The Tiffin Project

EBB_Jan15_419Seit geraumer Zeit ist das Bestellen von einem italienischen Salat oder einer Pizza einfach sehr viel komfortabler als zu zweit auszugehen. Ich weiß, dass dieser Zeitpunkt auch wieder kommt. Doch als wandelnde Milchbar ist das gerade einfach nur schwer umzusetzen. Höchstens vielleicht zu dritt, doch das wäre dann auch keine praktizierte Zweisamkeit.

Also haben wir uns in den vergangenen Monaten eher was bestellt und unsere “Ausgehzeit” auf diese Weise in den eigenen vier Wänden gefeiert. Mit italienischem Salat. Mit Verpackungsmüll. Mit schlechtem Gewissen. Ohne die fehlende Idee, wie man dieses für 15 Minuten benötigte Material noch upcyclen könnte.

Als ich mir dann heute meine neuen Follower anschaue, sehe ich “The Tiffin Project”. Der Name hat mich neugierig gemacht und als ich im Profil dann las: “…Initiative für müllfreies Takeaway”, dachte ich nur: Yes!


Worum es geht?
Ein Reduzieren unseres Mülls, wenn wir im Restaurant Etwas zum Mitnehmen bestellen. Der Gedanke besteht darin, das Bestellte nicht im EinwegMüll mit nach Hause zu nehmen, sondern in einer Tiffin Box. Mit ins Büro, nach Hause, in die Parkanlage oder wo du dich sonst hin bewegst. Die Box wird nach Gebrauch einfach wieder zurückgebracht.

box_tragen02-webEndlich hat jemand die Idee, Energie, Kapazitäten und Zeit diesen Takeaway Verpackungsmüll mal anzugehen. Ich finde das großartig und wünschte, dass mich hier im Hinterland eine ähnliche Idee ereilen würde, bei der ich mitmachen könnte. Solange bleibt mir nur, meine Entdeckung an euch weiterzuleiten. Erzählt es weiter, fragt nach, probiert es aus, macht es publik, damit so ein kleines StartUp Gelegenheit hat Großes zu reißen!

Wie befördert ihr eure Nahrung auf die Arbeit? Kennt ihr ähnlich gute Ideen?

Vatertag

“Und? Was macht ihr so am Vatertag?” – Mama sein. Papa sein. Kinder sein. Ich weiß es auch nicht. Dieser Artikel wird vermutlich ein ins Unreine geschriebene Zeitzeugnis meines Daseins werden. Vielleicht ist das hier auch lediglich PsychoHygiene. Ich weiß noch nicht einmal, womit ich als erstes anfangen soll.

Da ist das Gefühl: dass mein Einsatz als Mutter von der Gesellschaft nicht im geringsten wertgeschätzt wird. Männer und Frauen, die es als selbstverständlich ansehen, dass ich unendgeltlich tagein, tagaus rotiere. Schließlich wollte ich ja die vier Kinder. Dafür auch noch finanziellen Ausgleich zu fordern, ohne “beruflich” tätig zu sein, ist doch schon reichlicht dreist. Ok.

Dann ist da in einem Nebensatz die Feststellung aus einem Buch – zu dieser Problematik “Vereinbarung von Familie und Beruf” – seit wann der Beruf der Hausfrau existiert. Wie kann es einen Beruf geben, der nicht als solcher charakterisiert ist? Was kennzeichnet denn bitte schön einen Beruf. Eine dazugehörige Ausbildung? Oder ein Gehalt? Bitte, was? Was meint der Duden? Aaaah, eine Tätigkeit, mit der jemand sein Geld verdient. Ich kriege kein Geld. Weder fürs Muttersein noch für meine Haushaltsführung. Ok.

Das Buch ist übrigens sehr, sehr lesenswert. Das kann mir aber vielleicht auch nur so vorkommen, weil ich das Gefühl habe, dass da jemand in meinem Kopf und meinen Gedanken zugeschaltet war. Für längerer Zeit, will man meinen. Dazu gibt’s demnächst noch eine Rezension. Ok.

Muttertag. Ein Graus. Am Tag vorher meinte ich noch, dass ich keine Blumen haben will. Ich fühle mich durch diesen Tag total degradiert und ruhig gestellt. Vor allem ruhig gestellt und sediert. Oft denke ich, dass das nicht sein darf, denn meinen Kerlen wird eingetrichtert, dass sie mir den Frühstückstisch decken sollen/können. Sie sind dann Feuer und Flamme und wollen mir eine Freude bereiten. Wie kann ich diese Freude dann ungeachtet beiseite wischen. “Brauch ich nicht. Aber danke!” Wie herzlos das wäre. Auch wenn sie plötzlich mit Blumen in der Haustür stehen. Schließlich bekommen Mamas doch Blumen an diesem Tag. Aaaaargh!
Beiß in die Tischkante.
Ich will das so nicht.
Ich will nicht abgespeist werden mit einem Tag, an dem alle besonders nett zu mir sind, dabei hätte ich genauso wie jeder andere Berufstätige Wertschätzung in Form eines Entgelts verdient. Wenn schon nicht fürs tolle Muttersein, dann doch bitte schön für meinen HausfrauenEinsatz. Aber, ok.

Dann sagt mir der Kindergarten, dass sie wieder streiken. Und zwar an dem Tag, an dem es eigentlich ins Kindertheater sollte. What? Aber, zum Glück haben sie alles geklärt. Und wenn ich mag, kann ich mit meinem großen Kerl in die Stadthalle fahren und dennoch an der Veranstaltung teilnehmen. Denn, hej, das ist kostenlos. Moment, mal überlegen, was mach ich dann mit dem anderen Kindergartenkind, das eigentlich keine Freikarte hat? Vielleicht darf ich das ja so reinschmuggeln? Weil, das kann ja auch nicht in die KiTa. Ok. Gelöst. Ach halt, da ist ja noch das Baby! Aber kein Problem, ich bin SuperMOM mit Herzklabaster. Alles easy. Ok. Gut, dass wir drüber gesprochen haben. Ich zieh dann wohl mit Sack und Pack in die Stadthalle. Mal sehen, was passiert. Ob was passiert. Ob das Baby in der Tragehilfe schreit? Wie warm es wird? Ob wir die einzigen sind? Vielleicht kann der Mann seinen für die Baustelle freigehaltenen Tag ja verschieben. Ein Tag, der ursprünglich dazu von uns installiert wurde, dass ich mich dem Schreiben und Texten widmen kann. Wie verkehrt ist das denn? Jetzt übernehme ich den ErzieherinnenJob und verzichte auf den BaustellenTag meines Mannes, an dem ich eigentlich mein Texten ausbauen wollte. (Ich finde es großartige, dass sie alle streiken!! Ganz ehrlich!!! Aber irgendwie fällt es ja doch nur auf Organisationstalente zurück, die es irgendwie hinkriegen, dass die Kinder versorgt und betreut sind. Wem macht der Streik denn dann überhaupt noch was aus? Lest dazu gerne mal hier!)

