BauTagebuch (4)

Wie schaut es aktuell auf unserer Baustelle aus? Schmutzig mal wieder, was an der Bearbeitung des Treppenhauses liegt. Doch was haben wir denn die vergangenen Wochen geschafft? Neben der Geburt eines weiteren kleinen TeamMitgliedes?

Wände 2Was bisher geschah: Nachdem wir den gröbsten Dreck und Schmutz nach den Verputzerarbeiten beseitigt hatten, konnten wir jede Menge Wände streichen.

An viele der Wände haben wir Lehmputz anbringen lassen. Er lässt den Raum atmen und ich hatte einfach keine Lust, mir wieder Tapeten an die Wände zu machen.

1. Ich hatte in meinen vorherigen Wohnungen häufig das Gefühl, dass tapezierte Räume nicht so richtig atmen. Das hat mich immer ein wenig gestört und deshalb habe ich es auch in unserer letzten MietWohnung so genossen. Dort war die untere Etage einfach nur mit Lehm verputzt. Ganz fein. Sehr schön. Überstrichen mit einer entsprechenden Lehmfarbe war das ein geniales RaumKlima.

2. Die Räume unseres #ProjektAlteSchule sind etwas über 3,00Meter hoch. Ich hatte keine Lust dazu diese Wände zu tapezieren. Es war mir schlichtweg zu viel Arbeit.

3.  Nachdem wir alles an Tapete von den Wänden gekratzt hatten, kam tatsächlich bedrucktes Mauerwerk zum Vorschein. Ja, wirklich. Ich habe keine Ahnung, wie alt diese Drucke gewesen sind, aber die Wände waren damals auch nur ‘bemalt’. Warum sie dann also nicht einfach mit einer guten Farbe streichen? Vielleicht ja sogar mit einem LehmPutz? Weniger ist manchmal einfach mehr.

IMG_0159So wurde dann auch vorgegangen. Einige Wände, z.B. auch im Bad wurden mit Lehm verputzt. Den Rest haben wir mit Gips und Kalkputz in verschiedener Körnung bearbeitet und bearbeiten lassen. Wie nachhaltig und gesund jetzt was ist, vermag ich ehrlich gesagt nicht zu sagen. Es gibt Argumente, die für und gegen entsprechende Materialien sprechen. Und wieder stelle ich fest, ich muss einfach an einem bestimmten Punkt den Menschen vertrauen, zu denen ich gehe und denen ich sage, dass ich möglichst baubiologisch umbauen möchte. Denn noch immer habe ich keine große Lust auf Baumärkte, finde die Farb- und Formwahl unter zig Fliesen mühselig und mag mich auch nicht zu viel LebensZeit damit auseinandersetzen.

Wände 3Die Wände wurden dann entweder einfach nur weiß oder aber in einem ocker-gold 4.-irgendwas gestrichen. Diese Arbeit hat wirklich Spaß gemacht. Die Wände wurden erst grundiert und nach 48h mit einer angerührten Farbe bestrichen. Der lehmige Farbton der feuchten Farbe trocknete zu einem ganz hellen Gelbton, der den Räumen eine angenehme Wärme verleiht, selbst wenn es draußen bewölkt und düster ist. (Oh ich freu mich auf den Einzug.)

Fensterbänke 1Auf diesem Bild sieht man unsere FensterBänke. Nach einigem Hin und Her haben wir uns für HolzFensterbänke entschieden. Im Baumarkt wurde dafür eine MassivholzPlatte Buche besorgt und in vier entsprechend große Fensterbänke zugeschnitten. Die Fensterbänke wurden vor ihrem Einbau mehrmals geölt und wieder abgeschliffen. Nach dem Einbau der Fenster haben wir die Fensterbänke schließlich eingesetzt, mit Schrauben im Mauerwerk befestigt und an der Unterseite mit Hanf zugestopft, um einerseits zu dämmen und andererseits das Holz vor Temperaturschwankungen zu schützen, die zum Reißen und Verbiegen hätten führen können. (Ich glaube, man nennt es schiffen, wenn das Holz sich verbiegt.)

Inzwischen ist eine der Etagen fast bewohnbar. Wir arbeiten momentan noch an der Küche und dem Treppenhaus. Sobald diese TeilSchritte erledigt sind, könnte es tatsächlich zum Umzug kommen. (Wie sehr wir uns inzwischen schon alle darauf freuen.)

Jetzt mal ehrlich: Wer von euch findet Renovieren toll? Oder treibt sich gerne in Baumärkten herum? Und warum? Ich kann es nicht verstehen.

 

Die BrüllFalle. Teil2

Inzwischen sind wir zu mehreren in unserem Haushalt. Und wenn ich schreibe, dass es sich bei unserem Haushalt, um einen KulturHaushalt handelt, dann meine ich das auch so. Aus tiefster Seele. Morgens Zirkus und abends Theater. Aktuell fast jeden Tag. Ganz umsonst. Na ja, nicht ganz, meine Nerven schwinden schon ab und an, werden zumindest reichlich überstrapaziert und abgenutzt.

Daran dass ich eine Über:Mama sein soll, kann es eigentlich nicht liegen. Wie im Teil1 beschriebene Situationen herrschen hier momentan regelmäßig. Leider kann ich noch nicht einmal sagen, woher dieser Umstand rührt. Vielleicht an unserem Zuwachs? Vielleicht an sowas wie einer vorgezogenen Pubertät? Ich könnte jetzt sagen, dass eines meiner Kinder vielleicht auch seine Grenzen testen möchte. Aber will es das wirklich? Will es vielleicht einfach nur sein und ich habe einfach einen falschen Blick auf das alles?

In meiner Not habe ich folgendes vor ein paar Tagen gewittert:

Und das hier:

Glücklicherweise bekam ich auch gleich drei Hinweise, die ich mir gleich mal näher angeschaut habe. Außerdem gab es ein paar tolle Kommentare auf meinen letzten Beitrag – hier entlang bitte. Die Idee mit dem HindernisParcour ins Bad… wird umgesetzt. Schade nur, dass man in der jeweiligen Situation nicht so eine kreative Idee hat. Und danke für das Verständnis, dass GemütsRuhe einfach auch seine Grenzen hat, was aber eben nicht bedeutet, nichts an der Situation zu ändern… Es beruhigt mich, nicht ganz alleine mit dem Thema da zu stehen. (Auch wenn ich mich aufgrund der minimierten Kommentare ein wenig schäme. Denn scheinbar geht es nicht jedem so. Umso mehr freue ich mich, wenn ihr mir von euren Lösungen oder Alltagen berichtet.) Wer Zeit und Lust hat, kann sich dieses kurze Video ja auch mal anschauen. Zumindest fühlt man sich als ElternTeil verstanden, denn genauso sieht und sah es hier immer mal wieder aus: weinende Kinder, frustrierte Eltern. Und ja, manchmal ist es einer dieser drei Punkte, der zu einem sich Aufschaukeln führt:

Zeitpunkt - Wenn das eigene Kind so ins Spiel vertieft ist, dass es ein absolutes FlowErlebnis erfährt, dann nimmt es seine Umwelt nicht wahr. Es hört meine Ansprache aus der Küche nicht, ist so vertieft und lernt und entwickelt sich in diesem Augenblick so stark… da bestehen in diesem Moment keine weiteren Ressourcen auf Mama oder Papa zu hören. Oder aber, das Kind ist schon unglaublich müde vom Tag. Da fehlt es an allen Ecken und Enden an Kraft und Konzentration auf das, was Mama möchte. Der Zeitpunkt ist entscheidend.

