Wie erklärt man eigentlich Minimalismus?

DSC05358In drei Sätzen bitte. Und wenn man dann für sich und den anderen klar hat, was Minimalismus ist, will man das überhaupt noch?

Frau DingDong hat sich in ihrem letzten Blogbeitrag darüber Gedanken gemacht und den Versuch gestartet, es auf den Punkt zu bringen. Glücklicherweise gab es da noch den einen etwas älteren Beitrag, der eine Art Definition beinhaltet. Doch was ist mit uns? Mit dir und mit mir? Wie erklären wir diesen Begriff? Was verstehen wir unter einem minimalistischen Leben? Und hat das wirklich irgendwelche Vorzüge?

Einer der Kommentatoren bei Frau DingDong hat mich an ein Zitat von Niko Paech erinnert: “Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.” In seinem Buch “Befreiung vom Überfluss” kommt dieser Satz auch vor. Er hat mich – auch wenn er mir nicht mehr wortwörtlich präsent war – sehr geprägt. Denn im Kontext geht es nicht mehr nur um weniger Dinge, sprich höchstens 100Teile besitzen. Es geht um ein souveränes und unabhängiges Leben. Und wenn man einmal mit dem Reduzieren, Verschenken und Abgeben von Besitz begonnen hat, erkennt man plötzlich, was man alles nicht braucht. Das Leben verändert sich. Es entsteht eine Sehnsucht nach Unabhängigkeit und Echtheit. 

Wir haben gerade ein Haus gekauft. Dieses Haus ist alles andere als minimalistisch. Bis zur Regenrinne sammelt sich dort das Inventar einer älteren Damen. Als Minimalist hätte ich das Haus vielleicht nicht gekauft. Oder würde einfach alles in einen großen Container kippen, um auf meine 100 Teile zu kommen.
Stattdessen organisieren wir einen HausFlohmarkt, verschenken, verkaufen und geben diese Besitztümer an andere ab. Irgendjemand hat diese Gegenstände irgendwann einmal hergestellt. Zeit, Arbeit und Geld investiert. Egal in was, ob in die Schreibmaschine, das EtuiKleid aus den 60ern oder das kitschige StellDichHin. Ich mag nicht mehr einfach nur noch wegwerfen. Genausowenig, wie ich nicht mehr shoppen gehe. Ich kaufe, was ich brauche. Das wird immer weniger.

Im Zuge des Entrümpelns stelle ich immer wieder fest, wie zeit- und raumraubend Besitz eigentlich doch ist. Und ich befinde mich in dem Spagat einfach nur weniger haben zu wollen, aber gleichzeitig Nachhaltigkeit und Wertschätzung für die Dinge beizubehalten.

Soweit zu meinem Roman, wenn ich anderen Minimalismus erkläre. Und wie ist das bei euch? Was versteht ihr unter Minimalismus? Und wie erklärt ihrs euren Kindern bzw. dem anderen?

WWOOFen. Ein Erklärungsversuch.

IMG_0754“Wo ward ihr eigentlich den ganzen Sommer?”
“Wir kommen gerade aus Skandinavien.”
“Oh schön! Urlaub in Schweden. Oder Norwegen.”
“So überall. Wobei… Urlaub ist relativ.”
“Wieso das? Kein gutes Wetter? Hier hat’s nur geregnet.”
“Doch. Super!! Auch das Wetter. Aber Urlaub trifft’s nicht ganz. Nicht nur. Wir haben auch gearbeitet.”
Erstauntes Gesicht. “Im Urlaub?”
“Wir waren WWOOFen.”
“WWOOFen? Was ist das?”

Meine bisherige Definition: “So ‘ne Art work and travel. Nur auf ÖkoBauernhöfen bzw. bei Selbstversorgern.”

Ich glaube, diese Definition trifft es ganz gut. Dennoch versuche ich WWOOFen mal in diesem Beitrag etwas allgemeiner auszuführen:

Was bedeutet WWOOF? Die wortwörtliche Übersetzung lautet (derzeit): World Wide Opportunities on Organic Farms. Wobei ich im Netz auch noch andere, wenngleich ähnliche Ausführungen der fünf Buchstaben gefunden habe.

Was macht man da? Als WWOOFer erhältst du einen Schlafplatz und wirst außerdem für die jeweilige Zeit essenstechnisch mitversorgt. Im Gegenzug arbeitest du auf dem Hof mit. Meistens wird 6h am Tag mit angepackt und man hat 1-2 Tage in der Woche frei. Das wird gemeinsam besprochen. Manche Hosts haben sehr feste Zeiten, wieder andere sind sehr flexibel, je nach Jahreszeit und anstehenden Aufgaben.

Wo gibt’s das? Überall auf der Welt. Such dir ein Land aus und in der Regel gibt es dort eine Gruppe von Menschen, die – meist ehrenamtlich – das WWOOFen organisiert. Neuseeland, Schweden, Italien, Griechenland, Irland… Meist hat jedes Land seine eigene Internetpräsenz.

Wie werde ich WWOOFer? Zu der Internetplattform, gehört ein internes Forum für angemeldete Mitglieder. Die zahlen als Host oder auch als WWOOFer einen Jahresbeitrag, der zwischen 15€ und 25€ liegt. Die Gebühr variiert und wir mussten jeweils diese Beträge zahlen. Ob es noch höhere Beiträge gibt, kann ich nicht sagen. Erst durch diese Registrierung kommt man ins Forum und kann Hosts direkt anschreiben. Vorher kann man zwar die  jeweiligen Höfe anschauen und sich die Profile durchlesen. Aber ein Anschreiben ist aufgrund fehlender Kontaktdaten erst nach Bezahlung möglich.

Wie schreibt man an? Auf diesen Internetseiten steht meist beschrieben, wie eine Kontaktaufnahmen empfohlen wird. In unserem Eifer habe ich das erst nachdem ich zehn Höfe angeschrieben hatte, entdeckt. Wir haben damals, weil wir als Familie los wollten und längerfristig planen mussten, knapp vier Monate vorher den Kontakt über die Formulare gesucht. Aufgrund von Erfahrungen sollte man mindestens sechs Wochen vorher sich um eine Kontaktaufnahme bemühen. Meistens steht man über dieses Kontakt- oder auch das NachrichtenFormular der Plattform miteinander in Verbindung. Wir haben uns nachher mit den Hosts auch per Mail und Telefon abgesprochen und verabredet.

