DiY & Projekte, Nachhaltigkeit
Kommentare 13

5 nachhaltige zero waste Adventskalender – Ideen

Es ist Mitte November und auch wir sind jetzt so richtig in der vorweihnachtlichen Stimmung angekommen. Neben dem ersten Honigkuchen schnabulieren wir Weckmänner, machen es uns nachmittags gemütlich, haben Wunschzettel geschrieben und das Christkind hat dieselben sogar schon abgeholt. Seit ein paar Tagen, immer wenn die Erkältung gerade nicht allzu schlimm ist, arbeiten wir an unseren Adventskalendern. Dieses Jahr starten wir den Versuch, unsere zero waste Adventskalender – Ideen in die Tat umzusetzen. (Hier mein Video auf YouTube.)

zero waste Adventskalender

Die Idee kam mir vor ein paar Wochen als ich in der Drogerie Katzenfutter besorgen wollte. Das erste, was mich an diesem Vormittag im Eingangsbereich empfing, waren drei pyramidenartig aufgeschichtete Berge Adventskalender. “Einer schöner als der andere!” – ging es mir erst durch den Kopf. Doch dann machte es klick!

Es reizte mich überhaupt gar nicht, sie mir näher anzuschauen. Denn

a) anhand der Verpackung wusste ich genau was drin war. Kosmetik für sie, Süsses für es und Letzteres in zweifacher Ausführung.

b) Das ganze ist doch wieder nur Müll. Gelber Verpackungsmüll, weil der Karton zum einen in Plastik eingeschweißt war und zum anderen die Tübchen und Döschen innen, mit großer Wahrscheinlichkeit weder aus Holz noch aus Glas und schon gar nicht wiederverwendbar waren. Müll für die blaue Tonne, sobald das 24. Türchen geöffnet wurde, und im schlimmsten Fall auch Müll für die graue Tonne, weil der Inhalt nicht gefiel.

Aber hübsch sah es aus. Wünsch gestalteter Müll sozusagen.

Adventskalender – Grinch

Mutierte ich jetzt also doch irgendwie zum Grinch? Ihr Lieben, ich will euch das Fest überhaupt gar nicht vermiesen. Weihnachten und die Zeit davor, sie sind kostbar, wertvoll und besinnlich. Das ist eine Zeit der Wunder, des zur Ruhe Kommens. Ich mag diese Zeit und ich liebe Adventskalender. Allerdings mit Bedacht. Und, die aktuelle Situation dieses Planeten bewusst vor Augen. Erst heute waren da wieder zig Nachrichten auf meinen SocialMedia-Kanälen, in denen darauf hingewiesen wurde, dass wir täglich bis zu 70% mehr an Ressourcen verbrauchen, als wir eigentlich zur Verfügung haben. Auf Pump. Auf Kosten der anderen. Jetzt und in Zukunft.

Ich glaube, dass das auch anders geht. Daher haben wir dieses Jahr mal ein Paar Adventskalender gesammelt, die ich euch guten Gewissens vorstellen mag.

Unser zero waste Adventskalender

Wir haben 24 Schraubgläser gesammelt und sie mit ganz unterschiedlichen Dingen befüllt. Dieser Adventskalender war und ist ein bisschen aufwendiger, da er meine Freundin durch die Adventszeit begleiten soll und gleichzeitig mein Weihnachtsgeschenk an sie ist.

Erstmal was zur Machart

24 Schraubgläser, deren Deckel wir mit Kreidefarbe bemalt haben. Zuerst hatte ich darüber nachgedacht auch die Gläser von außen zu verzieren. Sei es sie mit Transparentpapier und Kleister zu bekleben oder mit Fingerfarbe anzumalen.

Letztlich haben wir uns aufgrund zweier Punkte dagegen entschieden.

