11.Türchen: Vom Autofahren und Augenrollen

Letzte Woche. Die Jungs und ich waren bei der Logopädin. Danach kam mir der Gedanke, dass am Tag danach der NIkolaus ja kommen wollte. Sollte. Musste. Eigentlich war alles vorbereitet, denn inzwischen… bin ich organisiert. Meistens. Manchmal. Doch so ganz wohl doch noch nicht.

In der Straße vor dem BioMarkt wurde in einer Einfahrt der Seitenstreifen aufgerissen, um neue Rohre zu verlegen. Just in dem Moment, in dem ich zum gegenüberliegenden BioMarkt wollte. Die Schlange an Autos, die von beiden Seiten versuchte, an LKW und Gabelstapler vorbeizukommen, war lang. Richtig lang. Die Straße hat an beiden Enden einen Kreisverkehr. Und bis fast zu beiden Enden standen die Autos. (Ich übertreibe maßlos, aber dennoch: Die Schlange war lang.)

Vor allem führte sie vor dem BioMarkt und dessen Parkmöglichkeiten entlang. Ganz nach vorweihnachtlicher Freundlichkeit blieb ein MiniKleinWagen aus der entgegenkommenden Richtung stehen, machte mir Platz, damit ich vor ihm vorbei und in die ParkLücke huschen konnte. Die Frau Ende 40 winkte mich durch. Aber…

… ich hatte zwei Kinder hinten drin. Ich würde niemals mit der BabySchale aus der ParkLücke kommen. Beim besten Willen nicht. Der ParkPlatz hinter dem MiniKleinWagen bot da schon ganz andere Möglichkeiten. Ich bedankte mich mimisch, schüttelte den Kopf und wies auf den ParkPlatz hinter der Dame. Reaktion: Augenrollen.

LocationWechsel: Mit Einkaufswagen, kleinem Kerl und noch kleinerem Kerlchen verlasse ich die Drogerie und schiebe Richtung PKW. Als ich an meinem Parkplatz ankomme, verschlägt es mir die Sprache: Wo zuvor auf beiden Seiten neben dem Auto gute 50-70cm Abstand zu den anderen parkenden Kraftfahrzeugen gewesen war, stand ausgerechnet auf der BabySchalenSeite ein altes Fahrzeug, bestimmt aus den 80ern, 30cm von meiner Tür zum Rücksitz entfernt. Ich würde die Tür gerade soweit aufkriegen, um mich selber mit eingezogenem Bauch reinzuquetschen. Erst habe ich versucht Zeit zu schinden. Was sollte ich jetzt machen? Kerlchen einpacken, Babyschale auf den Beifahrersitz, rückwärts aus der Parklücke, um dann wieder auszusteigen und die Babyschale einzubauen? Dabei den Motor laufen lassen? Oder erst noch nach einer anderen freien Parklücke suchen, um das UmpackManöver durchzuführen? Das Kerlchen war inzwischen wach. Und, nicht wirklich gut gelaunt. Gar nicht gut. Es dauerte nicht lange und es hatte die Nase voll. Das alles verlief viel zu langsam, so dass es anfing zu schreien. Zu schreien. Zu schimpfen und zu schreien. Meine Nerven. Ich habe dann tatsächlich den Kerl ins Auto gepackt, den Kofferraum geöffnet, die Kopflehnen ganz nach unten gehämmert und die Babyschale durch den Kofferraum über die Rückbank auf den Rücksitz gehoben. 15 Kilo schreiendes Gewicht, das unheimlich riesig war. Als ich aus dem Kofferraum geklettert kam, um die Babschale festzuschnallen, kam mir ein älterer grummeliger Herr mit seiner ebenfalls grummelig dreinblickenden HerzDame entgegen. Entgeistert zog er die Augenbrauen hoch. Ich: “Ein bisschen unvorteilhaft geparkt.”, widme mich wieder der Babyschale. Er: “Ich fahr raus.” Ich: “Bin fast fertig.”

Ich stürze auf die Seite vom kleinen Kerl, dem ich ja den MüsliRiegel versprochen hatte. Während all dessen lautes wütendes Geschrei vom Kerlchen – vergesst das in eurer Vorstellung bitte nicht.

Als ich zur Fahrerseite stürme, um die ParkLücke schnell zu verlassen, begibt sich die HerzDame auf den langen, langen Weg zur BeifahrerTür, um vorsichtig und nicht zu schnell einzusteigen. Ich war so fertig mit der Welt. Und so sauer. Reaktion: Hochgezogene Augenbrauen. (Was machte ich da bloß im Kofferraum…)

Bei aller weihnachtlichen Einstimmung und Freundlichkeit, die an den Tag zu legen versucht wird, diese beiden Situationen waren ganz und gar nicht vom Zauber Weihnachtens durchdrungen. Und ich weiß, ich habe vor allem in der letzteren nicht meinen Teil dazu beigetragen. Aber mit schreiendem Baby im Ohr, da kann ich einfach nicht mehr besonnen und freundlich sein…

Es fehlte nicht viel und ich wäre wie Rumpelstilzchen auf dem ParkPlatz rumgehüpft. Vielleicht wäre mein Auftreten aber auch als MiniWichtel interpretiert worden… Auch gut.

Wie sind eure vorweihnachtlichen VerkehrsTeilnehmerErfahrungen und Begegnungen?

2 Gedanken zu „11.Türchen: Vom Autofahren und Augenrollen“

  1. Das kommt mir irgendwie bekannt vor… Neulich bei Rossman: Erik will ein Ü-Ei. Er darf es sich auch nehmen. Wir müssen noch warten an der Kasse. Erik wird ungeduldig und pfeffert das Ei unter ein Regal. Konsequenz: Heute gibt es kein Ü-Ei. Das bringt ihn endgültig zum Ausrasten. Schreiend liegt er auf dem Boden und will sich ein neues Ei holen. Darf er aber nicht. Schräge und genervte Blicken von den anderen Leuten an der Kasse. Endlich sind wir dran. Verkäuferin: “Wollen sie das Ei unter dem Regal da liegen lassen?!” Ich also mit schreiendem Kind im Schlepptau zurück zum Regal, an den Ü-Eiern vorbei, die er immer noch nicht haben darf, knie mich hin, hole das Ei raus, will es wieder zu den anderen Eiern stellen. Verkäuferin: “Wollen sie das jetzt nicht kaufen?” Ich: “Nein, mein Sohn darf jetzt kein Ei mehr haben.” Sie schaut auf das völlig unversehrte Ei und sagt weiter: “Geben sie her. Das können wir jetzt nicht mehr verkaufen.” Während all dem liegt Erik weiter schreiend auf dem Boden. Die Leute um uns rum schütteln die Köpfe und ich sehr zu, dass ich den Laden mit Erik auf dem schnellsten Weg verlasse. Manchmal wünschte ich mir ein bisschen mehr Verständnis für Mamas mit Kindern im Trotzalter.

    1. Komisch. Oder? Mit dem kleinen Kerl sind mir diese Szenarien bisher erspart geblieben. Aber ich weiß und wette, dass das kleine Kerlchen da ein bisschen anders tickt… ‘schluck’ Da kommen noch wilde Zeiten auf uns zu.
      Dreist ist auch irgendwie, dass sich dieses ganze SüsskramZeuxs doch absichtlich an der Kasse befindet… Ich verweise hiermit auf meinen netten Brief an die LebensmittelKonzerne. OnlineWochenEinkauf. Oder wir kriegen es hin, nicht mehr in die Drogerie zu müssen… Ich muss das mal noch durchdenken… ;)

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