Vegetarismus. ProjektNr#6. Ernährung

Ein Projekt, das ich als solches in den letzten vier Wochen nur für mich und nicht für die große Öffentlichkeit des Internets durchgeführt habe: Vegetarisch essen.

Nach meiner BettLektüre und der plötzlichen gedanklichen Offenbarung, dass wir Lebewesen auf den Müll werfen, weil wir sie umsonst züchten, mästen, schlachten und vergammeln lassen, habe ich aus Protest! kein Fleisch mehr essen können und wollen. Zumindest kein Fleisch, das ich zuvor nicht selbst gejagt und geschlachtet hatte. Oder zumindest jemanden kannte, der das mit dem Tier gemacht und es zuvor würdevoll und artgerecht gehalten hatte.

Jetzt, nach fast einem Monat stelle ich fest, das mir schon wieder vermehrt Haare ausfallen. Ich hatte das bislang immer, nachdem sich mein HormonHaushalt nach der Geburt wieder neu eingestellt hatte. Das konnte also dieses Mal nicht der Fall sein. Der einzige nachvollziehbare Zusammenhang besteht momentan in meinem Verzicht auf Fleisch. Das für mich persönlich damit verbundene Problem lautet, dass ich noch keine NahrungsErgänzung gefunden habe. Wir essen nicht so oft und häufig Hülsenfrüchte und auch keine SojaProdukte als dass ich sagen könnte, den Fleischverzicht gut ausgeglichen zu haben. Vor zwei Wochen gab es mal rote Linsen. Das Paket KicherErbsen steht noch im Schrank und an die SojaMilch traue ich mich gerade nicht ran.

Also habe ich mich auf die Suche nach FleischAnbietern hier in der Region gemacht. Und ich bin fündig geworden. Eine Landmetzgerei und ein Bauernhof, die ordentlich mit ihren Tieren umgehen. Ich bin gespannt, was das Portemonaie sagen wird, wenn es dann einmal die Woche Fleisch gibt. Zumindest der BratenAufschnitt morgens und abends bleibt mir vom Teller. Ich hoffe, es reicht einmal die Woche Fleisch zu essen. Zumindest für den Zeitraum, in dem ich mich an das Zubereiten von Hülsenfrüchten und Co. gewöhnt habe. Als persönlichen Erfolg empfinde ich diese Vorgehensweise allerdings doch. Schließlich geht es nicht um einen vegetarischen Tag in der Woche, sondern einen ‘carnistischen’ Tag in derselben. Das finde ich schon sehr ermutigend in meinem persönlichen ProtestMarsch. Auch wenn es noch nie viel Fleisch bei uns gegeben hat… Zum Fürhstück und Abendbrot gehörte das BratenSortiment immer dazu. Das ist jetzt anders.

Wie macht ihr das? Gibt es Vegetarier unter meinen Lesern? Wie macht ihr das mit euren Kindern, sofern ihr welche habt? Dürfen sie normal Fleisch essen? Oder gucken sie sich eure Ernährung ab? Erzählt mal.

9 Gedanken zu „Vegetarismus. ProjektNr#6. Ernährung“

  1. Ich würde zum Hautarzt gehen und ein Blutbild machen lassen. Deutet auf Eisen- oder Zinkmangel hin. Beide sollte man gut über vegetarische Ernährung in den Griff bekommen können (Sonnenblumenkerne, Hülsenfrüchte, Weizenkleie, Eier, Vollkornprodukte, Soja, Tofu, Gemüse etc.). Dass Du als Alternative ab und an (Bio)Fleisch vom vertrauenswürdigen Landmetzger finde ich absolut in Ordnung. Vielleicht klappt es ja dann später mit der Umstellung.

    Zu Deinen Fragen. Ich mag die oben genannten Lebensmittel und viele pflanzlichen mehr zum Glück sehr gern (nur Eier esse ich praktisch nicht mehr) :-) Deswegen fällt mir die vegetarische Lebensweise nicht schwer. Der Schritt zum Veganismus wäre für mich wohl schwieriger als es der vom Mischköstler zum Vegetarier war. Kinder habe ich keine, zumindest meines Wissens bzw. noch nicht ;) Aber meine Freundin etwa darf schon Fleisch essen.

