Rituelle KonsumAngebote

Ihr kennt sie alle, oder etwa nicht? Wenn nicht, dann oute ich mich mal. Denn immer wieder geht mein Gang auch in den Supermarkt, um erstmal dort zu schauen, was alles vom EinkaufsZettel dort besorgt werden kann.

Inzwischen bin ich ja fast schon wieder zu spät. SportGeräte und FitnessProdukte, AutoZubehör und BüroUtensilien, sowie nicht zuletzt Umzugs- und RenovierungsMaterial sind fast schon Schnee von gestern. Schließlich ist das Equipment für Karneval und FassnachtsJecke ja schon fast wieder vergriffen. Also warten wir auf den SchokoladenOsterhasen, der dann durch eine Länder- oder WellnessSpaAktion abgelöst wird. Irgendwann im Sommer gibt’s dann wieder das Einleiten der Wehen, ach Quatsch, ich meine GrillSaison und dann, nach ein paar englischen oder japanischen Wochen geht’s wieder an die WeihnachtsSchlemmereien Ende August. Vielleicht auch Anfang September. Von da an kennt ihr dann wieder das Programm, denn wir hatten es ja gerade erst.

Was ich sehr erstaunlich finde: Diese Aktionen sind immer dieselben. Und dennoch oder gerade deswegen fallen sie uns schon gar nicht mehr wirklich auf. Sie sind wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter oder vielleicht auch das ZähneputzRitual morgens, wenn es aus dem Haus geht.
Bewusst wurde mir dieses rituelle KonsumAngebot dieses Jahr auch erst wieder als wir vor dem RenovierungsMaterial standen und uns die FarbInfos auf den großen WandfarbeBottichen durchlasen. Mein Mann hob eine lila oder türkise HantelKugel hoch und sagte: “Weißte was mein Chef gestern meinte, ‘Jedes Jahr dasselbe. FitnessAbnehmZeug, zugeschnitten auf das weibliche Klientel, dass jedes Jahr nach den vollen Tagen diszipliniert daran geht, überfällige Pfunde abzutrainieren. – Für eine Woche. Dann stapelt sich das Zeug in irgendeiner Ecke.’ ” IsoMatten, YogaMatten, MeditationsKissen, KugelHanteln, SportBekleidung, Stepper, Steppbrett, FitnessReifen, GymnastikBälle (wir hatten mal drei Stück, weil wir in unserer StudentenZeit jedes Mal zugegriffen haben) FitnessBänder in allen Farben, MassageRolle, Stulpen in trendy Farben …

Sie haben recht, oder nicht? Denn für die Männer gibt’s entsprechendes Material für ihre Kraftfahrzeuge oder zum Renovieren. Denn das neue Jahr, erfordert auch neue Farbe an den Wänden und eine neue BadGarnitur. Da die Steuererklärung ja auch wieder neu ansteht, noch das BüroMaterial. Sicher ist sicher.

Boar.

Inzwischen kann ich darüber nur noch den Kopf schütteln. Es geht nicht anders. Mir fällt dazu nichts anderes mehr ein. Ich ärger mich über meine eigene leichte Durchschaubarkeit und bin so dankbar, dass wir das inzwischen alles – überwiegend – nicht mehr brauchen. Nicht mehr so, wie es uns angeboten wird. Wie wir doch bitte leben sollen. Glück finden sollen. Manchmal schüttelt’s mich dann aber auch am ganzen Körper. Ich denke oft, “Dieses nachhaltige und minimalistische Leben, es ist mehr als ein Trend.” Doch dann kommt wieder die Situation hoch, in der man mich anstarrt und nicht zu verstehen scheint, warum ich es schrecklich finde, mich zwischen 30 verschiedenen FugenMörtelFarbtönen entscheiden zu müssen. Wie soll ich das erklären? Und ich bin tatsächlich verärgert, dass mein FrauSein so sehr an Fitness oder WellnessProdukten festgemacht wird. Gefühlt aktuell auch nur daran.

Jedes Jahr dieselben rituellen KonsumAngebote und entsprechenden Haltungen. Seitdem ich das Blättchen zum Leidwesen des Zeitungsjungen abbestellt habe, kriege ich sowas ja nur noch ganz, ganz selten mal mit. Und seien es die SteakStempel zur GrillSaison – das war für mich der OverWasauchimmer schlechthin vor zwei oder drei Jahren.

Und ehrlich gesagt: In der grünen, nachhaltigen Szene erlebe ich es ähnlich. Vielleicht noch nicht so ritualisiert. Dennoch gibt es inzwischen so viele Messen oder ProduktPaletten, dass ich manchmal befürchte, es geht in dieser Nische doch auch nur um den stylischen Konsum. Oder nicht?

Bin ich gerade einfach zu schwanger und zu sehr auf Krawall gebürstet? Sehe das alles eigentlich doch ein bisschen zu eng? Was macht dieses Angebot mit euch? Schon wieder zig verschiedene SynthetikKarnevalsPerücken. Ist das nicht Verschwendung in ihrer Perfektion?

Wasser und Stromleitungen. BauTagebuch (2)

Das Haus ist über 100 Jahre alt. Beim Kauf war uns nicht ganz klar, ob wir überall noch alte BleiRohre vorfinden würden. Oder fast verstopfte KupferRohre. Nachdem wir durchgerechnet hatten, was es kosten würde, beides komplett, sowohl Wasser- als auch Elektroleitungen, zu unseren Ansprüchen neu zu installieren, entschieden wir uns zum Kauf.

IMG_0790Der Kauf des Hauses und das Wissen um sein Alter, ließ uns natürlich mit einem ganz anderen Blick die PlumpsKlos während unseres SkandinavienAufenthaltes benutzen. Wir führten Gespräche mit den Hosts: Welche Standards galten in Schweden? Gab es einen Brunnen? Wie war das dort mit der WasserQualität? Die einen meinten, das Wasser in Schweden und Norwegen ließe sich überall trinken. Im Waschbecken der ImbissToilette genauso wie im See am CampingPlatz. Wieder andere meinten, dass gerade das Wasser aus Brunnen regelmäßig kotrolliert werden müsse, bevor man selber und die eigenen Kinder es trinken könnten. Was ich in Schweden sehr geschätzt habe, war die Transparenz, mit der Werte des Wassers an Campingplätzen ausgewiesen werden. Wenn mal kein KontrollProtokoll an einer Pinnwand hängt, wird kurz nachgefragt und man erhält Einsicht in die entsprechenden Papiere.

