Das Leben wird einfacher sein. Elvira Knopfs Kolumne.

Mein Name ist Knopf. Elvira Knopf. Ich wohne in der Schubertstraße 43. Ein gelbes Mehrfamilienhaus. Meine Wohnungstür befindet sich gegenüber von Herrn Lehmann, dem alten miesepetrigen Kauz, dessen übelriechenden Schuhe immer das gesamte Treppenhaus einen SchweizerkäseGestank verleihen. Über mir wohnt der freundliche junge Mann. Er ist bestimmt Student und lernt irgendwas weltveränderndes. Politologie oder sowas. Ein ganz sympathischer und höflicher Student, der einem die Tür aufhält und auch für Herrn Lehmann ein Lächeln bereit hält. Wenn mir das schon nicht gelingen mag, dann ist ihm sein guter Wille hoch anzurechnen. Unter mir wohnt diese alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Manchmal scheint sie auch eine PatchworkMutter zu sein. Abhängig davon, mit welchem jungen Vater sie sich gerade leiert sieht. Der letzte schien noch gar kein Vater zu sein, daher hielt die Bekanntschaft wohlmöglich auch nicht lange. Ein sabberndes, Breispuckendes 13Monate altes Kind ist eben nicht jeder Manns Sache.

Außerdem wohnt da noch die türkische Familie von Murat. Den Nachnamen kenne ich leider nicht. Ich gestehe, ich kann ihn nicht aussprechen. Frau Meyer wohnt ganz unten, um nicht zu viele Treppen steigen zu müssen. Ich glaube, ihr Enkel hat bei der Wohnungsbaugesellschaft noch irgendwelche Gefälligkeiten offen. Wenn irgendwelche Renovierungsarbeiten am Haus anstehen, werden die zunächst im Erdgeschoss vorgenommen. Bisweilen wurde die ein oder andere Maßnahme auch in der 1.Etage vollzogen. Doch bis auf meine Wohnetage gelangte noch keine. Eine Frechheit ist das. Also wohne ich noch immer mit einem Bad aus den 80er Jahren. Aber ich bin ja genügsam. Sowas stört mich nicht und bringt mich nicht so schnell aus der Ruhe.

Ich bin eine freundliche Mitmieterin. Außer den Herrn Lehmann und das türkische Familienoberhaupt, grüße ich fast jeden. Fast immer. Ab und an muss ich der alleinerziehenden Mutter unter mir mal sagen, wie wir das früher gemacht haben. Mit dem Erziehen. Und dem Müll rausbringen. Und dem Putzen des Treppenhauses. Aber das mache ich ja gerne. Ich bin eine sympathische und durchaus integre Nachbarin in unserem Wohnhaus. Sie können alle froh sein, dass sie mich haben. Besonders die Mami unter mir. Vier Kinder habe ich großgezogen. Nachdem mein Mann mich verlassen hat, habe ich das Leben bei den Hörnern gepackt. Sie kann durchaus von meinen Erfahrungen profitieren, denn ich teile sie gerne. Sie trägt ihr Kleines immer auf ihrem Rücken, während sie den Großen im Kinderwagen vor sich herschiebt. Das ist doch eine total falsche Herangehensweise. Der Große kann schließlich laufen. Der Große soll laufen und ihr Kleines packt sie dann in den Kinderwagen. Mal abgesehen davon, dass man das Kleine dann auch viel besser sehen kann, umgeht sie die Rückenprobleme im Alter. Sowas kann doch auf Dauer nicht gut sein. Und verzogen werden die Kinder dann auch. Ich habe ihr schon oft gesagt, dass sie das mit dem Tragen sein lassen soll. Aber sie lächelt mich immer nur an. Diese jungen Eltern sind einfach nicht mehr offen für die Ratschläge unserer Generation. Aber wer nicht hören mag, muss fühlen. Ich werde weiterhin die Augenbrauen hochziehen und ihr einen missbilligenden aber mitleidvollen Blick schenken, wenn ich sie aus der Haustür kommen sehe. Vielleicht wird sie sich doch noch irgendwann eines Besseren belehren lassen.

Denn so alt ist Elvira Knopf nun auch noch nicht, als dass man meine Ratschläge nicht bedenken sollte. Mit meinen 53 Jahren stehe ich mit beiden Beinen im Leben. Ich kann nur hoffen, dass sich meine Kinder etwas aus meinen Ratschlägen machen. Das Leben wird um einiges einfacher für sie sein.

ÜberMama. HelikopterMutter. EislaufMutti.

Ich weiß nicht genau, welche Beschreibung mich am ehesten trifft. Ich weiß nicht, ob ich was davon bin. Ich weiß nicht, was mich daran am meisten verletzt. Aber man hat mich als solche bezeichnet. Indirekt. Noch nicht mal direkt ins Gesicht. Einfach nur in den Raum hinein. Gesprochen. Behauptet. Sich entrüstet. Abgegrenzt durch ein Wort und eine Entscheidung. Eine Entscheidung, die ich für mich traf. Von der ich nicht zu überzeugen versucht habe. Von der ich noch nicht einmal erzählt habe.

ÜberMama. Sein möchte ich das nicht. Denn ja, diese Titel für uns weibliche Erzeuger kleiner menschlicher Wesen, sind durch und durch mit negativen Konnotationen belegt. Wer will das schon sein?!?
Keine.
Auch die väterlichen Pendants mit Sicherheit nicht.
Dennoch verletzen sich Mütter gegenseitig damit.

Ich lag in meinem Bett als die Freundin der BettNachbarin diese Wortwahl traf. Ob sie ahnte, dass ich stille? Zumindest befand sich auf meinem Nachttisch keinerlei Zubehör in dieser Richtung. Keine TrinkJoghurtähnlichen Plastikfläschchen, denen ein Sauger aufgesetzt wurde. Keine Maschine zum Erwärmen der BabyMilchNahrung. Außer meinem Buch, dem GreenpeaceMagazin, einer Kanne Tee und vielen Keksen, war da nichts. Noch angestrengt von der Geburt lag ich da und döste vor mich hin, als plötzlich der Begriff stillen, BabyNahrung und ÜberMama fiel. Ach wäre ich doch nicht hellhörig geworden…

Ich bin wohl eine ÜberMama. Hallo Welt! Bislang kam ich ehrlich gesagt gar nicht auf die Idee, eines meiner Kinder nicht zu stillen. Selbst bei einer fetten Brustentzündung beim zweiten Kerl, die diesen Blog nach sich zog und mir ein Fieber bescherte, unter dem ich mich mehr tot als lebendig fühlte, war Abstillen erstmal keine Option.

An dieser Stelle könnte jetzt ein Plädoyer fürs Stillen folgen. Aber vielleicht würde ich damit nur noch viel mehr unterstreichen eine ÜberMama zu sein? Nope. Mach ich nicht. Will ich nicht. Denn: Nein, ich bin keine ÜberMama. Wie kann ich eine ÜberMama sein, wenn ich mich erst Tage nach der Geburt ordentlich dusche? Wie kann ich eine ÜberMama sein, in deren Wohnung das Chaos herrscht, weil Abwasch und Ordnung nach dem Dazukommen eines weiteren FamilienMitgliedes eben nicht an erster Stelle stehen? Wie kann ich eine ÜberMama sein, wenn ich mich noch immer in meinen vier Wänden verstecke, weil mir der Kontakt zu anderen Menschen – meine Kerle mal ausgenommen – einfach noch zu viel ist? Wie kann ich eine ÜberMama sein, wenn ich Momente erlebe, in denen ich ganz, ganz nah am Wasser gebaut habe und allein das störrische Aufmucken eines Dreikäsehochs Tränenbäche meinerseits fließen lassen? Wie kann ich eine ÜberMama sein, wenn ich hin und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach Besuch und dem Verkriechen im Schneckenhaus, das Leben einfach über mich dahin preschen lasse? Ich kann jetzt nicht backen, Besuch verköstigen, Wäsche machen oder Staub saugen.

