Zeit. (1)

Die letzte Woche habe ich mir häufiger über dieses Wort und das, was ich bzw. wir damit verbinden nachgedacht. Es beginnt immer mit diesem darüber nachdenken. Ich stelle fest, wie es bei mir läuft. Habe ich Zeit? Wozu habe ich Zeit? Wofür nehme ich mir Zeit? Wofür habe ich keine Zeit? Wieso habe ich keine Zeit? Ist es mir zu unwichtig? Oder gibt der Rest meines Alltages es nicht her?

Natürlich kommt dann noch unsere besondere Situation dazu. Als wäre die nur bei uns besonders. Bei allen anderen doch auch. Äußerst individuell. Jeder hat so seine Päckchen zu tragen, verliert sich auf seine weise in seinem Alltag oder gestaltet seine Zeit sehr spezifisch. Vielleicht lässt er/sie auch gestalten. Doch selbst in dem Moment, des Gestalten-Lassens gibt es doch den Moment, dass ich das zulasse. Ich lasse gestalten und bestimme damit wiederum meine Zeit… – jetzt wird es abstrakt und philosophisch und das Denken bricht für einen Augenblick ab.

Bevor es beim Aufsetzen einer Tasse Tee wieder einsetzt. Vielleicht auch beim Anstellen der Wäsche oder dem Abholen des Kindes aus dem Kindergarten. Wie ist das mit der Zeit?

1. Wie ist das mit meiner Zeit?
2. Wie ist das mit der Zeit der anderen?
3. Was bedeutet “Zeit haben” (für mich und den Rest)?
4. Was bedeutet “keine Zeit haben” (für mich und den Rest)?
5. Wie will ich Zeit gestalten? Oder gestalten lassen? Und wieso?
6. Was hat Zeit mit dem Rest zu tun? Mit meiner Familie? Dem Job? Meinen Freunden? Meinen außerfamiliären Aktivitäten? Mit Achtsamkeit? Mit mir?

Wisst ihr, mir gehen viele Dinge durch den Kopf. Gerade. Ganz aktuell. Da ist die #AlteSchule. Da sind meine herzzerreißenden Kerle. Da ist die nebenher laufende Schwangerschaft. Da ist der Herbst. Da ist die Förderung meiner Jungs in Sachen leben. Da ist mein Buch über die Fehlgeburt und seine Veröffentlichung. Da sind all die unterschiedlichen Ansichten, wie Menschen meinen, dass das Leben gelebt werden muss. Da kommt Weihnachten. da ist mein Blog. Ich wurschtel mich gerade noch ein wenig durch das alles hindurch, weil mir noch die ein oder andere geordnete Antwort auf die Fragen oben fehlt. Klar, irgendwie hab ich sie innerlich mal ansatzweise beantwortet. Aber ich glaube, ich muss mir das mal bewusst machen. Über eine Reihe zum Thema auf diesem Blog. (Die WWOOFing Reihe ist fast abgeschlossen. Es fehlen noch zwei bis drei Artikel. Die gibt’s aber auch noch.)

Erzählt doch mal in einem Satz: Was ist Zeit für dich? (Konkret, abstrakt… Ganz egal!)

WWOOFen. Station Drei. (2) Im Zirkuswagen gelebt.

Während unserer letzten Station in Skandinavien, haben wir in einem Zirkuswagen gelebt. Wir hatten in der Beschreibung der Station schon davon gelesen. Aber so wirklich glauben, konnten wir es nicht.

Nicht, dass wir skeptisch gewesen wären. Ganz und gar nicht. Diesmal nicht. Denn: Wir wollten unbedingt mal in einem solchen Gefährt wohnen. Die Betonung liegt auf “wohnen”. Nicht nur eine Nacht drin übernachten, nein, wohnen. Mein Mann konnte es gar nicht abwarten. Vermutlich lag das daran, dass wir schon vor knapp drei Jahren mal kurz davor standen, uns Zirkuswagen anzuschauen, um selber einen umzubauen und als WohnAlternative für unsere Familie zurecht zu machen. Damals scheiterte es am übervollen Alltag. Und wenn ich mir jetzt unser aktuelles #ProjektAlteSchule so anschaue, bin ich ganz froh, dass wir das Geld damals nicht ausgegeben und irgendwie auch keine gute Gelegenheit bekommen haben, einen Zirkuswagen zu kaufen.

IMG_1162IMG_1171Unsere Zeit in diesem Zirkuswagen war super. Wir haben zu viert auf engstem Raum gelebt. Mit zwei kleinen Kindern geht das ganz gut. Hätten wir es mit zwei heranwachsenden Teenagern zu tun… hm, würde das nochmal anders ausschauen. Und: Wir haben nur zwei Wochen – eine absehbare Zeit – in diesen vier Wänden gehaust.

 

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Morgens sind wir nacheinander wach geworden. Einer nach dem anderen ging zur Katzenwäsche und Morgentoilette aufs PlumpsKlo, das zum Inventar des Wagens gehört, und ans Waschbecken der Küche. Und es war so großartig! Ein wunderschönes Klo. Bei unseren aktuellen Arbeiten habe ich tatsächlich schon mit dem Gedanken gespielt ein PlumpsKlo einzurichten. Aber da ich keine Ahnung habe, ob und wie man sowas anmeldet, kommt das erstmal nicht in Frage. Wenngleich wir immer wieder davon spinnen, nach den großen RenovierungsArbeiten ebenfalls eine WWOOFing Station einzurichten. Ein Zirkuswagen inklusive PlumpsKlo kommt in den Überlegungen definitiv auch vor. Sollte das was werden – mit der WWOOFing Station und euch stößt ein PlumpsKlo nicht ab – könntet ihr uns auch mal “in Echt” kennenlernen. Ohne diverse Server, Satelliten, Glasfaserkabel und haste nicht gesehen dazwischen.

IMG_1189In dem Zirkuswagen gab es außerdem eine Dusche und eine kleine Nische zum Kochen. Beides war für den Zeitraum jedoch abgeschaltet:

Die Dusche, da der Boiler fürs Warmwasser schon der zweite und ein dritter vorerst zu teuer war. Duschen konnten wir daher mit im Haus.

Die Küche hatte dadurch ebenfalls kein warmes Wasser und auch der Herd hatte sich im Laufe der letzten Monate verabschiedet. Da wir aber beides – Essen und Spülen – meist gemeinsam mit der anderen Familie gelebt haben, war das auch kein Problem.

IMG_1198IMG_1199Absoluter Komfort waren die großartigen Betten. Auch das fürs Baby an der Wand. Genial. Und alles, wirklich alles, selbst die Wände des Zirkuswagens waren Handarbeit, weil der Wagen zu Beginn die Wohnung der Familie gewesen ist und das Haus, wie wir es im Sommer vorfanden, anfangs einfach noch nicht derart bewohnbar war.

 

IMG_1201Weiterer Luxus: Die Möglichkeit auch vom Zirkuswagen aus einen schnellen Internetzugang zu nutzen, den wir in der Regel aber nicht gebraucht haben. Da draußen ist man mit so vielem anderen beschäftigt… Wir kamen nicht oft dazu.

