Alle Artikel mit dem Schlagwort: früher & damals

Ein politischer MamaBlog

Wir sollten darüber reden. Über die letzten Landtagswahlen, die aktuellen politischen Entwicklungen. Überall. Im Supermarkt. In der Bahn. Beim Bäcker. Auf dem Spielplatz. Im Sportverein. Beim Abholen der Kinder aus der Tagesstätte. Wir sollten politisch werden. Ich weiß, dass ich als Abiturientin und Studentin oft gesagt habe, dass ich überhaupt keinen Nutzen darin sähe, wählen zu gehen. Politikverdrossenheit. Parteienverdrossenheit. Ich hatte vermeintlich gute Gründe und Argumente, warum ich auf das Ganze keinen Bock hatte. Meine Eltern gingen jedes Mal zu den Wahlen. Als Kind und Jugendliche fand ich diese Sonntage immer blöd. Man konnte nicht das machen, wozu man eigentlich Lust hatte. Musste draußen warten. Bekam von Mama und Papa nix gesagt. Nix davon, wie das da aussieht? Wir durften nie einen Blick auf dieses wichtige Kreuz werfen. Dabei hätten wir doch so gerne. In der Wahlkabine. Warum überhaupt das Ganze? Sowas wie damals zur Zeit des Nationalsozialismus würde es nie wieder geben. Dazu wären wir Menschen, zumindest wir Deutsche viel zu erfahren und klug und so. Von meinen Eltern bekam ich nichts dazu gesagt. …

Wie alles begann… #veggie

… weiß ich gar nicht mehr so genau. Letztes Jahr gab es mal dieses Interview mit Hannes Jaenicke, in dem er von seinem eigenen Buch und dem Buch „Die Essensfälscher“ (Bode, Thilo) berichtet. Ich weiß, ich wiederhole mich. Aber damit begann für mich das Nachdenken und wirkliche in Frage stellen all dessen, was auf meinem schwedischen EssensTeller landet. Dann gab es das RegionalEssenProjekt unseres Freundeskreises, dann verschiedene Selbstversuche von Frau DingDong, über die sie auf ihrem Blog berichtet und prompt empfahl mir jemand von euch Pollans Buch „Lebensmittel“. Über die Recherche nach diesem Buch und einige andere Zufälle landete ich dann bei Jonathan Safran Foers Recherche „Tiere essen“. Natürlich war das nicht der erste Augenblick mal was von Vegetarismus und Veganismus gehört zu haben. Das erste Mal mit Vegetarismus konfrontiert, wurde ich in meiner TeenieZeit. Meine Cousine entschied damals, dass sie kein Fleisch mehr essen wolle. Ich hab noch in den Ohren, wie die Erwachsenen verbal darauf reagierten. Und auch, wie die Atmosphäre war, wenn es ums Essen ging. Anfangs schien niemand sie so richtig …

Meine Mama – Früher war alles anders (12)

Gestern saß ich im Bad und habe mich gefragt, was wohl meine Mama davon halten wird, dass ich mir meine Haare nicht mehr mit Shampoo waschen werde? Sobald mein jetziges aufgebraucht ist, werde ich es nämlich zumindest mal ausprobieren. An mein Haar kommen nur noch Wasser und KokosÖl. Oder Bier? Oder Joghurt? Vielleicht noch was Essig und Eier? Ich weiß es nicht, denn soweit bin ich noch nicht. Gedanklich schon gar nicht. Noch brauche ich wie gesagt das alte ÖkoShampoo auf. Tja, und mich beschäftigt die Frage, was wohl meine Mama sagen wird? Ich war knapp 18, da hatte ich ein absolutes LieblingsShirt, das dummerweise unter den Armen schon lauter kleine Löcher hatte. Leider ließ es sich nicht flicken und sollte daher ausrangiert werden. Das ging damals gar nicht. Ich bin in Schlaghosen mit bunten Flicken rumgelaufen. Manche von den Hosen hatten Flicken benötigt, manche hatten noch nicht einmal ein winziges Loch und wurden dennoch mit bunten Stoffresten versehen. Meine Mutter wollte das Shirt nicht mehr an mir sehen. Ich wollte es weiter tragen. Ergebnis: …

