AlltagsAbenteuer, Nachhaltigkeit
Kommentare 8

(Anzeige) Die memo Box. Ein Mehrweg-Versandsystem.

(Anzeige) (* enthält Werbelink) Vor einiger Zeit wurde ich von einem Unternehmen angeschrieben. Die Mail enthielt eine Zusammenstellung von Pressemitteilungen über einen neuen Onlineshop, der sich als ganzheitlich nachhaltiger Versandhandel vorstellte und mit vielen neuen Produkten für einen nachhaltigen und bewussten Lebensstil warb: die memo Box. Einen Link zum Shop findet ihr hier.

Normalerweise interessieren mich diese Unternehmensanfragen erstmal so gar nicht. Im Laufe der letzten drei Jahre musste ich feststellen, dass viel zu häufig versucht wird meinen Blog als Zugpferd für irgendeine Werbekampagne vor den Karren zu spannen, ohne irgendeinen Gewinn für mich. Ohne irgendeinen Gewinn für mamadenkt.de. Was mich daran am meisten pikiert sein lässt: Ohne sich in meine Bloginhalte eingelesen, noch nicht einmal quergelesen, geschweige denn den Untertitel von MamaDenkt zur Kenntnis genommen zu haben. Das ärgert mich. Ziemlich.

Bei der oben beschriebenen Anfrage schien das ein wenig anders zu sein. Ich klickte mich auf die Seite und durch die diversen Produkte. Dieser OnlineShop schien in der Tat andere Leitlinien zu haben. Ja, es gibt eine Reihe von Produkten, bei denen ich mir denke, “Die brauche ich nicht” – oder nicht mehr. Mein Verlangen danach möglichst wenig zu konsumieren hält mich davon ab, sie zu kaufen. Aber einige Produkte wie zum Beispiel ein Farbkasten mit Naturwasserfarben hatte es mir sofort angetan. Nach sowas hatte ich immer schon gesucht. Als ich dann noch von der memo Box las, wurde ich hellhörig. Ich fragte nach, erhielt Antwort und es entstand eine Kooperation, in Form dieses Artikels.

Warum es mir ausgerechnet die memo Box so angetan hat?
Neben unserem achtlosen Konsumieren von Dingen, die mit viel Zeit, Ressourcen und Arbeit hergestellt werden, um sie letzten Endes aufgrund fehlender Langlebigkeit zu entsorgen, stört mich die Art des Versandes dieser Produkte. Diese Produkte werden in der Regel in einen großen Karton gepackt, mit viel Kartonage oder LuftkissenPolstern (aus eben Luft und Kunststoff) befüllt und quer durch die Republik transportiert. Ein kleines Produkt in einem riesigen Karton. Mit viel Luft. Was für eine Verschwendung von Material und Platz im LKW oder Postfahrzeug.
Wie oft musste ich schon ein riesiges Paket öffnen, das mit dreimal so viel Luft und Kartonage befüllt war als Produkt drin. Das hat mich schon sooft auf die Palme gebracht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERABei der memo Box handelt es sich hingegen um eine grüne Mehrwegbox, die schon seit 2007 vom Unternehmen angeboten wird. “Mit stetig wachsendem Erfolg! – was mich persönlich nicht wundert und wieder einmal Mut macht. Sie besteht aus recyclebarem Polypropylen, ist stabil und stoßfest, sowie wetterbeständig und in meinen Augen eine echte Alternative.

Die ist aber aus Kunststoff.
Ja, auch wieder Kunststoff. Aber wenn schon Versandhandel im Netz, was uns auf dem Land oft entgegenkommt, dann ist das hinsichtlich der Versandart eine tolle Alternative. Zumindest der Verpackungsmüll reduziert sich enorm zu konventionellen Bestellungen.
Das Unternehmen will in Zukunft den “…ökologischen Fußabdruck der Box weiter verringern,…” Die nächsten Boxen sollen daher aus Recyclingmaterial hergestellt sein, womit sich die COs-Emissionen bei der Herstellung um etwa 65% reduzieren sollen. Dazu wurde eine Ökobilanz erstellt, die ihr neben einiger weiterer Informationen zur memo Box hier* findet.