Und jetzt? Jetzt sitze ich hier auf dem Sofa und denke an die Zeit zurück. So vieles geht mir plötzlich wieder durch den Kopf. Die Bedenken vieler Menschen aus unserem Umfeld, ob dieses Projekt wirklich sein muss? Und wenn ja, wieso? Weshalb? Dann diejenigen, die uns auf den Gegenwind hinwiesen und dass es dennoch gut sei, dem Herz zu folgen und sich darauf einzulassen, abzuwarten was passiert.

Die Zeit war kostbar. Sie ist kostbar. Ist das nicht Grund genug, sich voll aufs Leben einzulassen?! Und wenn sich dann eine solche Möglichkeit andeutet und das eigene Herz sich nach diesem Projekt sehnt, sollte man ihm nicht eine Chance geben?! Ich freu mich so und bin dankbar, dass ich mich an diese Tage und Wochen, trotz all ihrer Anstrengungen, Herausforderungen und FremdseinErfahrungen hier und jetzt erinnern kann. Euch ein bisschen was von den Eindrücken zeigen darf.

Hier mal noch die ein oder andere Impression vom Zirkuswagen sowie der näheren Umgebung. Viel Spaß beim Durchschauen.

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Bücherregal im ZirkusWagen

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Ein wenig Deko.

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Selbst einen Ofen gab’s im ZirkusWagen, wenngleich durch unseren ganzen Kram verdeckt…

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Die schmale Tür zum eigentlichen Schlafplatz.

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Sowas entdeckten die Kerle sofort.

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Unsere erste WWOOF-Aufgabe: Die Tomaten im Gewächshaus retten.

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Ein Erdkeller. Wusste vor unserem WWOOFen noch nicht einmal, dass es sowas überhaupt gibt. Coole Sache.

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Sowas fanden sie auch sofort. Schüttel. Jungs.

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Unsere Mitbewohner – zu Anfang.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Wieso nicht? Schließlich wurden und werden ganz viele Rahmenbedingungen geschaffen, um Frauen beides zu ermöglichen. Betreuung der Jüngsten in Kindertagesstätten. Lukrative Arbeitsbedingungen nach Vereinbarung und Absprache. Der Kombination von Familie und Beruf sind keine Grenzen gesetzt. In vielen Fällen. Ich meine, es gibt doch wirklich viele Frauen, die die KarriereLeiter trotz der drei “Elternzeitmonster” emporklettern können. Die sich als attraktive Unternehmerinnen, Führungsfiguren und Karrierefrauen herausstellen.

Wer diesen Blog kennt, nimmt mit Sicherheit den leicht skeptischen Untergrund meiner Worte wahr. Aber lasst es euch gesagt sein: Ich meine die Sätze oben wirklich ernst. Genauso, wie ich der Meinung bin, dass es hier um zwei Paar Schuhe geht. Ich bestreite nicht, dass es JobAngebote gibt, die den Frauen in ihren familiären Kontexten entgegenkommen. Ich bezweifel auch nicht, dass jede Frau sehr individuell entscheiden sollte, welche Socken sie trägt, welche Zahnpasta sie benutzt und für welche familiären und beruflichen Aufgabenbereiche im Alltag sie sich entscheidet. By the way: Dasselbe gilt doch nicht weniger für den Mann; doch darum geht es hier gerade gar nicht.

Aber diese Stimmung, dass uns Frauen alles möglich sei, wenn wir nur wollen, empfinde ich persönlich als trügerisch. Sie setzt mich unter Druck. Klar, wenn ich wirklich meinen TraumJob ausüben möchte, weil ich es Zuhause nicht als “Muttchen” aushalte, dann kann ich mir irgendwie den Weg dorthin bahnen. Allein dieses “wirklich” impliziert doch, dass diejenigen, die es nicht schaffen, es “nicht wirklich” wollen. Oder sie sind diesen Herausforderungen schlichtweg nicht gewachsen und dann bleibt man eben vorm Herd zwischen den bekackten Windeln stehen. Diese Frauen haben eben nicht das entsprechende Potential oder nutzen es schlichtweg falsch. Was für einem Druck wir Frauen uns damit aussetzen!?

Manchmal mal mehr, manchmal weniger einfach kommen viele irgendwie ans Ziel. Abhängig von meiner Familienkonstellation, dem ländlichen oder städtischen Bereich meines Wohnortes und nicht weniger von den Persönlichkeiten meiner Kinder, lassen sich Familie und Beruf miteinander vereinbaren. So sagt man. So tönt es in unserer Gesellschaft.

Zwischendrin gehen wir Frauen uns dann noch gegenseitig an die Gurgel, pi*** uns an den Karren, weil wir es anders sehen und anders machen. “Stillschweigende” Vorwürfe, die in InternetForen laut herausgeschrieen oder mittels KommentarFunktion verabreicht werden. Am Ende fühlt sich jede gedemütigt, weil sie entweder ihre Kinder vernachlässigt oder aber nicht-emanizpiert genug (= unselbständig), weil der Herausforderung nicht gewachsen auch die berufliche Komponente in ihren Alltag zu integrieren. Wir entscheiden uns dann irgendwann nur noch für das von uns als kleiner empfundene Übel und das nennt sich dann in der Regel Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ich weiß auch nicht.
Mich stört, dass wir Frauen uns das Leben gegenseitig so schwer machen. Wir greifen uns an, wenn wir unsere Kinder mit 1 Jahr im Kindergarten abgeben, um Geld zu verdienen. Wir belächeln uns, wenn wir unser Nähen oder Stricken ausbauen und von Zuhause aus bei dawanda verkaufen (statt arbeiten zu gehen).

Außerdem stört mich, dass mein Job als Mutter und Hausfrau nicht bezahlt wird. Ich kriege kein Gehalt für den Versuch das Potential dieses Staates aufzubauen, ihm Raum zu geben, sich zu entfalten und selber tagtäglich reflektiert in den Wogen des Alltages zu handeln und zu sprechen.

Und in diesem Zuge entdecke ich die kurze Vorstellung eines Buches, das den Titel “Die Alles ist möglich-Lüge. Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind.” trägt. Am 16.10.2014 findet dazu ein Online-Autorenevent statt, das vom Pantheon Verlag in Kooperation mit der Elternzeitschrift Nido um 21h stattfindet und sich Webinar nennt. Ich habe damals die kurze Buchvorstellung im Netz entdeckt und finde die Gedanken durchaus bedenkenswert. Das Buch habe ich noch nicht gelesen – aber ich würde gerne. Und ich hoffe, es ist ein Buch, das sich nicht in die Reihe der Bücher einreiht, die über die andere Seite herfällt und urteilt. Ein konstruktives Diskutieren, das sich gegenseitig stehen lässt und ernst nimmt, wäre so viel sinnvoller. Vielleicht sehen wir uns morgen Abend ja im Netz.

Was wir brauchen ist m.E. jedenfalls nicht ein gegenseitiges Bekämpfen und SchlechtReden. Konstruktiv wäre ein StehenLassen und Stärken der verschiedenen Rollen im Sinne der Familie. Die Möglichkeit als reflektierte Mutter Zuhause die Arbeit finanziell anerkannt zu bekommen, ist für mich persönlich durchaus ein Brückenpfeiler, der fehlt, was den Brückenbau (= die Vereinbarkeit) zwischen Familie und Beruf für Frauen (und Männer) angeht. Wenngleich nicht der einzige. Und vermutlich auch der idealistischste und utopischste.

