Lesestoff: Emil und die Detektive (Erich Kästner). Ein Comic von Isabel Kreitz

Ja, ihr habt richtig gelesen: Ein Comic. Als Kind habe ich Lustige Taschenbücher und Mickey Mouse Hefte verschlungen. Dann – bis heute – habe ich immer mal wieder in Comics von Superhelden reingeschaut. Comics sind schon cool; wenn toll gezeichnet, wenn mit anspruchsvollen Dialogen unterlegt.

Zurück zu diesem Comic über Emil Tischbein.
Ich muss gestehen, dass ich zwar den Titel “Emil und die Detektive” kannte. Dasselbe gilt für den Autor, der ja unter anderem “Die Konferenz der Tiere” und vieles mehr geschrieben hat, und ich auch von dem KinoFilm mitbekommen habe. Doch der Inhalt dieses KinderDetektivRomans war mir noch nicht bekannt.

Worum es also geht: Emil, ein Junge von vermutlich zehn oder zwölf Jahren, macht sich auf den Weg nach Berlin, um seine Großmutter zu besuchen. Die Mutter gibt ihm Geld für die Großmutter mit, auf das er gut aufpassen soll. Im Zug passiert es dann: Emil wird bestohlen. Nun beginnt eine spannende VerfolgungsBeschattungsJagd, bei der Emil versucht, seines Geldes wieder habhaft zu werden.

Was ich toll fand: Der Comic ist liebevoll und detailliert gezeichnet, aber nicht zu überladen, was ja manchmal durch wüste Strichzeichnungen passieren kann. Außerdem passen die DialogTexte gut zu den Bildern, so dass man der Handlung als Unwissender gut folgen kann. Außerdem genial fand ich, wie sehr ich mich in die Zeit und das Deutschland von Emil Tischbein durch die paar Bilder und Sprechblasen hineinversetzt fühlte.

Was ich allerdings nichts beurteilen kann: Wie sehr ist der Comic an die eigentliche Geschichte angelehnt? Hat sich Kästner tatsächlich eine eigene Rolle in dem DetektivRoman gegeben? Wurden irgendwelche Passagen aufgrund der Länge oder des besseren Verständnisses ausgelassen oder bewusst auf deren Inhalte verzichtet? Das kann nur einer von euch beurteilen, der Emils Geschichte kennt und zudem den Comic gelesen hat.

Fazit: Schön zu lesen und anzuschauen. Ich habe Lust bekommen, dieses Kinderbuch mal im Original zu lesen. Auch für EmilKenner bestimmt eine unterhaltsame 30MinutenAbendLektüre.

UrlaubsAbenteuer: Schwarzwald

Seit ein paar Tagen hat uns unser Zuhause wieder. Home Sweet Home! Letzte Woche haben wir unser Auto gepackt: einen Koffer und einen Rucksack für 4 Personen. Wobei KinderReisebett, Kinderwagen, Kinderstuhl, KühlTasche, Laufrad, eine Spielekiste und UnterhaltungsLiteraturStoffbeutel das Auto haben sehr viel voller sein lassen als ursprünglich geplant.

UrlaubsAbenteuerZiel sollte ein Bauernhof sein, den wir schon vor Monaten im Netz gefunden hatten. Diesmal allerdings nicht über FeWo-direkt. (Das war vielleicht unser Fehler.) Irgendwie waren wir durch langes akribisches Suchen auf dieser einen Homepage gelandet, hatten bestimmte AuswahlKriterien im Verlauf der Suche aus den Augen verloren bzw. waren davon ausgegangen, dass wir sie doch angewandt hatten… Dem war wohl leider nicht so. Die Wohnung war lieblos eingerichtet, schmutzig und mit Spinnweben in den Ecken verhangen. Außerdem kann man als Nichtraucher an der Bettwäsche bemerken, ob die Bettwäsche aus einem Raucher- oder NichtraucherHaushalt stammt. Die Freundlichkeit der GastEltern ließ sich erst am dritten Tag des Urlaubs erahnen – ähnlich wie die Sonne. Und zum Abschluss gab es noch ein AbschiedsGeschenk, das völlig unerwartet kam und mich etwas stutzig gemacht hat. Mein Blick fiel einer Eingebung folgend auf das MDH der Kekse, das mit einem BlümchenAufkleber überklebt und mit dem FingerNagel abgekratzt war. Das war meine persönliche Krönung.

Unsere Unterkunft war nicht toll. Daher schon an dieser Stelle: Kennt ihr schöne BauernhofUrlaubsZiele? Wenn euch was einfällt, dann immer her damit.

Der ein oder andere mag jetzt sagen: Also Urlaub auf dem Bauernhof ist nun mal nicht sauber. Stimmt. Aber es gibt sauber und sauber. Wirklich. Dass man mal Matsch von draußen mitreinschleppt oder BrotKrümmel all over the place hat: Ja. Wenn es meine eigenen sind, die ich dann selber gerne wegmache. Doch in eine Wohnung hineinzukommen, in der Krümmel und klebrigknirschender Fußboden zum Inventar gehören…

Nun ja. Man könnte jetzt meinen, unser Urlaub war ätzend und fragen: “Warum habt ihr ihn nicht abgebrochen?” Ehrlich, ich war kurz davor und eigentlich braucht’s dazu was länger. Aber den Kerlen hat es so gut gefallen. Allein das Wissen, wir befinden uns auf einem Bauernhof, auch wenn wir keine Kühe, Schweine, Ziegen, Schafe, noch nicht mal Hühner sehen, hat ihnen gereicht. Mama und Papa sagen, wir sind auf einem Bauernhof. Dann ist das so.

