AlltagsAbenteuer, Entdeckungen
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Werbung

Aktuell befasse ich mich mit dem Gedanken auf meinem Blog Werbung zu schalten. Schon häufiger habe ich auf diversen Blogs gesehen, dass die Leserschaft zunächst gefragt wurde, was sie denn davon halte. Und tatsächlich, das frage ich mich auch. Die Befürchtung sich StammLeser zu vergraulen existiert unterschwellig. Ein wenig. Denn ich mag nicht, dass der Eindruck entsteht: Irgendwann muss sich ja jeder dem wirtschaftlichen Druck oder Trend einer Sache unterwerfen. Oder: Jetzt werden wir auch hier zu bloßen Kunden, die berieselt werden, mit was auch immer. Nein, so nicht. Das sind nicht meine Motive hinter einer angedachten Integration von Werbeflächen.

In den vergangenen Wochen bin ich überschüttet worden mit Anfragen von Unternehmen, Agenturen und MarketingInteressierten, die alle irgendwie einen BackLink haben wollten. Mal gegen finanziellen Ausgleich, mal als Tauschangebote, die mir fragwürdig erschienen. Irgendwann kam ich mir wirklich (regelrecht) ausgenutzt vor. Ging es scheinbar nur darum meinen mir so wichtigen Blog zu etwas Kommerziellem zu machen und als Schaltfläche für mehr Klicks zu nutzen. Das kann man SEOtechnisch vermutlich noch ein bisschen besser ausdrücken. Aber an der in mir dadurch entstandenen Abneigung gegen solche Angebote änderte das nichts. Sie wuchs. Als dann nicht als solche ausgewiesene BackLinks – und zwar Posts ohne den Hinweis „honorierter Post“ – gewünscht wurden, war mein innerliches Maß voll. Ich machte/mach mir jetzt intensiver Gedanken über Werbung und wollte/will es einfach anders haben und machen.

Warum und wieso dann also doch? Nun ja. Mein oberster Wunsch ist es eigentlich drei, vier Unternehmen oder Organisationen die Möglichkeit zu bieten sich über meinen Blog meinen BlogLesern vorzustellen. Einen Ort, an dem BlogLeser auf die jeweiligen Seiten  über die hinter einer Idee oder Sache stehenden Menschen, zu informieren, neue oder alternative Unternehmen und Agenturen zu entdecken und sich ein Bild zu machen. Mir schweben da gerade auch nur fünf Unternehmen vor. Und bei keinem weiß ich aktuell, ob und wie es bei ihnen ankommt, wenn ich ihnen dieses Werbeangebot unterbreite.

Es sind deshalb nicht so viele Unternehmen, weil ich ganz bestimmte Erwartungen an diese vielleicht zukünftigen Sponsoren oder Kooperationspartner habe. Sie müssen mich überzeugen und damit meine nachhaltigen, ökologischen, ehrlichen, fairen und sozialen Ansprüche erfüllen. Nur eine oder vielleicht zwei dieser Anspruchskategorien zu bedienen, würde mir nicht ausreichen. (Oje, hoffentlich vergraule ich mir mit dieser Aussage nicht die potentiellen in Frage Kommenden. Aber es ist, wie es ist.) Ich wünsche mir, dass meine Leser mit dieser Art von Werbemöglichkeiten einen Mehrwert erhalten.

Durch diese sehr streng gehaltene Werbung erhoffe ich mir eine Option etwas langfristiger auf mir sinnvoll erscheinende Ideen und Entdeckungen hinweisen zu können als durch einen einzelnen BlogArtikel, der dann zwar auch über meine SocialMediaKanäle geht. Doch eine lange Halbwertszeit besitzt diese Art von „Werbung“ nicht.

Natürlich hätte mamadenkt.de auch etwas davon. Denn vielleicht käme es zu einer anteiligen Aufwandsentschädigung (so schlimm sich das anhören mag), für die Zeit, das Gedankengut, das ich hier einfließen lasse, und das in diesen Blog investierte Geld. Bislang läuft dieser Blog völlig unabhängig davon. Ja, es gibt ab und an ein geniales Produkt, das ich euch unbedingt vorstellen mag und dafür auch zugestellt bekomme. Aber wirklich ein bisschen Geld verdient habe ich nur durch zwei Artikel, die ich auch als honorierte Posts ausgewiesen habe.