Wie seht ihr das mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf? (Und bitte, nicht aufeinander losgehen.) Wofür habt ihr euch entschieden? Als Frau? Als Mann? Warum? Inwiefern habt ihr überhaupt das Gefühl euch entscheiden zu müssen? Oder ist dem gar nicht so?

WWOOFen. Station Drei. (1)

Die intensivsten zwei Wochen haben wir, meinem Gefühl nach, in den letzten beiden Wochen dieser drei Monate erlebt. Als wir ankamen, war nur der Vater der Familie zugegen. Der Rest der Familie machte gerade einen Großeinkauf – an einem Sonntag. (Etwas, was mir immer fremd sein wird, obwohl ich als Kind Sonntage ganz doof fand.)

Ich weiß gar nicht mehr, was wir dort wie als erstes gemacht haben. Aber wenn ich es in gebrainstormten Stichworten zusammenfassen sollte, dann so:

1. Schafe geschlachtet – 2. Fleisch gegessen – 3. im Zirkuswagen gelebt – 4. ein KinderSpielHaus (eine alte Schule) besucht – 5. eine Vergiftung mitgemacht – 6. Hemmschwellen überwunden – 7. Brote gebacken – 8. Knochen gesammelt – 9. eine andere Art FamilienLeben mitgelebt – 10. Löwenzahn wieder neu entdeckt – 11. ein geniales Schwimmbad entdeckt – 12. ein Plumpsklo lieben gelernt – 13. frisch gefangenen Fisch gegessen (natürlich gegart zubereitet) – 14. Landgurken eingelegt undundund.

Ich weiß nicht, was davon ihr am interessantesten findet. Alles zu erzählen würde diesen BlogBeitrag sprengen und da ich meine Artikel bewusst wieder etwas kürzer halten möchte… Sucht euch jeder drei bis fünf Themen aus. Die beliebtesten bzw. gewünschtesten werde ich im nächsten Post ein wenig ausführen.

Los geht’s. Ich freu mich auf eure Kommentare. Hinterlasst gerne einfach die entsprechenden Nummern oder auch Stichworte.

WWOOFen. Campen. Richtungswechsel.

IMG_0957Da saßen wir also nun. Wir hatten Norwegen wieder hinter uns gelassen und waren kurzerhand in die Richtung des CampingPlatzes gefahren, von dem wir am Morgen zuvor aufgebrochen waren. Als ich an der Rezeption stand, wunderte sich die Besitzerin nicht schlecht, sprach es jedoch nicht aus, was ihr vielleicht durch den Kopf ging.

Stattdessen erklärte ich ihr die Situation: Dass wir auf dem Weg nach Norwegen gewesen waren und uns dort ein ganz außerordentlich furchtbares Gewitter begegnet sei, dessen Begegnung wir uns hier nicht wieder erhofften. Sie wies mich darauf hin, dass es lokal auch in Schweden zu diesen starken GewitterStürmen gekommen sei und dieselben auch für diesen Abend und die kommende Nacht “lokal” gemeldet seien. Lokal. Was auch immer das bedeuten sollte.

Ich fragte, ob es eine Option gäbe, für diesen Fall einen festen Unterschlupf auf dem Campingplatz zu bekommen. Sie überlegte und griff nach ihrem Handy. “I have an idea. Wait! I first have to talk with my husband…” So oder so ähnlich drehte sie mir den Rücken zu und versuchte den CampingPlatzBesitzer zu erreichen. Ich weiß gar nicht mehr, ob es ihr gelang. Jedenfalls bot sie mir am Ende an, den Schlüssel für das ServiceHaus am Abend, bevor alles abgeschlossen würde, bei ihr abzuholen. Sollte es gewittern, würden wir in dem noch nicht fertiggestellten Gemeinschaftsraum unterkommen können.

Am liebsten wäre ich dieser Frau um den Hals gefallen. Ich war so überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit, ich hätte heulen können. Keine Ahnung, ich will nicht sagen, dass es sowas nicht auch in unseren Breitengraden gibt. Allein die Tatsache, dass ich es versuche anders zu machen als viele andere und viele Menschen aus meinem näheren und auch meinem CyberUmfeld kenne, die es ähnlich handhaben, macht mir Mut, dass da eine veränderte Mentalität sich irgendwann einmal durchsetzen könnte.

In dieser Nacht gab es kein weiteres Gewitter. Als ich am Abend zur Rezeption tigerte, um unsere EisAkkus in der GefrierTruhe auszutauschen, hielt mir die Besitzerin schon den Schlüssel hin.
Ich sagte: “Oh danke. Wir haben eben nochmal darüber gesprochen und beschlossen, dass wir Ihr Angebot nicht annehmen werden. Das Wetter scheint es gut mit uns zu meinen…”
Sie: “Bist du dir sicher?”
Ich: “Ja, ja. Wir haben das eben gemeinsam beschlossen.” (Hatten wir in der Tat.)
Sie: “Aber”, sie schwenkte den Schlüssel hin und her, “wenn es doch anfangen sollte, dann kannst du den Schlüssel hervorzaubern und dein Mann wird große Augen machen und sehr froh sein.”
Ich musste lachen und ließ mich überreden.
Im Zelt zurückgekehrt erzählte ich meinem Mann von der Situation und wir mussten erneut herzlich lachen. Es war einfach zu schön an diesem Ort, an dem sich jemand völlig fremdes so sehr um unser Wohl bemühte.

IMG_1012Wir blieben eine weitere Woche auf diesem CampingPlatz. Ich brauchte zwei Tage, um mich innerlich auf diese völlig freie Zeit einzulassen, die wir eigentlich vorgehabt hatten zu arbeiten. Immer wieder kam da dieses schlechte Gewissen, sich nicht gut genug angestrengt zu haben. Gegen Ende der Woche schlug das Wetter dann so richtig um. Es wurde regnerischer und unser BewegungsRadius schränkte sich von einem auf den anderen Tag radikal ein. Das Angebot des Ferienhauses der Eltern kam da sehr gelegen.

Da wir dieses Mal für eine ganze Woche bleiben wollten, sofern nicht wieder ein Flachbildschirm herunterfiel, räumten wir alles außer Reichweite. Auch den Flachbildschirm. Tatatataadahh! Wir waren doch keine so furchtbare HorrorFamilie. Dieses Mal ging nichts kaputt und die verlebte Zeit war außerordentlich entspannt!

IMG_1093Nun waren wir schon fast am Ende unserer WWOOFing-Zeit angekommen. Unsere letzten zwei Wochen standen bevor und damit auch unsere letzte WWOOFing-Station. Ich hatte ein bisschen Angst. Der Abbruch der letzten Station trat mir wieder vor Augen. Wieder einmal fragte ich mich, ob ich zu pingelig und penibel war oder ob es in Ordnung gewesen war, sich nicht durch diese Woche hindurchgeschlagen zu haben?!? Ich wusste es nicht und betete nur immer wieder, dass es dieses Mal anders laufen würde. Wir waren etwas verwöhnt von der Kombination Campingplatz und Ferienhaus der letzten beiden Wochen. Wir würden sehen, wohin uns unser Weg führte. 

