Reduziertes Bad

IMG_9479Am meisten hat sich unser reduziertes Leben im Bad durchgesetzt. Als es anfangs darum ging BabyKram, Bücher und DVD’s abzutreten, zu verschenken, zu verkaufen oder zu spenden, hat keiner von uns beiden darüber nachgedacht, was für Auswirkungen dieses Verzichten auf andere von uns bewohnte Räume haben könnte. Schon gar nicht auf unser Bad. Aber hier wurden Cremes, Shampoos und KörperSchmuckIdeen aufs Wesentliche reduziert, Haare fortan nur noch selbst geschnitten und KokosDuft zum neuen Deo deklariert.

Unser Bad ist  mit seinen knapp 5-6qm recht klein, wenn man bedenkt, dass es das einzige im gesamten Haus ist und außerdem von vier Personen, na ja, sagen wir drei Personen beansprucht wird. Den Komfort zeitgleich zur Toilette zu gehen, gibt’s hier nicht. GästeWC, adé.
Dennoch haben wir ein sehr schönes Bad. Ich äußere auch einfach mal die Feststellung, dass es immer schöner wurde, je weniger drin stand.

Weniger Inventar.
Weniger KörperPflegeProdukte.
Weniger DekoKram.
Weniger DuftZeug.
Weniger Kosmetik.
Weniger.

Was ich alles reduziert, verbraucht, verschenkt, abgegeben und seitdem nicht wieder gekauft habe?
ZahnGel, WimpernTusche, DuschGel, Lotion, Peeling, Deo, Parfum, Kerzen, DuftBlüten, Kosmetik aller Art.

IMG_9474Was ist drin – im Bad?
* ein WaschBecken
* ein HandtuchHalter mit Handtuch
* ein Hocker
* ein Spiegel inklusive AblageFläche für
* vier Zahnbürsten und zwei ZahnpastaSorten
* zwei NasenDuschen
* eine Dusche mit Vorhang
* eine Tube Shampoo für alle
* ein Glas KokosÖl
* ein Hobel für mich
* ein NassRasierDings und ‘Maschinchen’ für ihn
* ein HandtuchRegal mit eine KinderSpielente
* ein BastKorb für
* Binden, Tampons und Medikamente
* 2 Stück Seife (eine in-use, die andere als Ersatz)
* ein Fön
* 2 Kulturbeutel mit (eigentlich nicht nötig, aber wenn wir mal doch getrennt unterwegs sein sollten…)
* NagelSchere, Deo von ihm, ZahnSeide und HaarGummis
* ein Töpfchen
* meine einzigen 2 Ketten an der Wand und
* ein Klo. 

An die KulturBeutel müssen wir nochmal ran. Vielleicht auch immer mal wieder. Denn nach einem ausgiebigen Urlaub füllt sich dieses Utensil immer wieder neu, mit irgendwelchen geschenkten Proben, die ich doch eigentlich gar nicht haben mag und so weiter und so weiter…

IMG_9478Die WegwerfBinden werden nach meinem nächsten Geburtstag hoffentlich nicht mehr erforderlich sein, denn ich habe folgende Seite von kulmine entdeckt und entschieden, dass mir diese Alternative besser gefällt als der MoonCup. Habe darüber schon mal an anderer Stelle geschrieben.

Wir befinden uns also in unserer aktuellen WohnBesichtigung. Wie sieht euer Bad aus? Was ist euer Bad für euch? Praktisch? Das stille (Rückzugs)Örtchen? Ein WellnessParadies? Was für Ansprüche habt ihr an diesen Raum? Eine freistehende BadeWanne, die fänd’ ich toll. Aber wer soll das bezahlen? (Vielleicht sollte ich doch Kohle mit diesem Blog verdienen… )

 

Reduzierte Küche

Küchen sind teuer. Zumindest scheint es so. Aus gegebenem Anlass haben auch wir uns Gedanken über das Vorkommnis einer Küche in unserem Haushalt gemacht. Küchen fangen bei 240€ im BekanntenKreis an und können für bis zu 100 000€ im Fachhandel zusammengestellt, gekauft und schließlich genutzt werden.

IMG_9419Die Aussage, dass eine richtige Küche erst bei 10 000€ beginnt, hat mich nachdenklich gemacht, mich sogar ein bisschen empört. Das bedeutet schließlich, dass man für all das viele Geld darunter keine richtige Küche hat. Wirklich? Sagt ihr es mir. Ich weiß es nicht.

* Küchen werden maßangefertigt; für den Raum, den man zur Verfügung hat.
* Küchen müssen qualitativ hochwertig sein.
* Küchen sollen mindestens 10, 15, 20, 30 Jahre halten.
* Küchen brauchen ein CeranKochfeld, ich meine, integrierten EspressoZubereiter. Ach quatsch, KidchenHilfeDings.
*Küchen sind einfach so.

Denn:

* Dort bereiten wir unsere Nahrung zu.
* Dort ist das Zentrum des FamilienGeschehens.
* Dort trinken wir mit Gästen ein Glas Wein. Im Stehen.
* Dort sitzt das Herz. Sollte sie uns allein daher nicht entsprechend wichtig sein, und teuer? Lieb und teuer.

Liebe LeserIn! Solltest du eine solche Küche haben, dann wünsche ich dir von ganzem Herzen Freude in ihr! Wirklich. Ganz ehrlich und ohne jedweden Sarkasmus. Dennoch geht die Äußerung, dass eine richtige Küche erst ab 10 000€ zu erhalten sei, mir gehörig gegen den Strich und entspricht einfach ganz und gar nicht der Realität des durchschnittlichen Alltags eines normalbürgerlichen Menschen dieses Landes, dieses Kontinents, dieses Planeten.

1. Was ist richtig?
2. Bereite ich kein gutes Essen vor?
3. Wenn Küchen dann ein Leben lang halten, wieso gibt es überhaupt KüchenAusstellungen? Ich meine, so viele. Noch und nöcher? So viele Menschen gibt es doch gar nicht so schnell immer wieder.
4. Was suggeriert hier schon wieder die Werbung?

