Entdeckungen, Minimalismus
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Mädchenflohmarkt

Da war ich! Letztes Wochenende gab’s einen, für den ich tatsächlich mein persönliches MamaFrauLieblingsZeug zusammengesucht habe. Wer damals den Beitrag bei nano gesehen hat, konnte einen aktuellen Einblick in unser letztes Archiv gewinnen. Davon gab es ursprünglich drei. Im Fernseh war es damals nur noch das eine. Und heute, etwa ein Jahr später – na ja, eher 9 Monate später – kämpfen wir uns durch dieses letzte Archiv; in der Hoffnung es baldigst als “eliminiert” ansehen zu können.

Ich dachte: “Meine Sachen passen alle noch in drei Kisten. Zwei davon müssen raus.”

Feststellung (nachdem ich das Zeug durchgegangen bin): “Meine Sachen, die ich mühsam immer wieder vor dem Reduzieren gerettet habe, umfassen mindestens fünf Kisten. Fünf? Fünf. Phew.”
Trennen konnte ich mich tatsächlich von drei.

Verkauft bekommen habe ich leider nicht so viel, was leider an der geringen Frequentierung der Veranstaltung gelegen haben könnte. Die Besucheranzahl war sehr gering. die Anzahl der Stände von Frauen und Mädchen, die ihr Zeug loswerden wollten, gigantisch hoch. Ich übertreibe maßlos… ja, vielleicht. Doch so kam es mir vor.

Am Ende der Aktion habe ich mir die zwei richtig guten PastaTeller genommen, die ich ebenfalls loswerden wollte, um sie gemeinsam mit meinem Stapel KochZeitschriften an diejenige zu verschenken, die als erste “Hier!” rief. Es funktioinierte. In einem zweiten Durchgang nahm ich mir mein Tablett TeeTassen, eine HerzAuflaufForm und zwei KuhEierBecher und ging damit durch den Saal. Der Versuch kam nicht so gut an. Es braucht wohl keiner mehr OutdoorTassen oder EierBecher. Schließlich kam ich bei einer Frau vorbei, die für ein riesiges FrauenEvent, für das sie immer und immer wieder Tassen sammelten, alle Tassen abnehmen wollte. Aber ohne die anderen Dinge. Mhmmm?? “Ok!”

Auf die Weise bin ich eine ganze Kiste Zeug, mit dem zuvor Verkauften, losgeworden. Zwei musste ich leider wieder mit nach Hause nehmen. CD’s und Bücher hat mein Mann in einem Anfall “Wir müssen die Gunst der Stunde nutzen!” im Netz verteilt. (momox, rebuy…) Es ist erstaunlich. Ich habe keinen großen materiellen Gewinn gemacht. Das GlücksGefühl über den verlorenen Ballast in Kombination mit dem Wissen, dass die Gegenstände nicht einfach auf dem Müll gelandet sind, sondern weitere Verwendung finden, beglückt mich sehr.

Jetzt habe ich hier noch einen Stapel Klamotten (ein ungetragenes AbendKleid, eine KordJacke, Hosen), einen elektrischen Wok und einen SandwichMaker rumstehen. Wenn ich wüsste, wer diesen Dingen durch ihren Gebrauch wieder Wert geben könnte?

Bei den Klamotten denke ich gerade über die TauschRinge und KleiderKreisel nach. Aber wisst ihr was? Es ist mir zu anstrengend.

1. Die grundsätzliche Auseinandersetzung mit Klamotten.
2. Das Suchen der passenden Option.
3. Das online-Stellen.

Nachdem ich ein bisschen von der neu gewonnenen Freiheit geschnuppert hab, mag ich mich andere Dingen zuwenden. Weiter zuwenden. Dem Gärtnern, dem Nähen, dem Stricken, dem Recherchieren zu Themen wie Klimawandel oder TTIP. Ich mag wirklich Cicero nochmal übersetzen. Oder Tacitus. (Ich bin froh, dass ich auch diese SchulHeftchen noch aufbewahrt habe.)

Ich bin so froh, dass mein KleiderSchrank so leer ist. Ich bin dankbar, dass da seit einem Jahr nicht mehr einfach Sachen dazu kommen. Letztes Jahr waren es zwei gekaufte und vier geschenkte Kleidungsstücke. Dieses Jahr war es bislang ein geschenktes SeeligkeitsDing aus Stoff.