Auf Augenhöhe - im Beitrag wird es als Kontakt herstellen bezeichnet. Ja, ich stelle immer wieder fest, wie unterschiedlich meine Kinder damit umgehen, wenn ich ihnen aus dem anderen Raum durch die Tür hindurch rufe, sie sollen mal das und das machen oder wenn ich in das Zimmer trete, in die Hocke gehe, mich vor mein Kind setze und während meiner Aufforderung Augenkontakt zu ihm habe. Kontakt herstellen also.

Präzision - nicht um den heißen Brei reden. “Könntest du dir vorstellen, vielleicht so lieb zu sein für mich eventuell … und haste nicht gesehen.” Wie soll ein Kind die Botschaft meiner Worte entnehmen, wenn ich nachher auch nicht mehr weiß, was ich eigentlich sagen wollte? Auf den Punkt kommen und klare Worte nutzen.

Sehr einleuchtend, oder? Im Video wird dann noch der Hinweis gegeben, dass – wenn es dann mal doch wieder nicht klappen sollte und man selber auf 180 ist – Liegestützen eine tolle Option sind, um wieder runter zu kommen. Oder irgendwie anders einmal kurz aus der Situation auszusteigen, um eben nicht wieder in die BrüllFalle zu tappen. Auch logisch. Dennoch bleibt: Es gibt bei uns aktuell Situationen, in denen ich behaupten würde, mich durchaus so “perfekt” zu verhalten und dennoch sagt mein Kind: “Nein! Ich wille das nicht.”

So, und jetzt? Was nun? Wie funktioniert das dann noch mit den KooperationsRäumen? Wie umgehe ich in dem Moment dieses verhasste “Wenn – dann…”? Was sind deine Herangehensweisen in solchen Situationen?

Die BrüllFalle. Teil1

Habt ihr schon mal von ihr gehört? Ich bis vergangenes Wochenende nicht. Aber, ich kenne das hier und damit vermutlich auch die BrüllFalle:

“Justus halt. Hör bitte auf durch die Wohnung zu rasen. Du fällst und knallst mit dem Kopf gegen die Fliesen.”
Das Kind rast weiter durch die drei Zimmer. Einmal quer durchs Wohnzimmer, in die Verlängerung durchs Esszimmer bis in die Küche, wo die Spülmaschine mit weit geöffnetem RiesenMaul, ich meine geöffneter Tür steht. Ein kleiner Sprung und zack! das Kind sitzt im Spülraum.
Mit leicht erhobener Stimme: “Justus. Hör bitte auf so wild durch die Wohnung zu laufen. Du sollst dir deinen Schlafanzug suchen. Ich helf dir auch beim Anziehen.”
Doch: Keinerlei Reaktion. Das Kind macht kehrt, rennt den Weg zurück, stolpert und schliddert quer über den Laminat des Wohnzimmers, wild kreischend und vor Freude gackernd.
Tiefes Durchatmen und schnelles Durchdenken, was kann ich als Strafe androhen? Keine Süssigkeiten mehr? Kein Kuscheln beim KassetteHören? Kein Fernseh? Kein iPad?… Was denn bloß?
Das Kind kommt erneut in die Küche gerannt. Ähnlich schnell, ähnlich fast in die Spülmaschine plumpsend. Ich ignoriere das erneute wieder NichtGehorchen – das Kind hat mich lediglich nicht gehört – und beende meine Arbeit rund ums Geschirr. Inzwischen hat sich die Anzahl der Kinder verdoppelt. Zwei wilde Kerle rennen unkontrolliert durch die ganze Wohnung, ihre “Arbeitsaufträge” völlig außer Acht lassend und entgehen immer wieder nur haarscharf schwereren Unfällen.
“Jetzt reicht’s. Hört auf der Stelle mit der RumToberei auf. Schnappt euch eure Schlafanzüge und zieht euch um, sonst könnt ihr das KassetteHören vergessen.”
Die Kerle quietschen und kreischen, sind so sehr in ihrem Element, dass sie nicht mal in Erwägung ziehen, zuzuhören.
“Ok. Süssigkeiten morgen sind gestrichen. Ich hab keine Lust mehr.”
Erst jetzt kommt eine Reaktion.
“Neeein!” Dem Großen wird das Ausmaß der misslichen Lage bewusst, doch zu spät. “Nee. jetzt ist es zu spät…” Geschrei unterbricht mich in meinen weiteren Erklärungen für meine “ach so erzieherische Maßnahme”. Das eine Kind weint und schreit, das andere versucht weiter die inzwischen nochmal kurz vom Papa geöffnete Spülmaschine zu treffen und ich werde lauter und lauter, um mir Gehör zu verschaffen. Dann läuft das Faß über.
“Es reicht. Schluss jetzt! Keine Süssigkeiten, keine Kassette und kein Fernsehen.” Dann schnappe ich mir resolut den kleinen Kerl und nehme ihn mit ins Bad. Den Großen lasse ich weinend und schreiend beim Papa zurück. Frustriert, weil ich nicht ruhig geblieben bin und das Ganze so aus dem Ruder gelaufen ist, helfe ich beim Umziehen und Zähneputzen und frage mich den lieben langen Abend, was da heute schief gelaufen ist?

Die DiskussionsRunde sei hiermit eröffnet.

Teilen statt kaufen.

Videos, Bilder, Links und gute Sprüche via verschiedenster SocialMediaKanäle. Bildung und Informationen in der Schule, Klamotten und BabySpielzeug auf KleiderBasaren, Brot und Wein in der Kirche, Spielzeug im Kindergarten,  Autos in Städten, Bücher in Telefonzellen oder Büchereien, privat gemeinsame Mahlzeiten… und und und. Nicht zu vergessen UrbanGardening oder eigentlich “abgelaufene” Lebensmittel bei einem GroßEvent. Teilen ist hipp. Teilen ist Trend.

IMG_0309Vor gar nicht langer Zeit trudelte hier ein Päckchen ein, gefüllt mit 1000gr Knöpfen. Irgendwie war es durch einen BlogPost zum Thema Geschenke zur Geburt dazu gekommen, dass in der Kommentarfunktion einige von euch feststellten, wie anstrengend sie dieses “unbedachte Hauptsache Schenken” finden. Die ein oder andere hatte diverse BeispielGeschenke. Die gigantische Menge von Knöpfen – zur Hochzeit geschenkt – war nur ein Beispiel von vielen.