Warum schenke ich dieser Aussage soviel Beachtung?
Sie stimmt nicht, wird aber von vielen ernstgenommen, schlimmer noch für wahr gehalten. Das Angebot sich was Neues in den Raum zu stellen, statt das “Alte” weiter zu benutzen, ist groß und absolut normal, üblich. Für viele. Weil wir allzu schnell solchen Aussagen Glauben schenken. Ich mag meine Küche einfach sehr. Und ich mag auch mein zubereitetes Essen. Ich mag die Zeit, die ich hier verbringe und unsere gemeinsamen EssensZeiten. Wenn meine Küche keine richtige ist, sind die Zeiten, mein Arbeiten in ihr, das Essen, vielleicht all die Dinge, die ich dort fabriziere, auch nicht richtig.

Mich empört die Erwartung, dass etwas so teuer sein muss, um richtig zu sein. Dahinter verbirgt sich Werbung, Konsum, Wachstum und all die Dinge, die einem verantwortlichen Leben erstmal keine große Priorität zuweisen. Sie lassen einen Druck auf den OttoNormalVerbraucher entstehen, den ich Kopfschüttelnd miterlebe und der mich wütend macht. Denn mal ehrlich: Wer kann sich wirklich eine 10 000€ Küche mal eben leisten. Oder eine für 45 000€ oder 88 000€? Aber wenn wir uns diese Küchen schon nicht leisten können, dann wenigstens die für kleines Geld: 3500€. Oder 4200€. Vielleicht sogar 6000€. … Kleines Geld?

IMG_9421Unsere Küche ist mehr als 10 Jahre alt. Sie hat damals 800€ gekostet. Im Laufe der Zeit gab es Investitionen, wie einen größeren Kühlschrank mit Gefrierschrank. Der hat etwa 400€ gekostet. Dann noch eine neue Arbeitsplatte nach dem zweiten Umzug, für etwa 90€. Als Studenten haben wir uns die Küche einbauen lassen. Der Raum war so mini und mit einer so krassen Schräge; da war ich froh, mir darüber nicht auch noch Gedanken machen zu müssen. Das hat damals auch was gekostet. Wieviel, weiß ich nicht mehr so genau. Und dann gibt’s da tatsächlich eine Spülmaschine. Shame on me. Aber das sind alles zusammen etwa 2800€ für eine Küche, die sich über mehr als ein Jahrzehnt zusammengestellt hat.

Ich kann inzwischen ziemlich gut kochen. Lecker. Die obligatorischen ZuvielKilos beim Mann sind da, meine Kerle machen ihre Teller leer und Besuch kommt gerne zu Kaffee und Kuchen.

IMG_9420Meine Küche ist richtig. Hoffentlich auch für die kommenden zehn Jahre. Inzwischen ist sie außerdem reduziert. Fast vollständig sogar. Mein PlastikZeug ist noch nicht ganz weg. Aber meine Küche hat in der Regel immer eine freie Arbeitsoberfläche und sieht so aus, wie auf den Bildern. Das hätte ich nie gedacht.

Wie sieht deine Küche aus? Wenn du einen Blog hast, dann schreib doch auch was zu deiner Küche. Verlinke gerne hier in den Kommentaren auf deinen entsprechenden Artikel und erwähne ebenso gerne diesen Artikel hier auf deinem Blog. Vielleicht ergibt sich tatsächlich eine bunte Sammlung verschiedenster Küchen. Küchen, die eben nicht nur einen hohen Preis hatten, sondern voller Leben und Geschichte sind. Und gutem Essen – natürlich. Ich bin neugierig.

 

WWOOF

Das Buchstabenkürzel bedeutet so viel wie: World-Wide Opportunities on Organic Farms. Manchmal findet sich auch die Bedeutung: Willing Workers on Organic Farms.

Idee:
WWOOFing ist die Chance gegen Kost und Logis auf ökologischen Höfen in aller Welt mitanzupacken, den natürlichen ArbeitsRhythmus auf einer Farm mitzuerleben und ein Gefühl für JahresZeiten, Regionen und die Arbeit der Besitzer zu entwickeln. In der Regel erlebt man was für landwirtschaftliche To-Dos auf einem Hof, der ökologisch arbeitet, anfallen, lernt neue Menschen kennen und begibt sich auf ein kleines Abenteuer. Entstanden ist die Idee in England in den 70er Jahren. (Wer Lust hat, liest einfach mal selber im Netz nach.)

Organisation:
WWOOF ist sowas wie ein Netzwerk, das sich über die ganze Welt spannt und in jedem Land speziell organisiert wird. Im Netz findet man daher in der Regel Websiten, die den jeweiligen Ländern zugeteilt sind: www.wwoof.de, www.wwoof.it und so weiter. Auf diesen speziellen Seiten finden sich entsprechend des Landes sogenannte Hosts, die gerne freiwillige Helfer aufnehmen. Während meiner Suche sind mir zwei Seiten begegnet, auf denen sich einige allgemeine Hinweise oder eine Auflistung der einzelnen länderspezifischen Websites finden. Für Letzteres hier entlang.

WWOOFing ist dem Travel and Work sehr ähnlich – nur grün. Soll heißen: Es handelt sich um Höfe, die ökologisch arbeiten. Die Arbeitsbereiche können unterschiedlich aussehen. Denn mal gehört zum Hof ein Bed&Breakfast, mal ist es ein Hof, der von einer jungen Familie gerade erst übernommen wurde, mal gibt es StreuObstWiesen, mal werden Schafe gehütet oder Pferde gehalten. Die Möglichkeiten und Höfe können unterschiedlicher nicht sein, habe ich während unserer Suche, Recherche und Planung häufig gedacht. Genauso, wie auch die Hosts und WWOOFer sehr unterschiedlich sind. Doch dazu kann ich euch an dieser Stelle noch gar nicht so viel erzählen, da wir bislang erstmal nur unseren Sommer verplant haben.

Wir werden (wahrscheinlich) WWOOFen gehen. Die Vorbereitungen hierauf waren bislang schon sehr aufregend und für uns mit der ein oder anderen eigentlich untypischen Entscheidung verbunden. Als Familie ist das Ganze nochmal ein bisschen anders, als wenn ich als Studentin oder einzelne Person losgezogen wäre. Das macht den Kontakt zu den Hosts nochmal anders und jeder HofBesitzer ist auch gegenüber dem Einsatz einer jungen Familie verschieden eingestellt.

Für uns ist es nochmal die Gelegenheit:
1. vor weiteren starren Verpflichtungen (Schule …) eine lange Zeit am Stück unterwegs zu sein.
2. Dinge zu lernen, die wir gerne lernen würden. (Tierhaltung, GemüseGärten anlegen, Scheunen reparieren, Samen aus Pflanzen fürs nächste Jahr gewinnen)
3. konkrete Selbstversorgung kennenzulernen.
4. Menschen zu begegnen, deren Herz für eine mehr oder weniger ähnliche Sache wie unseres schlägt.

