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Die umweltfreundlichste Stadt

Vor ein paar Wochen bekam ich einen Link zugesandt, in der eine Grafik Fakten zur umweltfreundlichsten Stadt der Welt zusammenstellt. Aus irgendeinem Grund musste ich sofort an Irland denken. Klar, keine Stadt, aber ein Land, in dem der durchschnittliche Verbrauch von Plastiktüten bei nur 18 Stück jährlich liegt. Deutschland mit seinen 71 Plastiktüten pro Kopf im Jahr kann da nun wirklich nicht mithalten.

Jedenfalls wollte ich euch die Grafik nicht vorenthalten, denn ich fand sie
1. schön anzusehen und
2. hat sie mich nachdenklich gemacht. (Mal wieder.)

Denn zuerst war mir nicht ganz klar, wie ihre Kernaussagen lauten und wofür sie grundsätzlich dienen soll? Ich kann auch nicht sagen wie fundiert das DatenMaterial für die Grafik und ihre Ergebnisse ist. Aber ich weiß, dass wir viele umweltfreundliche Städte auf diesem blauen Planeten benötigen. Es ist toll und vorbildlich, wenn

  •          Kopenhagen weltweit am striktesten recycelt,
  •          New York mit 855 Vehikeln die größte Hybridbus-Flotte einsetzt und
  •          Amsterdam weltweit das wenigste Wasser verschwendet.

Es gab in den vergangenen drei Jahren Momente, in denen ich erstmals gedacht habe, “Ich kann als Einzelne nichts erreichen. Wenn, dann muss ich in die Politik, um was zu reißen.” Inzwischen denke ich, das stimmt so nicht.
Mein Umfeld verändert sich, ob durch mich oder durch Trend oder eigene Aha!-Momente. Aber es hinterlässt ein neues Gefühl. Das Gefühl und das Wissen, dass es nicht umsonst ist, sich für WeltFairänderung einzusetzen.

Wir wollten dieses Jahr einige Monate ins Ausland. Dort arbeiten und Urlaub machen. Eigentlich mit dem Auto. Als Familie. Wir waren kurz davor alles mit dem Rad zu bewerkstelligen. Nur die Distanz von 3000km für einen Weg und der Zeitrahmen von max. vier Monaten, hat uns davon abgebracht.

Was denkst du über Umweltschutz und Urlaub? Wie macht ihr Urlaub? Oder geht Reisen? Stadt oder Land? Per pedes oder Flugzeug?

10 Kommentare

  1. Umweltschutz ist bei meiner Urlaubsplanung immer ein Thema. Deswegen bin ich zum letzten Mal vor sechs Jahren in ein Flugzeug gestiegen – mit CO2-Ausgleich für den Flug. Ich werde immer ganz seltsam angeschaut, wenn ich sage, dass ich aus ökologischen Gründen nicht in den Urlaub fliege. Weil es zum guten Ton gehört, weltgereist zu sein und es sooo wichtig ist, möglichst alles gesehen zu haben.
    Ich bin mit den Zielen, die ich per Auto erreichen kann bisher super zufrieden gewesen. Nach New York würde ich zwar schonmal gerne, aber wenn, dann nur für mehrere Monate und dann gleich durch’s ganze Land reisen, damit sich der Flug lohnt. Aber eben mal so wo hin zu fliegen kommt für mich gar nicht in Frage.
    LG Zora

  2. Ich fahre am liebsten in der nahen Umgebung auf Urlaub und dort am liebsten in ein Appartement, wo ich in etwa meinen umweltfreundlichen Lebensstil weiter beibehalten kann.

    lg
    Maria

  3. Hi. Interessant. Mich hätte sowas mal für Deutschland interessiert. Wie wird Umweltschutz von den hiesigen Städten und Gemeinden umgesetzt?

