Das zieh’ ich an. Das zieh’ ich an. Damit ich…

… zu mir stehen kann. Die letzten Wochen haben so einige meiner UrAltTshirts ihr letztes gegeben. Unter den Armen durchgewetzt, hier und da ein kleines Motten- oder WaschmaschinenLoch und überhaupt, farblich sehr, verblichen.

Das zieh ich an

Oberteile, die ich schon seit über sieben bis neun Jahren trage. Unterhosen, die nicht ganz so lang, aber lang genug gehalten haben. Socken, die durchlöchert und nur noch ohne die bessere Hälfte bestehen. Mein Kleiderschrank, den ich auf ein gutes Maß reduziert hatte, hat noch ein bisschen mehr an verarbeitetem Stoff und Textilien verloren.

Ich stehe also vor der Frage, wie rüste ich wieder auf? Obwohl ich mir persönlich an dieser Stelle die vergangenen zwei Jahre sehr treu geblieben bin. Ich habe mir fast nichts mehr zugelegt, dass nicht fair und ökologisch einwandfrei hergestellt wurde; zumindest was meine Ansprüche der Recherche betrifft. Denn neben der Näherin habe ich nicht gestanden und über die Schulter des Färbers auch nicht schauen können.

Hiermal ein paar Fakten bzgl. meines KlamottenVerhaltens:
1. Insgesamt haben elf Kleidungsstücke in den letzten zwei Jahren ihren Weg in meinen Besitz gefunden.
2. Zehn davon habe ich geschenkt bekommen. (Weihnachten, Geburtstag, Nikolaus)
3. Eine Schlafanzughose und ein BH stammen leider nicht aus diesem ökologischen Hintergrund.
4. Bei letzterem gab es tatsächlich gar keine Auswahlmöglichkeit, obwohl ich danach gesucht habe.
5. Bei der SchlafanzugHose überzeugte mich lediglich das gute Aussehen und die Tatsache drei Hosen kaputt getragen zu haben – in fünfzehn Jahren.
6. Zwei Strumpfhosen habe ich geschenkt bekomme, wobei eine inzwischen aufgrund von LaufMaschen wiederverwertet wird.
7. Ein Bündel Socken befindet sich nicht in dieser Zählung, da ich mir nicht sicher bin, wann ich sie geschenkt bekommen habe. Aber ich meine, es liegt noch ein wenig länger zurück. zweieinhalb oder drei Jahre. Zumindest vor meinem damaligen Kaufentschluss.

Damals habe ich begonnen eine Liste all der Labels und Unternehmen anzufertigen, von denen ich weiß, dass sie ökologisch und fair hergestellte Mode anzubieten versuchen. Versuchen deshalb, weil ich mich schon immer wieder frage, wie sehr das ein Unternehmen gewährleisten kann, das nicht am anderen Ende der Welt sitzt und direkt über die Schulter schauen kann. Diesen Umstand halte ich weiterhin für eine Schwierigkeit, der man als Unternehmen ausgesetzt ist, und mit der unterschiedlich verfahren wird. Ähnlich wie wir eben unterschiedlich mit der TextilBranche generell umgehen.

Dennoch ergänze ich meine Liste von Unternehmen und Labels immer mal wieder. Dieses Jahr kommt www.grundstoff.net hinzu. Ich gestehe, ich habe mir bislang noch kein Kleidungsstück dort gekauft. Allerdings habe ich mir ja auch zum Ziel gesetzt, nur mit dem Nötigen auszukommen und ich mag Shoppen als Zeitvertreib einfach nicht. Dieses Unternehmen wirkt relativ groß, daher habe ich es bisher gemieden. Mein Mann hat jedoch schon häufiger dort eingekauft und ist total begeistert. Ein ganz schneller und freundlicher onlineService sowie schlichte und stylische Kleidung, die zu 75% mit entsprechenden Siegeln ausgestattet sind, die BioBaumwolle und hohe soziale Standards garantieren (sollen). Genau das, wonach er und wir die letzten zwei Jahre angefangen haben zu suchen.

Was mir persönlich sehr gut gefällt, ist die Geschichte von Entstehung und Zielsetzung dieses Unternehmens. Die Bezahlbarkeit und das gleichzeitige Ernstnehmen, dass Kleidung nicht nur was kosten darf, ist nicht nur sympathisch, sondern in meinen Augen heute absolut erforderlich.

Vielleicht ist für den einen oder anderen ja was dabei. Kanntet ihr das Unternehmen schon und konntet ähnlich gute Erfahrungen machen? Wo geht ihr (inzwischen) einkaufen? 

 

4. Advent. daysofthunder und das Geschenk

So bezeichnen wir hier ‘liebevoll’ die Tage der Menstruation. Meiner Menstruation. Aktuell genieße ich es sehr, mir darüber keine Gedanken machen zu müssen. Aus Gründen. Dennoch ist mir sehr präsent, wie schwer ich mir vor einem halben Jahr getan habe, meinen Freundinnen zu erzählen, dass ich mir nicht mehr diesen PapierPlastikWegwerfDreck kaufe, sondern auf Stoffbinden umgestiegen bin. Dass eine der beiden ebenfalls umsteigt – das hätte ich nie gedacht! Dass sie mir ein halbes Jahr später erzählt, wie dankbar sie für diesen Wechsel ist und aus medizinischer Sicht die Menstruationstasse (Lunette, LadyCup…) großartig findet – noch viel weniger.