Dennoch hab ich mal für euch geguckt und werd es ergänzen, wenn mir was Neues über den Weg läuft:

Kleiderkreisel – Kleidung kann hier getauscht, gekauft oder verschenkt werden.
Tauschen ohne Geld – eine TauschBörse, um TauschRinge in der unmittelbaren Umgebung zu finden.
Mädchenflohmarkt – gibt’s auch im Netz. Aber ehrlich gesagt: Registriert und ausprobiert im Netz hab ich es noch nicht. Ihr vielleicht? (Mir ist das mit der Kleidung inzwischen auch wirklich, wirklich mühsam… Ich mag shoppen, anprobieren und die Beschäftigung mit Kleidung einfach nicht. Das Herstellen ist da noch was anderes…)
mamikreisel – als Mama bietet sich auch diese Seite im Netz an. Ich gestehe: Auch noch nicht richtig ausprobiert. Aber: Schon von einigen tollen Aktionen mitbekommen.
Unser AbfallentsorgungsUnternehmen bietet im Netz auch eine Seite an, um Altes, was man loswerden will – was noch kein Abfall, aber zu Entsorgendes ist – zu verschenken, einzutauschen oder für ein paar €uros zu verkaufen.

Und bei euch? Wie werdet ihr eure liebgewonnenen, funktionstüchtigen Habseligkeiten los, wenn es ums Reduzieren geht? Wie geht es euch danach?

11 Kommentare

  1. Ich hab ja auch ein paar Mal versucht, Zeug auf Studentenflohmärkten loszuwerden, aber irgendwie bin ichs leid um die vergeudete Zeit. Das einzige, was ich wirklich in meiner gesamten Ausmistphase zu Geld machen konnte waren Möbel. Nur durch ihre große Zahl hab ich CDs zu Geld machen können (aber auch zu lächerlichen Stückpreisen). Kleidung geht überhaupt gar nicht weg.
    Es sind alle Menschen dermaßen übersättigt, es gibt viel zu viel Zeug, jeder hat schon, niemand braucht. Es ist egal, dass ich ein recht hochwertig verarbeitetes Leiberl (T-Shirt) nur 2 Mal angehabt hab, Neupreis 35€. Durch die Überflutung von H&M Sachen (Neupreis 10€), die man nur noch für 50cent loswird, konnte ich auch für das super Shirt nicht mehr als 1 Euro verlangen. Dieser Preisverfall ist mir erst durch das Verkaufen auf Flohmärkten aufgefallen. Mein erster Flohmarkt, ein Studentenflohmarkt, war trotz Stand-Teilen und Zielgruppenware ein Verlustgeschäft.

    Das Zeug ist zu viel und hat keinen Wert in unserer Gesellschaft.
    Daher hab ichs aufgegeben und verschenke ALLES. Zuerst im Freundeskreis und den Rest geb ich in den Umsonstladen im Nachbarbezirk. Verkaufen (außer wirklich teure Dinge wie Möbel) ist vergeudete Lebenszeit.

  2. Hallo Rage,

    Archiv? Das klingt schon so schrecklich. Ich m u s s den Kram immer sofort los werden und werfe die Sachen einfach weg. Alles andere wäre nur Müll-Umverteilung. Die Sachen in die Give-Box bringen? Selbst der Aufwand ist mir zu groß autolos. Ich würde an eurer Stelle wohl einmal das Auto voll machen und alles nachts vor ein Sozialkaufhaus legen. Als Spende. Fertig. Es ist alles Lebenszeit, die wir ja nicht mehr mit Besitz verbringen wollen. Hochpreisige Sachen sind natürlich davon ausgenommen. Und dann befreit was richtig Schönes aus dem tollen Raum machen. Ein Gewächshaus würde super zu dir passen. Was meinst du? Und viele Kastanienmajas bauen und Bilder für mich machen.

    Liebe Grüße
    Tanja

  3. Frau Laubenpieper sagt

    Hallo Rage,

    ich habe ebenfalls einige Sachen bei Mamikreisel, Kleiderkreisel, Ebay, Momox oder in Forenflohmärkten verkauft. Einige Bücher habe ich in die Bücherei gegeben oder in den Bücherschrank gestellt.

    Wenn Kleidung wirklich nicht mehr tragbar ist, entsorge ich sie. Ist sie in Ordnung und ich kann sie nicht anderweitig unter die Leute bringen, bringe ich sie in einen Umsonstladen oder ins Sozialkaufhaus.

    Aber es stimmt, es ist mit einigem Aufwand verbunden, seine alten Sachen ins Internet zu stellen. Fotos, Beschreibung, Portoermittlung und die Überlegung, was man dafür ggf. noch haben möchte.

    Ich freue mich aber jedes Mal, wenn ein paar weitere Teile unser Zuhause verlassen haben. Und noch mehr freut es mich, wenn ich weiß, dass jemand anderes doch noch Verwendung dafür hat.

