Alle Artikel in: MamaSein

Nochmal: Beziehung statt Erziehung

In den letzten Wochen ist es hier relativ ruhig geworden. Damit meine ich auch und insbesondere die Themen rund um Erziehung und Kinder auf meinem Blog – und wie wir hier zusammen alle klarkommen. Allerdings fällt mir auf, dass das auch im echten Leben tatsächlich der Fall ist. Hier zu Hause. In unseren vier Wänden. Es ist ruhiger geworden. Vor etwa einem Jahr habe ich mich mit der Thematik im Titel des Blogposts schon einmal auseinandergesetzt. Ich dachte bis eben, dass sich in mir viel, viel verändert hat, aber dem ist gar nicht so. Zumindest nicht an der Grundhaltung. Gedankenchaos In meinem Kopf herrscht ein großes Gedankenchaos. Ich weiß gerade noch nicht so recht, wie ich was will. Angefangen hat alles mit unserer Brüllfalle vor zwei Jahren. Damals empfahl mir irgendjemand neben Jesper Juul auch Alfie Kohn und sein Buch “Liebe und Eigenständigkeit”. Das Buch lag lange Zeit hier herum, bis ich Ende letzten Jahres auf eine große Studie hingewiesen wurde. Die Familienstudie. Familienstudie Dabei handelt es sich um eine Studie, die unter christlichen Familien …

LeseStoff: Graciella will ein Einhorn sein von Annette Langen und Anne-Kathrin Behl

(erschienen und freundlicher Weise zur Verfügung gestellt vom NordSüd Verlag) “Ich will aber Elsa sein!” – “DU bist aber nicht Elsa. Du bist ein Junge.” – “Gar nicht war. Ich bin Elsa.” – “Du bist ein Junge und das ist Mädchenkram.” – “Nein! Das ist so gemein. Nie darf ich sein, was ich will.” “Ich will ein Einhorn sein. Ich WILL ein EINHORN sein!” (aus: Graciella will ein Einhorn sein) Das Buch Annette Langen und Anne-Kathrin Behl haben ein entzückendes Bilderbuch kreiert, das mich sehr daran erinnert, was und wie ich Kinder und Eltern heute im Alltag erlebe. Worum es geht: Ein kleines Nashorn mit Namen Graciella liebt Einhörner. Ein Zimmer voller Einhornbilder und ein kleines rosapinkes Kuscheleinhorn sind der Beweis. Mit viel Liebe und Herzenssehnsucht, sagt es seiner Mama, dass es ein Einhorn sein will. Die Mama verneint. Graciella gibt nicht auf. Die Mama wird ärgerlich und verneint vehementer. Graciella ist zutiefst verzweifelt und fragt: “Wieso denn nicht?” Eine Reaktion, wie sie vielen von uns nur allzu bekannt sein wird. Schließlich lenkt Mama vom …

Job- und Familienchaos

Kenn ich. Beides. Auch in der Kombination. for example Es ist kalt und ich komme von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause. Die Schulter über die Tasche geworfen, nee Quatsch, die Tasche über die Schulter geworfen, hieve ich eine Keksbox und ein paar einzelne Einkäufe vom Beifahrersitz. Noch während ich das tue, erklingt ein Kreischen aus unserem Wohnzimmer. Draußen sind es -7° Grad, es ist fast 19 Uhr und totenstill. Obwohl die Fenster und Türen verschlossen sind, höre ich K2 und, … dass irgendwas passiert ist. Ich lasse meine Einkäufe zurückplumpsen und klopfe an die Fensterscheibe, in der Hoffnung, die Aufmerksamkeit auf mich, also auf draußen zu ziehen. Aber keine Chance. Ich klettre aus dem Blumenbeet, in das ich mich zuvor völlig gedankenlos hineingeworfen hatte, stoße die Tür des Autos mit meinem Knie zu, und hechte ums Haus, um meinem Kind oder auch meinem Mann, wer weiß das schon, so schnell wie möglich zur Hilfe zu kommen. Ich bin noch nicht mal Zuhause angekommen … da habe ich auch schon umgeswitched und arbeite in meinem zweiten …

Du bist eine Scheiß-Mama.

