing Ovations! Wenn das Kind seine ersten Zähnchen kriegt oder „einfach so“ schreit. Applaus!! Es braucht deine Nähe, deine Wärme, deine Zuneigung und du gibst ihm alles, was du hast. Komm her, ich drück dich! Bis an den Rand der Erschöpfung und noch einen Schritt weiter. Selbstopferung par excellence. Du kümmerst dich ums Essen, um den Haushalt, ums Kuscheln, ums Spielen, darum, dass euer Tag einen für euch runden Ablauf hat. Du entscheidest, was gut für deine Kinder ist (Impfen, Windeln, Essen lernen…) und obwohl das Kleinkind die vollgekackte Windel irgendwie aufgekriegt und den Inhalt im Wohnzimmer verteilt hat, bleibst du ruhig, wischst alles sauber und ihr entdeckt weiter die Welt. Vielleicht kommt dir das alles schrecklich ungerecht vor. Vielleicht hast du das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben. Auf weiter Flur ganz alleine dazustehen. Vielleicht fragst …

Stoffwindel reloading

Lang ist’s her, da sind wir als Familie auf Stoffwindeln umgestiegen. Als es letztes Jahr in unser WWOOFing-Abenteuer ging, standen wir vor der Frage, was wir mit dem damals „Kleinen“ und seinem Windelverbrauch machen. Knall auf Fall das Kind zu stressen, damit es möglichst noch vor der Abfahrt windelfrei wird, kam irgendwie nicht in Frage. Also mussten wir entscheiden, ob wir unser StoffwindelEquipment einpacken oder aber auf windelfrei während dieser Zeit umsteigen oder eben die verhassten Wegwerfwindeln in Betracht ziehen. Für dieses „windelfrei“ fehlte mir damals einfach die Zeit und Muse zu recherchieren. Macht es Sinn? Sollen wir diese zusätzliche Herausforderung ebenfalls angehen? Auf den verschiedenen Höfen? Wenn das Wetter toll ist? Den Kerl einfach ganz oft ohne Windel rumlaufen lassen? Habe ich dann noch genügend Gelegenheiten meinen Aufgabenbereichen nachzugehen, die durch das Beaufsichtigen der Kerle und meinen schwangeren Übelkeitszustand eh schon genügend eingeschränkt waren? Wir entschieden uns damals dagegen und ich bin ehrlich gesagt ganz froh drum. Dann eben die Stoffwindeln ins Gepäck. Aber wohin? Wo sollte ich die noch unterbringen? Alles war voll. …

ÜberMama. HelikopterMutter. EislaufMutti.

Ich weiß nicht genau, welche Beschreibung mich am ehesten trifft. Ich weiß nicht, ob ich was davon bin. Ich weiß nicht, was mich daran am meisten verletzt. Aber man hat mich als solche bezeichnet. Indirekt. Noch nicht mal direkt ins Gesicht. Einfach nur in den Raum hinein. Gesprochen. Behauptet. Sich entrüstet. Abgegrenzt durch ein Wort und eine Entscheidung. Eine Entscheidung, die ich für mich traf. Von der ich nicht zu überzeugen versucht habe. Von der ich noch nicht einmal erzählt habe. ÜberMama. Sein möchte ich das nicht. Denn ja, diese Titel für uns weibliche Erzeuger kleiner menschlicher Wesen, sind durch und durch mit negativen Konnotationen belegt. Wer will das schon sein?!? Keine. Auch die väterlichen Pendants mit Sicherheit nicht. Dennoch verletzen sich Mütter gegenseitig damit. Ich lag in meinem Bett als die Freundin der BettNachbarin diese Wortwahl traf. Ob sie ahnte, dass ich stille? Zumindest befand sich auf meinem Nachttisch keinerlei Zubehör in dieser Richtung. Keine TrinkJoghurtähnlichen Plastikfläschchen, denen ein Sauger aufgesetzt wurde. Keine Maschine zum Erwärmen der BabyMilchNahrung. Außer meinem Buch, dem GreenpeaceMagazin, einer Kanne …