Dem Ganzen die Krone aufgesetzt hat der heutige Tag. Christi Himmelfahrt. Ein Feiertag des Christentums, an dem der Tag gefeiert wird, an dem Jesus zu Gott in den Himmel zurückgekehrt ist. So.
Und was wird gemeinhin an diesem Tag gefeiert? Männer, noch nicht einmal immer Väter, kehren mit Bollerwagen an Spielplätzen ein oder schnappen sich gleich einen kleinen Traktor, mit dem sie übers Land fahren. Ihre Fahrzeuge sind bis oben hin mit Alkoholika befüllt und die unmittelbare Umgebung wird mit irgendwelchem TechnoGewummer beschallt. Sollte das nicht der Fall sein, versorgen kehlige und betrunkene Männerstimmen die Umwelt mit Gegröle. Vom vielen Trinken wird sich an den Rand des Spielplatzes breitbeinig aufgestellt und Wasser gelassen.
“Wenigstens ein Tag, an dem wir auch mal wieder jung sein können.” Ach so ist das! Pling!!
Der Typ ist keine 40, wahrscheinlich noch nicht einmal 30 und sehnt sich nach seiner Kindheit als 5-jähriger zurück. Eine Kindheit, in der er viel Zeit auf Spielplätzen verbracht, sich mit diversen alkoholischen Getränken versorgt, ordinär durch die Gegend geplärrt und Spielgeräte mit der Kraft eines erwachsenen Mannes demoliert hat. Na prima.

Ich habe mich die vergangenen Tage häufig gefragt, wieso ich kein Gehalt bekomme? Zum Beispiel die von mir inzwischen obligatorisch angeführten 10 000€, die ich gerne wenigstens an einem Tag im Jahr bekäme. Ich habe mich gefragt, wieso unsere ErzieherInnen und Sozialarbeiter so wenig Gehalt für diesen harten Job des Betreuens erhalten? Wir geben ihnen unser kostbarstes Hab und Gut und schätzen ihre Arbeit so gering? Also die Gesellschaft tut das. Aber wer ist denn diese Gesellschaft? Sie besteht doch aus uns. Und dann begegne ich in diesen selben Tagen so vielen tollen Frauen und Männern im Netz, da fällt mir ein, wie vielen dieser Menschen ich auch schon in den vergangenen Jahren des Bloggens begegnet bin. Das können ja noch nicht alle sein. Da draußen gibt’s doch bestimmt noch mehr von solchen Persönlichkeiten. Und zusammen… zusammen könnten wir eine neue Wertschätzung etablieren. Wie das Senfkorn… oder die Hefe oder, was weiß ich, die Mücke vom Dalai Lama.

Doch dann ist Vatertag. Und wem ich begegne, sind nicht diese inspirierenden Menschen. Sondern Frauen und Männer, die ein Fest feiern, das ich als unglaublich fehlgeleitet erlebe. Wie kann ich davon ausgehen, dass sich irgendetwas auch nur annähernd ändern könnte?

Getränkeflaschen. Eine Frage der Ehre

“Maaama?” – Immer wenn ich dieses Wort in dieser Betonung höre, weiß ich, dass eines meiner Kinder irgendetwas von mir will. Was das genau ist, stellt sich kurze Zeit später heraus. Unter anderem gibt es zB. die immer wieder auftretende Bitte: “Kann ich einen BikerDrink haben?”

Was ist ein BikerDrink?
Es handelt sich dabei um ein, wenn ich mich recht erinnere, mit Acesulfam oder Aspartam gesüsstes Erfrischungsgetränk, speziell für Kinder, um sie leistungsstark, hellwach und völlig von der Rolle sein zu lassen. Nicht nur die Süsse, sondern auch der vorne auf einem Etikett abgebildete Junge auf einem MountainBike verleiht dem Getränk bei uns seinen Namen.

Ich finde dieses Zeug schrecklich. Sowohl den Inhalt als auch den Behälter. Für meine Kerle ist es das Getränk. Mit Ehre und Heldentum verbunden… Keine Ahnung warum. Immer wieder wird die Bitte an uns herangetragen, doch auch nochmal einen solchen BikerDrink trinken zu dürfen. Es gab deswegen schon einige Diskussionen unter unserem Dach. Neben der Tatsache, dass ich diese Flüssigkeit für höchst ungesund halte, stört mich der Behälter aus Kunststoff. Als ich meinte, dass diese Flaschen, dadurch dass sie kein Pfand geben und nur im gelben Sack entsorgt werden können, Müll machten, hatten die Kerle natürlich DIE Idee: Sie wollten die Flaschen mehrmals nutzen. Wenn das so schon nicht ging, dann würden sie den Mehrweg selber ermöglichen. Ausgewaschen würde man die Flaschen ja ganz lange benutzen können, bis wir, Mama und Papa, ihnen mal einen neuen BikerDrink kauften. So einfach ist das. Für kleine Jungs.

Tolle Idee. Hat dann letztlich doch nicht geklappt – worüber ich eigentlich sehr froh bin – weil die Plastikflaschen sehr bald für Matsch, Regenwasser oder anderweitige FlüssigkeitsKreationen verwendet wurden. Außerdem möchte ich nicht, dass meine Kinder permanent aus Plastikflaschen mit Weichmachern trinken. Ich selber will das auch nicht und habe das viel zu lange geduldet. Seit längerem sind wir hier inzwischen auf den Wasserhahn, Glasflaschen und Edelstahlflaschen umgestiegen. Unsere neuesten Wasserflaschen haben wir bei prodana erworben. (Auch bei diesem OnlineShop heißt es für mich: Weniger ist mehr.)

Das Unternehmen stellt sich selber wie folgt vor: 
“… Prodana wurde 2004 von Florian Ackermann gegründet und konzentriert sich auf die Entwicklung, die Vermarktung und den Handel von umweltfreundlichen Produkten. Diese sind aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt, ressourcenschonend und energieeinsparend. Ökologisch bewusste Familien finden hier alles für den Alltag: Bio-Windeln und Öko-Spielzeug für die Kleinsten, schadstofffreies Geschirr und Küchenutensilien, Natur-Deko und Bastelbedarf, biologische Gartenartikel, ökologische Putzmittel und vieles mehr. Nach dem Geschäftsmotto „Think Produce Re Use“ bietet Prodana alles für ein umweltfreundliches, nachhaltiges Leben ohne Verschwendung….”