Außerdem würden nur solche Unternehmen in der WidgetLeiste vorkommen, mit denen sich mein Blog und ich gerne identifizieren. Aber das ergibt sich auch schon aus meinen obigen Schilderungen.

Daher der Plan: Vielleicht ein neues theme mit der Möglichkeit in einer SideBar Werbeflächen für Sponsoren, Spender und Partner anzubieten, die lediglich ein entsprechendes Logo enthalten und durch einen Klick auf die entsprechenden Seiten befördern. Für welche Dauer eine solche Werbefläche in Anspruch genommen werden kann, weiß ich noch nicht. So konkret beginne ich erst jetzt darüber nachzudenken. Ob für einen Monat, viertel-, halb- oder ganzjährig, das bleibt abzuwarten.

So. Und jetzt ihr – in alter Manier. Was haltet ihr davon? Ist das in Ordnung für euch? Findet ihr es vielleicht sogar gut? Oder hegt ihr eine so große Abneigung gegen Werbung insgesamt, so dass ihr nicht mehr vorbeischauen würdet? Ich freu mich auf eure ehrlichen Einschätzungen und Kommentare.

32 Kommentare

  1. Hallo Rage,

    für mich ist das Thema auch aktuell. Ich bin am überlegen, derzeit noch nicht wirklich (weil ich gerade in Bildungskarenz bin und daher nicht dazuverdienen darf) aber danach.

    Ich finde ein Blog ist wirklich viel Arbeit und wenn man das Niveau hoch halten will, muss man anderes dafür kürzer halten.

    Natürlich haben konsumkritische Blogs wie deiner ( und meiner) natürlich ein größeres Problem Werbung zu legitimieren, auf der anderen Seite leben selbst kritische Magazine von Werbung.

    Fazit; Ich habe als Leserin mal nichts dagegen 🙂 solange alles transparent ist.

    Liebe Grüße,
    Birgit

    PS
    Hier ein interessanter Artikel zum Thema, ob Blogger*innen nur von Likes leben können…http://decor8blog.com/2014/07/18/can-full-time-bloggers-live-off-of-rainbows-hugs/

    • Danke für den Artikel! Werd ich mir am Wochenende mal zu Gemüte führen! Und ja… Minimalismus und Konsumkritik… passt irgendwie nicht zu Werbung, aber wenn ich es so aufziehe, wie ich es denke, dann doch wieder irgendwie. Bin gespannt, wie sich das bei der entwickelt.

    • Ich finde die Antwort von ihrem Mann Thorsten echt sehr gut und auch seine Argumentation, danke für den Tipp, liebes Fräulein im Glück!

  2. Hallo Rage,

    für mich hängt es ausschließlich davon ab, wer wirbt. Lese ich Texte zu Minimalismus, Konsumkritik etc und sehe dann Werbung für Procter & Gamble nun ja, stellte ich wohl deine Authentizität in Frage 😉
    Aber das weisst du selbst. Werbung für Bleed zum Beispiel täte ich sogar begrüßen!
    Früher habe ich mir regelmäßig Zeitschriften gekauft. Dafür habe ich Geld bezahlt UND ich musste Werbung ertragen von Dingen, die ich nicht wollte. Warum sollst du also nicht Geld mit deiner Schreiberei verdienen?
    Alles LIEBE von Nina

    • Hej Nina. Ach, ich dachte da so an Unilever oder … vielleicht doch … mhm… 😉 einen der größten SpielzeugDiscounter?!! Muss ich nochmal in mich gehen. 😉

      Du hast vollkommen recht! Nachdem ich deinen Kommentar gelesen habe, dachte ich: Eben!
      Es geht mir nicht in erster Linie darum Geld zu verdienen. Auch nicht in zweiter. Ich denke darüber nach, Unternehmen, die ich wirklich toll finde und die scheinbar eben nicht jeder kennt – was mich manchmal erstaunt – eine weitere kleine Möglichkeit zu bieten, sich und ihr Logo zu präsentieren und nach einem zweiten Klick! vorzustellen.
      Dafür ein bisschen Geld zu nehmen, kommt mir natürlich entgegen. Aber ob es überhaupt die mit diesem Blog verbundenen Kosten decken wird… ich bezweifle es. (Wobei ich auch die letzten zwei Jahre immer bezweifelt habe, dass das hier überhaupt jmd liest. Und siehe da….)

      Danke.