IMG_0037

Ich wusste es anfangs nicht besser. Zwar hatten wir vorher schon auf Stoffwindeln für die Jungs umgestellt. Doch ich kam gar nicht auf die Idee, dass man als Frau ja auch umsteigen und damit jede Menge Müll reduzieren konnte. Das war ehrlich gesagt mein Hauptanliegen beim Umstieg: unsere dadurch verstärkte MüllReduktion.

Bei den Stoffwindeln der Jungs sagte man mir u.a. auch immer, dass diese Kinder früher trocken werden würden. Ob das tatsächlich stimmt, kann ich nicht einschätzen. Trau ich mich auch nicht zu beurteilen. Die Begründung für diesen Effekt läge darin, dass sie ein anderes, bewussteres Körperempfinden entwickelten. Schlüssig fand ich diese Aussage schon. Schließlich ist eine Stoffwindel auf längere Zeit schwerer und bestimmt auch feuchter im Gefühl als diese chemischen WegWerfWindeln, die alles vom BabyPopo wegleiten. Komplett – in den meisten Fällen.
Bei der Stoffbinde für die Frau verhält es sich ähnlich bzgl. des Körpergefühls. Egal, ob mit Stoffbinden oder Menstruationstasse (Letztere habe ich jetzt noch nicht getestet.), bei beidem sind wir viel mehr mit diesem Blut – unserem Blut - konfrontiert als durch ein Tampon oder eine WegWerfBinde. Die Vorstellung war mir anfangs etwas unangenehm. Schließlich packt man beides beim Wechsel schnell weg, rümpft die Nase und entsorgt die benutzten Utensilien im MüllEimer. Der Geruch ist unangenehm, das Anfassen aufgrunddessen ebenso und es sieht so … so… halt so aus. Ja, wie sieht es denn eigentlich aus? Was an dem Anblick ist so ‘eklig’?

Seitdem ich Stoffbinden für mich entdeckt habe,
* riecht nichts mehr – bei richtigem Gebrauch. Wie es anders ist, bei zu langem Tragen oder Vergessen, weiß ich nicht.
* sieht nichts mehr ‘eklig’ aus – vielleicht, weil nichts  mehr unangenehm riecht? Vielleicht auch, weil ich jetzt mit direktem Säubern konfrontiert bin. Die Binde wird unter kaltem Wasser ausgewaschen und wird dann für eine bestimmte Zeit in immer wieder frischem Wasser aufbewahrt, bis dann die nächste Maschine Wäsche ansteht. Auch bei der MensTasse bin ich dem Ausschütten der Tasse und dem Säubern ausgesetzt. Man entwickelt ganz schnell ein ganz anderes Verhältnis zu diesem Blut. Das ist meine sich lohnende Erfahrung.

Diese zwei Dinge haben sich für mich geändert und hatten wirklich Auswirkungen auf mein GesamtErleben dieser besonderen Tage. Ich begegne ihnen entspannter und entsprechend ‘harmloser’ sind sie geworden. Was nicht bedeutet, dass das bei jeder so sein muss.

Die Begeisterung bei der Freundin macht mich unglaublich glücklich. Von ihr hätte ich irgendwie nicht gedacht, dass sie es ausprobiert. Deswegen lohnt es sich, davon weiterzuerzählen. Als Medizinerin hält sie die MensTasse für eine tolle Lösung, um das Risiko für ein menstruationsbedingtes toxisches SchockSyndrom (TSS) noch ein wenig zu verringern. Darüber hatte ich mir vorher auch noch keine Gedanken gemacht.

Ihr seht, es lohnt sich manchmal unglaublich Dinge zu hinterfragen und neu auszuprobieren. Im Kleinen, wie im Großen.

IMG_0036Petra Sood von Kulmine setzt sich für die Weiterverbreitung von sowohl Stoffbinden als auch dem damit zusammenhängenden bewussteren Lebensgefühl ein. Das Geschenk für den 4. Advent kommt eigentlich von ihr und geht an zwei von euch. Ich habe hier gerade zwei Päckchen KulmineProdukte liegen. Darunter sind SlipEinlagen und Binden in diversen Größen, Farben und Formen, um sie mal auszuprobieren. Solltest du also schon immer mal StoffBinden ausprobiert haben wollen, wäre jetzt die Gelegenheit ein kleines StarterSet geschenkt zu bekommen.

Wie kannst du mitmachen? Hinterlasse einfach einen Kommentar unter diesem Artikel, mit einem Wunsch und zwar: Wenn du deine daysofthunder hast, was wünschst du dir in dieser Zeit am meisten? Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und du hoffentlich mindestens 18 Jahre alt. Die Päckchen werden wieder nur innerhalb Deutschlands versandt.

Damit das Päckchen möglichst noch vor Weihnachten bei dir ankommt, geht dieser Artikel heute schon online und du kannst deinen Kommentar bis zum 21.12.2014 um 23:59 hier hinterlassen.