Was ich kann? Lieben. Dieses kleine Wesen anstarren. An ihm riechen. Immer und immer wieder. Stundenlang. In den Arm nehmen. Streicheln. Über diese winzig kleine Nase streichen. Trösten, weil ihm die Welt so anders vorkommt. Nichts ist mehr so leise und gedämpft, wie es vorher war. Der kleine Kerl erlebt unsere Welt auf einen Schlag. Die Temperatur, das Licht, den Geräuschpegel. Schonungslos. Ja, ich bin dann die Glucke! Und wenn Glucke gleichbedeutend mit ÜberMama ist, dann bin ich doch eine.

Meine Frage als Sozialpädagogin bleibt – ja, ja, noch so ein Klischee tut sich da gerade auf, denn vermutlich kann aus meinen Kindern vor lauter pädagogischer Verhaltensweisen und Interaktionen nichts werden – : Was macht das jetzt mit mir? Was macht diese Aussage ÜberMama mit mir, meiner Denke? Wie gehe ich damit um als solche bezeichnet zu werden? Und – ganz wichtig – : Wie lange habe ich vor, mir darüber Gedanken zu machen und wertvolle Energie darauf zu verwenden, für mich eine Antwort zu finden?

Was macht das mit mir? Zunächst hat es mich verletzt. Mich macht so eine Voreingenommenheit wütend und ich habe das Bedürfnis, diese Aussagen zu reflektieren, zu verstehen und natürlich auch irgendwie ad absurdum zu führen.

Wie gehe ich damit um? Mich entrüsten und aufregen, wie eine mir wildfremde Frau so etwas zu mir sagen kann? – Nein. Zu zeitaufwendig. Wir werden uns sowieso höchstens zweimal im Leben sehen. Sagt man doch so, oder? Außerdem, wenn ich nach dem Warum frage, und zwar: “Warum hat sie das gesagt?” da stoße ich plötzlich auf eine Spur, die mir für mein Gegenüber mehr leid tut als für mich. Denn scheinbar ist sie es, die diese Abgrenzung von mir braucht. Und zwar genau auf diese “abwertende” Weise, wie ÜberMama es nun einmal impliziert. Nicht ich habe also das Problem, sondern diese andere Frau. Diese Frau, die aus irgendeinem Grund diese Distanz benötigt und sich diese nur verschaffen kann, indem ich diejenige bin, die sich scheinbar nur über ihr MamaSein definiert, die eine Glucke ist und dem Rest der Welt durch ihr ÜberMamaSein den Rücken zugekehrt hat. Das könnte eine mögliche Antwort sein.

Also, wie lange gedenke ich, darüber weitere Gehirnwindungen anzustrengen? Nach diesem Text keine weitere Minute. Denn ich bin tatsächlich durch mit dem Thema. Vorerst. Durch eine kleine MiniUmfrage über meinen TwitterKanal und mein eigenes Nachdenken bin ich zu einem Punkt gekommen, der mir zum jetzigen Zeitpunkt ausreicht.

Hinzukommt, dass ich einen Morgen im Halbschlaf plötzlich an meine Freundinnen denken musste, die schon Kinder haben, mit denen ich unglaublich gerne zusammen bin. Mit einem Bein noch im Traumland wurde mir plötzlich bewusst, dass die eine mit all ihren Kindern bis vor kurzem noch in ein und demselben Zimmer geschlafen hat. (2-6 Jahre alte Kinder). Die andere hat ihr 1-Jähriges in die Krippe gegeben, um den Abschluss ihres Studiums umzusetzen. Dann sind da noch diejenigen, die sich einen ThermoDings geleistet haben und damit ihre wöchentliche Essensplanung betreiben. Dann gibt’s da noch die Freundin, die unbedingt schnell wieder arbeiten wollte und deren Tochter die erste Zeit von der Oma und dann von den Erzieherinnen im Kindergarten betreut wurde.

Und bevor ich es vergesse, die eine liebt ein Glas Rotwein am Abend, die andere trinkt ab und an ein Bier. Die eine mag es rundum die Uhr, ihre Kinder zu bespaßen, sich mit ihnen in den Wald zu begeben oder neue BastelIdeen einfallen zu lassen. Die andere setzt eher auf Musikschule und Turnverein, den die Kids lieben es über Sportgeräte zu klettern. Die eine trägt ihr Kind, die andere nutzt den Kinderwagen, weil ihr sonst der Rücken zu sehr schmerzt. Manche von ihnen tragen einen Kurzhaarschnitt, andere lieben de Farbe rosa.

Was ich damit sagen will? Wir sind alle so unterschiedlich. In allem und nichts. Was die meisten von uns eint? Wir lieben unsere Kinder. Wir lieben sie so sehr, dass wir uns mindestens einmal mehr Gedanken über zu treffende Entscheidungen machen, als wenn es um uns gehen würde. Unseren Schlaf, unsere Essgewohnheiten – was auch immer. Dass uns dabei Fehler unterlaufen, ist keine Frage. Wie sollten wir im Leben weiterwachsen, wenn wir an den fehlerhaften Folgen unserer Entscheidungen nicht lernen würden?!? Wäre es von daher nicht viel sinnvoller uns gegenseitig unsere Hilfe anzubieten? Keine Ratschläge oder SpontanDefintionen erteilen, sondern ein Glas Wasser anbieten, wie hier bei Dina von liebevoller leben? Oder ehrlich und ernst gemeint zu fragen: Wie kann ich dir helfen? Was kann ich tun?

Ich habe tolle Freundinnen. Freundinnen, die hier anrufen und fragen, ob sie mir was mitbringen können, vom Einkauf? Freundinnen, die vorbeischauen und fragen, wie es läuft? Ob sie mir irgendwie behilflich sein können? Freundinnen, die fragen, wann sie einen Kuchen vorbeibringen können oder ob sie die doppelte Portion Pizzateig vorbereiten sollen. Ich bin diesen Mamas so dankbar. Das sind nämlich alles Mamas gewesen. Frauen, die ihren Alltag mit ein, zwei, drei Kindern haben und dennoch Zeit finden, mir ihre Hilfe in unserer neuen Situation anzubieten. Diese Mamas sind in meinen Augen SuperHeldinnen. (ÜberMamas im positivsten Sinne – aber das lässt die NegativKonnotation wohl leider nicht zu…)

Soll ihr hier jetzt noch einen Helikopter hin malen? Ach nein, dazu hab ich jetzt keine Zeit. Ich bin halt auch keine “ÜberMama” (Ich glaube, ich streich diesen Begriff nach diesem Beitrag aus meinem Wortschatz). Daher stelle ich diesen Text jetzt zum Abschuss bereit. Viel Spaß ihr Lieben!

PS: Ich gestehe, immer noch ein wenig auf Krawallgebürstete Stimmung bleibt – auch im inzwischen unschwangeren Zustand. Wir sind nämlich zu sechst. Hej-Ho! Und es geht uns allen gut!

