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Der schöne Schein der Nachhaltigkeit – Greenwashing und eine Frage der Nachhaltigkeit

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Schon Ende letzten Jahres musste ich viel über wahre Nachhaltigkeit nachdenken und bin bis heute nicht so recht glücklich mit dem Ergebnis. Weder mit meinen Entdeckungen noch mit der Tatsache, dass es keine pauschale Antwort dazu gibt. Die Aktion mit Svenja zum Thema grüne Lügen fand ich total aufrüttelnd und Kathrin Hartmann beschreibt in ihrem Buch „Die grüne Lüge“ so krass, wie sehr Nachhaltigkeit zum Marketing-Instrument geworden ist. (Hier könnt ihr ein bisschen mehr zu unserer Aktion im Rahmen der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit 2018 nachlesen.) In der heutigen Frage der Nachhaltigkeit will ich von Alex wissen, wie sie das mit dem grünen Schein, grünen Lügen und dem vielerorts praktizierten Greenwashing sieht.

Der schöne Schein der Nachhaltigkeit

Für mich ist Nachhaltigkeit mehr als nur ein Wort. Es ist zur Vision für die Zukunft und zur Aufgabe für die Gegenwart geworden. Langsam aber sicher und Schritt für Schritt. Ein Leben ohne nachhaltiges Handeln macht für mich schlicht keinen Sinn mehr. Und wer einmal damit begonnen hat die Dinge zu hinterfragen und auf ihre Enkeltauglichkeit hin zu überprüfen, der kann damit nicht einfach wieder aufhören. Das Alte und Gewohnte passt dann nicht mehr. Oft ist Nachhaltigkeit allerdings nicht mehr als der schöne Schein.

Nachhaltigkeit ist zum Marketing-Instrument geworden.

Zum mächtigen Werbeinstrument, das nur allzu oft für dieses und jenes bemüht wird. Wenn man sich im Netz umsieht erlebt man so manche Überraschung. Kaum eine Webseite kommt ohne das große Wort Nachhaltigkeit aus. Fast ALLES wird irgendwie damit in Verbindung gebracht, Hauptsache der schöne Schein stimmt.

Alles grün und alles sauber.

Anscheinend wollen wir Verbraucher das hören, oder etwa nicht? Wir wollen für uns selbst die Sicherheit, dass das was wir wählen und/oder kaufen gut ist. Für unser reines Gewissen. Wer will da schon die heile Werbeblase zum Platzen bringen und hinter die Fassade blicken. Lieber haben wir doch einfach Freude am Fahren und glauben an die Extraportion Milch im Kühlregal, die selbstverständlich aus „nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken“ stammt, oder?

Wir glauben dem Schein der Nachhaltigkeit gerne, denn er bewahrt uns vor Gewissensbissen.

Kann man da der Industrie einen Vorwurf machen, dass sie uns frei Haus liefert, was wir doch so gerne hören wollen? Hmmmm, ich weiß nicht. Greenwashing funktioniert ja nur, weil wir es zulassen. Warum lasse ich mich denn blenden von den hübschen Abbildungen von Nüssen und Blüten auf dem Duschgel, wenn ein Blick auf die Inhaltsstoffe mir verrät wie natürlich dieses Produkt tatsächlich ist (Codecheck ist dabei übrigens eine große Hilfe)? Oder warum glaube ich, dass der schwere SUV umweltschonend unterwegs ist?

Nicht Bilder zählen, sondern Inhalte.

Und wir sollten anfangen, Produkte und Unternehmen zu hinterfragen und an ihren Taten zu messen. Was wird tatsächlich getan für mehr Nachhaltigkeit und Fairness? Schein oder Sein? Genau dazu gibt es einen wunderbare Rede, die mich zu Tränen gerührt hat. So viel Mut und so klare Worte von einer Aktivistin der österreichischen Bewegung system change, not climate change. Aber seht selbst. Ja, es ist legitim Greenwashing an den Pranger zu stellen, aber wir dürfen uns die Zügel nicht so leichtfertig aus der Hand nahmen lassen. WIR haben die Macht dem ein Ende zu setzen, indem wir uns informieren und schließlich Konsequenzen ziehen. Und keiner kann behaupten, dass das unmöglich ist. Das Internet und zahlreiche Smartphone Apps unterstützen uns Tag für Tag und bieten mehr Hintergrundinformationen als jemals zuvor. Wir müssen sie nur nutzen.
Wenn du also wissen willst wie ich persönlich mit Greenwashing umgehe, dann ist das meine Antwort.

Ich hinterfrage die Dinge und unser Handeln. Immer und immer wieder.

So hat der schöne Schein der Nachhaltigkeit keine Chance.

***

Liebe Rachel,
vom schönen Schein geht’s jetzt wieder in die Realität. Es ist Sommer geworden und die Wärme erinnert mich an ein Thema und eine Frage, die ich dir schon vor ein paar Wochen stellen wollte. Es geht um den Day Zero in Kapstadt, der Tag, an dem der ersten großen Metropole der Welt das Wasser ausgehen sollte. Dieser Tag geisterte ja immer wieder durch die Medien und hat mich sensibel gemacht für unseren eigenen Wasserverbrauch. Den greifbaren und den virtuellen. Tatsächlich trinke ich seit dem auch fast keinen Kaffee mehr und das, obwohl ich ein Riesen-Kaffeefan war. Wie geht es dir damit? Hat sich bei euch etwas (dauerhaft) verändert?

Eine Frage der Nachhaltigkeit Greenwashing der schöne Schein 02

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