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Lesestoff: all ABOUT a GIRL von Caitlin Moran

(zur Verfügung gestellt und erschienen im carl’s books -Verlag) Irgendwann war das Buch “all ABOUT a GIRL” von Caitlin Moran plötzlich mit in der Post und ich fragte mich, wieso das ausgerechnet bei mir landete? Denn in der Regel entdecke ich selber nach dem Lesen ein Buch, das ich euch unbedingt vorstellen möchte. Oder ich schreibe einen Verlag an, weil ein Titel im VerlagsKatalog sich so interessant anhört, dass ich nachfrage, ob Interesse an einer Kooperation besteht.Moran_All about a girl

In Verbindung gebracht

Auf meine Nachfrage beim Verlag hieß es, dass “frau sich gedacht hat, dass das Buch zu mir passen könnte. Zu meinem Blog.” Ahhhh! Ich war neugierig und begann sofort zu lesen. Zwischendurch wurde mein Lesen immer wieder unterbrochen. Durch unseren Sommer, meine Recherche nach Ideen, wie ich den Wissensdurst und das Entdeckertum meiner Kerle fördern konnte. Wenn man dann eben vielseitig interessiert ist, ja dann passiert es, dass man länger für die eigene Bettlektüre braucht. Außerdem gestehe ich, dass ich mich in der ersten Hälfte, eigentlich in den ersten zwei Dritteln geziert habe, dieses Buch zu rezensieren. Warum? Dazu später mehr.

Worum es geht

Johanna Morrigan ist das Mädchen, um das sich der Roman dreht. Sie lebt mit ihrer siebenköpfigen Familie in einer Sozialsiedlung in Wolverhampton. Ihre Mutter, die bis zur Geburt der Zwillinge nicht glauben konnte und wollte, dass sie schwanger war, erträgt die Tage nur mühsam. Der Vater verbringt die meiste Zeit in irgendwelchen Pubs und kommt nicht darüber hinweg, es nicht in die Rock ‘n’ Roll Musikszene geschafft zu haben. Johannas großer Bruder Krissi ist irgendwie anders und Lupin kommt nachts bei Alpträumen zu ihr kuscheln, wodurch sie in der Entdeckung ihrer Sexualität eingeschränkt wird. Dann ist da noch der große Hund, der Teil der Familie ist und mit dem sie täglich Gassi geht sowie die alte Lady Violet. Regelmäßig besucht sie die alte Dame, die außerdem Witwe ist und hört ihren Erinnerungen an deren Ehemann zu.

Eines Tages kommt es dann dazu, dass Violet von Johanna erfährt, dass sie und ihre Familie in einer Sozialsiedlung wohnen und damit Sozialleistungen beziehen. Die alte Dame fällt aus allen Wolken und Johanna merkt, dass sie zuviel von sich preisgegeben hat. Ab diesem Zeitpunkt lebt sie in der immerwährenden Angst, von Violet verpfiffen zu werden und man ihnen die Sozialleistungen streicht. Sofort beendet sie ihre Besuche bei der alten Lady und versucht ihre Familie aus diesem verarmten Leben herauszuziehen.

Das Mädchen schmiedet einen Plan, erfindet sich selbst, pilgert weiterhin in die Bücherei, um sich dort mit Musikzeitschriften einzudecken, sich schlau zu machen und beginnt das Schreiben. Sie schreibt über die aktuellen Bands der Szene und schickt ihre Artikel als Dolly Wilde an D&ME, mit der Hoffnung irgendwann eine Reaktion zu erhalten. Nach unzähligen Artikeln wird sie nach London eingeladen und erhält einen Job – und damit Geld. Damit beginnt ein aufregendes Party-, Sex- und Nachtleben. Sie schmeißt die Schule und irgendwann werden der Familie auch die Sozialleistungen gekürzt.

Ein ausgeprägtes SexLeben

Was ein entscheidender Inhalt dieses Buches ist: Sex. Ein 17-jähriges Mädchen, das ihre ersten Erfahrungen an sich selber macht und das darauf hinfiebert, endlich Sex mit einem Kerl zu haben. Und genau deswegen zierte ich mich bislang dieses Buch zu rezensieren. Nennt mich prüde oder rigide oder was auch immer. Mir waren diese Schilderungen an manchen Stellen einfach zu obszön, zu “versaut”, zu anschaulich, zu viel und ich wollte das nicht lesen. Normalerweise lege ich solche Bücher dann zur Seite, aber der Rest der Geschichte, wie Johanna sich immer wieder neu erfindet, wie sie ihre Familie “retten” möchte und sich mit ihren eigenen Gedanken und Gefühlen auseinandersetzt, war so gut, dass ich weiterlas.