Und dann? Dann fährt man los und arbeitet mit. Die Aufgabenfelder sind so unterschiedlich, wie die Höfe und ihre Hosts. Es gibt große ApfelbaumPlantagen, Bed&Breakfasts, SelbstversorgerFamilien, Omas mit jeder Menge Land, Menschen, die alte BauernHöfe wiederbeleben wollen… Du kannst zum Reparieren eines Zaunes, zum Unkraut jäten, zum Aufbau einer SolarAnlage auf einer der Scheunen, zum Verarbeiten der Ernte oder zum Versorgern des Viehs eingesetzt werden. Wir wurden von allen Hosts immer gefragt, was wir gerne machen würden? Ob wir irgendwelche Themen- und damit auch Arbeitsschwerpunkte hätten? Ob wir was bestimmtes lernen wollten? Für uns als Familie war diese Zeit sehr wertvoll. Wir haben Literatur und Links genannt bekommen, auf denen sich unsere Hosts tummeln. Unser Wissen erweitern können und ein uns “fremdes” Leben teilen dürfen. Genauso waren wir ebenfalls eine Bereicherung. Nicht nur durch die getane Arbeit, sondern auch die Themen, das Wissen und die Quellen im Netz, die wir gerne weitergegeben haben.

Gibt’s unter euch jemanden, der auch schon WWOOFen war? Ich meine mich daran zu erinnern, dass der ein oder andere schon in anderen Ländern auf diese Weise unterwegs war. Was sind eure Erfahrungen? Teilt sie gerne in den Kommentaren mit!! Gerne auch mit Verlinkung zu den jeweiligen möglichen BlogBeiträgen.

Wer noch mehr Interesse am WWOOFen hat, der folgt am besten den folgenden Links:

WWOOF – Deutschland
World Wide Opportunities on Organic Farms
Auch nochmal in kurzer Zusammenfassung: Farmarbeit. WWOOF
WWOOF. Work exchange on organic and sustainable properties
WWOOF Sweden
WWOOF Norway

Viel Spaß! Es ist großartig!

WWOOFen. Station Eins.

Sie: “Das ist hier nicht richtig.”
Er: “Doch. Da stand doch der Dorfname.”
Sie: “Aber hier ist doch nichts.”
Schweigen.
Er: “Ja, ich weiß.”
Schweigen.
Sie: “Da! Das ist es bestimmt.”
Er… fährt weiter.
Sie: “Hej! Warum…”
Er: “Woher willst du wissen, dass es da war. Da stand doch nichts.”
Sie: “Ich weiß es. Es sah danach aus.” genervtes Aufseufzen.
Er: “Ich fahr noch bis zur nächsten Kreuzung.”
Sie: “Mhm.” genervtes aus dem Fenster schauen.
Irgendwann als die Straße keine Wendemöglichkeit mehr bietet, wird er langsamer und fährt die letzten 200m rückwärts, um in einer kleinen Einbuchtung die Fahrtrichtung zu ändern.
Zögerlich fährt das Auto auf das Gelände. Das Fahrzeug in der Einfahrt hat ein deutsches Nummernschild. Die Hosts waren nach Schweden ausgewanderte Deutsche. Sie könnte tatsächlich recht gehabt haben.

Ich hatte recht. 5 Minuten später öffneten uns unsere Hosts die Tür und zwei Familien standen sich etwas unschlüssig und unsicher, fast schon betreten gegenüber.

Die Autofahrt war lange, mein Mann etwas aufgeregt aufgrund der ersten WWOOFingStation und mein Bauchgefühl ließ mich zögern. Ich wusste nicht so ganz woran wir bei den beiden waren. Sie begrüßte uns und auch er hieß uns freundlich, aber zurückhaltend, willkommen.

Im weiteren Verlauf unserer Zeit dort kam ein bisschen heraus, woran diese anfängliche Vorsicht auf beiden Seiten rührte: Wir wussten beide nicht, was wir erwarten sollten. Unsere Hosts hatten ein kleines Kind und den Kontakt und Emailverkehr hatte ich nur mit ihr geführt. Sie wusste, dass wir schwanger waren und auch, dass wir mit zwei kleinen Kindern anreisen würden. Dennoch schien sie gespannt und neugierig, wie die anstehende Woche wohl werden würde. Er wusste ebenfalls von unserem Status, wenngleich er der Sache nicht ganz so positiv, eher skeptisch gegenüber zu stehen schien.

Auf so einem SelbstversorgerHof gibt es schließlich viele Geräte, Pflanzen und vor allem junge Obstbäume, die kaputt gehen bzw. von kleinen Kinderhänden schnell zerstört werden konnten. Dinge, für die unsere beiden Hosts lange gearbeitet hatten und an denen verständlicherweise ihr Herz hing.

Mich hemmte diese sich nachher bestätigende Vermutung für den Grund der Zurückhaltung und löste zeitgleich den Wunsch aus, eben nicht die “HorrorFamilie” abzugeben, sondern den beiden in den kommenden 5-6 Tagen eine Hilfe zu sein. Auf gar keinen Fall durfte irgendetwas kaputt gehen. Meinem Mann ging es ähnlich. Diese erste Woche führte uns vor Augen, wie anstrengend das WWOOFen als Familie sein konnte.

Meine Betonung liegt dabei auf “als Familie”. Ich hatte unterschätzt, wie schwierig es sein konnte, die beiden kurzen Kerle “bei der Stange zu halten”. Erdbeeren pflücken? Klar, gerne!! Für 3 Minuten. Keinesfalls länger. Unkraut jäten? Klar. Immer. Im Rausreißen von Pflanzen, Blumen, Abreißen von Blättern und Zweigen sind meine Kinder ganz große klasse. Aber gewolltes Entfernen? 2 Minuten. Inklusive ZucchiniBlatt. Aber schließlich sind sie ja auch noch klein. Noch nicht einmal Schulkinder. Zwei wilde Jungs, denen nach Entdecken, Dinosauriern und Abenteuern ist und war!

Die Herausforderung bestand darin, irgendwie eine Balance zu finden und am Ende der Woche hatte ich das Gefühl, es geschafft zu haben. Von beiden Seiten war es uns gelungen aufeinander zuzugehen und einzugehen. Das war sehr wertvoll. Zumal wir festgestellt haben, an vielen Stellen auf einer ähnlichen “Welle” zu liegen. Sei es bzgl. des europäischen und globalen Wirtschaftswesens, des Vegetarismus oder des reduzierten bzw. bewussten Lebens.

Unsere Aufgaben bestanden darin:
Erdbeeren zu pflücken.
Marmelade einzukochen.
Johanniskraut zu sammeln und zum Trocknen aufzuhängen.
Schafen den Stall fertig zu machen.

