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(Anzeige) Im Interview mit Prime Computer Schweiz. Ein nachhaltiger PC?!?

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(Anzeige) Immer auf der Suche nach nachhaltigen Unternehmen und insbesondere im elektronischen und technologischen Bereich, bin ich diesmal mit Prime Computer Schweiz mehr oder weniger zusammen gestoßen. (Hier findet ihr einen Link auf die Webseite des Unternehmens.)

Um was für ein Unternehmen es sich hierbei handelt? Ein Schweizer Unternehmen, das es seit 2013 gibt und gegründet wurde, um nachhaltige Lösungen auf dem IT-Hardware-Markt anzubieten. Tolle Idee, nicht wahr? Auch die auf diesem Markt herrschende Ressourcen- und Energieverschwendung ist für die Gründer ausschlaggebend gewesen, sich hier für ein Umdenken einzusetzen.

Mini Computer von Prime Computer Schweiz

Aus mehreren Gründen war ich sehr, sehr neugierig auf dieses Interview. Zum einen: Wir leben in einem alten Haus und keines meiner Geräte, mit denen ich arbeite, egal, ob Smartphone oder Notebook ist Neuware. Alle sind gebraucht und ich tue mich immer, wenn eines defekt ist, schwer neue Hardware zu erstehen. Mit welchem Gerät sorge ich für Ablösung? Welche Anschaffung ist ökologisch nachhaltig und ethisch vertretbar? Das fällt mir wirklich nicht leicht abzuwägen und ich bin gespannt, was Prime Computer Schweiz mir antworten wird.

Was mich an den Produkten von Prime Computer neugierig gemacht hat, ist die Größe und die anderen unterschiedlichen Vorteile, auf die das Unternehmen großen Wert legt: Sei es die nachhaltige Kostenreduktion durch einen geringeren Stromverbrauch und die Langlebigkeit der Geräte oder eine Garantie von fünf Jahren. Die Gedanken, was man tun kann, um die Abnutzung und Verschmutzung der Geräte einzudämmen oder die Dauerbeschallung zu unterbinden, dadurch dass weder Lüfter noch andere mechanische Teile verbaut sind, machen das Produkt noch interessanter. Getestet habe ich keines der Geräte, weil ich aktuell keinen Bedarf habe und mir außerdem noch weiteres Hardware-Zubehör anschaffen müsste. Für meine Recherche finde ich dieses Unternehmen jedoch interessant und wollte es euch nicht vorenthalten.

Im Gespräch mit CSO Mario Tanner von Prime Computer Schweiz

Vielen Dank schon mal an dieser Stelle für das Interview. Ich freue mich, euch mit eurem Unternehmen auf meinem Blog begrüßen zu dürfen. Steigen wir doch gleich ein.

Welche drei Werte zeichnen euer Unternehmen aus?

Zum einen ist es die Schweizer Qualität, wir entwickeln und fertigen unsere Produkte in St.Gallen, Schweiz. Zudem bieten wir  wartungsfreie und nachhaltige IT. Wartungsfrei weil wir keine Lüfter und mechanische Teile verbauen, dies wirkt sich positiv auf die Lebensdauer der Geräte aus. Nachhaltig weil unsere Geräte sehr stromsparend, langlebig und recyclebar sind.

Die Vision von Prime Computer Schweiz

Das ist kurz und knackig. Doch worin besteht die eigentliche Erfindung und Vision von Prime Computer Schweiz?

Der Formfaktor sowie der Trend zu immer kleineren Geräten ist im IT-Markt nichts Neues. Hingegen fehlte bis jetzt immer die letzte Konsequenz bei der Qualität der Geräte. Prime Computer hat es sich zur Aufgabe gemacht, hohe Qualität in möglichst kompakter Form herzustellen.

Lüfterlos, hygienisch und staubresistent

Auf eurer Webseite berichtet ihr über die lüfterlose Bauweise und bewerbt eure Produkte auch als hygienisch und staubresistent. Welche Belege habt ihr für eure Aussagen hinsichtlich Staub- und Schmutzpartikel? Gibt es einsehbare Daten und wie kommen diese zustande?

Das Gehäuse unserer Geräte ist fast komplett geschlossen. Die einzigen Öffnungen wo Staub und Schmutz in das Gerät eindringen kann sind die Anschlüsse auf der Vorder- und Rückseite des Gerätes. Wenn das Gerät in einer Umgebung eingesetzt wird, wo die Schmutzbelastung hoch ist, können Blindstecker verwendet werden, um ein Eindringen durch die Anschlüsse zu verhindern. Die Produkte von Prime Computer sind zudem lüfterlos gebaut, was ein Eindringen von Staub, Schmutz und Bakterien durch den Lüfter ausschliesst.

Nachhaltig und umweltfreundlich – wie seht ihr das?

Was bedeutet für euch Nachhaltigkeit? In welchen Produktionsschritten eurer Geräte könnt ihr Nachhaltigkeit und die dazugehörige Transparenz dem Kunden gewährleisten?