Jetzt seid ihr dran. Habt ihr schon Erfahrungen mit dem WWOOFen gemacht? Wenn ja, dann gebt sie uns bitte weiter. Wir sind dankbar über jede Info, jedes Erlebnis… 

Selbstbestimmte Unabhängigkeit (2)

Unabhängigkeit ist noch ein bisschen was anderes als Freiheit. Auch wenn die gefühlte Bedeutung beider Begriffe nahe beieinander liegt.

Suche ich nach Freiheit, werden mir etwa 13 400 000 Ergebnisse ausgespuckt. Unabhängigkeit hingegen kommt nur 2 320 000 Mal im Netz vor. (Natürlich wurde dieselbe SuchMaschine genutzt.)

Der ein oder andere mag meinen, dass selbstbestimmte Unabhängigkeit nichts anderes als Autonomie ist. Vielleicht. Worauf es in diesem Fall aber viel mehr ankommt: Ich möchte meine Kinder zu dieser Art von Unabhängigkeit erziehen. Sie ist mehr als nur Selbstständigkeit oder Autonomie. Sie ist vielleicht Freiheit. Aber Freiheit ist mir in diesem Fall doch zu schwammig. Der Gedanke, dass meine Freiheit durch die Freiheit des anderen begrenzt wird, nachvollziehbar aber gleichzeitig einschränkend.

In den vergangenen zwei Jahren, nein, eigentlich vor allem seit Anfang 2013 habe ich das Gefühl, mich frei zu kämpfen zur Unabhängigkeit. Der Weg hierher war lang, manchmal komm ich auch ganz durcheinander mit den ZeitSpannen. Mein Weg ist auch noch lange nicht zuende. Irgendwie befinde ich mich gerade mitten drin.

Freikämpfen von Werbung als SpielBall für Konzerne der LebensmittelIndustrie, von gesellschaftlichen Erwartungen, von RollenKlischees und manchmal auch von hochmodernen, TrendThemenDiskussionen. Ob ich mich wirklich freikämpfen kann oder frei geworden bin, mag der ein oder andere bestreiten. Ist mir gerade aber auch egal.

Selbstbestimmte Unabhängigkeit hat für mich viel mit LebensQualität, Widerstand, bewusst:er leben, Fehler machen, neu Kurs einschlagen, zugeben, Achtsamkeit, Entschuldigung, Freiheit, Souveränität, Loyalität vorm Leben und dem blauen Planeten oder auch mit Kommunikation mit einem schimpfenden RohrSpatz in der RegenRinne zu tun.

Selbstbestimmte Unabhängigkeit macht mich fähig das Leben zu nehmen, wie es kommt und erfüllt zu sein. Sie macht mich fähig, das, was mir vor die Füße fällt aufzuheben oder liegen zu lassen. Will ich das so haben, oder eher nicht? Will ich es verändern, oder lass ich’s lieber liegen?

Selbstbestimmte Unabhängigkeit heißt für mich, nicht von den Gefühlen anderer, ihren Entscheidungen oder ihrem Verhalten meine Freude am Leben zusammen schrumpeln zu lassen. Ja, dahinter schwingt ein wenig Trotz. Widerstand. Ob es dann noch selbstbestimmt ist? Ich hab die MarmeladenSeite vom Brot. Das Brot ist auf den Boden gefallen? Ich hab trotzdem die MarmeladenSeite.

Selbstbestimmte Unabhängigkeit ist manchmal furchtbar egoistisch. Ja, das ist bestimmt so. Aber manchmal gelingt es mir nur so im Alltag mit Entscheidungen der anderen souverän klar zu kommen und das Lächeln nicht so ganz zu verlieren.

So viel zu meinem neuen LieblingsTeilZiel: Selbstbestimmte Unabhängigkeit.
Durch sie, sind wir heute zwei Helden begegnet. Wir haben diese Menschen zu Helden erkoren.
Durch sie, haben wir Teilchen gegessen.
Durch sie, haben wir Leben genossen.
Durch sie, haben wir das Leben in die Hand angenommen. Mal angenommen, es wurde uns weggenommen.
Durch sie, entstand mein vorheriger Post.
Durch sie, haben wir Lächeln gewonnen.

Das war gut und macht mir Mut. Auch mal das zu schreiben, was mir einfach unbedacht und ohne Acht ins Ohr geflüstert wird.

Was hältst du von selbstbestimmter Unabhängigkeit? Konkret? In deinem Leben? Weißt du, welches Gefühl von Freiheit ich zu beschreiben versuche?

Frontale DigitalReduktion

Oder: Rückblick März. Luft schnapp.

Der Monat war unglaublich voll. Mit so vielen Dingen, Projekten, Menschen, Ideen, Gedanken, Experimenten. Das vermutlich anstrengendste war die Spontaneität der Dinge.

* Smartphone weg. (So gut wie – zumindest.)
* Durch die Bundesrepublik telefoniert, um rechtliche Klarheiten zu schaffen. (Für nix und wieder nix.)
* Zelte abgebrochen. Es geht weiter. (Wohin? Keine Ahnung. Echt nicht.)
* Feste gefeiert, wie sie fallen. (Auch Karneval mitgemacht. Junge, Junge. Was für eine menschliche ‘Errungenschaft’.)
* Einheit über bewusst:er leben mit Jugendlichen veranstaltet. (Wie schnell wird man ‘alt’)
* BesucheranzahlBeobachtungsTool abgeschafft. (Ich bin jetzt sowas von euren Kommentaren abhängig… Wenn ich ehrlich bin… Dieses Tool hat meine Motivation des Bloggens schon ein wenig gepushed.)
* Zur #EarthHour2014 das Licht ausgeschaltet. (Unterdessen bei KerzenLicht einen Brief verfasst.)
* Ein Pfund gehacktes EmailKonto. Bwäh! Eklig. (EmailAdressen in diesem Zuge reduziert. Ohne Anschreiben meines nicht gepflegten Adressbuches: Es tut mir leid, Welt da draußen. Aber ich wollte mich nur noch von diesem Konto befreien. Ich hoffe, wir lesen uns wieder.)
* Manuskript an LiteraturAgenturen verschickt. (Ich weiß nicht, ob das so gut war…?!)
* 4x die Woche Sport. Hahahaha… (Am Anfang des Monats… war heute nochmal laufen. So als Abschluss.)
* WWOOFen. Eines der Worte, die derzeit sehr häufig in unserem Alltag Gebrauch finden.
* Diesen Monat wieder Mal fiesen MagenDarmBakterien den Kampf angesagt.
* Einem Freund “Auf Wiedersehen!” gesagt, der das Leben nicht mehr ertragen konnte.
* Familie besucht. Gefeiert. Geliebt. Geweint. Sich abgegrenzt. Stehen gelassen. 
* Entscheidung für ein echtes Leben getroffen. (So frei hab ich mich schon lang nicht mehr gefühlt.)
* Die ersten Picknicke durchgeführt. (So mit FrühlingsDuft in der Luft und so.)
* Dem nie da gewesenen Winter hinterhergeweint.
* Die Suche des Menschen nach Aufmerksamkeit einmal mehr an mir und meinen MitMenschen beobachtet. Und gleichzeitig die (bewusste, gewünschte, gelebte) Einfachheit Einzelner bewundert.

