Alle Artikel mit dem Schlagwort: wohnen

Wohnzimmer. BauTagebuch (8)

Während ich hier sitze und diese Zeile tippen, ölt der Mann den neu verlegten Holzboden im Wohnzimmer. Ja, ihr habt richtig gehört: Neu verlegt. Das Wohnzimmer hat uns so manches weitere graue Haar eingebracht. Der Raum, in den jeder, wirklich jeder eingetreten ist und meinte: „Wow!! Was für ein genialer alter Boden! Aber den lasst euch sicher drin, oder?!?“ – „Klar!“ Na ja. Und dann waren wir im Sommer spontan im Urlaub. Wenn man das denn Urlaub nennen konnte. Alle waren völlig gerädert. Die Kerle hatten eine gute Zeit, doch Mama und Papa, nun ja, krochen auf dem Zahnfleisch. Stimmungsschwankungen, Erschöpfung, Verzweiflung, … die Palette ist damit noch nicht einmal annähernd komplett. Mein Plan war daraufhin, dass wir Zuhause jede Hilfe und jedes Angebot annehmen würden, das man uns machte, um endlcih dieses Zimmer, den Garten und den Schutt in den Griff zu kriegen. Einen Strich unter den ersten Bauabstrich zu ziehen. Ein Blick unten drunter Ich hatte alles auf ein Wochenende gelegt. Verwandte hatten mit uns die Decke abgehangen. Der Heizungsinstallateure hatte zwei Heizungselemente …

BauTagebuch (7). Baubiologie

Es gibt da ja dieses #ProjektAlteSchule. Bislang sind wir von größeren, wirklich schlimmen Überraschungen verschont geblieben. Ich hoffe, wünsche und bete schon seit längerem, dass das auch so bleibt. Denn: Das Geld ist aus. Die Kraft ist aus. Und irgendwie mag ich nicht mehr auf der Baustelle leben. Eigentlich reichte alles dafür den Boden im ursprünglichen Klassenzimmer zu schleifen, die Wände zu verputzen und zu streichen und natürlich, die Decke abzuhängen. Jetzt hat sich in den vergangenen Wochen doch so einiges herausgestellt. Das alles in seiner Gänze hier auszubreiten, dazu fehlt mir schlichtweg die Kraft. Aber wir mussten den kompletten Boden aus dem Zimmer heben. Und auch die Konstruktion, auf dem der Boden lag. Wir haben keine Ahnung mit was diese Balken bearbeitet sind und wann das in der Vergangenheit geschehen ist. Zumindest der Geruch ist unerträglich und wir können uns nicht vorstellen, dort unsere Kinder auf dem Boden spielen zu lassen. Jetzt klafft dort ein großer, stinkender Hohlraum. Außerdem stellt sich die Frage, wie wir jetzt weiterverfahren. So ganz hat sich das noch nicht entschieden …

BauTagebuch (6). Die Küche

Vielleicht kann sich die ein oder der andere daran erinnern, dass ich mich vor etwa einem Jahr ganz furchtbar darüber geärgert habe, dass „eine richtige Küche 10 000€ kostet.“ Ist das so, ja? Damals hatte ich mich dazu entschieden, dass ich mir wohl keine neue Küche im neuen alten Haus zulegen werde. Auch nicht zulegen _können_ werde. Ich wüsste gar nicht, woher ich das Geld dafür nehmen sollte. Damals nicht und heute auch nicht. Aber dann sagt mir meine Umwelt: „Leih es dir doch.“ Darauf ich: „Das kann ich nicht.“ „Aber warum denn nicht?“ „Ich will es nicht.“ „Aber wieso denn nicht?“ „Ich will frei sein.“ Jedenfalls: Nachdem wir aus Skandinavien zurückgekehrt sind, machte sich in mir irgendwann, als klar war, wir konnten endlich ins neue alte Haus, um zu entrümpeln, der Gedanke breit, vielleicht eine neue alte Küche für das Schmuckstück an Haus zu finden. In einem der vielen AuktionsPortale vielleicht? So landete ich eines abends zwischen all diesen Angeboten und sah eine Küche, die ich einfach nur wunderschön fand. Aus der Anzeige ging nur …