Unsere Geräte sind sehr stromsparend und robust. So braucht z.B. der Desktop-PC zwischen 5 und 30 Watt in Normalbetrieb. Das ist weniger als viele Glühbirnen verbrauchen. Durch das Aluminiumgehäuse und die lüfterlose Bauweise kann kein Schmutz in die Geräte eindringen. Das verlängert ihre Lebensdauer um ein vielfaches und die Geräte sind praktisch wartungsfrei. Das spart Ersatzteile und den Gang zum IT Fachhändler. Nach einem langen Leben recyceln wir die Rohstoffe von unseren Geräten und bringen diese wieder in den Produktkreislauf ein.  Wer sich für den Fertigungsprozess interessiert, ist jederzeit bei uns in St. Gallen willkommen und kann unsere Produktion besichtigen. Zusätzlich engagieren wir uns in sozialen und umweltfreundlichen Projekten wie z.B. der Plant-for-the-Planet Organisation. Da verpflichten wir uns, bei der Wiederaufforstung von Wäldern mitzuhelfen.prime kostenabrechnung Prime Computer 02

Das hört sich toll an. Sowohl die Einladung zu euch nach St. Gallen als auch euer Engagement für Plant-for-the-Planet. Gerne würde ich euch in eurer Produktion mal besuchen kommen.

Herausforderungen für umgesetzte Nachhaltigkeit

Mit welchen Hindernissen und Herausforderungen seid ihr hinsichtlich Nachhaltigkeit in eurer Arbeit konfrontiert?

Leider war das Thema Nachhaltigkeit in der IT bislang nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit, was sich aber langsam zu ändern scheint. Als Mitglied der Fachgruppe Green IT Schweiz sind wir daran, mit anderen namhaften Unternehmen, Hochschulen und öffentlichen Institutionen, genau diese Fragen zu evaluieren.

Eine weitere Herausforderung ist auch der Stromverbrauch. Nur alleine die Rechenzentren verbrauchen bereits 3% des gesamten Stroms in der Schweiz. Wenn man dann noch alle anderen IT Geräte dazu nimmt, kommt man auf einen stattlichen Stromverbrauch.

Auch die Lebensdauer von Geräten ist ein Thema. Gerade die Wegwerfmentalität in unserer Gesellschaft trägt zu einem riesigen Ressourcenverbrauch bei. Da hilft es natürlich nicht, wenn PCs, Laptops und Handys nach gut zwei Jahren den Geist aufgeben. Wenn man dann noch erfährt, dass gewisse Hersteller die Lebensdauer von Geräten absichtlich verkürzen, wird einem schlagartig bewusst, wie viele Herausforderungen noch vor uns liegen.

Vielen Dank für deine Antworten. Ich bin gespannt, wie es für euch als Unternehmen weitergeht. Vielleicht lässt sich mit meinem Besuch bei euch, ein Einblick in euer Unternehmen auch für meine Leser ermöglichen. Das würde mich sehr freuen.

Was mein Dilemma angeht, wenn eines meiner Geräte kaputt geht: Ich mag es, dass eure Geräte eine Garantie von fünf Jahren besitzen. Es ist ein Unding, dass Geräte heute so gebaut werden, auf dass sie nach kurzer Zeit durch neue ersetzt werden müssen. Ich mag auch die Komponente, dass weniger Dauerbeschallung beim Arbeiten erfolgt sowie die Verwendung wiederverwertbarer Bestandteile.

Für mich bleiben zwei entscheidende Fragen: Wie muss ich mir die Produktion genau vorstellen? Wenn ihr in St. Gallen produziert, wie verfahrt ihr mit seltenen Rohstoffen, die ihr für die von euch verbauten Teile benötigt? Inwiefern ist auch soziale Nachhaltigkeit für euch von Belang? Und wenn doch mal ein Defekt auftritt, wie schaut dann das Prozedere konkret für mich als Endkunde aus? Diese Fragen stelle ich euch dann beim nächsten Mal.

Ihr und euer Computerequipment

Was sagt ihr, liebe Leser, zu diesem Unternehmen aus der Schweiz? Welche Fragen habe ich vergessen für euch zu stellen? Und: Worauf achtet ihr beim Einsatz eurer PCs oder anderen Endgeräte? Was ist euch dabei wichtig?

2 Kommentare

  1. Also die Idee, die Hardware auf ein räumliches Minimum zu bringen ist wirklich gut, auch dass die ohne Lüfter auskommen ist ein dickes plus. Leider bieten sie kein Linux-System an (ich mag MS nicht sonderlich). Was mir am meisten im Magen liegt, ist der wirklich sehr hohe Preis. Das wird sich bei privaten Nutzern wohl kaum umsetzen lassen, zumal es lüfterlose kleine PCs auch schon weit günstiger auf dem Markt gibt (ca. 500€). Das wiegt dann auch den Umweltgedanken nicht im echten Leben auf – leider…

  2. Optisch wirklich sehr schön und auch die übrigen Ambitionen des Unternehmens sind überzeugend. Für mich kommt – auch im Sinne des Minimalismus – aber ein anderes Gerät als ein Notebook nicht mehr in Frage. Ich möchte ganz flexibel, immer und überall arbeiten können. Zuhause, im Urlaub, sowohl beruflich als auch privat. Ein Notebook deckt das alles in einem Gerät ab. Ohne Bildschirm, Maus, Tastatur, usw. Gespannt bin ich daher auf das SHIFT12m, das für Ende 2018 angekündigt wurde.

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