  3. Hallo Rage,

    Oh ja, das Thema treibt mich auch immer wieder um. Aus Lesersicht würde ich aber sagen: So lange du transparent damit umgehst und nur Produkte und Unternehmen empfiehlst, hinter denen du stehst, ist es kein Problem. Dann bieten die Texte sogar einen Mehrwert (obwohl ich das Wort hasse) für die Leser. Ganz ohne Konsum kommt ja keiner aus, irgendwann muss sich jeder mal ein neues T-Shirt oder Shampoo oder Teller oder was auch immer kaufen, da finde ich es gut zu wissen, wo ich so etwas am besten kaufe.
    Als Leser habe ich auch kein Problem damit wenn in der Sidebar oder irgendwo außerhalb des Textes Werbeanzeigen sind. Meist überlese ich die sogar.
    Eigentlich komisch, dass man sich als Blogger immer dafür rechtfertigen muss, wenn man mit seiner Arbeit (denn nichts anderes ist das ja) auch Geld verdienen möchte. Gut, Minimalismus-Blogger sind da nochmal ein Sonderfall, aber auch wir müssen ja unser Leben irgendwie finanzieren.

    LG
    Pia

    • Hallo Pia,

      Zeitschriften müssen sich auch oft rechtfertigen, dass sie Geld kosten und sie trotzdem zur Hälfte aus Werbung bestehen. Es gibt immer wieder veröffentlichte Leserbriefe dazu.

      Liegt es nicht vielleicht auch daran, dass Werbung (meiner Meinung nach zu Recht) verpönt ist und zumindest ich genervt bin von der ganzen Werbung, die ungefragt auf uns einströmt. Für mich ist die Schwierigkeit nicht unbedingt, dass ein Blogger mit seiner Arbeit Geld verdienen möchte. Diesen Wunsch kann ich sehr gut verstehen. Aber für die meisten heißt dann die einzige oder die Hauptmöglichkeit Werbung, und es gibt schon eine Blogs, die ich anstrengend fände zu lesen, aufgrund der Werbung. Aber ich muss es ja nicht :o)

      Liebe Grüße
      Nanne

  4. Generell finde ich Werbung auf Blogs nicht toll.
    Wenn Werbung und Blogthema zusammenpassen dann ist das auf jeden fall schon mal besser.

    Aber, großes ABER: ich lese blogeinträge über den Feedreader des Donnervogels.
    Ich sehe deine Werbung also gar nicht.
    und darf eigentlich auch gar nicht mitreden 😉

  5. Servus Rage!

    Ich bin gerade auf deinen Blog aufmerksam geworden und finde das Thema Werbung sehr interessant. Vor allem, da sich einfach auch nicht viele Leser damit auskennen. Es wird eben das behalten, was in den großen Headlines steht – das ist völlig normal. Meine Meinung zur Werbung: Solange die Werbung hochwertig ist (keine Pop Ups, keine ganzseitigen Banner etc.) und nicht im sofort sichtbaren Bereich zu sehen ist, finde ich das völlig ok. Werbung muss allerdings gekennzeichnet sein (nicht in den gleichen Farben wie Text und Überschriften deiner Artikel) und sollte meinen Lesefluss nur minimal beeinträchtigen (gar nicht geht ja fast nicht).

    Zur Anmerkung meiner Vorkommentatorin (Procter & Gamble). Werbung wird im Internet ja Interessen- bzw. Nutzerbasiert ausgespielt. Das bedeutet, der Blog entscheidet nicht was du für Werbung zu sehen bekommst, sondern dein Surfverhalten im Allgemeinen. Von daher bekommst du eigentlich nur relevante Werbung angezeigt. Themen, die dich eben interessieren.

    Wenn diese Punkte alle erfüllt sind und Werbung nach Nutzerverhalten ausgesteuert wird, finde ich es völlig legitim mit seinem Blog ein wenig was zu verdienen. Alleine die Kosten für die Domain liegen ja gerne mal bei 100 Euro+ im Jahr. Zusätzlich die ganze (Frei)zeit usw. usw.

    Das ist meine Meinung dazu 🙂

  6. Ich denke, wenn die Werbung zum Blog passt, stört es mich gar nicht. Und es wird ja auch niemand gezwungen auf den Werbelink zu klicken. 😉

  7. Liebe rage,

    für mich gibt es im Netz ganz verschiedene Arten von Werbung – manche finde ich gut, andere nerven mich (Pop-Ups z.B.). Das wichtigste ist für mich jedoch, dass der Blogger bzw. die Bloggerin (in diesem Falle also du) authentisch bleibt und sich nicht auf einmal krampfhaft verstellt, nur damit dieses oder jenes zugesandte Produkt bzw. diese oder jene Kooperation irgendwie in den neuen Beitrag passt.

