Alle Artikel in: Minimalismus

Entrümpeln (4). Nichtmaterielle Dinge.

In diesem Artikel sollte es ursprünglich um die nichtmateriellen Dinge gehen, die sich auch wunderbar reduzieren und entrümpeln lassen. Nichtmaterielles Entrümpeln Mir sind dazu fünf Bereiche eingefallen, die mit der Zeit bei uns auch dem Perspektivwechsel des “reduziert Lebens” unterworfen wurden. Beziehungen Diesen Bereich empfand ich persönlich als sehr schmerzhaft. Die Erkenntnis, dass manche Beziehungen und Begegnungen nicht für die Ewigkeit bestimmt sind, setzt mir auch heute noch oft ein bisschen zu. Denn am liebsten würde ich alle möglichen Beziehungen gleich intensiv pflegen. Dann wäre allerdings für nichts anderes mehr Raum und Zeit. Zudem bin ich mir unsicher, ob ungesunde Beziehungen, egal ob in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis oder auch im Bekanntenkreis eine Chance hätten sichtbar zu werden. Ich wäre vermutlich viel mehr damit beschäftigt alles irgendwie am Laufen zu halten, als mich zu fragen “Tut mir diese Beziehung gut? Worauf gründet sie sich? Ist es ein Geben und Nehmen? Braucht sie ein Geben und Nehmen? Schenkt sie Freiheit oder ist sie erstickend?” Manche Beziehungen verlaufen sich mit der Zeit ganz automatisch und es …

Entrümpeln (3). Wie fang ich an?

Wie in den vergangenen Wochen angedeutet, gibt es in meinen Augen nicht das Schema F, nach dem sich eine Wohnung oder ein ganzes Haus entrümpeln lassen. Dazu sind die Lebensentwürfe zu unterschiedlich, genauso wie die Leidenschaften und Dinge, an die wir gerne oder eben nur aus Gewohnheit unser Herz hängen. Gerümpelecken Gerümpelecken, so nenne ich die Orte, an denen sich in kürzester Zeit immer wieder Krempel anhäuft, kennt vermutlich jeder und ist nur den wenigsten nicht bekannt. Der berüchtigte Stuhl im Schlafzimmer ist wem ein Begriff? Denselben gibt es auch immer mal wieder im Kinder- oder auch im Wohnzimmer. Oder die Ablage auf dem Schreibtisch, in der Küche oder in einer Ecke vom Esszimmer. Ihr wisst schon, Post, zu erledigende Briefe, Rechnungen, Werbezettel oder Zeitungsausschnitte, auf denen die nächsten SeconHand-Basare gelistet sind. Entrümpeln Wo also fängt man da jetzt an? Vor lauter Kram kann man schnell mal den Überblick verlieren und weiß schließlich selber nicht so recht: “Wo fange ich an?” 3 Entrümpeltipps für den Anfang Frage geklärt haben, warum will ich entrümpeln. (Auf diese …

Entrümpeln(2). Partnersache?

Wie ist es euch vergangene Woche ergangen? Habt ihr Fotos gemacht? Welche Ecken eures Zuhauses habt ihr mit Bildern festgehalten? Was steht dem Wohlfühlort im Weg? Wie seid ihr vorgegangen? Habt ihr sofort begonnen unliebsames und ehemals geliebtes Zeug loszuwerden? Zu entrümpeln? Nochmal zurückgespult. Vielleicht habt ihr festgestellt: “Da gibt es gar nicht so viel zu entrümpeln.” Ihr seid glücklich mit dem, was ihr habt. Und überhaupt: Wie solltet ihr das eurem Partner oder den Kindern erklären? Er würde die Augen verdrehen, wenn ihr jetzt anfangt seine kostbare CD- oder Computerspiel-Sammlung verkaufen zu wollen. Oder sie würde am Rad drehen, wenn ihr die Deko-Artikel zu den verschiedenen Saisons unter den Hammer stellen wolltet. Die Kinder würden einen waschechten Gallier-Aufstand auf die Beine stellen, na ja, eher einen von den Minions. Schön wäre beides nicht. Entrümpeln geht nur gemeinsam Was ich ganz oft und immer wieder gefragt werde, sei es unter Freunden, vom Radio oder Fernseh: Wie sag ich’s meinen Kindern? Was, wenn der Partner, warum auch immer, nicht diesen Drang empfindet, mit weniger im Leben …

Entrümpeln (1). Ein Leitfaden.