LIEBSTER Award Nominierung – oder ich lasse mich hinreißen zu antworten

Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich mich auf einen dieser Awards, dieser KettenBriefe einlasse. Bislang habe ich sie meist kategorisch abgelehnt. Habe mich geweigert an “sowas” teilzunehmen. Dieses Mal gefielen mir die Fragen jedoch gut und weil es die MinimaMusen waren, die mir diese Fragen gestellt haben… gibt’s auch ein paar minimalistische Antworten. Danke ihr 4!

  1. Gab es für Dich einen ausschlaggebenden Moment, zum Minimalisten zu werden – eine Art Urszene? – Der Anblick 3er mit Kram zugestellter Räume.
  2. … und gibt es für Dich ein Vorbild in Bezug auf Dein minimalistisches Bestreben? – Nein. Meine Vorbilder suche ich mir irgendwie anders. Zum Beispiel Aibileen aus dem Buch The Help von Kathryn Stockett.
  3. Was machst Du mit den Dingen, die überflüssig geworden sind? Verkaufen? Verschenken? Wegschmeißen? – Verschenken, tauschen, verkaufen, upcyclen, wegschmeißen.
  4. Auf was möchtest du nicht verzichten? – Ich verzichte sowieso nicht.
  5. Wann und warum hast Du Dich das letzte Mal reich gefühlt? – Sonntag. Als wir feststellten auf und über was wir uns gerade alles freuen.
  6. Was ist Luxus für dich? – Eine Badewanne zu besitzen.
  7. Was bedeutet Geld für Dich? – Ein ungerechtes Übel, um in unserer Zeit weitestgehend leicht klarzukommen.
  8. Wie viel Geld brauchst Du im Monat zum Leben? – Das, was wir als Familie mit einer vier TageArbeitsWoche eines Arbeitnehmers zur Verfügung haben.
  9. Haben sich deine Beziehungen zu Freunden und Familie durch Minimalismus verändert? – Durchaus. Mit manchen schwimmt man auf einer Welle. Mit anderen baut man Welten zwischen sich auf.
  10. Wofür / in welchem Projekt engagierst Du Dich “ehrenamtlich” (also ohne dafür Geld zu bekommen, das muss ja nicht in “organisierter” Form passieren)? – Arbeit mit Kindern in unserer Gemeinde und dem Dorfleben.
  11. … und zum Schluss die Gretchenfrage: Wie hältst Du es mit dem Glauben / der Spiritualität? – Meine Beziehung zu Gott ist meine BasisStation.

So. Kurz und knapp. Noch Fragen?

Ich nominiere …

  1. Fräulein im Glück von suchtdasglück.at
  2. sadfsh von apfelmädchen.de
  3. Frau Weh von kuschelpädagogik
  4. Manuel von SchaumImOhr
  5. Jörn von minimalism.us
  6. Ella von ringelmiez

… und stelle Euch die folgenden 11 Fragen:

  1. Welche Farbe hat deine Zahnbürste?
  2. Wie viele Geschenke wirst du dieses Jahr verteilen?
  3. Woher nimmst du deine wichtigsten Informationen fürs Leben und den Alltag?
  4. Mit welcher zurückliegenden Entscheidung bist du auf Unverständnis gestoßen?
  5. Welches Tier ist dir wo die letzten Tage begegnet, das kleiner als 1cm war?
  6. Bei welchem deiner Weihnachtsgeschenke freust du dich wie Bolle auf die Übergabe an den zu Beschenkenden?
  7. Wenn du eine LebensToDoListe hättest: Was würdest du gerne mal gemacht haben?
  8. Wie veränderst du morgen oder übermorgen die Welt? (Gerne in kleinen Schritten.)
  9. Worauf hast du gerade Hunger?
  10. Was gefällt dir an deinem Blog besonders gut? Wodurch zeichnet er sich aus?
  11. Welche Werbung geht dir zuerst durch den Kopf, wenn du nach einer suchst? (Sei es Plakat, TV, Radio oder das Netz…)

Ich weiß nicht, wer von euch meine Fragen beantworten wird. Es ist ein Risiko, sie nur an sechs Personen weiterzuleiten. Aber wenn du Lust hast… Ich wäre schon ziemlich neugierig bzgl. der ein oder anderen Frage.

Aber auch ihr, liebe BlogLeser, die ihr diese Art von BlogArtikel hier bislang nicht gesehen habt (wird vermutlich auch nicht so bald nochmal vorkommen…), nutzt die Gelegenheit und lasst euch gerne in den Kommentaren aus. Ich bin soooo neugierig.

Regeln zum LIEBSTER Award

  1. Danke der Person, die Dich für den Liebster Award nominiert hat, und verlinke ihren Blog in Deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die Dir der/die Blogger/in, der/die dich nominiert hat, stellt.
  3. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger/innen für den Liebster Award, die bisher weniger als 1.000 Facebook-Follower haben.
  4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe diese Regeln in Deinen Liebster Award Blog Artikel.
  6. Informiere Deine nominierten Blogger über den Blog Artikel.

Du wurdest schon mal nominiert oder du hast einfach keine Lust, dann gebe das Stöckchen weiter. Es gibt da draußen bestimmt jemanden, der bis jetzt übersehen wurde….

3. Advent. Und es gibt noch ein Geschenk.

Guten Abend!