Warum kein Plastik?
1. Wir Menschen verwenden diese knappe Ressource als wenn es sich permanent neu entwickeln würde. Das ist aber nicht der Fall. Es geht zuende, im Gegensatz zu unserem Energieverbrauch
2. Plastik ist gesundheitsschädlich. Auf so vielen Ebenen. In der Produktion. Im Gebrauch und Verbrauch. Für uns Menschen und für die Tiere. Mikroplastik schwirrt durch die Luft, landet durch Bienen im Honig und wird von Fischen und Krabben geschluckt. Ich kann nicht nachvollziehen, wie wir sowas mit uns machen lassen und sogar einen weiteren Kontinent, einen PlastikKontinent (The Plastic Planet) einfach hinnehmen.
Damit wären wir bei 3.: Wir produzieren Unmengen an Müll. Verplempern Zeit, Material und Arbeit und zerstören zeitgleich den Ort, an dem wir leben.

IMG_0174Bei prodana habe ich zwei weitere EdelstahlFlaschen entdeckt, damit wir als Familie, wenn wir wieder einmal sehr lange unterwegs sind, genügend leichte, innen unbeschichete und komplett schadstofffreie Trinkflaschen dabei haben. Sowohl die Großen als auch die Kleinen, sogar das Baby hat eine Trinkflasche. Zum Turnen, unterwegs, im Urlaub oder auf dem Weg nach Buxtehude.

Btw: Was mir am OnlineShop von prodana besonders gut gefällt, ist die obere Box in der linken WidgetLeiste. Dort lassen sich Kriterien einstellen, die für die Auswahl einer Entscheidung und damit eines Kaufs bedeutend sind. Will ich eine Flasche, die in Deutschland hergestellt wurde oder ist auch die EU als Herstellungsort in Ordnung? Ist es mir wichtiger, dass das Produkt fair hergestellt worden ist, oder dass man es schadstofffrei produziert hat?

Vielleicht gelingt es mir ja mit diesen farbig gestalteten und schicken Trinkflaschen, die kleinen Kerle von der Notwendigkeit zu überzeugen, keinen weiteren Müll durchs Trinken zu produzieren.

Wie macht ihr das, wenn ihr als Familie oder auch allein unterwegs sei? Wie transportiert ihr euren Getränkevorrat oder das Lunchpaket für eure Wanderungen?

verdienen.

Oder wieso mich mein MamaSein manchmal nervt. Sogar mein FrauSein geht mir auch schonmal ganz gehörig gegen den Strich. Warum? Wegen diesem Verdienen.
SuperMOMIch recherchiere dann manchmal im Netz, wie ich übers Netz meine Ideen für diese Familie, unsere WWOOFing-Visionen, dieses #AlteSchuleProjekt […] finanzieren und Geld dafür verdienen kann. Dann sinne ich darüber nach, wie es wäre, wenn ich für meinen Einsatz einen Verdienst bekäme. Einen finanziellen Ausgleich. Eine Aufwandsentschädigung? Ein Taschengeld? Also bitte!

Ich habe doch die Kinder, an denen ich mich tagtäglich erfreuen kann. Insbesondere, wenn sie die Haustür aus Versehen aus den Angeln reißen, den neuen Ofen mit einemSpielzeugauto demolieren oder das Wohnzimmer feinsäuberlich mit Mehl bestäuben.
Natürlich liebe ich meine Kinder! Natürlich sind sie mir Verdienst genug!

Trotzdem: Wie wäre es denn, wenn ich dafür, dass ich 24h einsatzbereit bin, Geld verdienen würde? Weil ich es verdiene? Wie würde es sich anfühlen, wenn wir als Gesellschaft den Einsatz von Frauen und Müttern ernster nähmen? Wie wäre es, wenn alle Mütter ihren Aufgabenkatalog für nur eine Stunde komplett außer Acht ließen? Die Kinder also doch nicht aus der Kindertagesstätte abholten, die Verarztung des verletzten Kindes unterließen, das Essen nicht kochten, Kinder ignorierten, sie auf dem Klo sitzen ließen und nicht reagierten, wenn sich die zweijährigen Sprösslinge mit der Straßenbahn auf den Weg ins Nirgendwo machten? Was wäre wenn das alle Mütter täten? Alle Mütter, die Zuhause ihren alltäglichen ToDos nachgehen und nichts dafür verdienen? Zum selben Zeitpunkt. Was wäre wenn?

Würde man das merken? Würde man bemerken, dass irgendetwas nicht rundläuft? Würde der Alltag vielleicht sogar für einige weitere Stunden zusammenbrechen? Was wären das für Konsequenzen, mit denen sich die Gesellschaft auseinandersetzen müsste?

Nun ja, bei einem einstündigen Streik, würde im Anschluss die Mutter vermutlich einspringen und als OrganisationsTalent die Sache wieder richten. Also würde man sich dadurch selber wieder nur ins Bein schneiden.

Wenn ich mich mit anderen Frauen darüber unterhalte, wird mir jedes Mal ganz eisig ums Herz und meine Sehnsucht nach gesellschaftlicher Anerkennung verpufft wie ein stinkiger BabyFurz. Denn Aussicht auf Besserung meiner Situation sehe ich da nicht. Die meisten dieser Frauen haben schon längst ihre eigenen LösungsStrategien entwickelt, mit denen sie sich in diesem gesellschaftlichen Missstand relativ “bequem” eingerichtet haben.

Die einen werden gar nicht erst Mutter, weil sie aufgrund von Karriere und Beruf gar nicht dazu kommen und ihre Prioritäten anders gesetzt haben.

Die Frauen, die zu Müttern werden, teilen sich in unterschiedlichen Lagern auf. Zum einen gibt’s diejenigen, die auf eigene Faust versuchen, diese Ungerechtigkeit auszublenden, indem sie neben der Familie eben einfach auch arbeiten gehen. Diese “Familie und Beruf”-Konzepte sehen ganz verschieden aus und scheinen auch ganz unterschiedlich gut zu funktionieren. Manche sind die Lösung, so dass es allen Beteiligten gut geht ( – wenn man das trotz weiterhin bestehender Ungerechtigkeit überhaupt so sagen kann – ), andere bringen einzelne oder alle Beteiligten an die Grenzen ihrer Kräfte und der Machbarkeit. Aufkosten von… ja von wem eigentlich? Der eigenen Gesundheit, der Partnerschaft, der Entwicklung der Kinder, der Lebensfreude, des eigenen Geldbeutels, der Krankenkasse, … auch des Staates? Ich weiß es gar nicht. Aber insgesamt erscheinen mir diese Kosten hoch. Hoch für die Frau. Die Familie oder auch den Mann, der Zuhause bleibt. Insgesamt jedenfalls zu hoch.

Zum anderen sind da diejenigen, die immer wieder motzen und sich beschweren, dass es diese Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft gibt. Dass der- oder meistens diejenige, die Zuhause bleibt, keinerlei Verdienst für ihren Einsatz für die Familie bekommt.
Ich gehöre dazu. Bestimmt.
Ich habe auch noch keine Lösung für mich und meine Familie gefunden. Ich motze rum und schreibe wieder einmal einen Artikel, der dieses Gemotze auffängt, auf dass ein etwas größerer Teil der Öffentlichkeit von meinem Gefühl “ungerecht behandelt zu werden” ein bisschen was mitbekommt. Sofern der Artikel bis zum Ende gelesen wird. Denn irgendwie ist es ja auch ermüdend immer wieder neu Gemotze zu lesen und als solches zu registrieren. Aber keinerlei Verbesserungsvorschläge aufgezeigt zu bekommen, bewirkt vermutlich nur einen ausgeprägten Gähner beim Leser. Entschuldigt bitte dafür.