    Sponsoring oder Bannerwerbung in der Seitenleiste finde ich z.B. eine machbare Idee, schau dir doch mal an, wie Amberligt das auf ihrem Blog handhabt: http://www.amberlight-label.blogspot.de/p/blogeinnahmen.html . In Ordnung finde ich auch die Teilnahme an Affiliate oder Partnerprogrammen, wo du für das (ernst gemeinte) Empfehlen von Produkten mit einem Prozentsatz am Umsatz beteiligt wirst, wie z.B. bei Buch7 oder Amazon. Sadfsh und ich denken im Moment auch über diese Möglichkeit nach, da wir ja doch regelmäßig Bücher auf dem Blog vorstellen.

    Liebe Grüße, Svenja

    P.S.: Denk daran, dass du unter Umständen ein Gewerbe anmelde musst, wenn du mit dem Bloggen Geld verdienst. 🙂

  8. Hallo Rage,
    Werbung für Dinge, die du selbst wirklich kennst und empfehlen kannst,
    fände ich auf deinem Blog in Ordnung.
    Liebe Grüße

  9. Da musste ich doch gleich mal schauen, wer da von einem meiner Lieblingsblogs aus zu mir verlinkt hat – hab vielen Dank @Apfelmädchen. Die Gesamtübersicht wurde ja bereits verlinkt – gestern gab es meine Jahreszusammenfassung von 2014: http://www.amberlight-label.blogspot.de/2015/01/geld-verdienen-mit-diy-blogs.html und damit konnte ich nach zwei Jahren Bilanz ziehen. Über 1500 € Blogeinnahmen sind 2014 über meinen DIY-Blog eingetrudelt – der Warenwert der zusätzlichen Produkte, denn auch ich biete einen Werbeplatz an, ist ungefähr ebenso hoch. Von den Einnahmen spende ich einen Teil für Projekte, die mich überzeugen und die meistens auch dem Bereich Nachhaltigkeit kommen. So konnte ich diesen Monat den ersten Laden in meiner Stadt unterstützen, der verpackungslose Waren anbieten wird. 🙂 Außerdem finanziert der Blog inzwischen nicht nur mein Nähhobby sondern auch alle Geschenke in der Familie – was momentan dringend ntwenig ist, das wir uns ja auf das Abenteuer Vierseithofsanierung eingelassen haben. Für mich stimmt das Bauchgefühl bei meinen Blogeinnahmen, da ich nur für Firmen werbe, die zu mir und zum blog passen. Einzige Außnahme ist der Bücherriese – und dafür ist mir die regelmäßige Kritik aus dem Freundeskreis auch sicher. Gegen das schlechte Gewissen kaufe ich selbst dafür im kleinen Buchladen um die Ecke. Wenn du Fragen hast, frag einfach ….

  10. Puh, echt schwierig. Ich wurde ja früher immer total oft mit solchen Anfragen überschwemmt, aber seit ich nicht mehr darauf antworte, haben sich die Anfragen gelegt.
    Ich finde Werbung generell furchtbar. Überall. Am Allerschlimmsten im Internet. Überall. Pop-ups. Blinkblink. Ich finde Affiliate Links zu Google oder Amazon schrecklich, weil diese Unternehmen einfach so viel kaputt machen. Es hätte schon einen blöden Beigeschmack, einen Minimalismus-Blog zu lesen, wo Themen wie Datenschutz und Privatssphäre mit Adsense und Produktinfos zu Amazon verlinkt sind.
    Aber gut, ich hab da auch keine Lösung. Vielleicht flattr? Für mich ist es ein Hobby und dafür bezahle ich gerne, weil es mir Spaß bringt. (Ich betrachte das wie so ne Mitgliedschaft im Sportverein oder so) Und wenn ich irgendwann sparen muss, dann stampfe ich die Domain halt wieder ein.
    Ich werde deinen Blog trotz Werbung weiterlesen, aber „hurra“ kann ich jetzt nicht schreien 😀

  11. Liebe Rage,
    keiner zwingt jemanden auf den Link zu klicken, aber vielleciht hilft es jemandem neues kennenzulernen, mir sagen die ganzen Namen, die von den anderen Kommentatoren genannt wurden, zum Beispiel gar nichts. Wäre doch für mich bestimmt spannend zu sehen, wo ihr so surft, vielleicht mag ich das auch und es wird mir nie gezeigt, weil mir nur procter & gamble gezeigt wird…vielleicht…und wenn ich es nicht mag, lass ich es einfach links liegen…oder?