Heute geht es kurz und schmerzlos direkt zum Geschenk über. Ich konnte mich die ganze Zeit nicht so wirklich entscheiden, was ich denn jetzt verschenken soll? Mir kamen so viele Ideen und ich bräuchte eindeutig einfach mehrere Adventssonntage, um meinem Wunsch des Schenkens irgendwie nachzukommen.

Heute gibt es ein eBook zu verschenken. Und das gleich zweimal. Denn: Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich eine Fehlgeburt. Ein paar von euch haben den Abschied von unserem Sternenkind mitbekommen. Es war tragisch und der größte Verlust, den ich je erlebt habe. Inzwischen habe ich einen Weg gefunden mit diesem Ereignis und diesem Verlust, dieser Sehnsucht und dieser Liebe zurecht zu kommen. Auf dem Weg dorthin ist ein Buch entstanden. Es trägt den Titel: Wenn etwas fehlt.

Ich habe einen Monat daran geschrieben, weitere vier Monate daran herumgefeilt und mit der Hilfe einiger Freunde und Bekannter es nach einem Jahr tatsächlich fertiggestellt. Seit nicht einmal 24h steht es online bei epubli zur Verfügung. Wer will klickt hier! und liest mal rein. Vielleicht wollt ihr es tatsächlich lesen und unterstützt so ein wenig mein Geschreibe. Sollte dem nicht so sein, landet es zumindest nicht ungeachtet in irgendeiner Schublade. Und ich, ich hatte die Möglichkeit meinen Schmerz und alles, was mir mit diesem Moment des Lebens verbunden scheint, in drei Geschichten zusammenzufassen und zu verarbeiten.

Zweien von euch möchte ich dieses eBook gerne schenken. Hinterlasst einen Kommentar, welches Buch ihr gerade lest. Oder welches Buch ihr weshalb als euren persönlichen Bestseller bezeichnen würdet? Und natürlich: Warum?

Mitmachen kann wieder jeder, der 18 Jahre alt ist und bis zum Dienstagabend, den 16.12.2014, um 20Uhr hier einen Kommentar hinterlässt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich lasse euch das eBook nur innerhalb Deutschlands zukommen.

Ich bin schon sooo gespannt auf eure Kommentare…

Bauen, sanieren, renovieren

IMG_0023Ganz gleich was davon man macht: Es braucht Durchhaltevermögen. Geld. Menschen, die einem zeigen, wie es geht. Vor allem Zeit. Könnte man meinen.
Aber manchmal komme ich mir vor, wie bei den Fraggles. Diese plüschigen Handpuppen, die unter einer Werkstatt in einem Erdbau leben. Kennt ihr die auch noch von früher? Mit Gobo, Wembley und Freunden? Sie leben dort unten mit noch so weiteren kleinen Männchen, die einfach immer nur bauen. Irgendwelche Konstrukte, deren Sinn und Zweck nicht erkennbar ist. Permanent. In kürzester Zeit. Die Fraggles fressen diese Konstrukte immer wieder mal zwischendrin auf und in irgendeiner Folge fragt sich auch einer der Fraggles, warum diese Männchen eigentlich immerzu bauen? Genau das denke ich auch schon sehr lange und immer wieder.

Egal, wo wir die vergangenen zehn Jahre gelebt haben: überall wurde gebaut. Viel, weit, hoch und schnell. Ich frage mich immer, wozu? Und warum? Und: Wie geht das überhaupt, wenn doch keiner das Geld dafür hat? Aber hej! Die ein oder andere Antwort habe ich schon gesammelt und kenne ich: Wachstum ankurbeln, Unternehmen brauchen diese neuen Lagerhallen und irgendwie braucht halt jeder ein eigenes Haus im Neubaugebiet Nummer 19.

Letztendlich entscheidet jeder für sich, was er braucht. Und das ist auch gut so. Aber immer häufiger gerate ich bei unseren persönlichen Renovierungsfragen, oder besser Sanierungsfragen, an den Punkt, dass ich sagen muss, ich hätte es gerne anders. Ökologischer. Inzwischen wird mir von den angesprochenen Handwerkern auch schon ein “biologisch” in den Mund gelegt. Ich ernte hochgezogene Augenbrauen, Schweigen und ein distanziertes und zugleich vielsagendes “Wenn ihr meint…”
Und das nur, weil ich BauschaumSch*** – entschuldigt die Wortwahl – in Frage stelle. Ich stelle in Frage, dass der einfachste und kostengünstigste Weg der beste und gesündeste, für meine Familie, mich, das Haus, meine unmittelbare Umwelt oder die Menschen ist, die diese Chemikalie produzieren. Oder was ist mit den Menschen, in deren Nähe diese Produkte hergestellt werden? Warum ist das Gesündere, aber Langwierigere das Biologische? Und umgekehrt das “Normale”, das so viel Schädlichere?

Gerade bin ich lieber “biologisch” – was auch immer das heißen mag – als jemand, der den einfachsten Weg nimmt. Leider “klebt” ein Teil der Fenster schon drin. Leider bekam ich eine unzureichende Antwort, mit der ich mich zufrieden gegeben habe. Der Fehler liegt hierbei nicht bei der unzureichenden Antwort, sondern vielmehr bei meinem “zufrieden Gestelltsein”. Das ist nämlich der einzige Punkt, den ich persönlich ändern kann. Ich kann nachfragen, nicht lockerlassen und bei unsicherem Bauchgefühl, mich dagegen entscheiden.