LeseStoff: HypnoBirthing. von Marie F. Mongan

Die letzten Morgen lag ich jedes Mal schon wach im Bett, bevor das große Brabbeln, Krabbeln und Husten begonnen hatte, und habe darüber nachgedacht, wie ich dieses HypnoBirthing anderen Frauen vorstellen könnte. Da wird mich in meinem RealLife sowieso wieder jeder schräg anschauen. Ich probiere es einfach mal. Worum es bei HypnoBirthing geht? Die Autorin des Buches geht davon aus, dass eine gesunde Frau, die ein gesundes Kind erwartet durchaus eine sanfte, sichere und nahezu schmerzfreie Geburt erleben kann. Schmerzfrei? Schmerzfrei. Eine Geburt ohne Schreien, Stöhnen, Pressen, Keuchen und all die Dinge, die diesem Erlebnis etwas Unerfreuliches beimessen. Eine der ersten Thesen in meinem ersten GeburtsvorbereitungsKurs lautete: „Die Hebamme im Krankenhaus hat die Aufgabe euch aus diesem Dreieck herauszuholen: Angst – Spannung-Schmerz. Für jede ist das erst Mal das Hauptziel bzw. darauf wird sie als erstes achten. Ihr könnt dazu beitragen.“ Diese These findet sich auch als eine der Grundlagen für die HypnoBirthing-Annahmen wieder. Wenn meine Angst vor der Geburt groß ist, dann werde ich mich vermutlich auch recht unentspannt in dieses Ereignis hineinbegeben. Erzählungen und Schilderungen anderer Frauen über grauenvolle …

Geschenke zur Geburt

Heute wurde ich zwar nicht zum ersten Mal bei dieser Schwangerschaft nach Geschenken zur Geburt gefragt, aber es was am ernüchterndsten. Das lag gar nicht mal an der Person, die sich bei mir erkundigt hat. Ganz und gar nicht. Aber das Gespräch machte deutlich, wie hellblau und rosa Babys in Deutschland sind. Mir wurde bewusst, wie man versucht hatte, aus meinen Kerlen herauszufinden, ob wir einen Jungen oder ein Mädchen bekommen. „Mama, sag doch mal, wird das Baby ein Junge oder ein Mädchen?“ „Was hättest du denn gerne?“ „Ein Mädchen. Wird es denn ein Mädchen?“ „Keine Ahnung. Ich weiß es nicht.“ „Aber warum denn nicht?“ „Woher soll ich das denn wissen?“ „Welche Farben ziehst du denn dem Baby an?“ „Welche Farben?“ „Ja.“ „Ähm… die von euch. Überwiegend… hell. Glaube ich.“ „Dann wird’s also ein Junge? Können wir es bitte Tyrannosaurus T-Rex nennen?“ „Ähhhh, nein. Und, äh nein. Mama hat schon einen Namen fürs Baby.“ „Und welchen?“ … to be continued. Am Ende des Gespräches hatte ich heraus, dass man im Kindergarten wohl scheinbar nicht so richtig …

Gelassenheit 4.0

Der ein oder andere von euch mag diesen Vergleich schon kennen. Eine Mama sitzt mit ihrem ersten Kind am Rande eines Sandkastens, neben sich die Box mit Feuchttüchern und Desinfektionsmittel. Vielleicht ja sogar noch Kohletabletten und zwei Litern Wasser. Ihr Kleinkind nicht aus den Augen lassend verfolgt sie, wie es fasziniert den Sand durch die kleinen PatscheHändchen rieseln lässt. Darum bemüht, nicht jedes Mal aufzuspringen und die Fingerchen zu säubern. Als dann doch eine Hand Sand in den Mund gelangt – just in dem einen Moment, ihr wisst schon, als der schwarze kleine Köter am Spielplatz entlang kläfft – springt sie auf und vollzieht das komplette Reinigungsprogramm. „Oh nein, mein Schatz! Das ist ganz bäh!…“ Reinigungstücher, Wasser, eine Kohletablette und aufgeregte Erklärungen, warum man Sand nicht essen darf, finden ihre Verwendung. Bei KindNummer 2 sieht die Situation etwas anders aus, denn Gelassenheit hat sich breit gemacht, wenngleich noch immer eine Flasche Wasser und ein paar Taschentücher in der Handtasche bereit liegen. Der Sand findet seinen Weg und die Mutter eilt vom SchaukelAnschubsen des Großen herüber zum …

Du bist geliebt. Du bist schlau. Du bist wichtig.

Nachdem oder noch während ich im Sommer Kathryn Stocketts Buch „Gute Geister“ gelesen habe, war ich sehr gerührt und denke noch mehr als zuvor darüber nach, wie ich meinen Kindern zeigen und sagen kann, dass sie wertvolle Geschöpfe sind, die allen Grund dazu haben, sich zu starken, kleinen, geliebten Persönlichkeiten zu entwickeln. In einer Welt, in der es zu allererst darum geht, zu bestehen und Leistung zu bringen. Mein Kind hat Mama gesagt, mit acht Wochen! – Sie läuft! Sie läuft. Dabei ist sie doch erst 7,5 Monate alt. – Mein Kind kann ZweiwortSätze bilden. Er ist gerade 13 Monate alt. – Mein Kind hat den Satz des Pythagoras verstanden. Es ist 3 Jahre alt. … Und dann irgendwann fangen die Kinder selber auch an. Keine Ahnung, ob von uns dazu erzogen oder weil es einfach zum MenschSein dazu gehört. Es wird sich verglichen, gegenseitig „runtergemacht“. „Mama, der hat gesagt, ich bin ein VollTrottel.“ Ich weiß noch, wie tief diese Aussagen in der Kindheit gehen können. Gerade von Menschen, die einem wichtig sind, mit denen …

