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Kindergeburtstage. Minimalismus

Schon seit über einem Monat bin ich drauf und dran diesen Artikel zu schreiben. Die ersten Kindergeburtstage für dieses Jahr sind schon gelaufen und immer wieder kommt die Frage auf, wie sich als Minimalist ein Kindergeburtstag feiern lässt? Wie sieht ein von Minimalisten vorbereiteter Kindergeburtstag aus? Was macht ihn aus? Was daran ist besonders?

Kindergeburtstag

Zunächst vertrete ich die Meinung, dass es der Geburtstag des Kindes ist. Mein größtes Anliegen ist, dass mein Kind sich freut. Dass es spürt, wie es gefeiert wird. Es geht mir nicht darum, dass ich meinen Minimalismus umsetze oder auslebe. Ich möchte, dass mein Kind zu spüren bekommt, wie sehr ich mich darüber freue, dass es geboren wurde, dass es Teil meiner Familie ist und ich mit ihm Leben (er)leben darf.

Minimalistischer Kindergeburtstag

Ein von Minimalisten ausgestatteter Kindergeburtstag muss nicht zwangsläufig langweilig oder super grau ausschauen. Absolut gar nicht. Wir haben hier schon einiges an Feten durchgeführt und ich kann nicht sagen, dass es irgendwen gelangweilt hätte. Dabei haben wir eine Dinoeiersuche im November durchgeführt, mit Pettersson und Findus Hühner gejagt, mit Olaf den Frühling herbei gewünscht, eine Zirkusfete gefeiert, mit Piraten ein Schiff gekapert, Superhelden die Welt retten lassen oder als Wikinger Drachen gefangen.

5 Unterschiede

Es ist eher die Art der Umsetzung, die sich vielleicht etwas davon unterscheidet, wie eine Familie aus einem Haushalt der übersichtlich gehalten wird, feiert. Hier mal meine typischen fünf Unterschiede, die mir auffallen, wenn ich denn mal vergleiche:

  1. Kaffee- und Kuchentafel
  2. Geschenke
  3. Spiel- und Partymaterialien
  4. Give away
  5. Müll

Kaffee- und Kuchentafel

Wenn bei uns der Tisch gedeckt wird, kann es manchmal sein, dass ich tatsächlich mottospezifisch Pappteller besorge, die nachmittags und abends verwendet werden. In der Regel nutzen wir jedoch unser gewöhnliches Kaffeegeschirr, weil es so schön einfach ist und sich nach Gebrauch spülen lässt. Außerdem gibt es Gläser und selbstgebackenen Kuchen. Wegen meines Ökohauchs verzichte weitestgehend auf Farbstoffe beim Kochen und Backen. Das lässt sich jedoch nicht immer vermeiden. Vor allem dann nicht, wenn es unbedingt ein blaues Elsa-Eisschloss an Torte geben soll.

Was Rohkost oder Snackideen angeht, bin ich immer wieder mal auf Pinterest unterwegs und suche nach schönen passenden und vor allem einfachen Ideen. Die Umsetzbarkeit ist für meine Wahl entscheidend.

Geschenke

Geschenke – puh. Seien es die Geschenke der Gäste für das Geburtstagskind oder aber MiniGeschenke für die Kids, während der Spiele. Ich mag es nicht, wenn es einfach nur süss und mit viel Verpackungsmüll einhergeht. Wenn ich gefragt werde, gebe ich konkrete Wünsche weiter. Meistens passt das super!

Bei den Spielen achten wir darauf, dass Gewinne entweder direkt für den Verzehr gedacht sind oder aber in einem “Tütchen” gesammelt werden.

Spiel- und Dekomaterialien

Für die Deko krame ich meistens erstmal ein bisschen in meinem Kreativschrank. Was hab ich noch vorrätig? Womit machen wir unsere Wimpel? Brauche bzw. wollen wir überhaupt Wimpel? Auf Luftballons kann ich irgendwie nie verzichten. Zumal wir sie meistens auch für unsere Spiele nutzen. Alte Kalender, Zeitschriften, Pappbecher, Strohhalme, Kronkorken, was auch immer sich in den Wochen und Monaten angesammelt hat.