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Eine CarPortEinfahrt aus all den herumliegenden …

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großen Steinen zu bauen.

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Holz aus dem Wald zum Zerkleinern heranzuschaffen.

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Gewächshaus und Küchengarten vom Unkraut zu befreien.

Getrocknete Pflanzen wie Pfefferminze, Oregano und Scharfgarbe zu Tee und Gewürz zu zerkleinern.

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Abends die Küche für den kommenden Tag wieder herzurichten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Hof ist sehr liebevoll hergerichtet. Mit zwei Stugor bestand genügend Platz mehrere WWOOFer zur selben Zeit einzuplanen. Draußen gab es eine FreiDusche. Das Wasser wurde im Haus mittels Gießkanne vorbereitet. Mit einem Wasserkocher ließ sich das Wasser entsprechend warm-heiß mischen. Durch Aufhängen der Gießkanne wurde geduscht. Uns war das Duschen zu freizügig, zumal sie direkt vor dem Wohnhaus liegt und trotz Weidenzäunen genügend Blicke durchlassen konnte. Also ging’s fast tgl. an den See. Zum Glück hielt die SchönWetterFront noch immer mit ihren 25-30°C an.

IMG_0790Die Toilette war ein Plumpsklo. In unserer gesamten Zeit des WWOOFens gab es auf den SelbstversorgerHöfen eigentlich nur PlumpsKlos. Und ich muss sagen, dass ich sie nicht so furchtbar fand, wie die StehToiletten auf französischen CampingPlätzen.

Wir haben uns viel auf dieser ersten Station unterhalten. Über Permakultur, Selbstversorgung in Teilen und nicht zu 100% oder auch die Themen windelfrei und Schwangerschaften im europäischen Ausland.

Meine Schlussfolgerungen zu diesen Themen nach unserem Abenteuer:
* Ich muss mich bzgl. Permakultur schlau machen.
* Selbstversorgung in Teilen finde ich persönlich sinniger. Sie ist gesellschaftsfähiger, sogar gemeinschaftsfördernder als alles aus eigener Hand herstellen zu wollen.
* Kein anderes europäisches Land scheint so einen ausgeprägten SchwangerschaftsVorsorgeApparat zu haben, wie Deutschland.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAIch war froh, als diese erste Woche rum war. Wir hatten nichts zerstört, wir hatten ein wenig Hilfe sein können und trotz anfänglicher Anlaufschwierigkeiten eine gute Zeit zusammen gehabt. Zumindest von unserer Seite aus. Das Essen vermisse ich heute noch ein wenig. Das war richtig gut und ich habe erstmals Frauenmantel und Giersch verzehrt. Seitdem habe ich jede Wiese in Skandinavien und Deutschland nach entsprechenden Wildpflanzen abgesucht und beides auch schon entdeckt. Sogar die Jungs haben sich das Äußere dieser Blätter eingeprägt. Buchweizen erkannte ich nun auch. Vor allem roch ich ihn schon von weitem. Aber danach, freute ich mich erstmals auf den Urlaub. Wir waren in dieser Woche weiterhin innerlich runtergefahren. Aber der Druck, den wir uns gemacht haben, dass unsere Kinder bloß nichts kaputt machten, wie z.B. die eine Kirsche, die am jungen Kirschbaum hing, war nicht zu unterschätzen. Wir freuten uns auf den Urlaub im Süden Schwedens am Meer.

WWOOFen. Ankunft in Schweden.

Bevor wir tatsächlich Deutschland hinter uns lassen konnten, hatte ich das dringende Bedürfnis zumindest festzustellen, ob die Entwicklung des kleinen Wesens in mir zeitgerecht, positiv oder auch gesund verlief. Vor allem und gerade wegen der Fehlgeburt, die etwa ein halbes Jahr zurücklag. Daher verlängerten wir unseren Aufenthalt um eine Woche und warteten den entsprechenden Arzttermin ab.

Diese Woche war sehr anstrengend. Erschöpft vom Umzug, dem eine Woche davor durchgeführten Drehtag mit dem ORF und der starken Übelkeit, habe ich täglich nur in den Seilen gehangen. Untergekommen waren wir bei unseren Familien, die selber – vermute ich – nicht so ganz wussten, was sie von dieser Vielzahl an Veränderungen und Entscheidungen in unserem Leben halten sollten. Nach einer Woche war es dringend notwendig aufzubrechen. Am Tag der geplanten Abreise verdarb ich mir jedoch so richtig den Magen. Statt vorzuschlafen und schließlich im Auto auf dem Weg gen Norden zu sein, hing ich in regelmäßigen Abständen über der Kloschüssel und fiel jedes Mal erschöpft ins Bett.

Am Tag danach waren wir noch nicht sicher, worum es sich handelt. MagenDarmInfekt, Magen verdorben? Obwohl ich wirklich am Ende war, hatte ich das Gefühl, dass wir endlich los mussten. Also schliefen wir vor, setzten uns nachts ins Auto und fuhren los. Endlich!

Zunächst verbrachten wir drei Tage in einem viel zu warmen Ferienhaus. Man mag es nicht glauben, aber den gesamten Juli über hatten wir etwa 30°C, Sonne und ich dachte, wir sind im falschen Film. Zwei Stunden, bevor wir zu unseren ersten drei CampingTagen im Zelt aufbrechen wollten, schmiss der kleinste Kerl den Flachbildschirm vom Fernsehschränkchen. Diese Möbelstücke, die es manchmal auch mit Rollen gibt, wisst ihr was ich meine? Der Kleinste hatte diese Rollen entdeckt und wollte mal ausprobieren, wie weit sich das Ding schieben und ziehen lässt. Der mit der Wandsteckdose verkabelte Flachbildschirm hielt davon nichts und rasselte mit lautem Gepolter hinten hinunter. Drei Tage vor der Übertragung des FußballWMFinales, das drei Frauen von hier aus mitverfolgen wollten. Zum Glück ging nichts am eigentlichen Bildschirm kaputt. Ein Kabelstecker riss ab, der die Nutzung des DVDPlayers möglich gemacht hätte. Ja. Meine Kinder kennen das nicht. Weder den Fernseher im Wohnzimmer. Noch diese Schränkchen. Das erste Mal blitzte der Gedanke in mir auf, dass Minimalismus vielleicht doch nicht so ideal sein könnte. Doch auf dem Weg weiter gen Norden verblasste dieser Gedanke sehr, sehr schnell. Schneller als er gekommen war und wir freuten uns auf unser erstes Campen.

