DiY & Projekte, Nachhaltigkeit
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Mini-Frühbeete

Spätestens jetzt ist klar: der Frühling ist da. (Hui, das reimt sich…) Für jemanden wie mich, mit einem nicht einmal hellgrünen Daumen, ist es jedes Jahr eine neue Herausforderung sich überhaupt im Garten zu betätigen. Loszulegen und einfach auszuprobieren, ist jedes Mal neu eine der vielen Hemmschwellen. Dann kommt dazu, dass wir eigentlich noch gar keinen Platz für sowas wie einen Gemüsegarten haben. Noch nicht mal die entworfenen Hochbeete (im Kopf ausgemalt und mit entsprechenden Materialien aus dem Strauschnitt und der Komposterde aufgeschichtet und befüllt) fänden Platz.

Hinzu kommen Gedanken bzgl. der Anzucht kleiner Salat- und Gemüsepflanzen. Denn: Wir haben kein Gewächshaus. Ein Mini-Gewächshaus für den Balkon oder die Fensterbank wäre natürlich eine hervorragende Alternative. Aber was ist mit der Schadstoffbelastung von zum Beispiel aus altem Zeitungspapier gepressten Anzuchttöpfen? So oft habe ich die dafür angebotene Papiertopf-Presse schon im Netz gesehen und überlegt sie mir zu leisten. Aber jedes Mal kam der Gedanke an die Druckerschwärze, verknüpft mit unserem Experiment im letzten Sommer, abgeschnittene weiße Blüten blau und pink einzufärben. Allein das pink und blau verfärbte Wasser, dass von den Stengeln aufgesaugt wurde, ließ die Blütenblätter blau werden.

Was für mögliche Schadstoffe sind also in Druckerschwärze enthalten? Werden diese womöglich ebenfalls von den Wurzeln der Pflanzen aufgenommen und landen auf diese Weise auf unseren Tellern? Dieselben Fragen stelle ich mir bei den MiniFrühbeeten, die mir der Mann vor ein paar Wochen mitgebracht hat. „Für die Anzucht verzehrbarer Pflanzen geeignet“ – Made in Germany. Es handelt sich um Behälter aus Kunststoff. Für jemanden, der weitestgehend auf Kunststoff verzichten möchte keine so ideale „Problemlösung“.

 

Dann kommt die Idee, es einfach mal mit den vielen Aufstrichgläsern zu probieren, die noch nicht wieder für das Einkochen von Marmelade und Chutney verwendet werden. Aber würde das gehen? Wie ließe sich das mit der Bewässerung der Keimlinge umsetzen?

Das alles lässt mich zögern und ich denke darüber nach, dieses Projekt doch wieder zu verschieben. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass die Kerle unglaublich viel Spaß an der Sache hätten. Wie habt ihr das bislang gehandhabt? Wie und vor allem in was für Behältnissen zieht ihr eure Pflanzen hoch bevor ihr sie nach draußen setzt? Irgendwelche Tipps und Ideen? 

11 Kommentare

  1. Jessica sagt

    Liebe Rage,

    ich habe gerade mit meinen Kindern aus Apfelkernen Apfelbäumchen gezogen, in kleinen Tontöpfen. Und so werde ich das jetzt auch mit den Tomaten machen. Die ziehe ich jedes Jahr einfach auf einer sonnigen Fensterbank vor, ganz ohne Gewächshaus. Funktioniert prima. Draußen sind sie dann vor der Hauswand, die nach Süden zeigt, nur mit einem Dach über dem Kopf, damit sie nicht „kaputtregnen“. Das funktioniert sehr gut. Letztes Jahr habe ich ein kleines Hochbeet fertig gekauft, mit Abdeckhaube. Das war eine gute Entscheidung, denn gebaut hätte ich wohl immer noch Keines. Die Kinder konnten so letztes Jahr schon mit mir Salat und Radieschen ziehen. Ich wünsche dir ein fröhliches Gärtnern!

    Jessica

  2. Eierkartons. Unterseite. Die ist ja nicht bedruckt. Oder in Tontöpfe. Allerdings ziehe ich nix vor. Ich stecke einfach in die Erde, was ich esse: Zitronen-, Orangen-, Tomaten-, Paprika-, Gurkenkerne … Findest du in der Schule nicht noch alte Schubladen aus Vollholz, unbehandelt? Dann nur Löcher reinbohren mit Handbohrer. Damit das Wasser abläuft. Für den Gewächshauseffekt reicht eine Glasplatte. Auf einen Tisch stellen oder an Seile hängen in einen Baum. 1/3 Biomüll rein, 1/3 Geäst und 1/3 Erde. Wird Terra Preta. Himbeer-, Brombeer-, Heidelbeersträucher könntest du dir auch setzen. Werden dann mit deinen Kindern groß. Dann hast du später deine eigenen Beeren im Garten.

    Liebe Grüße – Tanja

  3. Hallo Rage!

    Gläser funktionieren grundsätzlich schon, man muss nur mit dem Gießen höllisch aufpassen.

    Ton ist natürlich ideal, aber eine Kostenfrage. Ton ist perfekt, weil es Wasser ausgleicht. Zu viel speichert und dann wieder frei gibt. Außerdem Temperatur reguliert.