Trick 17: Wie viel man eigentlich hat…

… erkennt man im Moment des Umzuges. Egal, ob es die Überzeugung ist, als Minimalist nur noch ganz wenig zu haben oder ob ich als Otto-Normalverbraucher felsenfest der Meinung bin, von allem immer viel zu wenig zu haben. Meine Empfehlung an sie alle: Zieht um! Wir sind in den vergangenen zehn Monaten gefühlte sechs oder sieben Mal umgezogen. Erst von einer Wohnung provisorisch in ein vollmöbliertes, gerade gekauftes Haus. Dabei hat sich unser Eigentum um einige Besitztümer reduziert, weil klar war, wir würden in dem neuen Haus nicht gleich ein weiteres Archiv eröffnen wollen. Davon hatten wir in unserer alten Wohnung anfangs immerhin drei. Am Ende war es zwar nur noch das eine, doch genervt hat es trotzdem. Bei diesem ersten großen Umzug habe ich meine Schul- und StudiumsUnterlagen aussortiert. Wir hatten noch nie so schnell so viel Papiermüll. Nur der Teil meines Fernstudiums, der fehlt noch. Vielleicht kommt das jetzt demnächst dran, wenn die Umbauarbeiten abgeschlossen sind und der ganze Kram in die Wohnung zurückgeholt wird. Außerdem haben wir einiges an Küchenmöbeln und Bücherregalen verschenkt oder entsorgt, …

BauTagebuch (5). Die Treppe

Die Treppe also. Eigentlich hatten wir vor einigen Tagen vor, umzuziehen. Inzwischen liegt der Termin schon vier Wochen zurück, doch wir entschieden uns Ende März, vor dem Einzug die Treppe fertig zu machen.  Was bedeutete fertig machen? Die Treppe, so wie alle anderen Zimmerböden, war mit PVC beklebt. Dieses Haus hatte alle möglichen PVC-Farbnuancen zu bieten, die man sich so vorstellen mag – oder auch nicht. Nachdem der ganze Mist draußen war, bekam man meistens, nachdem die ein oder andere Spannplatte abgestemmt war, einen Holzboden zu Gesicht. Der wiederum war über Jahrzehnte alt und natürlich immer wieder gewachst worden. Wie ging’s also los? Die Holzböden wurden in mehreren Schritten geschliffen und anschließend geölt. Bei der Treppe handelte es sich um eine überwiegend aus EichenHolz bestehende dunkelgestrichene Konstruktion. Fiese KlebestreifenReste, die vom doppelseitigen Klebeband herrührten, ließen die Stufen sehr unansehnlich ausschauen. Allein das Abkratzen dieser Reste war eine unglaublich schmutzige und vor allem aufwändige Arbeit. Zum einen ließen sie sich nicht komplett entfernen. Zum anderen war die Treppe danach ja immer noch dunkelbraun gestrichen und entzog dem Treppenhaus auf …

BauTagebuch (4)

Wie schaut es aktuell auf unserer Baustelle aus? Schmutzig mal wieder, was an der Bearbeitung des Treppenhauses liegt. Doch was haben wir denn die vergangenen Wochen geschafft? Neben der Geburt eines weiteren kleinen TeamMitgliedes? Was bisher geschah: Nachdem wir den gröbsten Dreck und Schmutz nach den Verputzerarbeiten beseitigt hatten, konnten wir jede Menge Wände streichen. An viele der Wände haben wir Lehmputz anbringen lassen. Er lässt den Raum atmen und ich hatte einfach keine Lust, mir wieder Tapeten an die Wände zu machen. 1. Ich hatte in meinen vorherigen Wohnungen häufig das Gefühl, dass tapezierte Räume nicht so richtig atmen. Das hat mich immer ein wenig gestört und deshalb habe ich es auch in unserer letzten MietWohnung so genossen. Dort war die untere Etage einfach nur mit Lehm verputzt. Ganz fein. Sehr schön. Überstrichen mit einer entsprechenden Lehmfarbe war das ein geniales RaumKlima. 2. Die Räume unseres #ProjektAlteSchule sind etwas über 3,00Meter hoch. Ich hatte keine Lust dazu diese Wände zu tapezieren. Es war mir schlichtweg zu viel Arbeit. 3.  Nachdem wir alles an Tapete von den …

BauTagebuch (3)

Und weiter geht’s. Inzwischen sind die gröbsten VerputzungsArbeiten in den Räumen abgeschlossen, die wir als erstes bewohnen wollen. Das bedeutet auch, dass alte StromStrippen aus den Wänden gezogen, neue verlegt, Steckdosen eingegipst und diverse andere stromtechnische Arbeiten gelaufen sind. In den nächsten Tagen steht uns wohl noch ein Tag an, an dem der Strom komplett abgestellt und keinerlei Arbeiten durchgeführt werden können, die irgendeinen Einsatz von Maschinen erforderlich machen. Kein Abhobeln oder Schleifen der Treppe. Kein Bedienen des AkkuSchraubers… Ich gestehe, mehr kann ich zu diesem Punkt StromLeitungen eigentlich nicht schreiben. Außer der Feststellung, dass wir nicht so viele Steckdosen brauchen, wie die diversen Elektriker angenommen haben. „Ja, in jedem Raum mindestens sechs Steckdosen und mindestens zwei bis vier Schalter.“ – „Aha. Wofür denn das?“ „Ei, …“ und ich erhielt eine Aufzählung all der möglichen StromQuellen und komfortablen Schalter, die ich in einem Raum verwenden konnte. (Egal ob Licht oder Rollos oder Heizung. Einfach alles könnte man heute ja über sowas regeln. Ja, könnte man.) Witzig war, dass ich kurz zuvor, kurz bevor ich letztes Jahr – noch …