Unsere Lösung: Wir waren nur zum Schlafen da und haben ganz, ganz viel jeden Tag unternommen. Und selbst ich kann jetzt sagen: Unser Urlaub war richtig, richtig schön! Morgens nach dem Frühstück ging’s los und zurück ging es erst abends zum Abendbrot und schlafen.

Hier mal ein paar AusflugsZiele, die sich im südlichen Schwarzwald auch schön mit Kindern machen lassen. Mit KleinKindern nicht unbedingt komplett, aber zumindest teilweise.

Unsere Wanderung aufs Belchen, einem Berg direkt am Wiedener Eck, haben wir mit Kinderwagen und Laufrad nicht bis zum Gipfel durchziehen können. 1. Der kleine Kerl hat kleine Beine, die 6,5km mal eben alleine nicht schaffen. 2. Spätestens als die Trails begannen wurde auch das Schieben des Joggers zur Unmöglichkeit. Wir sind etwa 2km vom Wiedener Eck losgewandert. Danach ging’s zurück. Für uns war das ok. Wir waren draußen, haben viele freundliche Wanderer getroffen, tolle NaturAufnahmen geschossen und waren aktiv an der frischen Luft. Das nächste Mal fahren wir mit der Seilbahn auf den Gipfel und wandern von dort zurück auf den WanderParkplatz.

Ein Besuch in Freiburg gehört für uns zu diesem Urlaub immer schon dazu. Freiburg ist eine schöne Stadt mit einer tollen historischen Altstadt. Die S-Bahn ist für die Kerle jedes Mal eine kleine Attraktion. (Ja, ja, wir Menschen vom Land.) Der Münster hat ebenso große Augen hervorgerufen und überall finden sich nette kleine Cafes, in denen sich schön draußen oder drinnen aufhalten lässt. Die schmalen WasserRinnen in der Stadt verlocken kleine und große Kinder dazu, kleine Schiffchen zu kaufen oder zu basteln und auf dem Wasser fahren zu lassen. In Freiburg habe ich dieses Mal meinen minimalistischen ReduzierKleiderSchrank vollständig werden lassen und in einem kleinen HinterhofLaden, der mit Kleider, Kunst und Kaffee warb, einen grünen Rock erstanden. Schön ist der…

Als Familie ist natürlich auch der Mundenhof großartig und der einzige TierPark, bei dem es mir nach einem Besuch bislang nicht schlecht gegangen ist. Eintritt wird hier seltsamerweise auch nicht erhoben. Der Mundenhof finanziert sich überwiegend durch Spenden und die ParkscheinPauschale, die fürs Parken erhoben wird. Ein genialer DrachenSpielPlatz war die Attraktion für die Kerle. Für mich als Mama ein riesen Pluspunkt: Über die Hälfte, mindestens 80% des Areals liegen im Schatten oder unter leichtem BlätterDachwerk. (Nennt man das so?!?) Macht euch selber ein Bild. Ein Besuch bzw. Blick lohnt sich.

Staufen ist ebenfalls ein kleines Städtchen, das zu Beginn des Münstertals liegt. Natürlich viel kleiner, aber ebenso liebevoll hergerichtet und mit zum Bummeln einladenden kleinen Geschäften und Cafés bestückt. Die WasserRinnen gibt’s auch hier ebenso einen SpielwarenLaden. (Man muss ja nicht bei jedem Besuch was kaufen, nich?!!)

Der SchauinsLand ist ein weiterer Berg, den man erklimmen kann und von dem aus ein wirklich toller Blick bis zum GebirgsZug Kaiserstuhl geboten wird. Hier sind wir dieses Mal bis zum Gipfel hinaufgefahren. Um bis auf die GipfelSpitze zu gelangen, sind es noch etwa 500-700 Meter. (Nach meiner Schätzung). Wir sind das mit den Kerlen ohne Laufrad und auch ohne Jogger hochspaziert. Den Turm auf der Spitze haben wir Turm sein lassen und sind nicht hochgeklettert. Dafür haben wir unten an der Seilbahn an einem kleinen SpielPlatz Rast gemacht, bevor es zurück zur FerienWohnung ging.

Im Schwarzwald gibt es viele schöne Strecken, die sich, sofern der Druckausgleich in den Ohren gut funktioniert, angenehm mit dem Auto und mit Sicherheit auch mit dem Rad fahren lassen. Es gibt immer was fürs Auge. An einem Tag sind wir durchs WehraTal nach Todtmoos, Wehr und schließlich nach Bad Säckingen gefahren. In Todtmoos haben wir uns einen Teil eines kinderwagenfreundlichen Rundwegs angeschaut und sind dabei über einen echten Wasserfall geklettert. (Allerdings ohne Kinderwagen. Der wurde von dem großen Kerl wieder zurückgeschoben.) In Wehr, auch die dynamische Stadt der Region genannt, wollten wir einkehren und eine Toilette besuchen. Da wir aber etwa 13Uhr hatten, am Freitag vor den PfingstFerien, lag hier der Hund begraben. In Bad Säckingen haben wir die älteste FußgängerHolzbrücke über den Rhein passiert und einen Schritt in die Schweiz getan. Danach ließen wir nach frischen Waffeln und einem MiniStadtbummel durch nette Gassen, den Tag am Rhein unter zig Schwänen ausklingen. Steine werfen und Schwänen beim Brüten zuschauen waren zwei der vielen kleinen Highlights dieses UrlaubsTages.