    Versuche habe ich mit alten Eierbechern gemacht, das hat nicht so gut geklappt, weil zu wenig Erde drin war.

    Zeitungspapier war mir auch unheimlich.

    Alte Plastiktöpfe gibt es jede Menge bei Leuten, die einen Garten haben. Also vom use-what-you-have Gedanken her eine gute Lösung, wenn man von Nachbarn alte Plastiktöpfe verwendet. Aber halt Plastik.

    Man kann ja auch kombinieren. In kleinen Plastiktöpfen anziehen und dann in Ton umsetzen.

    lg
    Maria

  4. maybee sagt

    Wir nehmen zum hochziehen einfach einen großen Tonkasten für den Balkon (aka Pflanzenkindergarten). Diese Hängekästen, die man hängen oder rumstehen sieht. Das geht super. Man muss halt wissen, was man wo hin pflanzt 🙂
    Da kommt nacheinander alles rein. Platz genug. Ton. Kein Papierfarbschnickschnack.

  5. Das mit den Gläsern ist eigentlich ne recht gute Idee finde ich. Wenn du sie geschlossen hältst (Deckel drauf) kannst du damit gleich ein feucht-warmes Klima erzeugen und auch die Verdunstung eindämmen. Für viele Samen ist das optimal. Aufpassen musst du trotzdem, da sich auch schimmel bilden kann.

    Wie Maria schon schrieb musst du halt mit der Bewässerung aufpassen. Dafür würde ich ne Drainage einbauen, dh. ne Schicht Blähton/Schotter/Splitt/Sand einfüllen und dann erst die Erde drauf. Mehr als zwei/drei cm Erde solltest du gar nicht benötigen.

    Generell würde ich größere Gläser bevorzugen, weil damit vermutlich ein besseres Kleinklima entsteht.

    Probiers aus und erzähl und davon – ich bin gespannt!

    lg
    die iris

  6. rage sagt

    Boar! Ihr seid ja cool! So viele Anregungen auf einen Schlag… ich weiß gar nicht, womit ich jetzt am besten anfange. Ich glaube, ich besorg mich morgen erstmal Erde… Und dann, dann wird mit den Gläsern und auch mit den Plastikdingern ausprobiert. Außerdem hab ich für die Kerle alle möglichen Klorollen gesammelt. Eigentlich waren die für eine Autogarage verplant… Müssen wir nochmal von vorne anfangen…

    Über den Glasversuch werd ich berichten.

    Tontöpfe hab ich leider nicht. Bzw. irgendwo in diesem Haus wird es bestimmt welche geben. Aber bis ich die von der Vorbesitzerin entdeckt haben werde…

  7. Sonja sagt

    Ich habe meine Samen für Erbsen, Radieschen und Co direkt in Tontöpfe oder Blumenkästen getan. Die Erde habe ich mit Kokosfasern gemischt und die Sämereien nur mit Kokosfaser abgedeckt. Weil die Faser so leicht ist, keimen Samen gut und sie ist leicht zu transportieren, zumindest leichter als ein Sack Erde. Probier doch einfach alles aus. Wenn es nicht gleich klappt, dann ist das ja nicht weiter dramatisch.
    Das Finkenbuch soll übrigens diese Woche ausgeliefert werden.

    Liebe Grüße
    Sonja

    • Soooonja!!! Es ist da!! Die Jungs sind begeistert! Vielen, vielen Dank!! Ich hatte es schon gar nicht mehr richtig auf dem Schirm. Und nachdem es vorletztes Mal übelst geknallt hat, war der letzte Deutschunterricht großartig!

      Ich danke dir von Herzen!

  8. SaBine sagt

    Naja, über das Thema haben wir auch schon viel diskutiert. Edelstahltöpfe mit Normalbewässerung waren letztes Jahr Schimmelbringer, am Balkon. Weil kein Abfluss. Ich hatte hier schon vor, den nächsten Laden nach kleinen Obststiegen zu fragen, Bretter unten quer drauf, Waldboden mit Tannennadeln als Grund. Haben wir früher gemacht- für Kräuter. Aber für alles Andre? Im Garten? Wir haben es immer einfach gesetzt- der Boden muss nur immer gut mit Küchenkompost vorbereitet sein, im Vorjahr, und dann unterschiedlich bepflanzt. Zierpflanzen und Flachwurzler an jede Stelle jedes Dritte Jahr, alles ständig wechseln bei jeder Bepflanzung, und jedes fünfte Jahr anstelle von Nutzpflanzen (wechselnde Stelle mit) Kartoffeln. So kenn ich das mein Leben lang, und so hat meine Familie dreihundert Jahre im Exil überlebt. Und gut gelebt. Da brauchts auch keinen grünen Daumen, alles andre wie Schattenplatz oder Pflanzmonat steht ja auf der Packung. Viel Glück!

  9. Hey,
    sehr interessanter Artikel!
    Ich finde die idee von mini-Frühbeeten sehr interessant, mir wäre das allerdings zu mühsam.
    Ich ziehe meine Pflanzen im vorhinein in einem Frühbeet auf, welches ich mir letztes jahr bestellt habe. bis jetzt funktioniert das ganz gut.
    LG Lana

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