AlltagsAbenteuer, Minimalismus
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Minimalismus im Kinderzimmer

Geht das überhaupt? Es gibt schon zwei ähnliche Texte, in denen ich von den Vorzügen des reduzierten Kinderzimmers berichte. Vor allem im Hinblick auf Reizüberflutung, wenn ich mich recht erinnere.

Aber jetzt mal ehrlich: In den vergangenen Wochen sind es ganz andere Ziele, die ich so ambitioniert damit verfolge, dass meine Kinder einen eher minimalistisch eingerichteten Raum bewohnen; was auch immer minimalistisch heißen mag.

Denn, ja: Noch immer ist minimalistisch relativ. Meine Kinder lieben das Sammeln und Aufbewahren. Ich werde ihnen das mit Sicherheit nicht verbieten und suche weiterhin nach Lösungen für Bilder und geniale VerpackungsmüllErfindungen. Sie und wir sind folglich nicht die typischen 0815-Minimalisten. Ich schreibe das in aller Deutlichkeit, damit kein falsches Bild entsteht.  Es gibt die duplo-Kiste, die Holztiere, die Dinos, die Ritterburg, drei große playmobil-Fahrzeuge, vier Kisten LegoSteine (teilweise noch nach Themen geordnet), eine Kiste mit Matchbox-Autos, jeweils eine Schatzkiste, zwei Nachttische, die zu Küche und Spüle umgebaut wurden, einen Schrank mit Puzzeln und Brettspielen, Bauklötzen und Kuscheltieren, einen selbstgemachten Vulkan und eine Kiste Holzeisenbahnschienen. Das ist bestimmt nicht das KinderzimmerInventar eines Minimalisten.

Auf dem Speicher findet sich derzeit auch noch das ein oder andere – vor allem Bücher – die bislang nicht heruntergeholt wurden. Dort liegt der Kram nun seit ungefähr einem Jahr. Die einzigen drei Bücher, die mir tagtäglich in den Sinn kommen, ist das von der Raupe Nimmersatt, dem Nein! Nein! Nein!-Buch und noch eins mit Hühnern. Die sollte ich dann vielleicht mal suchen gehen. Ansonsten vermisst hier aber keiner was.

Warum ich jedoch aktuell ein reduziertes Kinderzimmer anstrebe und mich viel dafür einsetze?

1. 10 Minuten. Die Kids sollen den ganzen Tag lang in ihrem Zimmer spielen können. Dabei darf es ruhig aussehen als wenn die „Bombe eingeschlagen“ hätte. Aber wenn abends aufgeräumt wird, dann darf das Aufräumen nur 10Minuten dauern und sie müssen es alleine in dieser kurzen Zeit schaffen können. Warum?

2. Ritterhelme gehören nicht in die Füße. Und ich, ich bin kürzlich erst in einen playmobil-Ritterhelm getrampelt. Das tat so weh, hat geblutet und mir außerdem gewaltig den Fuß aufgerissen.

Meine Freundin meinte, als wir uns darüber unterhielten, na ja, ich könnte es ja mal probieren. Viel Spaß dabei! Aber meine Erfolgsaussichten schätzte sie gering bis gar nicht erreichbar ein.

Doch was kann ich sagen?

Bislang gelingt uns das allen ziemlich gut, im Kinderzimmer Ordnung zu halten. Das Aufräumen abends oder am Ende der Woche ist schnell bewerkstelligt und erfordert keinen halben Tag. Diese Aufräumarbeiten gelingen vor allem ohne großes Zutun meinerseits. Denn was ich auch nicht will, meinen Kindern wie ein AufräumOrdnungsMonster hinterherhechten. Ich will doch Zeit füreinander gewinnen und nicht durch Aufräumen und solche Scherze verlieren. Daher werden aktuell bestimmte Kisten mit Bildchen beklebt, damit eindeutig ist, wohin welches Spielzeug weggeräumt wird. So kann auch der mittlere gut alleine aufräumen – wenn er denn will. Und es wird nicht noch und nöcher angeschafft. Momentan sparen wir für ein Gartentrampolin. Ein Traum für die ganze Familie. Hihi.

In welches Spielzeug seid ihr zuletzt mit Schmerzverzerrtem Gesicht hineingetreten. Wie haltet ihr es mit Zimmeraufräumen der Kleinen? Pardon! Großen. 

11 Kommentare

  1. Hineingetreten bin ich zwar noch nirgends, aber da der Sohnemann erst 6 Monate alt ist, sind seine Spielzeuge auch noch recht groß und plüschig. Ich stehe derzeit eher vor dem Problem, dass ich das Gefühl habe, mit Kind nicht minimalistisch sein zu können. Da miste ich im Arbeitszimmer fleißig aus, damit dort später einmal das Kinderzimmer draus werden kann und gleichzeitig bekommen wir ganz viele tolle und wirklich praktische Dinge für den Lütten geschenkt, die bis zu ihrem Gebrauch aber auch erst einmal untergebracht werden müssen.