Doch auch hier stellten wir schnell fest: Wir waren einfach noch nicht angekommen. Immer noch völlig erschöpft und viel zu schnell überreizt, versuchten wir unseren Platz zu finden. Im zweifachen Sinne; sowohl das Einrichten des PyramidenZeltes und Organisieren des Kofferraumes als auch unsere Rolle als deutsche Familie auf einem schwedischen Campingplatz. Die ersten zwei Nächte dachte ich wirklich: “Wir müssen wild campen. Unbedingt.” Meine Kinder hielten nichts von Nachtruhe und wir waren gefühlt die Letzten, die irgendwann um 22:30h Ruhe gaben. Es kam mir jedes Mal wie eine Ewigkeit vor, dass im Zelt endlich, endlich Ruhe herrschte. Der Mann hatte jeden Abend, ab dem Zeitpunkt der Abenddämmerung (gegen 19h) einen Puls von 180 und das gefühlte vier Stunden lang, bis die kurzen Kerle schliefen. (Ich machte mir nicht nur einmal Sorgen, dass er gleich anfängt nach Luft zu schnappen und ich ihn reanimieren müsste.)

GedankenExkurs: Die erste Woche Ausland und von unserer AbenteuerReise war sehr, sehr anstrengend. Ich habe mich die vergangenen Wochen oft gefragt, ob ich das alles hier so schreiben soll und kann? Ob es nicht dumm ist? Zu ehrlich? Ich dann zu angreifbar? Ich fragte mich, was für ein Bild will ich bei meinen Lesern hinterlassen? Ausmalen? Bei all denen, die schon im Vorfeld uns eine schöne Reise gewünscht hatten, gespannt waren, was wir zu berichten haben werden oder selber klar äußerten, sich so ein Abenteuer aktuell nicht in ihrem Leben vorstellen zu können?
Letztendlich stand immer fest, dass entweder alles geschrieben wird – die ungeschminkte Wahrheit – oder aber nichts. Weil wir aber tatsächlich so viele tolle Leute kennengelernt und ich für mich als rage und auch als Mutter viele Aha!-Momente erlebt habe, kommt nur Ersteres in Frage.

Wir waren schon viel zu zweit zelten. Aber noch nie zu viert und nur einmal zu dritt. Wir waren es gewohnt, uns nicht als Deutsche zu erkennen zu geben und möglichst nicht aufzufallen. Ich empfinde es immer als anstrengend, wenn man Deutsche schon von Weitem über den gesamten Zeltplatz rufen hört. Auch mit der Einstellung im AuslandsUrlaub in einem fremden Land nur auf deutsch zu kommunizieren, tue ich mir schwer. Doch jetzt waren wir diejenigen, die man durch ihre erzieherischen Maßnahmen schon aus 20Metern Entfernung als deutsche Familie mit kleinen Kindern ausmachen konnte. Daran musste ich mich gewöhnen. Das musste ich hinnehmen, um meinen Kindern und ihren Trotz- und VerweigerungsPhasen mit Geduld und ein bisschen Gelassenheit begegnen zu können. (Und gleichzeitig in Liebe meinem Mann die Hand auf den Unterarm zu legen und beruhigend auf ihn einzureden, wenn denn die Knots und Mücken über ihn herfielen.)

02_tiveden-0002_tiveden-02Und siehe da: Meine damit einhergehende Ruhe hatte auch auf den Rest der Familie Auswirkungen und wir begannen uns zu erden. Gegenseitig. Wir entdeckten plötzlich die Natur im Tiveden Nationalpark. Ein NaturschutzGebiet zwischen den beiden großen Seen Vänern und Vättern. Meine Übelkeit ließ nach und damit auch meine Gereiztheit. Wir entdeckten schnell, wie wir durch ein besseres Zeitmanagement den Mücken aus dem Inneren des Zeltes zuwinken konnten und schliefen erstmals seit Wochen 10-12h am Stück. Wir fuhren tatsächlich innerlich runter und konnten uns auf die am nächsten Tag anstehende WWOOFingStation mental vorbereiten und einlassen. Wie würden die Hosts uns willkommen heißen? Würden wir in den ersten Minuten das Bild der HorrorFamilie hinterlassen? Oder das von einer Familie, die von Liebe bestimmt ist und Lust auf ein Abenteuer hat?

WWOOFen. Wie alles begann.

IMG_1004Vor zwei Jahren entstand die Idee, nicht auszuwandern, sondern ein paar Monate im Ausland als Familie unterwegs zu sein. Am besten bevor uns der wenig flexible Alltag der Schulzeit erwartete.

Ende letzten Jahres war es soweit. Jedoch nicht sofort. Wir hatten vor uns nach der Schwangerschaft zu fünft in dieses Abenteuer zu stürzen. Unsere Fehlgeburt änderte alles. Meine Welt stand Kopf und ich wollte nie wieder irgendetwas Schönes machen. Ich konnte mir zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen, dass ich nochmal irgendetwas schön finden könnte.

An Weihnachten war da dann dieses Gefühl. Dieses Gefühl von Unruhe und die Frage: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wann dann?

Ich fand keine Antwort. Der Gedanke, “Dann eben, wenn ich 55 Jahre alt bin und die Kinder aus dem Haus sind.”, konnte unzufriedenstellender nicht sein. Die Entscheidung es dieses Jahr umzusetzen, brauchte von da an nur noch ein wenig Zeit. Das Herz schrie: “Ja, ich will! Jetzt.” Aber dann war da noch so vieles zu bedenken und zu organisieren.

Der Job. Der machte dem Ehemann zu schaffen. Der Gedanke seine Chefs um vier Monate Elternzeit zu bitten, die ihm noch von einem der Kerl zustanden, verursachte Schlaflosigkeit, Übelkeit und das Gefühl “Ich kann das nicht.”. Auch die Vorstellung seinen Kollegen von diesem Vorhaben zu berichten, veränderte nicht die Gefühlslage, sondern verschärfte das Bedürfnis aufgrund von Loyalität alles beim Alten zu belassen. Nicht auffallen. Nicht aus dem Raster fallen. Einfach die 40StundenWoche durchziehen und vielleicht die ein oder andere nicht verwendete Überstunde machen. (Ok, es sind nur “34h”, da er seine Woche von 5 auf 4 Tage verkürzen durfte. Als wäre das nicht schon auffallend genug…)
Die Reaktion der Chefs war erstaunlich. Natürlich: Wenn ein Mann an Bord fehlt, muss die Arbeit auf die anderen Schultern verteilt werden. Das ist mit Mühe, Umorganisation, höherer Belastung der anderen und Veränderungen verbunden. Dennoch waren sie positiv gestimmt, fanden die Idee toll und bedauerten sogar ein bisschen, die Gelegenheit selber nicht genutzt zu haben. Hindernis Eins überwunden.

