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Die Klimakrise nervt!

Die Klimakrise nervt! MamaDenkt

An den letzten Wochenende gab es immer jede Menge zu tun. Viele Dinge spielten sich offline in meinem ganz gewöhnlichen Alltag ab. Und auch heute, geht es um eine Thematik, die sich offline abspielt(e), nicht nur hier im Netz: Die Klimakrise nervt.

Natürlich gehört das Thema Klimaschutz in diesen Blog. Denn ja, es geht um meinen und unseren ökologischen Fußabdruck, den wir hinterlassen. Da es um Klimaschutz geht, nehme ich natürlich auch den Klimawandel ernst und die damit verbundene Klimakrise, in der wir uns befinden.

Die Klimakrise ist Fakt

Das behauptet sogar Rezo, der in seinem Video zwei Wochen vor der Wahl ziemlich deutliche Worte findet. Rezo, ein YouTuber, der plötzlich ein einstündiges Video auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht und damit für ziemlich viel Wirbel in der Politik sorgt. Wohlgemerkt, in der Politik, als Außenstehender. Keiner, der aus irgendeinem politischen Skandal es in die Schlagzeilen schafft, sondern einer, der über 60 Minuten Zeit dafür verwendet, einer Partei detailliert darzulegen, was sie verpasst hat.

Wer ist dieser Rezo?

Ich gestehe, Rezo hatte ich nur auf dem Schirm, weil das eine Kind in der Schule in den wohlverdienten Pausen mit seiner Klasse Musik hören und schauen darf. Rezo ist dabei einer der YouTuber, die schon häufiger auch zu Hause zur Sprache kamen und uns tatsächlich nicht ganz unbekannt waren. Aber zurück zur nervenden Klimakrise.

Relativ zu Anfang in seinem Video verweist Rezo auf die vielen, vielen Wissenschaftler, die seit Jahren und Jahrzehnten versuchen sich Gehör zu schaffen. Sei es in der Politik oder der Gesellschaft, den Printmedien oder sozialen Medien. Es gibt sie. Einen seriösen Wissenschaftler, der bestreitet, dass ein Klimawandel und damit einhergehend eine Klimakrise ansteht, GIBT ES NICHT. Die Tatsache, dass dieser YouTuber jede seiner Aussagen mit Quellen direkt im Video belegt, müsste ihn ja einmal mehr glaubwürdig machen. Könnte man meinen.

Doch wir sind total abgestumpft, wie mir scheint.

Nachhaltigkeit – ja. Verhaltensänderungen – bitte nein!

Erst kürzlich wohnte ich als Außenstehende einer Hochzeit bei. Sie fand zufällig an derselben Örtlichkeit statt, an der wir uns für ein Kaltgetränk getroffen hatten. Nachdem die Dunkelheit angebrochen war, kam die Hochzeitsgesellschaft auf den dazugehörigen freiliegenden Platz heraus und ließ Luftballons starten.

Die Sache mit den Luftballons

An dieser Stelle zwei Dinge vorweg:

  1. Zu meiner Hochzeit wurden wir als Hochzeitspaar auch damit überrascht, dass Wunderkerzen mit Luftballons in den Himmel geschickt wurden. Damals hoffte ich, dass kein Tier in irgendeiner Form Schaden davon trägt, habe aber nicht weiter über die Problematik nachgedacht. Heute wäre es tatsächlich so, dass ich sehr resolut im Vorfeld meiner Feierlichkeiten unterstreiche, von solchen Aktionen Abstand nehmen zu wollen. Egal, mit viel Romantik und gesellschaftlichem Konsens solche Aktionen versehen sind.
  2. Die beschriebene Situation ist ein Beispiel. Sie ist “nur” ein Beispiel dafür, wie an vielen Orten unbedacht mit diesem Planeten umgegangen wird. Denn ja, in dem Moment bin es ja nur ich. Ich als kleine Person, die ihren Partner voraussichtlich nur einmal heiraten und feiern werde.

Dann waren da noch LEDs

In den Luftballons waren LEDs, so dass die weißen Ballonkugeln den Himmel mit ihren leuchtenden Punkten durchsetzten. Mich hat das in dem Moment tatsächlich sehr unruhig gemacht. Ich stellte mir vor als Partycrasher das Brautpaar anzusprechen, durch ihre Hilfesuchenden Blicke von ihren Trauzeugen von ihnen weggedrängt zu werden und fand mich vor meinem inneren Auge in einer hitzigen Diskussion wieder, während zeitgleich ein Meer an leuchtenden Luftballons den Himmel eroberte.

Was mache ich bitte schön in so einer Situation?

