AlltagsAbenteuer
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Quittenkonfekt. Ein einfaches Rezept.

Anfang September schlenderten wir mit der Oma durch unsere kleine „grüne Hölle“ hinterm Haus. Seit knapp zwei Jahren wuchert dort nämlich alles, wirklich alles lustig vor sich hin. Ich hab gar keine Ahnung, was wir dort noch so finden werden. Unter anderem entdeckten wir dort einen Quittenbaum und daraufhin auch die himmlische Köstlichkeit: Quittenkonfekt.

Ein Quittenbaum für Quittenkonfekt

„Mama, Mama. Ich meine, Oma! Schau mal. Wir haben sogar einen Birnbaum.“
Meine Mama, also unsere Oma schaut in die Richtung meines Fingers, runzelt die Stirn und meint mit skeptischem Blick: „Das sind doch keine Birnen.“
Ich zucke mit den Schultern: „Doch. Bestimmt. Klar, der Baum sieht nicht wie ein Birnbaum aus und die Birnen sind ganz schön gelb, aber hej. Wir haben jetzt auch Birnen. Und schau mal, wie voll!“
Nachdem sie eine gepflückt hat und in ihrer Hand hält, kommt ein kurzes: „Die sind ja knüppelhart.“
Ich zucke wieder mit den Schultern und denke: Wir haben Birnen.
Sie riecht an der Frucht. „Die riechen wie diese… ach, wie heißen sie denn nochmal. Diese bitteren Früchte.“
Na ja, und da ich nur Grapefruit und Quitten als bittre Obstsorten einsortiert habe und es sich keinesfalls um eine Grapefruit handeln kann, sage ich: „Ne Quitte?!?“
„Ja!“ Sie strahlt übers ganze Gesicht. „Jawohl.“

Tja, und was kann man daraus machen?

Wozu Quitten sich eignen…

Bei meiner Umfrage im Bekannten- und Freundeskreis hieß es immer wieder: „Alle in einen Topf, weich kochen und entsaften. Dann kannste daraus Gelee machen.“

Oder auch nicht. In diesem Haus befindet sich mit Sicherheit irgendwo ein riesiger Topf. Ob der allerdings auch als Entsafter fungieren kann, das vermag ich nicht zu sagen. Mal abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wo ein solcher Topf während unserer Umbaumaßnahmen hingekommen sein könnte. Also: Erstmal nicht.

Ja, und sonst?

Irgendwie gab es kein „und sonst“. Bis mir dann jemand im Neuland steckte, dass sie Quitten zu Konfekt verarbeite und mir folgendes Rezept zuschickte. Ein Versuch war es wert, denn es sah ziemlich lecker aus. Und nachdem viele Quitten unter die Leute gegangen waren, wollte ich auch einmal etwas ausprobieren.

Vor ab: Die Zubereitung hat sich insgesamt über etwa vier Tage hingezogen. Zwar mit nur kleinen Schritten, aber das Konfekt oder auch die Quittenpaste lässt sich nicht mal eben als Nachspeise fürs Mittag- oder Abendessen vorbereiten.

Zutaten

1,5kg Quitten, 1/10l Wasser, Zitronensaft einer Zitrone und so viel braunen Zucker, wie nachher Fruchtmus herauskommt; Öl

Küchenutensilien

Großer Topf, Kochlöffel, Handtuch, Haushaltspapier, Messer, Pürierstab, eingeöltes Blech, Trockentuch.