Ein wenig trübselig? Bestimmt. So war mein Monat. Auch voll. Bunt. Lustig. Er hatte von allem etwas. Vor die Füßen fallen lassen und ernst nehmen, kann mitunter ganz schön anstrengend sein. Nix Beine baumeln lassen… Ich geb’ den Monat hiermit zurück und bin gespannt auf die kommenden 30 Tage.

Und bei euch so? Was hat euch bewegt in den vergangenen 31 Tagen? Wie schon gesagt, ich freu mich auf eure Kommentare…

KonsumNörgele

Ich wollte schon immer einen Beitrag mit dieser Titelüberschrift verfasst haben. Heute ist also dieser Tag. Wobei es eigentlich um mit und ohne geht… Ihr werdet sehen.

Ich glaube, ich habe es in irgendeinem meiner Beiträge der letzten Wochen erwähnt. Ich mutiere zum KonsumNörgele. Die eine oder der andere kennt vielleicht das Wesen des BücherNörgeles, der sich in der KinderLiteratur wiederfindet. Sei es drum.

Vor etwa einem Monat sind wir spontan in ein schwedisches EinrichtungsHaus gebraust. Wir mussten uns damals total dazu überwinden. Aber wir benötigten noch ein Teil für ein GeburtstagsGeschenk und ich war noch immer auf der Suche nach schönen BilderRahmen. Nun ja, wir fanden beides und drei Tage später erklang im Radio die Meldung, was für alte, wertvolle Bäume für diese Möbelstücke einfach mal eben getötet wurden. Ach ja, und eine fleißige BlogLeserin machte mich dann noch auf den Klebstoff und die Ausdünstungen aufmerksam, die diese MöbelStücke und EinrichtungsGegenstände ver”sprühen”.  Aaargh!

Damals stellte ich mir unter anderem die Frage, was ich denn jetzt mit all den Bello und HassoRegalen machen soll? Und was ist mit den MassivHolzMöbelstücken? Der Gedanke einen wertvollen Baum damit um seine Existenz gebracht zu haben… Die ein oder der andere wird denken, “Jetzt tickt da irgendwas nicht mehr ganz rund.” Keine Sorge – manchmal kommt mir auch der Gedanke, aber seltenst bin ich mir in einer Sache so sicher bei Verstand zu sein als bei dieser.

Ich bin nicht gegen Holz verarbeiten, ich bin nicht gegen Fleisch essen. Aber ich bin gegen Gedankenlosigkeit. Meine Gedankenlosigkeit. Unsere Gedankenlosigkeit. Wir kaufen. Wir konsumieren. Wir essen. Wir leben. Wir bauen. Wir verbrauchen. Und das alles so oft ohne die Rücksichtnahme auf nachfolgende Generationen oder Menschen, die nicht direkt neben mir stehen. Kinder in Indien, Frauen in Vietnam, Männer in Bangladesh. Meine Urenkel. Egal, ob ich sie kennenlerne oder nicht. Ob ich welche haben werde oder nicht. Bei den derzeitigen Entwicklungen wohl kaum.

Letzte Woche war ich in einem günstigen BekleidungsGeschäft. Denn schon seit Wochen suche ich KinderSchlafanzüge. Ich war im SecondHandLaden, auf KleiderBasaren, hab in der DorgerieEcke nach BioNeuware geschaut – keine Chance. Kurzerhand bin ich dann in dieses Geschäft. Die Auswahl dort war … Nein, anders. Das Regal war voll. Grellorange, giftiges Blau und überall vorne ein dicker klebriger Aufdruck auf dem Oberteil. Mal abgesehen von dem absoluten Nichtgefallen, kamen mir in dem Moment die Menschen in den Sinn, durch deren Hände diese KleidungsStücke gegangen sind. Die in schäbigen Gebäuden Textilien für uns “reiche” Europäer anfertigen und dabei einer Vielzahl giftiger Stoffe ausgesetzt sind. Die Flüsse, in die das Abwasser vom Färben fließt. Und die Aufdrucke? Wir sind so furchtbar gedankenlos im Kauf.

Im Geschäft stehe ich vor dem Regal und schaue immer wieder rüber zur Verkäuferin, checke die Lage, wie viele Kunden sind anwesend? Kenn ich jemanden von den Frauen? Kann ich die Verkäuferin ansprechen und nach biologisch kontrollierter Ware fragen? Ich trau mich nicht… Dann irgendwann, während der große Kerl schon am billig PlastikSpielzeug hängen geblieben ist, ringe ich mich durch, schnappe mir die notwendige Badehose – selbst bei deren Kauf fühle ich mich schlecht – und dackel zur Kasse…

“Ist das alles, was ihr momentan da habt?”
Sie schaut hoch, hebt die Augenbrauen und meint: “Das ist ja eigentlich ganz schön viel, oder nicht?!”
“Ja, ja…”
Ich druckse vor mich hin, während sie mich weiter verständnislos anblickt.

Aber es sieht giftig aus. Die Kleidung sieht giftig aus. 6,95€ oder so kostet das Set? Wer bitte schön bekommt die Kohle, wenn ich an die Transportwege – und haste nicht gesehen – denke? Die Klamotten sind nicht schön. Sie sind vermutlich so giftig, wie sie aussehen. Wie geht es den Menschen jetzt gerade, in diesem Moment, in dem ich an der Kasse stehe? An einem Freitagnachmittag? Wo wurde die Baumwolle hergestellt? Mit welchen Mitteln? Kann sie mir nur auf eine dieser Fragen überhaupt eine zufriedenstellende Antwort geben?