Ein letztes Mal packten wir unser Auto und fuhren in Richtung Norden ans südliche Ende der beiden größten Seen Schwedens, Vättern und Vänern. Dort erwartete uns eine kleine Familie, die selber aus Mama, Papa und zwei kurzen Kerlen bestand. Mal schauen, wie unser Abenteuer dort oben weitergehen würde…

WWOOFen. Station Zwei. Abbruch.

Nach unserer ersten WWOOFing-Station standen zwei Wochen Urlaub auf dem Programm. Ursprünglich hatten wir geplant in einem Ferienhaus unterzukommen. Nachdem wir jedoch feststellten, dass das Übernachten in einem Zelt – in diesem schwedischen Sommer – sehr viel erträglicher war, als jedes Haus, verkürzten wir unsere Zeit in den vier festen Wänden, fuhren zwischendrin auf das Bloggertreffen nach Hamburg, besuchten liebe Freunde in der Gegend und düsten nach einem vollen, aber intensivschönen Wochenende wieder zurück in die Wildnis.

Auf unserem Weg gen Norden fuhren wir diverse Campingplätze an, die sich alle durch Familienfreundlichkeit, Naturverbundenheit, Überschaubarkeit und Einfachheit auszeichneten. Große Plätze, Entertaining oder LuxusKomfortDuschen am Meer waren schnell zu NichtKennzeichen des von uns gesuchten Übernachtungsplatzes geworden.

So erreichten wir nach zwei Wochen Norwegen, wo uns der nächste Host schon erwartete. Wir hatten uns einen kleinen Bauernhof ausgesucht, mit deren Besitzerin wir eine ArbeitsWoche vereinbart hatten, in der auch ihre Kinder vor Ort waren. Ich freute mich schon auf die etwas älteren möglichen Spielkameraden für unsere Kerle und die neue Umgebung.

IMG_0970Als wir auf die Hofeinfahrt zufuhren, sah alles sehr schlicht und ein bisschen wild aus. Unsere Gastmutter kam aus dem Haus und begrüßte uns herzlich mit ein paar Brocken Deutsch, wobei wir recht schnell ins Englische überwechselten, da die Kommunikation so viel einfacher war. (Es ist seltsam, aber ich hatte den Eindruck die norwegischen Gespräche besser mitverfolgen zu können als die schwedischen. Aber vielleicht lag es auch an der Art wie Erwachsene miteinander reden oder aber Eltern mit ihren Kindern. Denn diese Gespräche schienen mir sehr vertraut, wenn ich sie mitbekam.)

IMG_0973Da wir etwa 16h hatten, bot sie uns eine Portion Porridge an, die wir zu diesem Zeitpunkt dankend ablehnten, um uns erstmal mit ihr auf dem Hof umzuschauen. Sie betrieb den Hof inzwischen alleine, hatte etwa 20 Hühner, ein paar Schafe, Ziegen und Kühe sowie ein Hausschwein – Petronella. Vor dem Ziegenbock Jack warnte sie uns gleich zu Anfang und bat uns, genügend Abstand vor ihm zu wahren. Er sei trügerisch und würde gerne mal jemanden auf die Hörner nehmen.

Als wir ankamen befanden sich gerade zwei weitere WWOOFer auf dem Hof. Ein Mädchen, das mit ihr und den beiden Jungs im Haupthaus untergebracht war, sowie ein junger Mann, der schon seit etwa einem Jahr mitarbeitete und in der Stugor, einem kleinen Nebenhaus sein Bett hatte. Diese Menschen kennenzulernen, zu erfahren, woher sie kamen und wie sie an diesen Ort gelandet waren, fand ich unglaublich spannend. Wenngleich ich schon zu diesem Augenblick ein unsicheres Gefühl hatte. Trotz aller Freundlichkeit und Herzlichkeit fühlte ich mich unwohler als auf der ersten Station und konnte einfach nicht festmachen, woran das lag.

Unsere Gastmutter erklärte uns das Gelände, zeigte uns die Scheunen und erzählte wozu die Räumlichkeiten in der Vergangenheit genutzt worden waren, wozu sie sie heute nutzte und was sie in der Zukunft vorhatte, wie beispielsweise wieder Käse selber herzustellen oder an einem Projekt der Landwirte aus der Region teilzunehmen, von denen einer das Metzgerhandwerk erlernt hatte und dem die anderen ihre Tiere zum Schlachten vorbeibringen wollten. Das war alles interessant, inspirierend und ich musste mich immer wieder neu mental davon überzeugen, dass es gut war, jetzt an diesem Ort zu sein. Auch wenn das Gefühl ein anderes war.

Am Abend, nachdem die anderen die Tiere gefüttert und für die Nacht versorgt hatten, gab es ausnahmsweise ein Abendbrot, wegen unserer Ankunft. An diesem Abend wurde mir nochmal mehr klar, wie sehr dieses ganze Projekt von Kompromissen abhing. Auch und besonders von unserer Seite. War mir bei der ersten Station noch permanent durch den Kopf gegangen, was es für ein Kompromiss für unseren Host sein musste, uns als Familie aufzunehmen, die nur knapp an die zwei Arbeitskräfte bot und dafür zu viert auf der Matte stand, so merkte ich diesmal, wie sehr ich mich nach meiner reduzierten, überschaubaren und im Vergleich zu einer BauernhofKüche sauberen MietWohnungsKüche sehnte. Nach meinem funktionierenden Klo. Nach ein bisschen PrivatSphäre. Wir hockten jetzt schon seit einem Monat als Familie aufeinander. Entweder im Zelt oder im Auto oder bei Unternehmungen oder der Arbeit auf einer WWOOFing-Station. Ich merkte, wie das Ganze plötzlich an mir zu zehren und mich innerlich aufzuwühlen begann.

Noch während unserer Führung über das Gelände hatte sich herausgestellt, dass wir am besten im Zelt übernachteten, da die Stugor (das Nebenhaus) von dem WWOOFer bewohnt werde. Da im Emailkontakt gefallen war, dass wir eh unser Zelt dabei hätten, war unsere Gastmutter auch von nichts anderem ausgegangen als dass wir irgendwo auf einer der Wiesen übernachteten. Entweder direkt am Haupthaus oder aber (lieber noch) bei der Stugor auf der Ziegenwiese. Ziegenwiese bedeutete natürlich, dass dort die Ziegen rumgelaufen waren. Die ließen sich zwar in dem abgetrennten Teil des Geheges unterbringen, deren Exkremente jedoch nicht. Da wir aber noch weitere 4-6Wochen unterwegs sein würden, vermutlich auch in diesem Zelt, kam das einfach nicht in Frage es dort aufzuschlagen.
IMG_0971Die Stugor hatte zwar zwei Etagen, allerdings nur eine einzige Tür. Und die gehörte zum Bad, ließ sich aber eh nicht abschließen. Bei dem Bad handelte es sich diesmal nicht um ein Plumpsklo, doch wie sehr sehnte ich mich in diesem Moment nach dem Klo unserer ersten Station. Denn diese hier, bei vielen Gebrauch bzw. betätigen der Spülung, verlor ein Rinnsal an PinkelWasser, das aufgrund der Unebenheit des Raumes einmal quer hindurch lief.