Jedenfalls: Überall, ob öko, alternativ oder konventionell, wird heute Kunststoff verwendet. Mich hat das nachdenklich gemacht und ein wenig unzufrieden.

Zurück in Deutschland hat sich diese Feststellung bestätigt und noch verbreiteter gezeigt. Egal, ob wir uns mit konventionell arbeitenden Fachmännern oder den ökoFreunden unterhielten: Kunststoff. Es gab einen Host, der gemeint hatte, es gäbe auch KunststoffWasserLeitungen, mit einem Alu- (was ja eh nicht in Frage kam) oder Edelstahlkern. Das hat mich hellhörig und neugierig gemacht. Bis unser “WasserMann” meinte, dass lediglich der Kern aus diesem Metall bestünde. Von innen und außen bestünde das Rohr aus Kunststoff.

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, was uns Ende September erwarten würde. Ende September ließen wir unseren “WasserMann” einen Blick auf die Rohre werfen. “Die sind gut.” – “Jipiiieh!!!” – “Wurden irgendwann mal erneuert und bedürfen nicht einer Erneuerung.” – “Jippiiiehjayeah Schweine…” Ok, ich lass ja schon gut sein.
Die Freude war riesig. Denn eigentlich war selbst unser “WasserMann” schon von einer Erneuerung durch KunststoffLeitungen ausgegangen. Um ganz sicherzugehen, dass unser LeitungsSystem auch keimfrei war, rief ich beim Wasserwerk an, die sowohl das Wasser, das hereinkam als auch das Wasser im System kontrolliert haben. Auch hier gab es nach der Untersuchung die Antwort: “Super Leitungswasser.”

Noch viel interessanter war, als ich nachgefragt habe, wie das denn mit den Leitungen sei? Ich hätte eigentlich ungern welche aus Kunststoff und hatte aber auch gehört, dass Kupfer beispielsweise auch nicht als das “AllheilMittel” gesehen würde. Warum? Wieso? Weshalb?

Die Infos, die ich auf diese Fragen erhielt, kamen zunächst zögerlich, da die Experten vom Fach meinten, sie könnten erstens nur aus mikrobiologischer Sicht antworten und hätten zweitens keine Informationen, was genau an KunststoffLeitungen nun wirklich besser sei. Außerdem kam ein Drittens, da diese Fachmänner und -frauen gar keinen Ratschlag geben dürften und sich mit gemachten Äußerungen dbzgl. zu weit aus dem Fenster lehnen könnten.

Auf mein Nachfragen hin, wo ich denn sonst Infos dazu herbekommen würde, spürte ich plötzlich Verständnis und erhielt persönliche Einschätzungen, die ich sehr hoch schätze und für wirklich wichtig erachte.

1. Unsere Leitungen waren die tollsten. Sie waren schon was älter und besaßen innen eine natürlich Patina, die durch die Reaktion des Sauerstoffs mit dem Kupfer über die Zeit entstanden war. Mögliche KupferIonen konnten so nicht weiter durch das Wasser herausgewaschen werden, was bedeutete, dass sie keine Gefahr für den Menschen, z.B. Säuglinge darstellten, deren Nahrung irgendwann mit Leitungswasser zubereitet werden würde. Also: Unsre Alten drin lassen.

2. Kunststoff neigt zu BioFilm. Inzwischen hat man festgestellt, dass je älter KunststoffLeitungen sind, desto mehr neigen sie dazu, dass sich in ihnen ein BioFilm absetzt. Der äußert sich zB. durch kleine schwarze Stückchen im Wasser oder aber auch im Extrem durch schnupfenartige Ausflüsse. Möglich – zumindest bei älteren PlastikRohren und sehr unangenehm. Also: Unsre Alten drin lassen.

3. Ich persönlich: Das Haus war voll mit Plastik. Die Wände waren mit ekligem KunststoffZeug beklebt, genauso die Böden. Überall Styropor und in jeder Ecke des Hauses: Blumen. Wir haben bestimmt 5-6 Säcke PlastikBlumen an die MüllEntsorgung gegeben, weil ich nicht wusste, wie ich sowas upcyclen sollte? Außerdem mag ich Plastik einfach nicht. Und das Wasser, das wir trinken wollen, lass ich aber durch solche Rohre fließen? Alsoooo: Unsere Alten lassen wir drin.

Es gab Argumente, es nochmal zu überdenken. Denn erstens: Waren und sind die Rohre, die von den städtischen Wasserspeichern das Wasser in die Häuser leiten inzwischen auch überwiegend aus Kunststoff. Auf meine Frage beim HeizungsInstallateure nach den Gründen, warum Kunststoff immer mehr erste Wahl sei, hieß es, das Kunststoff einfach schneller und günstiger in der Verarbeitung ist. Man würde ein geringes Risiko bzgl. möglicher Wasserschäden haben. Schließlich könne man die aus Kunststoff auch selber verlegen und bräuchte keinen Fachmann, der einem die Kupferstücke verlötet. Das würde zum einen teurer für uns als Kunden und er habe auch mehr Arbeit. In der Ausbildung zum HeizungsInstallateure würde dieses Verlöten daher auch immer seltener angewandt (obwohl ich mir das gar nicht vorstellen kann).
Toll. Gut, dass er es noch kann.

Denn aus dem: Wir lassen unsere Alten drin, wurde nichts. Die Handwerker der Demontage waren zu schnell und haben das komplette WasserSystem aus der oberen Etage entfernt. …

Das war ein großer Schock. Ich weiß nicht, ob ihr euch vorstellen könnt, wie froh ich über unsere Rohre war. Denn wenn wir uns jetzt die neuen anschaffen mussten, dann würde das teuer und wir würden erstmal eine zeitlang das Wasser nicht trinken können, um auf eine Patina zu warten… Aaaaaah!

IMG_0015Inzwischen sind die BadInstallationen weitestgehend abgeschlossen. Das metallene WasserleitungsSystem steht und ich freu mich auf unsere Patina. Das alles hat uns viele hoch gezogene Augenbrauen eingebracht. Ich befürchte, dass es uns auch zum Gesprächsthema gemacht hat. Aber was soll’s?!? Ich hoffe sehr, dass wir davon profitieren. Allein in meinem Gebrauch des Wasserhahns und dem freien Gefühl mir über das Wasser aus diesen Leitungen keine Gedanken machen zu müssen. Wasser ist so kostbar und wertvoll. Gerade an dieser Stelle war es uns wichtig, dann eben doch das Teurere und Unkomfortablere zu nehmen. Wobei wir gerne im Sinne von Nachhaltigkeit und Weiterverwertung die alten Rohre behalten hätten. Derzeit denken wir noch über einen WasserFilter nach. Im System. Aber ehrlich gesagt: Das liegt aktuell einfach weit außerhalb unseres Geldbeutels. Und da ich erstmal davon ausgehen möchte, dass Leitungswasser das bestüberwachte und -kontrollierte Lebensmittel schlechthin ist… Habt ihr WasserFilter? Wenn ja, was für einen aus der riesigen ProduktPalette und warum?