IMG_9419Die Wohnung. Zuerst dachten wir:” Ach, wir lassen die Wohnung einfach weiter laufen. Zahlen das Geld, sofern wir keinen Untermieter finden.” Diese Einstellung mag sich verschwenderisch anhören. Ist sie auch durchaus. Allerdings muss ich dazu sagen, dass wir wirklich eine wunderschöne Wohnung hatten. Ein komplett biologisch saniertes Bauernhaus auf dem Land. Es war in der Tat ein kleiner geschützter Rückzugsort. Eine Oase trotz dem ein oder anderen Makel. Wenngleich es durchaus Gründe gab, ihn einzutauschen gegen ein Abenteuer, wie wir es planten. Beim Durchrechnen der Finanzen und dem steigenden Bewusstsein, dass uns das Projekt vermutlich doch an die gesparten Reserven gehen lassen würde, veränderte sich diese Einstellung zunehmend. Irgendwann entschieden wir, dass wir das Gespräch mit dem Vermieter suchen sollten. Vielleicht war ein finanzielles Entgegenkommen seinerseits ja möglich? Schnell stellte sich jedoch heraus, dass dem nicht so war und beide Parteien auf das jeweilige Geld angewiesen waren. So entstand der Entschluss die alte Wohnung zu kündigen und wir begaben uns auf die Suche nach einem neuen Stückchen gemietete Heimat.

In der Gegend, in der wir lebten, gestaltete sich die Suche nach einem ähnlichen Ort schwieriger als erwartet. Sowohl preislich als auch die Ansprüche, die sich im Laufe der vergangenen fünf Jahre durch ein Leben in diesem gesunden RaumKlima entwickelt hatten. Es gab einfach keine adäquate WohnAlternative. Nur eine taten wir bei unserer Suche auf, die dann jedoch gleichzeitig einen Umzug bedeutet hätte, der neben dem Ortswechsel auch einen Kindergartenwechsel und diverse andere Veränderungen sozialer Infrastruktur mit sich gebracht hätte. Dazu konnte ich mich nur schweren Herzens durchringen. Schließlich begannen unsere Freunde, Bekannte und Nachbarn uns den Kauf eines Hauses nahe zu legen. Etwas, was wir kategorisch für uns ausgeschlossen hatten. Nachhaltige, finanzielle und gesellschaftliche Gründe hatten zu dieser Entscheidung geführt. Mal abgesehen davon, dass keines der vorgeschlagenen und von uns besichtigten Häuser in unser “BeuteSchema” passte, das wir uns schlussendlich erarbeitet hatten. Und dann, dann war da dieses etwa 100 Jahre alte Haus… Kurzum: Wir kauften ein Haus. Hindernis Zwei abgehakt.

und Knetausstecher zuordnen.

Der Kindergarten. Während all der Suche nach einem neuen WohnOrt wurde auch die KindergartenFrage immer brisanter. Was würden die Erzieherinnen von diesem Plan halten? Wie würde die Reaktion ausfallen? Würde der Platz einem anderen Kind zur Verfügung gestellt werden? Zwischendrin die Unsicherheit, ob wir diesen Kindergarten auch nach unserem Projekt weiter besuchen können würden. Wir hatten uns zu diesem Abenteuer entschieden, weil uns klar geworden war, dass es der einzige Zeitpunkt war, um noch vor dem SchulAlltag so lange als Familie unterwegs sein zu können. Ich wollte meine Kinder einfach nicht zu sehr entwurzeln. Die Reaktion der Erzieherinnen und auch der Leiterin hätte nicht positiver ausfallen können. Sie waren ebenfalls, ähnlich den Chefs, begeistert von der Idee, sahen viel Entwicklungs- und Erfahrungsspielraum für die Kerle und kamen uns in vielen Fragen mit Rat und Tat wohlgesinnt entgegen. Das war großartig. Hindernis Drei war also gar kein wirkliches.

Die Freunde, Verwandten und Bekannten. Letztes Jahr, sogar Anfang dieses Jahres hatten wir beide große Bedenken unserer Umwelt von diesen Plänen zu berichten. Von Freunden hatten wir erfahren, wie schwierig die familiäre Situation aussehen konnte, wenn die Verwandtschaft Entscheidungen dieser Art nicht nachvollziehen, geschweige denn gutheißen konnte. Selber haben wir allein zwei befreundete Familien, die uns etwa ein halbes und die andere ein ganzes Jahr zuvorgekommen sind; und zwar mit ähnlich gearteten Abenteuern. Einmal ging es neun Monate durch Skandinavien bis ans Nordkap. Das andere mal quer durch Australien auf dem Weg zurück nach Deutschland.

Als wir erstmals in der Familie von der Idee berichteten, hatten wir daher schon längst die Entscheidung für uns gefällt, dass wir uns auf dieses Abenteuer einlassen und begonnen die angeblichen Hindernisse Job und Wohnung anzugehen. Im Nachhinein halte ich es für wichtig und richtig – für uns – Familie und Freunde vor vollendete Tatsachen gestellt zu haben. Ich glaube, wir hätten unsere Pläne vielleicht wieder verworfen, weil wir an einem zu frühen Punkt mit möglichen Unwägbarkeiten und Unannehmlichkeiten, die ja hätten auftreten können, konfrontiert worden wären.

Die Skeptiker und Kritiker meldeten sich dadurch erst recht spät zu Wort oder konnten erst während alles angerollt war zweifelnde Blicke, hochgezogene Augenbrauen oder ähnliche Gesichtsregungen von sich geben.

Es gab aber auch die Begeisterten. In der Regel die Menschen, von denen man es nicht in der Weise oder der Intensität erwartet hätte. Angefangen bei den Chefs und Erzieherinnen, über BlogLeser und adoptierte Omas bis hin zu Nachbarn und Dorfmitgliedern. Nicht zu vergessen die befreundeten Familien, die selber schon unterwegs gewesen waren und uns Mut machten auf unser Herz zu hören und darauf vorbereiteten, dass Gegenwind in einer solchen Sache einfach dazu gehört. Hindernis Vier löste sich also auch in Luft auf.