Hörnle nennt sich ein Berg, der ebenfalls direkt beim Wiederneck liegt. Den haben wir ebenfalls erklommen. Doch auch hier war das Schieben des Kinderwagens auf einem SingleTrail eine wirkliche Herausforderung, zumal durch den unmittelbar daneben verlaufenden WeideZaun Strom ging. Nun ja, wir haben es überstanden und diese MiniWanderung war trotz Wind, Regen und Wolken schön.

Im Münstertal gibt es den ein oder anderen Wanderweg, der auch für den Kinderwagen geeignet ist. Allerdings fand ich persönlich sie wenig herausfordernd; im Vergleich zu den tollen Aussichten auf den umliegenden hohen Bergen. Wir sind einen gegangen, weil das Wetter so richtig nass und kalt war und uns die Frau im TouristenBüro den empfohlen hatte. Im Anschluss landeten wir im BienenkundeMuseum, lernten ein bisschen was über das kurze Ableben von Bienen, entdeckten im BienenGewusel die Königin eines Volkes und schauten uns Biene Maja Bilder an. Danach ging es noch auf einen SpielPlatz mit Ziegen und dicken Schnecken mit dicken Schneckenhäusern.

Diesmal zwar nicht besucht, aber ebenfalls zu empfehlen: Die Vita Classica in Bad Krotzingen, der Feldberg und TitiSee oder SchluchSee, wobei hier auch immer viel Tourismus los ist.

Wieder eingefallen: Wir wollten doch mal den SchluchtenSteig gehen! Hat das mal jemand von euch gemacht? Als Familie machbar?

Was nach diesem Urlaub bleibt? Viel Erholung, Freude über den doch geschenkten Spaß im Süden Deutschlands und die viele frische Luft, die wir jeden Tag hatten. Ich fühle mich richtig trainiert, wenn ich hier die Hausrunde mit Kinderwagen gehe. (Liegt bestimt am Höhenunterschied.)
Wir haben viel Natur erlebt, ein bisschen was über Tiere und Pflanzen gelernt. Es hat sich trotz unmöglicher Unterkunft richtig gelohnt.

Gedanklich beschäftige ich mich noch immer mit der Suche nach schönen Ferien auf dem Bauernhof. Wer von euch hat ein paar Tipps, weil selber schon mal den eigenen Urlaub dort verbracht? Und: Was für Wanderwege kennt ihr, die sich gut als Familie mit Kinderwagen schieben lassen (mit ein bisschen Herausforderung)? Vielleicht habt ihr auch schon ein paar Erfahrungen als Familie auf FernWanderwegen oder Radwanderwegen gesammelt? Ach ja, und wie habt ihr es mit Kleinkindern gemacht? Das Wandern? Kinderwagen oder Krackse? Oder habt ihr vielleicht noch eine andere Idee ausprobiert?

KokosÖlDeo gemixt… es funktioniert! DiY

Hier mal noch eines meiner DiY-Experimente. Nachdem einige von euch ihre Erfahrungen mit selbstgemachten DeoAlternativen hier hinterlassen haben, bin ich auch zur Tat geschritten.

Seit meiner DiYFrisur verwende ich ein selbstgemixtes KokosÖlDeo. Und wie schon erwähnt: Es funktioniert. Ich finde das mal wieder großartig, bin begeistert und will mein kleines Gläschen KokosDeo nicht mehr missen.

Das Geniale: Es riecht hervorragend – eben nach Kokos. Hervorragend natürlich nur für den, der Kokos mag. Ich benutze es nach dem Duschen oder aber, wenn Sport ansteht. Oder, wenn es zu einem besonderen Anlass geht: Hochzeit, Taufe, Kaffeetrinken bei der Freundin, GeburtstagsParty oder Arztbesuch. Täglich brauche ich Deo inzwischen gar nicht mehr. Wer hätte das gedacht? Es gab mal eine Zeit, da ‘musste’ ich es zweimal täglich verwenden bzw. einmal morgens und ab und an war ein Update nötig. Nach zweiwöchiger ‘RumStinkerei’ (Theorie 1: Scheinbar muss der Körper sich echt erst darauf einstellen, ohne auszukommen. Theorie 2: Ich habe mich an meinen Gestank, äh, entschuldigt Geruch gewöhnt; was ich meiner Umwelt im übrigen natürlich auch von Herzen wünsche. – Jedenfalls: Ich bevorzuge Theorie 1.), brauche ich es heute erstaunlicherweise nicht mehr. Gar nicht mehr.

Meine Erkenntnisse lauten daher:
1. Wasser macht sauber und ‘gutriechend’. Das mag bei jedem anders sein. Schließlich isst und riecht und lebt jeder irgendwie anders. Für mich klappt das mit dem KokosÖl hervorragend. Als ich das letzte Mal im Arztzimmer saß, war ich zwar geduscht, aber ohne Deo angekommen. Ich hatte die ganze Zeit ein bisschen die Befürchtung meine Sitznachbarin zu vergraulen. Aber: Kein Deo zu benutzen heißt einfach nicht unhygienisch oder stinkig zu sein. Der Mensch neben mir hat ganz, ganz furchtbar gerochen. Wirklich ungepflegt. Davon scheine ich meilenweit entfernt – was mir für den anderen dennoch leid tut.

2. Ich mache Sport. Ich brauche kein Deo. Derzeit bereite ich mich immer mal wieder auf mein angestrebtes HalbMarathonZiel vor. Das bedeutet, dass ich ab und an 10km laufen gehe. Oder aber mal 7,5km oder so. Egal ob mit oder ohne Deo, beim Sport rieche ich. Nein, ich stinke. Ich schwitze. ‘Aber da gehört das auch so.’ Und es geht vorbei. Ob ich dasselbe als Ringerin, Tischtennis- oder HandballSpielerin sagen würde? Bei engem KörperKontakt? Keine Ahnung.