Was es mit den Knöpfen nun auf sich hat… Ich bin schon wirklich lange auf der Suche nach Knöpfen. Wir haben sie damals nämlich nicht zur Hochzeit geschenkt bekommen. Zum Glück, denn vielleicht hätte ich auch nicht gewusst, was ich damit anfangen soll. Doch jetzt, mit kleinen Kerlen im Haushalt, die es lieben zu basteln, zu experimentieren und Maschinen zu erfinden, kann ich Knöpfe wirklich gut gebrauchen. Als weitere Feinmotorik fördernde Tätigkeit eine tolle Abwechslung zum BohnenSpiel.

Wie viele Knöpfe ich denn brauchte? – Wie viel sind denn 500gr? Oder ein ganzes Kilo? Wie viele kannst du denn entbehren? – Ich schick dir mal ein Kilo per Post.

Bäm! Knöpfe da und los ging’s. Mal noch sind wir im SortierModus und die Kerle glücklich damit. Für meine BastelIdeen brauche ich in der Tat noch die ein oder andere “Zutat”, aber bald geht’s los mit dem Knöpfe auffädeln und so.

Diese KnopfAktion zeigt, was für eine geniale Win-Win-Situation das Teilen sein kann. Jemand bleibt auf Knöpfen sitzen und fragt sich, wie werde ich sie bloß los? Jemand anders sucht und sucht nach einer Möglichkeit Knöpfe wiederzuverwenden, ohne im FachHandel für extra produzierte Knöpfe ein Vermögen in der dortigen Kasse zu lassen … und wird fündig. Aus Zufall. Natürlich. Aber Win-Win bleibt Win-Win. Mich hat dieses Teilen sehr glücklich gemacht und ich merke schon seit einiger Zeit, seitdem unser großes Reduzieren vor ein paar Jahren begonnen hat, wie gerne ich selber teile (n möchte). Auch und gerade wenn ich nicht immer wirklich viel habe.

Außerdem stelle ich fest, dass auch viele andere gerne teilen wollen. Das finde ich großartig und nicht selten denke ich, das müsste doch irgendwie Auswirkungen haben. Auswirkungen, die sich positiv gegen diesen ständigen und fatalen “Ewiges Wachstum”-Gedanken richten. Immer mehr Freundinnen und Frauen aus meinem Umfeld registrieren sich bei Kleiderkreisel, gründen auf facebook eigene Gruppen, um alternative ÖkoKlamotten zu tauschen, nein, zu teilen, nein, ich meine zu verkaufen. Häufiger ist mir in diesem Zusammenhang nun der Gedanke gekommen, dass sich am Konsum irgendwie ja doch nichts geändert hat. Denn: Irgendwer kauft den neuen Kram ja weiterhin. Und zwar neu. Immer wieder neu. Und verkauft es dann letztlich nur weiter. Wo ist da das Teilen hin? Es schleicht sich der bittere BeiGeschmack ein, dass auch wer anders auf den Trichter gekommen sein könnte, dass Teilen in ist. Ein Trend. Etwas, aus dem man Profit schlagen kann. Eine Möglichkeit ganz schnell das ganz große Geld zu machen. Das man vielleicht sogar das Teilen an sich zu Geld machen könnte.

Und dann, dann halte ich das aktuelle greenpeace-magazin in Händen und lese, wie jemand sich ähnliche Gedanken gemacht hat. Diese ganze ShareEconomy scheint unterwandert zu werden. Und zwar von denen, die das Geld schon von weitem riechen. Und wir, wir kriegen’s wieder erst verspätet mit und befinden uns weiterhin in der KonsumFalle. Denn letztendlich hat sich ja nur die Art des Konsums gewandelt. Statt gemeinsam shoppen zu gehen, richten wir einen “MädchenFlohmarkt” aus oder treiben uns auf OnlinePlattformen oder in SecondHandLäden herum. Hier wird dann mit einem leichteren Gewissen – denn wir kaufen ja nicht neu, für uns wird ja nicht extra produziert – für oftmals weniger Geld mehr ein – weil, ist ja schon getragen und damit “alt” und günstiger. Oder die Option die eigene Wohnung zum Übernachten gegen einen kleinen GeldBetrag  anzubieten oder die Sache mit dem CarSharing. Letzteres finde ich letztendlich am dreistesten.

Wir wohnen auf dem Land und es gibt immer wieder Zeiten, da würden wir unser Auto letztendlich gerne ganz loswerden. CarSharing wäre hier super, damit man diese langen EInkaufsStrecken einfacher und effektiver nutzen könnte. Mit dem Fahrrad und mehr als einem Kind, wird das schon wirklich schwierig. In größeren Städten soll es demnächst die Option geben auch teurere Wagen, wie den Audi R8 zu “teilen”. Ein Fahrzeug mit wer weiß wieviel PS, den man dann für so MiniStrecken teilt, mietet, die sich gut mit Fahrrad, Bus, Bahn oder Bein bewerkstelligen ließen. Aber ein Audi R8… – cool! (Bitte vernehmt meinen ironischen Unterton!) Und trotz dieser CahSharingIdeen werden weiterhin fahrbare Untersetzer produziert. Und produziert. Und produziert. In gängigen Diskussionen kommen dann so TotschlagArgumente: Willst du Schuld sein, wenn ein FamilienVater nicht mehr als FahrzeugMechatroniker arbeiten kann? Nee, will ich nicht. Lieber hinterlasse ich meinen Kindern, für die ich mich ja jetzt in der AutoIndustrie abrackre, einen nicht mehr länger bewohnbaren Planeten. Da haben wir alle länger was von. Weniger nämlich.

Wie stehst du zum Teilen? Hat sich dein Konsum auch nur verlagert? Welche echte TeilenIdeen habt ihr? Kennt ihr?

Das Leben wird einfacher sein. Elvira Knopfs Kolumne.

Mein Name ist Knopf. Elvira Knopf. Ich wohne in der Schubertstraße 43. Ein gelbes Mehrfamilienhaus. Meine Wohnungstür befindet sich gegenüber von Herrn Lehmann, dem alten miesepetrigen Kauz, dessen übelriechenden Schuhe immer das gesamte Treppenhaus einen SchweizerkäseGestank verleihen. Über mir wohnt der freundliche junge Mann. Er ist bestimmt Student und lernt irgendwas weltveränderndes. Politologie oder sowas. Ein ganz sympathischer und höflicher Student, der einem die Tür aufhält und auch für Herrn Lehmann ein Lächeln bereit hält. Wenn mir das schon nicht gelingen mag, dann ist ihm sein guter Wille hoch anzurechnen. Unter mir wohnt diese alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Manchmal scheint sie auch eine PatchworkMutter zu sein. Abhängig davon, mit welchem jungen Vater sie sich gerade leiert sieht. Der letzte schien noch gar kein Vater zu sein, daher hielt die Bekanntschaft wohlmöglich auch nicht lange. Ein sabberndes, Breispuckendes 13Monate altes Kind ist eben nicht jeder Manns Sache.