Nun ja, was soll ich dazu sagen? Den Satz habe ich schon häufiger gehört. Das erste Mal stand ich schockiert in unserem Flur. Begleitet wurde dieser Ausruf mit einem auf den Boden stampfenden wütenden Kind. Der Kopf hochrot und das Kind ganz weit von mir entfernt. Äußerlich wie innerlich. Wobei die Distanz äußerlich gar nicht mal so riesig war… Ich mit vor Ärger verzerrtem Gesicht, lauter Stimme und sich überschlagendem Schimpfen und Motzen. Das blöde “Wenn – Dann” ist dann auch ganz schnell mal dabei. Meine Kinder kopflos – aus den unterschiedlichsten Gründen jeweils nicht bereit. Wofür auch immer: Jacke anziehen, auf dem Klo Pippi zu machen und nicht daneben, Zahnpasta allovertheplace verteilen, aber nicht auf der Zahnbürste… to be continued. Aber was soll ich dazu sagen? Mir fehlen schlichtweg die Worte, um das zu beschreiben, was in mir vorging. Oder vorgeht, wenn es mal wieder zu so einem Konflikt kommt. Oder was ich meine, was im Inneren meines Kindes vorgeht? Silvester – zehn Minuten vor Neujahr K1 ist noch wach, weil es mit uns …

Ein Brief für dich, Mama.

Liebe Mama, du machst das toll! Dein Job ist hart und du machst ihn großartig! Nachts alle zwei Stunden auf der Matte zu stehen, wenn das Baby weint, Hunger hat oder das Kleinkind einen ganz fürchterlichen Albtraum hatte. Standing Ovations! Wenn das Kind seine ersten Zähnchen kriegt oder “einfach so” schreit. Applaus!! Es braucht deine Nähe, deine Wärme, deine Zuneigung und du gibst ihm alles, was du hast. Komm her, ich drück dich! Bis an den Rand der Erschöpfung und noch einen Schritt weiter. Selbstopferung par excellence. Du kümmerst dich ums Essen, um den Haushalt, ums Kuscheln, ums Spielen, darum, dass euer Tag einen für euch runden Ablauf hat. Du entscheidest, was gut für deine Kinder ist (Impfen, Windeln, Essen lernen…) und obwohl das Kleinkind die vollgekackte Windel irgendwie aufgekriegt und den Inhalt im Wohnzimmer verteilt hat, bleibst du ruhig, wischst alles sauber und ihr entdeckt weiter die Welt. Vielleicht kommt dir das alles schrecklich ungerecht vor. Vielleicht hast du das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben. Auf weiter Flur ganz alleine dazustehen. Vielleicht fragst …

Beziehung statt Erziehung MamaDenkt 01

Beziehung statt Erziehung

Es mag sein, dass viele schon dazu geschrieben haben. Es mag sein, dass für viele hier nichts Neues dabei ist. Aber es ist eines meiner vielen Themen, mit denen ich mich aktuell wieder intensiver auseinandersetze. Das mag daran liegen, dass wir in unserer #AltenSchule gerade sowohl Familie als auch Schule als auch Kindergarten als auch Krabbelgruppe leben. Ach so, und Ehe natürlich auch. Irgendwie. Wenn alles schläft. Beziehung statt Erziehung – darum geht’s.

Vereinbarkeit von Familieplanung und Beruf

Ja, heute geht es tatsächlich mal nicht um den “bösen” Zucker und auch nicht um die wachsende Anzahl meiner Deutschschüler. In unserem Alltag erlebe ich gerade immer wieder tiefste Trauer und größte Freude gleichzeitig. Manchmal frage ich mich, wie wir Menschen das eigentlich asuhalten? Aber es ist wie es ist. In solchen Momenten kommt es ab und an vor, dass wir uns urplötzlich in existenziellen uns betreffenden Gesprächen wiederfinden – mein Mann und ich. Ich liebe das und bin sehr dankbar dafür mit einem solchen Partner durchs Leben zu gehen. Heute ging es um Familienplanung. Weitere Kinder. Baustelle. Wir leben, was das betrifft weitestegehend aus Gottes Hand. So formulieren wir das für uns. Es hat ein bisschen was von der Aussage, das Leben zu nehmen, wie es kommt. Ein bisschen. Nach unserem letzten Kind kann ich mir sehr gut vorstellen, dass da auch noch ein nächstes kommt. Ich weiß, wir werden versorgt sein. Ich weiß, die Kerle werden es genießen nochmal ältere Brüder zu werden. Diese Gewissheit reicht jedoch nicht aus. Was weiterhin unbedingt erforderlich …

Wie machst du das eigentlich alles?