3. Weniger im Bad. Nicht nur mein RegalFach ist inzwischen viel reduzierter als das meines Mannes. Ich produziere weniger Müll. Ich verbringe weniger Zeit im Bad und mehr mit dem Wesentlichen. Das Deo befindet sich in einem SchraubverschlussGlas und ich bin gespannt, wie lange es halten wird. Habe erstmal nur ein kleines Glas etwa halbvoll vorbereitet. Die Zutaten halten bis 2014. Und solange das Öl wegen der RaumTemperatur nicht ranzig wird… Und im Urlaub? Ha! Mein Kulturbeutel gefüllt mit den Zahnbürsten und Zahnpasta der anderen FamilienMitglieder war nur halb so prall, wie der des Mannes. Woouhu! (Entschuldigt den persönlichen emotionalen Ausbruch. Aber ich hatte für eine Woche Schwarzwald echt nur ein Haargummi, eine Bürste, Zahnseide, meine Zahnbürste und -pasta dabei.)

Und so funktioniert’s:

- Erst habe ich einen gehäuften TeeLöffel Speisestärke und einen TeeLöffel Natron miteinander vermischt.


- Danach wurden etwa 2-3 TeeLöffel KokosÖl aus dem Glas gekratzt und im WasserBad erwärmt. (Wirklich nur erwärmt! Nicht erhitzt!! Das geht ziemlich schnell. Ich weiß nicht, inwiefern die Haltbarkeit oder die Konsistenz oder das KokosÖl insgesamt dadurch verändert wird, dass es erhitzt wird.)

 

– Nun werden alle Zutaten in einer Schüssel gut durchgerührt. Währenddessen kühlt das Gemisch schon ab.

 

 

- Das fertige KokosÖlNatronStärkeGemix in einen Behälter eurer Wahl abfüllen und bei Bedarf verwenden. Fertig.

 

 

Es gibt im Netz zahlreiche Rezepte, die sinnvolle Alternativen zu den herkömmlichen DrogerieDeos darstellen. Da muss sich jeder selber überlegen und entscheiden, was er braucht. Ich mag es reduziert und bin den Weg gegangen, erstmal ganz darauf zu verzichten. Es jetzt zu verwenden hat fast schon was von Luxus, denn ich mag den Geruch und tue mir damit etwas Gutes. Die Idee Natron und Stärke im Wasser aufzulösen und in eine SprayFlasche zu füllen, finde ich auch interessant und nachahmungswert.
Das Schöne hierbei ist für mich tatsächlich der KokosGeruch. Außerdem lässt sich das Öl durch die Lagerung im SpiegelSchrank angenehm unter den Armen verteilen. Kein Bröckeln. Kein Siffen. Dafür reduziert. Einfach. Öko. Gesund. (Letzteres natürlich nur, solange mir kein ChemieStudent erklärt, was für eine hochexplosive Mischung ich da angefertigt habe…)

Und ihr so? Was benutzt ihr für ein Deo? Schonmal drüber nachgedacht das Bad, den SpiegelSchrank oder den Kulturbeutel auszumisten?

BlogPause vom 13.05. bis 19.05.2013

Ich denke es wird Zeit. Meine Ideen zu Themen und aktuellen ExperimentDokumentationen hören zwar nicht auf, aber diverse andere Dinge, rauben mir gerade ein wenig Zeit oder haben etwas höhere Priorität. Damit das Bloggen keine Nebensächlichkeit wird… gibt’s ‘ne ganz bewusste Pause. Ich muss mich mal wieder orten. Danach geht’s hier dann hoffentlich mit neuem Schwung weiter… In der Zeit stöbert doch ein wenig im Archiv. Lesestoff gibt’s ja genug. Auch im Blogroll. Gehabt euch wohl!

Ich freu mich auf euch.

teilen und tauschen statt haben und besitzen

Vor einiger Zeit habe ich schon bei reduziert-leben.de über die Thematik geschrieben. Das manager-magazin und auch das Stern-Magazin (vermutlich noch ein paar andere Journalisten und Zeitschriften) haben sich die Thematik zu eigen gemacht und beleuchtet. Die bisherigen Artikel machen mich nachdenklich. In erster Linie sind es die Begrifflichkeiten, wie shareconomy und collaborative consumption, und was aus tauschen, teilen und leihen gemacht wird.

Dann gab es einen Artikel über die Verwässerung der Begrifflichkeiten, der unter dem Titel Bedingungslosigkeit das in Worte fasste, was mich irgendwie so sehr am Trend der Share Economy störte. Es ging ums Schenken und Teilen und darum, dass wirtschaftliche Vernunft dazu führt, an diese eigentlich erwartungsfreien Handlungen immer häufiger Gegenleistungen zu knüpfen. Das GegenBeispiel hat mich nochmal inspiriert und wenn ich die Möglichkeiten hätte, dann würde ich zugerne Teil einer solchen Idee sein. Jeden Mittwoch ein Essen verschenken. Jederzeit ein Gästezimmer zur Verfügung zu stellen. Teile meiner eigenen GemüseErnte jeden Montag im HofKarren kostenlos an die Straße zu stellen und zu verschenken. Unser Spielzeug mit anderen Familien teilen. Ohne immer eine Gegenleistung zu erhalten.