IMG_0027Natürlich: Das kostet Zeit. Keine Frage. Vielleicht müssen wir an dieser Stelle jedoch die richtigen Vergleiche ziehen. Das Beispiel Fenster: Fenster lassen sich kleben, so wie jeder das macht oder aber auch mit viel Aufwand und natürlich Mehrkosten anders einsetzen. Ich kann schnell, schnell machen und riskiere damit ein erkranken meiner Familie, weil über drei bis vier Jahre der Mist ausdünstet. Oder ich lasse mir Zeit, lege Geld zur Seite, habe dann aber nicht dieses zusätzlich hohe Gesundheitsrisiko. Was an dieser Denke ist denn so verkehrt? Oder naiv?

Ich mag die Art des schnellen Bauens und Fertigwerdens nicht. Obwohl ich in meinem hochschwangeren Zustand eigentlich allen Grund dazu habe, schnell umziehen zu wollen. Dennoch habe ich die Tage beschlossen, lieber richtig fürs Gefühl, als schnell, schnell, schnell zu entscheiden, nur um rein zu kommen.

Habt ihr schon gebaut? Habt ihr euch viel im Vorfeld schlau gemacht? Wie ernst nehmt ihr Informationen über Baumaterialien? Wo macht ihr euch schlau? Denn manchmal erfährt man das ein oder andere ja echt nur durch Zufall.

2. Advent. Wer will ein Geschenk?

Wir waren heute draußen.
Nach langer Zeit gemeinsam alle Mann mal die Sonne genossen,
ein wenig Vitamin D produziert,
Lehm von der Straße gekratzt,
auf zwei Rädern durch die Felder geprescht.

Danach ging’s unter Leute.
Freunde getroffen,
Reibekuchen geschenkt bekommen,
das erste Mal Zuckerwatte mampfen lassen.
“Mama, ich habe sowas aber noch nie probiert.” – Das hat gezogen, denn es stimmte.

Die zweite Kerze angezündet,
mit ADAC Flugzeugen gespielt,
NikolausErlebinsse Revue passieren lassen.
Krank gefeiert,
Stromkabel verlegt,
Plätzchen gefuttert.

Und jetzt, jetzt gibt’s das Geschenk für diesen Sonntag. Es ist ein Buch, ein Kinderbuch von Daniel Napp. Manche kennen den Autor vielleicht durch Dr Brumm. Wir haben uns vor ein paar Monaten folgendes gekauft: Hinterher!
Worum es geht? Ein kleiner Junge bekommt Post. Ein fernsteuerbares Flugobjekt. Die Jagd beginnt. Denn irgendwie, irgendwie macht das Gerät nicht das, was es soll, und jeder rennt hinterher.

Wir haben gerade unglaublich viele Bücher hier. Selbst der Nikolaus hat nochmal welche vorbeigebracht. Gute, schöne Bücher. Manche mit viel Text, manche mit viel Bildern… Das ist vor allem eins mit vielen Bildern. Wer Napps ZeichenStil mag, wird auch am Betrachten dieses Bilderbuches Gefallen finden.

Wer das Buch bekommt? Wer gerne einfach nur mal so was geschenkt bekommt, sich beschenken lassen mag. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich versende nur das Buch inkl. Karte (so viele sehnen sich nach handschriftlicher Post…), nur innerhalb Deutschlands. Hinterlasse einen Kommentar mit einem deiner LieblingsKinder(Bilder)Bücher. Der Beschenkte wird ausgelost.

edit: Euren Kommentar könnt ihr bis morgen Abend, Dienstag, den 09.12.2014 um 20Uhr, hier hinterlassen. (Ganz vergessen.)

AdventsSonntage

IMG_8737Folgende Idee: Immer häufiger begegnen mir Weihnachtsmuffel. Wobei, inzwischen scheinen sie mich zu meiden und einen großen Bogen um mich zu gehen, wenn es um das Thema Weihnachten geht. Das ändert jedoch nichts, an den erlebten Konsequenzen. Ich liebe Weihnachten, sie nervt die Schenkerei und der Konsum. (Das macht für mich halt kein Weihnachten aus.) Die Zahl der Menschen, die ich beschenken kann, ist enorm geschrumpft. Nun ja, da muss ich mir Menschen suchen, die gerne beschenkt werden. Einfach nur so. Und vielleicht habt ihr ja auch Lust am Schenken?!? Und beschenkt werden. Meine Idee: Neben Keksen verteilen und spontane Äußerungen zu Wünschen umzuwandeln, erweitere ich diesen Plan auf diesen Blog.

1. Es gibt drei Dinge, die ich an den kommenden AdventsSonntagen unter euch verschenken möchte. (Einen Sonntag habe ich leider schon verpasst.) Einfach so. Natürlich müsstet ihr einen Kommentar hinterlassen, weil ich sonst nicht losen kann, an wen das jeweilige Geschenk geht. Hierbei gilt u.a.: Ich verschicke nicht ins Ausland.