Zum Abendessen gab es Brot, Marmelade, gepflückte Beeren und einen 10lEimer Milch, der mit einer Kelle mitten auf dem Tisch stand. Daneben eine RiesenSchüssel selbstgemachten Joghurt. Natürlich nach uraltem Rezept zubereitet. Die nächste Portion kam gerade vom Herd und wurde in eine dicke Decke gehüllt nahe des Ofens abgestellt. Während des Abendessens kamen wir miteinander ins Gespräch, tauschten uns über Montessori, Steiner und Walddorfschulen aus. Als es darum ging, warum ich keine Milch trank, wurde auch meine Schwangerschaft zum Thema, für die diese Milch völlig unbehandelt, direkt vom Euter das Beste sein würde. Aber … da war ja mein Gynäkologe, dem ich vertraute. Der meinte, keine RohmilchProdukte zu mir zu nehmen. Was nun? Für mich stand das Thema gar nicht weiter zur Diskussion. Dennoch fühlte ich den Disput an dieser Stelle. Ich wusste, ich befand mich in einer Schublade, so unwohl ich mich in dieser auch fühlte. Kombiniert mit meiner zu diesem Zeitpunkt riesigen Sehnsucht nach meinen HygieneVerhältnissen ging es mir nicht gut. Ich wollte nur noch weg.

Als ich meinem Mann davon berichtete, war der erst zurückhaltend. Er hatte sich für dieses gesamte Projekt sehr zusammenreißen müssen. Er lässt sich nur mit Mühe immer wieder neu auf neue Menschen, neue Lebenssituationen und ähnliches ein. Das gesamte Projekt hatte ihn viel Kraft gekostet. Aber nach der ersten WWOOFing-Station war er außerordentlich zufrieden weitergefahren. Ihm war es bislang ähnlich ergangen an dieser zweiten Station. Im Gegensatz zu mir wollte er jedoch die Zähne zusammenbeißen, Augen zu und durch. Ich konnte das einfach nicht. Wir beschlossen am nächsten Morgen normal aufzustehen und zu erklären, dass wir weiterfahren würden. Als Grund wollten wir meine Schwangerschaft und die tatsächlich damit einhergehende Erschöpfung vorschieben, auch wenn es nur einem Teil der Wahrheit entsprach.

Wenn wir gewusst hätten, was uns in dieser Nacht erwartete… wären wir vielleicht schon früher wieder gefahren. Gegen 21:45h begann es zu donnern und zu blitzen. Obwohl es eigentlich noch recht hell hätte sein müssen, hatten die Wolken den Himmel verdunkelt und es rumste gehörig. Wir schnappten uns die Kerle und warteten etwa 30min ein starkes Gewitter auf der Veranda des Haupthauses ab. Da wir nicht wussten, dass es weitergehen sollte, schlüpften wir wieder ins Zelt und schliefen bei leichtem Gegrummel von draußen ein. Gegen halb zwölf wurden wir plötzlich aus dem Schlaf gerissen. Draußen fegte und wütete ein heftiges Gewitter. Die Blitze waren so stark, dass wir im Zelt hell erleuchtet da lagen und jedes Mal der Boden bebte, wenn ein Donnerschlag dem Blitz unmittelbar folgte. Ich betete. Das war auch das einzige, wozu ich mich in dem Moment im Stande fühlte. Es war nur eine dünne Zeltwand, aber nichts bekam mich jetzt hier heraus. Starr vor Angst nahm ich einen der beiden Kerle fest in den Arm und zitterte betend vor mich hin. Nach etwa 20Minuten ließen die Donnerschläge nach.

“Ich hab die ganze Zeit gebetet.” flüsterte ich in die Dunkelheit hinein.
“Ich auch.” folgte die gepresste Antwort meines Mannes.
… Stille …
“Sollten wir vielleicht in die Stugor?”
“Bitte!” antwortete ich hastig und hatte auch schon den kleineren der Kerle auf den Knien, um aus dem Zelt zu klettern.

So wechselten wir vom Zelt auf den Flurboden der Stugor. So leise und so schnell wie möglich kramten wir unsere Schlafsäcke und einen Teil der Isomatten durch den strömenden Regen auf die andere Seite des Geländes und ließen uns erschöpft und nass zu Boden. In diesem Moment stand für uns beide fest, wir würden die kommende Woche an diesem Ort nur unter großen Anstrengungen hinter uns bringen. Ich hatte mich entschieden und wollte das nicht. Weder für mich noch für das Baby in meinem Bauch. Die Fehlgeburt letztes Jahr ergriff mich plötzlich und ich bekam Angst das Kind vielleicht doch noch zu verlieren, nur weil ich nicht auf mein Bauchgefühl achtete.

Unsere Gastmutter war sichtlich erfreut, dass wir nachts ins Nebenhaus gewechselt waren. Sie war irgendwann durch die Donnerschläge wach geworden und hatte gehofft, dass wir unser Lager nochmal woanders geschützter aufschlugen. Als sie meinte, sie habe uns am Abend davor keine Angst machen wollen und uns deshalb nichts von dem vorhergesagten Gewitter erzählt, war ich sehr erstaunt. Zumal sie beiläufig erwähnte, dass wir uns hier in einer der Regionen Norwegens befänden, in denen die häufigsten Blitzeinschläge gezählt würden.

Unsere Entscheidung weiterzuziehen konnte sie verstehen und bedankte sich, dass wir überhaupt gekommen seien. Es gäbe einige WWOOFer, die einen Zeitrahmen fürs Arbeiten mit ihr vereinbarten, aber dann gar nicht erst auftauchten. Das sei schon sehr ärgerlich, zumal sie in den HochZeiten diese Arbeitskräfte auch mit einplante.

Damit lag unsere 2.WWOOFing-Station schon nach weniger als 24h hinter uns und ich war schon lange nicht mehr so erleichtert, als in dem Moment, in dem wir die Hofeinfahrt hinter uns gelassen hatten.

Klar: Dieser Abbruch hatte etwas von Versagen. Ich hatte mir zwischenzeitlich nicht eingestehen wollen, dass ich nicht mehr konnte oder wollte. Doch letztendlich bin ich dankbar für diese Erfahrung. Ich musste mir eingestehen, dass hier Kompromisse von mir gefordert waren, die ich nur mit sehr viel Kraft über mich gebracht hätte. Zu erleben, sich dagegen zu stellen und einzuknicken, statt sich durchzukämpfen, war mir neu und auch mal gut.

Wie entrümpelt man ein Haus?

Es gab mal eine Zeit, da sahen drei unserer Räume in einer 120qm Wohnung so aus:

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Liebevoll als unsere drei Archive bezeichnet.

Dann begannen wir zu reduzieren. Nach und nach lichtete sich unsere Wohnung. Wir gewannen Wohnfläche dazu, wenngleich wir jede Menge Zeit in das Aussortieren, Verkaufen und Verschenken gut erhaltenen Inventars, teurer Sportgeräte oder mit Erinnerungen behafteter GeschenkeKleinigkeiten verbrachten.

Inzwischen lässt sich unser gesamter Familienbesitz in anderthalb solcher Zimmer unterbringen. Denn dort steht er aktuell und wartet darauf, bis wir unser neues Heim renoviert und bewohnbar gemacht haben.

