PolizeiAutos und Festivals

Wie das zu FestivalZeiten so ist, sind unsere Straßen am Ende der Welt einmal im Jahr stark befahren. Da lassen sich die Kennzeichen allen möglichen Ländern zuordnen. Aber nicht nur das. Auch das Polizei- und KrankenwagenAufgebot ist phänomenal. Echt! Total krass für eine Mama. Wieviel krasser für kleine Kerle, hätte ich mir nicht denken können.

Hier mal ein Einblick in einen kurzen Ausschnitt – stark verkürzt – einer unserer AutoKonversationen:

“Guck mal da! Noch ein Polizeiauto.”
“Wo?”
“Und da! Da! Noch eins.”
“Hm? Wo denn Mama?”
“Du musst mal aus deinem Fenster schauen. … Da, schon wieder eins.”
“Wo? … Ach da, ich seh es.” (kurze Pause) “Boar Mama, wie viele Autos.”
Ich nicke. “Ja, das stimmt.”
“Warum kommen die alle hierhin?”
“Die Menschen wollen tanzen und feiern.”
“Und warum kommt die Polizei.”
“Na ja. …”
(Ich denke. Denn: Es kommen Tausende von Menschen. Zehntausende, die zusätzlich hier für einige Tage leben wollen. Die Polizei kommt nicht zuletzt aufgrund eines hohen Dorgenkonsums. Werde ich versuchen die Thematik zu erklären? Ist das wirklich nötig? … Nein. Vorerst, ich betone VORERST, nicht.)

“Wenn so viele Menschen auf einem Ort sind, dann kann es auch mal dazu kommen, dass sie sich zanken.” (Ich hebe die Augenbraue, verziehe den Mund, presse die Lippen aufeinander und warte ab…)
“Warum kommen so viele Menschen?”
“Weil hier ein Festival stattfindet.”
Wir fahren einige Meter weiter.
“Was macht man auf einem Festival?”
“Feiern.”
“Aber warum zanken?”
“Wie gesagt: Bei so vielen Menschen, gibt’s manchmal auch Typen, die ein wenig zu wild sind und dann gibt es auch mal Ärger.” (Ich beginne zu schwitzen…)
“Aber so viel Polizei?”
Ich nicke. Dann rutscht es mir plötzlich doch über die Lippen.
“Es gibt immer auch welche, die Drogen nehmen.”
“Häääh?”
“Das sind Medikamente.” – “Wieso?”
“Um wach zu bleiben.” – Erhelltes KerlGesicht: “Ah!”
Ich denke: NEIN! und sage: “Aber diese Medikamente können einen auch richtig krank machen. Zwar können viele dann durchtanzen, aber manchmal kippt man wegen dieser Drogen einfach um. Dann wird man auch nicht mehr so schnell wieder wach und es tut sehr, SEHR weh!” – “Oh!”
“Deswegen will die Polizei alle Medikamente einsammeln.” (Ich nicke mir selber bestätigend zu.)
“Und wenn die sich da jetzt doch zanken?”
“Dann kommt die Polizei und schlichtet.”
Kurze Stille. Wieder ein nachdenkliches Gesicht. Ich schwitze wieder und versuche mich gleichzeitig auf den plötzlichen GroßstadtVerkehr in der StraßenBaustelle auf dem Land zu konzentrieren.
“Was ist schlichten?”

… Das würde an dieser Stelle zu lange dauern, denn: Ich führe ausführlich und unter Einbezug meines schauspielerischen Talents aus, was schlichten bedeutet. …
Wieder: Pause. (Btw: Wir sind fast da!!)

“Und wenn die sich dann immer noch zanken?”
Ich atme langsam und tief ein.
“Dann nimmt die Polizei den Bösen mit.”
Bestätigendes Nicken vom Kerl, Thema erledigt.

Leute, echt. Ich versuche mich da in meinen “pädagogisch wertvollen” Erklärungen und der Kerl will scheinbar nur die Bestätigung, dass die Polizei die “Bösen” – denn es gibt noch nur schwarz und weiß – mitnimmt. Irgendwie großartig, oder? Und bemerkenswert reduziert.

Ein Gedanke zu „PolizeiAutos und Festivals“

  1. Herrlich! Einfach nur herrlich! *lach*
    Von dieser Wieso? -Zeit fürchte ich mich jetzt schon. Wie alt ist der junger Mann denn? (Wie viel Zeit bleibt mir noch, möglichst viel Wissen aufzusaugen?)
    :)
    Alles Liebe,
    Anna

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