Viele Mütter nicken zustimmend mit dem Kopf, können verstehen, wodurch mein Schimpfen ausgelöst wird, haben sogar nicht selten noch viel mehr anschauliches Material hinzuzufügen, aber… Das ist halt so. Keine fühlt sich dazu aufgefordert oder in der Lage an den Umständen etwas zu ändern.

* Sie wissen nicht, was sie tun sollen/können.
* Sie haben einen Job, den sie mit Familie recht gut vereinbaren können.
* Männer sind das Übel und die sind halt so. Wenn die nichts ändern, wie sollten Mütter oder Frauen das dann können?
* Sie empfinden den Umstand doch nicht so schlimm. Sind gerne demütig und haben sich beim Kinderkriegen auch dazu entschieden… ( ,nichts für ihren Einsatz zu verdienen.)
* Sie sind UnternehmensLeiterin geworden, haben sich selbständig gemacht und es dadurch allen gezeigt: Sie verdienen sehr wohl etwas. Alleiniges MutterSein reicht dazu eben nicht aus.

Die Liste der Gedanken, Eindrücke, innerer Überzeugungen und konstruierter Lebenseinstellungen ist lang. Wird immer lang sein.

Also was mache ich? Meine Lösung ist auch nur eine befristete, bis mir etwas besseres einfällt. Solange schmeiße ich mich in mein viel zu enges SuperWomanKostüm, an dem sich die nächste Speckrolle abzeichnet, setze die selbstgebastelte Augenmaske meines kleinsten KindergartenKerls auf, und versuche schneller zu sein als mein Alltag. Dann stelle ich mir vor, wie sich die verantwortlichen Entscheidungsträger von Politik und Wirtschaft abends für ihr Bett fertig machen, aufs Klos gehen, den Schlafanzug anziehen und ich als durchsichtiges Gespenst mit Zahnbürsten im Klowasser plansche. Dann befreie ich mich von jeder Menge Kram und Besitz – um den ich mich dann schon mal nicht mehr kümmern muss – und nutze die frei gewordene Zeit für mich und meine Kinder.

Ich blogge, ich kritzle, wir spielen Theater, packen uns einen PicknickKorb und verziehen uns damit auf den Spielplatz. Dort bleiben wir, bis die Sonne untergegangen ist und uns viel zu kalt wird. Dann flitzen wir nach Hause, lesen gemeinsam eine Geschichte im großen Bilderbuch, bauen eben noch eine Eisenbahnstrecke mit gefährlichen Dinos auf, bis ich mich in die schützenden Arme des Alleinversorgers begebe. Mich zärtlich an ihn kuschle und der Welt den einen Finger zeige. Denn diese Dinge hab ich verdient. SO.

 

Wildpflanzen: Wildblumen und Wildkräuter

Als ich vor zwei Wochen zum Kindergarten kam, war die Gruppe des großen Kerls schon draußen auf der Wiese zugange. Eifrig wuselten die großen KIndergartenkinder über das saftige Grün, pickten hier was im Gras, rupften dort ein Blatt und rannten emsig wie die Bienen zur Erzieherin. Die wiederum versuchte Ruhe in den quirligen Haufen “pubertierender” 5-Jähriger ( – die nennt man heute so, hab ich mir sagen lassen – ) und schaute sich die Funde mit gerunzelten Augenbrauen an.

“… kann man essen.” – “Jaaha, das auch Gustav.” – “Schaut mal, was Frieda da Gesundes…” – “Das hier… Bärlauch…”

Bei den Wortfetzen, die über den Zaun zu uns herüberdrangen, ergriff mich ein inneres Kribbeln. Am liebsten wäre ich mit auf die Wiese geklettert, hätte Pflanzenteile gepflückt und der Erzieherin wissbegierig dabei zugehört, was das für grüne Stengel und Blätter waren. Was sich als Tee aufgießen, als Pesto zerschneiden oder als Salat anrichten ließe. Welche Merkmale, welche Pflanze denn nun hatte?

Doch leider bin ich weder Kindergartenkind, noch 5-Jahre jung, noch in der Pubertät oder hätte an dem Morgen Zeit gehabt. Ich war zur Milchproduktion eingestellt und musste ziemlich schnell weiter.

Dieser kurze Moment reichte allerdings aus, mich in unsere WWOOFing-Zeit letztes Jahr zurückzuversetzen. Plötzlich sehnte ich mich wieder danach im Küchengarten Kräuter zu jäten, auf der Wiese nach Frauenmantel zu suchen oder am Wegesrand Johanneskraut einzusammeln, Oregano im Mörser zerkleinern oder Pfefferminzblätter wieder und wieder zwischen den Finger zerbröseln und zu einem Teepulver zermahlen. Das waren die Tätigkeiten, nach denen ich mich in diesem Augenblick sehnte.

Zudem entfachte sich in mir die Neugier – erneut – zu recherchieren und zu bestimmen, was da eigentlich alles gerade wächst, wenn wir unsere Runden im Wald oder zwischen den Feldern und Wiesen ziehen. Letztes Jahr habe ich einiges gelernt, aber ich würde daran gerne anschließen. Denn immer wieder ertappe ich mich dabei nach Frauenmantel auf den Wiesen zu suchen, dabei andere Pflanzen zu entdecken und nicht zu wissen, worum es sich eigentlich handelt.

In der darauffolgenden Woche fragte ich bei der betreffenden Erzieherin nach, ob sie nicht ein Buch über Wildpflanzen hätte, das sie mir empfehlen, vielleicht ja sogar mal ausleihen könnte? Prompt hielt ich zwei Tage später zwei ihrer Bücher in den Händen. Hineingeschaut habe ich, aber richtig gelesen und Pflanzen bestimmt… dazu kam ich während unseres HauRuck-Umzuges leider noch nicht. Zur Bestimmung wollte sie mir nächste Woche zwei weitere Bücher mitbringen. Wie cool, hilfsbereit und offen ist das denn?!! Ich weiß gar nicht, worüber ich mich in diesen Augenblicken mehr gefreut habe. Ihre Hilfsbereitschaft oder aber die Möglichkeit mit dem Bestimmen einfach mal loszulegen ohne vorher einen Fehlkauf gemacht zu haben.

Nun meine drei Fragen an euch: Wann habt ihr euch das letzte Mal über die Hilfsbereitschaft und Offenheit eines Menschen gefreut? Welche LiteraturVorschläge habt ihr zum Thema WildpflanzenBestimmung? Gibt es Experten unter euch Lesern und Leserinnen? Her damit! Ich freu mich auf eure Kommentare und BuchEmpfehlungen!

