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Ich will doch nur die Welt retten! Warum hört mir denn keiner zu?

Welt retten MamaDenkt 01

„Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Aber ich will mich aufregen. Nicht darüber, dass zunehmend mehr Menschen die Hoffnung verlieren. Nicht darüber, dass zunehmend mehr Menschen frustriert sind, nicht gehört zu werden. Denn den Frust darüber kann ich so gut verstehen. Ich will mich darüber aufregen, dass mir keiner zuhört. Die Welt retten, sie zumindest verändern, weil es so viel zum Positiven zu verändern gibt, das will ich. Also hört mir endlich zu!“

So in der Art schallt es ganz oft in meinem Kopf.

Die Welt retten

Es heißt ja immer „Druck erzeugt nur Gegendruck“. Ja, stimmt. Sehe ich ganz genauso. Manchmal will ich aber trotzdem kein Verständnis mehr haben. Ich will mich den Gedanken und Worten von Alex in der letzten Frage der Nachhaltigkeit anschließen. Dort beschreibt sie, wie sie manchmal durch die Straßen Münchens zieht und ihr begegnende Menschen schütteln möchte. Das ist alles andere als „ohne Druck“.

Übers Ziel hinaus

Vielleicht empfindet sogar der ein oder andere dieses letzte Gespräch über Nachhaltigkeit als Druck. Das mit diesem Druck ist ja eine recht subjektive Geschichte, wenn wir mal ehrlich miteinander sind. Die Konsequenz ist nur leider dieselbe. Wer den erhobenen Zeigefinger sieht, der mag nicht mehr zuhören, dreht sich weg oder schaut mich nickend an und lässt meine Worte ins eine Ohr rein und durch das andere wieder raus.

Nach der gewaltfreien Kommunikation lassen meine frei geäußerte Wut und mein offensichtlicher Ärger, den ich hier unkontrolliert rauslassen möchte, eher auf den Wolf in mir schließen. Doch nicht nur das: Es besteht das Risiko, dass meine Leser gehen und nicht wiederkommen. Dass mein Gesprächspartner sich angegriffen fühlt, auf Abstand geht und eine Mauer hochzieht. Und das innerhalb nur weniger Sekunden. Welt retten geht nicht.

Falsche Tonlage?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich rechtfertigen muss, damit mich mein Gegenüber ernstnimmt. Zum Beispiel: Ich trinke jetzt seit langer Zeit aus einer Edelstahlflasche. Ich bereue es zutiefst, erst so spät darüber nachgedacht zu haben, wie schädlich für ALLE diese ätzenden Plastikflaschen sind. Auch für mich und meine Gesundheit. Allerdings werde ich vom Großteil meines Umfeld für und mit dieser Einstellung belächelt.

„Recht hast du. Stimmt ja schon.“ – und zack wird die Plastikflasche an die Lippen gesetzt. Wenn dann ein Herr Plasberg kommt und eine Sendung zu Plastik macht, schwenken alle um und nutzen Glasflaschen. Auch ein Jens Spahn, selbst wenn seine Äußerungen aus rein menschlicher Sicht nur schwer nachvollziehbar sind, erhält mehr Gehör. Was bitte schön mache ich falsch? Treffe ich einfach nicht den Nerv der Zeit mit Fragen unseres „Überlebens“? Mich nervt das gerade total an.

Mir fehlt jetzt in diesem Moment die innere Stärke, mich darüber zu freuen, dass ein Thema, das mir wichtig ist, zumindest auf diese Weise durch andere vorangetrieben wird. Wer mir auf twitter folgt, bekommt das da manchmal auch mit, wenn ich ungeduldig und frustriert bin.

Vertane Liebesmüh‘

Es gibt gerade viele Menschen in meinen Feeds, die mich über alle möglichen Kanäle fragen, wie ich damit umgehe, wenn ich scheiter? (Was ja ganz offensichtlich auch der Fall ist.) Insbesondere bei der Kommunikation nachhaltiger Themen. Eine ausführliche Antwort gibt es in zwei Wochen bei Alex auf dem Blog. 