22.Türchen: Weihnachtsputz

Fenster putzen, Betten abziehen, Boden wischen, Kekse backen, Geschenke ausdenken, Geschenke kaufen, Geschenke basteln, Geschenke einpacken, ausruhen, Geschichten lesen, Adventskalender öffnen, Kaffeetrinken vorbereiten, Weihnachtsfeiern besuchen, Essen für HeiligAbend ausdenken, Weihnachtsbaum besorgen (klauen oder kaufen? Mal schauen. 😉 ), auf Geschenke warten, wieder Boden wischen, entrümpeln, ausmisten, Freude bereiten… Das ist mal ein kleiner Einblick in das, was mir in der Adventszeit von morgens bis abends durch den Kopf geht, während ich zur Logopädie düse, in der Gemeinde mitarbeite, einkaufe, Holz hole, kurze Kerle bespaße, wickel, fütter, koche, Papierkram mache, Wäsche wasche, mit Versicherung und Co. telefoniere, Post wegbringe… Ein bisschen schimmert vielleicht durch, wie sehr mich die Fülle an Aktivitäten eigentlich nervt. Von Anfang an genervt hat. Ich möchte entspannen, ich möchte mit meiner Familie, meinem Mann Zeit leben. Genießen. Mich auf das einstellen und vorbereiten, was vor 2000 Jahren passiert ist und gebührend ehren. Ich möchte Weihnachten feiern. Schon jetzt. Bewusst leben. Nicht nur jetzt. Auch vorher. Und nachher. Und darüber hinaus. Doch eben auch jetzt. Deswegen reduziere ich ab heute mein Tagewerk: Putzen …

6.Türchen: Nikolaus

Oder: Wie sag ich’s meinem Kinde? War der Nikolaus heute da? War er es nicht? Haben Mama und Papa die Stiefel gefüllt? Wie ist das mit dem Osterhasen? Und dann kommt doch auch noch der Weihnachtsmann, nicht wahr? Der macht natürlich gemeinsame Sache mit dem Christkind. Dem ChefEngelchen, das das Sagen hat. Und über die anderen Englein bestimmt. Wer welche Kekse backen darf und sowas. Puh! ‚wischdieStirn‘ Vorweg: Ich glaube an Gott und an auch an Jesus. Das reduziert für uns die Fragen oben schon mal enorm, was mir sehr entgegenkommt. An Ostern wird bei uns Ostern mit seiner tatsächlichen Bedeutung gefeiert. Osterhasen gibt es daher nicht wirklich. Das bekommen auch die Kurzen schnell mit. Natürlich fällt im Alltagsgebrauch mal der Satz, „Mal schauen, ob der Osterhase die bunten Eier gut versteckt hat.“ Ich bin da allerdings auch nicht so streng oder bedacht oder sensibel, was meinen Sprachgebrauch angeht. Wenn wir die Bedeutung und das Fest zelebrieren, dann hat das hier in erster Linie mit Jesus, seinem Tod und seiner Auferstehung zu tun. Natürlich kindgerecht. …

BetreuungsGeld oder Herdprämie?

Puh! Ja, ich lasse mich hinreißen. Ich lasse mich hinreißen über ein Thema zu schreiben, zu dem ich mir bisher nur wenig Gedanken gemacht habe. Warum? Na ja, irgendwie ist es an mir vorbeigerauscht, da ich viel mit Entertainen, Kuscheln, Trösten, Umhertragen, Organisieren, Wickeln, Planen und GesundPflegen beschäftigt bin. Ob ich nun 100€ oder 150€ für meinen Einsatz, unter anderem am Herd, bekomme, das war nicht vordringliches Gedankengut. In den vergangenen Tagen ist mir jedoch vermehrt aufgefallen, dass dieses BetreuungsGeld scheinbar immer wieder für Furore und erhitzte Gemüter sorgt. Entrüstete Mütter, die sich nicht abspeisen lassen wollen und lieber einen Ausbau der Kindertagesstätten sehen würden. Denn: Sie würden gerne wieder ins Berufsleben einsteigen. Oder aber: Müssen, um finanziell über die Runden zu kommen. Gestern las ich einen Artikel, um überhaupt mal ein bisschen über den Stand der Diskussion, ihre Ausläufer und vor allem über die Entstehung des Begriffs zu erfahren. Der Artikel ist lang, aber zeichnet ein interessantes Bild von der Auseinandersetzung und über die Rechtfertigung der Namenswahl. In meinem BlogArtikel werde ich fortan nur …

Halloween, ach nee, Reformationstag …

Ich melde mich mal kurz vor Monatsende. Warum? Ich wollte mal einen kurzen Rückblick wagen, denn unser Oktober, wie schon der September waren trotz oder gerade wegen Elternzeit unheimlich voll. gedacht: Ich brauche Kuchen! gekauft: Neue Wanderschuhe und OutdoorJacke für den kleinen Kerl geplant: Übergang ins StoffwindelExperiment gesehen: WICKIE!! gehört: Beach Boys. LieblingsBand der kleinen Kerle. gesucht: Schlüssel, Geldbeutel, Halstuch … grrrrh … geklickt: so vieles … genossen: einige gute Blogs zum Thema Minimalismus und MamaSein getobt: Matratzenberge und Kissenschlacht. Mehr sag ich dazu nicht. gewonnen: Einblick in unsere kulinarische Region gezittert: vor dem ersten KindergartenTag gefreut: Tag 5 auf dem Fahrrad: Zack, der kleine Kerl fährt! Und du?