Zum Strom gibt’s dann beim nächsten mal ein bisschen was.

Wände. BauTagebuch (1)

Nach dem Entrümpeln kam das große EntTapezieren. Möbel, Bücher, Handtaschen… all das Zeug, das für den Flohmarkt zur Seite gelegt wurde, deponierten wir im “großen Klassenzimmer” oder irgendwo unterm Dach.

Jetzt konnte es losgehen. Tapeten wurden von den Wänden gezogen. Erstaunlich einfach, wenn ich das mal sagen darf. Damit hatte keiner gerechnet. Bis dann auf einmal klar war, dass unter der einen Wand ja auch noch eine Art StyroporTapete angebracht war; etwa einen halben Zentimeter dick. Prächtig. Und natürlich in der oberen Ecke leicht mit Schimmel bedeckt. Runter damit.
Aber was war das? Dahinter befand sich ja gar nicht das erhoffte Mauerwerk. Nein, die Wand war mit SpanPlatten verkleidet. Würde uns das in den anderen Zimmern auch erwarten?

Als wir unseren Verputzer fragten, ob er wüsste, was das für Material sei, hieß es nur: “Na, irgendeine gepresste und verklebte Holzplatte zum Dämmen.” – “Und äh, was machen wir damit?” – “Abmachen?” – “Aber wir wissen ja nicht, was uns dahinter erwartet.” – “Ah ja, haste irgendwo ein Stemmeisen oder ne Brechstange?” – …

IMG_1584Ein Schlag und wir wussten was sich hinter dem verklebten Holz befand. TeerPappe. Mhm. Lecker. So hat man das damals also gemacht. Vielleicht vernehmt ihr den leicht sarkastischen Unterton. Diese Tonlage, die vermittelt, dass wir ja heute ach so viel schlauer sind. Deswegen verkleben wir heute unsere KunststoffFenster (als wenn die nicht Kompromiss genug wären) mit PUBauSchaum***. (Mein neues LieblingsWort) oder verarbeiten wo es nur geht irgendwelche Platten, die mit Leimen zusammengehalten werden, die unter Umständen noch ein bisschen Formaldehyd ausdämpfen. Styropor und Konsortien werden weiterentwickelt, neu benannt und sind die DämmBaustoffe schlechthin. Denn jeder packt sein Haus damit ein.

Gestern noch habe ich mich mit einer Freundin unterhalten. Ich meinte, “Ich bin ja gar nicht so öko.” Daraufhin blitzte ein Grinsen auf ihrem Gesicht auf. Ja, ja von wegen – denn so ein bisschen scheine ich das wohl zu sein. Allerdings mache ich keinen Unterschied zwischen Schimmel und giftigen Materialien oder Baustoffen. Ich mag beides nicht in meinen vier Wänden haben, weil die Konsequenzen beide Male erheblich sein können. Warum werde ich dann belächelt? Ich meine nicht, meine Freundin. Ich glaube, sie konnte meinen GedankenGang nachvollziehen. Aber von Handwerkern und dem Rest der Welt? Wer will bitte Schimmelpilz in seinem Zuhause haben? Schnell, günstig, schön. Das scheinen die Kategorien zu sein, in denen gebaut und renoviert wird. Ach was sag ich, in denen gelebt wird. Bei uns hat sich das irgendwie geändert.

Aber zurück zur TeerPappe. Befestigt mit 100ten von Nägeln, riss mein Mann über zwei Nächte das Zeug von der Wand. Es dran zu lassen, irgendwas anderes drüber zu hängen, war keine Alternative. Dann, endlich das Mauerwerk. Und was für eins. Mit Vorsicht widmeten wir uns den anderen Wänden… Zum Glück, war es bislang die einzige derart gedämmte Wand. Jippiieh! Der Rest entblößte bemaltes Mauerwerk. Es handelte sich in der Vergangenheit wohl um die Lehrerwohnung inklusive “Sekretariat”. Ich muss sagen, diese Borte und diese bemalten Wände gefielen mir sehr gut. Mal schauen, wann ich dazu komme in meinem “MädchenZimmer” den ausgesparten Teil der Wand, der nicht baubiologisch verputzt wurde, nachzumalen.

IMG_0622An den anderen Wänden rissen wir außerdem dieses KlebePVCZeug von den Wänden. Ich weiß leider nicht, wie es hieß. Anfangs dachte ich immer, das wären echte Kacheln an den Wänden. Pustekuchen. Dasselbe, was man sich auf den Boden kleben kann und konnte, hat man sich wohl lange Zeit auch an die Wände gemacht. Natürlich absolut atmungs-deaktiv und mit den entsprechenden Konsequenzen an der Wand dahinter. Putz abschlagen können wir inzwischen gut.
IMG_1621In dieser Zeit – irgendwann im Herbst – riss mein Mann mit der Hilfe einiger starkerHände außerdem noch zwei Wände ein, so dass aus fünf MiniRäumen, zwei normal große Räume wurden, aus denen sich ein Bad und eine Küche machen ließen. Noch immer sind wir damit beschäftigt, in diesem alten Haus passend zu machen, was passt. Das scheint irgendwie nochmal anders zu sein als neu zu bauen. (So das Feedback der Handwerker, Freunde, Bekannten und Nachbarn – denn wir hatten bislang gar keine Erfahrung in solchen Dingen.)

IMG_9834Ich organisierte währenddessen den Abriss eines riesigen EfeuWucherGewächs an der AußenFassade, das uns natürlich das Regenrohr abgerissen hat und den Einsatz eines Dachdeckers erforderlich machte. Das neue Rohr sieht toll aus. Aus dem geplanten Renovieren wurde ein Sanieren – das kann man nicht anders sagen.