  2. dam sagt

    Ich habe über eine „Spiele Bibliothek“ nachgedacht.
    Paar Sachen ausleihen, spielen so lang man will. Und andere Sachen erst rausnehmen, wenn die ersten zurück gegeben wurden.

    Reduziert zwar nicht den Besitz, aber das Rumgeliege im Zimmer.

  3. Kim sagt

    Hallo liebe Rage,
    da stößt du bei mir ja auf sehr offene Ohren.
    Wir haben hier ein Wechsel-System: Wir tauschen das Spielzeug regelmäßig gegen Vorhandenes im Dachboden durch. Dadurch ist das Zimmer nicht so voll und die Sachen haben immer wieder den „Neu-Faktor“.
    Und das Aufräumen ist bei uns Teil des Abendrituals. Zwischen Papa und den Kindern (da er untertags die ganze Zeit abwesend ist, da auf der Arbeitsstelle, ist das Abendritual seine Papa-Kinder-Zeit). Jeder hat dann seine 1-2 Aufgaben wie Bücher auf die Bücherleiste stellen oder Murmeln in den entsprechenden Korb legen etc.
    Alles in allem ist das Zimmer dann innerhalb von zehn Minuten wieder aufgeräumt, wenn auch nicht immer alles perfekt, aber wer will das schon ;-). Und da dann auch der Papa mit anpackt (also auch eine Aufgabe mit übernimmt), war das bei uns auch nie Diskussionsthema. Ich finde das prima.
    Manchmal werden natürlich auch mal Dinge übersehen. Zu deiner Frage, in welches Spielzeug wir zuletzt getreten sind: Einen Playmobilbecher und eine Murmel…
    Und zum Thema: Bilderbuchminimalisten. Eine Familile braucht mehr Dinge als ein Single. Einfaches Beispiel: Ein Single könnte mir vier Tellern gut auskommen un dtrotzdem mal Besuch bewirten. Wir sind bald zu fünft, passt also schonmal nicht. Und die Extrem-Minimalisten sind mir dann auch wieder zu konsumorientiert veranlagt. Wenn ichbeispielsweise keine Küche habe, wird öfter Außer-Haus-Essen mit entsprechendem Müll genutzt. Das empfinde ich dann auch nicht als ressourcenschonend (Rechtschreibung?). Jemand mit NUtzgarten braucht Gartengeräte, die Jmd ohne Garten nicht braucht. Mein MInimalismus-Ansatz heißt daher auch eher: Haben, was wirklich gebraucht wird (und dazu gehören für mich auch Seligkeitsdinge wie Immer-wieder-Lesen-Bücher), sich nicht darüber definieren und den Rest immer wieder zu hinterfragen.

    Liebe Grüße von einer hitzegeplagten Kim (35 Grad und 35. SSW passen nicht zusammen…)

  4. Hallo!
    Ich bin über deine schöne Seite gestolpert, als ich auf der Suche nach den Stichworten „Minimalismus und Familie“ war – ein Thema was mich zur Zeit sehr interessiert! Als Aufräumcoach bin ich mit dem befreienden Gefühl vertraut, wenn man sich von überflüssigem gegenständlichen Ballast getrennt hat. Getreu dem Motto, je weniger ich besitze desto weniger muss ich mich auch darum kümmern (aufräumen, pflegen, nutzen…) und habe so mehr Zeit für mich und meine Familie 🙂 Meine Kinder sind allerdings auch eher Sammler, so dass ich mich immer gerne von Anderen und ihren Erfahrungen inspirieren lasse. Danke dafür! Hier nun ein Tipp von mir, wie das Aufräumen mit Kindern leichter und lustiger wird. Einfach dabei den Motivationssong unter folgendem Link spielen! bit.ly/1YhcezG
    Am besten zu einer festen Aufräumzeit, z.B. vor dem Zähneputzen, als Routine einführen. Wenn bei uns regelmäßig aufgeräumt wird dauert das oft nur ein paar Minuten.
    Liebe Grüße
    Kristin

    • rage sagt

      Hallo Kristin, ja das kommt mir bekannt vor. Die Haltung. Die eigene und auch die der Kinder. Am Wochenende musste einer der Kerle sein Regal entrümpeln. Echt, unglaublich.
      Insgesamt brauchen wir zum Aufräumen aber auch nur noch ein paar Minuten, weil alles seine Kiste und seinen festen Ort hat. Außerdem probiere ich mich an Regeln, wie „Etwas Neues wird erst dann aus dem Schrank genommen, wenn das vorherige Spielzeug zusammengeräumt wurde.“ Das funktioniert nicht immer, weil einer der Kerle wirklich alles an Spielzeug braucht und zweckentfremdet spielt. Er braucht es dann zum Wandern, Schlittschuhfahren oder Kaffeekränzchen und ist natürlich noch voll in seinem Spiel, während ein Holzpuzzle als Keksproviant dienen soll. Wir üben uns in Diplomatie und Kompromisslösungen.