    So lange man nicht das Gefühl hat, alle Artikel seien nur noch Werbung und nichts von Dir…

    so meine ich…
    Liebe Grüße
    Nunu

    • Oh ja! Das finde ich eben auch. Auf manchen Seiten geht es mir nämlich genau so. Da finde ich Unternehmen, Menschen und Agenturen, die meine Vorstellungen von Nachhaltigkeit, Leben auf diesem blauen Planeten teilen und auf ihre Art umsetzen.

      Bleed kenne ich beispielsweise auch nur vom HörenSagen. Als @Nina davon geschrieben hat, habe ich auch erstmal beschlossen, dass ich mir das jetzt mal genauer anschauen muss.
      Darüber könnte ich jetzt natürlich einen Artikel schreiben. Aber jemand, der in einem halben Jahr über mamadenkt stolpert, wird unter Umständen gar nichts von dem Artikel mitkriegen, weil der eben schon soweit zurückliegt; aber mir das Unternehmen ja sehr gut gefallen könnte und ich es gerne weiterempfehlen würde. Aber wie gesagt, noch kenne ich es nicht.

      Danke für deinen Kommentar. Hab mich gerade auch schon bei dir umgeschaut und bin begeistert von der Blogparade, bei der du mitgemacht hast. Find ich gut!!

  12. @Svenja und @die anderen im Allgemeinen: Das ist genau der Punkt. Ich mag auch nicht jede Werbung. Ich krieg die Vollkrise, wenn plötzlich irgendwo was aufpoppt oder wohlmöglich laute Töne aus meinen Lautsprechern erklingen, da sie nun mal noch an sind, weil ich mit den Jungs ne LöwenzahnFolge geschaut habe.

    Ähnlich geht es mir mit AffiliateWerbung oder speziellen Partnerprogrammen. Diese Werbung, die ich nicht kontrollieren kann, sondern von dem SurfVerhalten meiner Leser bestimmt ist. Da schau ich selber, wieviel ich wohl für mein Brautkleid noch verlangen kann und auf einmal bekomme ich tagelang irgendwelche Brautkleider in den Sidebars anderer Seiten angezeigt. Brrrrh!! Kopfschüttel. Finde ich sehr anstrengend und es stört mich.

    Ich denke da wie gesagt eher an einen kleinen Platz in der Sidebar, in der ich ähnlich wie den Adventskalender vom Fräulein im Glück mit Motiv oder Logo und einem entsprechenden Link verfügbar mache. Es ist Werbung. Aber wohlmöglich nicht mehr Werbung im eigentlichen Sinne. Wie wir sie von größeren MarketingSeiten kennen. Nach all euren Kommentaren kann ich mir diese Art der Werbung gut vorstellen. Und hoffe, dass mir keiner meiner Leser so ganz abspringen wird. Und du @FrauDingDong, gib mir bitte, bitte Bescheid, wenn sich doch ein MiniHurray Bahn schaffen sollte. Und wenn die Schluchzer Überhand nehmen… dann bitte auch.

    Ich schau mal wie das aussehen könnte… Ein dickes DANKE an jede von euch, die eine Einschätzung und Rückmeldung gegeben hat. Das hilft mir sehr.

  13. maybee sagt

    Werbung. Ich behaupte mal mutig, dass das was du da vor hast gar keine Werbung ist:
    Du sagst
    „Mein oberster Wunsch ist es eigentlich drei, vier Unternehmen oder Organisationen die Möglichkeit zu bieten sich über meinen Blog meinen BlogLesern vorzustellen. Einen Ort, an dem BlogLeser auf die jeweiligen Seiten über die hinter einer Idee oder Sache stehenden Menschen, zu informieren, neue oder alternative Unternehmen und Agenturen zu entdecken und sich ein Bild zu machen.“
    Es geht also kurz um eine Unternehmensvorstellung aus deiner Perspektive – nicht darum ein Produkt X an die Gruppe Y zu bringen, was im klassischen Marketing versucht wird – und zu deinen Konditionen.