Jetzt liegen diese Arbeitsschritte schon weit hinter uns und ich kann es manchmal gar nicht glauben, was schon alles passiert ist. Ich staune über die Menge, denn viel häufiger werde ich damit konfrontiert, was noch alles gemacht werden muss. Mit dem Blick auf die Uhr und in den Geldbeutel kehrt dann ab und an auch Frustration ein. Die wird dann aber gleich wieder verscheucht. Denn es hilft ja nichts.
Wir haben uns entschieden und ich persönlich habe mich entschieden, dass ich da nicht nur durch muss, sondern jede Sekunde genießen will. Es ist anstrengend und beschwerlich. Aber ich will es genießen, um nicht irgendwann sagen zu müssen, ach, hätten wir das nicht gemacht. Und ich muss feststellen, es ist so. Ich genieße wirklich jede Minute. Das Einzige worauf ich manchmal verzichte, ist ein bisschen die Zweisamkeit mit dem großen Kerl. Aber auch wir zwei machen und suchen das Beste daraus.

Ich freu mich auf unsere erste SommerGartenParty.

Dann ging es an die Wasser und Stromleitungen… (Fortsetzung folgt)

TerminBummelei

“Das ist jetzt schon wirklich spät. … Zur Zeit melden sich irgendwie alle schwangeren Frauen recht spät an. …” So eben am Telefon.
Entschuldigung, sollten Sie das hier lesen, ich war das eben in der Leitung, die zu spät sich angemeldet hat. Richtig.

Ich habe mir heute Morgen fest vorgenommen, mal überall dort anzurufen, wo ich unbedingt Termine ausmachen oder Dinge absprechen und klären musste. Eigentlich mache ich das schon seit drei Wochen. Einer gefühlten Ewigkeit also. Aber ich habe immer wieder einen Grund gefunden, dass ich keine Zeit hatte, anderes wichtiger war; tatsächlich wichtiger oder eben nicht. Vor allem ärztliche Terminabsprachen sind davon betroffen. Nicht nur der halbjährliche Zahnarzttermin (den nehme ich wider Erwarten sogar sehr ernst), sondern auch die Anmeldung zur Geburt, der noch ausstehende Abstrich wegen der Halsweh, die nächste VorsorgeUntersuchung eines der Kerle.

Termine vereinbaren. Manchmal geht mir das total gut von der Hand. Manchmal rutsche ich jedoch in meine familiäre Sozialisation zurück, die mich zwar nicht gelehrt hat, Dinge auf die lange Bank zu schieben, aber ich sehe das dort an manchen Stellen heute noch ganz häufig. Dass Dinge aufgeschoben werden, weil sie unangenehm oder auf irgendeine Weise lästig sind. Ja, und ich kenne das.

Wirklich gut geht’s mir damit nicht.
1. Ist mir dieses Verhalten irgendwie peinlich. Irgendwie hinterlässt es bei mir den Eindruck von fehlender Organisation und Unsicherheit. Beides mag ich nicht.
2. Geht es mir während des Aufschiebens an sich auch nicht wirklich gut. Schließlich habe ich die Information “Du musst da noch unbedingt anrufen.” fortwährend in einer der hinteren Hirnschubladen verfügbar. Pausenlos. Permanent wie eine defekte StraßenReklame aufleuchtend.
Ich weiß, dass es eigentlich dumm ist und ich mir damit selber “ins Bein schneide”. Denn meistens – so die Erfahrung – geht es mir besser, diese Telefonate hinter mich gebracht zu haben, als noch weitere ein bis zwei Wochen damit – unvollendet – herumgelaufen zu sein.

Warum ist das eigentlich so?

Zum einen glaube ich tatsächlich, dass die eigene Sozialisation und die damit zusammenhängenden Erfahrungen hierbei von großer Bedeutung sind. Gerade hierbei stelle ich sogar fest, dass ich viele Menschen kenne, bei denen dieses Verhalten genauso (und noch stärker) ausgeprägt ist, als bei mir. Unangenehmes wird schon mal zur Seite geschoben. Ob für kurz oder für lang. Vielleicht ja sogar immer mit der Hoffnung, es klärt sich von selbst. Dieser Gedanke ist mir eigentlich von Grund auf zuwider. Ich kann solche Dinge in z.B. zwischenmenschlichen Bereichen nur sehr schlecht aushalten und abwarten. Aber so Terminvereinbarungen beim Arzt… Das geht dummerweise erstaunlich gut.

Zum anderen stellt sich diese Bummelei bei mir ein, wenn ich einfach keine Kraft und Energie habe. Heute beispielsweise ging es um die Geburtsanmeldung im Krankenhaus. Lange wusste ich nicht, wo ich denn überhaupt entbinden möchte. Als ich das dann klar hatte – und das hat echt lange gedauert – war klar, “ach, ich muss das ja erst zur 36.SSW machen.” Die Dame am Telefon sprach heute von der 34.SSW. Nun gut. Jetzt bin ich halt noch was später dran gewesen. Als ich die Info mitgeteilt bekam, im Vorfeld, dass ich mir vermutlich auch gleichzeitig einen PDA/Anästhesie-Termin holen müsste, weil das dort so gehandhabt würde, war die erste Reaktion, “Och, ich glaub, ich vergess die Anmeldung einfach.”

Denn wisst ihr – zu meiner Entschuldigung – ich muss mit meiner Energie gerade sehr, sehr gut haushalten. Ich muss abwegen, wo ich Prioritäten setze, auch wenn meinem Umfeld, das manchmal nicht wirklich zugute kommt. Ich bin schwanger. Mir steht eine Geburt bevor, von der ich nicht weiß, wie es werden wird. Den Alltag meiner Familie am Laufen zu halten, für schöne Momente zu sorgen, an die sie sich später gerne zurückerinnern und gleichzeitig das Nötige, wie die anstehende ErgoTherapie einzuleiten, hat manchmal einfach Vorrang. Und dann ist da noch die Baustelle. Und die Sehnsucht und der Wunsch, schon jetzt, auch in der aktuellen Situation jede Minute zu genießen. Auf diese Dinge habe ich die letzten zwei Wochen mein Augenmerk gelegt. Nicht umsonst – wie ich finde.