Wie funktioniert das mit dem Mehrweg?
Man hat 14 Tage Zeit mit einem RetoureSchein die memo Box per Post kostenlos zurückgehen zu lassen. Zack. Weg. Ich werde sie dem Postmann wieder mitgeben und bin gespannt, wie easy das tatsächlich sein wird.

Also doch munter im Netz bestellen?
Das ein oder andere bestellen wir im Netz. Ja. Nicht alles wird von den Unternehmen aus der Region abgedeckt. Nicht alles haben wir in den letzten drei Jahren in der Region ausfindig machen können. Außerdem spare ich mir dadurch den Gebrauch des Autos. Wir wägen hier häufig ab, was sinnvoller ist.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAlso doch pro Konsum? Dafür aber grün?
In den letzten Jahren des Reduzierens kam ich immer wieder an den Punkt, dass ich das alles eigentlich nicht mehr haben mag. Ich mag meine Zeit nicht mit dem Anschaffen neuer Dinge verbringen. Ich mag keine Zeit damit “verlieren” diese dann Instand zu halten. Mich schließlich doch irgendwann dazu entschließen sie zu verkaufen, zu verschenken oder zu entsorgen, halte ich inzwischen für das widersinnigste Phänomen, das es überhaupt gibt. Ich habe die vergangenen sechs Jahre aber genau damit viel Zeit verbracht. Leider, denn es hat mich wertvolle Stunden gekostet, mich von diesem Krempel frei zu machen. Zum Glück, denn ich genieße diese Unabhängigkeit und die Mehrzeit, die ich für mich, meine Familie, meine Freunde und das Leben habe.

Daher hier drei meiner Hauptentscheidungen fürs weitere Konsumieren:

1. Wenn schon Konsum, dann bitte bewusst, durchdacht und möglichst grün, sprich nachhaltig und ressourcenschonend. Mein ökologischer Fußabdruck ist durch meinen einmaligen Flug nach Wien vor ein paar Jahren und einem Flug in einem Flugsimulator so groß, dass ich allen Grund habe, am besten gar nichts mehr zu kaufen.

2. Wenn schon Konsum, dann halte ich Ausschau nach neuen Ideen, die Natur, Mensch und Leben entgegenkommen. Eine Alternative zum gewöhnlichen Versenden von Produkten in Paketen und Päckchen finde ich großartig, die memo Box daher auch.

3. Es gibt so Dinge, die uns immer wieder fehlen. Ein richtig gutes Brotmesser, eine Isolierkanne für den Kaffee für die Handwerker, ein Schneidebrett fürs Brot oder eben diese Wassermalfarben. All diese Dinge in einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten OnlineShop zu erwerben, ja, das finde ich im Rahmen. (Trotz meiner inneren konsumkritischen Bulldogge, die mir ein schlechtes Gewissen machen will.) 

So. Und jetzt ihr? Wann habt ihr das letzte Mal im Netz bestellt? Wann das letzte Mal eine übermäßig große Verpackungsschlacht geboten bekommen? Wie macht ihr das? Dieses Konsumieren im Netz? Nach welchen Kriterien entscheidet ihr?

8 Kommentare

  1. Pingback: Die memo Box. Ein Mehrweg-Versandsystem. | Die grüne Klammer

  2. Meine letzte Bestellung im Netz ist schon eine ganze Weile her… Wenn ich Kleidung benötige, probiere ich die lieber vor dem Kauf an. Da ich mal in einem Einzelhandelsunternehmen für Outdoortextilien gearbeitet habe, weiß ich aber auch, dass dort alle Kleidungsstücke einzeln verpackt quer um den Planeten geschickt werden. Und da sehe ich auch noch ein großes Problem: Von vielen Verpackungen und Transportwegen wissen wir nicht einmal. Maria hat dafür mal den Begriff “Grauplastik” benutzt – der passt sehr gut, wie ich finde.

    Alles Liebe,
    Philipp

    • Hallo!