Die memo Box. Ein Mehrweg-Versandsystem.

Vor einiger Zeit wurde ich von einem Unternehmen angeschrieben. Die Mail enthielt eine Zusammenstellung von Pressemitteilungen über einen neuen OnlineShop, der sich als ganzheitlich nachhaltiger Versandhandel vorstellte und mit vielen neuen Produkten für einen nachhaltigen und bewussten LebensStil warb: www.memolife.de.

Normalerweise interessieren mich diese UnternehmensAnfragen erstmal so gar nicht. Im Laufe der letzten drei Jahre musste ich feststellen, dass viel zu häufig versucht wird meinen Blog als Zugpferd für irgendeine Werbekampagne vor den Karren zu spannen, ohne irgendeinen Gewinn für mich. Ohne irgendeinen Gewinn für mamadenkt.de. Was mich daran am meisten pikiert sein lässt: Ohne sich in meine BlogInhalte eingelesen, noch nicht einmal quergelesen, geschweige denn den Untertitel von mamadenkt zur Kenntnis genommen zu haben. Das ärgert mich. Ziemlich.

Bei der oben beschriebenen Anfrage schien das ein wenig anders zu sein. Ich klickte mich auf die Seite und durch die diversen Produkte. Dieser OnlineShop schien in der Tat andere Leitlinien zu haben. Ja, es gibt eine Reihe von Produkten, bei denen ich mir denke, “Die brauche ich nicht” – oder nicht mehr. Mein Verlangen danach möglichst wenig zu konsumieren hält mich davon ab, sie zu kaufen. Aber einige Produkte wie zum Beispiel ein Farbkasten mit NaturWasserfarben hatte es mir sofort angetan. Nach sowas hatte ich immer schon gesucht. Als ich dann noch von der memo Box las, wurde ich hellhörig. Ich fragte nach, erhielt Antwort und es entstand eine Kooperation, in Form dieses Artikels.

Warum es mir ausgerechnet die memo Box so angetan hat?
Neben unserem achtlosen Konsumieren von Dingen, die mit viel Zeit, Ressourcen und Arbeit hergestellt werden, um sie letzten Endes aufgrund fehlender Langlebigkeit zu entsorgen, stört mich die Art des Versandes dieser Produkte. Diese Produkte werden in der Regel in einen großen Karton gepackt, mit viel Kartonage oder LuftkissenPolstern (aus eben Luft und Kunststoff) befüllt und quer durch die Republik transportiert. Ein kleines Produkt in einem riesigen Karton. Mit viel Luft. Was für eine Verschwendung von Material und Platz im LKW oder PostFahrzeug.
Wie oft musste ich schon ein riesiges Paket öffnen, das mit dreimal so viel Luft und Kartonage befüllt war als Produkt drin. Das hat mich schon sooft auf die Palme gebracht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERABei der memo Box handelt es sich hingegen um eine grüne MehrwegBox, die schon seit 2007 vom Unternehmen angeboten wird. “Mit stetig wachsendem Erfolg! – was mich persönlich nicht wundert und wieder einmal Mut macht. Sie besteht aus recyclebarem Polypropylen, ist stabil und stoßfest, sowie wetterbeständig und in meinen Augen eine echte Alternative.

Die ist aber aus Kunststoff.
Ja, auch wieder Kunststoff. Aber wenn schon Versandhandel im Netz, was uns auf dem Land oft entgegenkommt, dann ist das hinsichtlich der Versandart eine tolle Alternative. Zumindest der Verpackungsmüll reduziert sich enorm zu konventionellen Bestellungen.
Das Unternehmen will in Zukunft den “…ökologischen Fußabdruck der Box weiter verringern,…” Die nächsten Boxen sollen daher aus Recyclingmaterial hergestellt sein, womit sich die COs-Emissionen bei der Herstellung um etwa 65% reduzieren sollen. Dazu wurde eine Ökobilanz erstellt, die ihr neben einiger weiterer Informationen zur memo Box findet.

Wie funktioniert das mit dem Mehrweg?
Man hat 14 Tage Zeit mit einem RetoureSchein die memo Box per Post kostenlos zurückgehen zu lassen. Zack. Weg. Ich werde sie dem Postmann wieder mitgeben und bin gespannt, wie easy das tatsächlich sein wird.

Also doch munter im Netz bestellen?
Das ein oder andere bestellen wir im Netz. Ja. Nicht alles wird von den Unternehmen aus der Region abgedeckt. Nicht alles haben wir in den letzten drei Jahren in der Region ausfindig machen können. Außerdem spare ich mir dadurch den Gebrauch des Autos. Wir wägen hier häufig ab, was sinnvoller ist.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAlso doch pro Konsum? Dafür aber grün?
In den letzten Jahren des Reduzierens kam ich immer wieder an den Punkt, dass ich das alles eigentlich nicht mehr haben mag. Ich mag meine Zeit nicht mit dem Anschaffen neuer Dinge verbringen. Ich mag keine Zeit damit “verlieren” diese dann Instand zu halten. Mich schließlich doch irgendwann dazu entschließen sie zu verkaufen, zu verschenken oder zu entsorgen, halte ich inzwischen für das widersinnigste Phänomen, das es überhaupt gibt. Ich habe die vergangenen sechs Jahre aber genau damit viel Zeit verbracht. Leider, denn es hat mich wertvolle Stunden gekostet, mich von diesem Krempel frei zu machen. Zum Glück, denn ich genieße diese Unabhängigkeit und die Mehrzeit, die ich für mich, meine Familie, meine Freunde und das Leben habe.

Daher hier drei meiner Hauptentscheidungen fürs weitere Konsumieren:

1. Wenn schon Konsum, dann bitte bewusst, durchdacht und möglichst grün, sprich nachhaltig und ressourcenschonend. Mein ökologischer Fußabdruck ist durch meinen einmaligen Flug nach Wien vor ein paar Jahren und einem Flug in einem Flugsimulator so groß, dass ich allen Grund habe, am besten gar nichts mehr zu kaufen.

2. Wenn schon Konsum, dann halte ich Ausschau nach neuen Ideen, die Natur, Mensch und Leben entgegenkommen. Eine Alternative zum gewöhnlichen Versenden von Produkten in Paketen und Päckchen finde ich großartig, die memo Box daher auch.

3. Es gibt so Dinge, die uns immer wieder fehlen. Ein richtig gutes Brotmesser, eine Isolierkanne für den Kaffee für die Handwerker, ein Schneidebrett fürs Brot oder eben diese Wassermalfarben. All diese Dinge in einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten OnlineShop zu erwerben, ja, das finde ich im Rahmen. (Trotz meiner inneren konsumkritischen Bulldogge, die mir ein schlechtes Gewissen machen will.) 