Wir nutzten unser WWOOFing-Projekt und den damit verbundenen Umzug, um nochmal so richtig auszumisten. Nach Jahren begab ich mich an aufbewahrte Schulhefte, AbiOrdner, StudiumsAufzeichnungen und und und… Was dabei alles zum Vorschein kam. Ein riesiger Berg an Altpapier, Blättern, die wir weder verfeuern – da Sommer – und inzwischen auch nicht mehr als Schmierzettel nutzen konnten, da beidseitig beschrieben, landeten in der blauen Tonne. Mal abgesehen davon, dass ich schon zwei Kartons nur mit Malpapier und Schmierzetteln zur Seite gestellt hatte.

Parallel kauften wir ein Haus. Bei der Besichtigung war ich erschlagen von all den Dingen, die da überall an den Wänden hingen, auf den Fensterbänken standen, in Regalen arrangiert waren und vor sich hin staubten. Das Haus war schließlich schon einige Zeit unbewohnt. Nichts von all dem Kram fand noch irgendeine Verwendung, sondern hoffte auf die Rückkehr seines Besitzers. Poetisch ausgedrückt. Doch ohne Erfolg.

Die Vorstellung wieder bei Null anzufangen,… ich wusste gar nicht, wie ich das finden sollte. Sollte es mich schockieren? Oder motivieren á là “Yeah! Und wieder machen wir das Leben etwas freier?” Bis heute weiß ich nicht, was da gefühlstechnisch eigentlich ausgelöst wurde oder wird. Mich beschäftigten einfach nur die Fragen:
1. Werden wir das alles los, um überhaupt renovieren zu können? Und
2. Wie werden wir es los?

Inzwischen sind wir seit noch nicht mal zwei Wochen Besitzer des neuen WohnObjektes und zumindest die erste der beiden Fragen scheint sich zu klären: Wir werden den Kram los. Und zwar auf ganz, ganz unterschiedlichen Wegen, durch die Hilfe und das Wissen vieler anderer Menschen, die uns in den letzten Tagen immer mal wieder in einem Nebensatz einen Hinweis auf den und den Unternehmer oder das und das Projekt gegeben haben.

Sollte jemand von euch mal in den Genuss kommen, ein altes Haus zu übernehmen oder aus irgendwelchen Gründen einen Haushalt auflösen zu müssen, trage ich diese Hinweise hier mal zusammen, wie wir es gemacht haben und aktuell durchziehen.

Grundsätzlich gibt es – nehme ich an – zwei Möglichkeiten zu entrümpeln:
A) Ich sehe in dem ganzen Inventar eigentlich nur Altlasten und leiste mir daher die Kohle für einen Container. In den werfe ich durch das Fenster einfach alles Hab und Gut hinaus, um es 14 Tage später von einem Abschlepper weg transportieren zu lassen.
B) Ich entdecke das mitunter ganze Leben oder zumindest den Lebensabschnitt eines oder mehrere Menschen und gebe dem Inventar eine zweite Chance auf Wiederverwertung, Upcycling oder wie auch immer ihr es nennen mögt.

Wir haben uns für letzteres entschieden, was allerdings nicht bedeutet, dass wir alles aufbewahrt bzw. nichts weggeworfen hätten. Aber wir haben sortiert, und uns eine Art Stufensystem überlegt.

1.) Als erstes sind wir den Kram mal grob durchgegangen und haben Dinge, die sich augenscheinlich von uns wiederverwerten ließen zur Seite gelegt. Dabei waren zwei Massivholzschränke, ein blaues Kleid aus den 60er Jahren, der ein oder andere EmailleTopf, ein SauerkrautHobel oder auch Bücher, wie “Krieg und Frieden”.

2.) Dann hatten wir uns überlegt, wir verkaufen und verschenken Besitz, der von anderen, sei es von Freunden, Nachbarn oder Verwandten noch gebraucht werden konnte. Dafür ließen wir die Menschen, die uns ihre Mithilfe anboten oder einfach nur mal gucken wollten, durchs Haus streifen. Immer mit dem Hinweis, dass sie gerne mitnehmen könnten, wenn sie was Brauchbares entdeckten. Ich gebe zu, viel ging dabei nicht aus dem Haus, aber das ein oder andere Teil, was wir sonst vielleicht tatsächlich hätten entsorgen müssen.

3.) Danach sammelten wir alles in zwei Zimmern des Hauses. Wir entrümpelten die Schränke und Nachttischchen und sortierten radikal aus. Wofür? Für einen Hausflohmarkt. In Schweden eine sehr, sehr gängige Art des Wiederverwertens. Dort gibt es an jeder Ecke das Schild “Loppis”. Dabei handelt es sich weder um Süssigkeiten, noch um Kartoffeln. Meist stellt ein Dorfbewohner eine seiner Scheunen oder Garagen zur Verfügung, in die von den umliegenden Nachbarn das ein oder andere Teil oder Möbelstück zum Verkauf angeboten werden kann. Diese Loppis gibt es ganzjährig, aber eben auch nur für einen bestimmten Zeitraum (z.B. eine Haushaltsauflösung). In Deutschland kommt diese Kultur der Rückführung in den GebrauchsKreislauf erst schleppend an. Wir kaufen uns viel schneller das bessere und moderner Konsumprodukt und entsorgen das alte schnell in der Tonne oder verwahren es im Keller. Oder auf dem Speicher. Oder irgendwo anders in der Wohnung oder dem Haus.
Daher machten wir uns gar keine großen Hoffnungen auf klingelnde Kassen. Insgesamt kam kaum was rum, aber wir konnten das ein oder andere Teil abgeben.

4.) Bei diesem Aussortieren entstanden 11 gelbe Säcke Müll, mindestens genauso viele AltkleiderSäcke und drei große Kartons mit Kleidungsstücken, die wir an die Caritas abgegeben haben. Die gelben Säcke erklären sich durch den ungewöhnlich hohen Konsum des Vorbesitzers an PlastikBlumen jeder Art und in jeder Ecke. Sowas habe ich noch nicht gesehen. Und gerochen.

5.) Für die Möbel riefen wir bei einem Laden an, der aktuell für die Flüchtlingshilfe nach gut erhaltenen Möbeln sucht. Der 7,5 Tonner stand vor der Tür, war ruckzuck voll geladen und das Haus schon ein wenig leerer.

6.) Elektro- oder auch Metallschrott wird inzwischen auch gerne von eigenständigen Unternehmen angenommen, die sich Wertstoffhof oder ähnlich nennen. Sie sammeln und recyceln die in diesen Gegenständen vorhandenen Metalle und verkaufen sie an die jeweiligen anderen Unternehmen, die diese Rohstoff erneut aufbereiten. Für unsere ersten 25 Kilo haben wir sogar ein bisschen Geld bekommen. Davon haben wir uns dann jeder zwei Milchbrötchen gekauft.

7.) (Abgelaufenen) Medikamente oder medizinische Hilfsmittel hat uns die Apotheke abgenommen. Super Sache, da diese einen Kontakt hat, der zum Beispiel bislang nicht genutzte Schnabeltassen an entsprechende andere Einrichtungen weitergibt.

8.) Dann gibt es natürlich noch die Option von ebay, momox und rebuy, um Bücher, Modelleisenbahn, schicke OriginalKleider aus den 60ern weiterzuverkaufen oder alte Bücher loszuwerden. Bei Büchern tue ich mir nämlich immer noch schwer, sie in die blaue Tonne zu werfen. Aber diese Bücher will hier keiner mehr lesen. Kein einziges Buch hat das Haus bislang mit der Zielsetzung erneut gelesen zu werden, verlassen. Von daher sind rebuy und Konsorten für mich eine gute Alternative. (Da es hier eben auch keinen belebten Bücherschrank gibt.)