Heute gab es dann erneut einen Artikel zum Thema. Diesmal bei brandeins: “meins bleibt meins”. Wieder hatte ich den Eindruck, “Ja, so sehe ich das irgendwie auch.” Und: “Ja, ich will es aber anders machen.” In dem Artikel geht es um die Generation, die zwischen 1980 und 1995 geboren wurde. Eine Generation, die sich nicht darauf verlassen kann, dass sie in zwei Jahren noch denselben Job hat wie vorgestern. Eine Generation, die zunehmend verlernt oder gar nicht erst gelernt hat, wie man einkocht, pökelt, Gemüse überhaupt anbaut oder Socken stopft. Ich zähle mich dazu und habe das dringliche Bedürfnis mir diese Dinge so anzueignen, wie es meine Großeltern aus ExistenzGründen vor Jahrzehnten lernen mussten. Und außerdem: Meins soll nicht meins bleiben.

Schenken bedeutet für mich: Jemand anderem etwas Gutes tun – sei es durch eine Geste oder ein Ding oder was auch immer – ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Das ist doch der Dreh- und Angelpunkt des Schenkens.

Teilen bedeutet für mich: Einen Teil dessen, den ich besitze mit der Gemeinschaft zu teilen. Natürlich: Eine Gemeinschaft kann sehr unterschiedlich aussehen; meine Gemeinde, meine Nachbarschaft, der Turnverein, die Öffentlichkeit, meine Stadt, meine Blogosphäre. Und ja, je nachdem, um welchen BesitzGegenstand es sich handelt, fällt es mir schwerer oder leichter. Doch ich lerne noch und mag mich gerne mehr und mehr von diesen Besitztümern lösen. (Ja, der Zugang zu einem Gegenstand macht dessen Besitz nicht mehr nötig. Doch das ist nicht der entscheidende Grund, weshalb ich mich von meinen Büchern oder unserer SofaGarnitur oder unserem KinderAutositz oder unserem Laufband oder meine GeschirrService für die Queen trennen möchte. Es geht beim Reduzieren und Teilen um: Zeit fürs Wesentliche, Freiheit von Instandhaltung und Pflege, Protest gegen ein Konsumverhalten nach dem Motto “Und nach mir die Sintflut”…)

Ich sehne mich sehr nach einer Lebensgemeinschaft. Und das nicht erst seit gestern sondern schon seit vier, fünf Jahren. Meine Vision ist in den letzten Jahren immer tiefer gewachsen und das HauptZiel dahinter lautet: Leben teilen. Natürlich ist es eine Herausforderung, sich zusammenzutun und das Abenteuer “Leben teilen” umzusetzen. Natürlich habe ich Respekt davor. Aber ganz tief in meinem Herz fühl es sich sooo richtig an. Ich glaube von Tag zu Tag mehr, dass wir vielmehr zusammenrücken müssten, um Leben für alle lebenswert, wertvoll und erfüllend zu gestalten. Nennt mich eine hoffnungslose, idealistische Schwärmerin mit utopischen Vorstellungen. Aber ich glaube, es geht! Eine Lebensgemeinschaft auf einem Bauernhof oder in einem städtischen MehrfamilienHaus, wo jeder für sich ist und gleichzeitig Leben bunt geteilt und gelebt wird. Mit Regeln. Mit kreativer Vielfalt. Mit Gemeinschaft. Mit Besitz. Viele Lebensgemeinschaften sind in den vergangenen Jahrzehnten entstanden, die es hingekriegt haben. Danach sehne ich mich auch. Für mich ist das mehr als ein Trend. Es ist Lebenseinstellung geworden. Genauso wie unser Reduzieren. Der dahinterstehende Minimalismus. Wie das Teilen.

Was hältst du von share economy? Glaubst du es ist ein Trend? Was hältst du von privatem carsharing oder der Vermietung von deinem Gästezimmer, um damit nebenbei ein bisschen Geld zu verdienen? Was bedeutet für dich teilen? Mehr schenken? Oder mehr leihen? Oder mehr vermieten?

Haare schneiden leicht gemacht. DiY

Letzten Samstag habe ich es gewagt und mich an meine langen Haare begeben. In den letzten fünf Jahren sind meine FriseurBesuche immer seltener geworden. Inzwischen sind wir bei einmal jährlich. Woran das lag kann ich euch gar nicht so genau sagen.

Vielleicht daran, dass ich sie eh nur abschneiden lassen wollte.
- Färben kam nicht in Frage.
- Dauerwelle auch nicht.
- Ganz ab auch nicht.
- Neue TrendFrisur sowieso gar nicht.

Wenn ich mal zum Friseur bin, ging es entweder darum
- Spitzen abzuschneiden und die Haare ein bisschen nach Frisur aussehen zu lassen oder
- Zuhause rauszukommen oder
- Veränderung zu erleben. (In diesem Fall lief es dann in der Regel höchstens darauf hinaus, die Haarpracht um die Hälfte ihrer Länge zu kürzen. Doch selbst dann reichte sie meist noch dazu aus, sie am Hinterkopf zusammenzubinden; als RattenSchwanz wohlgemerkt.)

Ich glaube, ich bin nicht so die HaarschneideKundin, die viel Geld abwirft.

Es sei denn: Ich lass mir nur die Spitzen schneiden, am besten alle zwei Monate und zahle dafür jedes Mal mindestens 20€. Das ist ein Stundensatz von 80€ für die Friseuse, denn das Schneiden dauert häufig nur 15 Minuten und wird außerdem trocken durchgeführt. Nicht, dass ich das einer Expertin ihres Handwerkes nicht gönnen würde. Wer weiß, wieviel von dem Geld tatsächlich in ihrer Tasche landet. Es ist eine Dienstleistung, ja. Die sollte auch bezahlt werden. Aber meinem Geldbeutel will ich das Geld wirklich nur dann zumuten, wenn mir danach ist. Und das, das tat es die letzten Wochen nicht. Dennoch wurde es Zeit. Zeit die Spitzen zu schneiden.