IMG_0777Die Suche nach einem passenden WWOOFingHost. Würde uns überhaupt jemand nehmen? Gab es WWOOFingHosts, die auch eine ganze Familie, mit ziemlich kleinen Kindern nehmen würden? Wir schrieben etwa 10 verschiedene Hosts in Skandinavien an, deren Profil uns neugierig gemacht hatte. Ich schilderte unsere Situation, den Wunsch diese Auszeit zu nehmen, zu wissen, dass wir als Familie vermutlich nicht die volle ArbeitsKraft einsetzen können würden, wie Singles, Studenten oder Pärchen. Dennoch würden wir uns gerne auf dieses Abenteuer einlassen, gerne so viel arbeiten, wie mit zwei Kindern möglich und freuen, wenn Interesse bestünde uns zu nehmen.

In der Tat gab es die ein oder andere Absage. So mancher meldete sich gar nicht erst zurück, was ich entweder unter “kein Interesse” oder aber “Message nicht erhalten” verbuche. Die Hälfte der angeschriebenen Hosts waren positiv gestimmt und freuten sich, eine Familie als WWOOFer diesen Sommer dabei haben zu können. damit hatten wir fünf Station verteilt auf zwei Monate (Der Zeitraum des Abenteuers hat sich durch den HausKauf um zwei Monate verkürzt.) . Hindernis Fünf war also auch nur ein vermeintliches, stattdessen trat man uns mit offenen Armen entgegen.

Anfang Juli ging es los. Die Mietwohnung war geräumt, das gekaufte Haus nur noch durch einen Spalt zu betreten, Koffer und Rucksäcke gepackt und alle Kerle schon ganz furchtbar aufgeregt. Der Kindergarten wusste Bescheid, Freunde wünschten uns eine schöne Zeit und so mancher dachte: “Ok, wer’s braucht, der geht unter Schafe und arbeitet im Pferdemist. Ihr habt es ja so gewollt und euch dazu entschieden.” Ich war nur froh, dass gerade die Kritiker und Skeptiker größtenteils nicht wussten, dass ich schwanger war. (Und zwar so richtig.)

BlogPause

Hier kommt meine SommerBlogPause. Ich weiß noch nicht, wie lange. Doch fürs erste brauchen wir hier alle eine Pause. Und zwar von allem. Vom Schreiben, vom KrankSein, vom Packen, vom Umziehen, vom Erziehen, vom Schimpfen, vom Toben, vom Kochen, vom Arbeiten, vom Alltag…

Ich muss hier rausIch muss hier raus. Auch mal aus meinem Blog. Um euch die ein oder andere GedankenIdee auch wieder etwas geordneter präsentieren zu können.

Ich danke euch für alles Lesen, Kommentieren, Mailen. Vielleicht sehen wir uns in Hamburg. Ich hoffe sehr, wir lesen uns nach meiner SommerPause. Meine BlogRoll habe ich in den vergangenen Monaten leider sehr vernachlässigt. Aber vielleicht findet ihr ja trotzdem was zum Stöbern, Nachlesen, Mitdenken.

Ich freu mich weiterhin sehr über eure Kommentare. Wenn ihr was wozu denkt, hinterlasst gerne einen Kommentar. Und jetzt: Adé! Bis irgendwann Ende Juli.

Die umweltfreundlichste Stadt

Vor ein paar Wochen bekam ich einen Link zugesandt, in der eine Grafik Fakten zur umweltfreundlichsten Stadt der Welt zusammenstellt. Aus irgendeinem Grund musste ich sofort an Irland denken. Klar, keine Stadt, aber ein Land, in dem der durchschnittliche Verbrauch von Plastiktüten bei nur 18 Stück jährlich liegt. Deutschland mit seinen 71 Plastiktüten pro Kopf im Jahr kann da nun wirklich nicht mithalten.

Jedenfalls wollte ich euch die Grafik nicht vorenthalten, denn ich fand sie
1. schön anzusehen und
2. hat sie mich nachdenklich gemacht. (Mal wieder.)

Denn zuerst war mir nicht ganz klar, wie ihre Kernaussagen lauten und wofür sie grundsätzlich dienen soll? Ich kann auch nicht sagen wie fundiert das DatenMaterial für die Grafik und ihre Ergebnisse ist. Aber ich weiß, dass wir viele umweltfreundliche Städte auf diesem blauen Planeten benötigen. Es ist toll und vorbildlich, wenn

  •          Kopenhagen weltweit am striktesten recycelt,
  •          New York mit 855 Vehikeln die größte Hybridbus-Flotte einsetzt und
  •          Amsterdam weltweit das wenigste Wasser verschwendet.

Es gab in den vergangenen drei Jahren Momente, in denen ich erstmals gedacht habe, “Ich kann als Einzelne nichts erreichen. Wenn, dann muss ich in die Politik, um was zu reißen.” Inzwischen denke ich, das stimmt so nicht.
Mein Umfeld verändert sich, ob durch mich oder durch Trend oder eigene Aha!-Momente. Aber es hinterlässt ein neues Gefühl. Das Gefühl und das Wissen, dass es nicht umsonst ist, sich für WeltFairänderung einzusetzen.

Wir wollten dieses Jahr einige Monate ins Ausland. Dort arbeiten und Urlaub machen. Eigentlich mit dem Auto. Als Familie. Wir waren kurz davor alles mit dem Rad zu bewerkstelligen. Nur die Distanz von 3000km für einen Weg und der Zeitrahmen von max. vier Monaten, hat uns davon abgebracht.

Was denkst du über Umweltschutz und Urlaub? Wie macht ihr Urlaub? Oder geht Reisen? Stadt oder Land? Per pedes oder Flugzeug?

SommerSpielIdeen für drinnen

Die meisten von euch assoziieren mit SommerSpielIdeen vermutlich eine Reihe von “OutdoorSpielVorschlägen”. Mit Recht wie ich finde. Ich habe für mich und meine Kids jedoch festgestellt, dass ich gerade im Sommer auch die ein oder andere “IndoorSpielIdee” parat haben muss.

Denn 1. vertrage ich (mein HautTyp) die starke Sonne und Wärme nicht. Außerdem fehlt mir 2. oft bei meiner Suche im Netz die ein oder andere Idee, die sich auch innerhalb meiner vier Wände durchführen lässt, während draußen MittagsHitze herrscht. Mal abgesehen davon, liegt mir 3. meine Hautärztin immer wieder in den Ohren zwischen 11Uhr und 15Uhr direkte Sonneneinstrahlung zu meiden.

In der Regel lassen wir uns dann erst gegen 16Uhr, manchmal auch erst um 17Uhr draußen blicken. Dann werden Fallen gebaut, Regenwürmer gesucht, Blumen gegossen, mit Wasser geplantscht, Fußball gespielt und Fahrrad gefahren. Für diese Augenblicke brauche ich schlichtweg keinen Einfallsreichtum.

