AlltagsAbenteuer
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SpielIdeen für RegenTage

Der Herbst kommt. Mindestens der Spätsommer. Damit werden auch die Tage häufiger, an denen Schnupfen und Husten Dauergäste sind. Draußen scharfer Wind die gelbbraunen Blätter über den nassen Asphalt fegt. Dunkelheit viel früher über uns hereinbricht. Dicke Regentropfen auf den Gehweg platschen.

“Mama ich will raus!”
“Aber es regnet in Strömen.”
“Oh.” – Ein Blick, der mehr sagt als 1000 Worte – Werden wir niemals nie gar nicht mehr raus gehen?
“Wir warten ab, bis der Regen von oben aufgehört hat.” 
– Ein fragendes Gesicht – Wirklich?
“Wir ziehen uns dann die GummiStiefel und RegenHose an und ab geht’s in die Pfützen, ok?” 
– Ich hoffe… – Ein Grinsen huscht über das kleine Gesicht. Wechselt aber mit purer Verzweiflung…
“Au ja. Und was wir dann jetzt machen?”

Puh! Und spätestens an dem Punkt sollte man eine Idee haben. Irgendetwas, was man machen kann, ohne erst aufwändige Vorbereitungen treffen zu müssen. Das KasperlTheater muss erst aus dem Anbau heruntergetragen werden. Ist eine Idee, sollte aber auf einen Zeitpunkt verlegt werden, in dem man 15Minuten übrig hat, Handpuppen, Kulissen und Theater aufzustellen. Außerdem benötigt man in der Regel eine SpielIdee. Märchen lassen sich zwar immer nachspielen, aber ein paar passende Puppen oder zumindest die Kreativität die Puppen in die Geschichten einzubauen, sollten vorhanden sein.
… Es gibt Momente, in denen fehlt mir diese Kreativität.

Meine Ideen zur Herangehensweise, an Tage wie diese:

1. Vorbereiten, wenn es ruhig ist. Wenn die Kids glücklich mit der Holzeisenbahn sind. Wenn sie gerade gerne malen, es lieben Papier zu zerschneiden und Klebstoff zu verarbeiten. Wenn das RollenSpiel mit Schnappschildkröte Fritz und Kamel Kunibert auch ohne permanente Bespaßung klappt, dann kann man die Zeit, neue SpielIdeen zu kreieren. Auf dass die RegenTage oder LangeweileMomente keine Schweißausbrüche auslösen.

2. Was passt zum Kind? Was für Vorlieben hat es? Welches Spielzeug? Welche Spiele spielt es selber gerade mit größter Leidenschaft? Zuordnen von Tieren und Lauten? Oder liebe ein- und ausräumen von Kisten und Schränken? Vielleicht liebt es derzeit das Auffädeln von Perlen? Oder Rühren in Töpfen mit allen möglichen Gegenständen? Was mag dein Kind? Woran lässt sich anknüpfen?

3. SpielIdeen mit wenig Kram. Erst noch zig Sachen zusammensuchen zu müssen, raubt unglaublich viel Energie, die fürs eigentliche Spiel dann nicht mehr vorhanden ist. Daher: Weniger ist nicht selten mehr! Ein breiter GartenSchlauch, Murmeln, Korken oder eine alte, einzelne Socke.

4. Aber rage! Woher soll ich einen breiten Gartenschlauch nehmen? Hallo? Wer hat sowas im alltäglichen Gebrauch? Stimmt. Auch hier gilt: Im Vorfeld Ideen ermöglichen. Wenn ihr sowieso am Baumarkt vorbeifahrt, dann springt doch gerade vom Rad und schaut mal, ob ihr breiten Schlauch als Meterware findet. Ihr habt euch ja schon mal im Vorfeld eine SpielIdee überlegt. Die muss jetzt nur noch zusammengestellt werden. Klickerbahnen oder MagnetismusExperimente lassen sich mit einem Schlauch oder entsprechendem anderen Material hervorragend ausprobieren. Unsere Kerle fasziniert es noch immer.