    Die Art und Weise wie du das vorhast und die angepeilten Aufnahmekriterien und die geplante Transparenz sind noch einer oben drauf, denn bis hier hin könnte man noch argumentieren, dass für das Unternehmen geworben wird.
    In der Sache geht es dir ja nicht darum, hier ein Ding vorzustellen um des Profits wegen. Sondern andersherum, du möchtest das Ding vorstellen, weil dir das taugt und bei der Gelegenheit ein bißchen was mitnehmen.

    Das klingt aber eben nicht so als wolltest du das Ding um seiner selbst willen anpreisen.

    Ich meine, wenn wir das was du da vorhast als Werbung (in dem negativen Sinne, in dem das hier wohl alle gebrauchen) bezeichnen, dann macht wohl der eine oder andere Minimalist auch Werbung. Für Backpulver oder sonstige Alles-Könner-Alternativprodukte, nicht? Habe ich selbst auch schon getan – ohne Blog freilich 😉

    Der Knackpunkt ist also das Geld – yet again.
    Aber ich denke solange das wirklich transparent ist (heißt bspw.: „Was bekomme ich wofür, wann und von wem“ steht am besten sachnah am jeweiligen Artikel vorne dran) ist das nicht unbedingt ein Widerspruch in der Sache.
    Es sei denn eben man fasst diesen negativen Begriff von Werbung so weit.

    So viel zu der Begriffsdefinition 😀

    Nun noch ein grundsätzlicher Gedanke: FrauDingDong hat das so schön auf den Punkt gebracht. Der Beigeschmack ist da. Er wird auch nicht deswegen weggehen, weil das eigentlich keine Werbung, sondern irgendwie was anderes ist. Und ich denke der ist noch etwas grundsätzlicher vorhanden, als nur bei offensichtlicher/nerviger/Privatsphäre verletzender Werbung:
    Das blöde ist eben, dass es gerade hier sehr schwierig ist (für den Leser) festzustellen, ob das jetzt dein Ding und dein Anliegen ist und du nur bei der Gelegenheit etwas mitnimmst oder ob es zu deinem Ding wird, weil du was bekommst. Zur Beurteilung dessen ist die Außenperspektive des Lesers gänzlich ungeeignet.
    Diese Interessenkollision dürfte sich auch – Werbung hin oder her – nicht wirklich vermeiden lassen, wenn da irgendeine Form von Gegenleistung erfolgt. Und gerade, wenn es so ein Dauerding ist (wie die Sidebar) kann das durchaus auf davon eigentlich nicht betroffene Teile abfärben imho. Das wäre wohl – gerade in Bezug auf neue Leser – schade. Wobei da sicherlich wenige so krass denken, wie ich 😉

    Alternativen: Spenden? Crowdfunding? Flattr? Ganz was neues?
    Ich finde die Idee mit Flattr spontan ganz gut. Das ermöglicht. Zwingt nicht. Und ist, gerade auch deswegen, in keiner Weise dazu geeignet eine ernsthafte Interessenkollision in der jeweiligen Sache zu verursachen.

    • Über Flattr habe ich auch schon diverse Mal nachgedacht. @amberlieght-label hat mir nämlich schon einmal in einem ihrer Kommentare irgendwann dazu „empfohlen“. Das würde eine weitere Registrierung irgendwo im Netz bedeuten, die mich bislang einfach davon abgehalten hat.

      Spenden finde ich auch gut. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass das jemand auf mamadenkt machen würde; also für mamadenkt. Aber wer weiß.

      Ich gehe mit all euren Gedankenanstößen sehr schwanger, weshalb ich mich auch nicht gleich geäußert habe.

  14. liebe rage,

    ich finde werbung in der von dir beschriebenen art okay. du vermietest ja noch nicht mal werbeflächen, sondern setzt links (als empfehlungen von dir), die du dir bezahlen lässt. wenn dann klar ist, dass das werbung ist, finde ich das wie gesagt okay. an dieser stelle hört für mich allerdings auch schon deine transparenz-„pflicht“ auf. was du daraus an einnahmen generierst, ist allein deine sache. es macht die werbung moralisch nicht besser oder schlechter, ob du dafür viel oder wenig geld bekommst – überhaupt nicht. natürlich kannst du das alles auflisten – aber warum? wem oder was musst du damit beweisen? ich habe beim lesen der kommentare ein bisschen das gefühl bekommen, als wenn geldeinnahmen per se schon mal unethisch sind und sie immer böser werden, je höher der betrag ist. ich kann das echt nicht nachvollziehen. ich würde sogar eher das gegenteil behaupten: wenn du für kleckerbeträge werbung schaltest, „verramschst“ du deinen blog und dich viel eher, als wenn du ordentliche einnahmen hast. überhaupt: einkommen ist eine sehr gute sache, weil man davon seine familie ernähren kann. zum beispiel.