    Viele Grüße,

    Christof

  2. Ich mag kein Fleisch, also fällt es mir nicht schwer vegetarisch zu leben.
    Es gibt sooo leckere andere Sachen ;-)
    Auch der liebe Ehemann isst seit Kindheit an kein Fleisch!
    Wir schauen aber nicht pedantisch darauf, dass wir dann Nahrungsergänzungsmittelchen nehmen oder auch wie wir das Fleisch ersetzt bekommen. Unser Bauch zeigt uns, was wir kochen und da ist alles dabei:
    viel Gemüse- Vollkornprodukte- Getreide- Hülsenfrüchte- Milchprodukte.
    Ich denke, im Großen und Ganzen, essen wir, mal abgesehen vom Schnuckern, doch sehr gesund und ausgewogen.
    Unser ältestes Kind isst nur Fleisch bei andern (Oma, KiGa, …) und das in minimalen Mengen un am liebsten mit ordentlicher Herkunft.
    Zu Hause fordert er es nicht ein. Er schaut sich halt doch die Essensweise von uns Großen ab.
    Das kleine Kind bekommt kein Fleisch! Püriertes Fleisch im Brei muss echt nicht sein.

    Ich merke jedoch, dass es mich immer mehr stört, dass das große Kind Fleisch isst … wer weiß, vielleicht zieht ein kompletter Vegetarismus bei uns ein.

    Mein neues Projekt heißt Vegan leben. Nur mal ausprobieren…. ich weiß jetzt schon, dass mir Eier, Käse und Honig mega arg fehlen wird. Ich bin gespannt!

    Die Haarausfallerei kommt mir sehr bekannt vor. Aber ob sie was mit dem Wechsel zu tun hat???
    Ich war damals beim Arzt und bei mir kam eine Schilddrüsenunterfunktion dabei heraus.
    Es ist ja nie verkehrt ein Blutbild zu machen.

  3. Hej ihr zwei! Je länger ich drüber nachdenke, für desto abwegiger halte ich meine FleischHaarausfallVermutung. Wir essen so gesund. Ausgewogen und so. Da kam mir heute morgen der Gedanke, dass es vielleicht das Winterfell ist?!?! Im Ernst, ich hab das eigentlich jedes Frühjahr. Also wenn das kurz vor der Tür steht. Vorgestern habe ich die ersten Kraniche gehört… Könnte also doch sein, oder? Ich denke, ich werde das mit den Haaren weiterbeobachten. Zwei Wochen. Und wenn es sich nicht wieder einstellt, dann geht’s ab zum Bluttest. Denn sonst gehz mir – nach der fetten Erkältung – richtig gut.

    @Christof: Oh, deine Freundin darf Fleisch essen?!? Das ist aber nett. ;) hihi
    @Julia: VeganProjekt? Cool. Ich bin auch gerade dabei das zu organisieren. Alle schwärmen von diesem Vegan for fit. Mal schauen, ob die Bücherei es organisieren kann… Mit ein paar Abwandlungen aufgrund diverser NahrungsmittelAbneigungen im alternativen ErnährungsSektor, bin ich gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird. Wie gehst du das Projekt an?

    1. Welche Nahrungsmittelabneigungen hast du denn??? *gespanntsei*
      Ich werde es einfach starten und schauen wie es läuft.
      Ein paar Rezepte ausprobieren (es gibt ja im www so viele Rezepte), ansonsten bei meinen “normalen” Rezepten bleiben und diese dann abwandeln.
      Es wird dann also Käseersatz ausprobiert, Milchprodukte auf Soja und Co ausgelegt – und dann heißt es vegan backen, vegan kochen und mal sehen, wie hoch der Spaß und Genussfaktor so ist und was es für den Geldbeutel bedeutet.
      Wenn der liebe Gatte nicht mehr mag, muss er extra kochen ;-)

      1. Ach, nicht ich hab die Abneigungen. Aber Sesam auf dem Brötchen ist ok. Sesammus nicht. Und ganz ehrlich: Es scheint eher mal eine allergische Reaktion hervorzurufen. Allerdings gehörten so Nahrungsmittel wie Hirse, Quinoa oder BelugaLinsen bislang nicht zum typischen VorratsschrankRepertoire. Mal schauen, wie viel ich davon einführen kann.