So. Und jetzt ihr? Wann habt ihr das letzte Mal im Netz bestellt? Wann das letzte Mal eine übermäßig große Verpackungsschlacht geboten bekommen? Wie macht ihr das? Dieses Konsumieren im Netz? Nach welchen Kriterien entscheidet ihr?

Trick 17: Wie viel man eigentlich hat…

… erkennt man im Moment des Umzuges. Egal, ob es die Überzeugung ist, als Minimalist nur noch ganz wenig zu haben oder ob ich als Otto-Normalverbraucher felsenfest der Meinung bin, von allem immer viel zu wenig zu haben.

Meine Empfehlung an sie alle: Zieht um!

Wir sind in den vergangenen zehn Monaten gefühlte sechs oder sieben Mal umgezogen. Erst von einer Wohnung provisorisch in ein vollmöbliertes, gerade gekauftes Haus. Dabei hat sich unser Eigentum um einige Besitztümer reduziert, weil klar war, wir würden in dem neuen Haus nicht gleich ein weiteres Archiv eröffnen wollen. Davon hatten wir in unserer alten Wohnung anfangs immerhin drei. Am Ende war es zwar nur noch das eine, doch genervt hat es trotzdem.
Bei diesem ersten großen Umzug habe ich meine Schul- und StudiumsUnterlagen aussortiert. Wir hatten noch nie so schnell so viel Papiermüll. Nur der Teil meines Fernstudiums, der fehlt noch. Vielleicht kommt das jetzt demnächst dran, wenn die Umbauarbeiten abgeschlossen sind und der ganze Kram in die Wohnung zurückgeholt wird. Außerdem haben wir einiges an Küchenmöbeln und Bücherregalen verschenkt oder entsorgt, weil kaputt und nicht reparierbar oder wiederverwertbar.

Dann ging es auf unser WWOOFing-Projekt. Dort sind wir einige Male in kleinerem Rahmen umgezogen. 7-8Mal?!? Was ich als Familie noch immer als eine Herausforderung empfinde. Schließlich sind wir im zwei-, manchmal im wöchentlichen Rhythmus weitergezogen. Es gab Momente, da lagen nur drei Tage oder auch mal nur ein Tag zwischen den Umzügen, verteilt auf zwei Monate. Irgendwann hatten wir uns an dieses “NomadenLeben” gewöhnt und auch der Kofferraum und Stauraum in der Dachbox hatten sich angepasst.

Als wir zurückkamen sind wir erstmal in eine kleine ZweiZimmerWohnung eingezogen und unser Besitz passte sich wieder an. Mehr brauchbarer Kram wurde peu à peu aus dem gekauften Haus herbeigekarrt. Nach etwa acht Monaten war die Wohnung gut gefüllt mit Dingen, die wir oft nutzten. Vor allem Wäschestücke, Klamotten für die Kerle und mich als schwangere oder aber nichtschwangere Frau stauten sich nach einer gewissen Zeit in den Schränken und Schubladen der vollmöblierten Wohnung.

Jetzt ist die Baustelle ein wenig geschrumpft und das gekaufte Haus so sehr entrümpelt, dass wir entschieden haben, einzuziehen. Wir beziehen unser neues Heim und bringen wieder jede Menge mit. Freunde fragten uns die letzten Tage, ob wir Hilfe beim Umzug bräuchten? Wir so: “Nein, nein…” Ich fragte mich, wie sie darauf kamen, dass wir groß umziehen wollten? Oder mussten? Noch immer grüble ich über dieses Angebot nach. Denn einen richtigen Umzug hat es nicht gegeben. Die einzigen “Möbelstücke”, die uns gehörten, waren Matratzen, eine Wickelkommode und ein BabyBett. Mehr nicht. Dafür Klamotten. Noch und nöcher.

Und als ich diese heute alle herüber geholt habe, bin ich häufiger als zehn mal durchs Dorf. Und ich fragte mich, wovon wir wohl am meisten haben würden, wenn mal ein Blackout eintreten würde? Kleidung hätten wir zumindest genug. Alle Mann.

Es ist schon seltsam: Wenn Banken, Post oder Versicherungsunternehmen Werbung für Umzugssituationen machen, dann sieht man immer leere Räume, die betreten oder hinter sich gelassen werden. Personen haben nur noch eine Topfpflanze, vielleicht einen Ordner oder Karton in den Armen. Das war bei uns kein einziges Mal so. Immer ist es irgendwelcher Kleinkram. Der Putzlumpen und ein Elektrokabel. Oder ein Kehrblech und SteckdosenKindersicherungen. Aber nie die Topfpflanze oder der eine Karton.

Jetzt steht hier gerade alles voll, obwohl ich mir festvorgenommen hatte, nur das mit in die neue Wohnung zu nehmen, was wir oder ich wirklich brauchten oder haben wollten. Also werde ich schon wieder Zeit damit verbringen müssen, auszusortieren. Und genau deswegen, kaufe ich nicht mehr einfach so ein. Nur weil es schön oder nett ausschaut. Oder praktisch ist. Heute muss alles gebraucht oder aber verwertet (Lebensmittel oder VerbrauchsBastelMaterialien) werden können.

Wovon habt ihr gefühlt viel zu viel, wenn ihr einen Blick in eure Wohnung oder euer Zimmer werft. Stellt euch vor, morgen geht’s los: Ihr zieht um! Wovon habt ihr viel zu viel?

Bei uns sind es jedenfalls die Kleidungsstücke für die kleinen Kerle und deren täglich zusammengetragenen zwanzig Schätze.

BauTagebuch (5). Die Treppe

Die Treppe also. Eigentlich hatten wir vor einigen Tagen vor, umzuziehen. Inzwischen liegt der Termin schon vier Wochen zurück, doch wir entschieden uns Ende März, vor dem Einzug die Treppe fertig zu machen. Treppe_ursprgl

Was bedeutete fertig machen?
Die Treppe, so wie alle anderen Zimmerböden, war mit PVC beklebt. Dieses Haus hatte alle möglichen PVC-Farbnuancen zu bieten, die man sich so vorstellen mag – oder auch nicht. Nachdem der ganze Mist draußen war, bekam man meistens, nachdem die ein oder andere Spannplatte abgestemmt war, einen Holzboden zu Gesicht. Der wiederum war über Jahrzehnte alt und natürlich immer wieder gewachst worden.

Wie ging’s also los?

Böden_geöltDie Holzböden wurden in mehreren Schritten geschliffen und anschließend geölt. Bei der Treppe handelte es sich um eine überwiegend aus EichenHolz bestehende dunkelgestrichene Konstruktion. Fiese KlebestreifenReste, die vom doppelseitigen Klebeband herrührten, ließen die Stufen sehr unansehnlich ausschauen.

Allein das Abkratzen dieser Reste war eine unglaublich schmutzige und vor allem aufwändige Arbeit. Zum einen ließen sie sich nicht komplett entfernen. Zum anderen war die Treppe danach ja immer noch dunkelbraun gestrichen und entzog dem Treppenhaus auf die Art jegliche Helligkeit.