    bei affilate-programmen würde ich das von dem konkreten vertragspartner abhängig machen. die meisten affiliate-sachen, auf die ich als user stoße, laufen zu amazon. ich würde da ja lieber den lokalen buchhändler unterstützen – der aber kein affilate-programm hat.

    soweit, liebe grüße
    martin (dürfen männer hier auch kommentieren?)

    • @marthori Ich gehöre ja zu denen, die tatsächlich transparent die Blogeinnahmen auflisten. Die Frage nach dem „Warum“ ist bei mir einerseits die Vorbereitung für die steuerliche Abrechnung, aber andererseits auch der Überblick, welchen Betrag ich davon im eingerichteten Spendentopf habe – sonst würde ich ganz schnell den Überblick verlieren. Außerdem finde ich es selbst ganz interessant, wenn man auch von anderen erfährt, welche Firmen und Projekte sie unterstützen und warum – damit schließt sich (für mich) der Kreis.

      • okay, das kann ich nachvollziehen. ich wäre halt nur ein bisschen vorsichtig, unaufgefordert solche daten zu veröffentlichen. zumal ich davon ausgehe, dass bei individuell ausgehandelten preisen ersteinmal stillschweigen gilt. und so wie ich die idee hier im blog von rage verstanden habe, wird es sich ja wahrscheinlich (?) eher um so etwas handeln.

        • Die meisten „Preise“ sind keine Geheimnisse sondern orientieren sich am TKP (http://de.wikipedia.org/wiki/Tausend-Kontakt-Preis) der Seitenaufrufe des blogs. Für 1000 Seitenaufrufe gibts demnach einen 1 Euro – so rechnen sogar die ganz großen Seiten und auch die Zeitschriftenbranche für den Werbeteil. Aber der Denkanstoß ist gar nicht so schlecht, denn auch ich sollte wohl – wenn es mal „mehr“ gibt als die Partnerprogramme und die bezahlten Werbeplätze – nachfragen, wie „offen“ ich sein darf – wobei mir das selbst das ziemlich wichtig ist und ich es gerne beibehalte.

    • rage sagt

      Das Männer hier auch mitkommentieren dürfen, muss ich nicht erwähnen, oder? Mein Mann hat immer wieder was zu meinem GedankenChaos im RealLife beizusteuern.
      Klar, mamadenkt gibt ne Richtung vor. Wobei ich sehr „stolz“ darauf bin, dass sich scheinbar auch der ein oder andere Mann unter meinen Mitlesen befindet. (siehe SocialMediaKanäle oder andere Kommentare…) Ihr dürft!
      Danke auch für deinen Kommentar.
      Ich bin mal gespannt, woraufhin, meine Art der Werbung hinauslaufen wird. Ich muss mir dafür mal noch ein Konzept überlegen.

  15. dam sagt

    Einer der ersten Artikel, den ich hier gelesen habe, war der Bericht über den Bondolino. Und ich hab ihn sofort gekauft. Und bin MEGA zufrieden.
    So wie ich dich einschätze, haben wir einen ähnlichen Produkt-„Geschmack“. Von daher bin ich froh, wenn ein Tipp kommt, und ich zu dem Produkt nicht selbst stundenlang recherchieren muss.

    • rage sagt

      Ha! Echt?? Wow, und das war noch nicht mal ein Artikel, für den ich irgendwas bekommen habe… Meines Wissens. Das liegt schon so lang zurück und ich war einfach nur so furchtbar begeistert und bin es noch immer.
      Eine der wenigen sinnvollen Anschaffungen, für die ich am liebsten noch drei weitere Kinder bekommen würde. 😉

  16. Liebe Rage,
    ich komme erst jetzt dazu zu schreiben und finde die unterschiedlichen Kommentare total spannend – ich hoffe, ich habe nicht zu viel mitkommentiert, das ist ja schließlich hier dein Blog.