BauTagebuch (3)

IMG_0168Und weiter geht’s. Inzwischen sind die gröbsten VerputzungsArbeiten in den Räumen abgeschlossen, die wir als erstes bewohnen wollen. Das bedeutet auch, das alte StromStrippen aus den Wänden gezogen, neue verlegt, Steckdosen eingegipst und diverse andere stromtechnische Arbeiten gelaufen sind. In den nächsten Tagen steht uns wohl noch ein Tag an, an dem der Strom komplett abgestellt und keinerlei Arbeiten durchgeführt werden können, die irgendeinen Einsatz von Maschinen erforderlich machen. Kein Abhobeln oder Schleifen der Treppe. Kein Bedienen des AkkuSchraubers…

Ich gestehe, mehr kann ich zu diesem Punkt StromLeitungen eigentlich nicht schreiben. Außer der Feststellung, dass wir nicht so viele Steckdosen brauchen, wie die diversen Elektriker angenommen haben.
“Ja, in jedem Raum mindestens sechs Steckdosen und mindestens zwei bis vier Schalter.”
– “Aha. Wofür denn das?”
“Ei, …” und ich erhielt eine Aufzählung all der möglichen StromQuellen und komfortablen Schalter, die ich in einem Raum verwenden konnte. (Egal ob Licht oder Rollos oder Heizung. Einfach alles könnte man heute ja über sowas regeln. Ja, könnte man.)

Witzig war, dass ich kurz zuvor, kurz bevor ich letztes Jahr – noch in der alten Wohnung – das erste Gespräch mit einem der ersten Elektriker führte, diesen Artikel übers Sonnenglas verfasst hatte und sich in den Kommentaren eine hochinteressante Diskussion entwickelt hatte. Hochinteressant (und zumindest für mich und unseren Stromverbrauch irgendwie sehr unangenehm). In diese Situation kam von außen jemand herein, der meinen Stromverbrauch noch eine Stufe höher treiben wollte oder mir zumindest das Gefühl vermittelte, “Das gehört heute halt so.”

Auf unsere Entscheidungen, dass wir eben nicht diese ganzen Lichtschalter und Steckdosen haben wollten, gab es einen erstaunten Blick und ein im Kopf stattfindendes Kopfschütteln, das sich  in der Äußerung kund tat: “Ihr seid die Bauherren. Wir machen es so, wie ihr es wollt. (Ihr müsst ja damit leben.)

Ich hab keine Ahnung, wie sich das entwickeln oder ob sich das gar rächen wird. Aber es fühlt sich dennoch richtig an und wir können derzeit sehr gut ohne diesen zusätzlichen Komfort leben.

IMG_0103Was die VerputzungsArbeiten angeht: Wie gesagt, sie sind in den Räumen, die wir bewohnen wollen weitestgehend abgeschlossen. Das große Klassenzimmer gehört nicht dazu, was letztendlich bedeutet, dass da auch nochmal viel Verputzen auf uns wartet. Aber erstmal wollen wir einfach nur in unsere Hütte rein. Das alte Klassenzimmer lässt sich auch später noch fertig machen.

Bei der Wahl des Baumaterials taten wir uns anfangs schwer.
Uns war 1. nicht klar, was es da für zig Möglichkeiten gab, die Wände von innen zu glätten. Sei es durch GipsPlatten oder eben die unterschiedlichsten “PutzMaterialien”.
2. Wussten wir einfach nicht, was davon baubiologisch und gesundheitstechnisch uns am ehesten entsprach.

IMG_0102Bis wir unseren Handwerkern und Freunden vermittelt hatten, dass wir wirklich nur Kalk, Lehm und vielleicht ein wenig Gips an den Wänden haben wollten, dauerte es ein wenig. Klar, an der ein oder anderen Stelle mussten wir einen Kompromiss eingehen. Und wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich immer noch nicht so ganz genau sagen, woraus denn nun die eigentliche SpachtelMasse ist, die sich da an einem Teil der Wände befindet. Aber ich weiß, dass unser Freund, dem wir erklärt haben, dass wir nur baubiologisch einwandfreies Zeug an den Wänden haben wollen, entschieden und gekauft hat. Ich muss also ein wenig Vertrauen aufbringen und hoffe, es wird nicht enttäuscht. Doch bislang scheint das alles in Ordnung zu sein. Die Decken sind aus KalkPutz und viele Wände mit Lehm verputzt. Einige andere Wände sind mit einer KalkGipsMischung bearbeitet worden, um sie überhaupt schön streichen zu können, nachdem keine Tapeten mehr dran waren. Und letztere wollte ich eben auch nicht mehr dran haben.

Btw: Wie viele SteckDosen und Schalter für diverse Elektrik habt ihr in euren vier Wänden und welche davon benutzt ihr auch täglich oder sagen wir, regelmäßig?

LeseStoff: HypnoBirthing. von Marie F. Mongan

Die letzten Morgen lag ich jedes Mal schon wach im Bett, bevor das große Brabbeln, Krabbeln und Husten begonnen hatte, und habe darüber nachgedacht, wie ich dieses HypnoBirthing anderen Frauen vorstellen könnte. Da wird mich in meinem RealLife sowieso wieder jeder schräg anschauen. Ich probiere es einfach mal.

Worum es bei HypnoBirthing geht? Die Autorin des Buches geht davon aus, dass eine gesunde Frau, die ein gesundes Kind erwartet durchaus eine sanfte, sichere und nahezu schmerzfreie Geburt erleben kann. Schmerzfrei? Schmerzfrei.

Eine Geburt ohne Schreien, Stöhnen, Pressen, Keuchen und all die Dinge, die diesem Erlebnis etwas Unerfreuliches beimessen.

Eine der ersten Thesen in meinem ersten GeburtsvorbereitungsKurs lautete: “Die Hebamme im Krankenhaus hat die Aufgabe euch aus diesem Dreieck herauszuholen: Angst – Spannung-Schmerz. Für jede ist das erst Mal das Hauptziel bzw. darauf wird sie als erstes achten. Ihr könnt dazu beitragen.” Diese These findet sich auch als eine der Grundlagen für die HypnoBirthing-Annahmen wieder.

Wenn meine Angst vor der Geburt groß ist, dann werde ich mich vermutlich auch recht unentspannt in dieses Ereignis hineinbegeben. Erzählungen und Schilderungen anderer Frauen über grauenvolle Geburtserlebnis tragen ihr Nötiges dazu bei. Je verspannter ich bin, desto größer wird der körperliche Schmerz sein. Nachvollziehbar für jeden, der schon mal an Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen litt. Aber auch jede andere Verspannung neigt dazu den Schmerz zu vergrößern. Wieso sollte das bei der Geburt anders sein?! Je größer der Schmerz desto größer kann die Angst werden, dass es noch viel schlimmer wird und zack: Die (Ver-)Spannung erhöht sich ebenfalls um ein Vielfaches. Und weiter und weiter.

Ich fand diesen Gedanken sehr einleuchtend und stellte für mich fest, dass er sich auch – modifiziert – in andere LebensBereiche des Alltages übertragen lässt.