“Aber da ist überall ein riesiger, klebriger Aufdruck drauf.” Ich verziehe das Gesicht.
Ihre Augenbrauen rutschen noch was höher.
“Ach so. Ja.” Sie schiebt nachdenklich kurz die Lippen vor. “Na, wir bekommen ja bald wieder Ware.”
“Echt?” Das Regal ist doch noch voll? Wer soll die Schlafanzüge denn alle tragen? Sie missversteht meine Reaktion und fügt stolz hinzu.
“Jaha,” heftiges Kopfnicken “wir bekommen alle zwei Tage neue Ware.”

Alle zwei Tage. Dreimal die Woche. Ist uns das bewusst? Das ist nur eine Filiale dieser einen Kette. Eine minikleinepopelige Filiale. In der RadioSendung über die EinrichtungsHäuser hieß es, dass in einem Haus täglich 100 000 Möbelstücke verkauft werden. (Keine Ahnung, ob auch Deko dazu zählt. Aber egal, oder?!?)

Ich kann leider nicht die ganze Welt auf einmal retten. Unser Konsum im Hinblick auf die Ungerechtigkeiten gegenüber Menschen, Völkern und Umwelt ist vielleicht auch nicht das vordergründigste zu verändernde Moment. Aber es ist ein wichtiger, der mit allem vernetzt ist und wirklich schwerwiegende Folgen mit sich bringt.

Also gut.
Mein Jahr ohne: schwedische EinrichtungsHäuser. Ohne Smartphone (eingeschränkt). Ohne BekleidungsGeschäfte.
Mein Jahr mit: Zeit für große Projekte. Menschen kennenlernen. Ein Handwerk erlernen. eigenes Gemüse heranziehen. Und entschuldigt, dass ich es nochmal erwähne: Mama sein.

Machst du mit? Ausstieg aus unnötigem Konsum? Das kann doch jeder. Es geht schließlich nicht um Dogmen! Einstieg ins Leben?

Mein Smartphone ohne mich

… kommt ziemlich gut klar.  Und ich? Ohne das Smartphone? Hier ein kurzes Resümee meiner letzten vier Tage.

Nach einigen eurer Kommentare zum letzten Beitrag kam die Entscheidung ziemlich schnell: Ich leg’s jetzt weg. Ich mag nicht mehr. Kiste aus. Ab in die Ecke. Als AutoPannenNotfallHilfe hab ich es jetzt noch immer dabei – aber aus. Ganz aus. Und wenn dann wirklich was Schwerwiegenderes eintreten sollte als ein notwendiger ReifenWechsel, schmeiß ich das Gerät wieder an.

Obwohl es nur so ein kleines Gerät ist, hat sich mein Alltag in der Tat verändert. Nicht weltbewegend, aber ein wenig. Die dabei befürchteten Einbußen sind zunächst mal nicht eingetreten.

1. Ich habe weiterhin Kontakt zu Menschen im RL. (Juchuhuuu!!)
2. Ich habe weiterhin Kontakt zu euch, ins Netz, lese die geballte Ladung eurer Kommentare, Tweets und Links so gerne abends, wenn ich auf dem Sofa zur Ruhe komme und leg das Notebook danach guten Gewissens weg. Denn: Die Erde dreht sich weiter. Bislang kommentiert ihr wertvoll weiter, auch wenn ich nicht im StandByModus verharre. (Halleluja!)

Was sich verändert hat? Ganz einfache Dinge, wie z.B.

1. Das vorausschauende Planen meines Tagesablaufes wird wieder hipp. Wann ich wen wo abhole, muss unter Umständen schon morgens früh oder vormittags während der ComputerZeit abgesprochen werden. Zehnminütige Verspätungen sind ohne Handy oder Smartphone nicht mehr drin, weil der andere sich sonst die Beine in den Bauch steht. Nachteil: Es geht ein wenig Spontaneität flöten. Vorteil: Struktur für meinen Alltag tut mir persönlich gut. Ich kann andere Termine und ToDos ja auch gut um diese festen Uhrzeiten anordnen. Der NichtGebrauch meines Smartphones lässt mich ‘verbindlicher’ Abmachungen treffen. Es hat ein bisschen was von Festigkeit, Beständigkeit und Verlässlichkeit – dieser SpontaneitätVerzicht.
2. Telefon, Email und Abwägen, ob diese Message nun wirklich nötig ist, kommen mehr zum Zug. Ob von Vorteil oder Nachteil, muss sich erst noch herausstellen.
3. Meine Aufmerksamkeit hier Zuhause ist geschärfter. Echt. Darin sehe ich keinen Nachteil und bin froh, dass sich diese Hoffnung bewahrheitet.
4. Ich verpasse was. Ja. Den ein oder anderen Link bestimmt. Nachteil: Manches davon ist echt gut, was ich verpasse. Vorteil: Ich sondiere, sortiere. Ich finde mich noch. Ich und mein Smartphone. Mein Smartphone und ich. Ich mit meinem Smartphone. Das Gerät ist in meinen Augen eben doch nicht nur schwarz.
5. Freiheit. Unabhängigkeit, die sich plötzlich einstellt. Mein Smartphone? Keine Ahnung, wo das ist. Brauch ich gerade auch nicht.

Meine letzten Tage und der SmartphoneEinsatz:

MontagMorgen 6:45h: Wecker ausstellen – Blick in die Emails: nix passiert. Gerät aus.
Dienstag: Kein Smartphone benutzt. Mein Mann konnte mich nicht erreichen. “Haste wieder nen day-off”? – “Jepp.” – “Hm…”
Mittwoch: Nachmittags ruft mein Mann mich auf dem Festnetz an. “Ich kann dich nicht erreichen.” – “Ich weiß.” – “Wieder ein day-off?” – “Jepp.” – “Warum?” … Nachmittags hab ich das Gerät dann doch angeschaltet, weil wir eine halbe Stunde später zum vereinbarten Termin kommen würden. Danach wieder aus. Alles gut.
Donnerstag: Noch nicht angehabt. Alltag und Leben bislang trotzdem geregelt bekommen. Als moralische Stütze das Smartphone dann doch bis nachmittags angestellt. (Und zack: Mal eben schauen, ob er aus der Sitzung raus ist…)

Es geht.