Die Tatsache keine PDA zu wollen und mir trotzdem anhören zu müssen, was für wunderbare Vorteile das haben soll, stresst mich total. Denn: Ja, ich habe Respekt vor den Schmerzen, die bei der Geburt dann wieder auf mich zukommen werden. Aber mindestens genauso große Angst habe ich vor Komplikationen, zB. durch eine PDA initiiert. Wenn eine PDA sich ausschließen lässt, will ich sie definitiv nicht haben. Am Telefon dann diskutieren und meinen Standpunkt vertreten zu müssen, das kann ich gerade eigentlich nicht gebrauchen. “Wissen Sie, heute muss man diese Schmerzen nicht mehr haben. Das ist eine zeitliche Entwicklung…” – Aha. Mich dann im VierAugenGespräch dahin zu setzen und zuhören zu müssen, was man beim Einsatz einer PDA alles wissen muss, puh!.

Ich habe eben daher alle Joker gezogen, die ich hatte. Ich möchte keine PDA. Infragestellen, warum das Vorgespräch hier erforderlich ist und in anderen Kliniken nicht? Ich habe schon zwei Kinder bekommen. Beide ohne Einsatz irgendwelcher medizinischer/technischer Hilfsmittel. Ich will keine PDA. Kann ich diesen Wunsch nicht einfach so äußern? Bei der Vorstellung? Schriftlich festgehalten?

Aus irgendeinem Grund war das wohl überzeugend. Und ich hoffe und bete, dass es jetzt dabei bleibt. Denn wie gesagt, ich hab da gerade einfache nur begrenzte Ressourcen, meine Wünsche und Entscheidungen zu rechtfertigen.

Die Telefonate wurden daher heute Morgen geführt, Termine vereinbart und tatatdaha: Es geht mir leichter. (Trotz des RiesenSeekuhBauchs.) Ich habe diese Punkte aus meinem Kopf gestrichen und dafür in den Kalender eingetragen. Mein Hirn bietet daher wieder mehr Raum für anderes und das brauche ich gerade. Auch Entscheidungen bzgl. einer BabyShower oder woher wir ein neues Bett für den zweiten großen Kerl kriegen, haben sich geklärt. Jetzt bin ich bereit für neu anstehende Fragen und AlltagsAugenblicke.

Wie schaut’s bei euch aus? Gibt es Bereich des Lebens, in denen ihr euch schwer tut? Was für LösungsStrategien habt ihr, um diese Dinge zu bewältigen? Womit fahrt ihr gut? Was bringt weiter und was ist eher kontraproduktiv?

LeserInnenUmfrage in kurz

Ich habe gerade einen BlogArtikel verfasst, der Teil eines kleinen BauTagebuches sein soll. Beim Schreiben habe ich mich gefragt, ob euch das überhaupt interessiert? Ob es nicht ganz andere Themen oder Dinge gibt, über die ihr nachdenkt, die euch immer mal wieder beschäftigen. Sei es im Rahmen von Erziehung, Weltgeschehen, Nachhaltigkeit, MamaSein, Minimalismus, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, LeseStoff, Schwangerschaft, SpielIdeen, Achtsamkeit, PsychoHygiene oder UpcyclingIdeen.

Irgendwie denke ich über all diese Dinge nach. Immer wieder. Unser ProjektAlteSchule ist natürlich aktuell ein großer Teil unseres Alltags. Daher bietet sich es hier für mich an, ganz konkret PsychoHygiene zu betreiben, wenn wir mal wieder mit einer neuen Überraschung konfrontiert sind oder zu entscheiden haben, ob Holz oder Fliesen oder was auch immer.

Daher mal ein MiniFragebogen an all meine Leser. Und fühlt euch willkommen, was das Beantworten angeht. Ich versuch es mal knapp zu formulieren, damit sich möglichst viele angesprochen fühlen, zu antworten. Selbstverständlich freue ich mich auch über längere Antworten.

1. Wann kommst du idR vorbeigesurft? Morgens, wenn die Kids versorgt sind? Mittags in der BüroPause? Abends im Bus? Auf dem Heimweg? Spätabends, wenn sich der Tag dem Ende neigt?

2. Was führt dich hierher? google? MamaBlog? ReiseThema? MinimalismusIdeen?

3. Was gefällt dir gut?

4. Was fehlt dir?

5. Was liest du hier gern und/oder würdest es gerne noch häufiger lesen? Diskussion oder Tagebuch?  LeseStoffEmpfehlung oder DiYIdee?

6. Wo siehst du VeränderungsBedarf und Möglichkeiten? (Layout, Themen, …)

7. Was würdest du dir thematisch mal als Beitrag wünschen? Zu welcher Frage, welchem Gedanken?

Eure Meinung ist gefragt. Ich freu mich aufs Lesen und Drübernachdenken! Danke für eure Zeit und euer Kommentieren!!

9 Minuten die Sache auf…

… den Punkt zu bringen. Vielleicht könnt ihr euch an den Beitrag vor über einem Jahr erinnern. Er liegt schon etwas länger zurück, aber gefühlt und gedacht habe ich damals wie heute ähnlich. Mir gehen abertausend Dinge durch den Kopf und ich komme einfach nicht dazu, sie schriftlich festzuhalten. Weder in meinem Tagebuch, das ich sowieso schon seit Monaten total vernachlässigt habe, noch in diesem Blog. Dabei passiert gerade so unglaublich viel.

Ich denke so unglaublich viel. In meinem Kopf herrscht manchmal der absolute overload! Ich weiß gar nicht, wie ich die Sachen sortieren soll. Dabei sind wir inzwischen doch Weltmeister im Sortieren, Reduzieren, Entrümpeln und Ausmisten.

Ich komme gerade von der Baustelle. Die Verputzer sind da und zaubern in unserem Bad einen wunderbaren Lehmputz an die Wand. Und das, obwohl es die ein oder andere Sache gibt, die wir noch an Vorarbeit leisten müssten, damit das ganze Zimmer mal abgehakt werden kann. Aber wann? Gestern war er bis spät in der Nacht drüben. Am Wochenende waren wir viel auf der Baustelle, haben unsere Küche in spe klargemacht – also besorgt. Es ist wie es ist. Wir gehen kleine Schritte. Am Wochenende wird hoffentlich gestrichen und das ein oder andere Detail, das so wichtig ist für größere Weiterarbeiten, vorangetrieben.

Übrigens: Ich habe noch 4 Minuten.

Gestern war ich dann bei einer Freundin. Wir mussten reden. Einfach reden. Wir setzten uns eine halbe Stunde. Dann war eine Stunde rum. Aber es war gut. ich würde es nicht anders machen. Nur mein ZeitPlan für gestern… ? Den gab es dann nicht mehr.

Noch 2 Minuten.

Mein Buch ist veröffentlicht. Ich müsste jetzt mal noch ein paar Dinge klären. Und dann die Sache mit der Werbung.