Was bedeutet das in seiner Konsequenz? Wie kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden? Welche Möglichkeiten gibt es für Frauen und Männer die Geburt eines Kindes aktiv und sanft mitzugestalten? Denn eine Geburt, wie im Buch erläutert wird, hat sich auch Dank HypnoBirthing für Frauen, Männer und ihre Babys in den vergangenen Jahrzehnten in Amerika und ähnlich in Europa tatsächlich verändert. Es gibt eine Reihe von Techniken, welche die Geburt zu etwas Sanfterem werden lassen:

* AtemTechniken
* EntspannungsTechniken
* Visualisierungen
* SelbstHypnose
* Meditationen

Nicht zu vergessen kommt es neben all der Techniken auch auf die innere Haltung und Einstellung gegenüber der Geburt an. Dinge, wie ich auf dieses Ereignis zugehe. Oder auch, was ich mir von meiner Umwelt sagen lasse. Es geht zB. um die einfache Tatsache, dass die Aussage einer Nachbarin oder einer Frau hinter der Fleischtheke oder einer DrogerieFackverkäuferin Auswirkungen auf uns hat. Wenn uns erzählt wird, wie furchtbar und grausam die und die Geburt war, dann macht das was mit uns. Es speichert sich mehr oder weniger ab. Am schlimmsten finde ich diese SmallTalkKommentare, wenn sie völlig ungefragt und unbedacht einer schwangeren Frau “gegen den Latz geknallt werden”. So habe ich es bei allen bisherigen Schwangerschaften empfunden. Bei allen! In diesem Buch wird dieses Phänomen beim Namen benannt und mehr noch als so kontraproduktiv dargestellt, dass es Frauen nahegelegt wird, sich vor solchen Äußerungen zu schützen. Neben den dazu völlig positiv erscheinenden Schilderungen, wie Geburt eben auch aussehen kann. Diese Kombination fand ich persönlich sehr hilfreich.

Was hat das Buch zu bieten? Das Buch beginnt mit den Erlebnissen der Autorin. Beschreibt, wonach sie sich damals gesehnt hat und wie sie zur Geburt ihres dritten Kindes endlich die Geburt erleben konnte und durfte, nach der sie sich gesehnt hatte – weil man sie ließ.
Desweiteren bietet es konkrete Übungen und Vorschläge, wie man sich schon während der Schwangerschaft auch auf die Geburt vorbereiten kann. Sei es durch die Ernährung und Bewegung oder aber besondere Atemübungen. Am Ende des Buches gibt es sogar schon eine vorformulierte Liste an Wünschen für die Geburt, die sich prima mit ins Krankenhaus nehmen lässt, um dortiges Personal auf die eigenen Vorstellungen zur Geburt vorzubereiten.
(Wir hatten zwar nicht die Liste dabei, aber ich hatte das Buch so gut wie durch und wusste so einiges, was ich unbedingt mit der uns beratenden Hebamme besprechen wollte. Die Hebamme war großartig und hat gleich ein paar Dinge aufgeschrieben. Außerdem hat sie uns darin ermutigt all das niederzuschreiben, was wir uns für diese Nacht oder diesen Tag wünschten. Das war super, denn auch sie erhielt ein Bild von uns als Eltern. “Willst du stillen?” – noch bevor mein Ja herauskam, nickte sie mir zu und antwortete: “Komisch, wenn du es nicht wolltest.”)

Fazit: Womit wir damit auch schon beim Fazit wären. Das Buch ist toll strukturiert. Es motiviert zum Weiterlesen, Ausprobieren und Trainieren der verschiedenen Übungen. Die Schilderungen und Herangehensweise der Autorin haben mir persönlich sehr zugesagt und ich freu mich schon auf unsere Geburt.
Worüber ich noch immer nachdenken muss, ob ich wirklich vorbereitet bin. Klar, das ein oder andere konnte ich gut üben, auch wenn ich das Buch erst vier Wochen vor EntbindungsTermin erhalten habe. Doch häufig wird in dem Buch auf den Kursleiter Bezug genommen, bei dem man zB. eine StichwortListe für den Partner erhalten kann. Oder der die ein oder andere zusätzliche SelbstHypnoseSession mit einem durchführt. Es gibt also diese Kurse und ich konnte nicht wirklich an einem teilnehmen. Hinzukommt, dass sich die ein oder andere Sache nicht ausprobieren ließ, einfach weil wir die entsprechenden ÜbungsMaterialien vermutlich in einem solchen Kurs erhalten hätten. Schade, aber das stört mich im Hinblick auf unsere anstehende Geburt nicht. Die Übungen, die man trainieren konnte, allein oder mit Partner fand ich schon hilfreich genug und bin sehr dankbar fürs Lesen.

Wer von euch hat vielleicht schon die ein oder andere Erfahrung mit diesem sanften Weg der Geburt gemacht? Welche Ideen habt ihr, wie man sich diesen negativen Schilderungen von Geburten entziehen kann? (Ohne gleich ins Exil zu gehen?)

Inter:view mit Sina Trinkwalder

Vor ein paar Tagen hatte ich die Möglichkeit tatsächlich mal ein paar Fragen an Sina Trinkwalder, die Gründerin und Macherin von manomama, zu richten. Denn ehrlich, es passiert mir häufig, dass ich im Netz unterwegs bin, bestimmte Seiten immer mal wieder ansurfe und mich frage, was machen diese Menschen eigentlich jetzt gerade? In diesem Moment? Wovon wird gerade ihr Tag bestimmt, vor welchen Herausforderungen stehen sie gerade? Scheint dort die Sonne? Trinken sie Kaffee oder grübeln am Schreibtisch?

Deine twitterTimeLine beginnt morgens in der Regel mit “Erstmal Kaffee”. Schwarz? Mit Milch oder Zucker? Und wie beginnt denn der (dein) Tag in euren Hallen insgesamt? Immer unterschiedlich? Oder gibt es typische Abläufe?

Erstmal Kaffee ist immer mit Milchschaumherzchen ;) Meine Ladies und Gents sind da längst am arbeiten, da sie nach eigener Wahl oft um sechs schon anfangen. Es gibt kein Ritual, jeder macht da weiter, wo er gestern aufgehört hat.

Was macht manomama aus und vor allem, so anders als die meisten anderen Unternehmen in der TextilBranche?

Wir machen schlichtweg alles anders: Sourcen nur in der Region, fertigen vom Garn bis zur Naht alles ökologisch, achten überhaupt nicht auf den Cent, verschreiben uns der Qualität und Langlebigkeit. Haben keine 20 Kollektionen pro Jahr und machen keine Rabattschlachten mit. Stecken keine Kohle in Werbung, sondern gestalten unsere Preise fair: Herstellung, Distribution, Mehrwertsteuer – das wars. Und funktioniert irgendwie trotzdem ;)

Woher stammen eure Ideen? Wie entwickelt ihr daran?

Grundlegende Ideen kommen eigentlich immer von mir, und werden dann im Team entwickelt. Wenn ich mir zum Beispiel ein neues Produkt einfallen lasse, mache ich ein erstes Design und technischer Schnitt, Passformmacherin und Bekleidungsferitugung tüfteln das dann aus ;)

Es gibt euch nun schon seit drei oder vier Jahren. Was sind die Momente, an die du dich am stärksten zurückerinnerst? Weil sie besonders schön, besonders schlimm oder besonders wegweisend für dich, deine Mitarbeiter und/oder eure Vision waren.

Da gibt es so viele, dass ich keine einzelnen herauspicken möchte. Richtig fiese, aber auch großartige habe ich ja im Buch beschrieben.

Was sind deine Ziele für in drei oder fünf Jahren? Was würdest du dir wünschen, wenn dir ein Flaschengeist drei Wünsche erfüllen will?

Ich habe keine Ziele, und ich stecke mir auch keine. Was ich habe: eine Vision. Und die dauert so lang, wie sie eben dauert, bis sie Realität ist. Wünschen würde ich mir auch nichts, ist eigentlich nicht so meine Art. Wenn ich etwas an Veränderung sehe, wünsche ich mir da nichts, sondern arbeite dafür, dass es sich verändert ;))

Liebe Grüsse, Sina

Vielen Dank, Sina, für deine Zeit und deinen Einblick in euer “kleines”, menschliches Wirtschaftswunder! Es macht Spaß euch bei euren Veränderungen und Visionen zuzuschauen und sich anstecken zu lassen.