Außerdem wohnt da noch die türkische Familie von Murat. Den Nachnamen kenne ich leider nicht. Ich gestehe, ich kann ihn nicht aussprechen. Frau Meyer wohnt ganz unten, um nicht zu viele Treppen steigen zu müssen. Ich glaube, ihr Enkel hat bei der Wohnungsbaugesellschaft noch irgendwelche Gefälligkeiten offen. Wenn irgendwelche Renovierungsarbeiten am Haus anstehen, werden die zunächst im Erdgeschoss vorgenommen. Bisweilen wurde die ein oder andere Maßnahme auch in der 1.Etage vollzogen. Doch bis auf meine Wohnetage gelangte noch keine. Eine Frechheit ist das. Also wohne ich noch immer mit einem Bad aus den 80er Jahren. Aber ich bin ja genügsam. Sowas stört mich nicht und bringt mich nicht so schnell aus der Ruhe.

Ich bin eine freundliche Mitmieterin. Außer den Herrn Lehmann und das türkische Familienoberhaupt, grüße ich fast jeden. Fast immer. Ab und an muss ich der alleinerziehenden Mutter unter mir mal sagen, wie wir das früher gemacht haben. Mit dem Erziehen. Und dem Müll rausbringen. Und dem Putzen des Treppenhauses. Aber das mache ich ja gerne. Ich bin eine sympathische und durchaus integre Nachbarin in unserem Wohnhaus. Sie können alle froh sein, dass sie mich haben. Besonders die Mami unter mir. Vier Kinder habe ich großgezogen. Nachdem mein Mann mich verlassen hat, habe ich das Leben bei den Hörnern gepackt. Sie kann durchaus von meinen Erfahrungen profitieren, denn ich teile sie gerne. Sie trägt ihr Kleines immer auf ihrem Rücken, während sie den Großen im Kinderwagen vor sich herschiebt. Das ist doch eine total falsche Herangehensweise. Der Große kann schließlich laufen. Der Große soll laufen und ihr Kleines packt sie dann in den Kinderwagen. Mal abgesehen davon, dass man das Kleine dann auch viel besser sehen kann, umgeht sie die Rückenprobleme im Alter. Sowas kann doch auf Dauer nicht gut sein. Und verzogen werden die Kinder dann auch. Ich habe ihr schon oft gesagt, dass sie das mit dem Tragen sein lassen soll. Aber sie lächelt mich immer nur an. Diese jungen Eltern sind einfach nicht mehr offen für die Ratschläge unserer Generation. Aber wer nicht hören mag, muss fühlen. Ich werde weiterhin die Augenbrauen hochziehen und ihr einen missbilligenden aber mitleidvollen Blick schenken, wenn ich sie aus der Haustür kommen sehe. Vielleicht wird sie sich doch noch irgendwann eines Besseren belehren lassen.

Denn so alt ist Elvira Knopf nun auch noch nicht, als dass man meine Ratschläge nicht bedenken sollte. Mit meinen 53 Jahren stehe ich mit beiden Beinen im Leben. Ich kann nur hoffen, dass sich meine Kinder etwas aus meinen Ratschlägen machen. Das Leben wird um einiges einfacher für sie sein.

ÜberMama. HelikopterMutter. EislaufMutti.

Ich weiß nicht genau, welche Beschreibung mich am ehesten trifft. Ich weiß nicht, ob ich was davon bin. Ich weiß nicht, was mich daran am meisten verletzt. Aber man hat mich als solche bezeichnet. Indirekt. Noch nicht mal direkt ins Gesicht. Einfach nur in den Raum hinein. Gesprochen. Behauptet. Sich entrüstet. Abgegrenzt durch ein Wort und eine Entscheidung. Eine Entscheidung, die ich für mich traf. Von der ich nicht zu überzeugen versucht habe. Von der ich noch nicht einmal erzählt habe.

ÜberMama. Sein möchte ich das nicht. Denn ja, diese Titel für uns weibliche Erzeuger kleiner menschlicher Wesen, sind durch und durch mit negativen Konnotationen belegt. Wer will das schon sein?!?
Keine.
Auch die väterlichen Pendants mit Sicherheit nicht.
Dennoch verletzen sich Mütter gegenseitig damit.

Ich lag in meinem Bett als die Freundin der BettNachbarin diese Wortwahl traf. Ob sie ahnte, dass ich stille? Zumindest befand sich auf meinem Nachttisch keinerlei Zubehör in dieser Richtung. Keine TrinkJoghurtähnlichen Plastikfläschchen, denen ein Sauger aufgesetzt wurde. Keine Maschine zum Erwärmen der BabyMilchNahrung. Außer meinem Buch, dem GreenpeaceMagazin, einer Kanne Tee und vielen Keksen, war da nichts. Noch angestrengt von der Geburt lag ich da und döste vor mich hin, als plötzlich der Begriff stillen, BabyNahrung und ÜberMama fiel. Ach wäre ich doch nicht hellhörig geworden…

Ich bin wohl eine ÜberMama. Hallo Welt! Bislang kam ich ehrlich gesagt gar nicht auf die Idee, eines meiner Kinder nicht zu stillen. Selbst bei einer fetten Brustentzündung beim zweiten Kerl, die diesen Blog nach sich zog und mir ein Fieber bescherte, unter dem ich mich mehr tot als lebendig fühlte, war Abstillen erstmal keine Option.

An dieser Stelle könnte jetzt ein Plädoyer fürs Stillen folgen. Aber vielleicht würde ich damit nur noch viel mehr unterstreichen eine ÜberMama zu sein? Nope. Mach ich nicht. Will ich nicht. Denn: Nein, ich bin keine ÜberMama. Wie kann ich eine ÜberMama sein, wenn ich mich erst Tage nach der Geburt ordentlich dusche? Wie kann ich eine ÜberMama sein, in deren Wohnung das Chaos herrscht, weil Abwasch und Ordnung nach dem Dazukommen eines weiteren FamilienMitgliedes eben nicht an erster Stelle stehen? Wie kann ich eine ÜberMama sein, wenn ich mich noch immer in meinen vier Wänden verstecke, weil mir der Kontakt zu anderen Menschen – meine Kerle mal ausgenommen – einfach noch zu viel ist? Wie kann ich eine ÜberMama sein, wenn ich Momente erlebe, in denen ich ganz, ganz nah am Wasser gebaut habe und allein das störrische Aufmucken eines Dreikäsehochs Tränenbäche meinerseits fließen lassen? Wie kann ich eine ÜberMama sein, wenn ich hin und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach Besuch und dem Verkriechen im Schneckenhaus, das Leben einfach über mich dahin preschen lasse? Ich kann jetzt nicht backen, Besuch verköstigen, Wäsche machen oder Staub saugen.