Und zwischendrin, zwischendrin immer wieder Nachrichten aus Frankreich. Aus der Welt. Wie soll ich das bloß ordnen? Und dann…

… dann tritt mich das Bebi von innen in die Rippen. “Ich bin auch noch da. Wann kann ich raus? Bist du bereit? …

… Mama, bist du bereit?”

Werbung

Aktuell befasse ich mich mit dem Gedanken auf meinem Blog Werbung zu schalten. Schon häufiger habe ich auf diversen Blogs gesehen, dass die Leserschaft zunächst gefragt wurde, was sie denn davon halte. Und tatsächlich, das frage ich mich auch. Die Befürchtung sich StammLeser zu vergraulen existiert unterschwellig. Ein wenig. Denn ich mag nicht, dass der Eindruck entsteht: Irgendwann muss sich ja jeder dem wirtschaftlichen Druck oder Trend einer Sache unterwerfen. Oder: Jetzt werden wir auch hier zu bloßen Kunden, die berieselt werden, mit was auch immer. Nein, so nicht. Das sind nicht meine Motive hinter einer angedachten Integration von Werbeflächen.

In den vergangenen Wochen bin ich überschüttet worden mit Anfragen von Unternehmen, Agenturen und MarketingInteressierten, die alle irgendwie einen BackLink haben wollten. Mal gegen finanziellen Ausgleich, mal als Tauschangebote, die mir fragwürdig erschienen. Irgendwann kam ich mir wirklich (regelrecht) ausgenutzt vor. Ging es scheinbar nur darum meinen mir so wichtigen Blog zu etwas Kommerziellem zu machen und als Schaltfläche für mehr Klicks zu nutzen. Das kann man SEOtechnisch vermutlich noch ein bisschen besser ausdrücken. Aber an der in mir dadurch entstandenen Abneigung gegen solche Angebote änderte das nichts. Sie wuchs. Als dann nicht als solche ausgewiesene BackLinks – und zwar Posts ohne den Hinweis “honorierter Post” – gewünscht wurden, war mein innerliches Maß voll. Ich machte/mach mir jetzt intensiver Gedanken über Werbung und wollte/will es einfach anders haben und machen.

Warum und wieso dann also doch? Nun ja. Mein oberster Wunsch ist es eigentlich drei, vier Unternehmen oder Organisationen die Möglichkeit zu bieten sich über meinen Blog meinen BlogLesern vorzustellen. Einen Ort, an dem BlogLeser auf die jeweiligen Seiten  über die hinter einer Idee oder Sache stehenden Menschen, zu informieren, neue oder alternative Unternehmen und Agenturen zu entdecken und sich ein Bild zu machen. Mir schweben da gerade auch nur fünf Unternehmen vor. Und bei keinem weiß ich aktuell, ob und wie es bei ihnen ankommt, wenn ich ihnen dieses Werbeangebot unterbreite.

Es sind deshalb nicht so viele Unternehmen, weil ich ganz bestimmte Erwartungen an diese vielleicht zukünftigen Sponsoren oder Kooperationspartner habe. Sie müssen mich überzeugen und damit meine nachhaltigen, ökologischen, ehrlichen, fairen und sozialen Ansprüche erfüllen. Nur eine oder vielleicht zwei dieser Anspruchskategorien zu bedienen, würde mir nicht ausreichen. (Oje, hoffentlich vergraule ich mir mit dieser Aussage nicht die potentiellen in Frage Kommenden. Aber es ist, wie es ist.) Ich wünsche mir, dass meine Leser mit dieser Art von Werbemöglichkeiten einen Mehrwert erhalten.

Durch diese sehr streng gehaltene Werbung erhoffe ich mir eine Option etwas langfristiger auf mir sinnvoll erscheinende Ideen und Entdeckungen hinweisen zu können als durch einen einzelnen BlogArtikel, der dann zwar auch über meine SocialMediaKanäle geht. Doch eine lange Halbwertszeit besitzt diese Art von “Werbung” nicht.

Natürlich hätte mamadenkt.de auch etwas davon. Denn vielleicht käme es zu einer anteiligen Aufwandsentschädigung (so schlimm sich das anhören mag), für die Zeit, das Gedankengut, das ich hier einfließen lasse, und das in diesen Blog investierte Geld. Bislang läuft dieser Blog völlig unabhängig davon. Ja, es gibt ab und an ein geniales Produkt, das ich euch unbedingt vorstellen mag und dafür auch zugestellt bekomme. Aber wirklich ein bisschen Geld verdient habe ich nur durch zwei Artikel, die ich auch als honorierte Posts ausgewiesen habe.

Außerdem würden nur solche Unternehmen in der WidgetLeiste vorkommen, mit denen sich mein Blog und ich gerne identifizieren. Aber das ergibt sich auch schon aus meinen obigen Schilderungen.

Daher der Plan: Vielleicht ein neues theme mit der Möglichkeit in einer SideBar Werbeflächen für Sponsoren, Spender und Partner anzubieten, die lediglich ein entsprechendes Logo enthalten und durch einen Klick auf die entsprechenden Seiten befördern. Für welche Dauer eine solche Werbefläche in Anspruch genommen werden kann, weiß ich noch nicht. So konkret beginne ich erst jetzt darüber nachzudenken. Ob für einen Monat, viertel-, halb- oder ganzjährig, das bleibt abzuwarten.

So. Und jetzt ihr – in alter Manier. Was haltet ihr davon? Ist das in Ordnung für euch? Findet ihr es vielleicht sogar gut? Oder hegt ihr eine so große Abneigung gegen Werbung insgesamt, so dass ihr nicht mehr vorbeischauen würdet? Ich freu mich auf eure ehrlichen Einschätzungen und Kommentare.