Ich bin dann mal selber ran. Nachdem ich von verschiedensten Leuten ermutigt wurde, sie doch einfach selber zu schneiden (Keine Ahnung, ob sie das alle wirklich ernst gemeint haben.), bin ich im Netz mal auf die Suche nach ein paar Videos gegangen und habe prompt zwei gefunden, an Hand derer ich meine Haare gekürzt habe. Und sieh an… Es hat funktioniert. Nach 30 Minuten hatte ich meine Haare auf der Länge, die ich mir vorgestellt hatte. Großartig.

Was du brauchst?
Bürste, HaarschneideSchere, Haargummis (zum Hochstecken), Stielkamm oder HaarfärbePinsel (ich hatte nur Letzteres), Wasser, Schokolade (für den Fall der Fälle)

Wie das geht? So:
- Haare anfeuchten und gut durchkämmen, glatt nach unten.
- Dann mit dem Stiel eines Stielkammes oder eines HaarFärbePinsels am Hinterkopf einen geraden Scheitel ziehen.
- Haare nach links und rechts über die Schultern fallen lassen.
- Nun werden die untersten Haare nochmal vom Rest abgetrennt – ebenfalls mit Stielkamm.- Die Seiten hochstecken. Auf der einen Seite die hinterste Strähne (am Hinterkopf) nach vorne holen, nochmal anfeuchten und durch die Finger ziehen, um an den Punkt der Haare zu kommen, an dem sie ausfransen. Schneiden. Haare weg. (Immer wieder darauf achten, dass die Haare gut feucht sind. Schneiden gelingt dann einfach besser. Und nicht einfach gerade abschneiden. Ich hab es ein bisschen zickzackmäßig gemacht. Einfach ma drauf achten, wie der Frisör die Haare zwischen die Finger nimmt und abschneidet. Das kann man eigentlich ganz gut nachahmen. ‘hihi’)
- Anhand dieser Strähne werden nun noch die restlichen Haare Strähne für Strähne abgeschnitten. Ebenso wird auf der anderen Seite verfahren.
- Bevor es an die hochgesteckten Haare geht, die Länge auf beiden Seiten kontrollieren und gegebenenfalls anpassen.
- Die hochgesteckten Haare werden nun wieder nach unten gekämmt und mittels Stielkamm vom Deckhaar abgetrennt. Das Deckhaar wieder hochstecken und erneut von hinten anfangen Strähne für Strähne an die erste Strähne anzugleichen. (Bitte weiter darauf achten, dass die Haare nass/feucht sind. Aber das werdet ihr schon merken.)
- Ganz am Ende habe ich jede Seite als Ganzes nochmal in die Hand genommen und mit der Schere von unten leicht hineingeschnitten, um die Haare etwas aus “einfach-nur-gerade-ab”-Form zu bringen.

Resultat: Ich bin begeistert! Mir gefällt richtig gut, was dabei herausgekommen ist. Allerdings muss ich gestehen, dass ich meine Haare nicht geschnitten hätte, wenn meine Haare nicht so lang gewesen wären. Bei einer KurzhaarFrisur wäre ich da doch um einiges vorsichtiger. Noch. Jetzt habe ich nicht nur Geld gespart, sondern bin um eine Erfahrung reicher geworden. Das gefällt mir gut. Ich kann also Haare schneiden, so dass es gut ausschaut.

Hast du dir schon mal die Haare selber geschnitten? Wie oft geht ihr eigentlich so zum Friseur?

nachhaltig-sein. Die gute Absicht praktisch umsetzen. – BlogEntdeckung(6)

In den vergangenen Wochen gab es viele tolle Blogs im Internet zu entdecken… Hier mal einer, auf dem ich schon seit längerem mitlese: nachhaltig-sein.info . Das Blog gehört Florian, der es in wöchentlichem Rhythmus mit interessanten, praktischen und Mehrwerthaltigen Artikeln befüllt.

Worum es geht: Der Titel spricht für sich. Nachhaltigkeit, Verantwortung gegenüber dem Leben auf diesem Planeten. Mal geht es um Haie, mal um Florians zehn Prinzipien der Nachhaltigkeit. Mal um Elefanten und mal um geplante Obsoleszenz. Seine Themenbreite ist bunt und vielfältig. So wie das Leben.

Das Blog richtet sich an Unternehmen und Privatpersonen. Das mag erst irritieren, so dass ich persönlich mich erst gefragt habe, ob auf nachhaltig-sein für mich relevante BlogThemen zu finden sind. Doch schon nach einem kurzen Überfliegen der Überschriften wusste ich: Ich bin hier richtig. Hier mag ich mitlesen.

Was mir persönlich gut gefällt sind seine regelmäßigen Interviews mit Menschen “aus der Szene”. Mit Menschen, wie Sascha Seifert, dem Regisseure des Filmes SLOW, oder Katja Wiese, Geschäftsführerin der Naturschutzorganisation Naturefund, oder Alexander Rossner von Zukunftswerk, einem Beratungsunternehmen, das sich für ökonomische Nachhaltigkeit einsetzt.

