Nein Schatz, keinen Thermomix.

Ich dachte, ich käme drumrum. Ich dachte, ich müsste dazu nie niemals nicht schreiben. Aber so, … da bleibt mir wohl keine andere Wahl.

Vor ein paar Tagen.

“Rage,” kurze BedeutungsPause “hättest du eigentlich gerne einen Thermomix?”
Mir wäre beinahe das Müsli im Hals stecken geblieben. Denn …

– Normalerweiser fängt die Frau so an, oder? Na ja, vielleicht ein wenig subtiler, aber eigentlich bringt doch die Frau das Thema auf den Tisch oder schickt den Mann zum Supermarkt, wenn es dort eine Art Thermomix zu kaufen gibt. Oder? Oder?

“Nein.”
Irritierter Blick. “Ich meine, wenn du das Geld hättest…”
“Nein.”
“Aber warum denn nicht?”
“Ich mag keinen haben.”
“Ja, aber stell dir vor, du könntest mal eben. Es müsste ja nicht das HighTechTeil für 1200,- sondern nur die SupermarktVersion für 200,- sein.”

… HundeblickPause …

Echt, ich hab’s erst jetzt so richtig geschnallt. Er, will das Teil. Daher…
“Willst du einen haben?”
“Ähm… Ja.”
Verständnisloser Blick meinerseits. “Bitte?”
“Das ist doch voll die Arbeitserleichterung. Die im Büro…”
“Wer kocht denn hier immer?” Augenbrauen bis zur Decke gezogen.
“Ja du. Aber das würde sich dann vielleicht ja ändern.”

Wir müssen beide lachen.

“Warum kommt das nicht in Frage?”
“Ich weiß auch nicht. So viele Gründe, die dagegen sprechen.”
“Welche?”

Hier mein Schatz, die Gründe, weshalb ich keinen Thermomix haben mag

Energie.
Ich möchte frei sein von vermeintlich arbeitserleichternden EnergieGeräten. In unserer Küche gibt es einen Herd, einen Ofen, einen Kühlschrank und eine Spülmaschine als große Geräte, die hier im regelmäßigen/fortwährenden Einsatz sind. Dazu kommt ein Pürierstab für unsere Suppen (und aktuell Babykost) sowie der Toaster (, den du ab und an benützt). Ich würde mir wünschen, dass wir nicht noch mehr Geräte dazu ziehen. Das Waffeleisen für 10 Mal im Jahr finde ich völlig in Ordnung. Aber nicht den ThermoMix.
– Vermutlich kommt jetzt der Einwand, dass dieses Gerät viel energiesparender ist und alles kann. (Na ja, in der Herstellung erfordert er nun einmal Unmengen an Energie, die erst mal wieder “rausgeholt” werden muss.)

Der Alleskönner.
Wenn von einem Alleskönner die Rede ist, dann wünsche ich mir, dass er auch wirklich alles kann. Alles gleichzeitig. So wie ich. Aber das Gerät kann ja gar nicht Kartoffeln schälen oder Quitten entkernen. Den Hauptteil der aufwendigen Arbeit habe ich also immer noch?!?
– Ich würde ihn also nehmen, wenn er ALLES könnte? Nein. Aber das erwarte ich von einem Alleskönner.

BlackOut. 
Mal abgesehen davon, dass es eben ein elektrisches Gerät ist. Was ist, wenn ich all meine Fertigkeiten des Kochens, wie lange man Kartoffeln kocht oder wie man den Teig eines Gugelhupfs verrührt, Ei schaumig rührt oder Sahne steif schlägt, durch solch ein Gerät vergesse. Und dann, dann kommt es zum Blackout. Ein gigantischer Stromausfall und mein ThermoMix funktioniert nicht mehr? Ihr mögt lachen, schmunzeln oder auch den Kopf schütteln. Aber: Ich kannte bis vor einigen Jahren nicht einmal Quitten. Als ich dieses Jahr das erste Mal BirnenQuitten gesehen haben, dachte ich, es wären Birnen. Erst jetzt weiß ich, was es mit dem Begriff “quittegelb” auf sich hat. Jetzt erst weiß ich, was man daraus machen kann, wie QuittenKonfekt schmeckt und riecht.

Altes neu entdecken.
Ja. Ich habe Vieles neu entdeckt. Vieles ausprobiert. Ich glaube man beginnt damit, sobald man seine eigenen Hemmschellen gegenüber dem Ausprobieren mit Nahrungsmitteln verliert. Indem wir das, was wir essen wieder neu entdecken. Indem zwischen der Zubereitung und dem Essen nicht zu viele Schritte, zu viel Verpackung, zu viele Maschinen, zu viele Menschen stehen als nötig. Das gilt doch irgendwie für alles. Für Fleisch, Beeren, Pilze, alte Gemüse- und Obstsorten.

