DiY & Projekte, Minimalismus
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re:USE – Weihnachtlicher Verpackungsmüll

(Mein Beitrag im Rahmen einer Aktion von re:BLOG entstanden.)

Plastikfolie hier, Papier dort. Hier noch ein Plastikring ums SixPack und da eine Plastikverpackung um die BioBananen. Auch wenn einige Supermärkte inzwischen von Plastiktüten auf umweltfreundlichere Alternativen für den Endkonsumenten umstellen, das Problem bleibt: Jede Menge Verschwendung, viel Müll, wenig wertgeschätzter Wertstoff, den jeder einzelne von uns und wir alle zusammen unbedacht entsorgen.

Unsichtbarer Verpackungsmüll

Leider handelt es sich hierbei nur um die Spitze eines ungeheuren Eisberges. Denn da fehlt ja noch jede Menge Verpackungswertstoff.
Aus Zufall stand ich kürzlich eines Morgens sehr früh in der Drogerie, während um mich herum Mitarbeiter die neu eingetroffenen Waren in die Regale räumten. Die einzelnen Produkte befanden sich abgepackt in Kartons. Das hatte ich mir ja schon gedacht.
Zu jedem Karton ein Deckel, der entweder nochmal mit Folie umwickelt oder zumindest mit Plastikbändern befestigt wird. Das hatte ich nicht gedacht, aber mir denken können.
Daneben die Kartons der anderen Duschgels und Haarwaschmittel ebenfalls derart verpackt. Alle diese Warenkartons nochmal zusätzlich in viel Plastik eingeschweißt, damit sich keiner der Kartons beim Schieben durch die Gänge oder dem Heben aus dem Lkw selbstständig macht. Das hatte ich mir nun nicht gedacht, wenngleich es dafür Erklärungen geben mag.

Ökologischer Fußabdruck

Unser Verbrauch von Konsumgütern ist auf der einen Seite also nicht nur so hoch, dass wir mehrere Planeten benötigten, um allen Menschen einen gleich hohen Konsum zu ermöglichen. Auf der anderen Seite produzieren wir zusätzlich auch eine immense Masse an Müll und Resten, die so unvorstellbar ist, dass die meisten von uns darauf verzichten, überhaupt einen Vorstellungsversuch zu unternehmen.
Es geht hierbei eigentlich um nichts anderes als unseren ökologischen Fußabdruck, von dem die meisten schon gehört haben werden. Wer nicht, der suche einfach mal im Internet nach diesem Begriff oder klicke auf diesen Link, der auf eine Seite der BUNDjugend führt, die sich mit dem Thema “Passt dein Fuß auf diese Erde?” (http://footprint-deutschland.de/) intensiv auseinandergesetzt hat.

Weihnachtlicher Verpackungsmüll

Je weiter das Jahr sich seinem Ende neigt, desto mehr setzt bei mir im Kopf die Vorbereitung auf Weihnachten ein: Womit könnte ich den Menschen, die mich umgeben, eine Freude machen? Oft sind es Zeitgeschenke, häufig aber auch süsses Naschwerk oder andere verspeisbare Köstlichkeiten, wie Gewürzmischungen oder Chutney, selbstgemachte Marmelade oder Kekse nett verpackt im Einmachglas. Manchmal gibt es allerdings auch bestimmte SeeligkeitsDINGE, die ich gerne verschenke.

