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Reduzieren im Kinderzimmer

Nach einem Blick in mein BlogartikelArchiv darf ich feststellen: Es gibt zu diesem Thema schon drei weitere Blogartikel:

Lustigerweise erschienen diese Artikel in einem jährlichen Rhythmus und in der Regel in der FrühsommerHochsommerZeit. Woran das liegen mag? Die Kinder sind draußen und bekommen nicht mit, dass ich im Kinderzimmer entrümpel und ausmiste? Oder bin ich ein Sommerentrümpler? Lassen wir die Frage einfach mal so stehen.

Reduzieren im Kinderzimmer 2016

IMG_0590Auch wenn wir noch keinen Sommer haben, zumindest nach dem Blick auf den Kalender, gibt es hier daher meinen ersten Artikel zum Thema für dieses Jahr: Reduzieren im Kinderzimmer.

Ausgelöst diesmal nicht durch eine ausgebrochene Aufräumwut, sondern eine Challenge, die das Fräulein im Glück vor kurzem angestoßen hat und auf die ich euch gerne hinweisen möchte: #chaosfreiesKinderzimmer

Diese Woche ging es schon los. Zunächst mal um eine wertvolle Einsicht, die reine Kopfsache, die es erfordert, sich an das Ausmisten zu begeben, und die Ortung der Chaosecken im Kinderzimmer. Im aktuellen Beitrag, der heute veröffentlicht wurde, beschreibt Birgit, wie sie versucht ihren Kindern das Loslassen zu erleichtern, wie ihr Kistensytem beim Ausmisten ausschaut und verweist auf einen interessanten Vortrag von Gerald Hüther.

Wie ist das bei uns?

Wir haben drei Jungs. Der kleinste lebt halb im Kinderzimmer, halb im Schlafzimmer und die anderen beiden teilen sich das eigentliche Kinderzimmer. Ich führe das vorweg an, da ich immer mal wieder gefragt werde, ob sie denn tatsächlich nur ein Zimmer haben. Und warum nicht jeder ein eigenes. Zur Beantwortung der Frage gibt es mehrere Gründe, dei hier zu weit führen würden. Bei Interesse gibt’s einen eigenen Blogbeitrag dazu.

Dafür dass nun in der Tat drei mehr oder weniger kleine Jungs in diesem Zimmer spielen, walten, zanken und toben, ist das Zimmer ein schön reduziertes. Ich bin sehr froh, dass wir gleich zu Anfang

  1. darauf geachtet haben, die Menge des Spielzeugs genau im Blick zu behalten.
  2. Verwandte und Freunde darauf hingewiesen haben, nicht jedes Mal was mitzubringen. Ungefragt. Weil es doch so süss aussah.
  3. großen Wert auf durchdachtes, ökologisches und wertvolles Spielzeug gelegt haben.
  4. konsequent aussortiert haben. Immer mal wieder.

Ja, es gibt die Ausnahmen.

a) Zeiten, in denen ich es aus den Augen verliere die Verwandtschaft immer mal wieder hinzuweisen und es einreißen lasse, wenn wieder irgendsoeine Aktion im Supermarkt läuft und alle Omas, auch die selbsternannten, mit Kärtchen vor der Tür stehen oder den Postboten beschäftigen.
b) Diskussionen, aus denen meine Söhne erfolgreich hervorgehen und ihr Taschengeld eben für die Zeitschrift mit den supertollen Fingertaschenlampen ausgeben, die nach zweimal durch die Wohnung Rennen auseinanderbrechen.c) Momente, in denen ich mich darauf einlasse, das Bedürfnis des Kindes zu befriedigen, das sich auch ein solches Spielzeug wünscht und tatsächlich glückseelig damit spielt – obwohl es nicht meinen persönlichen Kriterein entspricht (, wie z.B. Bügelperlen, die zusammengebügelt überall in der Wohnung herumliegen. Ich krieg die Krise!).

Chaosbegünstigende Komponenten

Unsere chaotischen Ecken existieren dennoch weiterhin. Das liegt an mehreren Gründen, die ich grundsätzlich für wichtig halte, zu entdecken. Klar, es sind Kinder und ein ungünstiges Ordnungssytsme gepaart mit viel zu viel Spielzeug ist unvorteilhaft, wenn es darum geht, Chaos zu vermeiden. Doch neben den Punkten

– insgesamt zu viel Spielzeug
– unvorteilhafte Ordnung und fehlende feste Orte (für Autos, Bauklötze…)
– immer wieder dazukommenden Kram

kommen bei uns vier wesentliche Punkte persönliche Dinge hinzu.