Also wurde erstmal ein wenig herumgefragt: beim Schreiner, beim Nachbarn, beim befreundeten Dachdecker, bei Mama und Papa, im Baumarkt und bei den anderen Handwerkern, die so durch unsere Haustür hereintraten. Relativ schnell war klar, dass das doch nochmal ein großes Projekt werden würde.

Wir standen vor der Frage: Beizen oder schleifen.
Aufgrund der Chemie entschieden wir uns zunächst fürs Schleifen. Doch ganz schnell wurde klar, dass wir auf diese Weise wirklich Unmengen von Schleifpapier benötigen und verbrauchen würden, ohne auch nur annähernd den gewünschten Erfolg zu haben. Egal, ob Handschleifgerät oder Bandschleifer. In die verwinkelten Ecken der Treppenstufen kam man damit sowieso nicht.

Also probierten wir dann doch an zwei Treppenstufen eine “ÖkoBeize” aus; mit dem Ergebnis: Es ging gar nichts weg. Noch nicht einmal die KlebeReste.

Nochmal schwenkten wir zurück auf unsere Schleifgeräte, füllten nochmal unseren SchleifpapierVorrat auf und erhielten nach zwei Tagen auf den Trittflächen der Stufen das gewünschte Ergebnis. Die Treppe hat +/- 20 Treppenstufen, einen Handlauf, zwei Wangen, jede Menge Holmen und ein Podest, da sie eine Kurve macht. Wir würden frühestens in einem halbe Jahr mit diesem Teil der Treppe fertig werden. Ohne Elternzeit und mit den spätabendlichen Arbeitseinsätzen nach dem beruflichen FamilienAlltag von uns beiden. Denn Handwerker können wir uns momentan auch nicht mehr leisten.

Es war ermüdend und wir hatten das Gefühl um Jahre (ja, ich übertreibe maßlos – dennoch!) in der Renovierung zurückgeworfen zu sein. Denn der Dreck in Form dieses fiesen Staubs, der sich in jeder Ritze festsetzte war phänomenal. Obwohl wir das Gefühl hatten, es geht ja kaum was ab. Wir waren beide sehr gefrustet und wussten nicht, ob wir froh sein sollten, diesen Dreck nicht während des Wohnens zu haben oder ob es eine hirnrissige Idee gewesen ist, das jetzt auch noch zu starten und sich als Familie  einen weiteren Monat in einer anstrengenden Wohnsituation zu befinden. Denn auch die Kerle fanden es vor vier Wochen erstmals ermüdend und anstrengend und warten nur darauf endlich in ihr eigenes schönes, helles Zimmer umziehen zu können.

Dann kam die chemische Beize. Es ging nicht vor und nicht zurück, aber irgendwie mussten wir die Sache jetzt mal zu einem Ende bringen. Das Ende lag letztlich noch in weiter Ferne. Das wussten wir zu dem Zeitpunkt zum Glück noch nicht. Die Beize zwar nämlich ätzend und hat furchtbar stark gestunken, doch den nötigen Erfolg sahen wir immer noch nicht. Zuguterletzt kam ein Nachbar rüber und warf die Idee in den Raum, es mit einem Sandstrahler auszuprobieren. Das würde auf jeden Fall funktionieren. (Klar, vom Dreck her, wäre das jetzt auch kein Thema mehr.) Oder einen Heißluftfön. Allerdings bezweifelten wir alle, dass die Farbe dann abgehen würde, da sie einfach schon so sehr im Holz war, dass sich da nichts “abblättern” ließ. Wir entschieden uns, nach einem Sandstrahlgerät zu suchen und jemanden, der sich damit auskannte, da kam dieser Nachbar mit seiner Borhmaschine herüber. Man könnte es noch mit einem StahlbürstenAufsatz für die Bohrmaschine versuchen.

Mit der Bohrmaschine? An die Treppe? Ich hatte erneut das Gefühl, dass wir schon wieder einfach nur kaputt machen. Das Gefühl hatte ich ja schon mehrere Mal während der UmbauMaßnahmen. “Ja, es könne schwierig werden, aber ein Versuch sei es wert.”

IMG_0079Nun gut. Auf diese Weise waren an einem Abend plötzlich vier Treppenstufen grob fertig. Dann der obere Teil, plötzlich auch der untere. Schließlich kam es zum Feinschliff, den wir jetzt gerade noch einmal vor uns haben, nachdem wir die Treppe erstmals 1x ölen konnten.

Wir gewinnen tatsächlich Land ins Sicht. Es ist unglaublich. Ich glaube es auch erst, wenn wir in unseren eigenen vier Wänden die ersten drei Nächte verbracht haben. Aber so langsam können wir wirklich unsere Taschen packen und nochmal umziehen. Ich freu mich drauf. Beim Renovieren einer alten EichenTreppe haben wir auch ein wenig dazugelernt. Sehr schön. Ach ja, und diese Fliesen, die schon viel Geschichte erlebt haben, durften wir auch entdecken. Nochmal: Sehr schön!

Wenn jemand von euch noch irgendwelche Tipps zum Ölen von Holzböden oder Treppen hat, immer her damit. Der neu verlegte SeekieferHolzBoden im Bad “pappt” an der ein oder anderen Stelle und wir sind nicht sicher, woran das liegt? Wie oft wir den Boden immer wieder neu ölen können und dürfen? (Zweimal sind wir nämlich schon drüber…)

Blogger schenken Lesefreude. 2015

Und ich bin dabei. Zwar etwas knapp, was den dazugehörigen BlogArtikel angeht, aber ich bin dabei. Dieses Jahr. 2015.

Was das mit der verschenkten Leserfreude überhaupt ist? Um den Grund dieser Aktion zu verstehen, geht’s am besten einfach hier entlang: Blogger schenken Lesefreude.

blogger2015v-WWarum macht rage von mamadenkt mit?
Ich mag Bücher! Ich mag sie lesen, ich mag sie schreiben. Ich finde es unbegreiflich genial, wie viele Bücher es gibt. Aktuell, in der Vergangenheit. Das Vorstellungsvermögen und die Kreativität von uns Menschen wird mir u.a. in der Vielzahl an Geschichten und dazugehörigen Ideen immer wieder bewusst.

Besonders in den vergangenen drei, vier Jahren habe ich richtig gute Bücher entdeckt. Früher landeten die gelesenen Werke im BücherRegal als Trophäen. Heute haben wir uns weitestgehend davon befreit und lesen dennoch gerne und fortwährend irgendwas. Spontan fallen mir vier Bücher meines LeseStoffes ein, die ich richtig gut gefunden habe:

Ende der Märchenstunde von Kathrin Hartmann
Blackout von Marc Elsberg und
Gute Geister von Kathryn Stockett

Diese Werke finde ich richtig gut, wenngleich auch nur eins den Weg in unser BücherRegal gefunden hat. Und das, das wird im Rahmen der Idee von “Blogger schenken Lesefreude” über diesen Blog verschenkt: Gute Geister. The Help von Kathryn Stockett.
Ein zweites Buch, das ich als Taschenbuch ebenfalls als Geschenk abzugeben habe, ist mein eigenes: Wenn etwas fehlt. 