    Ich mache mir im Moment auch einige spezielle Gedanken zum Thema nachhaltig reisen (http://daslebenistwild.wordpress.com/2014/07/04/ready-for-take-off/) und werde sicher noch ein bißchen intensiver davon berichten. Klar, wenn der Urlaub vor der Tür steht. Wir sind übrigens schon seit Jahren per Camper unterwegs. Meist nach Holland, Dieses Jahr geht es nach Kroatien. :)
    lg

  4. Stuttgart ist es. Ich hätte auf Freiburg getippt, ist dicht hinterher. Fliegen werde ich persönlich nicht mehr. Mochte ich eh nie so. Mit der Bahn würde ich reisen. Den Norddeutschland will ich mal kennenlernen. Kenne nur den Süden. Und Holland mag ich. Auch vom Umweltbewusstsein her. Außerdem ist es schön unspektakulär. Recycling ist nicht unbedingt umweltfreundlich. Weil zu energieaufwendig und minderwertige Ergebnisse.

  5. prot sagt

    Hallo,
    Du benennst Irland auch wie ich es empfunden habe wegen der Plastiktüten die gekauft werden. Hast du mal die Lohnstruktur da angesehen? Die ist teilweise so flach das die nicht anders können. Das ist vielleicht ein Glück, aber nicht deren Bewußtsein geschuldet.
    Sicher für die Erde ist das gut. Aber wollen wir knappe Lohnstrukturen damit etwas geschieht? Ich denke ein gutes Bewusstsein ist hilfreicher.
    Ich fahre heute nicht mehr in ein anderes Land wenn ich Urlaub mache. Das was mich reizt werde ich nur machen wenn ich Umweltfreundlich hinkomme.
    Aber eine ganz subtile Frage? Schauen Menschen die reduzieren nicht mal ins eigene Land? Hier wird viel gemacht den keiner zustimmen kann. Denn wenn nächstes Jahr 8,50 Mindestlohn kommt, versucht gleichzeitig die SPD Leute als “Arbeiten für Hartz IV” unterzubringen. Kann das ein Weg sein?
    Viele Minimalisten bloggen gegen Ausbeutung, warum sollen Hartz IV Empfänger in solchen Jobs keine 8,50 bekommen? Ich liebe diesen Blog. Aber ihr oder du solltet auch differenzieren. Denn ich will in Deutschland nicht das Löhne sinken. Möchtest du das? Denn da will die SPD hin. Ich bin abgeschweift, aus meiner Sicht kannst du das löschen, wenn es nicht passt. Aber Ende nächsten Jahres ist es eben so. Und ich werde nicht erneut eine Warnung aussprechen. Ich denke es gibt viele die vereinfachen wollen. Aber wenn die Blogger den Bezug zum Land verlieren, ganz kritisch? Wer braucht sie dann?

    • someone sagt

      Hm. Spannend.

      Ich geb mal kritsche Gedanken zum kritischen Gedanken:

      Was bringen uns denn diese “mein Land” “dein Land” Gedanken in dieser Debatte?
      Imho rein gar nichts.

      Die liebe tolle gemeinnützige Wirtschaft globalisiert sich. Will heißen, die produzieren wo es billig ist und verkaufen wo Mensch Geld hat.

      Was macht die Zivilgesellschaft?

      Um hier mithalten zu können und ein ernsthaftes Gegengewicht zu den Wirtschaftsinteressen bilden zu können ist eine Sichtweise, die Ländergrenzen ignoriert sehr zielführend.
      Eine Sichtweise die ein lokales, nationales hingegen nur darauf beschränkt, ohne die größeren Ursachen (aka warum will denn die Verräterpartei das Lohndumping nich abschaffen? Das kommt nicht von nix.) mit ein zu beziehen bringt mittelfristig keine Fortschritte mehr. Weder für “unser” noch für “deren” Land.