Meine Kinder hingegen davon zu überzeugen, dass wir noch nicht um 14Uhr oder 15Uhr vor die Tür gehen, gerade als Kleinkinder, das fand ich immer sehr anstrengend und schwierig. Bis ich Montessori für uns entdeckte und die Freude der Kurzen am selbständigen Tun und Ausprobieren. Aus einer Reihe anderer Ideen, entstanden aktuell zwei, drei SpielIdeen, die sich für uns Zuhause perfekt anbieten, um die zwei Stunden Hitze und Sonne drinnen “auszusitzen”.

Das große Sortieren. Inzwischen versuchen wir alles zu sortieren. Es gibt ein nettes kleines BildbandBuch, in dem einfach mal sortiert wird. Alles sortiert wird. Denn wirklich alles lässt sich sortieren. Nach Form, nach Farbe, nach Größe, nach Länge, in Reihen, in Häufchen, würfelförmig oder kreisförmig. Den Ideen sind da keine Grenzen gesetzt.

Das konzentrierte Zuordnen. Manchmal zeichne ich auf Tonkarton die Umrisse der Spiel- und Haushaltsgegenstände ab, die aktuell bei den Kerlen gerne bespielt werden. Oder wir bauen kuriose, phantasievolle duploGestalten, die abgemalt werden. Sind die Steine dann erstmal wieder zerlegt, soll so nachgebaut werden, dass die Gestalt zum vorliegenden Umriss passt.

Das wilde Toben. Aber dazu braucht ihr keine Anleitung, oder? Bei uns läuft alles wie wild durch die Wohnung, bewirft sich mit Kissen und stürzt übereinander her. Das geht allerdings auch nur in einem entsprechend reduzierten Haushalt. Zu viel Deko und Nippes, schränkt das IndoorFußballspiel im Wohnzimmer schon sehr ein.

Ich wünsch euch einen schönen Sommer. Und wenn ihr noch die ein oder andere SpielIdee für drinnen im Sommer habt: Bitte immer her damit. Ich freu mich auf IdeenVielfalt.

Sonnenglas.

Letztes Jahr auf dem Weg in den Urlaub haben wir bei Freunden Halt gemacht. Wir übernachteten dort auf der “Diele” und hatten vor in den dunklen frühen Morgenstunden weiterzureisen. Wider Erwarten konnten die Kerle nicht einschlafen. Sie brauchten Licht, doch bis auf das große Licht von der Decke gab es einfach kein kleines SteckdosenLicht oder ähnliches. (Bis dato hatten sie ein solches auch nicht gebraucht.) Unser Freund kam mit einem Einmachglas um die Ecke, das wir anmachen könnten. Bitte wie? Wir müssten nur den Kontakt umlegen und das Glas würde leuchten. Wenn wir es ein wenig vom Bett entfernt hinstellten, würde es auch nicht wach halten. Aha.

imageSo lernten wir vor etwa einem Jahr das Sonnenglas kennen. Es handelt sich dabei um ein Einmachglas, dessen Schraubver-schluss mit Solarzellen ausgestattet ist. Diese laden tagsüber – natürlich in der Sonne – LED-Akkus auf, die abends durch das Umklappen eines Kontakts aktiviert werden und die LED-Leuchten für einige Stunden Licht verströmen lassen.

Ich fand diese Idee großartig, originell, grün und wir beschlossen, uns ebenfalls eins zu kaufen. Unsere Freunde kamen uns zuvor und beschenkten uns zu unserem Jubiläum mit diesem Licht. Bis heute handelt es sich hierbei für uns um das am meisten genutzte Geschenk, der damaligen GartenParty, wie wir jetzt im Nachhinein feststellten.

Obwohl wir keine GartenSitzmöbel besitzen, uns abends selten in der Dämmerung oder im Dunkeln draußen aufhalten und obwohl wir keinen Balkon haben, nutze ich das Sonnenglas täglich; ich meine abendlich. Inzwischen steht es im Schlafzimmer auf der Fensterbank. Dort lädt es von morgens bis abends Sonnenlicht auf und abends liege ich im Bett und kann ohne elektrisches Licht, ohne Kerze im Bett lesen.

Im Winter dachte ich zuerst, dass mein Sonnenglas vielleicht kaputt sein könnte, obwohl wir es doch noch gar nicht lange hatten. Das hat mich damals wirklich geärgert. Doch nach einer kurzen Nachfrage erhielt ich über einen meiner SocialMediaKanäle sofort die Rückmeldung, dass es durchaus an dem Winkel und der Intensität der Sonneneinstrahlung liegen könnte. Schon damals stand unser Glas auf der Fensterbank. Aber klar, die Sonneneinstrahlung war damals eine andere als jetzt im Juni. Ich fand es super, dass sich gleich jemand um mich und mein Problem gekümmert hat. Ich sollte es noch ein paar Mal probieren und wenn ich den Eindruck hätte, es sei defekt, den Deckel bitte einschicken. Sie würden mir einen neuen einwandfrei funktionierenden zuschicken. Das war im Januar.

Ich habe damals entschieden, auf das Frühjahr zu warten. Und siehe da: Seit März erhalten wir durch das Sonnenglas wieder einwandfrei Licht. Ob es in der Leuchtdauer Unterschiede gibt, kann ich nicht beurteilen. Bislang brauchte ich das Glas nicht länger als zwei Stunden am Stück und die hat es seitdem ganz gut hingekriegt.

Ich mag solche Ideen. Ganz oft wünschte ich, dass ich mein Notebook auch mittels Sonnenenergie oder Wind oder Wasser aufladen könnte, so dass es danach auch noch funktioniert.
Die Sonnengläser kommen aus Afrika. Manchmal frage ich mich, ob das wirklich notwendig ist? Ob ich den Menschen, die in dieser Firma beschäftigt sind, wirklich einen Gefallen tue, indem ich ihr Produkt kaufe? Finanziell? Gesundheitlich? Denn ich weiß nicht, ob es mit Risiken verbunden ist, eine Solarzelle, in einen Einmachglasdeckel zu bauen. Ich weiß nicht, ob mit gesundheitlich bedenklichen Stoffen gearbeitet wird. Aber das wüsste ich auch nicht, wenn sie hier in Deutschland gebaut würden. An dem Punkt stört mich die Unübersichtlichkeit unserer Welt. Ein wenig. Und ich stelle fest: Ich sollte die Mitarbeiter hier in Deutschland einfach mal fragen.

