Alle Artikel in: honorierter Post

RückbildungsGymnastik

Es gibt einfach Dinge, von denen erfährt man erst, während oder nachdem man sein erstes Kind bekommen hat. Dass bei der Geburt beispielsweise Stuhlgang ‘abgehen’ kann. Dass es da auch noch so etwas wie die Nachwehen gibt und dieser Mutterkuchen, genannt Plazenta, ebenfalls irgendwie den weiblichen Körper verlassen muss. Dass man einige Tage heftige Nachblutungen hat und es ja auch noch so etwas wie den Wochenfluss gibt. Vier bis sechs Wochen dauert das Ganze. Oder die DammMassage. Welcher Damm? Wo ist der denn bitte schön? Mit Öl durch den Partner massieren lassen, ehm, ich weiß nicht. Muss das sein? Irgendwo da am Anus? Warum hat man mir das damals nicht gesagt? Mir wurde das erst einige Wochen vor der eigentlichen Entbindung klar, als mein Schwangerschaftsbuch darauf hinwies. Mein Schwangerschaftsbuch! Weder im GeburtsvorbereitungsKurs oder durch meine Mutter oder Schwiegermutter wusste ich von solchen “Dingen”. (Jetzt ist es raus.) Im “echten Leben” freuten sich alle lediglich auf das, was da kommt. “Das, was da kommt” wurde nicht mit den leidlichen Nebenwirkungen einer Geburt in Verbindung gebracht. Alles, was zählt waren …

Getränkeflaschen. Eine Frage der Ehre

“Maaama?” – Immer wenn ich dieses Wort in dieser Betonung höre, weiß ich, dass eines meiner Kinder irgendetwas von mir will. Was das genau ist, stellt sich kurze Zeit später heraus. Unter anderem gibt es zB. die immer wieder auftretende Bitte: “Kann ich einen BikerDrink haben?” Was ist ein BikerDrink? Es handelt sich dabei um ein, wenn ich mich recht erinnere, mit Acesulfam oder Aspartam gesüsstes Erfrischungsgetränk, speziell für Kinder, um sie leistungsstark, hellwach und völlig von der Rolle sein zu lassen. Nicht nur die Süsse, sondern auch der vorne auf einem Etikett abgebildete Junge auf einem MountainBike verleiht dem Getränk bei uns seinen Namen. Ich finde dieses Zeug schrecklich. Sowohl den Inhalt als auch den Behälter. Für meine Kerle ist es das Getränk. Mit Ehre und Heldentum verbunden… Keine Ahnung warum. Immer wieder wird die Bitte an uns herangetragen, doch auch nochmal einen solchen BikerDrink trinken zu dürfen. Es gab deswegen schon einige Diskussionen unter unserem Dach. Neben der Tatsache, dass ich diese Flüssigkeit für höchst ungesund halte, stört mich der Behälter aus Kunststoff. Als ich meinte, dass …

Das zieh’ ich an. Das zieh’ ich an. Damit ich…

… zu mir stehen kann. Die letzten Wochen haben so einige meiner UrAltTshirts ihr letztes gegeben. Unter den Armen durchgewetzt, hier und da ein kleines Motten- oder WaschmaschinenLoch und überhaupt, farblich sehr, verblichen. Oberteile, die ich schon seit über sieben bis neun Jahren trage. Unterhosen, die nicht ganz so lang, aber lang genug gehalten haben. Socken, die durchlöchert und nur noch ohne die bessere Hälfte bestehen. Mein Kleiderschrank, den ich auf ein gutes Maß reduziert hatte, hat noch ein bisschen mehr an verarbeitetem Stoff und Textilien verloren. Ich stehe also vor der Frage, wie rüste ich wieder auf? Obwohl ich mir persönlich an dieser Stelle die vergangenen zwei Jahre sehr treu geblieben bin. Ich habe mir fast nichts mehr zugelegt, dass nicht fair und ökologisch einwandfrei hergestellt wurde; zumindest was meine Ansprüche der Recherche betrifft. Denn neben der Näherin habe ich nicht gestanden und über die Schulter des Färbers auch nicht schauen können. Hiermal ein paar Fakten bzgl. meines KlamottenVerhaltens: 1. Insgesamt haben elf Kleidungsstücke in den letzten zwei Jahren ihren Weg in meinen Besitz gefunden. 2. …