      Und um auf das Lohnproblem und den Irlandvergleich zurück zu kommen. Ist nicht das die eigentlich spannende Erkenntnis. Sollten wir nicht deswegen niedrige Löhne (bei niedrigen Gewinnen versteht sich) für alle wollen :D? Damit hätten wir dann super Umweltschutz und müssten uns nicht alle Nase lang mit irgendwelchen Lobbykraken rumärgern :D
      So schlecht finde ich das mal nicht, solange man gewisse Untergrenzen wahrt; die wir – auch das zugestanden – in Irland wohl schon in viel zu großen Teilen unterschritten haben.

      Aber auch hier. Lokales Problem – Ursache aber keines Falls (nur) lokal.

    • someone sagt

      Der Vollständigkeit halber – nur falls das jetzt zu subtil war: Was den Mindestlohn und seine Ausnahmen angeht oder eher die Regel und den Mindestlohn, will ich mein obigen Post nicht als Widerspruch zu Prot’s verstanden wissen. Im Gegenteil.

    • Hej @prot. Mein Blogpost war wirklich nur auf den Umweltschutz bezogen. Du hast mit deiner Reaktion ganz richtig erkannt und auch kommentiert, dass dieser Blick nicht ganzheitlich ist. Zu meiner “Entschuldigung”, es ging mir nur um das Festhalten meiner ersten Assoziation zum Thema.

      Bzgl. Mindestlöhne und politisches Engagement: Ich muss mich mit beidem noch was mehr auseinandersetzen, um meine Meinung dazu öffentlich zu machen. Dein Kommentar motiviert mich dahingehend sehr. Auch deiner @someone. Nicht umsonst fühle ich mich als Mutter, die in den vergangenen zwei Wochen mehrmals nach ihrem ausgeübten Beruf gefragt wurde, und “Hausfrau und Mutter” antworten musste, schlecht. Mir fehlen sehr häufig die gesellschaftliche Anerkennung meiner Arbeit (zB. durch unser FinanzSystem; denn so funktioniert das in unserer wirtschaftlich geprägten Welt nun mal) und die meiner Mitmenschen: Ich bin halt “nur” Mutter. Ich weiß, ich mach damit nochmal eine neue Kiste auf. Aber als HARZ IV Empfänger geht es einem da vermutlich nicht anders, wenn die eigene Arbeit “unter Wert” geschätzt wird und man gleichzeitig noch eben als “diese Leute” bezeichnet wird. Ja, meine Worte scheinen zu pauschalisieren. Aber das Netz und dieses schriftliche Festhalten von Diskussionsbeiträgen lässt es manchmal nicht anders zu.
      Es gibt viel zu bedenken. Ganzheitlich. Bezug zum eigenen Land verlieren? An der Stelle konnte ich dir gedanklich nicht folgen. Ich hoffe sehr, dass ich den in meinem Streben nach WeltFairänderung nicht verloren habe.

  6. Prot sagt

    Das Land verlieren ist sehr pauschal, das gebe ich zu. Nur machen sich nahe der Produktion, in jedem Bereich “Null Euro Jobs” breit. Welcher Arbeitgeber will dann noch etwas für Arbeit bezahlen? Diese Menschen die sich so entwertet fühlen geben ihr bestes. Und der Lohn Empfänger in allen Jobs ist unter Druck. Verliert sich ein Land dann nicht? Es kann sein das diese Menschen einen Job bekommen. Aber wer von null kommt? Was akzeptiert er dann alles unter jeden Tarif?
    Auch wenn Solidarität nicht immer dolle ist. Aber wollen wir die abschaffen, damit unser Land sich in eine unmoralische Lohn Politik verliert? Ich denke das zeigt auf was ich meine. Denn es liegt kein Lohn Problem vor. Seit den Reformen die Hartz IV zum Leben brachten, sind wir führend in Europa. Bei den Lohnstück kosten, aber wir versuchen mit solchen entwertenden Maßnahmen die Idiologie des Freihandelsabkommen zu stützen. Und das mit einen sogenannten Partner der vor nichts halt macht. Und wer will das?

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