  1. Der Große ist der Sammler. Er sammelt alles. (Kronkorken, Joghurtpapierchen… alles und forscht und behütet und baut und experimentiert mit allem.)
  2. Der Mittlere ist der kreative Rollenspieler. (Puzzleteile werden zu Keksen, Duplosteine zu Spielgeld, während das Kinderzimmer zum Kaffeekränzchen, das Badezimmer zum Wald und mein Mädchenzimmer zur Ballettstunde umfunktioniert werden.)OLYMPUS DIGITAL CAMERA
  3. Der Kleinste ist ein Kleinkind, das alles oral erkundet und durch die Gegend pfeffert. (Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.)
  4. Ich. Wenn es schnell gehen muss, dann sage ich eher mal „Ja.“ – das wissen die zwei Großen inzwischen – und schiebe das Puzzle eher mal unachtsam in den Schrank – ohne Ordnung zu halten.

So, und wenn diese Komponenten sich miteinanderpaaren, dann ist das Chaos vorprogrammiert. Daher bin ich sehr froh, dass unser Ordnungssystem inzwischen so gut funktioniert, dass – mal angenommen „eine Bombe hat eingeschlagen“ – wir trotz dieser vier Punkte innerhalb von 10-15Minuten alle zusammen das komplette Kinderzimmer aufräumen können.

Unsere Chaosecken

Der Kinderzimmerschrank zählt zweifelsohne dazu, weil man so herrlich die Tür zuklappen kann und das Chaos in ihm einfach nicht zu Augen bekommt. Nur wenn man ihn aufmacht.

Die Kombination von Küche und Kaufladen, in deren Nähe sich immer ein kleiner Wäschehaufen des Mittleren ansammelt.

Das Regalbrett des Großen, dass ihm eigentlich dazu dienen sollte, seine Bücher und ein bestimmtes Kontingent an Schätzen geschützt aufzubewahren.

Was sind eure Chaosecken? Habt ihr welche? Wie sehen sie aus?

11 Kommentare

  1. Yvonne sagt

    Oh ja Chaosecken reduzieren genau mein Thema. (Bei mir steht da gerade der Papierkram/die Ablage im Fokus)….die Kinderzimmer bzw die Spielecke sind aber auch immer wieder Thema…
    Ich denke oft minimalistisch leben super und total easy umzusetzen…wäre ich immer noch Single 😉 …als Familie finde ich das sehr herausfordern!!! Hier ist es ähnlich…ich hab überall meine Systeme, die aber oft nicht von allen und auch gerne auch nicht von mir selbst eingehalten werden aus sehr unterschiedlichen Gründen : Kreatives Spiel, Faulheit, Abneigung gegen Pläne, Zeitmangel, zu viel um die Ohren…
    Weihnachten und Geburtstag achte ich sehr darauf was Geschenkt wird und es gibt auch kaum was zwischendurch, aber ich kann auch nicht immer nein sagen.
    Mich interessiert wie ihr das macht mit dem Ausmisten: Fragt ihr eure Kinder vorher? Machen sie mit?… Und habt ihr regelmäßige aufräumzeiten: 1x am Tag /Woche/Monat? Zeit ist hier im Moment ein großes Problem….durch die Kinderbetreuung und Arbeit komme ich zu nischt …die Ablage liegt im
    Wäschekorb zur Bearbeitung 😉 Schönen Tag!!! Lieben Grußyvonne

    • Ahahaha!! Das mit dem Wäschekorb kenn ich. 😀 So gut!!

      Zu deinen Fragen schreib ich den nächsten Artikel. Das wäre für mich der nächste Punkt. Wie sieht das Entrümpeln denn nun konkret bei uns aus.
      Eine goldene Regel für mich: ENtrümpeln darf nciht allzu sehr stressen: Weder mich noch die Jungs. Daher versuche ich im Vorfeld dem Chaos Herrin zu werden. Aber das gelingt manchmal eher schlecht als recht. Aber ich hab mich damit arrangiert. ; )

      • Yvonne sagt

        Na da bin ich sehr gespannt auf den Artikel 🙂 ich hab heute mal aufgeräumt in einem Zimmer und in der Spielecke…entsorgen einfach so ist mir aufgefallen fällt mir schwer zum einen weil ich denke , dass sie das für ihr Spiel noch gebrauchen könnten und das noch viel mehr weil es nicht meins ist..

  2. Jenna sagt

    Wir versuchen auch, so wenig wie möglich, so ökologisch-sinnvoll wie möglich und die Anordnung ist gut durchdacht. In der Küche hat unser Käferle eine Lade in der er seine Seeligkeitsdinge sammeln und aufbewahren kann, aber auch diese wird regelmäßig entrümpelt.
    Ich möchte dem Kinderzimmerkasten, der als Bastel-Aufbewahrungskasten dient zu Leibe rücken, es ist recht ordentlich aber auch recht unstrukturiertda drin.Das ist nämlich ein ganz toller Eckkasten mit viel Staurraum, und wie ich vermute, mit der Option nach Narnia zu gehen 😉

    Ich würde mich sehr freuen über einen Artikel mit dem „Warum alle gemeinsam Zimmer haben“ Thema! !!

