nachhaltig leben, Nachhaltigkeit
Kommentare 5

Ploggen ist das neue Joggen

Ploggen ist das neue Joggen MamaDenkt

Ihr habt richtig gelesen: Heute geht es um den neuesten grünen und nachhaltigen Trendsport: Ploggen. Und ja, ich habe mich nicht verschrieben, denn das andere, was ich hier auf MamaDenkt tue, nennt sich bloggen.

Ploggen, joggen und dann noch bloggen

Ich habe schon vor einigen Monaten von diesem sogenannten Ploggen gehört und wollte euch schon längst darüber aufklären und eigene Erfahrungen berichten. Denn ohne es als solches bezeichnet zu haben, gehen mein Mann und ich auch immer wieder mal ploggen.

Das Wort “ploggen” ist eine Zusammensetzung des schwedischen Wortes plocka, das so viel wie “aufheben” bedeutet, und joggen, das ihr vermutlich auch als anstrengende Sportart kennt, um schnell viele Kilos zu verlieren oder aber einfach Stress und Druck wegzulaufen.

Im Sommer veranstaltete recolution zusammen mit dem nachhaltigen Magazin Biorama das erste junk’n’run – Event, bei dem es darum ging, Hamburg von seinem Dreck zu befreien.

Wozu denn das Ganze?

Unser Planet versinkt in Müll und wir haben nur diesen EINEN. Das finde ich so erstaunlich. Jedesmal wenn ich unterwegs in eine große Stadt bin oder aber auf eine Autobahn auffahre oder über eine Landstraße, dann sehe ich massenweise Müll. Ich kann das einfach nicht verstehen und nachvollziehen. Als ob es so schwierig ist, den nächsten LEEREN Mülleimer abzuwarten und seinen Müll dort zu entsorgen, ist es IN DEM JEWEILIGEN Moment sehr viel einfacher die Tüte FastFood-Verpackung oder die abgerauchte Kippe aus dem Fenster zu werfen oder zur Seite zu schnipsen. Die Konsequenzen, die mit einem solchen Verhalten verbunden sind, werden einfach nicht in Betracht gezogen. Woher kommt das? Wie kann das sein, dass wir alle die Nähe zur Natur und dem Natürlichen verloren haben und es so wenig eines Besseren belehren lassen?

Ploggen ist das neue Joggen MamaDenkt 01

Nun gut. Es ist wie es ist.

Zum Glück gibt es dann also diese verrückten Menschen, die nicht nur Lust daran haben, ihre Kilometer abzulaufen, sondern auch noch den Müll der anderen aufzusammeln.

Ein Leben ohne Müll…

… scheint in Städten, aber auch auf dem Land gar nicht mehr so einfach möglich zu sein. Gestern saß ich auf der Couch und habe mich wirklich gefragt, was früher den so an Reststoff übrig geblieben ist? Es gab ja noch gar nicht so viel aus der Erde gefördertes Mineralöl, das sich zu allem möglichen “umformen” ließ. Also gab es auch weniger Müll.

Ein Leben mit Müll…

… verdreckt unsere Städte und ganze Landstriche.

… führt zu solchen Kämpfen gegen Windmühlen. Denn ja, diejenigen, die den Müll aufsammeln sind zahlenmäßig viel weniger als diejenigen, die ihren Müll unachtsam in der Pampa liegen lassen oder auf dem Gehsteig oder am überfüllten Mülleimer in der Innenstadt.

… führt zu Umweltkatastrophen, wie wir sie seit Jahren und Jahrzehnten in den anderen Ländern erleben. Doch eins hat sich geändert: Der Müll kommt auch zu uns. Auf unsere Teller, in unser Bewusstsein. Sei es durch die Sozialem Medien oder die öffentliche Aufmerksamkeit, die zunehmend auf diese Probleme unserer Zeit hinweisen. Daher ist es auch gar nicht so verwunderlich, dass plötzlich auch größere Unternehmen und Organisation ein erstaunliches Interesse an ein bisschen Grün haben.

… bringt desaströse Konsequenzen mit sich. Für unsere Umwelt, Tiere und auch die diversen Nahrungsketten und mit auch für unsere Teller.