    Es grüßt ganz herzlich
    Frau Laubenpieper

  4. Martin sagt

    Hallo
    Dein Beitrag zeigt mir einmal mehr, wie mühsam das Loswerden ist. Zuerst mühsam kaufen, dann mühsam horten, mühsam aussortieren und dann mühsam loswerden.
    Deshalb überleg ich mir immer häufiger 100mal ob ich es wirklich kaufen soll. Das ist ja jetzt aber nicht das Thema.
    Beim Loswerden, bin ich aufs Weggeben oder Wegwerfen übergegangen. Entweder bringe ich es in den Secondhand-Laden oder gleich in die Abfuhr.
    Ich hab es öfters mit Verkaufen im Internet versucht. Aber das ist bei kleinen Werten nicht die Arbeit wert. Heute verkaufe ich nur noch Sachen mit einem Wert über 50 EUR im Internet. Das Reinstellen, Bearbeiten, Handling, Zur-Post-bringen usw. ist mir zu mühsam. Lieber die Zeit anders nutzen. Aber eben, wenn ich Wenig habe, gibts auch nur Wenig zum Weggeben.

  5. Maike sagt

    Ich verkaufe hin und wieder Kindersachen (zuletzt Laufrad, Dreirad, Kugelbahn und Babytrage) über ebay-kleinanzeigen oder quoka, weil da einfach meist Familien erreicht werden, die nicht immer alles neu kaufen können oder wollen. Und da tun mir ein paar Euro weniger Einnahme nicht weh, ich freue mich, wenn das Stück jemanden erreicht hat und hier auch schon funtkioniert hat.
    Viele andere Sachen verschenke ich oder lege sie einfach mal eine Weile zur Seite, bis sich eine weitere Verwendung auftut. Vor einigen Wochen habe ich einer Bekannten einen Schwung Kinderklamotten gegeben nebst Schlafsack und mir im Gegenzug 3 Wollknäuel gewünscht.
    Aber letztendlich fängt es wirklich beim Einkauf an. Meine Kinder z. B. haben keine 5 Paar Schuhe zur täglichen Auswahl.

  6. Mein Vater würde das “Lehrgeld zahlen” nennen. Der Aufwand, den ich betreiben musste, um all die Fehlkäufe, Zuvielkäufe, Kannmanmalbrauchenkäufe, Angebotskäufe, Geizkäufe, Märchenkäufe und sonst noch was loszuwerden, und die Differenz zwischen dem Kaufpreis, dem Wert und dem Wiederverkaufspreis (der beim Verschenken natürlich Null ist) darf ruhig ein bissl wehtun. Das ist pädagogisch so wertvoll, dass man zum überkritischen Konsumenten wird. War jedenfalls bei mir so. Man hat vielleicht kein Geld mehr rausschlagen können, aber man hat eine ganz deutliche Lektion gelernt.
    Naja, ich glaube ich wiederhole eigentlich nur die Vorposter in anderen Worten ;)

  7. Ihr habt ja alle so recht! Es ist mir fast schon peinlich, davon erzählt zu haben. Es stimmt. Es frisst tierisch viel Zeit. Das Loswerden. Und ja: Es ist auch irgendwie besagtes Lehrgeld. Auch wenn ich feststelle, dass sich inzwischen viele Geschenke von anderen in dem besagten Rest an Kram befinden. Dinge, die man geschenkt bekommen hat, weil Geburtstag, Diplom, Geburt, Hochzeit oder Examen anstanden. Ich bin da einfach nicht so stark zu entsorgen.
    Und bei den Sachen, die ich mir selber ins Nest gepackt hab… Ja, das ist Lehrgeld.
    Ich habe beschlossen jetzt noch einmal groß auszumisten. Alles kommt raus, was so “KillefitzZeugs” ist. Und das AbendKleid, das ungetragen im Schrank hängt, das versuch ich noch bei ebay oder so loszuwerden. Denn: Ich mag die Sachen nicht alle auf den Müll werfen. Dazu ist mein NachhaltigkeitsWunsch einfach zu groß. Die Dinge wurden schließlich mal produziert. Mit Energie und auf Kosten hergestellt. Jetzt soll ich es auf Kosten entsorgen lassen? Ich habe die Hoffnung, dass da noch jemand ist, der das ein oder andere Teil weiterverwenden kann. Ich hoffe. Da muss ich jetzt wohl durch… grmpf

  8. Thomas sagt

    Wir haben kürzlich zwei Kisten mit “Zeug” bei Oxfam abgegeben.
    Vielleicht ist bei Dir in der Nähe auch ein Oxfam-Shop?
    Wir sammeln schon eifrig für die nächste Fuhre.

  9. Tessa sagt

    Hallo liebe Rage,
    gerade bin ich auf Deine Seite gestoßen, sie gefällt mir sehr.
    Ich verschenke auch lieber als zu verkaufen, eben auch weil mir die Zeit zu wertvoll ist. Ich habe im Keller immer einen großen Karton stehen, worein ich all die Sachen zum Verschenken packe. Ist er voll, dann stelle ich ihn an die Straße mit einem großen Zu-Verschenken-Schild.
    Bis jetz ist er immer leer zu mir zurück gekommen. Manchmal beobachte ich vom Fenster aus, wie Leute in den Sachen wühlen und freue mich, wenn sie sich über ein gefundenes Teil freuen.
    Herzlichst,
    Tessa

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