    • Jenna sagt

      Eieiei, am Handy schreiben kann nix! Grammatik und Beistriche dürfen nach Belieben ausgetauscht und/oder ersetzt werden in meinem Text

    • rage sagt

      Liebe Jenna,

      was würde dich interessieren? Warum alle gemeinsam ein Zimmer haben? Zum Spielen? Für alles? Warum nur das eine und nicht jeder ein eigenes? Habe ich die Frage so richtig verstanden?? 🙂

  3. Also bei uns gibt es leider immer einen ziemlichen Stress wenn es darum geht das Kinderzimmer aufzuräumen, aber ich werde mal versuchen einige von euren Tipps in die Tat umzusetzen und hoffe, dass es hilft.

  4. Liebe Rage,

    vielen Dank füts mitmachen bei der Challenge 🙂 Ich finde es total toll, dass deine Kinder so ihre spielerischen eigenheiten haben und wie schön du sie beschreibst 😀 Die Challenge sollte ja ursprünglich #OrdnungimKinderzimmer heißem aber dann habe ich sie lieber #Chaosfrei genannt, denn Ordnung wird man nie bekommen, was man wirklich erreichen kann (und auch sollte), darüber gibts noch einen Beitrag. Aber alles in relativ kurzer Zeit wieder aufräumen, das ist auch so unser Ziel 😉

    Übrigens schlafen meine auch gemeinsam in einem Zimmer, eigentlich aus Platzmangel, aber dieser Beitrag hat mich nochmal bestätigt:http://www.wer-ist-eigentlich-dran-mit-katzenklo.de/2012/02/glueckliche-familie-nr-6-das-ende-des-geschwisterstreits/ dass das eh auch so gut ist 🙂

    ÜBrigens gibts auf der ÜBersichtsseite http://suchtdasglueck.at/challenge-chaosfreies-kinderzimmer/ unten einen Verlinkungsbutton, magst du da deinen Beitrag selbst verlinken? Dann könntest du gleich testen, ob es klappt 🙂 bin gespannt.

    Vielen Lieben Dank,

    Birgit

  5. Nach Ecken hab ich das immer aufgeteilt wie im Kindergarten. Ein großes Stofftier wie in der Bücherei oder die Wippbanane von Ikea, wo man nur liest und gleich alle Bücher parat hatte. Dann war keine Rotation mit Sachen und Gerenne. Es war gleich alles an seinem Platz und man sparte sich das Aufräumen. Kleiner Tisch wo man nur spielte mit den Spielen in einem kleinen Regal, ein kleiner Basteltisch wo alles zum Basteln war, eine Bauecke wo alles stehen bleiben konnte, eine Küchenecke, ein Schreibtisch mit Schubladensystem wo man wirklich Ordnung halten konnte. Eine Kramschublade. Nach Abläufen schauen. Wie bewegt sich ein Kind in dem Zimmer? Was braucht es in der Nähe vom Bett? Was beim Schreibtisch? Jeden Tag einmal kurz den Ranzen aufgeräumt, Stifte waren immer gespitzt, Ranzen schon vorgepackt für den nächsten Tag. Das dauert dann alles nur noch 2 Minuten. Eine Schulschublade mit Vorräten an Heften, Umschlägen hatten wir. Die war auch Gold wert. Kleiderschrank hab ich sortiert wie sich ein Kind anzieht: Oben Unterhemd. Mitte Hose. Unten Strümpfe. Kleine gemalte Kärtchen mit der Kleidung drauf, später geschrieben, viel später auf Englisch. Und alle 2,3 Monate habe ich nachsortiert und geschaut ob sich das System noch bewährte. Ich mache es bei mir auch heute noch so. Ich will alles griffbereit und nur eine Hand benutzen müssen. Keine umständlichen Kommoden in denen keine Ordnung möglich ist. Wichtiges mache ich immer nach oben, das andere nach unten. Die Helmer Schubladensysteme sind Gold wert. Da hab ich in drei mein ganzes Leben. Klingt wahrscheinlich wie beim Militär. Aber: Es machte L immer Spaß, Ordnung zu halten. Sich Systeme auszudenken. Sich zu organisieren. Ich hatte zwar nicht drei Kinder. Aber eins in 2 Haushalten. Und Kinder können nicht 24 Stunden vorausdenken. Dass sie beim Papa ihr Fahrrad in zwei Tagen braucht und jetzt schon mitnehmen muss, das hat sie nie verstanden. :))

    • rage sagt

      Liebe Tanja,
      danke nochmal für die treffenden Worte. Fürs Formulieren und Konkretisieren.
      Ich ahbe mcih daraufhin mal mit den Kerlen ins Zimmer gesteltl und gefragt, wo sie ihre Leseecke haben wollen, nachdem ich mir im Kopf schon zwei Ecken ausgeschaut hat, die passen würden.

      Von sich aus wollten sie die Ecke als Höhle gestalten. Kann ich voll nachvollziehen und hatte mir das schon gedacht. Jetzt muss da noch ne Decke oder eine Matratze ein, damit sie auch nutzen. Und am besten TASCHENLAMPEN.

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