Geld.
Ach ja. Da war doch was. Wenn ich mal soviel Kohle zur Verfügung hätte, um mir was zu leisten, etwas zu gönnen, würde das aktuell einfach in andere Konsumgüter fließen.

– ein gebrauchtes, aber gut erhaltenes GartenTrampolin.
– eine (gebrauchte) SofaGarnitur
– dieses Kleid in rot
– eine Kletterhalbkugel für ins Kinderzimmer
– …

… statt Thermomix.

Fazit

Ein Thermomix kommt für mich einfach nicht in Frage. Auch wenn einige in meinem Umfeld ein solches Gerät besitzen, es gerne nutzen und bejubeln, ich nicht. Wir, also er und ich, werden nicht so richtig warm miteinander. Und dann schmeckt’s auch nicht. Aber danke für deine Nachfrage, Schatz.

Welche Gründe sprechen bei dir denn dafür?

25 Gedanken zu „Nein Schatz, keinen Thermomix.“

  1. Hihi!!!!

    Gründe dafür? Die erschließen sich mir nicht, den Kochen muss ich doch immer noch selbst, oder? Ich habe auch gehört (von meinem Mann), dass die günstige Variante schlechtes, bzw. minerwertiges Material aben sollte und vermutlich schneller kaputt geht.

    Gute Fragestellung: Was würde ich mit dem Geld lieber anfangen? Wir kaufen demnächst einen Fahrradanhänger. Da liegt meine Priorität.

  2. Ich musste jetzt erst mal den Begriff “Thermomix” nachschlagen :-) Noch nie was davon gehört. Wäre für mich auch nichts, und erst recht nicht die “SupermarktVersion” .

  3. *gg…. ich wußte auch nicht was das ist :-D
    Nö kann ich verstehen sowas brauche ich auch nicht, alles wo ich erst was reinschmeißen muss und es hinterher umständlich auch noch wieder sauber machen muss ist für mich total unpraktisch und nervt!
    Ich hab ein Messer, ein Brett und eine Reibe und das langt, zur Not liegt noch ein Kartoffelstampfer in der Schublade, die Sachen brauchen keinen Strom und das ist genau so wie ich das mag. Ein Handmixer und ein Pürierstab wären auch da wenn ich sie mal brauchen sollte. Und meinen Schneebesen liebe ich sowieso :-)
    Bin ich jetzt Altmodisch? *schmunzel*

    LG für dich Rage

  4. Ich bin auch schon des öfteren gefragt worden ob so ein Thermomix nicht was für mich wäre.
    Wo ich doch so gerne koche.

    Und dann lächle ich immer und erzähle den Leuten dass ich
    nein, den Thermomix nicht möchte weil ich nämlich gerne koche. Selber.
    Und soweit wirds noch kommen dass ich mir das von ner Maschine wegnehmen lasse.

    :)

  5. Intelligentes Kochen mit dem … Die Headline passt schon nicht zu mir. Ich kann es mit und ohne nicht. Mach es auch nicht gerne. Seit ich Biokräuter hab, schmeckt’s aber viel besser! Ich hab was du oben erwähnst an Geräten ja schon fast alles rausgeschmissen. Mag diese Gerätschaften einfach nicht mehr saubermachen. Minibar und 2 Herdplatten sind super! Das Geld würde ich wohl für eine neue Teekanne ausgeben. Heute gefetzt. Den Rest für eine neue Jeans in dreifacher Ausgabe. Die fallen bald ab von mir.

  6. Oh, der Thermomix. Seit eine Freundin von mir einen hat und begeistert täglich nutzt, ringe ich auch mit mir. Habe mich aber letzten Endes dagegen entschieden. Denn wenn ich tief in mich gehe, dann stelle ich fest, dass ich beim Thermomix am liebsten den Mixer mag. Denn Dampfgaren im Plastikkörbchen kommt für mich 0,0 in Frage! Damit fallen viele Funktionen weg und übrig bleibt: Ein Mixer.
    Genau so einen habe ich mir jetzt zum Geburtstag schenken lassen und liebe das Teil, weil ich wirklich unglaublich oft mixe. Bisher mit Mixstab, was zwar ging, aber nun im Vergleich mit dem Mixer, einen unglaublichen Qualitätsverlust bedeutet hat. Mir hat es wirklich geholfen, sehr genau zu überlegen, was mich an dem Gerät anspricht und mir dann genau diese, und nur diese Funktion, zuzulegen.
    LG Zora

    1. Den Gedankengang finde ich total sinnvoll. Danke! Ich glaube nur, dass wir ihn verlernt haben oder selten noch vorgelebt bekommen. Schließlich kann man doch alles haben… Nicht wahr?!?

