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Interview mit Sauberkasten

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Mit nur sechs Zutaten alles im Kasten, um Zuhause reine zu machen. Könnt ihr euch das vorstellen? Für mich ist das ein Traum, wenn ich daran denke, wie das vor ein paar Jahren noch bei uns ausgesehen hat. Ich hatte für alles irgendein Putzmittel: Badreiniger, Fensterreiniger, Fleckenentferner für weiße Wäsche, Fleckenentferner für Möbelgarnituren, Schimmelentferner (chemisch und in biodynamisch). Der Sauberkasten soll genau DAS können.

Im Interview mit Sauberkasten

Durch Susanne von Ich lebe Jetzt! habe ich im Sommer von einem StartUp erfahren, dass genau diese Idee hatte: Sauberkasten. Ich habe Jeanette um ein Interview gebeten und dabei heraus kam das hier. Ein Text, der davon berichtet, wie die Idee entstanden und weiterentwickelt worden ist. Ein überaus sympathisches und ansteckendes Team, doch lest selbst.

Liebe Jeanette, wer seid ihr und was macht ihr?

Mein Name ist Jeanette und normalerweise Studentin. Ich habe Design an der Hochschule in Dessau studiert und mache dort gerade meinen Master, wenn ich nicht als Unternehmerin unterwegs bin. Das Konzept für den Sauberkasten habe ich im Rahmen meiner Bachelorarbeit erstellt.

Zum Team gehören außerdem Jette und Nina. Jette studiert auf Lehramt und befindet sich gerade im Referendariat. Das letzte halbe Jahr habe ich ein Urlaubssemester eingelegt, damit wir gemeinsam das Projekt auf die Beine stellen konnten.

Nina war anfangs mit dabei. Sie hat von Anfang an gesagt, dass sie keine Inhaberin sein möchte und kein eigenes Unternehmen leiten will. Aber wegen der damit verbundenen Erfahrung ist sie immer wieder mit dabei.

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Sie ist Marketingexpertin und betreut unsere SocialMediaKanäle.

Zu unserem Team gehören noch mehr Leute, zum Beispiel Webdesigner und Biochemiker. Auch in Aufgabenbereichen wie der Buchhaltung eines Unternehmens unterstützen uns Freunde und Bekannte.

Wie und wo entstand die Idee vom Sauberkasten?

Die Idee des Sauberkastens entstand bei meiner Suche nach einem Thema für meine Bachelorarbeit, die natürlich was besonderes sein sollte.

Zunächst ging es mir um die Frage: Wie bekomme ich persönlich eigentlich mehr Nachhaltigkeit in mein Leben? Darüber habe ich eine Woche lang nachgedacht. Ich habe mich dabei beobachtet, was ich so mache – in meinem Alltag und in meinem Haushalt.

Über die Dinge, die nicht an meinen Körper kommen, hatte ich erstmal nicht so viel nachgedacht. Also begann ich ein bisschen zu recherchieren. Ich fragte mich, was ist denn in einem dieser Wasch- und Putzmittel alles drin? Als Laie weiß ich das einfach nicht. Chemische Begriffe, mit denen ich nichts anfangen kann, sind das einzige, was ich auf den diversen Verpackungen vorfinde. Die Industrie kann mir viel erzählen.

Alternative: Umsteigen oder aussteigen?!?

Nachdem ich mich schlau gemacht hatte, wusste ich für mich persönlich gibt es nur zwei Alternativen: Entweder ich „steige auch im Bereich Reinigen, Waschen und Putzen auf bio um“ oder ich „steige komplett aus“ und mache mich auf die Suche nach den Rezepten von Oma.

Ich entschied mich für letzteres und wurde fündig. Dann probierten wir vieles aus, was es so an Rezepten gab.

Ab dem Zeitpunkt ging alles plötzlich ganz schnell. Ich nahm an, dass es vielen Menschen viel zu aufwendig und umständlich ist: Rezepte rauszusuchen, auszuprobieren und sich auf diesen Weg von Versuch und Irrtum zu machen. Denn das passiert. Manches funktioniert super, einiges so gar nicht. Mal abgesehen davon, die jeweiligen Zutaten in den richtigen Mengen zu Hause zu haben. Jemand, der starkes Interesse daran hat, der macht sich auf den Weg. Aber sonst macht das doch keiner.