      Ich habe früher wirklich sehr viel über den Versandhandel bestellt. Immer schon, vor allem auch, weil ich echt nicht gerne einkaufen gehe.

      ABER – die Sache mit der Verpackung ist wirklich ein Ärgernis. Ein Mehrwegsystem für die Versandbox ist sicher eine interessante Idee, ich bin mir aber nicht sicher, ob es wirklich auch so ökologisch ist.

      Die von Dir angesprochene Größe der Verpackung im Verhältnis zum Inhalt – wenn man nur eine Kleinigkeit bestellt kommt das dann auch in so einer großen Box? Oder gibt es viele verschiedene Boxgrößen? Wie ist das mit dem Schutz vom Inhalt? Auch wieder Luftpolsterfolie?

      Die Box muss auch irgendwie wieder zurück kommen und daher hat die Box den doppelten Transportweg.

      Ich persönlich bin – rein aus ökologischer Sicht – noch immer für Second Hand. Wenn ich konsumiere, dann versuche ich alles gebraucht zu bekommen. Der Internetflohmarkt ist dabei echt hilfreich, weil man nach dem suchen kann, was man braucht ohne wirklich Zeit zu verschwenden. Und dann kaufe ich regional, wenn ich gerade sowieso in der Gegend bin.

      @Philipp – ich finde es super, dass meine Gedanken vom “grauen Plastik” so hängen geblieben sind. In letzter Zeit beobachte ich das wieder verstärkt und habe mich z.B. sehr darüber geärgert, dass der Käse, welcher lose angeboten wird, trotzdem total in Plastik verhüllt war.

      lg
      Maria

    • rage sagt

      Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal erwähnen, dass ich versuche weitestgehend wenig zu konsumieren. Darauf zu verzichten, so ganz, das schaff ich einfach nicht. Ich würde mich natürlich gerne komplett selbstversorgen – aber das muss auch in einer Relation dazu stehen, dass ich mir für meine Familie, Freunde und mich Zeit freischaufeln möchte. Denn das ist es, was mich überhaupt zum Reduzieren gebracht hat.
      Auch das Konsumieren sehe ich ähnlich. Aber wenn ich schon was bestelle oder kaufe, dann möchte ich mir dazu lieber einmal mehr Gedanken gemacht haben. Wobei ich nicht ausschließen kann, dabei dennoch die weniger gute Entscheidung zu treffen. Dafür sind wir irgendwie alle viel zu sehr miteinander vernetzt und durch Systeme verbunden. Wisst ihr, was ich meine?

  3. dam sagt

    Kiste (und ggf. Polster) benutze ich oft 1:1 für das Verschicken von Dingen, die ich bei EBay verkauft habe.

    • rage sagt

      Leider verschicke ich gar nicht so viel. Daher stapeln sich hier die Kartons, was mich und meinen Sinn für Ordnung und Übersichtlichkeit wirklich ganz und gar nervt.

  4. Hallo Rage,

    ich kenne den Farbkasten noch vom Ostereier anmalen von meiner Tochter. Für die Schule wäre besser entweder so einen dann als Klassensatz oder für alle Pelikan. Sonst kriegt man die Malergebnisse nie so hin wie die anderen, wenn die alle den Standart Pelikan haben. Das führt zu Frust weil die Farben ganz anders trocknen.

    Über die Versandkiste habe ich auch in den letzten Tagen nachgedacht. Kann ich mir schlecht vorstellen bei meinen ganzen Bestellungen und wäre mir auch peinlich dann wieder alles leer mitzugeben. Ob es ökologischer ist, frage ich mich auch. Die Idee an sich finde ich natürlich klasse, nur scheue ich wie immer den Mehraufwand.

    Liebe Grüße
    Tanja

    • rage sagt

      Ich wollte gerade schon nachfragen… Was bestellst du dir denn? Das würde sich in der Tat nicht wirklich lohnen, die Box leer durch die Bundesrepublik zu schicken.
      Aber Mehraufwand? Die Produktpalette scheint mir dafür nicht groß genug. Und wie gesagt, eigentlich will ich persönlich auch gar nichts bestellen. Nur so wenig wie möglich und so viel wie nötig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.