Geschenke zur Geburt

GeschenkBonBonHeute wurde ich zwar nicht zum ersten Mal bei dieser Schwangerschaft nach Geschenken zur Geburt gefragt, aber es was am ernüchterndsten. Das lag gar nicht mal an der Person, die sich bei mir erkundigt hat. Ganz und gar nicht. Aber das Gespräch machte deutlich, wie hellblau und rosa Babys in Deutschland sind.

Mir wurde bewusst, wie man versucht hatte, aus meinen Kerlen herauszufinden, ob wir einen Jungen oder ein Mädchen bekommen.
“Mama, sag doch mal, wird das Baby ein Junge oder ein Mädchen?”
“Was hättest du denn gerne?”
“Ein Mädchen. Wird es denn ein Mädchen?”
“Keine Ahnung. Ich weiß es nicht.”
“Aber warum denn nicht?”
“Woher soll ich das denn wissen?”
“Welche Farben ziehst du denn dem Baby an?”
“Welche Farben?”
“Ja.”
“Ähm… die von euch. Überwiegend… hell. Glaube ich.”
“Dann wird’s also ein Junge? Können wir es bitte Tyrannosaurus T-Rex nennen?”
“Ähhhh, nein. Und, äh nein. Mama hat schon einen Namen fürs Baby.”
“Und welchen?”
… to be continued.

Am Ende des Gespräches hatte ich heraus, dass man im Kindergarten wohl scheinbar nicht so richtig glauben konnte, dass wir nicht wissen, was es wird. Wir wissen es allerdings wirklich nicht, Welt da draußen.

Mal abgesehen davon: Ich bin die letzte, die ihr Kind nach dem Geschlecht anzieht. Irgendwie, passt das so gar nicht. Wir ziehen das an, was passt, was bequem ist und worin sich die Kerle wohlfühlen. Als Baby waren das rosa Schlafsäcke, weil so kuschelig und als Kleinkinder rotorangene OutdoorJacken, weil sie soviel aushielten und ich immer wusste, “Ha, da ist er ja!”

Jetzt werde ich wieder gefragt und habe Angst. Angst vor irgendwelchen Geschenken, die ich nachher nicht loswerde. Allein dieser Artikel hier kann und wird vermutlich als Gipfel der Unverschämtheit aufgefasst werden. Schließlich bin ich “ach so undankbar”. Jetzt fragt man mich schon, und es ist auch nicht richtig… Ja, ja, ja.

Aber wir brauchen keine Gutscheine von dm, weil ich mir das Einkaufen dort abgewöhnt habe. Zumindest dieses “Alles muss mit”- Einkaufen. Wir brauchen eben auch keine Wegwerfwindeln mehr. Und wie werde ich diese lieb gemeinten 2,99€ Kuscheltiere wieder los, die bei jeder Karte dabei sind? (Oje, ich merke schon, ich versau mir hier gerade jede liebgemeinte Nettigkeit. Aber was raus ist, ist raus.)

Wisst ihr, es ist gar nicht so, dass wir uns nicht auch über Geschenke freuen würden. Sehr sogar. Vor allem wenn wir merken, es hat sich jemand darüber Gedanken gemacht. Schließlich ist es nicht das erste Kind, außerdem sind wir scheinbar doch ein wenig minimalistischer, was unsere Besitzansprüche angeht und das macht es beides wahrscheinlich nicht einfacher. Aber meine twitter TL, vor allem das @apfel_mädchen hatte ein paar wirklich gute Ideen, auf die ich auch zurückgreifen werde, wenn eine Freundin jetzt nochmal schwanger wird. Für euch und all die Leute, die nach diesem Artikel immer noch den Wunsch hegen, uns eine Freude bereiten zu wollen. (Könnte ja sein. Trotz meiner Aufmüpfigkeit und Undankbarkeit).

GeschenkIdeen zur Geburt

– Bekleidung in Naturfarben
– Gemüse/ObstKiste für die Mama, von der hat schließlich auch das Baby was
– Schlittenfahren mit den großen Kerlen, um uns zu entlasten (oder anderen Ausflug)
– Schokolade (fairtrade) oder tollen Tee
– eine Mittagsmahlzeit, um uns das Kochen zu ersparen
– Gutschein, um zu dritt mal Frühstücken zu gehen. In der Elternzeit. Vielleicht. Wäre schön.
– einen Kuchen backen (hat das Baby doch auch irgendwie was von)
– Gutschein bei Geschäften, wie diesen hier: Mowgli’s oder HansNatur
– Stoffwindeln (Denn ja, wir benutzen sie immer noch. Bräuchten halt echt noch welche in der kleinen Variante, da wir Quereinsteiger sind.)
– Mäuse (keine SpeckMäuse –  wobei, die mag ich auch – , keine echten Mäuse – haben wir schon – , sondern Geld, das wir sinnvoll fürs “Nest” einsetzen können)

Nehmt mir diesen Artikel bitte nicht übel. Ich steh kurz vor der Geburt. Ich schwebe wie ein Wahl durch eine weiße Winterlandschaft, habe anderthalb Wochen richtig kranke Kerle gesund gepflegt, ich kann gerade einfach nicht mehr. Außer schreiben. Runter schreiben. Wenn mir dafür mal wer Geld geben würde… Will jemand einen Text haben? Einen Gastbeitrag? Ich kann mich auch zusammenreißen. Wenn nötig. Texte dann für Geld. Oh Mann, bin ich schwanger.

Wie sagt ihr es euren Leuten, dass Geschenke nicht nötig, nein, sogar nicht erwünscht, wenn sie so unpassend sind?

Gelassenheit 4.0

IMG_2198Der ein oder andere von euch mag diesen Vergleich schon kennen. Eine Mama sitzt mit ihrem ersten Kind am Rande eines Sandkastens, neben sich die Box mit Feuchttüchern und Desinfektionsmittel. Vielleicht ja sogar noch Kohletabletten und zwei Litern Wasser. Ihr Kleinkind nicht aus den Augen lassend verfolgt sie, wie es fasziniert den Sand durch die kleinen PatscheHändchen rieseln lässt. Darum bemüht, nicht jedes Mal aufzuspringen und die Fingerchen zu säubern. Als dann doch eine Hand Sand in den Mund gelangt – just in dem einen Moment, ihr wisst schon, als der schwarze kleine Köter am Spielplatz entlang kläfft – springt sie auf und vollzieht das komplette Reinigungsprogramm. “Oh nein, mein Schatz! Das ist ganz bäh!…” Reinigungstücher, Wasser, eine Kohletablette und aufgeregte Erklärungen, warum man Sand nicht essen darf, finden ihre Verwendung.

Bei KindNummer 2 sieht die Situation etwas anders aus, denn Gelassenheit hat sich breit gemacht, wenngleich noch immer eine Flasche Wasser und ein paar Taschentücher in der Handtasche bereit liegen. Der Sand findet seinen Weg und die Mutter eilt vom SchaukelAnschubsen des Großen herüber zum Sandkasten, um das zweite Kleinkind vom Sand zu befreien. “Ach Süsser. Bah.” Ein bisschen Wasser, ein Taschentuch und der Sand ist weg. Die Mama lässt das Kind sitzen und reicht ihm die zur Seite geworfene Schaufel mit dem Eimer.