4. Advent. daysofthunder und das Geschenk

So bezeichnen wir hier ‘liebevoll’ die Tage der Menstruation. Meiner Menstruation. Aktuell genieße ich es sehr, mir darüber keine Gedanken machen zu müssen. Aus Gründen. Dennoch ist mir sehr präsent, wie schwer ich mir vor einem halben Jahr getan habe, meinen Freundinnen zu erzählen, dass ich mir nicht mehr diesen PapierPlastikWegwerfDreck kaufe, sondern auf Stoffbinden umgestiegen bin. Dass eine der beiden ebenfalls umsteigt – das hätte ich nie gedacht! Dass sie mir ein halbes Jahr später erzählt, wie dankbar sie für diesen Wechsel ist und aus medizinischer Sicht die Menstruationstasse (Lunette, LadyCup…) großartig findet – noch viel weniger. Ich wusste es anfangs nicht besser. Zwar hatten wir vorher schon auf Stoffwindeln für die Jungs umgestellt. Doch ich kam gar nicht auf die Idee, dass man als Frau ja auch umsteigen und damit jede Menge Müll reduzieren konnte. Das war ehrlich gesagt mein Hauptanliegen beim Umstieg: unsere dadurch verstärkte MüllReduktion. Bei den Stoffwindeln der Jungs sagte man mir u.a. auch immer, dass diese Kinder früher trocken werden würden. Ob das tatsächlich stimmt, kann ich nicht einschätzen. Trau ich …

Die umweltfreundlichste Stadt

Vor ein paar Wochen bekam ich einen Link zugesandt, in der eine Grafik Fakten zur umweltfreundlichsten Stadt der Welt zusammenstellt. Aus irgendeinem Grund musste ich sofort an Irland denken. Klar, keine Stadt, aber ein Land, in dem der durchschnittliche Verbrauch von Plastiktüten bei nur 18 Stück jährlich liegt. Deutschland mit seinen 71 Plastiktüten pro Kopf im Jahr kann da nun wirklich nicht mithalten. Jedenfalls wollte ich euch die Grafik nicht vorenthalten, denn ich fand sie 1. schön anzusehen und 2. hat sie mich nachdenklich gemacht. (Mal wieder.) Denn zuerst war mir nicht ganz klar, wie ihre Kernaussagen lauten und wofür sie grundsätzlich dienen soll? Ich kann auch nicht sagen wie fundiert das DatenMaterial für die Grafik und ihre Ergebnisse ist. Aber ich weiß, dass wir viele umweltfreundliche Städte auf diesem blauen Planeten benötigen. Es ist toll und vorbildlich, wenn          Kopenhagen weltweit am striktesten recycelt,          New York mit 855 Vehikeln die größte Hybridbus-Flotte einsetzt und          Amsterdam weltweit das wenigste Wasser verschwendet. Es gab in den vergangenen drei Jahren Momente, in denen …

Was zieh’ ich an?

Was zieh ich an? Was zieh ich an? Damit ich besser schlafen kann. Es ist nun anderthalb Jahre her, dass ich mich dazu entschied “keine Klamotten mehr zu kaufen.” Als ich den Entschluss damals fasste, ging es mir in erster Linie darum: * keine Billigware vom anderen Ende der Welt zu kaufen, die von verzweifelten Frauen, Kindern und Männern mit viel Schweiß und Blut, auf Kosten ihrer Familien, ihrer Lebensqualität oder sogar ihres eigenen Lebens hergestellt wurden. Diese Entscheidung mag einfach klingen, wenn man zuvor ja eh schon seinen Kleiderschrank ausgemistet und im Sinne eines minimalistischen Trends reduziert und zusammengestellt hatte. Daher beschloss ich weiter: * ich kaufe nichts mehr, weil ich alles habe. All die Klamotten, die ich nicht verschenkt, getauscht, verkauft oder an den SeconHandLaden abgegeben hatte, blieben vorerst im Schrank. Ein Teil wanderte in die Schublade für die in Zukunft anstehende Erlernung des NähHandwerks. (Soweit bin ich bis jetzt leider immer noch nicht gekommen.) Den Rest beschloss ich zu tragen, bis es nicht mehr geht, sprich: Das Kleidungsstück auseinander fällt. Während eines Urlaubes …

Nachhaltige Weihnachtsgeschenke*

Wie letztes Jahr kamen mir im Oktober schon die ersten Ideen, wie und womit ich meine Lieben (Kerle, Freunde, Familie, Bekannten, Nachbarn, entgegenkommende Passanten…) beschenken könnte. Wie letztes Jahr gab es schon im November Menschen, die mich darüber aufklärten, dass ihnen die unsinnige Schenkerei wahnsinnig auf die Nerven gehen würde. Ich weiß nicht zu welcher Fraktion ihr zählt, liebe Leser. Ich habe auch lange darüber nachgedacht, ob ich diesen Post in dieser Art hier schreibe. Nehmt ihn einfach als Brille, wie ich Weihnachten sehe. Vielleicht findet ihr was wieder, vielleicht gefällt euch der Blickwinkel nicht, dann müsst und könnt ihr ja nach einer passenderen Brille Ausschau halten. Vorweg nochmal deutlich: Ich mag Weihnachten! Eins mehr noch: Ich liebe dieses Fest und all seine zauberhaften Momente. Dazu gehört wirklich vieles: Ich mag die Lichter in den Fenstern. Ich weiß, energiesparend ist das nicht. Nachdem der November so trüb, dunkel, neblig und kalt war, genieße ich das Funkeln und Leuchten jedoch sehr und freu mich drauf, wenn jetzt die ersten Lichterketten und Sterne zu erkennen sind. Ich …