Doch jetzt, in diesem Moment, bin ich tatsächlich megafrustriert und frage mich: Wofür? Wofür setze ich so viel meiner Energie in diese Thematik? Wieso schreibe, blogge und referiere ich zu diesen Themen? Wieso schiebe ich Ideen und Projekte voran und erhalte diesen Blog? Wozu? Es hört mir doch eh keiner zu. Die Welt retten, zumindest meine Versuche hierin, scheinen vertane Liebesmüh‘ zu sein.

Verlust an Authentizität

Und dann gehe ich auch noch Kooperationen ein, die so manch einer meiner Leser zweifelhaft findet? Setze mich der Kritik meiner Leserschaft aus, die berechtigterweise mit dem Finger auf solche Artikel zeigt. Mich kann doch keine*r ernstnehmen.

Damit, dass man mich ernstnimmt, ist es gerade, nicht so bestellt, wie ich das gerne hätte. Ich könnte mich jetzt ja mal nach einem Seminar umschauen in Sachen Selbstbewusstsein mit dem Titel „Damit mich andere ernst nehmen…“ , ob mich das weiterbringt, kann ich leider nicht einschätzen.

Die Welt retten ist mit scheitern verbunden

Das war ein Einblick in meine Gedanken und das, was mich manchmal am liebsten den Kopf in den Sand stecken ließe. Inzwischen bin ich jedoch sehr gut darin geworden, zu hinterfragen, was da gerade passiert? Wo kommt die Frustration her? Ist sie berechtigt? Und was kann ich damit anstellen? Kann ich diese negative Energie irgendwie „umpolen“? Denn wenn ich jetzt aus diesem text aussteigen würde, dann wäre keinem und keiner damit geholfen. Mir nicht, dir nicht und der Welt auch nicht. Welt retten sieht anders aus.

Die Rettung der Welt aus der zweiten Reihe

Was ist das also, was mich stört? Woher kommt diese Frustration? Ich glaube, dass hier einfach mehrere Dinge aufeinander treffen. Viele persönliche Umstände, subjektiv Empfundenes, ein haariges Thema, mit dem sich keine*r so gerne auseinander setzt und der Umstand, dass ich einfach nicht die Öffentlichkeitspräsenz habe, wie ein TV-Moderator oder ein Politiker, der zweifelhafte Äußerungen an die Öffentlichkeit herauslässt. Auch das Gefühl des Scheiterns, dieses Wort ist gegenwärtig und macht natürlich was mit mir.

Hinzukommt, dass es Werte gibt, die mich ausmachen, auf die ich in den letzten Monaten leider nicht immer zu 100% gehört habe und versucht habe Kompromisse einzugehen. Kompromisse, auf die ich keine Lust mehr habe und für die ich nun nach anderen Wegen suche. Das kann ja nicht so schwer sein. Hier sind wir schon am Übergang ins das: Was mache ich jetzt damit?

Scheitern ist relativ. Sechs Jahre wird dieser Blog dieses Jahr. Er verzeichnet eine Entwicklung und viele, viele gute Partnerschaften sind in den vergangenen Monaten und Jahren entstanden. Seit letztem Jahr habe ich Partner an meiner Seite, mit denen ich mich in nur kürzester Zeit über tolle Entwicklungen freuen kann. (An dieser Stelle kommt dann ganz schnell der Gedanke: JA, aber global… und dann denke ich an #whataboutism und den Beitrag, den Perlenmama, dazu die Woche verfasst hat. Dieses „Ja, aber was ist mit…“ in diesem Moment hat keine qualitative, positive Auswirkung. Also weg damit.)

Die Welt zu retten, bedeutet auch zu scheitern. Ja, ich verändere die Welt aus der zweiten Reihe und nicht an vorderste Stelle. Dort stehen andere und ich kann nur hoffen, dass es Menschen sind, denen das Herz für Mensch und Gesellschaft schlägt und nicht nur Einschaltquoten oder den Zeitgeist. Sina Trinkwalder fällt mir an dieser Stelle ein, der ich in den vergangenen Wochen ganz oft im Netz begegnet bin und durch ihre Gedanken nochmal neu angestachelt wurde, mich einzusetzen. Für das, woran ich glaube und was mir wichtig ist.

Denn, wenn nicht ich oder wir, wer denn dann?! Einer muss losgehen. Kennt ihr vielleicht von zu Hause mit den Kids. Oder aus der Uni oder dem Großraumbüro. Einer muss anfangen.