So entstand die Idee, ein Set zu entwickeln, in dem alles drin ist:

  • Rezepte (, die funktionieren),
  • Zutaten in den richtigen Mengen und – wenn möglich –
  • entsprechende Hilfsmittel und Utensilien für die Zubereitung.

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Wie ging es danach mit Sauberkasten weiter?

Nach der Bacherlorarbeit wurde ich immer wieder gefragt, ob ich das Projekt nicht weiterführen wolle? Es sei doch schade, wenn so ein Designprojekt in der Schublade landete. So fanden wir uns wieder zusammen und haben weiter am Sauberkasten gearbeitet. Jaenette hat sich für ein Stipendium bei SOCIAL IMPACT beworben. Das ergab keine finanzielle Unterstützung, jedoch die Möglichkeit in den kommenden neun Monaten coworking space mitzunutzen, an Coachingseminaren teilzunehmen und viel zum Thema Gründung etcpp dazuzulernen. Das Projekt Sauberkasten wurde dadurch immens gepushed.

Auf die Weise wurde das Design des Sauberkastens nochmal neu entworfen und auch die Rezepte, auf die in der Bachelorarbeit mit Literatur- und Quellenangaben verwiesen wurde, konnten komplett neu überarbeitet werden. Mit Hilfe unserer Biochemikerin konnten wir diese Rezepte nochmal genauer in den Blick nehmen, um eben das Ziel „Schadstoffe aus dem Putz- und Waschzyklus zu reduzieren“, umzusetzen.

Was ist eure Vision? Euer Ziel, dass ihr mit der Aktion verfolgt?

Unser erstes Ziel ist, Schadstoffe aus dem Putzschrank zu verbannen. Dafür greifen wir zurück auf altbewährte Hausmittel, die wir in diesem Sinne hervorgekramt, getestet, weiterentwickelt und schließlich für gut befunden haben.

Was sagt ihr zu Kritik, wie „völlig überteuert“? Bist du damit schon konfrontiert worden?

Ja. Der Sauberkasten scheint auf den ersten Blick sehr teuer zu sein. Es gibt den Sauberkasten in vier verschiedenen Variationen: Nur die Zutaten, das Basisprogramm (ohne Holzkasten), den Sauberkasten Klassik oder den Sauberkasten Premium (mit Handschuhen, Edelstahltrichter und verschiedenen Sprühaufsetzen). (Ihr könnt euch die Produkte hier näher anschauen.)

Die Zutaten in diesen Mengen einzeln zu kaufen, ist im konventionelle Supermarkt gar nicht möglich. Natron beispielsweise ist nur in kleinen Tütchen im Geschäft erhältlich und nicht in großen Mengen verfügbar. Mal abgesehen davon: Zehn Bioreiniger würden den Konsumenten deutlich mehr Geld kosten als der Sauberkasten.

Unser Sauberkasten ist tatsächlich für die Leute da, die eine Erleichterung beim Putzen und Reinigen suchen. Mit dem Sauberkasten haben sie es viel einfacher, weil er die bewährten Rezepte für Reinigungsmittel beinhaltet und die entsprechend benötigten Zutaten enthält.

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Liebe Jeanette, ich danke dir für deine Zeit und deine Bereitschaft mir und uns Rede und Antwort zu stehen! Vielen Dank und euch weiterhin von Herzen viel Erfolg!

Inzwischen ist etwas Zeit vergangen und Jeanette, Jette und Nina sind mit Sauberkasten voll durchgestartet. Wer up-to-date bleiben möchte, der folgt Sauberkasten entweder via Instagram oder klickt gleich mal hier auf die Webseite und schaut sich um.

Mach dir selber ein Bild. Mich persönlich reizt in der Tat der Gedanke, auf zehn für gut befundene Rezepte gleich zurückgreifen zu können und es damit in Zukunft viel schneller und viel einfacher zu haben. Überzeugend finde ich das Ziel Schadstoffe nicht nur aus dem Essen, sondern gerade und unbedingt aus dem Wasserkreislauf herauszuhalten, der ja letztendlich auch als Nahrungsmittel für uns überlebensnotwendig ist.

