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Creative-Commons-Lizenz und Commons

MeinsmeinsmeinsIn der siebten Klasse stellte uns unsere damalige SchwangerschaftsVertretungsLehrerin die Frage, was auf dieser Welt nichts kosten würde. Es ging damals um unsere erste TextInterpretation. Ich glaube, es war irgendetwas mit dem Papalangi. Jedenfalls haben wir uns wirklich den Kopf zerbrochen. Denn selbst Liebe gibt es für Geld. Wir waren auf der Suche nach Dingen, die nichts kosten. Wirklich nichts. Mir kam damals der Gedanke: Unsere Bürgersteige. Ich darf auf diesen Bürgersteigen gehen, ohne auch nur einen Cent dafür zu zahlen. Ein Mitschüler wies damals auf SteuerGelder hin. Die wir als Schüler vielleicht noch nicht zahlen würden. Aber dennoch hätten die Bürgersteige Geld gekostet. So! Mich hat das damals empört. Ich war total entrüstet. Das weiß ich noch. Heute noch spüre ich die Wut und das Unverständnis über diese Tatsache. Nicht darüber, dass die Bürgersteige etwas gekostet haben, sondern dass es scheinbar keine Tätigkeit gibt, die ich unabhängig von Geld durchführen kann. Mein Mitschüler hatte recht. Ja. Aber das Ergebnis dieser UnterrichtsEinheit war schlichtweg: Es gibt nichts kostenlos. Alles kostet Geld. Oder könnte zumindest für Geld erworben werden. Jeder hat seins. Meins! Meins! Meins!

Vor etwas mehr als zwei Wochen wurde ich im Bioladen auf ein Buch angesprochen. Der Titel laute ‚Commons‚ und die Herausgeberin heiße Silke Helfrich. Zwar hatte mich der kurz beschriebene Inhalt riesig interessiert, aber unser vollgestopfter Alltag hatte mich erst eine Woche später recherchieren lassen. Es geht um unsere Welt. Darum, dass sie uns allen gehört, dass Wirtschaft und Staat eigentlich versagt haben. Was sind die Alternativen? Gibt es überhaupt welche? Commons schöpfen aus der Fülle entgegen der scheinbaren wirtschaftlichen Knappheit von Ressourcen, Finanzen und persönlichem Kapital. Jeder und jede darf alle Ressourcen nutzen. Mag es da verwundern, dass das Buch durch eine CreativeCommons-Lizenz allen zugänglich gemacht wird?!

Mein erster Weg führte mich bei meiner Recherche zum „bösen, bösen“ RiesenAnbieter. Eingabe: Commons. Prompt landete ich beim empfohlenen Buch. Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat.

So sehr ich viele Dinge und Umgangsweise dieses Unternehmens wirklich schlimm finde, mag ich den ‚Blick ins Buch‘. Denn dieser Blick hat mir gezeigt, was im Copyright von Commons steht:
CC = CreativeCommons-Lizenz; was in diesem Fall soviel heißt, wie:
Sie dürfen:
– das Werk bzw. den Inhalt vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen
– Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. Inhaltes anfertigen
– das Werk kommerziell nutzen.

Bitte was? Hat man sowas schon gesehen? Ich war im ersten Moment wie vor den Kopf gestoßen. Im Bioladen war es in dem Gespräch um Kultursaat und Bienen sowie den Sojaanbau am Bodensee gegangen. Jetzt schien es sich um ein viel weiteres Thema zu handeln und das Buch war direkt erhältlich. Für lau? Commons schien von sehr viel umfassenderer Bedeutung zu sein und eine ganz besondere Idee widerzuspiegeln. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich. Sowohl als Ebook als auch als Buch mit bedruckten Seiten zu einem ordentlichen, m.E. akzeptablen, guten Preis. Außerdem gibt es beim Blick ins Buch scheinbar das ganze Buch zu lesen und der Verlag transcript und auch der Herausgeber Heinrich-Böll-Stiftung ermöglichen ein pdf-Download.

Ich habe reingeschaut und die ersten beiden Aufsätze dieser AufsatzSammlung zum Thema Commons gelesen. Ich finde das Buch schon jetzt großartig und möchte es ungern alleine lesen. (Habe das Buch gleich als Anschaffung unserer Bücherei empfohlen.) Daher meine Idee: Wer von euch hat Interesse sich das Buch ebenfalls zuzulegen und es gemeinsam mit mir zu lesen? Wir könnten auf meinem Blog eine Art Austausch starten, über die Ideen dieses Buches bzw. dieser Menschen, die ihre Sichtweisen, Visionen und Gedanken zu dieser Welt niedergeschrieben haben. Ich würde gerne wissen, was ihr von dem Thema haltet. Also? Was haltet ihr von der Idee?

Hier geht’s zum Austausch.

Ich probier’s jetzt einfach mal, denn mich beschäftigt das ganze Thema sehr. Es geht über Minimalismus hinaus, hat etwas mit unseren Grundeinstellungen zum Leben zu tun und könnte daher wertvoll und wichtig sein. Das Buch ist kostenlos erhältlich, obwohl es sehr gehaltvoll, wissenschaftlich und inhaltlich bedeutend zu sein scheint. Obwohl, oder gerade deshalb?! Mir macht das die Herausgeber, den Verlag und die Autoren schon jetzt sehr sympathisch. Komischerweise bin ich jetzt viel eher dazu bereit, das Geld für dieses Buch zu zahlen. Aber das mal nur bytheway.

Was hältst du von der Idee? Was von dem Buch? Ich werde versuchen jede Woche über einen der Aufsätze meine Gedanken festzuhalten. Hast du Lust zu kommentieren und mich an deinem Denken teilhaben zu lassen?

5 Gedanken zu „Creative-Commons-Lizenz und Commons“

  1. Hey Rage,
    die Idee finde ich fantastisch und da die Einstiegshürde zum Reinschnuppern ja nur beim Öffnen der *pdf liegt, würde ich mich dem Austausch gerne anschließen. Die Aufsätze sind seitenmäßig alle überschaubar, was ich sehr angenehm finde und wenn du nicht so motiviert bist, dass du 100 Seiten pro 2 Tage lesen und besprechen möchtest, sollte sich die Zeit immer Fall finden lassen.

    Ich freu mich drauf,
    sadfsh

    1. SUPER! Das freut mich sehr!! Und hinsichtlich meiner Motivation… Die ist groß. Aber ich denke, es gibt da genügend andere Projekte oder Challenges, die nicht einfach hinten runter fallen sollten. Von daher… Mein derzeitiger Plan geht davon aus 2-4 Aufsätze zu lesen und in einer Woche einen Aufsatz rauszupicken, der mir am ehesten Gedanken verursacht hat oder bedeutend oder auch diskussionshaltig erscheint. Gerne nehme ich außerdem Gastbeiträge zu einzelnen Aufsätzen entgegen. ;)

      Toll, dass du dabei bist.

  2. Man muss bemerken, dass nicht alle CC-Lizenzen gleich sind. Zum beispiel kann man auch eine solche wählen, dass ein Werk eben NICHT kommerziell genutzt werden darf.

    1. Das ist schon richtig. Ich habe in diesem Fall einfach mal festgehalten, wie es bei diesem Werk gehandhabt wird. Ihr könnt es auf der ersten Seite, beim Copyright nachlesen. Wobei ich anmerken möchte, keine Ambitionen zu hegen, mit diesem Werk einen kommerziellen Nutzen zu verfolgen.

  3. Pingback: Linktipp: Lesekreis bei Mama denkt | Apfelmädchen & sadfsh

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