Jahresmotto 2015

Ein Ausblick ohne Rückblick ist nur die halbe Miete. Allerdings merke ich, dass 2014 so unglaublich viele Dinge passiert sind, dass ich sie nicht einmal annähernd zusammenkriegen würde. Daher nur ein kurzes

“Was bisher geschah” 
* Beschluss des JahresMottos “Wie es vor die Füße fällt”
* DatenschutzSessions
* Entscheidung für vier Monate Elternzeit und ein SkandinavienAbenteuer als ganze Familie
* Buch zuende geschrieben “Wenn etwas fehlt”
* Suche nach einer neuen Wohnung
* Karneval als ReIntegration in dörfliche Strukturen
* Besichtigung eines Hauses, das bis dato immer nur das TraumHaus des Ortes für uns gewesen ist
* Entscheidung für den Kauf eines Hauses
* Vorbereitungen eines Umzuges
* Feststellung: “Wir fahren zu fünft – nicht zu viert” – Schwangerschaft
* drei Monate WWOOFen
* ein Monat Elternzeit mit Warten aufs BundesverteidigungsMinisterium
* Buch korrigieren lassen
* Haus entrümpeln, renovieren. Ach: Halt! Sanieren…
* ReEingewöhnung ins BRD Leben
* Vorbereitung auf Schulkindergarten, Grundschule und das Leben darin
* DinoParty, St Martin, Nikolaus und ihr wisst schon … Baby da. (Letzteres steht zum Glück noch aus)
* Buch als eBook veröffentlicht (Erwerbt es gerne über epubli. Dann haben wir am meisten davon.)
* Weihnachten durchgehalten
* wunderschön mit Freunden und Kindern ins neue Jahr gestartet.

So. Und jetzt sind wir da und ich stelle fest: Das Motto von letztem Jahr – Wie es vor die Füße fällt - war richtig gut. Es hat uns und mir sehr gut getan und es fällt mir wirklich schwer nach einem neuen Motto zu suchen. Wieso nicht das alte fürs Neue übernehmen?

Ich glaube, ich habe dieses Motto als gesunde Haltung erfahren. Eine Einstellung zu Lebensstil und Alltag, die ich mir grundsätzlich erhalten möchte. Es war gut und gesund, erfüllt und herausfordernd sich auf das einzulassen, was einem vor die Füße gelegt wird. Genauso oder zumindest ähnlich werden wir es dieses Jahr halten.

Fortsetzung
In meinen fortführenden Überlegungen zum diesjährigen Motto kamen zwei zusätzliche Dinge: die Sehnsucht “Heimat finden” und der tiefe Wunsch nach “Familie sein” immer wieder vor. Der Versuch die damit verbundenen Gedanken und Gefühlsregungen irgendwie anders zu fassen, ist mir nicht gelungen. Irgendwie gehört für mich auch beides zusammen. Dort, wo meine Familie ist, da ist meine Heimat. Und meine Heimat kann ich letztendlich sehr gut an dem Ort “einrichten”, an dem sich meine Lieben befinden. Egal ob in Skandinavien oder im deutschen Hinterland. Der Einfachheithalber nenne ich daher mein Motto: Heimat sein. Heimat finden

Es umfasst viele unterschiedliche Bereiche.
Heimat als Familie. Heimat in neuen alten Wänden. Heimat, die sich durch mehr noch als eine schlichte Ortsangabe festlegen lässt. Heimat in den Herzen anderer Menschen – vor allem derjenigen, die einen umgeben und mir etwas bedeuten. Heimat, die eingerichtet werden mag. Heimat als ein Ort, zu dem man einlädt. Heimat im Hinterland. Heimat für einen weiteren Winzling. Heimat hier auf der Erde. Heimat in dem, was kommt. Heimat im Küchengarten. Heimat bei Freunden. Und ganz schnell wird aus dem eigenen Heimat finden, ein Heimat sein, zu dem ich noch viel mehr Lust und Freude habe. Heimat sein für Freunde, Mitmenschen, Nachbarn… Und die Frage, wie kann ich diese Heimat aktiv mitgestalten? Durch besondere Einladungen zum Abendbrot? Oder das gemeinsame Arbeiten im Garten? Oder das Anlegen eines Gewächshauses? Durch Musik machen oder das Erlernen eines kleinen Handwerks? Durch die gemeinsame KaffeetrinkenZeit mit den Kindern? Das Besuchen von FußballSpielen? Sich Zeit füreinander nehmen. Heimat sein.

Vielleicht gelingt es mir dann auch wieder mehr negative Gedanken loszuwerden. Mich von Menschen zu distanzieren, die meine Entscheidungen und GestaltungsIdeen von Alltag und Leben absolut anders sehen und völlig unterschiedlich beurteilen. Die mir das Gefühl geben, falsche LebensGestaltung zu betreiben. Oder im besten Fall nur gerade so “mithalten” zu können – in Bereichen, die mir wichtig sind (Verantwortungsbewusstsein, MamaSein, berufliche Selbstverwirklichung, Konsequenz…). Der ein oder die andere mag schon bemerkt haben, das mich diese Thematik immer mal wieder beschäftigt. Mir war das erst gar nicht bewusst. Erst durch eine meiner BlogLeserinnen wurde mir klar, dass es mir doch ein wenig was auszumachen scheint, scheinbar so anders zu entscheiden. Nicht mehr so ganz so richtig dazuzugehören. Ich hoffe einfach, dass mir mein Motto dieses Jahr auch dabei ein wenig behilflich sein wird: Meine Heimat zu finden und darin auch mehr verwurzelt zu sein. Nicht nur nach außen. Auch nach innen – was für mich innere Gelassenheit und Ausgeglichenheit bedeutet. Fernab von diesen negativen Stimmungslagen und den Reaktionen meiner Umwelt.

Konkrete Ideen – So Gott will:
* Haus einzugsbereit renovieren
* ein Kind zur Welt bekommen
* MamaDenkt einen Ort im Netz geben, der passt. (Vllt mit Werbung, neuem Äußeren…)
* Freundschaften vor Ort pflegen
* Freunde, Besuch, Familie, Nachbarschaft gerne einladen
* Sport in heimischen Gefilden
* Schulwesen zum Teil unseres Lebens machen
* mit Kreativität entspannen (Das gelang die letzten zwei Wochen so gut.)
* mit dem Mann ein Buch schreiben
* mich wieder mehr wohl in mir fühlen
* FamilienAlltag im Rahmen von Nachhaltigkeit und Übersichtlichkeit leben
* ach so, ein Meerschweinchen mit dem Namen Mr. Pringles über Ostern Kost und Logis anbieten
* …

Meine Gedanken zum diesjährigen Motto. Hast du auch eins? Oder dir Gedanken drüber gemacht? Wie heißt es? Oder wie würdest du es nennen wollen? Vielleicht ergibt sich auch aus deinen guten Vorsätzen ein Motto? 

BlogPause bis Januar

Und auch ich entschwinde hiermit in die reduzierte BlogPause. Die nächsten Tage wird Schlaf nachgeholt, gegessen, Familie und Freunde besucht, ein Weihnachtsbaum nach dem anderen bewundert und KeksRest schnabuliert. Leuchtende Kinderaugen werden beim Bewundern der vielen Lichter  beobachtet, die WeihnachtsGeschichte mit diesem winzigen Baby – in durchaus auch mal nassen Windeln – gehört und Zurückliegendes verabschiedet, um Raum für das Neue zu schaffen.

