Minimalismus
Kommentare 7

An der Garderobe: … Schmeiß drüber. Ist eh kein Platz! 8 Jacken.

Wir wohnen in einem wirklich kleinen Häuschen. Die Zimmer sind winzig. Sowohl die Deckenhöhe, als auch die QuadratmeterZahl sehr niedrig. Ich liebe es. Denn: Im Winter wird es trotz MinusGrad schnell schnuckelig warm und gemütlich. Im Sommer ist es in den meisten Zimmern herrlich kühl durch den LehmPutz und die tolle HanfIsolierung. Manchmal denke ich, wir wohnen wirklich öko… Aber egal.

Wenn man durch die Haustür herinschneit, landet man in einem kleinen dunklen Flur, der durch seine dunklen Fliesen gleich noch etwas zusammenschrumpft. Die ältere Generation fühlt sich dann meist schon erdrückt – vielleicht liegt es an den KindheitsErinnerungen, die auf einen Schlag im Gedächtnis aufblitzen – , viele unserer Generation sind gespannt, wie es weitergeht. Wird man seinen Kopf im Esszimmer wieder aufrichten können?

Nun ja, auf dem Weg dorthin muss erst noch die Garderobe passiert werden. Und die ist nunmal grundsätzlich überfüllt. Bis vor ein paar Wochen. Denn da hat’s mich genervt. Ich habe aussortiert. Inzwischen muss ich nicht mehr sagen, „Schmeiß drüber. Ist eh kein Platz! Wird schon gut gehen.“ Zur Zeit gelingt es so gut wie jedem Besucher, auf jeder Höhe noch ein Plätzchen für seine Ummantelung zu finden. Dennoch: Wirklich reduziert wurde nicht, denn die überzähligen Jacken, Mützen und Schals liegen im sogenannten Übergangszimmer. Den Namen dieses Raumes zu erklären würde jetzt zu weit führen. Ist auch eigentlich von nicht so großem Interesse. Interessant erscheint mir hingegen, dass ich noch immer auf ACHT Jacken sitze. ACHT. Habt ihr das verstanden? Das sind, wenn ich meine WollHausJacke hinzurechne, genauso viele Jacken, wie Paar Schuhe. NEUN!

Ehrlich, ich bin entsetzt. Wofür braucht man neun Jacken?

Die eine ist meine derzeitige Alltagsjacke. Es ist eine Funktionsjacke, die sich an Herbst, Winter und Frühling anpassen lässt. Sommerregen: Auch kein Problem für dieses Schmuckstück. Dann gibt’s da noch die SoftshellJacke, die ich eigentlich immer trage. Dafür habe ich aber auch so gut wie keine Pullover. Schließlich trage ich diese Jacke, denke manchmal sogar an eine zweite Haut. Außerdem gibt es noch die alte FunktionsJacke, die nicht mehr wirklich passt, völlig abgetragen ist, da schon mehrere Schwangerschaften erlebt… Aber die brauch ich doch, wenn ich das Holz reinhole. Oder wenn es mit den Kurzen in den Matsch geht. Fazit: Darf noch bleiben. Ach ja, und ich habe noch eine SnowboardJacke. Für den Fall, dass wir nochmal so viel Schnee haben, dass ich mein Brett wiederbeleben werde… Ach, der Schnee ist eigentlich nicht das Problem. Wohl eher die Zeit… Egal, ich brauch die noch. So, wie viele waren das bislang? Vier, folgen also noch vier und über die WollJacke habe ich euch ja schon in Kenntnis gesetzt.
Nummer 5: Ein Mantel aus braunem Kord. Der is schick. Den trag ich bestimmt nochmal. Eine grüne OutdoorJacke, die was länger ist, die alle meine Freundinnen hinreißend finden – warum auch immer btw -, die ich auch gut mal bei Freunden tragen kann und wir essen gehen. Dann raschelt man auch nicht immer und überall, wie mit der FunktionsJacke. Dann gibt’s noch die megaschicke graue Jacke, die ich auf Geburtstagen, KinoAbenden, Hochzeiten und so weiter anziehen könnte und wenn es draußen nicht allzu kalt ist. Eine fehlt: Die Jacke mit der ZipfelMütze. Allein wegen der ZipfelMütze kann ich sie nicht einfach weggeben. Allerdings fällt mir außer meiner Person keine weitere ein, die sie sonst tragen würde. ‚zwinker‘