9.) Manche Kleidungsstücke sind mir zu wertvoll, als dass ich sie in die Altkleidersammlung gebe. Da es bei unserem SecondHandLaden auch keinen Ankauf, sondern nur die SpendenBasis gibt, habe ich mir für das BrautKleid (ca. 40er Jahre) überlegt, beim Theater anzurufen. Da wir auch unglaublich lange und weite Gardinen haben, dachte ich auch diese dort mal anzubieten. Allerdings bin ich dazu bis jetzt noch nicht gekommen und ich gebe es lediglich als Gedankenanstoß weiter.

10.) Alles andere wird über Kleinanzeigen zum Verschenken abfotografiert und ins Netz gestellt. Von Verschenken bis zu 20€ gehen das ein oder andere Elektrogerät, wie z.B. eine Schleudertrommel oder auch ein Hometrainer doch noch in den Besitz anderer über. Das macht uns gerade sehr zufrieden, denn schließlich bedeutet es, wir müssen nicht alles via Sperrmüll entsorgen.

11.) Sperrmüll ist irgendwie die letzte Instanz unseres EntrümpelungsSchemas. Und ich hoffe, dass wir mit der festgelegten Kubikmetermenge auskommen. Sollten wir noch zu viele Möbelstücke im Haus stehen haben, wird der ein oder andere Sessel vielleicht schon zwei Tage vorher auf den Bürgersteig gestellt und jemand nimmt ihn mit. Wer weiß.

So entrümpeln wir dieses Haus und es ist erstaunlich, wie gut und schnell einem mit der Zeit dieses Reduzieren von der Hand geht. Musstet ihr schon einmal ein ganzes Haus entrümpeln oder einen Haushalt auflösen? Viel euch das leicht oder schwer? Was habt ihr für Kniffe entdeckt, um euch von Altlasten bzw. LebensAbschnittsErinnerungen zu trennen?

Spätsommerliche SpielIdeen für Kids

IMG_8446Wenn es draußen ungemütlich wird, die ersten kühlen RegenTage ins Land ziehen, muss ich mich auch als Mutter auf die zweite JahresHälfte mit ihren dunkleren und kürzeren Tagen draußen vorbereiten. Ich bin dem Spätsommer sehr dankbar, dass er mir meist ein paar herbstlich goldenen Tage schenkt, um dennoch die ein oder andere Stunde mit meinen Kindern an der frischen Luft zu verbringen.

In der Regel ziehen wir los und sammeln Obst zum Einkochen oder Marmelade Zubereiten. Die kurzen Kerle haben riesigen Spaß beim Pflücken und Auflesen der Pflaumen. Aktuell sammeln wir tütenweise Kastanien, Walnüsse und Haselnüsse. In ein, zwei Wochen werden wir die Äpfel vom Baum schütteln und im Keller lagern.

Wir genießen diese Augenblicke im Freien zutiefst. Doch dann kommt irgendwann der Regen. So wie jetzt. Laut klatschen dicke Regentropfen gegen die Fenster und am Bordstein entstehen kleine reißende Rinnsale, die zu Bächen zusammenfließen und allerlei bunte Blätter und StraßenDreck mit sich führen. Was dann?

Foto 3-3Für diese Momente wird der Esstisch zu einer BastelSortierWerkstatt. Je nach Lust und Laune wird geklebt, gebohrt, gemalt, sortiert, mal mit mal ohne meine Hilfestellung. Dabei entstehen Biene Maja und andere KastanienMonster oder auch kleine Spiele. Denn Sortieren und Zählen mit Materialien wie Nüssen, Eicheln oder Kastanien macht doppelt so viel Spaß als mit gekauften GlasNuggets (wobei ich die auch sehr schön finde!). Denn das sind die Schätze der Kurzen, die an dem ein oder anderen sonnigen Tag zu kleinen Bergen in der Wohnung angehäuft wurden.

Trotzdem: Wenn wir nicht jederzeit vor die Tür gehen können, muss die Beschäftigung in den vier Wänden ein bisschen vorbereitet und geplant sein. Mir wichtig:

Foto 1-6Einfach muss es sein. Schnell muss es gehen. Das heißt nicht, dass ich meine Kinder schnell abspeisen möchte. Aber wenn da die Idee ist aus gesammelten BaumBlättern GrimassenBilder zu kleben, dann müssen
a) Blätter gesammelt und
b) diese vorher getrocknet und in einem dicken Buch gepresst worden sein.
c) Wenn sie dann leicht zur Hand zu nehmen sind, geht’s direkt los

und die Kids haben gar keine Zeit die Lust an der Idee zu verlieren oder ein großes SpielChaos im EssZimmer anzurichten.

An dieser SortierZählIdee arbeite ich aktuell mit den beiden Kerlen, einem großen und einem kleinen KindergartenKind. Zunächst haben wir haufenweise Kastanien und Nüsse gesammelt.

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KastanienHaufen

Um das Zählen zu üben, werden kleine Blättchen mit Zahlen aufgezeichnet.

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ZahlenBlätter aufzeichnen

Gemeinsam werden die Zahlen nun ausgemalt.

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Ausmalen der ZahlenBlätter

Ist alles bereit, darf der Große die Zahlenblätter in der richtigen Reihenfolge auf den Tisch legen.

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ZahlenBlätter in die richtige Reihenfolge bringen

Nun werden Kastanien, Walnüsse oder Haselnüsse aus ihrem Körbchen genommen, abgezählt und dem jeweiligen Zahlenblatt zugeordnet.

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SortierZählSpiel

Eine weitere SpielVersion könnten Additions- und Substraktionsübungen sein. Der Kleinste füllt währenddessen das KaffeeGeschirr mit den kleinen Schätzen oder stopft sich die schönsten in die HosenTaschen.

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Kaffeetasse mit kleinen Schätzen

Was sind eure Ideen für den Spätsommer und Herbst? Wie verbringt ihr mit euren Kids regennasse Tage in der Bude? Fällt es euch leicht vorbereitet zu sein? (Ich muss sagen, ich übe bei letzterem noch.)

 

Wie erklärt man eigentlich Minimalismus?

DSC05358In drei Sätzen bitte. Und wenn man dann für sich und den anderen klar hat, was Minimalismus ist, will man das überhaupt noch?

Frau DingDong hat sich in ihrem letzten Blogbeitrag darüber Gedanken gemacht und den Versuch gestartet, es auf den Punkt zu bringen. Glücklicherweise gab es da noch den einen etwas älteren Beitrag, der eine Art Definition beinhaltet. Doch was ist mit uns? Mit dir und mit mir? Wie erklären wir diesen Begriff? Was verstehen wir unter einem minimalistischen Leben? Und hat das wirklich irgendwelche Vorzüge?

Einer der Kommentatoren bei Frau DingDong hat mich an ein Zitat von Niko Paech erinnert: “Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.” In seinem Buch “Befreiung vom Überfluss” kommt dieser Satz auch vor. Er hat mich – auch wenn er mir nicht mehr wortwörtlich präsent war – sehr geprägt. Denn im Kontext geht es nicht mehr nur um weniger Dinge, sprich höchstens 100Teile besitzen. Es geht um ein souveränes und unabhängiges Leben. Und wenn man einmal mit dem Reduzieren, Verschenken und Abgeben von Besitz begonnen hat, erkennt man plötzlich, was man alles nicht braucht. Das Leben verändert sich. Es entsteht eine Sehnsucht nach Unabhängigkeit und Echtheit. 