Give away

Das Give away hat mich beinahe mal den Kopf gekostet. K1 hatte seinen ersten großen Geburtstag. Es war eine Ritterfete und alle Kids hatten riesig viel Spaß. Es wurde viel getobt, es gab ein selbstgemachtes Ritterschild, das jeder für sich mitnehmen durfte und einen gigantischen Kuchen in Form einer Ritterburg. Als die ersten Kinder abgeholt wurden, kamen zwei der Jungs zu mir und wollten wissen, ob sie ihr Tütchen bekommen könnten.

Welches Tütchen, bitte schön? Ich hatte keine Tütchen! “Ja, mit den Süßigkeiten.” Bitte was?!?

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hatte keine Tütchen und damit war der Geburtstag von der einen Minute auf die andere langweilig geworden. (Das bekam ich auf einem Ohr mit, als eine der abholenden Mütter fragte, wie es denn gewesen sei und der gefragte Junge gelangweilt das Gesicht verzog. Dabie hatte er vorher noch den meisten Spaß gehabt.)

Seitdem ist dieser Teil unserer Kindergeburtstage immer ein ganz besonderer für mich. Ich kann mich nicht dazu durchringen, dass die Kids ein Kunststofftütchen mit irgendwelchem Plastikmist mitgegeben bekommen. Dann lieber sowas wie Dino-Radiergummis, selbstgebackene Kekse, ein Pixi-Buch, Superman-Fotos von den einzelnen Kids oder einen Flaschenöffner zum Selberschnitzen.

Müll

Eine weitere andere Sache: Ich versuche möglichst wenig Müll entstehen zu lassen. Gleichzeitig bekommt manches eine zweite Chance genutzt zu werden. Wie zum Beispiel ein alter Kalender, Tonkartonreste, Perlen oder Kartons – was auch immer.

Fürs Essen gibt es selten Pappteller oder Pappbecher. Lieber wird auf der Hand gegessen oder mit Tellern, die nachher halt gespült werden.

Motto für einen Kindergeburtstag

Inhaltlich hangeln wir uns in der Tat immer an einem Motto entlang. Das liegt daran, dass es mir bei der Entwicklung von Spielen für die Fete viel einfacher fällt welche zu erfinden, wenn ich weiß, worum es an dem Nachmittag gehen soll. Unser nächster Kindergeburtstag wird sich wahrscheinlich rund um den Wald, Feen und Elfen drehen. Ich bin schon sehr gespannt. Allerdings befinde ich mich noch in der Phase der Spielentwicklung. (Noch wirdnichts verraten.)

Bei der Suche nach einem passenden Motto krame ich immer schon mal in meinem Kreativschrank und stelle mir außerdem die folgenden Fragen:

  1. Was für ein Thema hat das Kind?
  2. Wozu hab ich Lust?
  3. Was für Spiele kenne ich?
  4. Was habe ich an  Utensilien da?
  5. Recherche im Netz (pinterest und auch diverse Kinderpartymotto-Seiten)

Dabei kommt in der Regel immer was Lustiges, Spannendes und Abenteuerliches heraus. Solltet ihr mal Spielideen oder ähnliches brauchen, ihr könnt mich für eure Kindergeburtstage buchen. ; ) Nennt mir ein Thema oder lasst mich selber eins anbieten und los geht’s.

Kindergeburtstage auf minimalistisch

Was spricht grundsätzlich dafür, Kindergeburtstage minimalistisch zu halten? Ich finde, wie oben schon angeschnitten, es geht um eure Kinder. Was gefällt ihnen und womit könnt ihr ihnen an diesem Tag eine Freude machen?

Desweiteren stört mich das Gefühl, dass ich bei manchen Feiern habe, wenn es immer höher, weiter und noch besser werden soll. Irgendwann müssen Eltern doch an den Punkt kommen, da lässt sich das Angebot und die Größe der Idee nicht mehr toppen. Das will ich für meine Kinder und mich nicht.

Sie wissen, wie viel Mühe, Zeit und Ideen ich in ihre Geburtstage investiere. Sie sind jedes Mal überglücklich und das ganz oft mit den einfachen Dingen. Die geringere Reizüberflutung ist sehr positiv und ein großer Anreiz unsere Kindergeburtstage so und nicht anders zu feiern.

Dafür lohnt es sich, auf gängiges Partymaterial zu verzichten.

Warum solltet ihr auf so einem Geburtstag nicht mal ein Baumhaus bauen? Oder im Baumhaus übernachten? Oder einen Kinoabend veranstalten? Dafür mit nicht ganz so vielen Kindern?

Wie habt ihr den letzten Kindergeburtstag gefeiert? Was war euch wichtig?

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