Keiner hört mir zu.

So ist es ja nicht. Und das zeigen meine Instagram-Follower, genauso wie ihr hier auf meinem Blog oder die Leser und Partner an anderen Stellen im Netz. (google analytics und damit mein Analyse-Tool für Klicks und Co. habe ich übrigens vom Blog geschmissen. Ja, es passt nicht zu meinen Werten. Daher möchte ich an dieser Stelle aber schon ma auf das Konzept Blogpatenschaft hinweisen. Denn ihr habt ja rausgehört, so manche Anzeige ist ein großer Kompromiss zwischen meinen Werten und meiner Arbeit an diesem Blog.)

Wenn du in Sachen Nachhaltigkeit informiert bleiben möchtest, komm mich gerne auch auf Facebook oder twitter besuchen. Da git’s ganz oft von mir entdeckte Videos oder News anderer Akteure in Sachen Nachhaltigkeit.

Wenn du mehr über Nachhaltigkeit lesen magst kannst du hier 5 konkrete Tipps von uns nachlesen. Oder dich interessiert das Thema Minimalismus, dann magst du hier vielleicht reinlesen.

Es gibt auch ganzes Bautagebuch zu unserem Projekt „Alte Schule“, das findest du hier. 

Ich freu mich auf euch!

16 Kommentare

  1. Liebe Rachel!
    Toll, dass dieser Beitrag das Licht der Welt erblickt hat. Toll, und sehr wichtig. Denn ich glaube, du sprichst vielen aus dem Herzen. Auch mir.
    Ja, wir retten die Welt vielleicht nur aus der zweiten Reihe. Aber wir TUN etwas. Wir denken nach, und wir werden aktiv. Und wir sprechen darüber, höre zu und diskutieren. Unermüdlich. Weil wir nämlich ganz genau wissen wofür wir es tun. Schlicht für unser Überleben und eine lebenswerte Zukunft nachfolgende Generationen.
    Ja, das klingt drastisch. Ich weiß, aber leider ist es wahr. Und darum lasst uns nicht aufhören zu kämpfen. Gemeinsam sind wir stark. Auch in der zweiten Reihe ;-).
    Alles Liebe
    Alex

    • Ja, diese Gedanken brauchten einen Kanal und ein Ventil. Es ist manchmal einfach so zermürbend. Umso schöner hier im Netz auf Menschen wie euch zu treffen.

      😉 :*

  2. Janine sagt

    Liebe Rachel,

    ich verstehe dich absolut. Erst gestern wieder kam eine Freundin, mit der ich mich verabredet hatte, aus einem Tedi mit irgendeinem Plastik-Haushaltsgadget, das sie eigentlich gar nicht braucht. Lustigerweise kommentierte sie das direkt mit „Tja, kurz Schrott für die neue Wohnung gekauft.“. Warum dann überhaupt?

    Auf der anderen Seite sehe ich schon, dass sich in meiner realen „Filterblase“ Dinge ändern. Immer mehr kaufen Kleidung nur noch auf Flohmärkten. „ToGo“-Becher nutzt, soweit ich weiß, keine meiner Freundinnen mehr (früher war das anders). Es ist nur immer wieder schockierend, wenn ich mit anderen Menschen zusammenkomme. Auf einer Fete bin, wo Schoko-Bons in Massen serviert werden (ich liebe das Zeug, aber kaufe es nie, weil die Packung aus mehr Plastik als Schokolade besteht). Wenn ich auf dem Weg in die Stadt wieder sehe, dass jemand seinen kompletten Hausmüll regelmäßig am Wegesrand entsorgt. Wenn ich sehe, dass sich im Supermarkt jemand für einen Bund Bananen extra noch ein kleines Plastiktütchen genommen hat.

