Alle Artikel mit dem Schlagwort: Solidarität

Vereinbarkeit – ein Solidaritätsprojekt?!?

Dieser Artikel ist entstanden, weil mich ein Blogleser gefragt hat, wie man uns denn im Hinblick auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf als unmittelbar Unbetroffener helfen kann? Eigentlich sollte es ein Kommentar werden, erschien mir dann aber doch besser als eigenständiger Artikel. Ich hoffe, dass ist ok für dich! Er ist persönlich, beinhaltet aber auch grundlegende Aspekte, was unser Auftreten in und als Gesellschaft betrifft. Here we go.

Deutschunterricht für geflüchtete Jugendliche

Diese Woche war es also endlich soweit. Das erste Mal, dass ich mich in einem Kontext wieder fand, um Deutsch als Zweitsprache zu vermitteln. Als Ehrenamtliche. Als Frau. Als Mensch, dessen Alltag schon recht voll ist. Alltag versus noch ein weiterer Termin Ich schreibe das, weil ich so ehrlich sein möchte, dass ich auf der Fahrt zum Treffpunkt wirklich stark mit mir gehadert habe. Noch am Vormittag hatte ich im Netz von einer Bloggerkollegin gelesen, die wirklich auf dem Zahnfleisch kriecht. Die das Gefühl hat all ihren vermeintlichen Verpflichtungen, ihren Kindern, sich selber einfach nicht mehr gerecht zu werden. Unter Druck gesetzt von vielen SuperMOMs, die sich oft gar nicht als solche darstellen wollen und auch nicht als Superheldinnen fühlen, aber die scheinbar allerschönste und perfekteste Weihnachtszeit erleben. Ich muss sagen, ich kenne das. Auf der Fahrt zu meiner ersten Deutschstunde fühlte ich mich also unvorbereitet, war gerade aus dem Bett meiner Kinder gekrabbelt, die eben nicht per Lichtschalterdruck schlafen, und hatte meinen Mann heute noch nicht wirklich gesehen. Geschweige denn bewusste Konversation geführt. Alles …

#PrayforParis

Noch während ich gestern Abend damit beschäftigt war, Haarsträhnen für meine selbstgenähte Puppe in die Perücke zu knüpfen, bekam ich auf einem Ohr – Auge muss ich wohl besser sagen – mit, dass in Paris was passiert sei. Es ging darum, dass es nicht von Interesse sei, ob unsere Nationalelf nun noch heute heimkäme oder nicht. Vielmehr würden die Pariser von Bedeutung, von Wichtigkeit sein. Ich mass dieser Meldung keine weitere Bedeutung zu, sondern war voll und ganz mit meinem ersten Puppenkind beschäftigt. Der Morgen danach Am nächsten Morgen waren die TimeLines meiner sozialen Netzwerkkanäle voll mit Meldungen zu Paris. Es würde gebetet, Anteil genommen, getrauert und gewütet. Jetzt wurde es endlich Zeit nachzuschauen, im Netz zu blättern und nach Informationen zu diesen ParisGebeten zusammenzutragen. Dann die Nachrichten. Über 120 Tote. Bis zu 350 verletzte Menschen. Sieben verschiedene Orte, an denen sich Menschen in die Luft gesprengt, willkürlich in Menschenansammlungen geschossen oder aber Geiseln genommen haben. Real oder Film? Diese Frage stellte ich mir. Denn während ich mit dem Haarschopf unseres Puppenkindes kämpfte und ich …

Flüchtlinge

Bislang hatte ich das Glück, in meinem Umfeld keinerlei Fremdenfeindlichkeit und damit auch irgendwie Menschenfeindlichkeit ausgesetzt zu sein. Ich war erschrocken und entsetzt über das, was so manch andere/r BloggerIn im Netz, auf der Straße und im Freunde- oder Bekanntenkreis erlebt. Doch außer wirklicher Ängste vor der aktuellen Situation, diesem Brodeln in den verschiedenen Menschenkreisen, weil man nicht weiß, wie jetzt was gemanaged werden kann, kannte ich niemanden, der abwertend seine Stimme erhob. Denn Angst vor dem Fremden oder Veränderungen kann ich erstmal nachvollziehen. Die Frage für mich bleibt, wie gehe ich damit um? Wie gesagt, bislang ging es mir so. Bis mich dann letzte Woche gleich zwei krasse Dinge aus den Socken gehauen haben. Zwei Situationen, in denen ich so vor den Kopf geschlagen war, dass ich gar nicht wusste, was ich dazu sagen sollte?!? Ja, ich hätte aufstehen und auf die Barrikaden gehen können. Meinem eigentlichen Ziel und Wunsch, dass viel, viel mehr Verständnis flüchtenden Menschen entgegengebracht wird, wäre das allerdings nicht zugute gekommen. Einmal stand ich an der Haltestelle und jemand meinte, “Jetzt sind …

Ein Zettel aus Bangladesh.

Heute Morgen lese ich in meinem Adventskalender weiter. Es ist ein Kalender, der über den 24.12. hinausgeht und bis ins Neue Jahr zum 06.01.2014 führen wird. Es geht um einen Zettel, der aus einem geschenkten Hemd fällt. Ein Näher, der eine Nachricht an einen potentiellen Käufer hinterlässt und um Hilfe bittet. Denn: Er ist arm. Der Mann hält es für einen schlechten Scherz. Die Frau lässt dieser Zettel nicht los… Sie sucht den Näher. Es gibt ihn tatsächlich. Er ist tatsächlich arm. Sie tauscht 20€ in 20$ um und lässt sie dem Näher und seiner Familie zukommen. (aus: Andere Zeiten Adventskalender) Als ich die Geschichte lese, frage ich mich, ob sie echt ist. Ich laufe in die Küche und sage meinem Mann, “Lies mal.” Wir kommen ins Gespräch. Ich kann mir das Ganze gar nicht vorstellen, finde es fast schon zu romantisch für das Leben auf dieser Erde. Mein Mann, er sucht im Netz und findet die Geschichte noch woanders. Ob sie wahr ist oder nicht, ist für mich noch nicht bewiesen. Darauf kommt es …