Was ich kann? Lieben. Dieses kleine Wesen anstarren. An ihm riechen. Immer und immer wieder. Stundenlang. In den Arm nehmen. Streicheln. Über diese winzig kleine Nase streichen. Trösten, weil ihm die Welt so anders vorkommt. Nichts ist mehr so leise und gedämpft, wie es vorher war. Der kleine Kerl erlebt unsere Welt auf einen Schlag. Die Temperatur, das Licht, den Geräuschpegel. Schonungslos. Ja, ich bin dann die Glucke! Und wenn Glucke gleichbedeutend mit ÜberMama ist, dann bin ich doch eine.

Meine Frage als Sozialpädagogin bleibt – ja, ja, noch so ein Klischee tut sich da gerade auf, denn vermutlich kann aus meinen Kindern vor lauter pädagogischer Verhaltensweisen und Interaktionen nichts werden – : Was macht das jetzt mit mir? Was macht diese Aussage ÜberMama mit mir, meiner Denke? Wie gehe ich damit um als solche bezeichnet zu werden? Und – ganz wichtig – : Wie lange habe ich vor, mir darüber Gedanken zu machen und wertvolle Energie darauf zu verwenden, für mich eine Antwort zu finden?

Was macht das mit mir? Zunächst hat es mich verletzt. Mich macht so eine Voreingenommenheit wütend und ich habe das Bedürfnis, diese Aussagen zu reflektieren, zu verstehen und natürlich auch irgendwie ad absurdum zu führen.

Wie gehe ich damit um? Mich entrüsten und aufregen, wie eine mir wildfremde Frau so etwas zu mir sagen kann? – Nein. Zu zeitaufwendig. Wir werden uns sowieso höchstens zweimal im Leben sehen. Sagt man doch so, oder? Außerdem, wenn ich nach dem Warum frage, und zwar: “Warum hat sie das gesagt?” da stoße ich plötzlich auf eine Spur, die mir für mein Gegenüber mehr leid tut als für mich. Denn scheinbar ist sie es, die diese Abgrenzung von mir braucht. Und zwar genau auf diese “abwertende” Weise, wie ÜberMama es nun einmal impliziert. Nicht ich habe also das Problem, sondern diese andere Frau. Diese Frau, die aus irgendeinem Grund diese Distanz benötigt und sich diese nur verschaffen kann, indem ich diejenige bin, die sich scheinbar nur über ihr MamaSein definiert, die eine Glucke ist und dem Rest der Welt durch ihr ÜberMamaSein den Rücken zugekehrt hat. Das könnte eine mögliche Antwort sein.

Also, wie lange gedenke ich, darüber weitere Gehirnwindungen anzustrengen? Nach diesem Text keine weitere Minute. Denn ich bin tatsächlich durch mit dem Thema. Vorerst. Durch eine kleine MiniUmfrage über meinen TwitterKanal und mein eigenes Nachdenken bin ich zu einem Punkt gekommen, der mir zum jetzigen Zeitpunkt ausreicht.

Hinzukommt, dass ich einen Morgen im Halbschlaf plötzlich an meine Freundinnen denken musste, die schon Kinder haben, mit denen ich unglaublich gerne zusammen bin. Mit einem Bein noch im Traumland wurde mir plötzlich bewusst, dass die eine mit all ihren Kindern bis vor kurzem noch in ein und demselben Zimmer geschlafen hat. (2-6 Jahre alte Kinder). Die andere hat ihr 1-Jähriges in die Krippe gegeben, um den Abschluss ihres Studiums umzusetzen. Dann sind da noch diejenigen, die sich einen ThermoDings geleistet haben und damit ihre wöchentliche Essensplanung betreiben. Dann gibt’s da noch die Freundin, die unbedingt schnell wieder arbeiten wollte und deren Tochter die erste Zeit von der Oma und dann von den Erzieherinnen im Kindergarten betreut wurde.

Und bevor ich es vergesse, die eine liebt ein Glas Rotwein am Abend, die andere trinkt ab und an ein Bier. Die eine mag es rundum die Uhr, ihre Kinder zu bespaßen, sich mit ihnen in den Wald zu begeben oder neue BastelIdeen einfallen zu lassen. Die andere setzt eher auf Musikschule und Turnverein, den die Kids lieben es über Sportgeräte zu klettern. Die eine trägt ihr Kind, die andere nutzt den Kinderwagen, weil ihr sonst der Rücken zu sehr schmerzt. Manche von ihnen tragen einen Kurzhaarschnitt, andere lieben de Farbe rosa.

Was ich damit sagen will? Wir sind alle so unterschiedlich. In allem und nichts. Was die meisten von uns eint? Wir lieben unsere Kinder. Wir lieben sie so sehr, dass wir uns mindestens einmal mehr Gedanken über zu treffende Entscheidungen machen, als wenn es um uns gehen würde. Unseren Schlaf, unsere Essgewohnheiten – was auch immer. Dass uns dabei Fehler unterlaufen, ist keine Frage. Wie sollten wir im Leben weiterwachsen, wenn wir an den fehlerhaften Folgen unserer Entscheidungen nicht lernen würden?!? Wäre es von daher nicht viel sinnvoller uns gegenseitig unsere Hilfe anzubieten? Keine Ratschläge oder SpontanDefintionen erteilen, sondern ein Glas Wasser anbieten, wie hier bei Dina von liebevoller leben? Oder ehrlich und ernst gemeint zu fragen: Wie kann ich dir helfen? Was kann ich tun?

Ich habe tolle Freundinnen. Freundinnen, die hier anrufen und fragen, ob sie mir was mitbringen können, vom Einkauf? Freundinnen, die vorbeischauen und fragen, wie es läuft? Ob sie mir irgendwie behilflich sein können? Freundinnen, die fragen, wann sie einen Kuchen vorbeibringen können oder ob sie die doppelte Portion Pizzateig vorbereiten sollen. Ich bin diesen Mamas so dankbar. Das sind nämlich alles Mamas gewesen. Frauen, die ihren Alltag mit ein, zwei, drei Kindern haben und dennoch Zeit finden, mir ihre Hilfe in unserer neuen Situation anzubieten. Diese Mamas sind in meinen Augen SuperHeldinnen. (ÜberMamas im positivsten Sinne – aber das lässt die NegativKonnotation wohl leider nicht zu…)

Soll ihr hier jetzt noch einen Helikopter hin malen? Ach nein, dazu hab ich jetzt keine Zeit. Ich bin halt auch keine “ÜberMama” (Ich glaube, ich streich diesen Begriff nach diesem Beitrag aus meinem Wortschatz). Daher stelle ich diesen Text jetzt zum Abschuss bereit. Viel Spaß ihr Lieben!

PS: Ich gestehe, immer noch ein wenig auf Krawallgebürstete Stimmung bleibt – auch im inzwischen unschwangeren Zustand. Wir sind nämlich zu sechst. Hej-Ho! Und es geht uns allen gut!

