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Nachhaltig reisen. Mit Kind, Zelt und Reiswaffel

nachhaltig reisen mit Kindern MamaDenkt 01

Seit einigen Wochen geht es in meiner digitalen Filterblase um Urlaub. Alle bereiten sich darauf vor, fragen nach, planen, wälzen Kataloge oder interviewen ihre Timelines. Jedesmal denke ich, „Oh, da war es auch schön. Und da und dort. Ich geb dir mal eben einen Link durch…“ und dann stelle ich fest: Ähnlich wie die zig Do-it-Yourselfs, die ich zwar für mich via Kamera festgehalten habe, um sie später zu verbloggen, haben auch die „nachhaltig reisen (mit Kindern)“ Beiträge noch nicht das Licht der Welt erblickt.

Dabei handelt es sich dabei wahrscheinlich um eines meiner längerfristigen Projekte. Mal schauen, wie das in den kommenden Wochen und Monaten umsetzbar sein wird. „Einfach mal machen.“ – Also gut.

Nachhaltig reisen mit und ohne Kinder

Wenn ich mit dieser neuen Kategorie auf MamaDenkt beginne, dann wird dieses Reisen inzwischen natürlich immer, zumindest meistens mit meinen Kindern erfolgen. Dass ich mich alleine auf den Weg mache, um zu zelten, Fahrrad zu fahren, wandern oder klettern zu gehen, kommt noch nicht in Frage.

Gemeinsam die Welt zu entdecken und Abenteuer zu erleben gefällt mir gerade in der Tat viel, viel besser, als alleine loszuziehen. Allein unterwegs sein brauche ich nur, um zu mir selbst zu finden, wenn ich mich verloren habe. Zumindest schreibe ich das JETZT. Zu mir selbst finde ich zeitweilig aber auch, wenn ich mit meiner Familie auf den Fahrrädern sitze und wir gemeinsam, jeder für sich, durch den Wald cruisen. (Natürlich auf den Forst- und Wanderwegen, die erlaubt sind.)

Regeln fürs nachhaltige Reisen mit Kindern

In der Vergangenheit haben sich in der Tat für uns ein paar Regeln ergeben, die nachhaltig reisen mit sich bringen. Anders formuliert: Nachhaltig reisen bedeutet für mich, in erster Linie ökologisch nachhaltig unterwegs zu sein.

Einige Fortbewegungsformen fallen dadurch von vornherein für uns weg:

  • Wir benutzen kein Flugzeug und werden auch keine Kreuzfahrten erleben. Die Nutzung der Fähre ist für uns ein Kompromiss, um beispielsweise nach Skandinavien oder England überzusetzen.
  • Das Auto kommt (leider) noch oft genug zum Einsatz. Doch auch hier herrscht der Vorsatz, es zunehmend weniger zu nutzen.

Nachhaltig reisen hat natürlich auch Konsequenzen auf unser Verhalten in der freien Natur.

  • Auch wenn ich immer gedacht habe, dass das selbstverständlich ist – ein Erziehungsding vielleicht: Jede*r nimmt den Müll mit, den er/sie fabriziert. (Inzwischen sammeln wir auch den Müll der anderen, um die Orte, die wir erforschen, gemeinsam schön zu halten. Schade, dass das nötig ist.)
  • Wir nutzen in erster Linie Wege, die extra für Wanderer und Abenteurer angelegt sind, um Flora und Fauna vor Ort nicht zu (zer)stören.
  • Respekt und Wertschätzung für die Natur, die uns umgibt, von der gewöhnlichen Waldameise bis hin zum Braunbär oder Rentier ist Voraussetzung, um überhaupt draußen unterwegs zu sein. Dazu zählen natürlich auch Pflanzen, wie Bäume und Sträucher. (Gerade meine Kinder meinen immer wieder einmal mit gefundenen Stöckern auf andere gesunde Bäume einschlagen zu müssen. No way!)

Regelungen vor Ort und in der Region

Meiner Erfahrung nach gibt es abhängig von der Region immer auch bestimmte Regelungen für das Outdoorverhalten von Menschen. Dazu zählen zum Beispiel

  • das Jedermannsrecht in nordischen Ländern, wie Norwegen, Schweden und Finnland
  • aber auch aktuelle Regelungen, die regional und zeitlich gebunden sind. (Als wir vor vier Jahren in Skandinavien unterwegs waren, herrschte eine so lange Trockenheit, dass das Grillen und Lagerfeuer Entzünden zu diesem Zeitpunkt nicht gestattet war.)
  • auch das Bade- und Angelrecht solltet ihr im Blick behalten, denn nicht überall ist es erlaubt zu fischen oder sind bestimmte Angelpässe erforderlich.