  7. “Für Sterneküche braucht man ein Messer, ein Sieb, einen Stampfer und ein Bräter.” Christian Rach. Und der ist erfolgreich. Immer die Erfolgreichen kopieren. Und alle so einfach wie möglich. Und sooo sympathisch und aus dem Saarland. Wie ich. ;))

  8. Liebe rage,

    sorry, heute muss ich mal gegenschießen. Gegen Dich und alle meine Vorredner.
    Ich finde es nicht richtig, wie Du den Wunsch Deines Mannes einfach abschmetterst.
    Minimalismus bedeutet doch, so hast Du es auch schon geschrieben, sich mit den Dingen zu umgeben, die man braucht oder liebt. Und wenn Dein Mann so ein Ding eben möchte (= lieben würde) finde ich es nicht richtig, ihn da einfach so kurz abzufertigen.
    Nur weil DU es nicht möchtest und brauchst, muss er doch nicht genauso ticken. Ich finde, man muss da auch mal Kompromisse eingehen (z.B. das billigere A***-Gerät kaufen, damit der Geldbeutel nicht so geschröpft wird o.ä.).
    Sorry, aber das musste raus. So war mein Eindruck beim Lesen.

    Liebe Grüße, Jessie

    1. Hej Jessie, alles gut. Es mag sich nach “abfertigen” anhören. Letztendlich waren es meine Argumente gegen ein solches Gerät. Hätte der Mann dieses Teil geliebt, wären das Gespräch und auch dieser Post vermutlich anders ausgefallen. Da er das Gerät letztendlich nur “interessant” gefunden hätte, bin ich ganz froh, es nicht hier stehen zu haben.
      Es hat soviel Zeit und Mühe bereitet alles überflüssige loszuwerden, da bin ich froh, dass wir lange bereden, überlegen und
      bei Neuanschaffungen gemeinsam entscheiden. Mein Brotkasten hat es auch noch nicht geschafft. Was vollkommen ok ist. Keine Retourkutsche also!
      Und nur fürs Brotbacken? Ich hätte Bauchweh bei so einem Gerät.
      Mal abgesehen davon, hatten wir einfach gar kein Geld dafür. Auch nicht für die Billigversion. Schönes Wochenende!

  9. Nein, einen neuen Thermomix würde ich mir auch nicht zulegen. Die Gründe wären die Kosten und das mir das Kocherlebnis verloren geht. Kochen ist für uns oft eine Gemeinschaftsaktion. Aber was vielleicht eine Alternative wäre, falls Dein Mann so ein Teil gerne möchte: ich war vor 3 Jahren sehr krank und konnte seeeehr lange keine normale Nahrung essen. Ich habe mir hierfür beim großen Auktionshaus einen gebrauchten Thermomix der ersten Generation gekauft. Ideal zum Zerkleinern, Pürieren, Mehl mahlen, Obst einkochen, usw. Die wirklich alten haben wenig Plastik, könne mit dem Edelstahltopf kochen (also z.B. Marmelade, Gemüsesuppe oder Apfelmus), haben aber sonst keine Zusatzteile. Er kostete vom Händler generalüberholt und mit 18 monatiger Garantie etwa 150 Euro und tut uns hilfreiche Dienste beim eigenen und handwerklichen Kochen.

    Liebe Grüße,

    Martina

  10. Ich, neulich auf so einem Vorführabend für einen Thermomix, damit die Kollegin ihr Teil immerhin 50,- Euro billiger bekommt, bei der Vorstellungsrunde auf die Frage, welche Küchengeräte wir haben, fröhlich: Ich habe seit dem Studium eine Kitchenaid.
    Thermomixtante (TMT), schnippisch: Und, kann die auch bratenhackenwiegenmessenrührenwärmen…?
    Ich, immer noch fröhlich: Nö. Aber die sieht GUT aus!
    TMT, hat Blut geleckt: Aber die bräuchtest du dann gar nicht mehr mit dem Thermomix! Der kann nämlich bratenhackenwiegenmessenrührenwärmen…
    Ich, unnachgiebig: Aber er ist hässlich und hat keine Seele!
    TMT: Aber einen Chip mit einer Million Rezepten! Und ein Display! Und so einen tollen Hefeteig wie im Thermomix kann deine Maschine bestimmt nicht! Wie machst du denn Hefeteig?
    Ich (überlegend): Den schlägt die Kitchenaid. Dann mache ich ein Tuch drüber, lese dem Miniweh ein Buch vor und danach ist der Teig fertig.
    TMT, triumphierend: Siehst du! Und mit dem TM hast du NOCH mehr Zeit für deine Kinder!
    Ich, fragend: Wieso?
    TMT, immer noch triumphierend: Weil er den Teig schneller macht!
    Ich, nachrechnend: Aber dann ist das doch weniger. Nicht mehr.
    TMT: Weniger ist mehr in der Küche! Und? Ist er jetzt nicht doch attraktiv geworden?
    Ich: Er ist immer noch hässlich.