Für euch, die ihr kein Smartphone besitzt, mag sich das schräg, erschreckend anhören. Vielleicht belächelt ihr mich auch. Aber es ist mein Weg, um bewusst:er leben zu lernen. Mit den Dingen, Errungenschaften und Menschen von heute… Andere werden denken: Was für ein Mist. Wieso stellst du dich da so an?
Ich habe in den letzten Tagen seltsame Blicke erhalten. Ich hab mich nicht getraut zu fragen, ob ich mal telefonieren darf. Mein Umfeld weiß, dass ich ein Smartphone habe… “Funktioniert dein Handy nicht?” Von dieser ErwartungsHaltung mag ich mich auch ganz gerne befreien. Einer neuen NachrichtenGruppe via Smartphone beitreten, um so schnell wie möglich die wichtigsten Nachrichten von der ganzen Welt überhaupt zu erhalten, mag ich auch nicht. Reaktion: Wieder Blicke, die mich nicht verstehen.
Und meinem Mann? Ja, dem hab ich von diesem Experiment tatsächlich nichts erzählt. Eine Sache, die wir vorher mal nicht besprochen haben. Warum? Vielleicht die Befürchtung selber nicht fest genug in meiner Entscheidung gegen das Smartphone zu sein. Jetzt mach ich erst mal. Mal schauen, wohin das Ganze führt.

Und von Ramona hab ich diesen Link hier erhalten. Die Idee einen Tag in der Woche einen ScreenSabbath zu halten… ja, das find ich gut. Nicht nur für sieben Wochen oder ein Jahr. Ich mag dauerhafte gesunde Veränderungen. Da muss man wohl ausprobieren, ob’s und was passt.

Martins Link fand ich auch erhellend. Ich scheine da mit meiner persönlichen Wahrnehmung gar nicht so verkehrt zu liegen und gemeinsam mit dem ein oder anderen in dasselbe Horn zu blasen.

Was ich jetzt mit meiner KameraFunktion mache, weiß ich noch nicht. Und ob ich das Smartphone samt und sonders wegreduziere, auch noch nicht. Das ist aber auch so ‘ne Sache. ich glaube, ich geh jetzt erstmal noch ins Archiv. Hab da nämlich Sachen gefunden – nutzloseres Zeug gibt’s gar nicht. Sollten wir demnächst auch mal hier sammeln.

Mein Smartphone und ich

“Bitte nehmen Sie noch einen Moment im Wartezimmer Platz.”
Dazu aufgefordert, öffne ich die Tür zum Wartezimmer des Kinderarztes und trete ein. Vor mir ein Raum, in dem es muckmäuschenstill ist und das nicht, weil niemand drin sitzt. Wider Erwarten ist der Raum sogar ausgesprochen voll um diese frühmorgendliche Uhrzeit. Zwei Mütter, leicht vornübergebeugt, mich und den kleinen Kerl nicht wahrnehmend tippen, wischen und blicken konzentriert auf ihre Smartphones. Die beiden Kinder, ein Mädchen, das vermutlich bald auf eine weiterführende Schule geht und ein Kleinkind, sitzen auf ihren Stühlen und schauen mich und den Kerl an. Das Kleinkind steht prompt auf und stürmt in die Mitte des Raumes an den KinderHolztisch. Zum Spielen.

Ich war so irritiert und vor den Kopf geschlagen aufgrund des komischen Bildes. Ich hätte ja gar keine Begrüßung erwartet. Aber ein Aufschauen, Bemerken oder irgendeine andere Regung. Stattdessen nichts. Außer das Aufspringen des Kleinkinds.

Mich erschreckt diese Entwicklung. Sehr sogar. Als ich vor ein paar Wochen die Seite “MeinJahrohne” im Netz entdeckte, da dachte ich drüber nach, worauf ich denn mal ein Jahr verzichten könnte? Denn Plastik vermeide ich schon so gut es geht. Mein Kleiderschrank ist reduziert. Wir verzichten auf Fleisch und konsumieren Milch, Eier und Milchprodukte nur noch sehr bewusst. Kaufen will ich mir aus ‘reduziertLeben’Gründen auch nichts mehr. Was bleibt?

Mir fiel da mein persönlicher SmartphoneKonsum ein. Denn: Ich finde, dass ich viel zu schnell, viel zu häufig mal nachschaue. Was geht bei Twitter? Wer hat die neueste Nachricht? Den brisantesten Link, den schönsten Spruch des Tages? fb hab ich mir schon vor einigen Monaten ‘runtergeworfen’. Ich will das einfach nicht permanent kontrollieren müssen. Muss ich nicht. Ich weiß. Aber wenn es da ist, meine ich, ich müsste. Und tue es.

Schwierige Kiste. Mein Konsum ist schon zurückgegangen. Aber: Nur mal eben Mails checken… und dann die Welt retten. Erstaunlich, dass es nicht nur mir so geht. Nicht nur ich meine das Smartphone regelmäßig abfragen zu müssen. Anderen Müttern, Männern, Singles, Teenies und KarriereFrauen scheint es da nicht anders zu gehen. Vielen fällt der Konsum nicht auf. Wenn doch: Was soll’s?!! Aber: Es gibt auch diejenigen, denen dieser unentwegte Gebrauch der technischen Gerätschaften unserer fortschrittlichen Errungenschaften absurd, suspekt und sozialunverträglich erscheint.

Ich weiß, das ist alles nicht neu.
Ich weiß, viele wollen das vielleicht auch nicht hören.
Ich weiß, es ist unbequem.
Ich weiß, es ist manchmal – auch und gerade als Mama – in einem wilden Alltag die einzige Möglichkeit mit ‘da draußen’ zu kommunizieren.
Ich weiß.

Und dennoch: Was lernen unsere Kinder von uns? Was für ein Bild entwickeln sie von den Menschen, die ihre engsten Bezugspersonen sind? Wie beurteilen, bewerten und empfinden sie den Gebrauch und den Nutzen, den zB Smartphone, Tablet und Notebook fürs Leben haben? Wie zwingend ‘normal’ ist der Besitz eines Smartphones für einen Drittklässler? Wie viel Haptik geht verloren? Wieviel Umgang ist unbedingt erforderlich, um in der Schule am PC und im Netz zurechtzukommen? Ab wann am besten? Am besten schon mit 2? Apps für Kinder? Um schon mit 2 Jahren mit Pippi Langstrumpf zu spielen oder Tierpuzzle zusammenzu’wischen’?