Es ist der erste Montag im neuen Jahr. Welcher Tag bietet sich besser an, um mit dem Entrümpeln durchzustarten? Vielleicht der Tag nach dem Geburtstag oder der zweite bzw. dritte Weihnachtstag?!? Fernsehauftritt Am “dritten” Weihnachtstag letzten Jahres war ich jedenfalls im Fernseh und habe nicht entrümpelt. Diesmal bei daheim + unterwegs im WDR. Ich war unglaublich aufgeregt, denn bislang war das Fernseh bei uns. Diesmal eben umgekehrt. Diesmal nur ich, live, in Köln. In der Maske: “Jetzt gleich werden alle Ihren Auftritt mitverfolgen.” Ich: “Nein.” “Wie?” Ich flüsternd: “Ich habe es niemandem erzählt. Außer meiner Freundin und den (Schwieger-)Eltern.” Große Augen und schallendes Gelächter neben mir, von den anderen beiden Menschen in der Maske. Ich habe nichts davon erzählt, weil es mir viel zu verrückt vorkam und ich mir auch keine Gedanken darüber machen wollte, dass mich jemand sehen könnte, der mich kennt. Mal abgesehen davon, habe ich erst zwei Tage vor Heilig Abend dem ganzen äußerlich und innerlich verbindlich zugestimmt. Ich brauchte selber erstmal Zeit, um das klar zu kriegen und mich darauf vorzubereiten. …

Minimalismus. Haushaltskasse (4)

So, einige Zeit ist es nun schon her, als es meinen letzten Minimalismus Haushaltskasse (3) – Post zu lesen gab. In den letzten Wochen hat sich viel getan, was unsere Finanzen angeht. Doch bevor ich näher darauf eingehe, möchte ich noch ein paar grundlegende Gedanken festhalten. Experiment Haushaltskasse Für unser Experiment Haushaltskasse gibt es nicht den einen Grund, der uns dazu bewegt hat, unsere Finanzen genauer, sprich im Sinne des Minimalismus in den Blick zu nehmen. Wenn erstmal alle möglichen Sachen veschenkt, verkauft und weitergegeben wurden, kommt irgendwann der Punkt, an dem a) auch andere Dinge aus dem Blickwinkel des Reduzierens gesehen werden (, wie z.B. Beziehungen, Bekanntschaften, Freundschaften, Versicherungen, Lebensmitteleinkäufe, Energie oder auch Aktivitäten, mit denen wir meinen unseren Alltag füllen zu MÜSSEN.) und b) man sich dem Gedanken ausgesetzt sieht, “Was muss geschehen, damit nie wieder so viel Zeug zurück ins Haus, in die Wohnung oder in das WG-Zimmer findet?” Auf diese Weise fiel unser Blick unter anderem auf das Geld, das wir im Monat als fünfköpfige Familie ausgeben. Haushaltsbücher, diverse Apps oder …

Konsumismus

Hauptsache Konsum. Egal ob kritisch oder unkritisch. Hauptsache wir verbrauchen und konsumieren – was auch immer. Denn eigentlich konsumieren wir ja überall bei allem. Das ist das Fatale an der Geschichte. Viel oder wenig, grün oder konventionell: Wir verbrauchen das, was uns gegeben ist, oftmals ohne im Blick zu haben, woher das alles eigentlich kommt. Konsum hat uns dadurch vollkommen im Griff. Denn mal ehrlich: Wobei geht es heute nicht um Konsum? By the way: Das hier wird vermutlich kein populärer Artikel. Eher ungemütlich und nicht komfortabel. Dennoch: Vielleicht macht es Sinn das ein oder andere Mal aus der gemütlichen SofaBestellShoppingLaune herauszukommen. Was geht ohne Konsum? Erst kürzlich wurde von einem Blogger aus der Minimalismus-Szene dieser Gedanke ähnlich aufgeworfen. Leider finde ich seine Äußerung nicht mehr und kann ihn daher nicht zitieren. Sinngemäß geht es aber um die Frage, was wir heutzutage machen (können), das ohne Konsum funktioniert? Was in unserer Freizeit ist weitestgehend frei von Konsum-, Shopping-, Trend- und Stylingtipps? Eine Antwort war, mit Freunden spazierenzugehen. Im Wesentlichen mag das richtig sein. Aber was …

re:THINK Workshop in Hamburg

Am Freitagmorgen ging es tatsächlich nach Hamburg. Ich hatte es bis dahin irgendwie selber noch gar nicht so realisiert. Bis ich mich dann schließlich um halb sechs aus dem Bett geschält und aus dem Schlafzimmer gestohlen hatte, um endlich im Auto auf dem Weg zum Bahnhof zu sitzen. Mal abgesehen von einer Reihe verkehrstechnischer “Knappheiten”, war es ein sehr begeisterndes, inspirierendes und vor allem, wie der Name des Workshop tatsächlich sagte, ein zurückdenkendes im Sinne von neu überdenkendes Wochenende. Insbesondere für mich. Saß ich um 7:02 Uhr noch im Auto, auf der Suche nach einem Parkplatz, war mir völlig klar, dass ich meinen Zug um 7:13 Uhr nicht bekommen würde. Aber irgendwie, irgendwie saß ich letztlich doch noch drin. Obwohl der Zug insgesamt bestimmt 30 Minuten Verspätung hatte, spuckte mich die U-Bahn rechtzeitig vor dem Hotel aus, um mit 50 weiteren Bloggern ins OTTO-Loft gefahren zu werden. Da stand ich nun. Inmitten einer Reihe anderer ambitionierter, professioneller oder semi-professionellen Bloggern. Ich kannte KEINEN. Und doch stellte sich schnell heraus, dass ich gar nicht so allein …