Jedenfalls: Als am 29.März 2014 von 20:30 bis 21:30 an vielen Orten dieser Welt die Lichter ausgingen, hab ich mich sehr über mein Sonnenglas gefreut. Die Earth Hour hat mich nochmal sehr nachdenklich gemacht. Wir befinden uns in unserem Leben auf diesem Planeten immer wieder in Zwiespälten. Das ist einfach so. Gehört vielleicht auch so – um es mal umgangssprachlich zu benennen.
Die einen sagen, wir müssen auf unseren energetischen Konsum aufmerksam machen: Lasst uns die Lichter ausschalten. Wieder andere rufen: Das bringt doch nichts. Außer einen Zusammenbruch der Stromnetze. ( was von Wissenschaftlern und Stromversorgern allerdings widerlegt wurde) Wir müssen langwierig umstellen; auf Energiesparlampen und Ökostrom.

Ich glaube, es zählt beides. Zumindest ist das meine aktuelle Einstellung. Wir sollten aufmerksam darauf machen, dass wir nur diesen einen und keine 3-5 blaue Planeten haben. Wir sollten Energie sparen und ÖkostromAnbieter zählen unbedingt dazu, wenn es darum geht, konkret zu werden. Und wir sollten reduzieren. Ja, ja, ja. Ihr mögt denken: “Jetzt kommt sie wieder mit ihrem Reduzieren.” und “Das ist einfach nicht mein Ding.” oder “Man kann es auch übertreiben.”
Aber ehrlich: Ich verstehe bis heute nicht, warum in allen größeren Städten riesige blinkende LeuchtReklameTafeln stehen müssen. Warum verzichten wir nicht mit, indem wir uns vornehmen, ins Bett zu gehen, wenn es draußen zu dunkel wird? Im Sommer zumindest. Wieviel Strom wir dadurch sparen könnten.

Unser aktuelles Ziel ist es: Kein Licht mehr zu betätigen. Nur noch, wenn absolut notwendig. Und zwar bis August. Im September wird das aus privaten Gründen und renovierungstechnischen Gründen nicht so einfach. Mal abwarten.

Wie spart ihr Strom? Durch welche Verhaltensweisen? Oder vielleicht auch durch Geräte wie das Sonnenglas? Was haltet ihr von der Earth Hour? Schon mal davon gehört und mitgemacht?

Reduzierter Flur

Ich könnte jetzt sagen: So, sieht unser Flur aus. … Immer…

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Das wäre gelogen. Die Kerle, wir als Familie, ich oder mein Mann, sind viel draußen. Entweder im Garten oder auf der RunningPiste oder auf dem Spielplatz oder im Wald oder oder oder. Dementsprechend liegt in unserem Flur und in unserem Spint (ein kleiner Raum, der vom Flur abgeht und zur Lagerung von Schuhen, Werkzeugkiste und Garderobe dient.) Ich muss an dieser Stelle auch mal darauf hinweisen, dass die Fotos bislang nie gestellt waren. Jedoch habe ich euch

1. meine Lieblingsecken gezeigt.
2. Steht halt mal der Wäscheständer zum Trocknen in einem der Zimmer oder auch die Post ist nicht gleich aussortiert, weil eben keine Zeit dazu bestand.

Im Flur und Spint kommt es nahezu täglich vor, dass sich irgendwas stapelt oder zwischengelagert wird. Gestern war es die Kraxe vom Wandern, heute Nachmittag werden’s drei Kästen Saft sein. So ist das als Familie.

Im Winter, wenn es draußen geschneit hat, sieht’s zusätzlich total schmutzig überall aus. Außerdem macht der Vorhang vor der Tür, um die Kälte ein wenig abzuwehren den Raum mitunter kleiner und dunkler. Ich mag daher das Frühjahr, sobald man den Vorhang abnehmen kann und alles ein bisschen freier, offener und heller ausschaut.

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Im Flur lagert aktuell die Gitarre meines Mannes und ein WohnzimmerSessel in klein für die Kerle, der uns von Bekannten vermacht wurde. Wir haben noch nicht ganz geklärt, wohin das Stück gestellt werden soll/darf/muss.IMG_9686

Der Spint dient der Aufbewahrung aller unserer Schuhe. An der Garderobe hängen die jahreszeitlich erforderlichen Jacken und Regenhosen. Unter dem Garderobenständer befindet sich ein riesiger Korb, den ich zur Aufbewahrungsbox für Hausschuhe, Puschen oder Socken umfunktioniert habe. Augenblicklich lagern wir dort auch unsere Getränke, um sie kühl zu stellen. Hinter der Garderobe findet noch unser Staubsauger und die Fahrradtasche meines Mannes Platz. Neben dem Schuhregal befinden sich zwei CampingStühle, die bei gutem Wetter mit nach draußen gekarrt werden.

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In der Wand seht ihr eine Art Fenster nur ohne Fensterglas. Das ist ein Ort in unserer Wohnung, den ich immer wieder versuche freizuhalten, weil gebrauchte Batterien, FahrradWerkzeug, ausgediente Rauchmelder oder die RosenSchere vom Nachbarn auf unerfindliche Weise ihren Weg dorthin finden. Da ich aber auf viel Deko gut und gerne verzichte, versuche ich mit vielen Kräften diese Ausbuchtung in der Wand schön zu halten. Unser großes Bild zum 10Jährigen HochzeitsJubiläum hilft mir dabei inzwischen ein wenig.

Insgesamt halte ich unser Reduzieren in diesen beiden Räumlichkeiten gering.

1. Hier wird es immer und immer wieder dreckig, voll und zugestellt sein, weil unsere Kinder noch klein sind. Wenn dafür der Rest der Wohnung nicht überläuft…
2. Hier wird es immer und immer wieder dreckig, voll und zugestellt sein, weil wir draußen viel unterwegs sind.
3. Durch das Reduzieren grundsätzlich hat sich unser Hab und Gut sehr reduziert. (Manchmal spiele ich wirklich mit dem Gedanken alles zu zählen – das ist mir dann jedoch zu müßig und ich möchte meine dazugewonnene Zeit nicht mit sowas verbringen.) Dadurch kann insgesamt schon mal viel weniger im Weg herumstehen.
4. Die Sachen, die hier herumstehen, die brauchen wir. Täglich mehrmals. Es wäre keine Zeitersparnis, wenn ich alles erst in den Keller oder in der Garage oder sonst wo verstauen würde und später wieder hervorkramen müsste.

Jetzt wisst ihr auch, wie es um unseren Flur bestellt ist. Und bei euch? Solltet ihr selber BlogPosts zum Thema verfassen, haltet sie gerne in der Kommentarfunktion fest. Ich freu mich über FlurInspirationen.