2. Ich werde einen Wunschzettel anlegen. Ich bin grafisch leider nicht die Leuchte. Kann auch nicht auf die Schnelle irgendeinen Code entwickeln, mit toller Benutzeroberfläche oder so.
Die Idee dieses Wunschzettels ist es, dass jeder, der mag ein SeeligkeitsDing aufschreiben kann. Dass man es bekommt, ist nicht sicher. Ich kann euch rein finanziell vermutlich auch nicht alle beschenken. Aber vielleicht kriegen wir das ja gegenseitig irgendwie hin?? Ich versuch das mal noch ein bisschen weiter zu denken und bei Zeiten werdet ihr diesen Wunschzettel als eigene Seite auf diesem Blog erkennen.

Solltet ihr Ideen zu diesem Wunschzettel haben – her damit! Was ihr von diesen Ideen haltet, werde ich dann ja sehen, wenn es ans Verschenken geht…

Kinder und Minimalismus.

Es geht mir gerade gar nicht um das überfüllte oder leere Kinderzimmer. Das ist lediglich eine Konsequenz. Ich beschäftige mich gerade allerdings vermehrt mit diesen HabenWollenSituationen.
IMG_7083Kinder sind eines der größten Geschenke, die wir im Leben bekommen können. Der in diesen kleinen Menschen liegende Reichtum ist alles andere als reduziert geschweige denn minimalistisch.

IMG_7531Vielleicht mag das auch irgendwie damit im Zusammenhang stehen, dass ein “reduziertes” Leben mit Kindern kaum möglich oder sagen wir, schwierig ist. Kinder haben Träume, sie haben Wünsche. Außerdem haben sie ziemlich schnell raus, wie der Hase läuft. Sie gucken sich ihr Verhalten ab und erleben Sozialisation durch ihre Umwelt.

Ich bin schon häufiger gefragt worden, wie das denn mit Kindern, Spielzeug und Minimalismus gehen kann? Bislang hatte ich Glück, dass meine Kerle vielleicht doch noch ein wenig zu klein dafür waren, alles haben zu wollen. Denke ich zur Zeit. Es gab und gibt aktuell wenig Berührungspunkte mit der auf Kinder zugeschnittenen Werbung. Keine WerbeBlättchen im Briefkasten. Keine SpielzeugKataloge, weil wir dafür bislang zu selten im Spielzeuggeschäft waren. Keine Werbesendungen, weil keinen Fernseher.

Doch so langsam kriegen sie über Kindergarten und Spielkameraden mit, dass es noch viel mehr Spielzeug gibt, als das, was sie haben. StarWars von Lego. Noch größere PlastikDinos als die, die im Spielzeugregal stehen. Und vor allem: All die Kinder im Kindergarten, die das scheinbar alles haben.

Vielleicht weil Weihnachten vor der Tür steht, vielleicht, weil das Alter es mit sich bringt, vielleicht aber auch einfach, weil sie langsam aber sicher ein erweitertes Bewusstsein für die Dinge entwickeln, wollen sie inzwischen mehr haben. Aus unterschiedlichsten Gründen:

1. Oft geht es meinem Empfinden nach nur um das Haben. Dieses nur Haben finde ich anstrengend. Allerdings merke ich, dass ich in diesen Diskussionen meist gewinne. Mag daran liegen, dass ich – noch – am längeren Hebel sitze.

Ich brauchte am Wochenende noch Speisestärke und Puddingpulver für ein KeksRezept und wollte kurz einkaufen. Alle wollten mit. Die Weihnachtsbäume bewundern und die überall angebrachte glitzernde, funkelnd leuchtende EnergieVerschwendungsPracht. (Ich mag die Lichter auch. – Leider.)
Jedenfalls, am Drogeriemarkt vor der Tür: “Mama?!? Darf ich mir was aussuchen?”
“Was möchtest du dir denn aussuchen?”
“… Ehm… ehm… einen Müsliriegel.” (Das war wohl das Einzige, was ihm auf die Schnelle einfiel.)
“Ok, einen Müsliriegel. Mehr gibt es heute nicht.”
Im Laden ging es dann aber erst richtig los. “Ich will ‘ne neue Zahnbürste.” (Die neue ist keine Woche alt und war nötig. Dennoch, die eine reicht, oder?!)  – “Du hast doch eine.” – “Ich will aber eine, die man nur halten muss.” – “Nee, nee mein Freund. Ich finde, dass deine Hände ruhig noch was üben dürfen, deine Zähne blitzeblank zu säubern.” – “Oh ich will aber…”
Oder: “Oh Mama, kann ich mir das hier aussuchen?” – Ich dreh mich um. Irgendsoein Dekozeug. “Das brauchen wir nicht.” – “Oh schade!” – “Aber…” – “Nee, Süßer! Wo sollen wir das denn hinstellen?” – “Aber es sieht so schön aus.” – “Wir hatten doch gesagt: Ein Teil.” – “Och Mann. Und wo sind die Müsliriegel jetzt?” …
Oder ich sehe eine Schneekugel und bin mir sicher, dass der Jüngste nicht weiß, wie diese Teile funktionieren. Manches sollte man aber schon mal gesehen haben und mag ich auch gerne selber meinen Kindern vorführen, weil ich sie schön finde. Fatal. “Können wir das kaufen?” – “Aaargh! …”