Das ist doch echt schlimm, oder? Ich meine, habe ich einen JackenKnall? Drei Jacken hätte ich in Ordnung gefunden. Aber (fast) neun? Das Dumme, ich habe nicht so einen inneren Frieden mit der Sache, wie bei meinen acht/neun Paar Schuhen. Bei denen hat jemand von euch gesagt, haben sie ja alle irgendwie ihre Berechtigung. Bei den Jacken fühlt sich das bei mir nicht so an. Ich muss da reduzieren. Und ich freu mich darauf, wenn die Zeit reif ist… !!!

Wie viele Jacken hast du? Wie viele Jacken nutzt du davon wirklich regelmäßig? Was wäre deine IdealJackenBesitzZahl?

PS: Ist euch klar, dass wenn jeder aus meiner Familie so viele Jacken hätte, die alle an der Garderobe hängen würden, wir auf keine Ahnung irgendwas zwischen 30 und 50 Jacken kämen?!!? Dazu brauche ich nichts weiter zu schreiben, oder?

7 Kommentare

  1. Tordis sagt

    Hihi, ich hab in der Tat 3. Eine Winterjacke (schwarzer Dufflecoat), eine Regenjacke (so eine dunkelblaue Funktionsjacke) und eine Herbst/Frühlingsjacke (schwarzer Blazer). Mehr brauch ich gar nicht.

    Wenn dir das hilft: die Lauscher stellt es mir bei folgenden Sätzen auf:
    anziehen könnte -> aber es erfahrungsgemäß eh nie tue? Schlechtes Gewissen in Textilform?
    Für den Fall -> Möglichkeit, sie in diesem Fall wo auszuleihen?
    Den trag ich bestimmt nochmal. -> Geeeeenau. Irgendwann. Später.
    (also, ohne dich zu kennen)

    Ich räum Sachen, die ich grade nicht brauche auch einfach mal außer Sichtweite in einen Schrank. Da merk ich außerdem ob ich es vermisse oder nicht.
    Vielleicht tust du dir leichter mit dem Minimalisieren, wenn du Neubesorgungen zulässt (zB eine „mittelschicke“ Jacke statt der schicken und sehr schicken), das geht ja auch über Kleiderkreisel und co.
    Ich hab selber ein bisschen dran gearbeitet, „multitasking“-Klamotten zu finden. Statt dass ich zB zwei Übergangsjacken hab, hab ich mir eine gesucht, die zu Hosen und zu Röcken passt. Bei den Schuhen arbeite ich noch dran, der restliche Kleiderschrank ist eigentlich erledigt und ich bin sehr zufrieden. Allroundige Sachen, gute Kompromisse, lauter Lieblingsteile. (Ein gutes Zeichen sind auch die erstaunten Ausrufe von Besuchern: WAS! So wenig Klamotten hast du nur? Das fällt überhaupt nicht auf!“ :D)
    Mir hätte in der Anfangszeit meiner „Kleiderschrankorganisation“ übrigens diese Seite hier geholfen:
    http://into-mind.com/2013/01/06/10-step-wardrobe-revamp/

  2. Jetzt musste ich ein bisschen schmunzeln:
    Habe ich im letzten Post nicht gelesen „Eine gute Jacke kaufen“ (Punkt 22) :-D?

    Aber ernsthaft: Aus den Augen, aus dem Sinn – ein Prinzip, das mir wirklich gut hilft.
    Denn wie Tordis geschrieben hat: Da erkennt man meist sehr schnell, ob man Dinge wirklich vermisst.