 

Dir hat das Interview gefallen?! Weitere Artikel, findest du hier:

Ein bisschen was Grundsätzliches zum Thema Putzen, könnt ihr hier nachlesen.

Ein anderes herzliches Interview könnt ihr hier nachlesen. Da durfte ich Jumana Matukatt ein bisschen ausquetschen.

Hier mal ein kritischer Artikel zum Thema Konsum. Ja, der gehört in meinen Blog.

4 Kommentare

  1. Hallo 🙂
    Ich finde das Projekt an sich wirklich gut und sinnvoll, nur leider nicht für mich. Ich hab alles, was in dem Kasten ist, eh schon daheim. Und wenn die Gründerinnen meinen, dass man die Sachen ja nicht in den Mengen bekommt, kann ich nur bedingt zustimmen. Zitronensäure und Soda und bestimmt auch Lavdendelöl bekomme ich in jedem DM, Kernseife und Essigesenz in jedem Supermarkt (auch Bio). Nur bei Natron muss ich zustimmen, dass ist im normalen Handel vor Ort schwer erhältlich. Allerdings haben wir einen Loseladen in der Stadt und der bietet diese Sachen auch lose an. Aber, Natron bekommt man im Internet bei einigen Händlern in Papier verpackt, und ob ich nun dort Natron bestelle oder einen Sauberkasten macht dann für mich ökologisch gesehen wegen des Transports keinen Unterschied.
    Ich verstehe, dass der Preis sich rechtfertigen lässt, aber eine genauere Auflistung der Anteile fände ich schön, weil ich das Gefühl habe, dass normale „Hausmittel“ da nochmal neu aufgelegt und aufgebauscht werden. Auch frage ich mich gerade, ob die Hausmittel wirklich allen was bringen, wir haben heutzutage ja alle unterschiedliche Einrichtungen, beim Boden z.B.: Pakett, Laminat, Teppich, Vinyl, Fliesen, oder bei der Arbeitsplatte in der Küche haben manche Plastik, manche Holz und wieder andere Stein oder ähnliches oder noch simpler, wird auf die Wasserhärte geachtet?
    Mh, eigentlich fand ich die Idee gut, aber jetzt sind mir so viele Fragen eingefallen 😀
    Viele Grüße jedenfalls 🙂

  2. Diana Bimili sagt

    Guten Morgen allerseits!

    Ich bin von diesem Konzept wahrlich begeistert! Da wird wieder sehr deutlich, was eigentlich alles ausreicht, um das Haus oder die Wohnung sauber zu bekommen. Chemische Zusätze, die

    a) die Gesundheit aller Familienmitglieder (Partner, Kinder, Hund) angreifen
    b) die Umwelt zusätzlich belasten

    sind nicht notwendig, um einen hygienischen Zustand zu erreichen. Klar, der Preis dieser Kiste mag vielleicht am Anfang etwas abschrecken. Aber Qualität hat auch eben seinen Preis. Und da muss ich ehrlich sagen, dass ich lieber 2, 3 Euro mehr ausgebe im Bewusstsein, dass die Umwelt weniger belastet wird. Stichwort: ökologischer Fußabdruck. Ich frage mich immer, was kann ich machen, damit die Umwelt weniger belastet wird. Ich fahre seit Jahren mit dem Rad zur Arbeit, brauche somit kein CO2 produzierendes Auto! Und mit leasing-ebike.de konnte ich das Rad sogar als Dienstfahrrad leasen. Da spare ich sogar noch Geld. Ich finde solche Konzepte sollten mehr unterstützt werden.

    Vielen Dank für das anregende Interview. Hat mir sehr gefallen. 🙂

    • rage sagt

      Vielen Dank für dein Feedback.

      Das mit dem Rad überlege ich nun auch seit geraumer Zeit hin und her. Ich finde da irgendwie noch nicht die Lösung, weil ich oft nicht alleine durch die Gegend fahre, sondern immer mindestens ein, eher zwei Kids dabei hab.

      Trotzdem möchte auch ich solche Projekte gerne mehr unterstützen. Das Jobrad ist auch so ein Konzept, das wir auch schon in Anspruch genommen haben. Ich muss da noch ein wenig mit meiner Familie feilschen. Denn ich denke, dass sich dann einfach auch der Alltag anders organisieren lassen muss.

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