Irgendwann, ich kann leider den Zeitpunkt nicht benennen, vielleicht im Zuge dieser MeinJahrohne-Aktion entwickelte sich bei mir ein Verhalten, mit dem ich aktuell ganz gut zurechtkomme.

1. 3x täglich aufs Smartphone schauen. (Zumal ich dann meist irgendwelche Absprachen mit Ehemann, Oma oder Freundin treffen kann. Geht schneller, als das Telefon freizukämpfen.)
2. Nur wenn die Kerle beschäftigt sind, schlafen, spielen oder nicht anwesend. (SmartphoneGebrauch in ihrer Nähe: No.)
3. Nie länger als unbedingt erforderlich. (Man geht so schnell im Netz verloren – wie ich finde. 5-10Minuten.)
4. Nie beim Essen, gemeinsamen Spielen oder Spazierengehen.
5. Am Wochenende – wenn möglich – nicht benutzen. (Das gelingt mir noch nicht so gut. Eigentlich ist dann FamilienZeit angesagt. Aber ein Blick auf Twitter oder auf meine TextNachrichten passiert mir dennoch ab und an. Ich mag es eben auch, Reaktionen von euch oder Emails zu lesen und weiter drüber nachzudenken. So ganz schwarz ist das Ganze halt doch nicht.)

Warum:

1. Meine Kinder, mein Mann und die Menschen, die mich im RL umgeben, verdienen meine ungeteilte Aufmerksamkeit. (Am Abend zu zweit mit Notebook, Smartphones oder Tablets bestückt nebeneinander zu sitzen, finde ich furchtbar. Passiert bei uns oft genug. Zweisamkeit ist das nicht.)
2. Ich finde, ich verdiene Aufmerksamkeit. Wenn meine Kinder groß sind und wir miteinander reden oder spielen oder irgendwie Zeit verbringen, dann wünsche ich mir, dass sie mich wahrnehmen. Und zwar direkt. Nicht erst hinter einem Display unkonzentriert hervorblickend.
3. Ich wünsche mir einen gesunden und sozialen Umgang mit diesen Gerätschaften und neuen Medien. Für mich und meine Kinder. Aber auch für meinen Freundes- und Bekanntenkreis und auch für die Gesellschaft, in der ich lebe.
4. Mein Smartphone soll mir eine KommunikationsErleichterung sein, wenn ich eine AutoPanne habe oder ein KameraErsatz, wenn ich einen Ausblick oder eine Situation via Foto festhalten möchte. Nicht mehr und nicht weniger.
5. Smartphone, soziale Netze, Tablets und all die anderen technischen Gerätschaften bergen ein großes SuchtPotential, das zu zwanghaftem Konsum und der Vernachlässigung anderer Verpflichtungen und Interessen führen kann. Die Vernachlässigung meiner Kinder, meiner Familie erscheint mir die katastrophalste in dieser Hinsicht. Einem bewusst:er leben ist das Smartphone m.E. nicht zuträglich, sobald ich im RealLife Abstriche machen muss. Daher reduziere ich also auch in diesem Bereich lustig vor mich hin.

Es gibt bestimmt noch mehr Gründe, die dem einen oder anderen von euch einfallen. Ich bin dankbar für jede sinnvolle Ergänzung. Außerdem würde ich gerne wissen, was ihr dazu denkt? Zu streng? Zu penibel? Vielleicht zu rigide? Wie geht ihr mit eurem Smartphone um? Wie geht’s euch damit, Mamas? Papas? Alles easy?

Lesestoff: Befreiung vom Überfluss von Niko Paech

Während ich die Überschrift des neuen BlogPosts in meine Tastatur hacke, frage ich mich: Wo wurden die Tasten eigentlich hergestellt? Die weißen kleinen Vierecke, auf die meine Finger hämmern? Welche Seltenen Erden wurden für das InnenLeben meines Computers verwendet? Und wenn nicht für den, dann zumindest für mein Smartphone? Das Gerät, auf dem ich elegant mit den FingerKuppen hin und her slide. Wie werden diese Seltenen Erden gewonnen? Was, wenn demnächst das noch bessere Gerät auf den Markt geworfen wird? “Sichere dir jetzt dein nagelneues XYZ und sei einer der Ersten, die die neueste Innovation von ABC in Händen hält.” Brauche ich eigentlich je wieder ein solches Gerät, sollte meines nicht mehr funktionieren? Denn eigentlich würde ich auch ohne auskommen, oder? Jedes Teil, das ich konsumiere, raubt mir gleichzeitig ein Stück meiner Zeit. Will ich das also konsumieren? Hab ich noch Zeit zum Konsumieren? Oder bin ich zu sehr mit Anschaffen und Horten beschäftigt, als dass ich einen solchen Gegenstand auch vollends nutzte?

Wenn ich jetzt die Drogerie betrete, dann fallen mir bunte Eier, FrühlingsTee und OsterhasenKörbchen entgegen. Aber mal im Ernst: Die gab’s doch letztes Jahr auch. Und letztes Jahr hat sich auch jeder damit eingedeckt. Was ist mit den Körbchen von letztem Jahr geschehen? Alle im Müll entsorgt? Auf dem Dorf werden doch sowieso viel eher MoosNester gebaut. Nix kaufen. Wo sind all die Körbchen von 2013 hin?