BauTagebuch (3)

IMG_0168Und weiter geht’s. Inzwischen sind die gröbsten VerputzungsArbeiten in den Räumen abgeschlossen, die wir als erstes bewohnen wollen. Das bedeutet auch, das alte StromStrippen aus den Wänden gezogen, neue verlegt, Steckdosen eingegipst und diverse andere stromtechnische Arbeiten gelaufen sind. In den nächsten Tagen steht uns wohl noch ein Tag an, an dem der Strom komplett abgestellt und keinerlei Arbeiten durchgeführt werden können, die irgendeinen Einsatz von Maschinen erforderlich machen. Kein Abhobeln oder Schleifen der Treppe. Kein Bedienen des AkkuSchraubers…

Ich gestehe, mehr kann ich zu diesem Punkt StromLeitungen eigentlich nicht schreiben. Außer der Feststellung, dass wir nicht so viele Steckdosen brauchen, wie die diversen Elektriker angenommen haben.
“Ja, in jedem Raum mindestens sechs Steckdosen und mindestens zwei bis vier Schalter.”
– “Aha. Wofür denn das?”
“Ei, …” und ich erhielt eine Aufzählung all der möglichen StromQuellen und komfortablen Schalter, die ich in einem Raum verwenden konnte. (Egal ob Licht oder Rollos oder Heizung. Einfach alles könnte man heute ja über sowas regeln. Ja, könnte man.)

Witzig war, dass ich kurz zuvor, kurz bevor ich letztes Jahr – noch in der alten Wohnung – das erste Gespräch mit einem der ersten Elektriker führte, diesen Artikel übers Sonnenglas verfasst hatte und sich in den Kommentaren eine hochinteressante Diskussion entwickelt hatte. Hochinteressant (und zumindest für mich und unseren Stromverbrauch irgendwie sehr unangenehm). In diese Situation kam von außen jemand herein, der meinen Stromverbrauch noch eine Stufe höher treiben wollte oder mir zumindest das Gefühl vermittelte, “Das gehört heute halt so.”

Auf unsere Entscheidungen, dass wir eben nicht diese ganzen Lichtschalter und Steckdosen haben wollten, gab es einen erstaunten Blick und ein im Kopf stattfindendes Kopfschütteln, das sich  in der Äußerung kund tat: “Ihr seid die Bauherren. Wir machen es so, wie ihr es wollt. (Ihr müsst ja damit leben.)

Ich hab keine Ahnung, wie sich das entwickeln oder ob sich das gar rächen wird. Aber es fühlt sich dennoch richtig an und wir können derzeit sehr gut ohne diesen zusätzlichen Komfort leben.

IMG_0103Was die VerputzungsArbeiten angeht: Wie gesagt, sie sind in den Räumen, die wir bewohnen wollen weitestgehend abgeschlossen. Das große Klassenzimmer gehört nicht dazu, was letztendlich bedeutet, dass da auch nochmal viel Verputzen auf uns wartet. Aber erstmal wollen wir einfach nur in unsere Hütte rein. Das alte Klassenzimmer lässt sich auch später noch fertig machen.

Bei der Wahl des Baumaterials taten wir uns anfangs schwer.
Uns war 1. nicht klar, was es da für zig Möglichkeiten gab, die Wände von innen zu glätten. Sei es durch GipsPlatten oder eben die unterschiedlichsten “PutzMaterialien”.
2. Wussten wir einfach nicht, was davon baubiologisch und gesundheitstechnisch uns am ehesten entsprach.

IMG_0102Bis wir unseren Handwerkern und Freunden vermittelt hatten, dass wir wirklich nur Kalk, Lehm und vielleicht ein wenig Gips an den Wänden haben wollten, dauerte es ein wenig. Klar, an der ein oder anderen Stelle mussten wir einen Kompromiss eingehen. Und wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich immer noch nicht so ganz genau sagen, woraus denn nun die eigentliche SpachtelMasse ist, die sich da an einem Teil der Wände befindet. Aber ich weiß, dass unser Freund, dem wir erklärt haben, dass wir nur baubiologisch einwandfreies Zeug an den Wänden haben wollen, entschieden und gekauft hat. Ich muss also ein wenig Vertrauen aufbringen und hoffe, es wird nicht enttäuscht. Doch bislang scheint das alles in Ordnung zu sein. Die Decken sind aus KalkPutz und viele Wände mit Lehm verputzt. Einige andere Wände sind mit einer KalkGipsMischung bearbeitet worden, um sie überhaupt schön streichen zu können, nachdem keine Tapeten mehr dran waren. Und letztere wollte ich eben auch nicht mehr dran haben.

Btw: Wie viele SteckDosen und Schalter für diverse Elektrik habt ihr in euren vier Wänden und welche davon benutzt ihr auch täglich oder sagen wir, regelmäßig?

LeseStoff: HypnoBirthing. von Marie F. Mongan

Die letzten Morgen lag ich jedes Mal schon wach im Bett, bevor das große Brabbeln, Krabbeln und Husten begonnen hatte, und habe darüber nachgedacht, wie ich dieses HypnoBirthing anderen Frauen vorstellen könnte. Da wird mich in meinem RealLife sowieso wieder jeder schräg anschauen. Ich probiere es einfach mal.

Worum es bei HypnoBirthing geht? Die Autorin des Buches geht davon aus, dass eine gesunde Frau, die ein gesundes Kind erwartet durchaus eine sanfte, sichere und nahezu schmerzfreie Geburt erleben kann. Schmerzfrei? Schmerzfrei.

Eine Geburt ohne Schreien, Stöhnen, Pressen, Keuchen und all die Dinge, die diesem Erlebnis etwas Unerfreuliches beimessen.

Eine der ersten Thesen in meinem ersten GeburtsvorbereitungsKurs lautete: “Die Hebamme im Krankenhaus hat die Aufgabe euch aus diesem Dreieck herauszuholen: Angst – Spannung-Schmerz. Für jede ist das erst Mal das Hauptziel bzw. darauf wird sie als erstes achten. Ihr könnt dazu beitragen.” Diese These findet sich auch als eine der Grundlagen für die HypnoBirthing-Annahmen wieder.

Wenn meine Angst vor der Geburt groß ist, dann werde ich mich vermutlich auch recht unentspannt in dieses Ereignis hineinbegeben. Erzählungen und Schilderungen anderer Frauen über grauenvolle Geburtserlebnis tragen ihr Nötiges dazu bei. Je verspannter ich bin, desto größer wird der körperliche Schmerz sein. Nachvollziehbar für jeden, der schon mal an Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen litt. Aber auch jede andere Verspannung neigt dazu den Schmerz zu vergrößern. Wieso sollte das bei der Geburt anders sein?! Je größer der Schmerz desto größer kann die Angst werden, dass es noch viel schlimmer wird und zack: Die (Ver-)Spannung erhöht sich ebenfalls um ein Vielfaches. Und weiter und weiter.

Ich fand diesen Gedanken sehr einleuchtend und stellte für mich fest, dass er sich auch – modifiziert – in andere LebensBereiche des Alltages übertragen lässt.