2. Es wird nach dem gestrebt, was die anderen haben. “Aber der Leonard hat 100 Adventskalender … Ich nur einen. Das ist unfair.” – Ich könnte diese Aussagen ohne Probleme noch weiter fortführen. Hier wird’s schwierig. Es geht um mehr als nur haben. Eigentlich geht es gar nicht um den Besitz, sondern das Mithalten. Um Anerkennung. Freundschaft. Viele weitere tiefer liegende Bedürfnisse können sich mit diesem Mithalten verbinden. Diese zu entdecken und entsprechend einzuschätzen, ist nicht nur anstrengend, sondern eine Herausforderung. In diesen Moment versuche ich ein Höchstmaß an Geduld, Fingerspitzengefühl und bewusstes Zuhören aufzubringen. In einem überfüllten Spielzeuggeschäft, in dem es aus den Lautsprechern “Jingle Bells” rauscht, gar nicht mal so einfach. Ihr kennt das. Diese Gespräche verlaufen mit unterschiedlichem Ausgang.

3. Dinge, die von Herzen gewünscht werden. Das kann mal eine bestimmte Zeitung sein, ein Joghurt, ein gefundener Ast im Wald, ein ganz bestimmtes Spielzeug oder wunderschöne FliesenBruchstückExponate vom Bau. Meine Kinder dürfen dann auch einfach mal haben. So unsinnig ich das ein oder andere finden mag.

Spielzeug1Denn letztlich wünsche ich mir nichts mehr, als dass meine Kinder einen gesunden Umgang mit den Dingen erlernen. Das zu vermitteln ist nicht leicht und ich gebe mein Bestes, um zumindest einen kritischen Umgang mit Konsum und Haben vorzuleben. Wie mir und uns das gelingt, werden wir in den kommenden Jahren und vielleicht dann in 15 Jahren so richtig feststellen.

Wie geht es euch damit, wenn eure Kinder Wünsche des HabenWollens im Geschäft, auf dem Weg zum Kindergarten oder Zuhause äußern? Welche Strategien des Umgangs habt ihr? Was ist euch bei euren für oder gegen Spielzeugentscheidungen wichtig?

Adventskalender 2014

IMG_9974Jedes Jahr – irgendwann im November, bei manchem auch schon im Oktober – bricht die Nachdenkerei und Organisation von Adventskalendern aus. Bei uns steht dieses Jahr diese Zeit Kopf. Es gibt so viele tolle Ideen, die mir im Hirn umherfliegen. Doch neben all dem Rest vom Alltag schaff ich es nicht, all den Menschen einen Kalender zu basteln, zu schreiben oder zukommen zu lassen, wie ich gerne würde.

Also habe ich vorsichtshalber für jeden Kerl, große und kleine, einen Schokokalender gekauft. Auf meine Anfragen bei Paten, ob sie gerne jeweils einen halben Adventskalender packen würden, kamen schließlich positive Rückmeldungen und auf einmal muss ich unser Esszimmer zum AdventskalenderZimmer ausrufen. Ich hoffe sehr, dass die Zeit bis Weihnachten nicht exponentiell mit der Anzahl der Adventskalender beschleunigt… Im Ernst. Ich liebe Weihnachten. Diese Zeit des knisternden Vorfreude. Das Funkeln in den Augen der Kinder. Der Geruch der Holzöfen, die wieder angeschmissen werden, um die Häuser warm zu kriegen.

Hier mal ein paar zusammengestellte Ideen von Adventskalendern im Netz, die mir gut gefallen. Seien es Bastelanleitungen oder fertige Seiten, auf denen ihr täglich einen neuen Beitrag anklicken könnt. Vielleicht ist für den ein oder anderen ja was dabei. Ach so: Und für die Befüllung der Adventskalender für die ab 2-Jährigen bis 5-Jährigen bieten sich auch immer LegoSets, Wachsmaler, Knetmasse oder besondere Aktionen mit euch Eltern an. Vogelhäuschen basteln, riesige SchneemannKekse backen, ein Ausflug ins DinoMuseum, das Bauen einer MoosundZapfenStadt (solange es nicht schneit) oder das Einfrieren von EisBlumenLichtern. Taschen bedrucken, Vogelfutter in EiswürfelFormen selbermachen oder eine riesige WichtelHöhle im Wohnzimmer bauen, in der Kekse genascht und Geschichten mit TaschenLampe erzählt werden… Habt eine gute Zeit! Gemeinsam.

Eine geheimnisvolle Vorweihnachtszeit euch allen!

Beim Fräulein im Glück gibt’s einen Kalender, bei dem es mal weniger ums Nehmen und mehr ums Geben geht. Ich bin gespannt auf die vielen Beiträge und sehr froh auch mitmachen zu dürfen.

Diese Bastelanleitungen und DiYIdeen hier hab ich bei Doris von mamas kram entdeckt. Sehr schön und wer fleißig Klopapierrollen gesammelt haben sollte und sie mal anders einpacken und verwerten möchte… Nur zu.

Michael, Claudia und Daniel haben sich dieses Jahr zusammengeschlossen und wollen die Weltöffentlichkeit mit Tiefgang und Reflexion versüßen. Ich bin schon sehr gespannt und freu mich, hier einfach nur mitlesen zu können. Danke euch!

