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10. In der Ruhe liegt die Kraft

Wir haben uns heute Morgen kurz entschlossen auf den Weg zum Weihnachtsmarkt gemacht. Irgendwie war absehbar, dass es, wenn nicht heute, dann nur noch an ganz wenigen Tagen klappen könnte. Um nicht in den Stress zu geraten, “Wir müssen aber doch noch und jetzt schnell!”, haben wir uns heute ins Auto gesetzt und sind losgedüst.

Ein Tag auf dem Weihnachtsmarkt

Vorweg: Wir hatten einen wunderschönen Tag.

Nichtsdestotrotz sind wir jetzt für ein Jahr wieder bedient. Es mag sein, dass mit uns was nicht stimmt. Vielleicht sind wir einfach auch zu sehr zu Landeiern mutiert. Das macht auch nichts. Ich bin ganz froh darum, weil ich die Ruhe auf dem Land sehr genieße. Ich merke, was für einer krassen Reizüberflutung wir in der Stadt jedes Mal ausgesetzt sind. Und ich bin erstaunt, wie easy das andere Menschen sogenannte Stadtmenschen wegstecken.

Städte sind dreckig. Sie sind häufig ziemlich voll, insbesondere zur Weihnachtszeit. Immer liefen wir heute hinter jemandem, der sich eine Zigarette angesteckt hat. Immer gab es mehrere Geräuschquellen, die es zu verarbeiten galt. Da war das “Jingle Bells” der Verkaufsbuden, die Klingel für den Start des Karussells, die Gespräche voller Münder an den Fressbuden, das Zischen von heißem Fett, das Bellen aufgedrehter Hunde, die Fragen meines großen Kindes. Die Fragen von K2 nach Zuckerwatte (etwa alle 3Minuten), das Geschrei und Geplärre der (ab und an auch eigenen) Kinder, wenn die Eltern etwas nicht kauften, das Gelächter Heranwachsender, Klingglöckchen Weißröckchen-Melodien, brutzelnde Würstchen, schlürfende Münder, …

Hinzukam ein Sammelsurium an Gerüchen: Bratwürste, der Zigarettenqualm an jeder Ecke, Popcorn, gebrannte Mandeln, Glühwein, Crepes, Anis- und andere Kräuterbonbons. Ledergeruch, Schokolade, Lammfelle und Lebkuchen steuern den ihrigen Geruch bei und auch Tannenzweige oder der gelassene Urin an den jeweiligen Ecken lassen sich riechen.

Orte der Ruhe

Jetzt sind wir wieder Zuhause. Wir haben es uns bequem gemacht auf der Couch. Der Ofen verbreitet Wärme, ab und an hört man die Heizung, die aufgrund der obigen Etage immer mal wieder ein Geräusch von sich gibt. Ansonsten nur das Klackern auf der Tastatur, während ich diesen Artike schreibe.

Wir erden uns gerade wieder. Es war ein schöner Tag. Aber die Ruhe jetzt und die geplante morgen, machen mich glücklich. Ich freu mich darauf, mit den wilden Kerlen in den Tag hinein zu leben. Mit viel Abstand zu den vielen Menschen von heute.

Was Ruhe ausmacht, könnt ihr außerdem in der aktuellen family lesen, in die ich mit einem Bild von diesem Blog hineingerutscht bin. Das Dossier handelt von Ruhe. Wie findet ihr, damit meine ich euch und unter Umständen eure Kinder, in dieser aufregenden, knisternden und spannenden Zeit vor Weihnachten zur Ruhe?

Wie feiert ihr die Stille?

3 Kommentare

  1. Ich wohne zwar jetzt mitten in der Stadt, aber um Weihnachtsmärkte und vergleichbare lärmende Orte mache ich seit Jahrzehnten einen großen Bogen. Eben genau aus den von dir so wunderbar geschriebenen Gründen. Ich nenne es mal Augen-, Ohren- und Geruchslärm. Nur wenige hundert Meter davon entfernt ist Ruhe. Ich lebe jetzt in einer kleinen Wohnstraße, wo nur ab und an etwas Weihnachtsschmuck den Weg an die Fenster findet. Ganz nah am pulsierenden und oft lärmenden Großstadtleben ist es wunderbar unaufgeregt und ich genieße es.

  2. tolitha sagt

    Ich bin auch eine Landpomeranze, mit Ausnahme der Studentenjahre immer gewesen – und ich liebe unser beschauliches Leben am Land. Trotzdem oder gerade deswegen gehört im Advent ein Ausflug in die Stadt, zum Weihnachtsmarkt, dazu. Ich mag die von dir so herrlich beschriebenen Sinneseindrücke. Ist ja nur für einen Tag, ein Reinschnuppern in eine andere Welt. Unsere Eltern haben das früher auch mit uns gemacht, jedes Jahr eine andere Stadt (wobei hier ausschließlich kleine Provinzstädte gemeint sind, hier in Österreich gibt’s ja nur eine Großstadt … ). Eine nette Tradition, die ich für meine Familie übernommen habe.
    Um Ruhe und Stille im Advent bewusst zu feiern zünden wir, wenn es draußen dunkel wird, die Kerzen am Adventkranz an und es wird eine Geschichte vorgelesen oder gemalt oder miteinander gesungen oder ähnliches. Nicht täglich aber sicher drei-, viermal die Woche. Die Kinder mögen das sehr gerne, auch die Kleineren. Sie kommen da wirklich zur Ruhe und genießen die Auszeit vom Alltag.
    Ich werde dafür sicher auch noch die eine oder andere Anregung aus deinem Adventkalender übernehmen! :-)

  3. Pingback: Verschenkaktion: family Ausgabe 1/2017 – MamaDenkt.de

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