Folgende drei aktuelle SpielIdeen sind die letzten Tage entstanden und finden gerade Schritt für Schritt ihre Umsetzung:

1. Zauberkasten
IMG_7979Seit Wochen fliegt ein kleiner weißer Karton in der Wohnung herum. Er hat an der einen Seite ein Loch, durch das eine kleine Kinderhand sehr gut hindurchgreifen kann. Die einzelne Socke mittels Briefumschlagklammern am Loch befestigen. Nun können Gegenstände ertastet werden: Fünf Löffel und eine Gabel. Oder vier Bausteine und ein SpielzeugAuto. Oder…

2. MurmelMagnetBahnSchlauch
IMG_7989Den durchsichtigen Schlauch um ein Stuhl- oder Tischbein gewickelt, lässt sich das Hinabrollen kleiner Murmeln oder Perlen mitverfolgen. Unser Schlauch ist wirklich sehr dick, so dass sich auch größere Holzperlen hindurchschubsen lassen. Oder ihr werft eine Schraube in die Öffnung oder eine Heftklammer aus Metall. Die Aufgabe für die Kids besteht dann darin, den entsprechenden Gegenstand mittels Magnet durch den Schlauch zurück zu bugsieren. Beim Kauf oder beim Organisieren des Schlauchs, sollte die Wanddicke nicht zu breit sein. Je dicker die Wand, desto stärker muss euer Magnet sein, um seine Kräfte ausüben zu können.

 

3. Knöpfe klauen
Jeder erhält 20 Kleinteile. In unserem Fall waren es 20 Muscheln und 20 Knöpfe. Das Ziel des Spiels besteht darin, als erster sein Schüsselchen leer zu bekommen. Und das geht so. Nach der Reihe greift jeder Spieler in sein Schüsselchen mit jeder Hand einige der Muscheln oder Knöpfe. Nun hält er seine beiden Fäuste dem rechten Spieler entgegen. Der muss wählen, in welcher Hand sich weniger Muscheln/Knöpfe befinden. Liegt er richtig, muss der Spieler seine Hände in dem eigenen Schüsselchen leeren. Liegt er falsch, muss er die gewählte Hand in seinem Schüsselchen leeren lassen.

In Anlehnung an das Buch: Das große Ideenbuch Kinderförderung. (Brigitte vom Wege und Mechthild Wessel) von sind diese SpielIdeen entstanden. Das ZauberkastenSpiel ist auf meinem eigenen Mist gewachsen, findet sich aber auch in diesem Buch wieder. Vielleicht, weil es ein ähnliches KindergartenSpiel oder zig andere Versionen dieser Idee einfach schon gibt. In meiner Kindergartenzeit wurden während des Stühlchenkreises fünf bis acht Gegenstände unter einem bunten Tuch versteckt. Jedes Kind sah, was das für Gegenstände waren. Ein Kind musste danach den Raum verlassen. In der Zeit wurde ein Gegenstand entfernt und das Kind, das von draußen reinkam, musste entweder erfühlen oder sich  visuell daran erinnern, welcher Gegenstand entfernt wurde. Ich liebte dieses Spiel.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

5 Kommentare

  1. Meine Kinder begleitet seit Jahren eine rot-weiße Absperrkette aus dem Baumarkt. Damit spielen sie Pferd, sperren was ab, binden es an’s Rollbrett, ziehen sie an der Rutsche damit hoch und vieles mehr.
    Manchmal bereite ich an Schlechtwettertagen einen Keksteig vor, der im Kühlschrank ruhen muss. Und später wird ausgestochen, gebacken und verziert (Zuckerguss reicht ja oft: Zucker & dazu ein bisschen Saft, geht auch gut mit Johannisbeer-Muttersaft).
    Oft sind es wirklich die kleinen Sachen.

  2. Oh! Das hört sich auch wirklich gut an. Und die Idee mit den Keksen ist gut! Bislang haben wir das immer spontan entschieden und mussten “elendig lang” warten, bis der Teig dann mal gekühlt war… Danke.

    • Zudem ja Kinder ein Ausbund an Geduld sind. :-))
      Danke übrigens, dass Du diesen Blog gestaltest. Waren immer wieder Gedankenanstösse für mich bei.

      • Wuuuuahahahaaa! Danke, Maike, für deine lieben Worte! Du kannst dir vermutlich gar nicht vorstellen, wie gut das tut, wie gerne man das hört, wie sehr ich mich darüber freue, nicht ins Leere zu schreiben! Danke!!

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