KindNummer 3 sitzt irgendwann auch mitten im Sandkasten, die Mutter auf einer der Bänke am Spielplatzrand. Gut positioniert, um das große und auch das mittlere Kind, die auf der AbenteuerBurg herumtollen ebenfalls gut im Blick zu haben. KindNummer 3 schiebt sich ebenfalls die erste Hand Sand in den Mund, just in dem Moment, in dem Mama zu ihm herüber schaut. Mama lächelt, zieht die Augenbrauen hoch und fragt: “Schmeckt’s? Brauchen wir heute noch Abendbrot?!”

Als Mama von KindNummer 2 habe ich diesen Vergleich irgendwann mal im Netz entdeckt und stellte fest: “Ja, das könnte darauf hinauslaufen.” Ich fand es amüsant, musste herzhaft lachen und daran denke, als mein Mann gestern Abend hier hereinschneite und meinte: “Ich war mal tanken.” – “Ok.” – “Das war’s?” Ich hob den Blick und sah ihn erstaunt an.

BebiBauch2015“Ähhh, ja?!” – “Kannst du dich noch an deine erste Schwangerschaft erinnern?” …
Da war das nämlich so: Ich war schon vier Wochen vor dem eigentlichen EntbindungsTermin wie eine Furie hinterher, dass der Tank immer und überall voll war. Wir hatten regelmäßig kleinere Auseinandersetzungen bzgl. des BefüllungsZustandes unseres Autos.

Bei KindNummer 2 habe ich ihn ab der 2.Wochen vor dem eigentlichen Termin mal freundlich auf das Auto hingewiesen: “Wäre toll, wenn wir schon getankt hätten.”

Bei KindNummer 3 muss mich mein Mann einige Tage vor dem Termin darauf hinweisen, dass wir die letzten drei Wochen immer wieder nur mit ein paar Litern durch die Gegend gedüst sind und von mir noch kein einziges Wort, noch nicht mal ein Wink mit dem Zaunpfahl gekommen sei. Er habe mal vollgetankt.

“Vielen Dank. Ich denke, das macht Sinn.”

Auch ich scheine mit der Zeit etwas gelassener geworden sein. Manchmal frage ich mich, woran das liegt? Liegt es tatsächlich nur an der Zahl der Kinder oder hat es auch etwas mit unserem LebensStil zu tun, der sich die vergangenen Jahr so massiv geändert hat? Ich weiß es nicht. Aber Gelassenheit tut gut. Was denkste?

Rituelle KonsumAngebote

Ihr kennt sie alle, oder etwa nicht? Wenn nicht, dann oute ich mich mal. Denn immer wieder geht mein Gang auch in den Supermarkt, um erstmal dort zu schauen, was alles vom EinkaufsZettel dort besorgt werden kann.

Inzwischen bin ich ja fast schon wieder zu spät. SportGeräte und FitnessProdukte, AutoZubehör und BüroUtensilien, sowie nicht zuletzt Umzugs- und RenovierungsMaterial sind fast schon Schnee von gestern. Schließlich ist das Equipment für Karneval und FassnachtsJecke ja schon fast wieder vergriffen. Also warten wir auf den SchokoladenOsterhasen, der dann durch eine Länder- oder WellnessSpaAktion abgelöst wird. Irgendwann im Sommer gibt’s dann wieder das Einleiten der Wehen, ach Quatsch, ich meine GrillSaison und dann, nach ein paar englischen oder japanischen Wochen geht’s wieder an die WeihnachtsSchlemmereien Ende August. Vielleicht auch Anfang September. Von da an kennt ihr dann wieder das Programm, denn wir hatten es ja gerade erst.

Was ich sehr erstaunlich finde: Diese Aktionen sind immer dieselben. Und dennoch oder gerade deswegen fallen sie uns schon gar nicht mehr wirklich auf. Sie sind wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter oder vielleicht auch das ZähneputzRitual morgens, wenn es aus dem Haus geht.
Bewusst wurde mir dieses rituelle KonsumAngebot dieses Jahr auch erst wieder als wir vor dem RenovierungsMaterial standen und uns die FarbInfos auf den großen WandfarbeBottichen durchlasen. Mein Mann hob eine lila oder türkise HantelKugel hoch und sagte: “Weißte was mein Chef gestern meinte, ‘Jedes Jahr dasselbe. FitnessAbnehmZeug, zugeschnitten auf das weibliche Klientel, dass jedes Jahr nach den vollen Tagen diszipliniert daran geht, überfällige Pfunde abzutrainieren. – Für eine Woche. Dann stapelt sich das Zeug in irgendeiner Ecke.’ ” IsoMatten, YogaMatten, MeditationsKissen, KugelHanteln, SportBekleidung, Stepper, Steppbrett, FitnessReifen, GymnastikBälle (wir hatten mal drei Stück, weil wir in unserer StudentenZeit jedes Mal zugegriffen haben) FitnessBänder in allen Farben, MassageRolle, Stulpen in trendy Farben …

Sie haben recht, oder nicht? Denn für die Männer gibt’s entsprechendes Material für ihre Kraftfahrzeuge oder zum Renovieren. Denn das neue Jahr, erfordert auch neue Farbe an den Wänden und eine neue BadGarnitur. Da die Steuererklärung ja auch wieder neu ansteht, noch das BüroMaterial. Sicher ist sicher.

Boar.

Inzwischen kann ich darüber nur noch den Kopf schütteln. Es geht nicht anders. Mir fällt dazu nichts anderes mehr ein. Ich ärger mich über meine eigene leichte Durchschaubarkeit und bin so dankbar, dass wir das inzwischen alles – überwiegend – nicht mehr brauchen. Nicht mehr so, wie es uns angeboten wird. Wie wir doch bitte leben sollen. Glück finden sollen. Manchmal schüttelt’s mich dann aber auch am ganzen Körper. Ich denke oft, “Dieses nachhaltige und minimalistische Leben, es ist mehr als ein Trend.” Doch dann kommt wieder die Situation hoch, in der man mich anstarrt und nicht zu verstehen scheint, warum ich es schrecklich finde, mich zwischen 30 verschiedenen FugenMörtelFarbtönen entscheiden zu müssen. Wie soll ich das erklären? Und ich bin tatsächlich verärgert, dass mein FrauSein so sehr an Fitness oder WellnessProdukten festgemacht wird. Gefühlt aktuell auch nur daran.

Jedes Jahr dieselben rituellen KonsumAngebote und entsprechenden Haltungen. Seitdem ich das Blättchen zum Leidwesen des Zeitungsjungen abbestellt habe, kriege ich sowas ja nur noch ganz, ganz selten mal mit. Und seien es die SteakStempel zur GrillSaison – das war für mich der OverWasauchimmer schlechthin vor zwei oder drei Jahren.

Und ehrlich gesagt: In der grünen, nachhaltigen Szene erlebe ich es ähnlich. Vielleicht noch nicht so ritualisiert. Dennoch gibt es inzwischen so viele Messen oder ProduktPaletten, dass ich manchmal befürchte, es geht in dieser Nische doch auch nur um den stylischen Konsum. Oder nicht?

Bin ich gerade einfach zu schwanger und zu sehr auf Krawall gebürstet? Sehe das alles eigentlich doch ein bisschen zu eng? Was macht dieses Angebot mit euch? Schon wieder zig verschiedene SynthetikKarnevalsPerücken. Ist das nicht Verschwendung in ihrer Perfektion?