Ich gehe gerne ploggen

Ploggen ist daher schon seit einiger Zeit MEINE Sportart. Zu Weihnachten erhoffe ich mir außerdem meine erste Baumwolle-Laufhose. Auch mein Barfußlaufen-Experiment läuft weiterhin. Inzwischen kann ich ohne Knieschmerz 4km am Stück laufen und habe auch schon 4,5Kilo weniger an Gewicht herumzutragen. (Vielleicht steht das in irgendeinem Zusammenhang, denn dann sollte ich mich ranhalten.) 

Warum das wichtig ist?

Meine Sportkleidung, sowie meine Schuhe bereiten mir in Sachen Mikroplastik weiterhin Kopfzerbrechen. Denn ja, meine Schuhe sind weiterhin Sondermüll, wenn ich sie nicht mehr tragen können werde und meine Sportbekleidung besteht aus Synthetik, die bei jedem Waschgang einige Tausend Mikrofaserpartikel ans Wasser abgibt, die letzten Endes ins Meer gelangen. Ja, die kann KEINE Kläranlage rausfischen. Zu Mikroplastik habe ich hier schonmal ausgiebig geschrieben und referiere regelmäßig zur Thematik auf den verschiedensten Veranstaltungen.

Ein Event vor Ort zum Ploggen

Zwei Ideen, die ich dir heute gerne hinerlassen möchte:

Was hältst du davon, selber ploggen zu gehen und dich mit deinen Laufpartnern mindestens einmal im Monat einer der bekanntlich vollgemüllten Strecken zu widmen? Andere Menschen werden auf uns aufmerksam, vielleicht entstehen Gespräche, vielleicht gewinnen wir so mehr öffentliche Wirksamkeit?! Bestimmt!

Was wäre, wenn unsere sportlichen Events auch diese Komponente mehr im Blick haben? Gerade Sportveranstaltungen verursachen so unglaublich viel Müll, dass ich jedes Mal nur mit dem Kopf schütteln kann. Ein Event, das für Fitness, Gesundheit und Lebendigkeit steht im selben Zuge dazu beiträgt, dass unsere Umwelt verhüllt und krank wird. Nicht zuletzt auch wir Menschen, die in Form von Fisch, Honig, Wasser und so weiter Mikroplastik zu sich nehmen. Erst kürzlich wurde Mikroplastik in menschlichem Stuhlgang nachgewiesen (vom Hocker reißt mich das nicht) und erst vor einigen Wochen hat das EU-Parlament beschlossen, einige Einwegplastikgeschirrprodukte zu verbieten. Ereignisse und Informationen, die aus meiner Sicht nicht verwunderlich sind, aber auch Konsequenzen haben sollten.

Ein großer Erfolg, und wie geht es weiter? Ich möchte Teil der Veränderung sein, weil ich glaube, dass es auf uns alle ankommt. Was denkst du dazu?

Ploggen ist das neue Joggen MamaDenkt Pin

Das ist einer der Artikel, bei denen ich mich habe verleiten lassen, einfach drauf los zu schreiben. Sie sind aus der Feder heraus und ein Produkt lang gewälzter Gedanken, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt einfach Raum verschaffen müssen. Ähnlich wie dieser hier, in dem es darum geht, dass ich doch nur die Welt retten möchte. Oder auch dieser hier, in dem mich die große Wucht, unseres Plastikproblems wirklich von den Socken gehauen hat.

5 Kommentare

  1. Gerade vorhin war ich eine Runde Ploggen. Habe aber keinen Abfall gefunden – saubere Gegend hier – daher ist es beim Joggen geblieben ;-)

  2. Tanja Heller sagt

    Mich nervt der Müll im Viertel schon länger. Vielleicht mach ich’s einfach für ihn. Damit er wieder kommt. Der Langbeiner am Himmel. Hab einen Kranich gesehen. Gut gegen Novemberblues.

    • Mich nervt dieser ganze Müll auch so an… Vor allem aber die Konsequenzen und dass viele Menschen es einfach so hinnehmen. Das ist halt einfach so… O_o

  3. Du hast mich auf eine Idee gebracht, liebe Rachel. Es ist nämlich Klinikgelände. Erst hab ich einen Mitarbeiter gefragt. Der war schon leicht genervt von mir. Gutes Zeichen. Daran muss ich mich gewöhnen, dass ich für andere unbequem bin. Wer für den Müll zuständig ist. Und jetzt hab ich die Klinik angeschrieben. Das ist so der Schandfleck in der Straße. Also diese zugemüllte Stelle. Sollen es bitte beseitigen und zukünftig sauber halten.

  4. Pingback: Ein Mehrwegboxen - System, das keiner will | MamaDenkt.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.