Auf einer gesonderten Seite seines Blogs habt ihr die Möglichkeit mal euren individuellen CO2-Ausstoß zu berechnen, wenn ihr euch häufig von Tiefkühlkost ernährt oder VielFlieger seid. Sollte ich vielleicht auch mal durchrechnen…

Florians Blog ist aktuell, interessant und informationshaltig. Das mag ich. Außerdem ist er in vielen seinen Ansätzen Minimalist. Vielleicht aber auch einfach nur durchdacht, was mir gut gefällt. Viel Spaß beim Durchsurfen.

BlogJubiläum oder die Suche nach NachhaltigkeitsAlltagsHelden

Es ist schon spät, ich komme aus einem vollen Do-it-yourself-Wochenende und denke schon den ganzen Tag darüber nach, dass ich unbedingt noch diesen Artikel schreiben muss. Denn: Dieses Blog hat heute Geeeburtstaaag!

Ein Jahr. Seit einem Jahr schreibe ich nun schon alles Mögliche nieder, was mir in meinem Alltag so durch den Kopf geht, was wir hier erleben, was wir an Ideen oder großartigen Entdeckungen im Leben, im Internet oder sonstwo machen. Minimalismus, Nachhaltigkeit, Kreatives, Abenteuer, Experimente und MamaSein sind Themen, die sich in all ihren Facetten immer wieder von anderen Seiten auftun. Ich liebe es. Das Schreiben und Entdecken, das Überdenken, aber vor allem auch das Ausprobieren ( … am Wochenende habe ich mir mal selber meine lange Mähne geschnitten, mir Deo gemixt, aus Steinen eine kleine Stadt bemalt und mit meinem großen Kerl an unserem EuroPalettenSchmuckstück weitergearbeitet… ) machen mir unglaublichen Spaß. Ich habe eine Leidenschaft entdeckt, von der ich bislang nichts geahnt habe.

Insbesondere das Ausprobieren, AktivWerden und Erleben (egal ob mit Erfolg oder Scheitern), sind Dinge, die mir Ausgeglichenheit und echte Freude vermitteln. (schräg)

Manchmal wünschte ich mir dann inmitten eines Experiments oder einer Entdeckung einer neuen Seite oder eines üblen “TatHergangs” eine SuperHeldin zu sein. So wie SuperMan oder CatWoman oder Hulk. Es gibt im Übrigen nur eine arrogante Person, die ich wirklich mag und die auch arrogant sein darf: IronMan. (Das aber nur am Rande)
Jedenfalls wünschte ich mir manchmal zum Beispiel fliegen zu können und mit meiner SuperSehKraft ÖlTeppiche auf unseren WeltMeeren verschwinden zu lassen, VogelFangNetze mit einem Blick zu zerstören, riesige ReklameTafeln, die in den Städten 24h non-stop blinken mit einem Schnipsen oder einem Blick zu entfernen. So wie am PC das Löschen einer Datei funktioniert.
Manchmal wäre ich gerne Teil einer Gruppe von Menschen, die sich für Gerechtigkeit gegenüber Tieren, Pflanzen, Mitmenschen und das Leben auf diesem Planeten einsetzt. Aktiv. Als GreenpeaceAktivistin oder auch SeaShepherd. Momentan kann ich mir das allerdings nur schwer vorstellen. Und momentan fühle ich mich mit meinem HeldenDasein als Mama wirklich gut. Das Reduzieren und dieses Blog haben dazu beigetragen, dass sich unser Leben vor allem in den vergangenen sechs Monaten zusätzlich stark verändert hat. Zum Positiven – in vielen Dingen.

Dennoch träume ich manchmal rum. Was wäre wenn? Wenn ich fliegen könnte? Wenn ich SuperKräfte hätte? Welche Nachhaltigkeits- und GerechtigkeitsThemen würde ich als erstes angehen?

Ich habe mir überlegt, diese Frage euch zu stellen: Was würdet ihr tun? Wofür würdet ihr euch einsetzen, wenn ihr für 24h jede Superkraft haben könntet, die euch einfällt? Das nachhaltigste und sauberste Fortbewegungsmittel erfinden? Haie oder OrangUtans beschützen? Kinder aus Sklaverei befreien? Was würdest du tun, wenn du einer der xMen sein könntest? Oder ein Hero?

Hinterlasse einfach einen Kommentar mit deiner kreativen Idee. Wenn sie was länger ist und du ein Blog hast, dann beschreib deine SuperheldenUtopie doch in einem besonderen Artikel, auf den du hier hinweist. Ende der Woche (03.05.2013, 23:59) wird hier von den Kerlen gelost. Denn als TeilnahmeGeschenk wird ein SeaShepherd T-shirt verlost. Ich bin schon tierisch neugierig, was ihr euch einfallen lasst.

BrautKleid in gute Hände abzugeben…

… Oder vielleicht lieber doch nicht? Das ging mir die letzten beiden Wochen immer und immer wieder durch den Kopf. Davor eigentlich nicht. Davor war ich mir ganz, ganz sicher, dass ich es loswerden wollte. Wenn nicht verkaufen, dann doch zumindest als umgeändertes BrautKleid. Ich war ja sogar bei der Schneiderin. Auf Empfehlung von einigen Leserinnen habe ich es gewagt und mich auf die Suche nach ÄnderungsSchneidereien in meiner Umgebung gemacht.