Wasser und Stromleitungen. BauTagebuch (2)

Das Haus ist über 100 Jahre alt. Beim Kauf war uns nicht ganz klar, ob wir überall noch alte BleiRohre vorfinden würden. Oder fast verstopfte KupferRohre. Nachdem wir durchgerechnet hatten, was es kosten würde, beides komplett, sowohl Wasser- als auch Elektroleitungen, zu unseren Ansprüchen neu zu installieren, entschieden wir uns zum Kauf.

IMG_0790Der Kauf des Hauses und das Wissen um sein Alter, ließ uns natürlich mit einem ganz anderen Blick die PlumpsKlos während unseres SkandinavienAufenthaltes benutzen. Wir führten Gespräche mit den Hosts: Welche Standards galten in Schweden? Gab es einen Brunnen? Wie war das dort mit der WasserQualität? Die einen meinten, das Wasser in Schweden und Norwegen ließe sich überall trinken. Im Waschbecken der ImbissToilette genauso wie im See am CampingPlatz. Wieder andere meinten, dass gerade das Wasser aus Brunnen regelmäßig kotrolliert werden müsse, bevor man selber und die eigenen Kinder es trinken könnten. Was ich in Schweden sehr geschätzt habe, war die Transparenz, mit der Werte des Wassers an Campingplätzen ausgewiesen werden. Wenn mal kein KontrollProtokoll an einer Pinnwand hängt, wird kurz nachgefragt und man erhält Einsicht in die entsprechenden Papiere.

Jedenfalls: Überall, ob öko, alternativ oder konventionell, wird heute Kunststoff verwendet. Mich hat das nachdenklich gemacht und ein wenig unzufrieden.

Zurück in Deutschland hat sich diese Feststellung bestätigt und noch verbreiteter gezeigt. Egal, ob wir uns mit konventionell arbeitenden Fachmännern oder den ökoFreunden unterhielten: Kunststoff. Es gab einen Host, der gemeint hatte, es gäbe auch KunststoffWasserLeitungen, mit einem Alu- (was ja eh nicht in Frage kam) oder Edelstahlkern. Das hat mich hellhörig und neugierig gemacht. Bis unser “WasserMann” meinte, dass lediglich der Kern aus diesem Metall bestünde. Von innen und außen bestünde das Rohr aus Kunststoff.

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, was uns Ende September erwarten würde. Ende September ließen wir unseren “WasserMann” einen Blick auf die Rohre werfen. “Die sind gut.” – “Jipiiieh!!!” – “Wurden irgendwann mal erneuert und bedürfen nicht einer Erneuerung.” – “Jippiiiehjayeah Schweine…” Ok, ich lass ja schon gut sein.
Die Freude war riesig. Denn eigentlich war selbst unser “WasserMann” schon von einer Erneuerung durch KunststoffLeitungen ausgegangen. Um ganz sicherzugehen, dass unser LeitungsSystem auch keimfrei war, rief ich beim Wasserwerk an, die sowohl das Wasser, das hereinkam als auch das Wasser im System kontrolliert haben. Auch hier gab es nach der Untersuchung die Antwort: “Super Leitungswasser.”

Noch viel interessanter war, als ich nachgefragt habe, wie das denn mit den Leitungen sei? Ich hätte eigentlich ungern welche aus Kunststoff und hatte aber auch gehört, dass Kupfer beispielsweise auch nicht als das “AllheilMittel” gesehen würde. Warum? Wieso? Weshalb?

Die Infos, die ich auf diese Fragen erhielt, kamen zunächst zögerlich, da die Experten vom Fach meinten, sie könnten erstens nur aus mikrobiologischer Sicht antworten und hätten zweitens keine Informationen, was genau an KunststoffLeitungen nun wirklich besser sei. Außerdem kam ein Drittens, da diese Fachmänner und -frauen gar keinen Ratschlag geben dürften und sich mit gemachten Äußerungen dbzgl. zu weit aus dem Fenster lehnen könnten.

Auf mein Nachfragen hin, wo ich denn sonst Infos dazu herbekommen würde, spürte ich plötzlich Verständnis und erhielt persönliche Einschätzungen, die ich sehr hoch schätze und für wirklich wichtig erachte.

1. Unsere Leitungen waren die tollsten. Sie waren schon was älter und besaßen innen eine natürlich Patina, die durch die Reaktion des Sauerstoffs mit dem Kupfer über die Zeit entstanden war. Mögliche KupferIonen konnten so nicht weiter durch das Wasser herausgewaschen werden, was bedeutete, dass sie keine Gefahr für den Menschen, z.B. Säuglinge darstellten, deren Nahrung irgendwann mit Leitungswasser zubereitet werden würde. Also: Unsre Alten drin lassen.

2. Kunststoff neigt zu BioFilm. Inzwischen hat man festgestellt, dass je älter KunststoffLeitungen sind, desto mehr neigen sie dazu, dass sich in ihnen ein BioFilm absetzt. Der äußert sich zB. durch kleine schwarze Stückchen im Wasser oder aber auch im Extrem durch schnupfenartige Ausflüsse. Möglich – zumindest bei älteren PlastikRohren und sehr unangenehm. Also: Unsre Alten drin lassen.

3. Ich persönlich: Das Haus war voll mit Plastik. Die Wände waren mit ekligem KunststoffZeug beklebt, genauso die Böden. Überall Styropor und in jeder Ecke des Hauses: Blumen. Wir haben bestimmt 5-6 Säcke PlastikBlumen an die MüllEntsorgung gegeben, weil ich nicht wusste, wie ich sowas upcyclen sollte? Außerdem mag ich Plastik einfach nicht. Und das Wasser, das wir trinken wollen, lass ich aber durch solche Rohre fließen? Alsoooo: Unsere Alten lassen wir drin.

Es gab Argumente, es nochmal zu überdenken. Denn erstens: Waren und sind die Rohre, die von den städtischen Wasserspeichern das Wasser in die Häuser leiten inzwischen auch überwiegend aus Kunststoff. Auf meine Frage beim HeizungsInstallateure nach den Gründen, warum Kunststoff immer mehr erste Wahl sei, hieß es, das Kunststoff einfach schneller und günstiger in der Verarbeitung ist. Man würde ein geringes Risiko bzgl. möglicher Wasserschäden haben. Schließlich könne man die aus Kunststoff auch selber verlegen und bräuchte keinen Fachmann, der einem die Kupferstücke verlötet. Das würde zum einen teurer für uns als Kunden und er habe auch mehr Arbeit. In der Ausbildung zum HeizungsInstallateure würde dieses Verlöten daher auch immer seltener angewandt (obwohl ich mir das gar nicht vorstellen kann).
Toll. Gut, dass er es noch kann.

Denn aus dem: Wir lassen unsere Alten drin, wurde nichts. Die Handwerker der Demontage waren zu schnell und haben das komplette WasserSystem aus der oberen Etage entfernt. …

Das war ein großer Schock. Ich weiß nicht, ob ihr euch vorstellen könnt, wie froh ich über unsere Rohre war. Denn wenn wir uns jetzt die neuen anschaffen mussten, dann würde das teuer und wir würden erstmal eine zeitlang das Wasser nicht trinken können, um auf eine Patina zu warten… Aaaaaah!