    Furchtbarer Abend.
    Aber das Kleid aus deinem link …! Oh, das hätte ich auch gerne. Und einen der Röcke. Und diesen roten Mantel, hach. Ich bin definitiv ein optischer Typ. Ich merke es immer wieder.
    Liebe Grüße von Frau Weh

    1. hihihi. Ich wäre ja wieder sehr gerne Mäuschen gewesen. Ja, deine Küchenmaschine sieht wirklich schöner aus. Wobei ich mich selbst bei ihr nicht zum Kauf überwinden könnte. Ich halte es wie Zora, wenn ich es mir recht überlege und finde mal heraus, was ich woran toll finde. ;)

  11. Achja,

    ich hab mich auch schon gefragt was der denn alles kann und was ich damit sollte… versteh ich bis heute nicht. ich mag auch kein bolliges Teil in der Küche stehen haben. Ich mag gerne Kochen und backen, aber selber… das ist doch die kunst dadran es selber zu machen.

  12. Meine Mutter hat einen Thermomix und liebt ihn. Und das finde ich OK.
    Ich möchte aber keinen haben. Dei meisten Gründe wurden schon genannt, aber was mich fast am meisten stört ist der Lärm den diese Kiste produziert. Ständig brummt, heult und piept das Teil. Das würde mich wahnsinnig machen! Klar macht ein Mixer auch Lärm, aber da bin ich zumindest aktiv dran beteiligt. Und im Moment nutze ich kaum Maschinen die wirklich laut sind. Nur gelegentlich. Der Thermomix bringt da eine ganz andere Geräuschkulisse in die Küche. Und die will ich nicht haben.

    1. Ach nee. Das ist mir noch gar nicht aufgefallen. Also beim Kochen der Frauen in meinem Umkreis. Eigentlich krieg ich das Kochen wirklich nie mit. Immer nur das Resultat. :D Solche Geräusche wären für mich aber auch nichts. Hier dudelt nie ein Radio und auch die Dunstabzugshaube oder der Ofen sind schon laut genug, wenn ich sie denn mal nutze.

  13. Ich bin heute “zufällig auf das Thema “Minimalismus” und damit auch auf eure Seite gestoßen. Was soll ich sagen: Als Minimalist braucht man wirklich keinen Thermomix. Als Minimalist lebt man roh! und braucht keinerlei Küchengeräte. :-) Liebe Grüße!

  14. Hallo Leute,
    ich weiß gar nicht was Ihr habt. Ich bin ein Mann und nutze auch den Thermomix – nicht weil ich nicht kochen kann – ich komme aus einer Gastro Familie und kann sehr gut kochen. Ich muss jeden Tag viel arbeiten und in der Zeit, inder der TM mir mein Essen schonend kocht kann ich mich auf dem Sofa ausruhen. Ich lebe seither viel gesünder weil man sich “eben mal so etwas in den Topf schmeißt”. Raus kommen dann leckere Dips für den Gemüsesnack im Geschäft oder mal ein Smoothie to Go. Man ist auch nicht immer darauf angewiesen etwas fertig kaufen zu müssen und ist schneller und bequemer am Ziel. Ich spüle nur meinen Topf und ein paar Kleinigkeiten und meine Küche ist wieder tadellos.
    Das Ding läuft bei mir jeden Tag..Für mich ist er jeden Euro wert..

  15. Ich habe 35 Jahre konventionell gekocht und gebacken. Ich weiß wie das geht. Da hab ich keine Sorge, das zu verlernen. Meine Küche ist kleiner als 4 qm. Ich habe einen Thermomix. Ich möchte ihn nicht mehr missen. Erspart mir einige andere Geräte, da ich damit Reis und andere Körner zu Mehl mahlen kann, Kaffe auch. Außerdem dampfgaren. Mindestens drei verschiedene Gemüse gleichzeitig. Ich mach damit mal eben zwischendurch Marmelade. Für mich alleine genau die richtige Menge. Und Smoothies. Und das Beste: Das Ding kann Kuchenteig rühren. Wenn Du eine Arbeitsfläche von weniger als 60 cm zur Verfügung hast, weißt Du, was ich meine. Was ich damit nicht mache: Zwiebeln und anderes schreddern. Finde es schöner, wenn Gemüse ganz normal bearbeitet wird. Will damit nur sagen: Es gibt auch Gründe, warum das Gerät praktisch sein kann.

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