Einen Anderen Advent holt ihr euch hiermit ins Haus: Der Andere Advent.  Ich hab ihn vor drei oder vier Jahren entdeckt und mag diesen Kalender sehr. Er beginnt am ersten Advent und endet erst im neuen Jahr mit vielen schönen Bildern und Inspirationen.

WWOOFen. Rückkehr. Resümee.

Wie kamt ihr eigentlich dazu? Zu den drei Monaten? Oder zum WWOOFen? Auf die Idee? Als wir zurückkehrten war das die meist gestellte Frage, nach einem neugierigen: “Wie war’s?”

Ich musste jedes Mal neu überlegen, wieso wir uns diese drei Monate ursprünglich genommen hatten? Wie waren wir auf die Idee gekommen, drei Monate zu campen oder bei wildfremden Menschen mitzuarbeiten? Für mich war es in erster Linie ein Abschied nehmen, wie ich wieder daheim feststelle. Wir wollten schon seit ungefähr zehn Jahren “auswandern”. Irgendwo in Skandinavien ein Haus mit Grundstück kaufen und dort der Schnelllebigkeit und dem technologischen Fortschritt weitestgehend entfliehen. Im Laufe der letzten drei Jahre änderte sich bei mir was. Ich merkte durch die ganze Reduziererei, dass ich das, wonach ich mich sehnte, Freiheit, Unabhängigkeit und mein LebensTempo schon hier entdeckt, ausgegraben und verwirklicht hatte. Mehr und mehr. Ich brauchte dafür kein anderes Land und stellte außerdem fest, ich mag dieses Deutschland – weitestgehend. Seine Berge, Hügel, Gewässer. Den Schlag Menschen, unter dem wir aktuell leben.

Für mich wurde dieses “Auswandern” immer abwegiger. Dennoch hatte ich das Bedürfnis, mich von diesem so lang ersehnten Wunsch gründlich verabschieden zu können. Außerdem mag ich es gerne einfach mal anders machen. Urlaub erschien mir langweilig. Etwas Neues dazu lernen, das liebe ich. Warum nicht direkt zur Quelle, und anschauen, erklären lassen und mit anpacken, wie Hochbeete gebaut, Pflanzen groß gezogen und Landgurken eingelegt werden?! Hinzukam, dass ich mir sicher war, dass es meinen Männern – durch die Bank – gut tun würde. Und: Ich hatte recht. Die kleinen Kerle haben enorme EntwicklungsSchübe hinter sich gelegt. Der Mann an meiner Seite war von Tag zu Tag entspannter geworden.

Ich bin froh und dankbar, dass wir es durchgezogen und uns nicht ins Bockshorn haben jagen lassen. Ich weiß aber auch, dass ich diese Art von Abenteuer vorerst nicht mehr brauche. Es war spannend, herausfordernd und nicht zuletzt anstrengend zu viert mit einem 08/15 PKW dieses Projekt durchzuziehen. Es hat sich durch und durch gelohnt und ich würde es genau so wieder machen.

Gleichzeitig stelle ich jedoch fest: Ich brauch es jetzt erstmal nicht mehr. (Klar, das schreibe ich heute. Ich hab keine Ahnung, was für eine Flause mir in einem Jahr ins Ohr geflüstert wird. Das sehen wir dann…) 
Jetzt stehen wir im wahrsten Sinne des Wortes vor einem Haus, dass unsere kommenden Monate und Wochen bestimmen wird. Während ich von Tag zu Tag immer häufiger eine “ruhige Kugel” schieben muss, nimmt die Arbeit nebenan (scheinbar) nicht ab. Immer mal wieder gibt es Gerüchte über desolate Zustände des Grundstückes (Da is’ ‘ne Grube im Garten, in die alles reingeschüttet wurde. Reifen, Bauschutt, Öl…), genauso wie tolle Nachrichten an uns herangetragen werden (Ihr Wasser ist großartig. 1 und 1. Von 100. – Was auch immer das genau heißen mag. Aber meine Frage: Ich kann das Wasser also aus dem Hahn trinken, wenn die Baustelle erst mal weg ist? – Ja, das können Sie auch schon jetzt. – Juchuhuuu!) 

Außerdem entdecken wir immer Neues in diesem HausProjekt. Ein AbwasserRohr, das durchs ganze Haus entlang der abgehängten Decke verlief oder eine Borte auf dem Mauerwerk, die gut und gerne 50-60 Jahre alt ist.

Ihr seht, wir – zumindest ich – bin wieder voll und ganz in Deutschland und damit in eines unserer nächsten Projekte abgetaucht. Denn da ist ja noch die Schwangerschaft, der normale Alltag einer KindergartenMutti, mein Buch, das ich jetzt versuche selbst zu veröffentlichen und der Herbst wirbelt mir seine verbliebene bunte Blätterpracht um die Ohren.

Es gibt viel zu tun. Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen neugierig machen auf dieses WWOOFen. Wenn nicht, dann hat es ja vielleicht für ein wenig Unterhaltung ausgereicht? Das würde mich freuen. Des Weiteren werden wir uns hoffentlich auch in den nächsten BlogBeiträgen wiedersehen. Euer Feedback und spannende SelbstErfahrungen eurerseits sind natürlich weiterhin gerne ge”lesen”.