Klimawandel – ja. Klimakrise – fahr du erstmal kein Auto mehr.

So gerne würde ich hier jetzt DIE Antwort liefern. Kann ich leider nicht. Das wieder einmal vorweg. Dieser Artikel dient erstmal nur der Feststellung, wie wir das aktuell so handhaben. Wie wir es tatsächlich schaffen, uns aus der Verantwortung zu stehlen.

Wir akzeptieren Klimawandel

Irgendwann und irgendwo haben wir mal entschieden, dass das mit dem Klimawandel Doch irgendwie stimmen muss. Viele haben sogar akzeptiert, dass die Menge an Wissenschaftlern nicht falsch liegen können und sich verändernde klimatische Bedingungen auf diesen Wandel hinweisen.

Wir relativieren die Klimakrise

Aber – so schlimm wir es schon nicht sein. Schnee im Mai hat es auch früher schon gegeben, das ist alles irgendwie doch noch normal und kein Zeichen von Klimawandel. Was der Klimawandel mit unserem Konsum zu tun haben soll, muss erstmal noch beantwortet werden. (Zum gefühlten 100.000sten Mal…) Und wieso immer mehr Menschen auf Plastik zu verzichten versuchen, steht ja letztlich in keinem Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Wir richten den Blick auf die anderen

Außerdem setzen die sich immer für plastikfrei ein und haben dennoch manchmal drei gelebten Säcke vor der Tür. Die Nachbarn sprechen von Klimawandel, fahren aber doch auch Auto. Bevor du also auf irgendwas hinweist, Rachel, erreiche erstmal deine 100%. …

Wir schieben die Verantwortung für die Klimakrise weg

Produziere ich die Autos? Stelle ich die Plastikverpackung her? Verbrenne ich Kohle? Habe ich das AKW gebaut?

Ich kann für all diese Dinge gar nichts. Wieso sollte ich den Karren aus dem Dreck ziehen. Und wenn die Menschen in Sonstwo kein Geld für ihre Arbeit bekommen, hat das auch nichts mit mir zu tun.

Wir sind frei.

Dieses oben beschriebene Schema begegnet mir sehr häufig. Immer mal mit der ein oder anderen Abweichung, doch der rote Faden ist derselbe. Und er ist so einfach zu ergreifen. Denn aus diesem Leben hier – das kommt ja irgendwie erschwerend mit dazu – werden wir nicht lebend aussteigen.

Wie gehe ich denn nun damit um? Die Klimakrise besteht, aber wir sind Spezialisten und Experten im Verantwortung wegschieben.

Auch wenn es diesen etablierten Faden gibt, können wir es anders machen. Mein aktuelles verfolgtes Verhaltenssetting:

  • Ich bin die Veränderung. Mein Ziel ist es, in allen meinen individuellen Entscheidungen, in denen meine Familie und auch meinen Job betreffend, die nachhaltigste zu suchen und zu treffen. Auch wenn sie oftmals anstrengender ist.
  • Ich darf Fehler machen. Ja, ich werde es nicht immer so schaffen, wie ich es im Sinne der Nachhaltigkeit tun müsste. Aber ich gestehe mir dieses Scheitern zu. Es ist mein Scheitern und ich will es jedesmal besser machen.
  • Ich werde weiterhin den Finger in die Wunde legen. Schweigen und über Fehlschritte hinwegzusehen, wird weder bei mir noch bei meinem Gegenüber zu Veränderungen führen. Allenfalls zu einem Status Quo beitragen. Doch wir können das besser. Das will ich einfach glauben.
  • Ich lass mich von nichts und niemandem einschüchtern. Hört sich krass an. Brauche ich manchmal aber einfach, um mich davon frei zu machen, wenn andere ihre Fehler pauschalisieren, ihre Verantwortung wegschieben und plötzlich mit dem Finger auf mich zeigen.

“Fahr du erstmal kein Auto, dann kannst du ein Verbot von Luftballons einfordern.” – Ist ein Ansatz, aber nicht zielführend, weil wir dann wieder alle darauf warten, bis endlich eine*r soweit ist und absolute grüne 100% erreicht hat. Das wird so nicht kommen.

Ich musste mich mal frei schreiben, um wieder etwas freier im Kopf und von diesen Gedanken zu werden. Was sagst du dazu? Ist dir schon mal was ähnliches passiert?

Wie wir zum Beispiel in der Urlaubszeit Klimaschutz umzusetzen versuchen, findest du in diesem Artikel übers nachhaltige Reisen.

In diesem Artikel hat mich eine befreundete Mitbloggerin über nachhaltiges Familienleben interviewt. Wenn es etwas allgemeiner sein soll, kannst du dich hier ein bisschen einlesen.

