AlltagsAbenteuer, bewusst:er leben
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Du schaffst das! Du schaffst das, mein Kind!

Du schaffst das MamaDenkt

Wir sitzen beim Abendbrot. Die Zeichentrickserie wurde gerade ausgeschaltet. (Ja, hier läuft manchmal zu Beginn der Mahlzeit eine Kinderserie. So ist das hier und es beraubt mich nicht meiner Medienkompetenz.) Schnell sind da Gespräche. Immer wieder geht es um dieselben Themen und noch bevor ich mich darauf einlassen kann, heißt es: „Du schaffst das!“

Du schaffst das!

Es sind nur drei Worte und dennoch sind sie voller Kraft. Ich sitze da und kann gar nicht anders als sie durch mich hindurchfluten zu lassen. Und wieder werden diese drei Worte ausgesprochen. Von meinem Mann. Demjenigen, der hier viel die vergangenen Wochen herumgelaufen ist und so gar keine Energie dieser Art ausgestrahlt hat.

Das zweite klare „Du schaffst das.“ lässt K1 zögern. Den Löffel Müsli eben noch zum Mund führend, stoppt die Hand. Seine Augen lichten sich und er blickt erst mich dann seinen Papa an. Die Gesichtszüge völlig entspannt und offen. Offen für die Nachricht, die in diesen drei Worten verborgen liegt. Doch was heißt verborgen? Klar und deutlich liegt es auf dem Tisch, vor den Augen aller.

Du schaffst das.

Kraft, die Sicherheit und Vertrauen schafft

Plötzlich macht sich ein Lächeln auf meinem Gesicht breit und ich fühle wie mein Herz glücklich wie ein kleines Kind hoch und runter springt. Freude pulsiert durch meine Adern, weil ich begreife, was da gerade passiert. Auf einmal fühle ich mich lebendig. Nicht nur ich habe dieses Lächeln auf dem Gesicht, auch K1 und der ganze Rest entspannt sich. Du schaffst das. Wir schaffen das.

Eben noch am nörgeln und schimpfen, übers Lernen, die Hausaufgaben und wieso man überhaupt auf die Schule gehen soll, ändert sich die Atmosphäre. Denn ja, du schaffst das. Es ist mitunter manchmal anstrengend, ja. Vielleicht auch langatmig und LANGWEILIG. Doch du schaffst das.

Das Kind gewinnt urplötzlich Sicherheit dazu. Denn ja, Mama und Papa wissen, du schaffst das. Auf einmal funkelt die Erkenntnis auf, dass schon so viel geschafft wurde. Denn pass mal auf: Wir stehen hier. Wir sitzen hier am Tisch und wir haben schon so viel geschafft. Nicht immer allein, oft gemeinsam. Ich habe es geschafft. Ich schaffe das. DU schaffst das.

Wir legen die Schienen

Einmal mehr erkenne ich, dass wir es sind, die die Schienen legen. Wir prägen unsere Kinder. Mit allem. Dabei dürfen uns Fehler passieren, solange die Grundhaltung stimmt.

Und obwohl es eben noch um „banale Dinge“, wie die Hausaufgaben ging, merke ich, wie groß diese Themen für unsere Kinder sind. Der Druck in den Schulen und dem Rest der Gesellschaft erfordert, dass wir einen klaren Standpunkt beziehen. Jahrelang habe ich unter dem Druck gelebt, mich durch Leistung und Perfektionen zu definieren. Ich weiß, was es bedeutet, sich diesem MUSS ausgesetzt zu fühlen. Meine Entscheidung, wenn auch unbewusst, war, dass ich alles gegeben habe und ein System entwickelte, zu lernen, zu überzeugen und mich zu beweisen. Dennoch blieb der Gedanke: Ich schaff das nicht.

Und DAS, das will ich für keines meiner Kinder. Es gibt so viele wichtigere Dinge im Leben als Zeugnisse oder die berufliche Karriere. In den letzten 15 Jahren habe ich immer wieder erlebt, wie leer Menschen wirken können, die nur nach diesen Leistungen beurteilen und selber danach leben. Natürlich gibt es erfolgreiche Menschen, die Karriere gemacht haben und nicht Lemmingartig durchs Leben stapfen. Meist sind auch sie ihrem Herzen gefolgt. Sie haben das leise Klingen des eigenen Herzens vernommen und sich danach ausgerichtet.

Als Mutter biete ich immer häufiger einen Gegenpol zur Schule oder Gesellschaft. Ja dazu stehe ich. Ich liebe das Lernen und meine Kinder sind durchweg wissbegierig und neugierig. Wenn ich merke, dass ihnen das verloren geht, weil Druck und Leistung plötzlich das einzige sind, was eingefordert wird und zu zählen scheint, dann lehne ich mich auf. Auch gegen Schule. Auch gegen Gesellschaft.

Frei denkend und voller Liebe

Ich weiß, dass Schule gelingen kann. Für alle. Sie muss nicht funktionieren, weil ich glaube, dass wir alle einen Drang und eine Sehnsucht danach haben, etwas zu schaffen. Auch bin ich davon überzeugt, dass wir Eltern unseren Anteil daran haben, dass Schule gelingt.

Unser Hauptaufgabe: Unsere Kinder motivieren. DU SCHAFFST DAS.

Du schaffst das MamaDenkt

Diesen Moment hat uns letzten Endes ein Video von Nile Wilson (Olympia-Medaillen-Gewinner im Turnen) geschenkt. Er sagt nichts Neues in diesem YouTube-Clip. Doch er beschreibt, was die wichtigste Botschaft seiner Eltern an ihn gewesen ist. Mitreißend. (Allerdings gab es das Video nur im Rahmen einer Newsletter-Registrierung meines Mannes und ich kann das hier nicht teilen. Sry.)

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