Gegen Ende des Buches, ich hatte noch knapp 70 Seiten zu lesen, blätterte ich vor und warf einen Blick auf die Nachbemerkung und die Danksagung der Autorin. Diese vier letzten Seiten waren mir so sympathisch, denn Moran schreibt selbst, dass sie leider wieder ein Buch übers Wichsen und Vögeln geschrieben habe. (vgl. Moran, Caitlin: all ABOUT a GIRL, S. 381.) Ich dachte, “Schade, dass ich das nicht vorher gelesen habe. Irgendwie hätte ich den Beginn des Buches mit anderen Augen lesen können.”

wert-voll.

Denn ansonsten kommt Johanna in der Entdeckung ihres Ichs an vielen Stationen vorbei, die auch für mich, die ich fast doppelt so alt bin, wie dieses Girl, immer wieder aufs Neue erhellend sind. “Ich kann Ja sagen – und Nein!” (Moran, Caitlin: all ABOUT a GIRL, S.335.)

Sie kommt an den Punkt, sich selbst, aber vor allem auch ihr Verhalten und Handeln, das sich nun mal ändern lässt, in Frage zu stellen. Johannas Gedanken zu Zynismus und Inspiration, die mich selber gerade sehr umtreiben, haben für mich das Lesen ihrer Geschichte wirklich gut sein lassen. Die Frage, ob ich schwerfällig wie ein Stein, die an mich klatschenden Wellen zynisch kommentiere. Oder ob ich als den Sinn des Lebens die Freude erkenne und so Freude verschenke und geschenkt bekomme. (Vgl. Moran, Caitlin: all ABOUT a GIRL, S. 340.)

Mein Fazit

Lesenswert! Total. Ja,es gibt da diese SexHürde. Aber vielleicht lest ihr einfach erst die vier letzten Seiten, um einen Eindruck von der Autorin zu erhalten. im Verlag hatte frau recht. Das Buch passt und es war ein kontroverses, tabuloses, aber intensives Lesevergnügen. Daher habe ich mir überlegt, dieses Buch einer/m von euch zu schenken.

Verschenkung

Unter all denjenigen, die bis Freitag (16.10.2015, um 00:00h) diese Woche einen Kommentar unter diesem Post hinterlassen, wird ein Exemplar von “all ABOUT a GIRL” verschenkt/verlost. (Hier ein herzliches Danke an den Verlag!) Die Beschenkte werde ich via Losverfahren ermitteln. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitmachen kann, wer 18 Jahre zählt. Keine Barauszahlung.

Wer von euch ist dabei?

8 Kommentare

  1. Ja, aber sowas von dabei. Mit Anlauf in den Lostopf, das klingt nämlich richtig gut. Danke für’s Vorstellen und sonnige Grüße von Nina

  2. tollkirsche sagt

    Oh, das klingt spannend! Da stell ich mich doch auch mal zum Sprung ins Lostöpfchen an. Unsere kleine Dorfbücherei, wird das Buch vermutlich so schnell nicht im Regal haben :/ Liebe Grüße, Kati :)

  3. Hallo,

    danke für die Vorstellung, das Buch klingt wirklich spannend :)
    ich mach auf jeden Fall mit beim Gewinnspiel, aber schau schon mal, ob unsere Bücherei es auch hat :)

    lg,
    Claudi

  4. Verzeiht mir, dass ich mich erst jetzt melde. Aber das Kranksein hat doch was gedauert. Der K1 hat das Los gezogen:

    Liebe Nina, an welche Adresse darf ich dir das Buch schicken? Herzlichen Glückwunsch!!!

    Euch anderen kann ich anbieten, euch das Buch bei mir zu leihen. Wer es gerne hätte, der meldet sich bei mir und gibt mir seine Adresse durch. Nur hätte ich es letzten Endes gerne für unser BesucherGästeBibliothekRegal zurück.

    • Huhu Rage, ich bin jetzt gar nicht sicher, ob wirklich ICH gewonnen habe, weil es ja noch eine Nina im Lostopf gibt? *hoff*

      • Du darfst dir sicher sein. Beim Verlosen werden entweder die Benutzernamen von euch auf die Zettel geschrieben, in diesem Fall Nina und ninanettl, oder – bei Namenshäufungen – das Datum des Kommentars. Du bist’s. ;)

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