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Kräuterspirale anlegen

Ja, es ist wahr: Ich habe uns eine Kräuterspirale oder auch Kräuterschnecke im Garten angelegt.

Es stimmt schon. Pflanzen und damit meine ich in erster Linie Zimmerpflanzen haben ein hartes Leben bei mir. Und wenn dann die Verwandtschaft meint: “Sie ist ja nur ganz klein.” oder “Die ist soooo pflegeleicht.” oder “Das Kraut ist hart im Nehmen.” und das Pflänzchen geht dann doch kaputt, ist die Schmach um so größer. Daher: Ja, ich wünsche mir keine Blumen zum Geburtstag. Nicht zu Weihnachten und nicht als Mitbringsel.

Was ich hingegen ziemlich cool und toll finde: Samen und Pflanzen für in den Garten. Pflanzen, von denen auch andere etwas haben. Meine Söhne Gemüse oder Obst für auf die Hand, die Nachbarn als Augenweide oder ich, um mich einfach bewegunsgreich in der Erde auszutollen. Ich liebe das Gefühl, wenn Erde durch meine Finger rieselt und die duftet. Nun zurück zu meiner

Kräuterspirale

Was man dazu braucht:

Man nehme: Einen Haufen Muttererde, der bei Bauarbeiten letztes Jahr angefallen ist, etwa 20 Feldsteine, die außerdem dabei aufgetaucht sind und zwei kleine Kräuterbüsche zum Geburtstag.

Standortsuche

Normalerweise macht man sich auf die Suche nach einem geeigneten Standort, wie ich gelesen habe. Dabei achtet man darauf, dass sie möglichst stark von Sonne beschienen wird und außerdem Halbschatten für Kräuter wie Minze und Basilikum, die es lieber frischer und feuchter lieben.

Wie das bei uns war: Da unser Erdberg seit geraumer Zeit, seit über einem Jahr, vor sich hinvegetierte und schon total grün von allen möglichen Wildpflanzen überwuchert wurde, war der Platz relativ klar. Anfangs dachte ich noch darüber nach, ob ich den Berg einfach von A nach B abtragen sollte. Allerdings war mir das mit drei Kindern und dem Wunsch es an dem einen Wochenende zu vollbringen, einfach zu viel Arbeit. Ob sich das als Fehler herausstellen wird, werden wir sehen. Jetzt steht meine Kräuterspirale jedenfalls mitten in der Sonne. Den ganzen Tag. Gegen Abend gibt es etwas Schatten und auch der Teich am Fuße der Spirale fehlt, aber ich probiere das jetzt einfach auf diesem Weg aus. IMG_1790

Aufbau der Kräuterspirale

Beim Aufbau der Spirale wird zunächst empfohlen die Grundfläche etwa 30cm tief auszuheben und zu drainagieren. Das bedeutet, wenn ich es richtig verstanden habe, dass die ausgehobene Fläche erst mit grobem Schotter, dann mit Kies aufgefüllt wird. Sinn und Zweck ist, dass Staunässe, die den Kräutern nicht bekommt, vermieden wird.

Dann legt man eine Trockenmauer aus den Steinen oder dem Material, das man dafür vorgesehen hat. Auf den Seiten, die ich dazu gefunden habe, wird das Anlegen sehr schön erklärt und wenn ich Lust gehabt hätte, mir so viel Arbeit, Mühe und Material anzuschaffen, hätte ich es vielleicht gemacht. Allerdings wollte ich nicht erst in den Baumarkt fahren und Material besorgen.

Denn 1. Ich mag Baumärkte nicht und 2. wollte ich mit dem auskommen, das ich zur Verfügung hatte. Und ehrlich: Die Feldsteine hier lagen meinem Mann immer nur im Weg und jetzt sind sie schön zu einer Kräuterspirale arrangiert.

Wenn die Trockenmauer angelegt ist, wird das Innere mit Mutterboden aufgefüllt. Im obersten Bereich wird die Erde zusätzlich mit Sand durchmischt, damit ein leicht mediterraner Boden für Kräuter wir Thymian und Rosmarin entsteht.