SommerSpielIdeen für drinnen

Die meisten von euch assoziieren mit SommerSpielIdeen vermutlich eine Reihe von „OutdoorSpielVorschlägen“. Mit Recht wie ich finde. Ich habe für mich und meine Kids jedoch festgestellt, dass ich gerade im Sommer auch die ein oder andere „IndoorSpielIdee“ parat haben muss. Denn 1. vertrage ich (mein HautTyp) die starke Sonne und Wärme nicht. Außerdem fehlt mir 2. oft bei meiner Suche im Netz die ein oder andere Idee, die sich auch innerhalb meiner vier Wände durchführen lässt, während draußen MittagsHitze herrscht. Mal abgesehen davon, liegt mir 3. meine Hautärztin immer wieder in den Ohren zwischen 11Uhr und 15Uhr direkte Sonneneinstrahlung zu meiden. In der Regel lassen wir uns dann erst gegen 16Uhr, manchmal auch erst um 17Uhr draußen blicken. Dann werden Fallen gebaut, Regenwürmer gesucht, Blumen gegossen, mit Wasser geplantscht, Fußball gespielt und Fahrrad gefahren. Für diese Augenblicke brauche ich schlichtweg keinen Einfallsreichtum. Meine Kinder hingegen davon zu überzeugen, dass wir noch nicht um 14Uhr oder 15Uhr vor die Tür gehen, gerade als Kleinkinder, das fand ich immer sehr anstrengend und schwierig. Bis ich Montessori für uns entdeckte und die …

Beim Frauenarzt

Sie zog den Slip hoch, kletterte in ihre Jeans und nestelte am Hosenknopf. Darum bemüht, das kleine metallische Rund durch den Schlitz zu drücken. Noch immer standen ihr Tränen in den Augen. Sie war von der Behandlungsliege heruntergeglitten, nachdem sie sich von ihrem Weinen und Schluchzen beruhigt hatte. Das gefällt mir nicht, hatte die Ärztin gesagt. Sie versuchte das Gleichgewicht in der kleinen Kabine des Behandlungszimmer zu halten. Während sie in ihre dunklen Halbschuhe schlüpfte, hielt sie ihr Kleinkind, das sie noch neugierig beim Anziehen beobachtete, bei Laune. In diesem Raum beim Frauenarzt gab es für ein Kind viele Gerätschaften in den Schubladen und Schränken zu entdecken. Ein Schluchzen durchfuhr sie. Der Verdacht der Ärztin hatte sie unerwartet getroffen. Erschlagen. Zu Boden gerissen. Die Ärztin führte sie zurück an ihren Schreibtisch im Sprechzimmer. Sie solle Hoffnung haben. Der HCG-Wert müsste mal überprüft werden. Heute und übermorgen. Der gäbe ganz eindeutige Beweise, wie es läuft. Haben sie noch ein bisschen Hoffnung, hatte die Medizinerin gemeint. Vielleicht kriegt es ja noch die Kurve. Es. Die junge Frau …

Mit Montessori in die Ferien

Wenn ich bislang Mütter habe davon reden hören, wie froh sie seien, dass die Ferien endlich, endlich rum sind, hat mir das immer einen Stich versetzt. Ich fand es unglaublich schade, weil es sich jedes Mal so anhörte, als wenn es Eltern gibt, die in dieser schul- und kindergartenfreien Zeit nicht wissen, was sie mit ihren Kindern anfangen sollen? Wie sie die Arbeit organisieren, welchen Babysitter (Oma, Tante oder Nachbarin…) sie für vormittags anfragen können? Nicht selten sieht man an den Gesichtern die Erschöpfung und Anstrengung über diese FerienWochen. Auch und besonders bei Eltern, die sich so organisieren, dass einer zu 120% den Haushalt und das Prozedere Zuhause schmeißt, während der andere in der Arbeitswelt hantiert. Manchmal habe ich mich gefragt, wie viele meiner Vermutungen tatsächlich zutreffen? Und wieviel ich den Müttern und Vätern „unterstelle“. Allerdings geht es in diesem Artikel nicht in erster Linie um dieses SchubladenDenken, in das wir schnell verfallen können. Mir geht es um eine Entdeckung für diesen Alltag, egal ob für die Ferien oder die ferienfreie Zeit. Ich habe nämlich …