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Mariengold. Eine Puppe selber machen.

(Werbung) Es ist jetzt schon bald ein halbes Jahr her und noch immer sitze ich an diesem Artikel über meine selbstgemachte Puppe. Irgendwann letztes Jahr fiel die Äußerung von Kind 2, dass er auch eine Mama sein wolle. Daraufhin meinte ich, dass er keine Mama, dafür ein großartiger Papa sein könne, wenn er selber mal Kinder habe. Er wolle aber schon jetzt eine Mama sein. Dazu ich: „Du kannst ja Mama sein spielen?! Mit einer Puppe…“ – Oh er hat ja gar keine Puppe. – „… Oder auch mit einem der Kuscheltiere.“

Nach einigem Abwägen wurde der Kompromiss vorläufig angenommen und ein kleiner Kuschelhase zum Baby erklärt. Das Stofftier wurde zwar nicht gewickelt und gefüttert. Doch durfte es mit am Tisch sitzen, wurde vom Kinderzimmer in die Küche, von da mit aufs Klo und wieder ins Kinderzimmer getragen. Auf diese Weise entstand die Idee dem Kerl 2 eine Puppe zu schenken. Bei mir.

Jungs und Puppen

Unser Umfeld reagierte wieder einmal und wie nicht anders zu erwarten sehr unterschiedlich auf diese Idee. Offengestanden habe ich von meiner Idee erst berichtet, nachdem ich klar hatte, was für eine Puppe es werden sollte und ich es durchziehen würde.

Jungs dürfen nicht mit Puppen spielen. Mädchen nicht mit Autos. Jungs dürfen kein pink und lila schön finden, Mädchen kein blau oder schwarz mögen. Erst wenn wir groß sind, dann dürfen Männer rosa-fliederfarbene Hemden tragen und Frauen das kurze Schwarze im Schrank hängen haben. Dann lockern wir unsere stereotypen Ansichten. Ein wenig. Aber nicht zu viel.

Kurz: Die Bedürfnisse und Vorlieben eines Kindes bzgl. Farbwahl, bevorzugtes Spielzeug und dem jeweiligen Rollenspiel sind nur dann zu unterstützen, wenn sie unseren vermeintlich objektiven Geschlechterrollen entsprechen. Mit Verlaub: DAS sehe ich anders.

Auf der Suche nach Waldorfpuppen

Ich machte mich also auf die Suche und mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich am liebsten eine Puppe für meinen Sohn hätte, die den „Waldorfpuppen“ sehr ähnlich sieht. Ich setze diesen Ausdruck mal in Anführungszeichen, da nicht nur Waldorfpuppen so aussehen, sondern selbstgemachte Puppen aus Lammfell, mit großen runden Gesichtern und einer angedeuteten Gesichtsmimik das waren, was ich eigentlich meinte.

Bei meiner Suche landete ich bei Mariengold.

Mariengold

Hinter dem Namen mit dem Herz steckt Maria, die neben dem Herz auch ein Händchen für unglaublich schöne und wunderbare Puppenkinder hat.

Ich schmöckerte auf ihrer Seite im Netz und die Zeit verstrich wie im Fluge. Ich bestaunte umwerfende Puppen, die sie zum Verkauf anbot, und hatte den dringlichen Wunsch, selber eine solche Puppe zu besitzen. Doch auch wenn diese Puppen jeden Cent wert waren, hatte ich das Geld nicht.

Do it yourself

Dann entdeckte ich, dass es auch einen Bereich gibt, in dem sie keine fertigen Puppen, sondern Anleitungen, Material und Nähservice für solche zur Verfügung stellte, die sich ihre Puppenkinder selber machen wollten.

„Eine selbstgemachte Puppe ist ein Seeligkeitsding, ein Herzensgeschenk, vielleicht das schönste, das Eltern ihrem Kind machen.“ (Maria)

Das wollte ich auch! Ich entschloss mich dazu, auch eine Puppe zu nähen und schrieb sie an. Der Kontakt mit Maria war herzlich und herrlich unkompliziert. Ich schilderte ihr meine Situation, dass ich gar nicht nähen könnte, Nadel und Faden mir eher zum Verhängnis werden würden, ob sie mir was zu ihrem Nähservice schreiben könnte. Währenddessen las ich ihr ebook zu Baby Twink und machte mich beim hiesigen Nähgeschäft über die benötigten Materialien schlau. Die Hilfe dort war nicht sehr groß und meine Vorfreude schon wieder etwas gedämpft.