Vor drei Monaten im SpielwarenGeschäft, das u.a. DekoArtikel verkauft. Ein Pärchen. Beide irgendwas zwischen Mitte 20 und Mitte 30. Sie schaut sich um, stöbert in der weihnachtlichen Dekoration und hebt das ein oder andere weihnachtliche Klimbim näher ans Gesicht, während ich zu meinem roten PaketBand eile.
Er: “Sieh mal, hier. Nett, oder?”
Er hebt irgendeinen SaisonArtikel empor und zeigt ihn ihr. Sie nickt nur nichtssagend und ist weiter mit ihrer ProduktAuslage beschäftigt.
Er: “Oh lila, Schatz. Was hältst du davon, dieses Jahr den WeihnachtsBaum mal ganz in lila?”
Sie dreht sich interessiert um, nickt, bekommt glänzende Augen und tritt zu ihm.
Das DekoMaterial von 2013 wird zusammengestellt.
Ich werde diese Szene von damals nicht vergessen. Wir sind nun schon seit einigen Jahren miteinander verheiratet und haben jedes Jahr Weihnachten gefeiert. Jedes Jahr mit Baum. Jedes Jahr mit dem dummen Gefühl, ist der Baum wirklich nötig? (btw: Wenn ich mal ein Haus habe, dann brauch ich neben dem GemüseGarten und den ObstBäumen eine Tanne. Eine MiniTanne, die ich die kommenden Jahre schmücken kann. Ich glaube, dann geht es mir besser, wenn ich an meine persönliche ökologische Bilanz denke…) Jedes Jahr dieselbe Deko, ergänzt durch irgendwelche PaketAnhänger oder NikolausMitbringsel. Ich hab noch nie darüber nachgedacht, unseren Baum in einer bestimmten Farbe zu schmücken. Zumindest nicht jedes Jahr eine andere. Wo soll ich denn die verschiedenfarbigen ChristbaumKugeln alle lagern? Bei uns gibt’s weiße und rote. Deren Lagerung und des angesammelten Rests reicht mir immer schon völlig aus. Wenn ich jetzt auch noch… diesen Überfluss lagern müsste…
Warum habe ich erst die letzten fünf Jahre das dringende Bestreben mich von meinem Überfluss zu befreien? Souverän zu werden. Nicht mehr abhängig von irgendwelchen FremdversorgungsKetten zu sein. Sei es Gas, seien es Lebensmittel oder Kleidungsstücke – ich will meine Unabhängigkeit zurück. Aber hatte ich die jemals? Wer von uns kann das noch behaupten?

Ausgelöst zwar nicht, aber verstärkt wurden diese Fragen nach der Lektüre von Niko Paechs “Befreiung vom Überfluss”. Das Buch liegt durchgelesen neben mir und noch immer bin ich überwältigt von dem, was da auf knapp 150 Seiten an Essenz zusammengestellt ist.

Worum es geht: Paechs bietet ein AlternativKonzept und stellt es vor: die PostwachstumsÖkonomie. Dorthin ist es ein langer Weg. Aber nach dem Lesen des Buches, scheint er gangbar. Die Politik müsste in wirtschaftlicher Hinsicht nicht mal eine Vollbremsung machen, sondern lediglich den Fuß vom GasPedal nehmen. Das BruttoinlandsProdukt ist eigentlich weder ein günstiger noch ein sinnvoller Anzeiger bzgl. des Wohlergehens einer Gesellschaft. Die SchuldenFrage ließe sich mitunter auch durch die PostwachstumsÖkonomie lösen. Außerdem geht es um Souveränität. Die hat nicht der, der viel besitzt, sondern der, der wenig braucht. (vgl. Paech)

Nichts ist so einfach, wie zu verzichten. Nichts ist so schwer, wie zu reduzieren. Wir sind so sehr auf Wachstum gedrillt, das wir uns die entscheidenden Fragen gar nicht mehr stellen. Wir besitzen gar keinen Bezug mehr zu dem Wert einer Sache, eines Produkts, da wir nicht wissen, was an Arbeit und Ressourcen überhaupt drin steckt. Stattdessen begeben wir uns mehr und mehr in Abhängigkeiten von EnergieSklaven und Gütern, die, wenn sie mal wegfallen, unser Leben nur im günstigsten Fall auf den Kopf stellen. Wer von uns wäre heute noch dazu in der Lage sich vier Wochen lang selbstzuversorgen, wenn ein Blackout über uns hereinbricht?
Wir bekommen alles vor die Nase gestellt und kaufen. Das Bundesministerium für Umwelt hat einmal versucht zu erfassen, wie viele Gegenstände ein Bundesbürger im Durchschnitt besitzt. Zeit zum Raten? … 3000? Bei weitem nicht. 5500? Nein. 8000? Nein. 10 000.

Der ein oder andere mag sagen: “Ja, und?!”; dann weiß ich erstmal auch nichts zu sagen. Ich finde 10 000 ganz schön viel. Aber was sollen wir denn mit all dem Überfluss, der uns

1. mit knapper werdenden Ressourcen konfrontiert und
2. massive Schäden unserer Umwelt mit sich bringt?

Wenn ich dann zum Beispiel frage, wieso Banken ihre bisherigen GeschäftsRäume vergrößern und erneuern und das nicht nur ein bisschen, sondern in luxuriösen Ausmaßen – kurze Zeit nach einer Banken- und WirtschaftsKrise – bekomme ich nicht selten die Antwort zu hören: “Ist doch gut. DAS schafft ArbeitsPlätze.” Und ich glaube, das ist wirklich ernst gemeint. Zutiefst ernstgemeint. Die Idee, dass diese ArbeitsPlätze auch anderer Natur sein könnten, ist keine DiskussionsGrundlage. Bislang kam ich mir mit diesen persönlichen Gedankengängen immer naiv und viel zu idealistisch vor. Nachdem ich dieses Buch von Paech durchgelesen habe, stelle ich fest:

a) So dumm waren meine Gedanken und Fragen gar nicht.
b) Ich kann tatsächlich einen Anfang machen. Durch mein Reduzieren. Meinen Verzicht. Meine Selbstversorgung oder dem Erlernen bestimmter Fähigkeiten. Gesellschaft geht voran, Politik zieht meist nach.
c) Ich finde mich mehr und mehr in Umfeldern wieder, in denen ich mich völlig fehl am Platz fühle. Menschen können diese Denke einfach zunehmend weniger nachvollziehen – wie mir scheint. Ebenso fällt es mir schwer zu verstehen, warum das denn nicht logisch ist, dass Plastik eben nicht nur praktisch, sondern furchtbar giftig und zerstörerisch ist; um mal ein konkretes Beispiel zu nennen. Oder der Überfluss so gigantisch, in dem wir leben.

Fazit: Das Buch ist PflichtLektüre, wenn dir Minimalismus als LifeStyle nicht reicht. Wenn sich hinter dem Verzicht ein VerantwortungsGen verbirgt.
Das Buch macht Mut und motiviert, wenngleich es mit der harten Realität und der erforderlichen, jedoch noch ausstehenden menschlichen KehrtWende konfrontiert.
Das Buch ist an der ein oder anderen Stelle schwierig formuliert. Man muss sich tatsächlich reinlesen in den BWL-Jargon. Durch den Gebrauch vieler konkreter AlltagsBeispiele lässt sich der rote Faden aber auch für eine Laie wie mich gut nachvollziehen.

Wie gesagt: Ich finde, es ist eine PflichtLektüre, um sich mal mit PostwachstumsÖkonomie auseinanderzusetzen.

PS: Erst kürzlich wurde Paech mit dem ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit für seine Arbeit ausgezeichnet.