IMG_0015Inzwischen sind die BadInstallationen weitestgehend abgeschlossen. Das metallene WasserleitungsSystem steht und ich freu mich auf unsere Patina. Das alles hat uns viele hoch gezogene Augenbrauen eingebracht. Ich befürchte, dass es uns auch zum Gesprächsthema gemacht hat. Aber was soll’s?!? Ich hoffe sehr, dass wir davon profitieren. Allein in meinem Gebrauch des Wasserhahns und dem freien Gefühl mir über das Wasser aus diesen Leitungen keine Gedanken machen zu müssen. Wasser ist so kostbar und wertvoll. Gerade an dieser Stelle war es uns wichtig, dann eben doch das Teurere und Unkomfortablere zu nehmen. Wobei wir gerne im Sinne von Nachhaltigkeit und Weiterverwertung die alten Rohre behalten hätten. Derzeit denken wir noch über einen WasserFilter nach. Im System. Aber ehrlich gesagt: Das liegt aktuell einfach weit außerhalb unseres Geldbeutels. Und da ich erstmal davon ausgehen möchte, dass Leitungswasser das bestüberwachte und -kontrollierte Lebensmittel schlechthin ist… Habt ihr WasserFilter? Wenn ja, was für einen aus der riesigen ProduktPalette und warum?

Zum Strom gibt’s dann beim nächsten mal ein bisschen was.

Wände. BauTagebuch (1)

Nach dem Entrümpeln kam das große EntTapezieren. Möbel, Bücher, Handtaschen… all das Zeug, das für den Flohmarkt zur Seite gelegt wurde, deponierten wir im “großen Klassenzimmer” oder irgendwo unterm Dach.

Jetzt konnte es losgehen. Tapeten wurden von den Wänden gezogen. Erstaunlich einfach, wenn ich das mal sagen darf. Damit hatte keiner gerechnet. Bis dann auf einmal klar war, dass unter der einen Wand ja auch noch eine Art StyroporTapete angebracht war; etwa einen halben Zentimeter dick. Prächtig. Und natürlich in der oberen Ecke leicht mit Schimmel bedeckt. Runter damit.
Aber was war das? Dahinter befand sich ja gar nicht das erhoffte Mauerwerk. Nein, die Wand war mit SpanPlatten verkleidet. Würde uns das in den anderen Zimmern auch erwarten?

Als wir unseren Verputzer fragten, ob er wüsste, was das für Material sei, hieß es nur: “Na, irgendeine gepresste und verklebte Holzplatte zum Dämmen.” – “Und äh, was machen wir damit?” – “Abmachen?” – “Aber wir wissen ja nicht, was uns dahinter erwartet.” – “Ah ja, haste irgendwo ein Stemmeisen oder ne Brechstange?” – …

IMG_1584Ein Schlag und wir wussten was sich hinter dem verklebten Holz befand. TeerPappe. Mhm. Lecker. So hat man das damals also gemacht. Vielleicht vernehmt ihr den leicht sarkastischen Unterton. Diese Tonlage, die vermittelt, dass wir ja heute ach so viel schlauer sind. Deswegen verkleben wir heute unsere KunststoffFenster (als wenn die nicht Kompromiss genug wären) mit PUBauSchaum***. (Mein neues LieblingsWort) oder verarbeiten wo es nur geht irgendwelche Platten, die mit Leimen zusammengehalten werden, die unter Umständen noch ein bisschen Formaldehyd ausdämpfen. Styropor und Konsortien werden weiterentwickelt, neu benannt und sind die DämmBaustoffe schlechthin. Denn jeder packt sein Haus damit ein.

Gestern noch habe ich mich mit einer Freundin unterhalten. Ich meinte, “Ich bin ja gar nicht so öko.” Daraufhin blitzte ein Grinsen auf ihrem Gesicht auf. Ja, ja von wegen – denn so ein bisschen scheine ich das wohl zu sein. Allerdings mache ich keinen Unterschied zwischen Schimmel und giftigen Materialien oder Baustoffen. Ich mag beides nicht in meinen vier Wänden haben, weil die Konsequenzen beide Male erheblich sein können. Warum werde ich dann belächelt? Ich meine nicht, meine Freundin. Ich glaube, sie konnte meinen GedankenGang nachvollziehen. Aber von Handwerkern und dem Rest der Welt? Wer will bitte Schimmelpilz in seinem Zuhause haben? Schnell, günstig, schön. Das scheinen die Kategorien zu sein, in denen gebaut und renoviert wird. Ach was sag ich, in denen gelebt wird. Bei uns hat sich das irgendwie geändert.

Aber zurück zur TeerPappe. Befestigt mit 100ten von Nägeln, riss mein Mann über zwei Nächte das Zeug von der Wand. Es dran zu lassen, irgendwas anderes drüber zu hängen, war keine Alternative. Dann, endlich das Mauerwerk. Und was für eins. Mit Vorsicht widmeten wir uns den anderen Wänden… Zum Glück, war es bislang die einzige derart gedämmte Wand. Jippiieh! Der Rest entblößte bemaltes Mauerwerk. Es handelte sich in der Vergangenheit wohl um die Lehrerwohnung inklusive “Sekretariat”. Ich muss sagen, diese Borte und diese bemalten Wände gefielen mir sehr gut. Mal schauen, wann ich dazu komme in meinem “MädchenZimmer” den ausgesparten Teil der Wand, der nicht baubiologisch verputzt wurde, nachzumalen.

IMG_0622An den anderen Wänden rissen wir außerdem dieses KlebePVCZeug von den Wänden. Ich weiß leider nicht, wie es hieß. Anfangs dachte ich immer, das wären echte Kacheln an den Wänden. Pustekuchen. Dasselbe, was man sich auf den Boden kleben kann und konnte, hat man sich wohl lange Zeit auch an die Wände gemacht. Natürlich absolut atmungs-deaktiv und mit den entsprechenden Konsequenzen an der Wand dahinter. Putz abschlagen können wir inzwischen gut.
IMG_1621In dieser Zeit – irgendwann im Herbst – riss mein Mann mit der Hilfe einiger starkerHände außerdem noch zwei Wände ein, so dass aus fünf MiniRäumen, zwei normal große Räume wurden, aus denen sich ein Bad und eine Küche machen ließen. Noch immer sind wir damit beschäftigt, in diesem alten Haus passend zu machen, was passt. Das scheint irgendwie nochmal anders zu sein als neu zu bauen. (So das Feedback der Handwerker, Freunde, Bekannten und Nachbarn – denn wir hatten bislang gar keine Erfahrung in solchen Dingen.)

IMG_9834Ich organisierte währenddessen den Abriss eines riesigen EfeuWucherGewächs an der AußenFassade, das uns natürlich das Regenrohr abgerissen hat und den Einsatz eines Dachdeckers erforderlich machte. Das neue Rohr sieht toll aus. Aus dem geplanten Renovieren wurde ein Sanieren – das kann man nicht anders sagen.

Jetzt liegen diese Arbeitsschritte schon weit hinter uns und ich kann es manchmal gar nicht glauben, was schon alles passiert ist. Ich staune über die Menge, denn viel häufiger werde ich damit konfrontiert, was noch alles gemacht werden muss. Mit dem Blick auf die Uhr und in den Geldbeutel kehrt dann ab und an auch Frustration ein. Die wird dann aber gleich wieder verscheucht. Denn es hilft ja nichts.
Wir haben uns entschieden und ich persönlich habe mich entschieden, dass ich da nicht nur durch muss, sondern jede Sekunde genießen will. Es ist anstrengend und beschwerlich. Aber ich will es genießen, um nicht irgendwann sagen zu müssen, ach, hätten wir das nicht gemacht. Und ich muss feststellen, es ist so. Ich genieße wirklich jede Minute. Das Einzige worauf ich manchmal verzichte, ist ein bisschen die Zweisamkeit mit dem großen Kerl. Aber auch wir zwei machen und suchen das Beste daraus.

Ich freu mich auf unsere erste SommerGartenParty.

Dann ging es an die Wasser und Stromleitungen… (Fortsetzung folgt)