Wie macht ihr nun mit?
Am besten seid ihr mindestens 18. Dann hinterlasst ihr bis zum 23.04.2015 um 23:59h einen Kommentar zu diesem BlogPost, in dem ihr das Buch nennt, das ihr aktuell in eurem BücherRegal stehen habt und jedem anderen ebenfalls empfehlen würdet. (Auf diese Weise schenkt ihr als Leser mir und anderen MitLesern weitere LeseSchätze. Vielen Dank!) Da ich beide Bücher einzeln verschenke, dürft ihr das Buch nennen, das ihr gerne als Geschenk entgegen nehmen würdet. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Wer ein Geschenk erhält, entscheidet das Los aus Papier. Der Gewinner wird von mir per Mail benachrichtigt. Also hinterlasst bitte eure MailAdresse. Noch was vergessen? Ich hoffe nicht und bin gespannt, was ihr so zu lesen habt.

Mamas HandtaschenMinimalismus

Wenn ich meinen Mann bitte,
* mir mal meinen Geldbeutel aus meiner Handtasche zu geben oder
* vielleicht auch das Döschen HandCreme oder
* das RennAuto, das einer der Kerle jetzt sofort unbedingt braucht,
ich aber die Hände nass vom Spülwasser habe oder mitten beim Wickeln bin – erhöht sich der Puls des Mannes, eine leichte Schnappatmung setzt ein und er steht kurz vor einer leichten Panikattacke. “Aus deiner Handtasche?”

IMG_0001Ich kann dann das Aufleuchten des roten Warnsignals in seinen Augen schon von Weitem blinken sehen und höre an seiner Stimme, die Verzweiflung, meine Handtasche öffnen zu müssen.

IMG_0002Mit Recht. Manchmal habe ich eine Tasche wie Mary Poppins oder aber Hermione Granger bei Harry Potter. Ich kann da alles mögliche mit einem Handgriff herauszaubern. Mein Mann leider nicht. Er hat eher das Gefühl, sich in die ungewissen Untiefen einer mütterlichen Handtasche begeben zu müssen. Er kommt sich nicht selten wie Odysseus vor, der sich auf seinen Irrfahrten durch meine Handtasche befindet. Nun ja, Schluss mit diesen Bildern.

IMG_0004Meine Handtasche ist ein rotes Tuch für meinen Mann. (Oh doch noch eins. Das eine geht noch.) Obwohl ich sie regelmäßig ausmiste und ihren Inhalt immer wieder sehr reduziert halte. Dennoch müllt sie im Alltag immer wieder zu: KassenBons, leeres BonbonPapier der Kerle, ZahnArztGeschenkeSchrott, Visitenkarten, angefangene TaschentuchPäckchen, Spielzeug, PixiBücher, MüsliRiegel… Die Variationen sind total unterschiedlich. Aktuell finden sich auch Dübel oder Schrauben, BaumarktUtensilien oder mögliche FarbBeispielKärtchen in ihr wider.

Mitten in einem dieser Versuche meinen HandtaschenInhalt reduzierter zu halten, erreichen mich gleich zwei Emails bzgl. Handtaschen. In einer der Aufruf mir meinen eigenen persönlichen WickeltaschenTraum zu entwerfen. In der anderen der Hinweis, wer aus der MamaBloggerWelt schon einmal auf die Seite des HandtaschenUnternehmens verlinkt hat. (Als ich die Mails lese, schüttle ich nur den Kopf. Nicht selten frage ich mich, ob solche Anfrager überhaupt nur einmal in meinen Blog hineingeschaut, geschweige denn den Untertitel gelesen haben? – Ich weiß es nicht.)

Die Sache mit dem Entwurf, ja irgendwie kann man sich da noch was bei gedacht haben. Aber für teure Handtaschen auf diesem Blog Werbung zu machen? Also bitte. Mal abgesehen davon, dass ich mir so eine Handtasche oder einen Koffer gar nicht leisten könnte, würde ich es selbst wenn, bei meiner tollen Tasche niemals in Erwägung ziehen.

Daraufhin habe ich beschlossen euch mal meinen HandtaschenInhalt – aktuell – abzufotografieren.

IMG_0005

Argumente, die für meine Tasche sprechen:
* sie war schon an vielen Orten und ist damit dazu zertifiziert sich als multikulturell zu bezeichnen.
* sie hat schon vieles anstandslos beinhaltet: benutzte Windeln, SchokoMuffins, Tablets, Kuscheltiere, Getränkeflaschen, Medikamente, Pflaster, Fieberthermometer, Kopien wichtiger Dokumente… Und damit halte ich sie für äußerst integrativ.
* sie ist fast oder mindestens (ich kann mich nicht entscheiden) 10 Jahre alt. Für unsere aktuelles Zeitverständnis und Konsumverhalten zeitlos würde ich sagen.
* sie ist in permanentem Einsatz. Egal ob beim Konzert, in der Krabbelgruppe oder auf dem gewöhnlichen Weg zum Einkaufen. Sie ist fast wie ich: nahezu immer einsatzbereit.
* außerdem pflegeleicht. Das schätze ich sehr an ihr. Schließlich kann ich sie einfach auskippen, vielleicht mal mit einem feuchten Lappen, im stark beanspruchten Fall mit einem Klecks Spüli darauf durch- und abwischen. Fertig!

Das sind eigentlich die fünf Dinge, die ich an meiner Tasche mag. Anhand derer ich eine “neue” Tasche entworfen hätte, die dann wieder neu produziert hätte werden müssen, um meine alte, gute abzulösen oder aber als Tasche zweiter Wahl im Schrank oder an der Garderobe ihr Dasein zu fristen.
Statt also eine Tasche mit neuem Design zu entwerfen, nutze ich die drei Minuten, den Mist aus meiner MamaHandtasche rauszunehmen.

Vielleicht bin ich ja nicht der Typ von Frau, der mehrere Handtaschen benötigt und damit bin ich vielleicht wieder ein bisschen anders.
Aber mal ehrlich: Wie viele Handtaschen habt ihr im Schrank oder an der Garderobe hängen? Und welche davon benutzt ihr regelmäßig? Was ist in euren Taschen so Wichtiges Zeug drin?IMG_0008

PS: Wem fällt auf, was in diesem Bild fehlt? Finde die drei Unterschiede. (Der Renner unter unseren momentan ZuhauseSpielen. Ob auf Bildern, auf dem Tisch, unter einem Tuch oder draußen im Garten. Ein bis zehn Teile werden entfernt und der Rest muss suchen. Macht hier allen riesig Spaß…)