Meistens ist es später als man denkt.

Hier der ins Thema einleitende Artikel von GastAutor_in maybee. Wenn ihr mehr zur Problematik mit den Daten lesen wollt, dann herzliche Einladung in den Lesekreis.

Unabhängig von der juristischen Bewertung seiner Handlung ist eine Sache bemerkenswert: Ein Junger Mann gibt seine Freunde, Familie und seine Arbeit auf, um der Welt etwas mitzuteilen.

Welche Nachricht wäre für euch von so immenser Bedeutung, dass ihr beschließt ab morgen ein völlig ungewisses neues Leben zu beginnen und mit allem alten zu brechen, damit diese eine Nachricht gehört wird?

Wieso hat er das getan? Warum waren wir alle ihm das wert? Fragen, die man sich stellen sollte.

Sicher ist, dass die Protagonisten aus der Nachricht unzufrieden sind, mit der Aufmerksamkeit die ihnen durch Edward Snowden zu Teil wurde.

Aber wie ist es mit den Statisten? Jenen Spielbällen der Protagonisten. Jenen Dauerüberwachten. Jenen für die Edward Snowden dieses Opfer gebracht hat?

Können die davon ausgehen, dass mit den kommenden Wahlen endlich Schluss gemacht wird mit schrankenloser Geheimdiensttätigkeit und grundloser Überachung von eigenen Bürgern? Können wir davon ausgehen, in Zukunft regelmäßig verschlüsselt zu kommunizieren, weil die Leute keine Lust mehr haben, überwacht zu werden und sich endlich wehren?

Ist der Punkt überschritten, an dem der durchschnittliche Bürger erkennt, dass der Staat in dem er lebt ihn immer schneller und grundlegender entrechtet?

Ich glaube aufrichtig, dass die kommenden Wahlen zeigen werden, wie wichtig den Wählern ihre Privatsphäre und ihre Grundrechte und eine ehrliche Politik sind. Ich glaube viele Leute werden CxU und SPD wählen. In der NSA-Affäre die mit Abstand größten Lügner. (Der Punkt, warum man diese drei auf gar keinen Fall wählen sollte, wenn einem Grundrechte und Privatsphäre auch nur irgendetwas bedeuten, lässt sich besonders deutlich und schon seit langem hier nachlesen:http://www.abgeordnetenwatch.de/vorratsdatenspeicherung-636-140—-abst_ja.html) Die FDP wird es als Regierungspartei wahrscheinlich auch nicht besser machen. Die Grünen vielleicht, aber verlassen werde ich mich darauf sicher nicht. Daher glaube ich nicht, dass sich an dem eingeschlagenen Weg etwas ändern wird.

Es werden auch nicht wesentlich mehr verschlüsselte Nachrichten gesendet als vor den Veröffentlichungen gesendet wurden, die zumindest ein Leben radikal verändert haben.

Ich glaube nicht mehr daran, dass der Punkt der Erkenntnis vor dem Punkt überschritten wird, an dem die Veränderungen so tiefgreifend und unumkehrbar sind, dass nur noch wenige gegen diese ankämpfen werden, weil sie zu viel Angst vor den Folgen haben.

In unserem digitalen Zeitalter stehen wir eigentlich vor der Herausforderung tatsächliche und rechtliche Rahmenbedinungen zu schaffen um unsere eigenen Daten effektiv zu kontrollieren. Hier sind nicht nur staatliche Akteure im Spiel, sondern insbesondere Unternehmen und wir selbst. Schon daher ist das Thema sehr komplex.

Wir schaffen es allerdings nicht einmal die alten Kontroll- und Steuermöglichkeiten von prä-digitalen staatlichen Institutionen, wie Geheimdiensten, in unserem Interesse zu verwenden. Wir sind diejenigen für die dieser Geheimdienst arbeiten sollte. Aber das tut er nicht mehr.

Wir sind diejenigern in deren Sinne die Politik entscheiden und die Regierung handeln sollte. Aber das tut sie nicht mehr. Sie erklärt das Problem für “vom Tisch” (Friedrich) oder “beendet” (Merkel). Die Einschätzung finde ich durchaus zutreffend, wenn man als Bezugspunkt unsere Grundrechte verwendet. Das dürfte dann sehr nahe an der deutschen Realität sein.

Was also tun jetzt die Statisten? Jene, die nichts zu verbergen haben und das alles nicht so schlimm finden, weil es ja schon lange bekannt war und man sowieso nichts dagegen machen kann*? Sicher ist, dass das Zeitfenster das zum Handeln bleibt immer kleiner wird und der Aufwand der betrieben werden muss um etwas zu erreichen immer größer.

Weiter lesen? Dann hier entlang? (Ich, rage, empfehle mich in die BlogPause bis Mitte September und wünsche euch drei angenehme SpätSommerWochen!! Gehabt euch wohl und viel Spaß beim Lesen.)

*)Will.

11 Gedanken zu „Meistens ist es später als man denkt.“

  1. Hallo! Lese mich gerade durch deinen Blog und bin ganz begeistert! Eigentlich hätte ich ganz hinten bzw am Anfang beginnen sollen, denn dann hätte ich ein Stück Weg mitgehen können. Fange gerade erst an mit dem Reduzieren, dem Nachdenken über minimalistischeres Leben, Konsumverhalten etc. Und es ist so bereichernd bei anderen Menschen nachlesen zu können, was sie zu diesen Fragen denken, was sie für Entwicklungen durchlaufen. Freue mich schon auf die nächsten Posts von dir. Liebe Grüße!

    1. Hallo Mathilda! Danke für das Feedback! Hach!! Sowas ist einfach immer nett. Habe mich eben mal bei dir umgeschaut. Werde demnächst mal was länger in deiner lounge verweilen. ;) Bis demnächst und viel Spaß noch beim Reduzieren… wovon auch immer…

  2. Ein Nachtrag bietet sich an:

    Zwei Dinge sind gerade relativ wahrscheinlich:
    Die SPD (die Grünen genau so) wird lieber nicht mit der Linken koalieren, damit sie bloss nichts von ihrem Wahlprogramm umsetzen muss.
    Sobald die CxU ihren neuen Mitläufer gefunden hat, geht es weiter bergab mit dem Rest der Grundrechte, der nach der NSA-Geschichte noch übrig ist und sich nicht in Luft aufgelöst hat.

    Man sollte bei dieser Wahl nicht der CxU gratulieren, sondern den Geheimdiensten, denn die sind die eigentlichen Gewinner. Alle anderen verlieren.

    Im Übrigen habe ich mit meinen obigen Vermutungen von vor der Wahl den Nagel leider sehr genau und fest auf den Kopf getroffen.

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