Omas Eingemachtes. Mal anders. Lebensmittel Luftlinie ≤50km

Inzwischen sind vier Tage vergangen, in denen wir versucht haben uns ganz und gar von Produkten zu ernähren und Lebensmittel zu verarbeiten, die in einem Radius von 50km rund um unseren Wohnort entstanden sind. Puh! Erstaunlicherweise läuft das Ganze wirklich gut. Damit hätte ich so gar nicht gerechnet. (Zumal aus unerfindlichen Gründen unsere Nächte immer kürzer werden, weil kleinere Kerlchen schlecht schlafen.) Klar, ein bisschen unvorbereitet und nicht ganz bis auf den letzten Punkt bedacht war und ist das Experiment. Denn, wäre ich im Sommer auf diese Aktion vorbereitet gewesen… Leute, ich hätte Birnen, Kirschen, Pflaumen und was weiß ich nicht eingekocht. Ich hätte Nüsse gesammelt und Weintrauben getrocknet. Aber für dieses SpontanProjekt wäre das auch zu übertrieben gewesen, oder?!? Jedenfalls stelle ich fest: Aha! Deshalb haben unsere Omas eingekocht, gehamstert und getrocknet. Sie haben sich auf die Zeit nach November vorbereitet, um gut durch den Winter zu kommen. Jetzt, habe ich wirklich Respekt davor. Was mir außerdem auffällt: Bei unserer Suche nach heimischen Produkten muss man mindestens zweimal nachfragen. Ja, die ältere Dame auf …

Butter selber machen. Lebensmittel Luftlinie ≤ 50km

Hart, aber herzlich! So ist unser gestriger erster Experimentiertag verlaufen. Wer Näheres zu unseren Gedankenstrudeln und dem damit verbundenen Gefühlsleben erfahren möchte, kann die Tage ja mal bei milchbrot.net vorbeischauen. Das Blog ist noch in der Veröffentlichungsphase. Aber dort wird dann etwas detaillierter, vielleicht ja sogar täglich, über dieses eine von vielen Experimenten gebloggt. Jetzt aber mal zum Thema dieses Artikels: Butter. Schon in der Vorbereitungsphase auf diesen Versuch, wurde uns plötzlich allen bewusst: „Nicht Schokolade oder Kaffee wird das große Problem darstellen.“ Auf diese Genussmittel lässt sich doch recht leicht verzichten. Was ist mit so Nahrungsmitteln, wie Gewürzen? Kräutern? Butter? Essig? Senf? Wer kann sowas noch herstellen? Was sind heimische Kräuter? Wer baut sie an? Wo bekomme ich sie her? Muss ich jetzt in Nachbars Garten klettern und mir den mit Fleiß gehegten und gepflegten Koriander klauen? Und Butter? War das nicht mal Butter, als ich die Sahne zu lange geschlagen habe? Nee, das gilt nicht, oder? Bei den Lebensmitteln oben sind wir für uns bisher unterschiedliche Wege gegangen. Auf Senf kann ich persönlich …

Familie und Beruf – Früher war alles anders (11)

Heimarbeit. Halbtags. Vollzeit. Was soll frau machen? Familie? Beruf? Familie oder Beruf? Familie und Beruf? Beruf und Familie? Frau stellt sich diese Frage sehr viel häufiger als Mann. Natürlich, das liegt in der Natur der Sache. Schließlich sind wir Frauen und unser System Körper darauf ausgerichtet, Kinder in unserem Bauch heranwachsen zu lassen, sie zu beschützen, Mutterinstinkte zu entwickeln und letztlich auf die Welt zu bringen. In der Schwangerschaft geht es spätestens damit los, dass frau sich Gedanken macht und auch machen muss, wie ihr Job weiterlaufen kann und wird. Nur Mutterschutz? Oder doch Elternzeit? Ein Jahr? Zwei Jahre oder drei Jahre? Vielleicht doch ganz kündigen? Früher ging frau während der Feldarbeit in einen Graben, gebar ihr Kind, legte es dort zur Seite und ging zurück aufs Feld. Krasse Vorstellung, nicht?! Ich gebe zu, ich kann mir das nicht vorstellen, nach all der Anstrengung, die mit so einer Geburt verbunden ist. Aber selbst heute gibt es Frauen, denen das Kind sozusagen aus dem Schoß fällt. Anderes Thema. Ich schweife ab. Worauf ich hinaus will: Die …