Wir haben gerade ein Haus gekauft. Dieses Haus ist alles andere als minimalistisch. Bis zur Regenrinne sammelt sich dort das Inventar einer älteren Damen. Als Minimalist hätte ich das Haus vielleicht nicht gekauft. Oder würde einfach alles in einen großen Container kippen, um auf meine 100 Teile zu kommen.
Stattdessen organisieren wir einen HausFlohmarkt, verschenken, verkaufen und geben diese Besitztümer an andere ab. Irgendjemand hat diese Gegenstände irgendwann einmal hergestellt. Zeit, Arbeit und Geld investiert. Egal in was, ob in die Schreibmaschine, das EtuiKleid aus den 60ern oder das kitschige StellDichHin. Ich mag nicht mehr einfach nur noch wegwerfen. Genausowenig, wie ich nicht mehr shoppen gehe. Ich kaufe, was ich brauche. Das wird immer weniger.

Im Zuge des Entrümpelns stelle ich immer wieder fest, wie zeit- und raumraubend Besitz eigentlich doch ist. Und ich befinde mich in dem Spagat einfach nur weniger haben zu wollen, aber gleichzeitig Nachhaltigkeit und Wertschätzung für die Dinge beizubehalten.

Soweit zu meinem Roman, wenn ich anderen Minimalismus erkläre. Und wie ist das bei euch? Was versteht ihr unter Minimalismus? Und wie erklärt ihrs euren Kindern bzw. dem anderen?

WWOOFen. Ein Erklärungsversuch.

IMG_0754“Wo ward ihr eigentlich den ganzen Sommer?”
“Wir kommen gerade aus Skandinavien.”
“Oh schön! Urlaub in Schweden. Oder Norwegen.”
“So überall. Wobei… Urlaub ist relativ.”
“Wieso das? Kein gutes Wetter? Hier hat’s nur geregnet.”
“Doch. Super!! Auch das Wetter. Aber Urlaub trifft’s nicht ganz. Nicht nur. Wir haben auch gearbeitet.”
Erstauntes Gesicht. “Im Urlaub?”
“Wir waren WWOOFen.”
“WWOOFen? Was ist das?”

Meine bisherige Definition: “So ‘ne Art work and travel. Nur auf ÖkoBauernhöfen bzw. bei Selbstversorgern.”

Ich glaube, diese Definition trifft es ganz gut. Dennoch versuche ich WWOOFen mal in diesem Beitrag etwas allgemeiner auszuführen:

Was bedeutet WWOOF? Die wortwörtliche Übersetzung lautet (derzeit): World Wide Opportunities on Organic Farms. Wobei ich im Netz auch noch andere, wenngleich ähnliche Ausführungen der fünf Buchstaben gefunden habe.

Was macht man da? Als WWOOFer erhältst du einen Schlafplatz und wirst außerdem für die jeweilige Zeit essenstechnisch mitversorgt. Im Gegenzug arbeitest du auf dem Hof mit. Meistens wird 6h am Tag mit angepackt und man hat 1-2 Tage in der Woche frei. Das wird gemeinsam besprochen. Manche Hosts haben sehr feste Zeiten, wieder andere sind sehr flexibel, je nach Jahreszeit und anstehenden Aufgaben.

Wo gibt’s das? Überall auf der Welt. Such dir ein Land aus und in der Regel gibt es dort eine Gruppe von Menschen, die – meist ehrenamtlich – das WWOOFen organisiert. Neuseeland, Schweden, Italien, Griechenland, Irland… Meist hat jedes Land seine eigene Internetpräsenz.

Wie werde ich WWOOFer? Zu der Internetplattform, gehört ein internes Forum für angemeldete Mitglieder. Die zahlen als Host oder auch als WWOOFer einen Jahresbeitrag, der zwischen 15€ und 25€ liegt. Die Gebühr variiert und wir mussten jeweils diese Beträge zahlen. Ob es noch höhere Beiträge gibt, kann ich nicht sagen. Erst durch diese Registrierung kommt man ins Forum und kann Hosts direkt anschreiben. Vorher kann man zwar die  jeweiligen Höfe anschauen und sich die Profile durchlesen. Aber ein Anschreiben ist aufgrund fehlender Kontaktdaten erst nach Bezahlung möglich.

Wie schreibt man an? Auf diesen Internetseiten steht meist beschrieben, wie eine Kontaktaufnahmen empfohlen wird. In unserem Eifer habe ich das erst nachdem ich zehn Höfe angeschrieben hatte, entdeckt. Wir haben damals, weil wir als Familie los wollten und längerfristig planen mussten, knapp vier Monate vorher den Kontakt über die Formulare gesucht. Aufgrund von Erfahrungen sollte man mindestens sechs Wochen vorher sich um eine Kontaktaufnahme bemühen. Meistens steht man über dieses Kontakt- oder auch das NachrichtenFormular der Plattform miteinander in Verbindung. Wir haben uns nachher mit den Hosts auch per Mail und Telefon abgesprochen und verabredet.

Und dann? Dann fährt man los und arbeitet mit. Die Aufgabenfelder sind so unterschiedlich, wie die Höfe und ihre Hosts. Es gibt große ApfelbaumPlantagen, Bed&Breakfasts, SelbstversorgerFamilien, Omas mit jeder Menge Land, Menschen, die alte BauernHöfe wiederbeleben wollen… Du kannst zum Reparieren eines Zaunes, zum Unkraut jäten, zum Aufbau einer SolarAnlage auf einer der Scheunen, zum Verarbeiten der Ernte oder zum Versorgern des Viehs eingesetzt werden. Wir wurden von allen Hosts immer gefragt, was wir gerne machen würden? Ob wir irgendwelche Themen- und damit auch Arbeitsschwerpunkte hätten? Ob wir was bestimmtes lernen wollten? Für uns als Familie war diese Zeit sehr wertvoll. Wir haben Literatur und Links genannt bekommen, auf denen sich unsere Hosts tummeln. Unser Wissen erweitern können und ein uns “fremdes” Leben teilen dürfen. Genauso waren wir ebenfalls eine Bereicherung. Nicht nur durch die getane Arbeit, sondern auch die Themen, das Wissen und die Quellen im Netz, die wir gerne weitergegeben haben.

Gibt’s unter euch jemanden, der auch schon WWOOFen war? Ich meine mich daran zu erinnern, dass der ein oder andere schon in anderen Ländern auf diese Weise unterwegs war. Was sind eure Erfahrungen? Teilt sie gerne in den Kommentaren mit!! Gerne auch mit Verlinkung zu den jeweiligen möglichen BlogBeiträgen.

Wer noch mehr Interesse am WWOOFen hat, der folgt am besten den folgenden Links:

WWOOF – Deutschland
World Wide Opportunities on Organic Farms
Auch nochmal in kurzer Zusammenfassung: Farmarbeit. WWOOF
WWOOF. Work exchange on organic and sustainable properties
WWOOF Sweden
WWOOF Norway

Viel Spaß! Es ist großartig!