  3. 9 Paar Schuhe und 3 Jacken? Dem kann ich mich nur anschließen 🙂
    Ich habe eine dünne Regenjacke für den (Deutschen) Sommer, eine Übergangsjacke und eine Winterjacke.
    Die Winterjacke möchte ich aber demnächst verkaufen, um die Übergangsjacke mit einem Fleece kombiniert auch im Winter tragen zu können. Das habe ich neulich im Schnee getestet und für warm genug befunden, das Fleece habe ich sowieso schon und wird auch in kalten Winterabenden zu Hause getragen.
    Vielleicht kannst du ja auf diese Weise die Snowboardjacke aussortieren? Wenn genug Kleiderschichten unter Deine Funktionsjacke passen, dann kannst Du die ja zum Snowboarden anziehen. Die Kleiderschichten kannst Du dann so atmungsaktiv gestalten, wie Du willst und wenn Dir beim Snowboarden warm geworden ist auch schichtweise ausziehen. Vielleicht passt sogar die Softshelljacke unter die Funktionsjacke? So gesehen ist das viel besser als eine Snowboardjacke, die sonst keine weitere Funktion hat.

  4. @Tordis: Danke für den Link. Eigentlich ist das ja nicht so meins. Mir Gedanken über meinen Style machen, dementsprechend einkaufen gehen und so. In der Regel kaufe ich das Lieblingsstück, das mir gefällt. Aber das ist noch nicht lange so. Früher gab es da doch noch mehr Pragmatismus, obwohl ich mich eigentlich nicht drin wohl gefühlt habe. Daher danke. Ich glaube, ich werde es mal ausprobieren. Vielleicht komme ich auch nicht dran vorbei, wenn ich in meinem Kleiderschrank und an meiner Garderobe auf einen grünen Zweig kommen möchte.

    @M21: Ich sag doch: Ich hab nen Jackenknall. 😉 Nee mal im ernst: das ist die Jacke, die ich seitdem ich sie aber eigentlich immer trage. Seit Herbst. Die ist richtig. Aber die anderen, die müssen jetzt mal raus.

    @Jessica: Die SnowboardJacke hat nen Schneefang. Die anderen können da nicht mithalten… Dennoch, du hast recht. Ich werde diese Jacke auf jeden fall zur Seite legen. Wegkommen werden aber die ZipfelmützenJacke und die schicke. Die werden einfach gar nicht mehr getragen. Und dann wären wir auch schon nur noch bei 6. Danke für eure Mithilfe!!!

  5. Pingback: Tag 23: Verkaufen mit Amazon | Apfelmädchen & sadfsh

  6. Tordis sagt

    Oh keine Sorge, ich bin keine Fashionista. Im Gegenteil hasse ich es, Kleidung kaufen zu müssen und ich hasse es, einen vollen Kleiderschrank zu haben – schließlich zieh ich eh immer das Gleiche an. Grade deswegen bin ich ja auch an einem gewissen Punkt grantig geworden und wollte, dass ich so wenig wie möglich besitze, das so allroundig wie möglich ist. Idealzustand: morgens blind in den Schrank greifen und völlig egal was man rauszieht, es passt alles zusammen. Da hab ich zwar ein bisschen Arbeit reinstecken und mir für meinen Geschmack zu viel den Kopf über Bekleidung zerbrechen müssen, aber es hat sich echt ausgezahlt. Ich muss in den nächsten Wochen eine Hose ersetzen, die mir unflickbar zerissen ist – und das wars! Das macht das Leben so viel einfacher 🙂

    Zwei Jacken weniger, hurra! 🙂

    • Das will ich auch! In den Kleiderschrank greifen und egal, was ich in Händen halte, es als mein LieblingsTeil anziehen! Mir geht’s da ähnlich. Hab schon so viel Zeit in dieses Thema gesteckt… langsam reicht. Ich mag nicht einkaufen, ich mag anderes tun und denken. Die Entscheidung nur noch fair und bio zu tragen, hat das Thema letztes Jahr echt toll eingeschränkt. Aber jetzt muss ich mir wohl einmal Gedanken machen. So richtig. Damit dasselbe Spiel nicht nächstes Jahr wieder beginnt… Danke für den LinkTipp!

      Ja! Zwei Jacken!!! 😀 Wooouhhu!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.