Wasser und Stromleitungen. BauTagebuch (2)

Das Haus ist über 100 Jahre alt. Beim Kauf war uns nicht ganz klar, ob wir überall noch alte BleiRohre vorfinden würden. Oder fast verstopfte KupferRohre. Nachdem wir durchgerechnet hatten, was es kosten würde, beides komplett, sowohl Wasser- als auch Elektroleitungen, zu unseren Ansprüchen neu zu installieren, entschieden wir uns zum Kauf. Der Kauf des Hauses und das Wissen um sein Alter, ließ uns natürlich mit einem ganz anderen Blick die PlumpsKlos während unseres SkandinavienAufenthaltes benutzen. Wir führten Gespräche mit den Hosts: Welche Standards galten in Schweden? Gab es einen Brunnen? Wie war das dort mit der WasserQualität? Die einen meinten, das Wasser in Schweden und Norwegen ließe sich überall trinken. Im Waschbecken der ImbissToilette genauso wie im See am CampingPlatz. Wieder andere meinten, dass gerade das Wasser aus Brunnen regelmäßig kotrolliert werden müsse, bevor man selber und die eigenen Kinder es trinken könnten. Was ich in Schweden sehr geschätzt habe, war die Transparenz, mit der Werte des Wassers an Campingplätzen ausgewiesen werden. Wenn mal kein KontrollProtokoll an einer Pinnwand hängt, wird kurz nachgefragt und …

Wände. BauTagebuch (1)

Nach dem Entrümpeln kam das große EntTapezieren. Möbel, Bücher, Handtaschen… all das Zeug, das für den Flohmarkt zur Seite gelegt wurde, deponierten wir im „großen Klassenzimmer“ oder irgendwo unterm Dach. Jetzt konnte es losgehen. Tapeten wurden von den Wänden gezogen. Erstaunlich einfach, wenn ich das mal sagen darf. Damit hatte keiner gerechnet. Bis dann auf einmal klar war, dass unter der einen Wand ja auch noch eine Art StyroporTapete angebracht war; etwa einen halben Zentimeter dick. Prächtig. Und natürlich in der oberen Ecke leicht mit Schimmel bedeckt. Runter damit. Aber was war das? Dahinter befand sich ja gar nicht das erhoffte Mauerwerk. Nein, die Wand war mit SpanPlatten verkleidet. Würde uns das in den anderen Zimmern auch erwarten? Als wir unseren Verputzer fragten, ob er wüsste, was das für Material sei, hieß es nur: „Na, irgendeine gepresste und verklebte Holzplatte zum Dämmen.“ – „Und äh, was machen wir damit?“ – „Abmachen?“ – „Aber wir wissen ja nicht, was uns dahinter erwartet.“ – „Ah ja, haste irgendwo ein Stemmeisen oder ne Brechstange?“ – … Ein Schlag …

Bauen, sanieren, renovieren

Ganz gleich was davon man macht: Es braucht Durchhaltevermögen. Geld. Menschen, die einem zeigen, wie es geht. Vor allem Zeit. Könnte man meinen. Aber manchmal komme ich mir vor, wie bei den Fraggles. Diese plüschigen Handpuppen, die unter einer Werkstatt in einem Erdbau leben. Kennt ihr die auch noch von früher? Mit Gobo, Wembley und Freunden? Sie leben dort unten mit noch so weiteren kleinen Männchen, die einfach immer nur bauen. Irgendwelche Konstrukte, deren Sinn und Zweck nicht erkennbar ist. Permanent. In kürzester Zeit. Die Fraggles fressen diese Konstrukte immer wieder mal zwischendrin auf und in irgendeiner Folge fragt sich auch einer der Fraggles, warum diese Männchen eigentlich immerzu bauen? Genau das denke ich auch schon sehr lange und immer wieder. Egal, wo wir die vergangenen zehn Jahre gelebt haben: überall wurde gebaut. Viel, weit, hoch und schnell. Ich frage mich immer, wozu? Und warum? Und: Wie geht das überhaupt, wenn doch keiner das Geld dafür hat? Aber hej! Die ein oder andere Antwort habe ich schon gesammelt und kenne ich: Wachstum ankurbeln, Unternehmen brauchen diese …