Zubereitung

  1. Quitten unter Wasser waschen und mit Haushaltspapier abreiben. Diese Frucht, zumindest die Birnen-Quitte ist in der Regel mit einem zarten Flaum beschichtet, der abgerieben wird. Danach wird das Gehäuse herausgeschnitten.
  2. Weichgekochte Quitten mit dem Pürierstab zu Mus verarbeiten.
  3. Danach Zucker und den Saft einer Zitrone unterrühren. Das Mus sollte herb-frisch und fruchtig schmecken. Die Menge des Zuckers ist von der Masse der Paste abhängig. Ich habe bei 1,5kg Quittenmus 1,2kg Zucker hinzugefügt.
  4. Nun wird das Mus unter Rühren bei niedriger Temperatur auf dem Herd gekocht. Solange bis es breiig ist und eine rötliche Färbung angenommen hat. Bei mir hat das eine gute Stunde gedauert. (Meine Hand habe ich ebenfalls in ein Geschirrtuch eingewickelt, um keine heißen Spritzer auf die Hand abzubekommen. Ein guter Tipp aus dem Rezept, für die nächste Marmelade!)
  5. Dann wird es auf zwei dünn mit Öl eingefettete Backbleche ausgestrichen und in den auf 50°C vorgeheizten Backofen geschoben. Dort soll es die nächsten zwei Stunden trocknen. Am besten steckt ihr einen Kochlöffel in die Backofentür.
  6. Danach stellt ihr die Bleche für etwa vier Tage in einen trockenen Raum. Dort trocknet das Konfekt etwas nach und erhält seine feste Konsistenz.
  7. Wir haben nach fünf Tagen Rauten ausgeschnitten und in Kokosflocken gewälzt. Der Versuch das Konfekt mit Puderzucker zu panieren schlug fehl, weil der Zucker schnell feucht wurde. Bei meiner Recherche, wie zum Beispiel diese türkischen Süssigkeiten, die in der Regel ja auch „eingepudert“ sind, diesen Puder behalten, bin ich nicht fündig geworden. (Wenn jemand von euch eine Idee hat – immer her damit.) Mit Schokolade schmeckt es vielleicht auch?Quitten mit dem Wasser weich kochen. Vorsicht mit der Kochtemperatur. Das Ganze kann schnell anbrennen.

Hier nochmal der Arbeitsprozess in Bild:

Quittenkonfekt 02 MamaDenkt

 

Quittenkonfekt 04 MamaDenkt

 

Quittenkonfekt 03 MamaDenktQuittenkonfekt 05 MamaDenktQuittenkonfekt 06 MamaDenktQuittenkonfekt 07 MamaDenkt

So. Jetzt weiß ich, wie dieses Quittenkonfekt funktioniert. Lecker ist sie auch und prompt heute bekam ich von einem verschenkten Schub an Quitten ein Glas Quittengelee vorbeigebracht. Das war großartig!

Denn auf die Frage, wieviel ich für die zwei kleinen Obstkartons gefüllt mit Quitten bekommen würde, meinte ich nur, ein Glas des Endprodukts. Aber es war ehrlich gesagt, einfach nur so gesagt. Wie wir eben vieles heute einfach so sagen. Viel zu schnell. Ganz unüberlegt. Als ich dann heute tatsächlich das Glas an der Tür überreicht bekam, … das war ein sehr, sehr schönes und wunderbares Gefühl! Ich hab mich riesig gefreut!

So, wozu habt ihr Quitten schon verwendet? Habt ihr schon mal Quittenkonfekt zubereitet? Kennt ihr andere Namen für diese Köstlichkeit?

 

Dir hat das Rezept gefallen? Schau mal hier. Ich  habe mich mit einem einfachen Rezept ans Selbermachen von Pfefferminzsirup herangetraut. Wenn ich das kann, kannst du das auch.

Und das obwohl ich mir viele Gedanken zum Thema mit oder ohne Zucker mache. Hier findest du ein paar kritische Gedanken zum Zucker.

15 Kommentare

  1. Mmmh quittenkonfekt. Macht mein Papa immer. Gerne auch in hagelzucker gewälzt oder wie du schreibst mit Schokolade (zartbitter) überzogen. Sooo fein. Lasst es euch schmecken. Lg

  2. Ich liebe Quitten auch total, zum Glück haben wir einen Baum im Garten.
    Ich mache immer Quittenmarmelde (geht schneller und einfacher als entsaften) und auch Quittenkonfekt. Das Konfekt habe ich auch schonmal mit feinen Haferflocken vermischt und als Kugel gerollt (so Art Energiekugeln), das finde ich auch superlecker :-)
    Viele liebe Grüße,
    Marlia