Meine persönlichen Ansprüche, um nachhaltig reisen umzusetzen

Mir ist es wichtig auch die Vorbereitung auf ein Abenteuer, einen Urlaub oder einen Ausflug möglichst nachhaltig zu gestalten. Aktuell denke ich viel darüber nach, wie ich dem Mikroplastik, das sich durch unser Zelten und wandern und draußen aktiv sein ergibt, entgegen wirken kann. Sei es durch den Einsatz plastikfreier Zelte oder das Tragen plastikfreier Funktionskleidung.

Dabei spielt für mich auch der Gedanke eine Rolle, nicht immer gleich alles neu zu kaufen, was ich nicht habe oder was heute vermeintlich „besser“ hergestellt wurde.

Unser Equipment für längere Wanderungen und Radtouren konnten wir in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt erweitern. Angefangen bei der Edelstahlflasche über Glas- und Edelstahl-Lunchboxen bis hin zu einem gebrauchten Fahrradanhänger.

Nachhaltig reisen und nachhaltig fortbewegen.

Inzwischen haben wir für uns als Familie auch sogenannte Schnittstellen entdeckt, die für uns im Alltag und im Urlaub von Relevanz sind.

Unsere Edelstahlboxen beispielsweise kommen auch während des gewöhnlichen Schulbetriebs fürs Pausenbrot zum Einsatz.

Meine Vorbereitung auf unsere Radtour im Sommer bringt nahezu automatisch mit sich, dass die Kids und ich auch im Alltag mehr mit dem Rad unterwegs sind. Dadurch schlagen wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe:

  • Wir trainieren für uns als Familie gemeinsam unterwegs zu sein. (Aufeinanderhören, bestimmte „Kommandos“ zu kennen, halte ich beim Radfahren für den Straßenverkehr und auch fürs gemeinsame Klettern und Wandern in den Bergen für sehr wichtig. Oder wie handhabt ihr das?)
  • Jede*r arbeitet an seiner/ihrer Konstitution. (Wir wollen dieses Jahr täglich 50-70km Rad fahren, das gelingt uns aktuell nicht mal eben so mit den Minis.)
  • Wir überprüfen und checken unsere Ausrüstung. (Sind die Fahrräder verkehrstauglich? Wie ist das mit Anhänger durch den Wald oder über Fahrradwege zu fahren? Welche Teile müssen ausgetauscht werden? Wer benötigt einen neuen Fahrradhelm? Wie sieht Nachhaltigkeit hierbei aus?)

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit auch, dass ich Dinge solange verwende, solange sie funktionstüchtig sind. Beim Fahrrad fahren oder auch bei Kletterausrüstung ist es total wichtig, dass die Ausrüstung Sicherheitsaspekte zu 100% erfüllt. Da genügt mir persönlich kein ausreichend, ich will, dass das Material was taugt. Also haben wir uns dieses Jahr gleich zwei neue Fahrradhelme besorgt, weil die Köpfe der Kinder so schnell gewachsen sind. Und ja, auch wir tragen Helme, weil Kinder sich Dinge abgucken. Es gibt keinen überzeugenden Grund als Erwachsener auf einen Helm zu verzichten.

Unser Sommerprojekt: Radfahren

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Wir werden dieses Jahr als Familie mit den Fahrrädern unterwegs sein. Die Suche nach dem perfekten Stück Wegstrecke ist fast abgeschlossen, die Vorbereitung der Fahrräder und unserer Konstitution läuft auf Hochtouren, so dass wir gerade aufs Fahrradfahren im Alltag umstellen. Das bedeutet, dass auch unser Alltag nachhaltig wird, denn:

  • wir wollen das Auto eher mal stehen lassen und schrauben dadurch massiv an unserem ökologischen Fußabdruck.

Klar, auch unser Zeitmanagement erfährt dadurch Veränderungen und Anpassungen. Doch solange wir diesen Teil achtsam und bewusst umsetzen, ohne in Druck und Nachhaltigkeitsperfektion zu geraten, passt das für uns.

In den kommenden Wochen habe ich zum ziel, euch andere Reise- und Ausflugsziele schmackhaft hier zu präsentieren. Außerdem erhaltet ihr Einblick in die ein oder andere Checkliste.

Jetzt bin ich neugierig und frage mich: Wohin macht ihr euch dieses Jahr im Urlaub auf den Weg?

nachhaltig reisen MamaDenkt

Hier findet ihr einen unserer vielen Urlaube im Schwarzwald.

Auch an unsere WWOOFing-Abenteuer denken wir noch heute unglaublich gerne zurück. Dafür klickt ihr hier.

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