    Auf der anderen Seite ist auch immer das Gefühl da, dass man selbst nicht genug macht. Ich schaffe es zum Beispiel nicht, auch nur einigermaßen plastikfrei einzukaufen. Dafür müsste ich mindestens in die nächste Großstadt fahren. Und selbst da wären es nur einzelne Dinge, die ich besser bekomme (kein Unverpackt-Laden). Wäre das sinnvoll? Ich nutze immer noch meine 15 Jahre alten Fleecedecken, obwohl ich weiß, dass bei jedem Waschgang Microplastik ins Meer gerät. Obwohl es deutlich Plastik einsparen würde und ich auch damit liebäugle, schaffe ich es nicht von vegetarischer auf vegane Ernährung umzusteigen. Da bin ich, ehrlich gesagt, auch zu bequem für. Und auch komplett saisonale und regionale Ernährung bekomme ich nicht hin, auch wenn ein großer Teil meines Gemüses aus dem Bauernladen stammt. Wer bin ich also, mich als Nachhaltigkeits-Guru aufzuspielen? Für mich ist das eine Zwickmühle. Denn wenn alle so denken, ändert sich ja nichts, wie Du ja auch geschrieben hast.

    Ich wünsche dir viel Kraft, dich trotz allem weiterhin einzusetzen und für das, woran du glaubst, einzutreten. Dein Blog ist super und als werdende Mama bin ich froh über deinen Blickwinkel!

    LG
    Janine

    • Oh, ich will mich auch gar nicht als Nachhaltigkeit-Guru aufspielen. Wir machen auch sooooo unendlich viele Kompromisse – furchtbar. Aber es geht mir damit auch echt schlecht. Und wenn ich mich dann manchmal umschaue und sehe, was für Auswirkungen eine „hart aber fair“-Sendung hat, mit Inhalten DIE NICHT NEU SIND, dann weiß ich manchmal einfach nicht…

  3. Liebe Rachel!
    Ich hab mich sehr gefreut, als ich auf Deinen Blog gestoßen bin – so viele Ideen und Gedanken zu Nachhaltigkeit im Alltag. Es stimmt also nicht, dass keiner zuhört. Leider bin ich auch noch weit davon entfernt, ein plastikfreies Leben zu führen – aber der Gedanke daran keimt, hin und wieder setze ich etwas um – und rede mit Leuten in meinem Umfeld darüber. Dein Blog ist dabei ein Baustein, ein kleines Teilchen, das die Aufmerksamkeit für das Thema mit schärfen hilft. Ich wünsch Dir weiter viel Kraft, und dass es Dir gelingt, Wut und Frust in Nachhaltigkeitsprojekte zu verwandeln!
    Friederike

    • Liebe Friederike,
      ich bin so froh über Leser, wie dich. Ihr macht mir echt das Herz leicht, wenn es hier mal schleppend und anstrengend wird, in Sachen Nachhaltigkeit unterwegs zu sein. Vielen, vielen Dank! Und ja, das werden wir tun. Positive Energien nutzen. Bäm! Und Frust und Wut in nachhaltige Projekte umzuwandeln. YES!

  4. grouden sagt

    Dein Frust ist verständlich und zeigt, dass dir das Thema so sehr am Herzen liegt.
    Aber: DU hast meine Ansicht der Dinge verändert und bei mir ganz viel ins Rollen gebracht, weil ich auf deinen Blog gestoßen bin, als der Nachhaltigkeitssamen in mir zu keimen begonnen hat und du eine derjenigen warst, die ihn sozusagen begossen haben. 🙂

    • Oh, das hast du so schön gesagt! Ich bin total gerührt. Sowas bekomme ich als Bloggerin ja nur in den seltenen Fällen mit. Vielen Dank!! 😀

  5. „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ (Gandhi)

    Und das bist du liebe Rahel! Du bewegst etwas, du inspiriert und zeigst einen möglichen Weg auf. Einige werden dir folgen, andere nicht, aber das wichtigste ist es das du dir selbst treu bleibst. Mach weiter so und verzage nicht. Jeder Schritt in die richtige Richtung ist ein unverzichtbarer.