re:USE – Weihnachtlicher Verpackungsmüll

(Mein Beitrag im Rahmen einer Aktion von re:BLOG entstanden.) Plastikfolie hier, Papier dort. Hier noch ein Plastikring ums SixPack und da eine Plastikverpackung um die BioBananen. Auch wenn einige Supermärkte inzwischen von Plastiktüten auf umweltfreundlichere Alternativen für den Endkonsumenten umstellen, das Problem bleibt: Jede Menge Verschwendung, viel Müll, wenig wertgeschätzter Wertstoff, den jeder einzelne von uns und wir alle zusammen unbedacht entsorgen. Unsichtbarer Verpackungsmüll Leider handelt es sich hierbei nur um die Spitze eines ungeheuren Eisberges. Denn da fehlt ja noch jede Menge Verpackungswertstoff. Aus Zufall stand ich kürzlich eines Morgens sehr früh in der Drogerie, während um mich herum Mitarbeiter die neu eingetroffenen Waren in die Regale räumten. Die einzelnen Produkte befanden sich abgepackt in Kartons. Das hatte ich mir ja schon gedacht. Zu jedem Karton ein Deckel, der entweder nochmal mit Folie umwickelt oder zumindest mit Plastikbändern befestigt wird. Das hatte ich nicht gedacht, aber mir denken können. Daneben die Kartons der anderen Duschgels und Haarwaschmittel ebenfalls derart verpackt. Alle diese Warenkartons nochmal zusätzlich in viel Plastik eingeschweißt, damit sich keiner der Kartons …

Glück und Verantwortlichkeiten

Die vergangenen Wochen haben uns alle, meine Familie und mich, sehr geprägt. Noch nie habe ich so lange Zeit am Stück das Gefühl gehabt, allein da zu stehen, während mich ein Moment, eine seelische Katastrophe nach der anderen überrollt. Noch nie habe ich so viel Kälte, Dunkelheit und Verzweiflung verspürt. Düster? Ja. Einsam? Ja. Aber im gleichen Maße habe ich noch nie so viel unerwartete, herzliche und echte Hilfsbereitschaft – meine persönliche Lebenssituation betreffend – erlebt. Noch nie bin ich so vielen Menschen begegnet, bekannte und unbekannte, die mir auf irgendeine Weise ihre Hilfe anboten. Sei es durch kostenlose Urlaubsauszeit in einem Ferienhaus, durch Bierbänke, Kuchen, Käsespieße, Kinderbetreuung, Angebote zur Haushaltsunterstützung oder Erleichterung beim nächsten Großeinkauf. Ich bin überwältigt und unendlich dankbar. Und während ich das hier schreibe, bildet sich ein dicker Kloß in meinem Hals und Tränen machen das Verfolgen der getippten Buchstaben schwierig. Ich lernte Hilfe anzunehmen und übe mich darin, es weiterhin zu tun. Komischerweise fällt es mir viel leichter selber zu helfen und da zu sein, als das Gegenteil auszuführen – …

Minimalismus. Haushaltskasse. (3)

Also gut. Anfang Juli haben wir mit diesem Projekt begonnen. Wirklich erfolgreich waren wir nicht. Unser Einkaufen und Geld ausgeben war total durcheinander und wüst. Das liegt vermutlich auch an unserer aktuellen, chaotischen Lebenssituation. Normalerweise bin ich diejenige, die das Geld für Lebensmittel und Körperpflegeprodukte besorgt.  Da wir aufgrund unserer akuten Erschöpfungssituation beide Zuhause sind und der Mann sich ab und an “unbedingt nützlich machen” möchte,  gibt er eben auch mal Geld für Windeln oder Brot vom Bäcker aus. #Haushaltskasse im August Diesen Monat versuchen wir es anders. Das Abheben von soviel Geld ist diesen Monat ungünstig, weil wir viel unterwegs sein werden. Also muss was anderes her. 500,- € für 5 Mann? Seit dem 01.08. tippe ich sehr diszipliniert jegliche Ausgabe in mein Handy.  Das ist meistens aus, aber ich habe es immer dabei, wenn mal was sein sollte und da ich fortwährend Fotos und Momente festzuhalten versuche. Der Taschenrechner und auch die Notizen lassen sich auch ohne Empfang bedienen. Mein Ziel ist, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie schnell wir als fünfköpfige Familie …