Diese Frage wurde mir nun schon einige Male gestellt. Im ersten Moment werde ich rot und denke, “Wow! Ein Kompliment!” Im nächsten Augenblick wieß ich absolut überhaupt gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Das Runterspielen Was mache ich denn eigentlich? Ich gehe mit meinem Mann aktuell noch nicht wieder aus. Ich gehe nicht mit der Freundin ins Kino, weil wir einfach keinen Termin finden. Ich habe mein Lauftraining noch nicht wieder aufgenommen – der Halbmarathon wird auch dieses Jahr nichts. Wenn ich Glück habe, dann klappt es mit einem 10km-Lauf. Mit viel Glück! Mit gigantomanischem Glück. Ich bin nicht veruflich tätig. Lassen wir mein HausfrauenDasein, das Bloggen und meine erzieherischen Hilfen mal außen vor. Was also mache ich denn eigentlich so Großartiges? So vieles? So alles? Das Klarwerden Ich bringe die Kerle an die Orte, die wir gesellschaftlich für sie vorgesehen haben. Vorher helfe ich ihnen dabei sich fertig zu machen, all die Dinge parat zu haben, die sie an diesen Orten brauche. Natürlich sind Mama und Kerle oft anderer Meinung. Zumal was die …

Dann bin ich halt euer Aufatmen

Schon als ich vor zwei Wochen dieses eine Kapitel meines nächsten Buches getippt habe, ging mir durch den Kopf, dass mir doch schon jede Menge dummes Zeug passiert und das für andere wohltuend zu sein scheint. Ich bin ein Magnet Situationen fühlen sich magisch von mir angezogen. Ich meine, magnetisch. Ist doch auch egal. Irgendwie passiert mir häufig dieser abstruse Mist und ich frage mich woran das liegt? Aber nicht nur das. Inzwischen habe ich nicht selten das Gefühl, dass sich Menschen, vor allem Frauen in meiner Gegenwart gut fühlen. Besser. Denn wenn “die” – also ich –  da ist, dann kann man aufatmen, weil man … sich die Haare gekämmt hat. … keine Breiflecken im Oberteil hat. … gut riecht. Sie riecht entweder nach nix oder dem Bratenduft von Wirsing oder aber öko oder nach Kokosöl – getrocknet. (Das kann leicht ranzig riechen, meine Lieben.) … selber 10Minuten früher da war. … überhaupt pünktlich da war. … selber nicht so abgehetzt ausschaut. … selber den Bauchspeck der letzten Schwangerschaft schon lange, lange hinter sich liegen hat. …

MamiOrganigramm

Kürzlich abends: “Und, wie war dein Tag so?” Die Frage reicht aus, um mich in einen Hulk-artigen Zustand zu versetzen. Um nicht grün zu werden und loszupoltern, drehe ich langsam meinen Kopf zu meinem liebenswerten Mann und beginne ihm darzulegen, was ich seit 5:30h heute so alles gemacht habe. Wenn ich gut gelaunt bin und mich auf den kommenden Tag freue, lege ich ihm auch die Programmstruktur der kommenden 24h dar. Bin ich damit fertig, stelle ich fest, dass es tatsächlich geht so viel in 24h zu erleben, wie Jack Bauer – aber das behalte ich dann lieber für mich und wende mich wieder meinem Notebook zu. Ich weiß, beziehungsfördernd ist dieses Verhalten nicht. Doch an manchen Tagen will ich dann auch einfach nicht mehr reden. Solche Tage haben sich in den letzten zwei Wochen gehäuft. Wenngleich ich damit keine Partnerschaftsprobleme herbeireden möchte. Die letzten 17 Monate waren voll. Und langsam bemerken wir, dass es Zeit wird zur Ruhe zu finden. Dringend. Nicht nur er, sondern auch ich. Ein ähnliches Gespräch gab es vor ein paar Wochen. Nur da antwortete mein …