  6. Anja sagt

    Liebe Rachel,

    das mit der offenbar falschen Tonlage kenne ich sehr gut. Gerade heute wollte ich die Verantwortlichen für unser Osterfeuer überzeugen, es vor dem Anzünden nächste Woche nochmal auseinanderzuziehen, damit dort Schutz suchende Tiere (das Holz wurde schon vor vielen Wochen aufgeschichtet) noch fliehen können. Ich dachte auch, ich hätte freundlich darum gebeten. Aber mein Mann meinte kurz darauf, dass mein Tonfall alles andere als freundlich, sondern sehr fordernd und vorwurfsvoll war. Das war nicht mein Selbstbild. Kriecht uns unsere Wut über die Ignoranz anderer Menschen manchmal so aus den Poren, dass wir es nicht mehr schaffen, einen sanften Tonfall anzuschlagen?
    Ich war über die Rückmeldung meines Mannes sehr erschrocken, aber auch innerlich gleich wieder trotzig: Warum muss ich sanft um etwas betteln, dass doch alle Menschen etwas angeht und mitnichten mein Privatvergnügen ist???
    Es ist manchmal sehr hart und wie Janine schon sagt – wir machen auch nicht alles perfekt. Ich denke, niemand von uns. Aber die Konsequenz darf deshalb erst recht nicht lauten, aufzugeben und nichts mehr zu machen. Ganz im Gegenteil.

    • Ja komisch, oder? Und dann ist da ja auch noch die Frage, ob du dich vorher schon mal mit deinem Mann über die Problematik besprochen hast. Und wieviel Hintergründe er während des Gesprächs schon hatte und dementsprechend die Intensität deiner Aussage einzuschätzen wusste.

      Nachhaltigkeit ist und bleibt ein schwieriges Thema. Schade. Immer hängt Manie Spagat zwischen dem bösen Zeigefinger und dem laisser-faire – es hat ein bisschen was von Erziehung…

  7. Daniela sagt

    Hallo Rachel,
    hier hören und lesen dich eine Menge Leute, die wiederum die Diskussion mit ihrem Umfeld anregen oder auch ihre Kinder zur Nachhaltigkeit erziehen. Gerade da ist ein von einer Mutter geführter Blog besonders wichtig, weil für mich inspirierender als jemand, der nur für sich selbst sorgen muss.
    Du kennst doch die Geschichte mit dem Schmetterling, der auf der anderen Seite der Welt mit den Flügeln schlägt und irgendwo gibt`s dann nen Sturm…Oder aber wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun – wird was großes draus.
    Vor sechzig Jahren war es undekbar, dass eine verheiratet Frau arbeiten geht und Hosen anzieht – heute haben wir eine Bundeskanzlerin.
    Wer hätte vor dreißig Jahren gedacht, dass eine Menge Deutsche auf die Strasse gehen und rufen : „Wir sind das Volk!“
    Diese Sachen haben klein angefangen, wenige haben Mut gehabt, andere mit begeistert – und die Welt verändert.
    Und auch die nötige Veränderung, um unser Überleben auf dem Planeten zu sichern, werden kommen. Fangen schon an.
    Bleib dran, wir brauchen Menschen wie dich dafür!
    Liebe Grüße und einen schönmen Sonntag noch für Euch alle!
    Daniela

    • Hej Daniela, eine Menge Leute?!?? Ich weiß gerade nicht, ob mir das Angst macht oder mich freut. 😀

      Nein Quatsch. Echt? Wow, das freut mich. Umso mehr freue ich mich und bin neugierig, wie sich eure Diskussionen gestalten?

      Den Gedanken zum dem Schmetterling kenne ich. Und ja, versuche ich mir selber auch immer und immer wieder einzubläuen. Aber manchmal, manchmal hab ich dazu keine Kraft. Dann zehren alle anderen Dinge so sehr an mir…

      Danke, dass du dir Zeit für einen Kommentar genommen hast. Mir macht das gerade sehr viel Mut!!