Was bedeutet das in seiner Konsequenz? Wie kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden? Welche Möglichkeiten gibt es für Frauen und Männer die Geburt eines Kindes aktiv und sanft mitzugestalten? Denn eine Geburt, wie im Buch erläutert wird, hat sich auch Dank HypnoBirthing für Frauen, Männer und ihre Babys in den vergangenen Jahrzehnten in Amerika und ähnlich in Europa tatsächlich verändert. Es gibt eine Reihe von Techniken, welche die Geburt zu etwas Sanfterem werden lassen:

* AtemTechniken
* EntspannungsTechniken
* Visualisierungen
* SelbstHypnose
* Meditationen

Nicht zu vergessen kommt es neben all der Techniken auch auf die innere Haltung und Einstellung gegenüber der Geburt an. Dinge, wie ich auf dieses Ereignis zugehe. Oder auch, was ich mir von meiner Umwelt sagen lasse. Es geht zB. um die einfache Tatsache, dass die Aussage einer Nachbarin oder einer Frau hinter der Fleischtheke oder einer DrogerieFackverkäuferin Auswirkungen auf uns hat. Wenn uns erzählt wird, wie furchtbar und grausam die und die Geburt war, dann macht das was mit uns. Es speichert sich mehr oder weniger ab. Am schlimmsten finde ich diese SmallTalkKommentare, wenn sie völlig ungefragt und unbedacht einer schwangeren Frau “gegen den Latz geknallt werden”. So habe ich es bei allen bisherigen Schwangerschaften empfunden. Bei allen! In diesem Buch wird dieses Phänomen beim Namen benannt und mehr noch als so kontraproduktiv dargestellt, dass es Frauen nahegelegt wird, sich vor solchen Äußerungen zu schützen. Neben den dazu völlig positiv erscheinenden Schilderungen, wie Geburt eben auch aussehen kann. Diese Kombination fand ich persönlich sehr hilfreich.

Was hat das Buch zu bieten? Das Buch beginnt mit den Erlebnissen der Autorin. Beschreibt, wonach sie sich damals gesehnt hat und wie sie zur Geburt ihres dritten Kindes endlich die Geburt erleben konnte und durfte, nach der sie sich gesehnt hatte – weil man sie ließ.
Desweiteren bietet es konkrete Übungen und Vorschläge, wie man sich schon während der Schwangerschaft auch auf die Geburt vorbereiten kann. Sei es durch die Ernährung und Bewegung oder aber besondere Atemübungen. Am Ende des Buches gibt es sogar schon eine vorformulierte Liste an Wünschen für die Geburt, die sich prima mit ins Krankenhaus nehmen lässt, um dortiges Personal auf die eigenen Vorstellungen zur Geburt vorzubereiten.
(Wir hatten zwar nicht die Liste dabei, aber ich hatte das Buch so gut wie durch und wusste so einiges, was ich unbedingt mit der uns beratenden Hebamme besprechen wollte. Die Hebamme war großartig und hat gleich ein paar Dinge aufgeschrieben. Außerdem hat sie uns darin ermutigt all das niederzuschreiben, was wir uns für diese Nacht oder diesen Tag wünschten. Das war super, denn auch sie erhielt ein Bild von uns als Eltern. “Willst du stillen?” – noch bevor mein Ja herauskam, nickte sie mir zu und antwortete: “Komisch, wenn du es nicht wolltest.”)

Fazit: Womit wir damit auch schon beim Fazit wären. Das Buch ist toll strukturiert. Es motiviert zum Weiterlesen, Ausprobieren und Trainieren der verschiedenen Übungen. Die Schilderungen und Herangehensweise der Autorin haben mir persönlich sehr zugesagt und ich freu mich schon auf unsere Geburt.
Worüber ich noch immer nachdenken muss, ob ich wirklich vorbereitet bin. Klar, das ein oder andere konnte ich gut üben, auch wenn ich das Buch erst vier Wochen vor EntbindungsTermin erhalten habe. Doch häufig wird in dem Buch auf den Kursleiter Bezug genommen, bei dem man zB. eine StichwortListe für den Partner erhalten kann. Oder der die ein oder andere zusätzliche SelbstHypnoseSession mit einem durchführt. Es gibt also diese Kurse und ich konnte nicht wirklich an einem teilnehmen. Hinzukommt, dass sich die ein oder andere Sache nicht ausprobieren ließ, einfach weil wir die entsprechenden ÜbungsMaterialien vermutlich in einem solchen Kurs erhalten hätten. Schade, aber das stört mich im Hinblick auf unsere anstehende Geburt nicht. Die Übungen, die man trainieren konnte, allein oder mit Partner fand ich schon hilfreich genug und bin sehr dankbar fürs Lesen.

Wer von euch hat vielleicht schon die ein oder andere Erfahrung mit diesem sanften Weg der Geburt gemacht? Welche Ideen habt ihr, wie man sich diesen negativen Schilderungen von Geburten entziehen kann? (Ohne gleich ins Exil zu gehen?)

Inter:view mit Sina Trinkwalder

Vor ein paar Tagen hatte ich die Möglichkeit tatsächlich mal ein paar Fragen an Sina Trinkwalder, die Gründerin und Macherin von manomama, zu richten. Denn ehrlich, es passiert mir häufig, dass ich im Netz unterwegs bin, bestimmte Seiten immer mal wieder ansurfe und mich frage, was machen diese Menschen eigentlich jetzt gerade? In diesem Moment? Wovon wird gerade ihr Tag bestimmt, vor welchen Herausforderungen stehen sie gerade? Scheint dort die Sonne? Trinken sie Kaffee oder grübeln am Schreibtisch?

Deine twitterTimeLine beginnt morgens in der Regel mit “Erstmal Kaffee”. Schwarz? Mit Milch oder Zucker? Und wie beginnt denn der (dein) Tag in euren Hallen insgesamt? Immer unterschiedlich? Oder gibt es typische Abläufe?

Erstmal Kaffee ist immer mit Milchschaumherzchen ;) Meine Ladies und Gents sind da längst am arbeiten, da sie nach eigener Wahl oft um sechs schon anfangen. Es gibt kein Ritual, jeder macht da weiter, wo er gestern aufgehört hat.

Was macht manomama aus und vor allem, so anders als die meisten anderen Unternehmen in der TextilBranche?

Wir machen schlichtweg alles anders: Sourcen nur in der Region, fertigen vom Garn bis zur Naht alles ökologisch, achten überhaupt nicht auf den Cent, verschreiben uns der Qualität und Langlebigkeit. Haben keine 20 Kollektionen pro Jahr und machen keine Rabattschlachten mit. Stecken keine Kohle in Werbung, sondern gestalten unsere Preise fair: Herstellung, Distribution, Mehrwertsteuer – das wars. Und funktioniert irgendwie trotzdem ;)

Woher stammen eure Ideen? Wie entwickelt ihr daran?

