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Lesestoff: Gute Geister von Kathryn Stockett

(Rezension) (erschienen im btb Verlag der Verlagsgruppe Random House) Bei uns stand dieses Buch “Gute Geister” von Kathryn Stockett Mitte letzten Jahres immer im Bücherregal am Postschalter. Mir gefiel das Buchcover und ich machte mich in den Büchereien auf die Suche danach. Leider ohne Erfolg. Dann stand es bei unsrer adoptierten Oma im Schrank und ich fragte, ob ich es mir mal ausleihen durfte?

Gute Geister im Bücherregal

Gute Geister von Kathryn Stockett

“Das? Klar!! Sicher. Richtig gutes Buch! Schenk ich dir.”
“Was?”
“Kannste behalten!”
“Aber ich dachte, es ist so gut?”
“Ist es auch. Ich hab’s aber schon gelesen.”

Gute Geister von Kathryn StockettIhr seht – so ganz frei vom Bücher horten scheine ich doch noch nicht zu sein. Und tatsächlich. Das Buch ist so gut, es ist das erste Buch nach langer Zeit, dass sich einen vorerst sicheren Platz in unserem nicht mehr existenten Bücherregal verschafft hat. Ich könnte mir durchaus vorstellen es nochmals zu lesen.

Worum geht es denn nun eigentlich?

Wir befinden uns in den 60er Jahren in Jackson, Mississippi. Das Buch beinhaltet die Geschichten dreier Frauen und schildert deren Leben in einem Südstaat, der geprägt ist von Rassentrennung, während die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner sich Bahn bricht.

Das farbige Dienstmädchen Aibileen arbeitet bei der weißen Familie Leefolt und betreut dort in erster Linie die kleine Mae Mobley. Aibileen könnte die Oma des kleinen Sonnenscheins sein und fügt sich in ihre Rolle als schwarzes Dienstmädchen. Auch als ihr im Hof eine eigene Toilette eingerichtet wird, damit sich der Rest der Familie nicht an den ansteckenden “SchwarzenKrankheiten” ansteckt. Minny ist das zweite Dienstmädchen, um das es sich dreht. Sie hat fünf Kinder und ein weiteres ist unterwegs. Aufgrund ihres losen Mundwerks verliert sie ihre Stelle und es gelingt ihr nicht eine neue zu finden, da ihre vorherige Arbeitgeberin sie ungerechter Weise des Diebstahls bezichtigt. Auf Umwegen gerät sie an Celia, eine weiße Frau, die so gar nicht in die Reihen der in Jackson ansässigen jungen Mütter passt und sehr massiv “geschnitten” wird. Außerdem ist da noch Skeeter, das weiße Mädchen, das weiße Mädchen Eugenia Phelan, die vom College kommt. Noch nicht in festen Händen und eigentlich mehr mit ihrer Freude und Liebe zum Schreiben beschäftigt, passt sie ebenfalls so gar nicht in das Grüppchen junger Mütter und fällt durch ihre mehr oder weniger starke Abkehr von dem rassentrennenden und schwarzenfeindlichen Verhalten ihrer früheren Freundinnen auf.

Während ihre weißen Freundinnen sich über die alltäglichen Nöte und Sorgen privilegierter Frauen austauschen, auf Männerschau gehen und ihre Kinder bei den schwarzen Dienstmädchen abladen, möchte Skeeter für einen Verlag schreiben. Als Autorin oder Journalisten – ganz egal. Mit einer Kolumne zu HaushaltsFragen und Tipps beginnt sie Geld mit dem Schreiben zu verdienen. Parallel dazu möchte sie ein Buch schreiben: über das Leben in Jackson. Als schwarzes Dienstmädchen bei weißen Frauen.

Wie ist es der Autorin gelungen?

Phänomenal. Zuerst tat ich mir schwer, reinzukommen. Auf den ersten drei Seiten. Dann entwickelte sich das Buch zu einem PageTurner. abwechselnd erhält der Leser Einblick in die Lebensgeschichten der drei Protagonistinnen und es ist spannend zu sehen, wie sich die Geschichten der drei Frauen miteinander verweben. Das Buch ist beeindruckend. Ein tolles Geschenk zu Weihnachten oder ein wertvolles SeeligkeitsDing für zwischendurch.

Persönlich habe ich aus diesem Buch zwei Dinge mitgenommen

1. Ich werde das Schreiben nicht lassen. (Liegt vermutlich an der gefühlten Verbundenheit mit Skeeter. Gute Geister eben…)
2. Aibileen trichtert Mae Mobley Tag für Tag ein, was für ein wunderbares Kind sie ist. Die Autorin hat Aibileen als eine Persönlichkeit geschaffen, die sehr großen Vorbildcharakter für mich hat. Wenn ich ein Vorbild nennen sollte, dann würde ich Aibileen nennen. Die drei Worte, die sie der kleinen Tag für Tag eintrichtert, habe ich ein wenig abgewandelt und in unser FamilienLeben übernommen: Du bist nett. Du bist schlau. Und du bist wichtig. (Den passenden Blogartikel dazu findet ihr hier.

Vergesst es nicht ihr Lieben, das gilt auch für euch und eure Kids! Lesen!

Fazit

Sollte man/frau gelesen haben. Es bedarf ganz unbedingt noch mehr Guter Geister.

Außerdem, wenn man wissen mag was ein Shinalator, ein Toilettenhäuschen und ein geschenkter Kuchen miteinander zu tun haben könnten, solltet ihr das Buch lesen. Zudem bietet es einen Blick in das von Rassentrennung geprägte Leben in den Südstaaten der 60er. Nicht wie ein Sachbuch, sondern als Roman. Doch gerade darin sehe ich einen großen Nutzen, da es den damaligen Alltag vielleicht nicht historisch korrekt, dafür jedoch lebensnah schildert.

6 Kommentare

  1. Das Buch kenne ich leider nicht …. aber es ist verfilmt worden. Ich habe es inhaltlich wiedererkannt. Leider fällt mir der Titel des Films gerade nicht ein.

    Du bist wichtig. Du bist geliebt. Du bist wundervoll.
    Ja, das sollten wir unseren Kindern jeden Tag sagen! Und unseren Partnern, Freunden, Familienmitgliedern auch!

    Danke für diesen schönen Beitrag!

    Anna

  2. oh ja, das Buch habe ich auf Englisch gelesen und fand es auch ganz ganz toll.
    Vor allen, weil es trotz dem ernsten Thema so ein gutes Gefühl hinterlässt :)
    Dass man was bewegen kann in der Welt und nicht aufgeben darf und dass jeder dazu beitragen kann, dass die Welt ein wenig besser wird :)

    • Richtig! Das fand ich auch beeindruckend. Ich war immer beides: Erschüttert und begeistert! Ganz komisch. Aber krass, dass es einer Autorin gelingt, sowas beim Leser zu verursachen…

  3. Pingback: Du bist geliebt. Du bist schlau. Du bist wichtig. | MamaDenkt.de

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