Rezo war übrigens vor ein paar Tagen zu Gast bei Jan Böhmermann. Wenn euch das aktuelle Video der Sendung interessiert, dann hier entlang. (Rezo wollte anfangs in keine Live-Sendung und hat irgendwie alles erstmal zurückgewiesen. Jetzt hat er es doch umgesetzt und ist überhaupt auch ins TV gegangen. Ich muss sagen, das finde ich schon ziemlich beeindruckend.)

6 Kommentare

  1. Hallo,
    man könnte da auch sagen – wer ohne Sünde werfe den ersten Stein – aber das ist mein persönlich Meinung. Anfangen und Machen. Das was sich jahrzehntelang eingeschlichen hat kann sich nicht von heute auf morgen ändern z.B. Frischkäse fertig in Kunststoffdosen kaufen oder die Zewarolle in der Küche etc. Ich persönlich habe mein Konsumverhalten umgestellt also ich brauche keine 20 Oberteile mehr oder ich kaufe nicht mehr jeden Dekokram z.B. oder zwischenzeitlich nehm ich feste Schampoo und feste Seife zum Waschen oder mache Waschpulver selber und versuch mich in Efeu und Kastanien. Eins nach dem anderen eben. Oder ich kaufe keine Blumen mehr beim Discounter in Folie, dann lieber einen Zweig aus der Natur oder eine Topfplfanze die ggf. länger bei mir überleben könnte.
    Nur eines ist sicher. Nichtstun ist das Falsche.

    LG
    Ursula

    • Das sehe ich auch so. Ich finde dieses Nichtstun wirklich furchtbar… Es macht mich verrückt und hilflos. Und ja, ich werde die 100% nicht hier und jetzt heute erreichen. Aber ich gebe mein Bestes.

  2. In meiner alten Straße starb ein Kind. Wegen so einem Scheiß Partyluftballon!!! Das Feuer in der Nacht werde ich nie vergessen. Der Ballon flog auf den Wintergarten, der brannte. Seitdem sollen die Scheiß Ballons ja verboten werden.

    Fangt klein an. Wohnt so, dass ihr kein Auto braucht. Das muss man vorbereiten. Wie so vieles. Ich nutze Lieferdienste. UPS hat mir eine Liege mit Lastenfahrrad gebracht. Das war schön!

    Die Sachen für in den gelben Sack lieber in die Resttonne stecken. Sonst landet es im Meer. Wir haben da keinen Einfluss drauf. Wir müssen die Dinge anders denken.

    Ich denke, man kann nicht viel tun. Aber viel lassen. Ich musste lachen. Ein Mann kam zu Fuß. Durfte mit Dieselbus nicht in meine Stadt reinfahren. Richtig so. Grünste Stadt Deutschland. Hab ja gleich gesagt, er soll mit Kanu kommen. Kann er bis hinters Haus fahren.

  3. Gerade wurde ich im Treppenhaus auf meine Biomilch angesprochen. Deshalb brauche ich keinen Blog. Passiert alles gleich im Alltag, In so leere Augen von Kühen im Milchrondel will ich nämlich schon lange nicht mehr schauen. Und da ich kein Haustier habe, unterstütze ich diese Tiere. Klar, ich könnte keine Milch trinken. Kriege ohne aber trockene Augen und Kopfschmerzen. Auf der Hochzeit hätte ich mich auch komisch gefühlt. Wobei Tauben oder Schmetterlinge fliegen lassen auch nicht netter ist. Komisch, dass man mit dem Umweltthema so schnell aneckt. Wirkt wohl schnell belehrend.

    • Das finde ich tatsächlich das herausforderndste: nicht zu belehren, obwohl man aneckt. Und ich Scheiter kontinuierlich…

  4. Ja die Krise nervt. Doch lenkt sie halt von den inneren Problemen Europas und Deutschlands ab. Seit dem ich Nachrichten verfolge, kommt Krise auf Krise….Terror, harter Winter, warmer Winter, warmer Sommer, nasser Sommer, Glyphosat, Nitrat im Wasser, zu wenig Fische in den Meeren, Bakterien in Gurken, Bakterien in Sprossen, Krieg in Irak, Krieg in Afganistan, Hungersnot in Afrika (welche die EU mit verursacht hat)…usw. Das ist nur eine kleine Krisenübersicht der letzten Jahre. Klimaschutz ist wichtig, doch die Industrien nehmen sie nicht erst, da der Staat komplett bei den Sanktion versagt. Siehe Volkswagen, Mercedes usw.

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