Grundlegende Ideen kommen eigentlich immer von mir, und werden dann im Team entwickelt. Wenn ich mir zum Beispiel ein neues Produkt einfallen lasse, mache ich ein erstes Design und technischer Schnitt, Passformmacherin und Bekleidungsferitugung tüfteln das dann aus ;)

Es gibt euch nun schon seit drei oder vier Jahren. Was sind die Momente, an die du dich am stärksten zurückerinnerst? Weil sie besonders schön, besonders schlimm oder besonders wegweisend für dich, deine Mitarbeiter und/oder eure Vision waren.

Da gibt es so viele, dass ich keine einzelnen herauspicken möchte. Richtig fiese, aber auch großartige habe ich ja im Buch beschrieben.

Was sind deine Ziele für in drei oder fünf Jahren? Was würdest du dir wünschen, wenn dir ein Flaschengeist drei Wünsche erfüllen will?

Ich habe keine Ziele, und ich stecke mir auch keine. Was ich habe: eine Vision. Und die dauert so lang, wie sie eben dauert, bis sie Realität ist. Wünschen würde ich mir auch nichts, ist eigentlich nicht so meine Art. Wenn ich etwas an Veränderung sehe, wünsche ich mir da nichts, sondern arbeite dafür, dass es sich verändert ;))

Liebe Grüsse, Sina

Vielen Dank, Sina, für deine Zeit und deinen Einblick in euer “kleines”, menschliches Wirtschaftswunder! Es macht Spaß euch bei euren Veränderungen und Visionen zuzuschauen und sich anstecken zu lassen.

Geschenke zur Geburt

GeschenkBonBonHeute wurde ich zwar nicht zum ersten Mal bei dieser Schwangerschaft nach Geschenken zur Geburt gefragt, aber es was am ernüchterndsten. Das lag gar nicht mal an der Person, die sich bei mir erkundigt hat. Ganz und gar nicht. Aber das Gespräch machte deutlich, wie hellblau und rosa Babys in Deutschland sind.

Mir wurde bewusst, wie man versucht hatte, aus meinen Kerlen herauszufinden, ob wir einen Jungen oder ein Mädchen bekommen.
“Mama, sag doch mal, wird das Baby ein Junge oder ein Mädchen?”
“Was hättest du denn gerne?”
“Ein Mädchen. Wird es denn ein Mädchen?”
“Keine Ahnung. Ich weiß es nicht.”
“Aber warum denn nicht?”
“Woher soll ich das denn wissen?”
“Welche Farben ziehst du denn dem Baby an?”
“Welche Farben?”
“Ja.”
“Ähm… die von euch. Überwiegend… hell. Glaube ich.”
“Dann wird’s also ein Junge? Können wir es bitte Tyrannosaurus T-Rex nennen?”
“Ähhhh, nein. Und, äh nein. Mama hat schon einen Namen fürs Baby.”
“Und welchen?”
… to be continued.

Am Ende des Gespräches hatte ich heraus, dass man im Kindergarten wohl scheinbar nicht so richtig glauben konnte, dass wir nicht wissen, was es wird. Wir wissen es allerdings wirklich nicht, Welt da draußen.

Mal abgesehen davon: Ich bin die letzte, die ihr Kind nach dem Geschlecht anzieht. Irgendwie, passt das so gar nicht. Wir ziehen das an, was passt, was bequem ist und worin sich die Kerle wohlfühlen. Als Baby waren das rosa Schlafsäcke, weil so kuschelig und als Kleinkinder rotorangene OutdoorJacken, weil sie soviel aushielten und ich immer wusste, “Ha, da ist er ja!”

Jetzt werde ich wieder gefragt und habe Angst. Angst vor irgendwelchen Geschenken, die ich nachher nicht loswerde. Allein dieser Artikel hier kann und wird vermutlich als Gipfel der Unverschämtheit aufgefasst werden. Schließlich bin ich “ach so undankbar”. Jetzt fragt man mich schon, und es ist auch nicht richtig… Ja, ja, ja.

Aber wir brauchen keine Gutscheine von dm, weil ich mir das Einkaufen dort abgewöhnt habe. Zumindest dieses “Alles muss mit”- Einkaufen. Wir brauchen eben auch keine Wegwerfwindeln mehr. Und wie werde ich diese lieb gemeinten 2,99€ Kuscheltiere wieder los, die bei jeder Karte dabei sind? (Oje, ich merke schon, ich versau mir hier gerade jede liebgemeinte Nettigkeit. Aber was raus ist, ist raus.)

Wisst ihr, es ist gar nicht so, dass wir uns nicht auch über Geschenke freuen würden. Sehr sogar. Vor allem wenn wir merken, es hat sich jemand darüber Gedanken gemacht. Schließlich ist es nicht das erste Kind, außerdem sind wir scheinbar doch ein wenig minimalistischer, was unsere Besitzansprüche angeht und das macht es beides wahrscheinlich nicht einfacher. Aber meine twitter TL, vor allem das @apfel_mädchen hatte ein paar wirklich gute Ideen, auf die ich auch zurückgreifen werde, wenn eine Freundin jetzt nochmal schwanger wird. Für euch und all die Leute, die nach diesem Artikel immer noch den Wunsch hegen, uns eine Freude bereiten zu wollen. (Könnte ja sein. Trotz meiner Aufmüpfigkeit und Undankbarkeit).

GeschenkIdeen zur Geburt

– Bekleidung in Naturfarben
– Gemüse/ObstKiste für die Mama, von der hat schließlich auch das Baby was
– Schlittenfahren mit den großen Kerlen, um uns zu entlasten (oder anderen Ausflug)
– Schokolade (fairtrade) oder tollen Tee
– eine Mittagsmahlzeit, um uns das Kochen zu ersparen
– Gutschein, um zu dritt mal Frühstücken zu gehen. In der Elternzeit. Vielleicht. Wäre schön.
– einen Kuchen backen (hat das Baby doch auch irgendwie was von)
– Gutschein bei Geschäften, wie diesen hier: Mowgli’s oder HansNatur
– Stoffwindeln (Denn ja, wir benutzen sie immer noch. Bräuchten halt echt noch welche in der kleinen Variante, da wir Quereinsteiger sind.)
– Mäuse (keine SpeckMäuse –  wobei, die mag ich auch – , keine echten Mäuse – haben wir schon – , sondern Geld, das wir sinnvoll fürs “Nest” einsetzen können)

Nehmt mir diesen Artikel bitte nicht übel. Ich steh kurz vor der Geburt. Ich schwebe wie ein Wahl durch eine weiße Winterlandschaft, habe anderthalb Wochen richtig kranke Kerle gesund gepflegt, ich kann gerade einfach nicht mehr. Außer schreiben. Runter schreiben. Wenn mir dafür mal wer Geld geben würde… Will jemand einen Text haben? Einen Gastbeitrag? Ich kann mich auch zusammenreißen. Wenn nötig. Texte dann für Geld. Oh Mann, bin ich schwanger.

Wie sagt ihr es euren Leuten, dass Geschenke nicht nötig, nein, sogar nicht erwünscht, wenn sie so unpassend sind?