      • Hallo Rage,
        ja, das spielzeugübergreifende Spielen kenne ich auch 🙂 Die Kleinen sind aber auch (glücklicherweise!) sehr kreativ. Deswegen funktioniert bei uns der Ansatz, immer erst ein Spielzeug wegzuräumen bevor das nächste herausgeholt wird nur mit Karten- oder Brettspielen und Puzzeln. Immerhin 🙂 Dafür sind wir zur Zeit sehr erfolgreich was die Reduktion des Wunsches nach neuem/mehr Spielzeug betrifft. Dadurch, dass ich mit den Kindern regelmäßig in die Bibliothek gehe und sie sich immer andere Bücher, Hörspiele und auch mal Filme ausleihen können, wird die Lust auf was Neues befriedigt, ohne gleich alles für immer Haben zu müssen. Auch sehr gut klappt übrigens das (vorübergehende) Tauschen von Spielzeug mit den Nachbarskindern.
        Beim Weggeben von Spielzeug habe ich gute Erfahrung gemacht die Sachen an die kleine Cousine der beiden weiterzugeben (sie vergöttern die Kleine und lieben es ihr „Geschenke“ zu machen) bzw. an die Kita meiner kleineren Tochter. Das schöne daran ist, dass sie dann immer noch die Möglichkeit hat mit dem ehemaligen Spielzeug zu spielen – und andere haben auch ihren Spaß daran!
        Liebe Grüße und allen einen schönen Wochenanfang!
        Kristin

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  6. Julia sagt

    Hallo Rage,

    oh, das kenne ich nur zu gut! Unsere beiden Zwerge (vierjährige Zwillinge, ein Mädchen und ein Junge) sind was Chaos angeht auch ganz gut dabei. Ich sehe das ähnlich wie du, wenn sie spielen, darf es im Zimmer auch schon mal wild aussehen, aber abends muss alles weggeräumt werden. Ich bin beim Putzen auch schon über das ein oder andere Spielzeug gefallen bzw. unabsichtlich draufgetreten und ich kann dein Erlebnis mit dem Playmobil-Ritterhelm sehr gut nachvollziehen. Sowas tut verdammt weh!

    Wir haben seit ein paar Wochen jetzt auch die Regel eingeführt, dass sie abends alles alleine wegräumen bzw. mit nur geringer Hilfe von meinem Mann oder mir. Vorher habe ich das meistens übernommen. Das Ganze hat jetzt aber schon mehrmals in Streit und vielen Tränen geendet weil sie sich teilweise nicht einigen können wo was hingeräumt werden soll und in die Kiste mit den Autos dann auf gaaaar keinen Fall eine Puppe darf usw. So gern sie sich die meiste Zeit haben, so können solche Situationen dann auch regelrecht ausarten mit an den Haaren ziehen und allem. Das ist wohl hoffentlich aktuell nur eine Phase, bei meinem Bruder und mir, erinnere ich mich auch an sowas. Allerdings ist er knapp drei Jahre älter als ich und es ging meistens um die Fernbedienung. Wir haben jetzt Holzaufbewahrungsboxen und –würfel in eindeutigen Farben gekauft und im Moment klappt es dadurch schon ein wenig besser. Blau mit Sternen für unseren Chaosjungen und rosa mit Sternen für unser Chaosmädl. 😉 Bestellt haben wir sie online bei Kindermöbel Paradies (http://www.kindermoebelparadies.de/ ). Dort haben wir auch schon die Betten der beiden bestellt. Das mit den Bildchen auf den Kisten finde ich auch eine sehr gute Idee!! Ich glaub das werde ich auch in den nächsten Tagen angehen. Das nimmt dem Ganzen nochmal zusätzlich Wind aus den Segeln wenn praktisch vorgegeben ist, wo was hin soll. Danke für den Tipp!! 🙂

    Viele liebe Grüße!
    Julia

    P.S: Ein Gartentrampolin steht bei uns nächstes Jahr wahrscheinlich auch an!

  7. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich denke das kommt auch immer auf das Kind an. Minimalismus ist eine super Sache. Das kann man schon früh vermitteln.

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