Doch jedes Wort von Marias Emails machte mir Mut, dass ich es würde schaffen können. Sogar bis Weihnachten. Als ich alle Unklarheiten mit ihrer Hilfe beseitigt hatte, kam unser Wohnzimmer. Nun ja, der Verputzer sollte rein, um mit uns einen Termin zu vereinbaren und dann stellte sich heraus, der Boden musste raus. Der alte Putz auch. Keine Wände grundieren und in zwei Wochen endlich im Wohnzimmer leben. Kein Geld, um sich mal etwas Gutes zu tun. Kein von Herzen selbst gemachtes Seeligkeitsding für den Sohn.

Es dauerte einige Zeit, in der ich mich nicht traute, Maria nochmal anzuschreiben. Ich hatte sie so viel Zeit gekostet und konnte mir jetzt gerade aber noch nicht einmal das Materialset für Baby Twink leisten. Geschweige denn den Nähservice.

Nach anderthalb Monaten war es dann soweit: Ich erhielt ein Päckchen von Mariengold mit der Post.

 

Mit Hilfe Marias Nähservice würde ich keine Arbeiten an einer Nähmaschine ausführen müssen, bei der ich noch nicht einmal ansatzweise wüsste, wie sie zu bedienen ist.

Noch am selben Abend setzte ich mich nach den diversen Einschlafritualen an unseren Küchentisch in der provisorischen Küche, ließ Baustelle Baustelle sein und begann zu nähen.

Erst den Kopf.

Dann die Gliedmaßen stopfen und an den Korpus nähen. Mit Hand.

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Dann das Gesicht.

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Und spätestens in dem Augenblick hatte ich mich in dieses Puppenkind verliebt. Außerdem war es gleichzeitig der aufregendste Moment, da ich nicht wusste, wer da tatsächlich hervor kam.

Dann bekam sie noch Haare.

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Und schließlich war mein Puppenkind komplett. Ein Herzensgeschenk war entstanden. Ein Seeligkeitsding für Weihnachten genäht. Von mir. Für Kerl 2.

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Nicht an einem Abend, aber immerhin in einer Woche war dieses Puppenkind entstanden.

Nach einer kleinen Umfrage im Netz und einer Nacht Grübelei wusste ich, das ist Smilla. Und das obwohl ich mir sicher war, dass ein kleiner Junge bei meiner Näherei herauskommen würde. Kind 2 nennt sie heute liebevoll „Meine Smilli“ und sie war das wunderbarste Weihnachtsgeschenk, was ich bislang einem meiner Kinder gemacht habe.

Wisst ihr, was ich zu Weihnachten bekommen habe? Ja, ein Materialset für ein kleines Puppenkind für mich. Mein Mann hatte beobachtet, was dieses Nähen mit mir gemacht hatte und selber Kontakt zu Maria aufgenommen. Ob ich es schon genäht habe? Leider nein!

So ist das hier nämlich. Wenn ich Dinge nicht sofort anpacke, sobald sie mir unter den Nägeln brennen, verschiebe ich sie ins Nirgendwo. Daran arbeite ich und das soll anders werden. Mit Smilla hat das damals sehr gut geklappt. Mit vielen Dingen gelingt mir das inzwischen auch schon sehr gut, aber es ist ausbaufähig.

So jedenfalls kam mein Sohn zu seinem Puppenkind. Und Maria hat Recht: Puppen bieten einen Zugang zu Seele und Spiel. Ich erlebe das hier täglich.

Ich kann euch nur empfehlen einfach mal bei Maria vorbeizuschauen. Es macht Spaß, wenn ihr eh einen Hang zum Selbermachen, Kreativen und Schönen habt. Das Anschauen allein hat mich damals und heute fröhlich gemacht.

„Deshalb landest du auf einem meiner wenigen Werbeplätze auf diesem Blog. Vielen Dank, Maria.“

2 Kommentare

  1. Hallo Rage!

    Ich habe für meine Kinder auch selbst Puppen genäht. Jeder von den beiden hat eine große Waldorfpuppe (Sackpuppe) bekommen. Das mit Körper und Gliedmaßen war mir dann doch zu viel.

    Außerdem habe ich 2 Hirsepüppchen genäht, die gehen wirklich ganz schnell. Und ein kleines Baby in einem Steckkissen mit gestricktem Körper. Allerdings hatte ich Unterstützung, denn ich habe das in einem Eltern-Kind-Zentrum gemeinsam mit anderen genäht. Das waren meine Auszeiten von der Kinderbetreuung und ich habe das so genossen!

    Ich glaube ich hatte mit den Puppen noch mehr Freude als meine Kinder.

    Finde ich schön, dass Du Dich trotz Hindernissen drüber getraut hast und hübsch ist die Puppe geworden!

    lg
    Maria

    Das Material wurde auch Großteils zur Verfügung gestellt. Zumindest das Innere.

  2. Ich habe gerade Deine Seite gelesen, weil ich auch eine Puppe selber machen will. Diese Puppe ist ein ganz süßes Ding geworden. So richtig zum Liebhaben.
    Liebe Grüße Beate

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