        Habe gerade das GreenpeaceMagazin hier liegen. Und, im Ernst: Vegetarismus muss. Und Veganismus ist eigentlich nur die logische Konsequenz. Ich bin sehr gespannt, wie sich das hier weiterentwickelt.
        Extra Kochen wird bestimmt teurer. Aber grundsätzlich kann ich mir nicht vorstellen, dass Vegetarismus oder Veganismus so viel teurer sind. Ihr kocht nach BauchGefühl? Ich glaube, der Gedanke überzeugt mich doch sehr. … denkdenkdenk

  4. Meine Liebe, das ist eher kein normaler Fellwechsel, sondern klingt nach Eisenmangel, vor allem wenn du auch andere Symptome hast. Hast du deinen Ferritinwert unter Kontrolle? Lies dich mal ins ironwiki.org ein, denn deine Ärzte haben vielleicht noch die alten Grenzwerte im Kopf. Auch interessant: http://www.coaching-for-health.net/eisenzentrum/AM2.pdf
    Schieß dich nicht zu sehr auf die Ernährung ein, Eisenmangel ist ein Problem von Vegis UND Omnis.
    Menstruation, Schwangerschaft, Geburt, Stillen, viel Sport, Milchprodukte, hormonelle Verhütung, häufige Infekte (die die lieben Kleinen aus dem Kindergarten mitbringen) – alles Eisenräuber!
    So viele Linsen und Vollkornnudeln kann man gar nicht futtern, auch kein Rindfleisch, da gehören hochdosierte Tabletten oder noch besser Infusionen her – so es ein Eisenmangel(syndrom) ist. Sobald du einen ordentlichen Eisenpegel hast, kannst du dann versuchen, den mit Ernährung zu halten.
    Und umgekehrt kriegt man von 1 Monat Vegetarisch noch lange keinen Eisenmangel.

    Gut informierte Vegetarierinnen haben kein wirklich größeres Eisenmangelrisiko als Omnis, und Veganerinnen fällt es oft sogar leichter, weil sie ja keine Milchprodukte essen.
    Das einzige wo du dir wirklich Gedanken machen musst ist Vitamin B12, das kriegst du nur über tierische Produkte, v.a. über Fleisch. Aber auch ich hab zu Omnizeiten eine B12-Unterversorgung gehabt. Macht nichts, gibt ja B12-Tropfen. Immer noch besser als die armen Viecherln zu essen.

    Ich wünsch dir viel Erfolg! Ich hätte es nie gedacht, aber ich fühl mich fastvegan wohler als vor nicht allzulanger Zeit als Omni. Eisen brauch ich so oder so gelegentlich als Tablettenkur oder mal eine kleine Infusion.

    (Vielleicht ist der Blog Garden of Vegan was für dich!)

  5. Oh, Christof hat das auch schon angesprochen. Ja, es könnte auch ein (leicht zu behebender) Zinkmangel sein. Viel wahrscheinlicher ist ein Eisenmangel und mit Ernährung allein bekommt man den nicht los. Floradix, Drogeriepräparate und Konsorten helfen auch nur mit, ihn zu halten, aber niemals ihn zu heben.
    Und noch ein Tipp am Rande: Wenn ein Ferritinwert von unter 50 rauskommt (Haarausfall kanns auch schon bei unter 70 geben) und der Arzt meint, alles in Ordnung, dann lieber gleich ein Eisenzentrum aufsuchen oder einen Arzt aus der Ärzteliste des Eisennetzwerkes raussuchen. Je schneller man das Thema erledigt hat, desto besser.
    Meine Meinung als Betroffene.
    Vielleicht hilft das auch anderen Lesern und Kommentatoren hier.

  6. Pingback: Vom Mischköstler, zum Flexitarier, dann um die Ecke zum HalbzeitVegetarier … | MamaDenkt.de

  7. Ich finde da ohnehin, dass jeder das selbst entscheiden sollte. Wenn millionen Leute auch einfach nur ihren Fleischkonsum auf einmal die Woche reduzieren, ist damit viel gewonnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.