Ich habe zwei gefunden. Die erste Schneiderei hat mich etwas skeptisch sein lassen. Ich war danach nicht mehr sicher, ob ich mein BrautKleid wirklich dort abgeben sollte? Oder wollte? Ich wurde von einem türkischen Mann bedient, bei dem ich davon ausgehe, dass er der Inhaber der Schneiderei ist und seine Frau die eigentliche Schneiderin. Jedenfalls hat es mich gewundert, wie günstig die Änderung scheinbar sein sollte. Und auf meine Frage, ob er eine Idee habe, wie ich das Kleid einfärben könnte, kam als Antwort: “Kein Problem.” Bitte wie? Ich habe dann nochmal erklärt, dass ich das Kleid ja nicht in die Waschmaschine stopfen könnte und wie sie das denn machen würden? Daraufhin sah er mich mit großen Augen erstaunt an, wies mit seiner Hand hinter sich und schüttelte den Kopf: “Wir keine Waschmaschine.” Daraufhin machte ich große Augen und fragte mich, ob er verstanden hatte, dass es um MEIN HochzeitsKleid ging?!? Ich sollte nochmal vorbeikommen…

hochzeitskleidBei der zweiten hat mich die Schneiderin letztlich davon abgebracht das Kleid zu kürzen, abzuändern und einzufärben. Es wäre zu schade… (Hm, wie sie das bloß geschafft hat?) Sie hat das Kleid aus seiner SchutzFolie gezogen und vor mir an einen Haken gehängt. Mit einem Blick darauf hat sie mir gezeigt, wie und was sie machen könnte. Aber färben? Davon hat sie mir ganz klar abgeraten. Und während wir uns so unterhalten, die verschiedenen Möglichkeiten überdenken und durchsprechen, fällt mein Blick immer und immer wieder auf mein Kleid, dass da hängt… So schön reduziert. Ohne viel SchnickSchnack. Schlicht. Cremefarben. Keine Rüschen. Edel…

Ihr könnt es euch vielleicht denken. Ich finde es nach zehn Jahren Ehe immer noch genauso schön wie damals! Und ich überlege wirklich den 10. HochzeitsTag irgendwie so zu beprosten, dass ich dieses Kleid nochmal anziehen kann. Denn wenn mich keiner mehr davon überzeugt, werde ich es tatsächlich behalten. Schließlich habe ich mich gefragt, was ist so schlimm an ein bisschen stuff? Und dann: Wann werde ich mir nochmal sowas kaufen? Also könnte ich doch mit diesem hier Prinzessin sein? Es wird vermutlich das einzige Kleid mit ReifRock bleiben, das ich je besitzen werde bzw. besessen habe.

Irgendwelche Gedanken hierzu, meine Lieben – weiblichen, aber gerne auch männlichen MitLeser?

Möbel – weg! Reduzieren im Archiv (2)

Übe dich im Loslassen. – Darum geht’s in Pohlmanns Lied Star Wars. (Ich mag diesen Musiker.)

Und darum geht’s manchmal auch bei dieser ganzen Reduziererei. In den letzten Wochen hatte ich mehr und mehr den Eindruck gewonnen, dass das doch ganz schön einfach ist. Allerdings:

habe ich 1. mich schon lange nicht mehr im Archiv aufgehalten und  2. mich die vergangenen Wochen doch noch mehr auf das Zeug beschränkt, das ich unbedingt loswerden wollte.

Das GeschirrService für ‘wenn-die-Queen-kommt’ war beispielsweise schon lange überfällig und wollte ich schon bei unserem letzten Umzug eigentlich nicht mehr dabei haben. Das ist jetzt immerhin vier Jahre her. Den ganzen Bastelkram muss ich mir bei jeder KreativSpontanAktion überall zusammen suchen. Das ist so nervig und hält mich ganz oft davon ab, überhaupt loszulegen. Denn wo waren nochmal die BüroKlammern hingekommen? Und irgendwo hatte ich doch noch orangefarbenen TonKarton und Holzklammern. Wo ist denn der Flüssigkleber abgeblieben? An dem Punkt hab ich dann auch schon keinen Bock mehr. Lasse die Tube Kleber im KüchenRegal hinter den SchüßlerSalzen versauern und krame auch nicht zwischen all den GeschenkPapierResten nach dem Stück Pappe. Hach.

Es ist nicht so, dass ich nicht organisiert wäre. An jedem Ort in diesem kleinen Haus, habe ich eigenständige, sich selbst verwaltende OrdnungsSysteme. (räusper) Ob das so sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Denn weitere dynamische sich fortbewegende, ganz andersartige Ordnungssysteme auf zwei Beinen gibt’s hier außerdem.

Daher: Will ich mich weiter im Loslassen üben. Diese OrdnungsSysteme sind ja nur notwendig, um mit dem ganzen Kram zurechtzukommen. Und vorletzten Abend war es dann endlich so weit. Unsere SofaGarnitur! Sie ist schön. Nostalgisch. Gebraucht. Gut erhalten. Alt. Vielleicht ist letzteres auch das ausschlaggebende Charakteristikum gewesen. Ihr Alter. Und bestimmt auch unser Wunsch, dass jemand sie bekommt, der sie mag, sie sich ins Wohnzimmer stellen möchte, sie einfach braucht. Von ihr loszukommen hat sich daher enorm in die Länge gezogen. Jetzt ist sie weg. Für vielleicht einen Apfel und ein Ei. Und unser Archiv?
Es leert sich. Wir werfen keine Sachen zu Boden, um sie loszuwerden. (Das wäre ja noch mehr Arbeit.) Doch wir üben das Loslassen von Gegenständen. Und es wird immer leichter. Obwohl wir wieder vermehrt im Archiv anwesend sind.

Was fällt dir schwer loszulassen? Abzugeben? Deine CDSammlung? Die Bilder deiner Hochzeit, die du in zig Ausführungen hast? Zeitschriften? Weil man ja nochmal drin blättern könnte? Was hältst du davon loszulassen?