    Ich habe ebenso wie Frau DingDong ein grundsätzliches Problem mit Werbung, gerade auch in der sidebar. Es stört mich. Aber deine Argumentation, dass ein Post, ein halbes Jahr später vielleicht nicht mehr gelesen wird, verstehe ich auch.

    Ich würde deinen Blog mit Werbung weiterlesen und wenn nicht, dann würde ich es dir dann auch sagen. Aber auch nur, weils einer meiner Lieblingsblogs ist und wir uns ja jetzt ein wenig „kennen“. Ich lese ein paar Blogs nicht mehr regelmäßig, weil das mehr und mehr an Werbung mir einfach zu viel wurde (eine Kombination von gesponserten Posts und sidebar). Es gibt aber auch Blogs mit Werbung, die ich gut finde, wie http://www.m-i-ma.com. Ich finde, Indre bekommt das irgendwie sehr gut hin.

    Die Idee, die bei dir aber grundsätzlich dahinter steckt, die finde ich auch gut: dass du damit nachhaltige und gute Unternehmen vorstellen willst (wäre vaude vielleicht auch was? Die produzieren viel nachhaltig, dort wo es finanziell machbar ist – finanziell nicht komplett machbar, ist es wohl, weil es dann die Zahlungsbereitschaft der Kunden übersteigt). Ich habe manchmal einfach keine Zeit und keine Lust zu suchen, da würde ich mir für einige Produkte so was sogar wünschen.

    Christof von einfachbewusst.de hat irgendwo auch mal geschrieben, dass er zumindest die Kosten für den Blog wieder hereinbekommen möchte. So eine Motivation kann ich ebenfalls gut verstehen.

    Liebe Grüße aus dem schönen und stürmischen Bremen!
    Nanne

    • rage sagt

      Liebe @Nanne, die Kosten für den Blog anzuvisieren wäre ja schon mal was. Allerdings rechne ich mir selbst an den Punkten nicht viel aus. Danke auch für den Link auf Indres Seite. Ja, genauso gefällt mir das auch richtig gut. Mehr darf es meines Erachtens auch gar nicht sein. Und in meinen Augen, bestätigt durch die vielen Kommentare, muss ich wohl auch eher von Partnern, Unterstützern und Spendern sprechen. Manche der Organisationen würde ich halt gerne konsequenter, langlebiger vorstellen. Organisationen, die selber mit viel Ehrenamt oder ebenfalls auf SpendenBasis ihre Arbeit leisten.

      Ich hab da inzwischen eine Vorstellung. Und ich glaube, wenn ich die nächsten Wochen und Tage noch die Zeit dazu finden werde… 😉
      Dann werden di Ideen umgesetzt. Danke für deine und eure Ehrlichkeit. Ich schätze das sehr!!

  17. Prot sagt

    Hallo rage,
    Ich finde es gut und nett, das du laut darüber nachdenkst. Und dich auch die Meinung deiner Leser dazu interessiert.
    Weiter kann ich eher weniger dazu sagen, da ich längst Mittel und Wege gefunden habe keine Werbung zu sehen. Es braucht ja nur ein alltägliches Wissen am Computer, und schon sieht man diese nicht! Und die wenigen Seiten die dann nicht ganz funktionieren brauche ich meistens nicht.
    Und wenn ich sehr neugierig bin verwende ich auf diesen Seiten eben mal einen anderen Browser.
    Tracking und Werbung verbanne ich lieber über mein System, als das ich mir anfange Gedanken zu machen ob ich eine Seite lese oder es eben lasse.
    Freundliche Grüße
    Prot

    • rage sagt

      Das ist natürlich auch eine sinnvolle Art und Weise mit Werbung umzugehen. Wobei ich hoffe, dass die von mir vorgestellten Unternehmen bekannt sind oder zumindest werden. Wie gesagt, das ist eines meiner eigentlichen Anliegen. Sei es eine Organisation wie IJM oder ein Unternehmen wie manomama.

  18. maybee sagt

    Noch ein Gedanke: Dieser Beigeschmack .. Ich denke je mehr es am Ende (also beim beworbenen) um Geld geht, je eher ist der vorhanden.

    Beispiel: Wenn du hier ein Repaircafe oder einen Kleidertauschring aus der Nachbarschaft vorstellst und die dir ein Ding reparieren oder ein Kleid geben ist das denke ich geschmacksneutral.

    Denke ich zumindest grade… Wüsste nicht, wo da der Geschmack herkommen sollte.

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