Ich glaube, wir Menschen brauchen das. Gerade Letzteres. Ich wünsch euch die Zeit dazu und freu mich auf die vor uns liegenden AlltagsAbenteuer und Entdeckungen im kommenden Jahr. Aber jetzt, wird erst mal dankbar gefeiert und Abschied genommen. Zumindest hier bei uns.

Wunderbare WeihnachtsMomente euch lieben Lesern! Danke für euer Mitlesen und Kommentieren, InFrageStellen und Loben. Das Bloggen mit euch macht unglaublich viel Spaß! Wir sehen uns…

Weihnachten2014

 

Rosinenbömbchen

rb_logo_rgb_blackIhr habt richtig gelesen. Nicht RosinenBomber, sondern Rosinenbömbchen. Letztes Jahr in der kalten Jahreszeit ist mir diese Organisation mit Sitz in Berlin erstmals aufgefallen. Letztes Jahr habe ich versucht die Idee auch in meinem Umfeld umzusetzen, musste jedoch feststellen, dass diese Problematik auf dem Land und in der Stadt unterschiedlich aussieht. Was nicht bedeutet, dass sie weniger schlimm ist. Dieses Jahr hatte ich Gelegenheit mal einen der Gründer vom Rosinenbömbchen drei der Fragen zu stellen, die mir die letzten beiden Weihnachten durch den Kopf gegangen sind, wenn ich wieder aufs Rosinenbömbchen aufmerksam wurde.

Tobias hat sich die Zeit genommen und mir ein bisschen was zum Hintergrund der Aktion und Organisation gesteckt.

Der BlogPost hier ist nur ein Vorgeschmack… Solltet ihr weitere Fragen haben oder den Machern einfach mal sagen wollen, wie ihr das findet, dann hinterlasst doch einen Eintrag auf deren fbFanpage oder sucht den Kontakt über ihre InternetPräsenz.

Seit wann gibt es diese Idee des Rosinenbömbchens, wie ist sie entstanden und woher der Name? 

Seit Jahren halte ich Seminare für Jugendliche über ganzheitliches Christsein. Bei den Vorbereitungen bin ich in dem Buch “Do hard things” über diese Idee gestolpert. Zwei Teeniemädels aus den USA haben an einem simulierten Flüchtlingscamp teilgenommen und erlebt, was es bedeutet, von anderen abhängig zu sein und nicht zu wissen, wie man den nächsten Tag überlebt. Dadurch inspiriert haben sie überlegt, was sie für Menschen in ihrer Stadt tun könnten, denen es so ähnlich geht und so kamen sie auf die Idee, der Tüten für Obdachlose. Sie nannten diese Idee „H2O“, also „Hope 2 Others“.
In meinen Seminaren waren immer alle von dieser Idee begeistert, allerdings hat sie meines Wissens nie jemand in die Tat umgesetzt. Als ich dann nach Berlin gezogen bin und ständig mit dieser Problematik konfrontiert wurde, dachte ich, es wäre Zeit, nicht mehr nur zu reden, sondern Taten folgen zu lassen. Also habe ich den Jugendlichen meiner Gemeinde (Christus-Treff Berlin) davon erzählt und dann haben wir begeistert angefangen diese Tüten zu kreieren (natürlich mit dem fröhlichen Einverständnis der Mädels aus den USA). Der Name fiel meiner Frau ein und ist eine Anlehnung an die Rosinenbomber, die die Berliner Bevölkerung während der Berlinsperre durch eine Luftbrücke versorgt und dabei immer wieder kleine Süßigkeitenfallschirme abwarfen. Da jedes Berliner Schulkind über die Rosinenbomber Bescheid weiß, stießen auch die Rosinenbömbchen sofort auf ein positives Echo und kommen sehr gut an.

Haltet ihr euer Projekt ganzjährig am Laufen oder bemerkt ihr ein verstärktes Interesse in der kälteren Jahreszeit?

Im ersten Jahr haben wir versucht die Bömbchen das ganze Jahr über zu verkaufen und zu verteilen, aber schnell wurde deutlich, dass das keinen Sinn macht. Im Sommer ist die Not nicht so offensichtlich und es wird kein Bedarf empfunden. Deshalb starten wir jetzt immer im November und enden im März.

Was sind konkrete Erlebnisse, die ihr mit euren Rosinenbömbchen schon gemacht habt?

Das Schönste sind eigentlich die Reaktionen der Empfänger! Wenn Menschen, die während eines Tages unglaublich häufig Ablehnung erfahren plötzlich, manchmal ohne gefragt zu haben, beschenkt werden. Allein die Geste ist schon so viel wert. Wenn sie dann noch den Inhalt entdecken ist die Freude dann oft groß. Zu erleben, dass die Spannung so positiv aufgelöst werden kann, die entsteht, wenn man um einen Euro gebeten wird, ist erleichternd, befriedigend und macht einfach glücklich. Denn ohne Rosinenbömbchen in der Tasche entstehen doch jedes Mal dieselben Fragen: Gebe ich Geld? Wenn ja, was macht die Person damit? Kauft sie sich Alkohol oder andere Drogen? Habe ich Zeit ihr weiterzuhelfen, als nur Geld zu geben? Usw. Und ehe man sich versieht, ist die Situation auch schon vorüber und die Person weg… zurück bleiben zwei Personen, die sich komisch fühlen.

Inzwischen habe ich fast immer auch ein Rosinenbömbchen bei mir im Auto und da meine Jugendlichen schon sehr sensibilisiert sind, entdecken sie immer wieder auch Personen, die in einem Bankschalter oder sonst wo auf der Straße schlafen. So bald sie jemanden sehen, muss ich sofort rechts ran, Warnblinkanlage an und mein Bömbchen rausrücken, das dann oft als Überraschung still und heimlich neben die schlafende Person platziert wird. Wir erleben bei dieser Art der Weitergabe zwar keine Reaktionen, aber das heimliche Schenken, macht unheimlich viel Freude!

Vielen Dank, Tobias, für deine Zeit meine Fragen zu beantworten! Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg mit euren Rosinenbömbchen und hoffe, dass euer Schenken zur Inspiration von noch mehr Menschen wird. Eine gesegnete Weihnachtszeit euch!