Verpackungsideen

Bei letzteren stellte sich in den vergangenen Jahren oft und immer wieder die Frage: Wie verpacke ich das Geschenk ein wenig umweltfreundlicher? Ich habe einiges ausprobiert:

  1. Ganz ohne Verpackung. – Ganz ehrlich? Kam nicht wirklich gut an. Für Kinder und auch für Erwachsene geht tatsächlich etwas von diesem zauberhaften Glitzermoment des Auspackens verloren.
  2. “Teures” ÖkoGeschenkpapier. – Meist dickeres Papier, das sich nach dem Öffnen sehr gut wiederverwenden lässt. Bei guten Freunden eine super Lösung. Bei manchen Bekannten oder auch Familienmitgliedern jedoch nicht so wertgeschätzt, wie erhofft. Resultat: zerrissenes Geschenkpapier. Ehm – ja.
  3. Zeitungspapier. – So mancher fasst es als fehlende Wertschätzung auf, die Nettigkeit im Zeitungspapier überreicht zu bekommen. Vielleicht weil der eigene Kompost oftmals darin verpackt wird. Doch wenn man sich überlegt, was es an vielen Arbeitsschritten benötigt, um die jeweiligen Texte und Bilder zu Papier zu bringen und eine Zeitung daraus entstehen zu lassen…
  4. Stofftaschen. – Schön arrangiert eine tolle Alternative. Für die meisten (vor allem Männer-) Geschenke oftmals viel zu groß.
  5. Selbstgemachte Geschenkboxen. – Ich habe die vergangenen zwei Jahre dazu genutzt gut erhaltene Schuhkartons, Briefumschläge und Kartons in verschiedensten Größen mit ebenfalls gesammeltem Geschenkpapier zu bekleben und wiederverwendbare Geschenkboxen zusammengeschustert. Entweder ich sammel sie nach der Geschenkübergabe wieder ein oder hoffe auf Wiederverwendung, weil die Verpackung an sich überzeugt.

Es sind nur kleine Schritte, die ich als Endverbraucher tun kann, wenn ich mir überlege, wieviel Müll vor dem Einräumen ins Regal entsteht. Doch es sind Schritte.

13 Kommentare

  1. Ich verschenke Sachen einfach in einem schönen Tuch und nehme das Tuch wieder mit. Führt manchmal zu Missverständnissen. <> <> Ich hab keinen Bastelaufwand und produziere keinen Müll. Fertig. Lieber verschenke ich aber nix oder Zeit.

    • Ja, das mit dem Tuch ist mir auch schon mit einer besonders hübschen Box passiert. Ehm ja, keine Ahnung. Das muss man dann wohl auch aushalten…

  2. Aus Zeitungspapier oder Kalenderblättern oder Magazinseiten oder Kinderbildern (die Kids malen ja oft mehr als man aufheben kann oder will) Geschenktüten basteln.
    Mit noch 2,3 ausgeschnittenen Anhängern/Paspeln/Bommeln am Bändel sieht selbst das Zeitungspapier stylisch aus . (Anleitungen findet man z.B. auf Pinterest)

    • Pinterest, oh mein Pinterest! Jepp! Ich sollte auch mal wieder stöbern gehen, aber dann geht mindestens ein ganzer Abend drauf…

  3. Karline sagt

    Hallo Rage,

    Zumindest innerhalb der Kernfamilie (5 Personen) habe ich die Papierflut seit letztem Jahr eindämmen können.

    Ich hatte noch Stoff mit Weihnachtsmotiven in grossen Mengen, da dieser mir einige Jahre als Tischdecke für eine lange Tafel gedient hatte. Daraus und aus anderen schönen Stoffen habe ich einfache Beutel genäht mit Kordel.

    So schnell und einfach ging das Verpacken noch nie und hinterher kommen die Beutel einfach wieder in die Weihnachtskiste.

    Ansonsten gefällt mir auch die Idee mit dem Papierrecycling sehr gut. Grosse Kalenderblätter eignen sich sehr gut dafür.

    LG, Karline

  4. sandra sagt

    hallo rage,
    ich verwende oft die, vor allem bei öko-Versandhäusern mitgelieferten Verpackungspapiere. Das sind oft dünnere naturbelassene Blätter dann mit einem Stück Bastschleife in bunt aufgehübscht, ta ta. Manchmal nähe ich auch einen Beutel wenn ich Zeit habe,das kommt allerdings eher selten vor. Mein Neffe beispielsweise benutzt den genähten Beutel jetzt als Turnbeutel für den Kindergarten, das freut mich natürlich sehr.