  8. ich kann den frust, der sich bei dem thema auftut durchaus verstehen!… allerdings, und das muss ich auch sagen, kann ich auch verstehen wenn sich andere menschen „von der falschen tonlage“ etwas genervt fühlen oder wenn sie das gefühl haben, in ihrer lebensweise angegriffen zu werden.
    jeder weiß natülich was THEORETISCH wichtig wäre im sinne des umwelt und klimaschutzes. das problem ist nur: auf individuellem level hat jeder (etawas zurecht) das gefühl „ich kann nichts ändern“. in sachen plastik z.b. wäre allein eine politische veränderung wirklich effectiv. (z.b. das bio gemüse nicht auchnoch in plastik verpakt werden muss) Bei Forderungen wie:“gehe nurnoch unverpakt einkaufen und lfiege nie wieder in den urlaub“ sträubt sich auch mir manchmal das fell. unverpakt: ist of teurer, kostet extra zeit und aufwand oder ist teilweise in der umgebung einfach nicht möglich. verglichen mit dem mehrwert den ein individueller einkauf bringt vs dem aufwandt den er kostet, muss ich gestehen verstehe ich wenn leute nicht gerade begeister über derartige vorschläge sind.
    auch forderungenwie „Muss man in den urlaub fliegen“ (theoretisch nein aber…) machen einem natürlich keine freunde. (busines trips mal ausgenommen, da kommt man halt nciht drum rum) ich will die welt sehen, ich will fremde länder bereisen und oftmals ist fliegen die einzige wirkliche möglichkeit ( wenn ich z.b. freunde in dne USA sehen möchte bleibt mir da nichts anderes übrig). ich finde es immer schwer, das richtige maß zu finden und dne richtigen ton im umgang mit anderen menschen zu treffen denn, sind wir mal ehrlich: nein, keiner möchte gerne, und sei es noch so freundlich, über den eigenen stil derkindererziehung belehrt werdenoder of die aussage: wir fliegen im sommer nach schweden ein „möchtest du nicht lieber lokalen fahrradurlaub machen? da ist besser für die umwelt“. manchmal erwacht da noch das kind in einem und man denkt sich „trotzreaktion! nö jetzt erst recht nicht!“ ich glaube das ein öffentlicher, politischer gesellschaftlicher diskurs mit dem ziel umweltverträglichkeit „alltagstauglicher“ zu gestalten fast am wirksamsten wäre. versuchen große plastikmengen aus dem verkaufsprozess von vorneherein zu entfernen, warum nicht nachhaltigeren tourismus auch in anderen ländern fördern, etc. natürlich fängt politische veränderung immer beim einzelnen an, aber ich glaube das „großflächige“ lösungen deutlich effectiver sind als wenn eine handvoll leute ihre wöchentliche protion nudlen und linsen im einmachglas kaufen.
    eine frage habe ich noch die mich immer interessiert hat: weiß zufällig einer, wie unverpackt“ läden ihre ware beziehen? versuchen diese aktiv auch ihren plastikverbrauch zu senken? ich überlege nämlich woher diese ihre „plastikfreie“ ware bekommen, wenn die meisten produte doch shcschon vom hersteller her eingepackt sind (e.g. gemüse) ich würde mich über eine antwort freuen. 😀

  9. Carina sagt

    Liebe Rachel,
    ich lese schon seit einiger Zeit Deinen Blog, auch viele Artikel aus Deinem Archiv. Und ich habe schon einiges für meinen Alltag mitgenommen.
    Ich fange klein an und bin oft frustriert, dass Mann und Kinder nicht so mitziehen. Vom weiteren Umfeld ganz zu schweigen. Erst letzte Woche hat es mich wieder sehr schockiert, Pappteller und Plastikbesteck auf einer Geburtstagsfeier zu entdecken. Es wäre genug von allem im Haushalt zu finden, das war nur reine Bequemlichkeit.
    Das „Missionieren“ liegt mir nicht besonders, da kann ich nur mit gutem Beispiel voran gehen. Und hoffen, dass es einer merkt 🙂
    Und eigentlich haben wir in unserer kleinen Familie schon einiges umgestellt:
    Selbstgenähte Gemüsesäckchen, Stofftaschentücher, Glas- bzw Edelstahlflaschen für die Schule und für unterwegs, Backwaren nehmen wir beim Bäcker im Stoffbeutel mit und neuerdings kommt die Wurst beim Metzger in die mitgebrachte Dose. Seifenstücke statt Flüssigseife hat meine Familie klaglos akzeptiert, bei Seife und festem Shampoo zum Duschen sind sie schon nicht mehr so überzeugt dabei.
    Aber ich arbeite weiter dran und finde immer wieder Motivation bei Menschen wie Dir. Und Du bist für mich viel präsenter und glaubwürdiger als die aus der „ersten Reihe“.
    Viele Grüße – aus der dritten Reihe 😉

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