  3. Möhre sagt

    Ich mach daraus Quittenmarmelade. Fruchtmuss mit Gelierzucker. Sehr lecker. Oder weichgekocht anstatt Äpfel auf den Kuchen. Oder mit Schnaps (Bsp. Korn) & Kandis ansetzen, dann wird es ein leckerer Likör.
    Gutes Backen! Viele Grüße, Möhre

    • Ok. Marmelade kommt also auch gut an? Dann brauch ich doch keinen Entsafter. Super!! Das mit dem Likör muss ich mir erst noch ablesen…
      Energiekugeln! Super.
      Danke für eure Tipps. Freu mich schon aufs Verarbeiten des Rests.

  4. Esther sagt

    also ich habe auch schon oft quittenmarmelade gemacht. sie ist ziemlich kernig, aber das mögen wir.
    ich fände es schade, so viel von den leckeren früchten nicht zu verwerten.

    auch lecker ist ne art tiramisu damit:

    löffelbikuits/eierplätzchen etc. (mit kaffee/tee) tränken,
    quittenmus drüber
    obendrauf ne mischung aus joghurt, sahne, frischkäse etc. (ziehe ich mascarpone vor)
    mit zimt bestreuen.

  5. Ich habe mich letztes Jahr auch das erste Mal an Quittenkonfekt versucht. Die kleinen Rauten habe ich in normalem Zucker gewälzt und dann zum Aufbewahren in Gläser gelegt. Das ist nicht geschmolzen/eingezogen/feucht geworden, sondern immer noch einwandfrei. Ich habe gerade nochmal gekostet und überlege jetzt, wo ich noch Quitten herbekomme. Unser Vorrat ist nämlich alle.
    Danke fürs Erinnern und viele Grüße
    Annett

  6. Quittenkonfekt ist lecker – vegetarische Gummibärchen :)
    mir persönlich ist aber zu viel Zucker drin.

    Prinzipiell kannst du Quitten wie Äpfel verwenden, sie haben halt ne längere Garzeit.
    In oder auf Kuchen machen sie sich sehr gut. Kompott ist lecker.
    Quittenstrudel hab ich auch schon mal gemacht – sehr fein. Etwas herber wie mit Apfel.

    Einfach ausprobieren!

  7. Annabella Glanert-Sekul sagt

    Ich habe 20 kg Quitten geschenkt bekommen als Quittenneuling. Zuerst habe ich Quittengellee, dann Quittenkonfekt gemacht, Quittenlikör angeseztzt und schließlich den ersten Quittenkuchen gebacken. Mit einem feinen Rührteig mit Mandelmehl, Quittenspalten obenauf und als Guß Quittengelee nach dem Backen aufgetragen. Alles superlcker geworden. Da jedoch noch so viele Quitten übrig sind, keiner welche haben möchte (zu viel Arbeit!), habe ich mich entschlossen, eine Edelstahl-Dampfentsafter zu kaufen, um Saft herzustellen. Denn diese wunderbar duftenden Früchte haben es verdient, genossen zu werden.

  8. Boar, lecker!!! Wir sind gerade erst wieder hier Zuhause angekommen. Auch so gedanklich. Und ich freu mich auf meine Kiste Quitten, die ich unten im Keller noch stehen habe. Ich denke, ich mache nochmal eine Schwung Konfekt, das Tiramisu und einen Kuchen vom Blech, der dann eingefroren wird. Dann habe ich alle verbraucht.

    Ich danke euch! Und ich liebe meinen kleinen alten Quittenbaum! :*

  9. Ich liebe Quitten seit meiner Kindheit. Eine liebe Freundin meiner Familie hat immer Quittengelee gemacht – das war heiß begehrt.
    Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal selbt Quitten (keien Ahnung, welche Sorte – sie sind riesig) verarbeitet, und zwar zu Marmelade (Rezept auf meinem Blog).
    Dieses Jahr will ich zusätzlich Quittenkonfekt herstellen. Da kommt dein Rezept wie gerufen.

    Liebe Grüße,
    Julischka

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