    LG Sandra

  5. Ich verschenke auch immer wieder gerne in Zeitungspapier.
    Mit ein bischen Deko drauf: gerocknete Blätter, Efeu, Bindebast, Orangenscheiben, was sich halt so findet.
    Kommt eigentlich immer gut an. Vielleicht kennen mich die Leute halt auch einfach …

  6. Hallo Rage,

    mich schockiert und demotiviert besonders der “unsichtbare” Verpackungsmüll immer wieder. Ich selbst versuche seit längerer Zeit möglichst verpackungsarm einzukaufen, generell anders und weniger zu konsumieren, weiterzuverwenden etc. Es ist traurig, dass einem vor allem beim Einkauf immer wieder Steine in den Weg gelegt werden.
    Auf der anderen Seite werde ich z.B. auf der Arbeit/im Krankenhaus gezwungen, Unmengen an Müll zu verursachen. Ein Beispiel: Für eine Operation werden 2-6 große Müllsäcke voll Plastik weggeworfen. In unserem Krankenhaus gibt es > 30 OP-Säle, in jedem ca. 2-4 Operationen pro Tag. Hochrechnen möchte man das nicht. Einmalmaterialien sind die Ursache. Z.B. werden Abdecktücher nicht mehr gewaschen, sondern plastikbeschichtet hergestellt und weggeworfen. Mit einer Schere wird ein Wundfaden gelöst, dann wird sie entsorgt. So zieht es sich endlos weiter. Möglichst kostensparend…
    Ich frage mich immer wieder, wie vernichtend gering der Beitrag des einzelnen sein kann, wenn sich im großen Ganzen nichts ändert.

    Viele Grüße und Danke für die vielen Inspirationen und Geschichten!

    • Ja, das hat mich ja auch bei meinem Einkauf so gestört. Da mach ich mir Gedanken, wie ich Papier sparen und schonender ge- und verbrauchen kann und dann sowas morgens früh in einer Kleinstadt (die Betonung liegt auf KLEIN) in Deutschland…

  7. Kathrin sagt

    Aehnlich, wie die vorherigen Kommentare schon waren, machen wir Papier selber – indem wir es mit Kartoffeldruck verschoenern. Klar, ist immer noch Papier, aber kein Hochglanzpapier etc. Und die Kleinen haben einen Riesenspass – und der Aufwand haelt sich halbwegs in Grenzen.
    Ausserdem kann man (ebenfalls in Anlehnung, was schon genannt wurde), Geschirrtuecher verschenken, die die Kinder mit Stofffarben bemalt haben. Kommt super an!
    Liebe Gruesse aus London!
    Kathrin

  8. Hallo Rage!

    Am liebsten verwende ich alte Kalenderbilder um Geschenke zu verpacken. Ich finde es immer schade, den Kalender in den Müll zu werfen. So bekommt er wenigstens noch eine sinnvolle Verwendung.

    Die Winterbilder eignen sich super für Weihnachten!

    lg
    Maria

  9. Pingback: Greenliving, Kekse backen und Wettbewerb | MamaDenkt.de

  10. Claudia sagt

    Hallo Rage,

    ich hatte mal von einer Nachbarin den Tipp bekommen, weiße Kopfkissenbezüge als Verpackung zu nutzen. Sie eignen sich hervorragend für größere Geschenke für die Kinder (bei den besonders beliebten Sachen ist ja leider oft der Karton 3 x so groß, wie der Inhalt). Ich habe welche benutzt, die ich sowieso schon hatte, noch ein paar Beutel aus nicht mehr benötigten Moltontüchern genäht und mit Kordeln, Namensschildern, Zweigen etc. verziert. Wurde anstandslos akzeptiert und wird jedes Jahr wieder benutzt.
    LG Claudia

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