Was habe ich gemacht: Zunächst habe ich meinen Erdberg von dem ganzen Grün befreit. Danach habe ich die Spitze ausgehoben. Jedoch nur anderthalb Bottiche voll und damit noch nicht einmal bis zur Grundfläche tief. Dann habe ich einen Rest Kies, den mein Mann noch im Schuppen aufbewahrt hatte, in die Mulde geschüttet. Nun habe ich ihn mit den riesigen Feldsteinen eine Spirale legen lassen. Man stelle sich das so vor, dass er die Steine einzeln herübergetragen hat und ich immer die Anweisung gegeben habe, wo und wie er sie hinabplumpsen lassen sollte. Dabei entstand so eine Art Stein-Gerüst, das ich mit der zuvor ausgehobenen Erde wieder aufgefüllt habe.IMG_1789

Zonen anlegen

Nun wird die Kräuterspirale oder auch Schnecke in drei bis vier Zonen bepflanzt. Dabei beginnt man ganz oben mit der am höchsten gelegenen Stelle, an der vor allem solche Kräuter gepflanzt werden, die es warm, trocken und sonnig lieben, wie zum Beispiel Rosmarin, Oregano und Thymian. Die Zonen gehen ineinander über und als nächstes werden Pflanze gesetzt, die auch unseren normalen Mutterboden schätzen, wie zum Beispiel Zitronenmelisse und Koriander. Ganz zu unterst gehören Kräuter, die es etwas frischer mögen, wie Basilikum und Petersilie.

Manche Pflanzen soll man in Gefäßen ohne Boden einpflanzen, da sie dazu neigen stark zu wuchern und den anderen Licht und Platz zu rauben.

Bei uns befinden sich aktuell nur Oregano und Thymian in der Kräuterspirale. Beide Büsche müssen sich von einer Woche auf unserer Fensterbank im Wohnzimmer erholen. Ob sie es schaffen, kann ich jetzt leider noch nicht sagen und nur mutmaßen. Ich hoffe es jedenfalls sehr.

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Ich habe kurzerhand noch ein Erdbeerpflänzchen im unteren Ring angepflanzt. Ich würde so unglaublich gerne auch ein kleines Erdbeerfeld anlegen. Aktuell fehlt mir dazu schlichtweg der Platz und ich habe keine Ahnung, wann unsere Gartenbauarbeiten einen Start geschweige denn ein Ende finden.

Abwarten.

Das mache ich jetzt. Vielleicht gelingt es ja und ich komme meinem Wunsch meine Familie und mich ein wenig selbstzuversorgen etwas näher. Dazu hier ein interessanter Artikel.

Sollte es die Kräuterspirale an der Stelle unter den Bedingungen (fehlende komplette Drainage) nicht schaffe, wird daraus ein buntes Wildblumenbeet und Berg, das zum Zuhause von vielen Hummeln und Marienkäfern wird.

Wie sieht euer Kräutergarten aus? Habt ihr einen?

7 Kommentare

  1. Hallo
    Leider funktioniert die Darstellung der Fotos nicht (Ups! Diese Seite konnte nicht gefunden werden.)…

    Gruss Oliver

  2. rage sagt

    Guten Morgen Oliver, das tut mir furchtbar leid und ich danke dir für den Hinweis. Ich weiß, dass sowas total nervend sein kann und ich versuche das Problem zu beheben. Sry!!

    Schönen Tag, rage

  3. Sieht gut aus! Nach meinen bescheidenen Gartenerfahrungen genügt “halbperfekt” plus Erde&Sonne&Gießen meistens vollauf.

    • Das macht mir Mut. Danke!! Mir gefällt übrigens deine Blogrolle. ;) Viele bekannte Gesichter und ein paar neue Schmuckstücke. Vielen Dank.

    • rage sagt

      Oh, momentan entwickelt sie sich mehr zu einer “Erdbeerspirale” – was mir jedoch auch sehr recht ist. :D

  4. Hallo,
    ein tolles Projekt! Vorallem finde ich es gut, dass du im Zweifelsfall ein Blumenbeet daraus machst. Davon gibt es mittlerweile viel zu wenige. Gerade für Bienen und Hummeln ist es aber extrem wichtig!
    Ich habe mir auch einmal Gedanken über die verschiedenen Zonen einer Kräuterspirale gemacht: https://kräuterspirale.org/blog/kraeuterspirale-welche-kraeuter-gehoeren-wohin/
    Vielleicht findest du ja hier noch einige Kräuter, die sich gut in deiner Spirale machen.

    Grüße
    Jens

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