  1. Die Gläser sollen auch nach dem Adventskalender als solche weiterverwendet werden können. Zum Beispiel für den weiteren Einkauf im Unverpackt Laden. Bemalt ist das immer ein bisschen schwierig, weil die Farbe – ohne Lack – ja doch abkratzbar ist.
  2. Fingerfarbe kann zwar abgewaschen werden. Allerdings konnte ich nicht in Erfahrung bringen, wie es sich damit verhält, wenn die Farbe ins Abwasser gespült wird. Ist sie komplett löslich? Was geschieht damit? Weil ich in meiner Recherche nicht weitergekommen bin, lassen wir die Gläser jetzt so wie sie sind.

Von außen werden sie entweder mit einem größeren oder kleineren Etikett beklebt. Abhängig davon, was drin ist. Denn die Ideen zum Inhalt dieses müllfreien Adventskalenders sind sehr unterschiedlich und betreffen alle Lebensbereiche.

Inhalte des zero waste Adventskalenders

Wir haben Dinge für den Haushalt hineingefüllt, wie zum Beispiel Spüli, Kastanien mit Waschanleitung und Bienenwachstücher. Ebenfalls zero waste sind das selbstgemachte Trockenshampoo aus Kakao und Speisestärke oder das Kokosdeo (Hier findet ihr meine diY- Anleitung).

zero waste Adventskalender MamaDenkt 1

zero waste Adventskalender MamaDenkt 2

Einige Inhalte für unseren zero waste Adventskalender waren ganz einfach zu beschaffen und mit einem Besuch im Unverpackt Laden von Judith abgehakt: Maulbeeren, Gummibärchen, Schokolade, Nudeln, Reis oder rote Linsen.

zero waste Adventskalender MamaDenkt 4

Ebenfalls als “Türchen” bzw. Gläschen wird es an einem Tag selbstgemachten Quittenaufstrich geben oder auch vier verschiedene Mahlzeiten im Glas: Curry, Milchreis mit Kakao oder unser Lieblings-Porridge.

Im Regal habe ich auch immer noch meinen aufgesetzten Quittenlikör stehen, der noch an sich arbeitet. Kuchen im Glas, handgemachte Pralinen und getrocknete Blumensamen werden ebenfalls kurz vor der Übergabe dazu gepackt.

zero waste Adventskalender MamaDenkt 3

Neben einem Ausschnitt hier, konntet ihr ein paar Bilder die Tage auf Instagram sehen. Es ist wirklich einfach ohne (viel) Verpackungsmüll auszukommen.

Weitere zero waste Adventskalender – Ideen

Es muss ja gar nicht immer so aufwendig sein. Wie gesagt, dieser hier ist eine besondere Idee für eine liebenswerte Freundin. Was mir ebenfalls total gut gefällt als zero waste Adventskalender – Idee:

Es gibt ein Buch von Hanna Buiting, das den Titel “Von Lichtgestalten und Sterneguckern” trägt. (Hier der Link zur Rezension.) Dieses Buch mit 24 Geschichten stammt aus vergangenem Jahr. Ich wollte es euch schon längst mal vorgestellt haben. Denn: Die Geschichten und Momente, die Hanna in diesem Buch zusammenstellt, gehen unter die Haut, ins Herz und öffnen den Blick für die Sterne. Wir werden selber zu Sterneguckern und haben das Potential Lichtgestalt zu sein, so dass es knistert und das Innerste berührte wird. Absolute Leseempfehlung!

Wir befallen auch immer wieder gerne Adventskalender, die sich jedes Jahr neu befallen lassen. Seien es die Säckchen oder Streichholzschachteln. Hauptsache: Nicht neu gekauft für die Tonne!

Zeit statt Zeug. Eine meiner Leserinnen hat außerdem die Idee mit uns geteilt, dass es jeden zweiten tag eine Schatzkiste für alle Kinder gibt, in der etwas drin ist, das sie gemeinsam nutzen und bespielen können. Wieso eine solche Schatzkiste oder auch Feentür nicht nutzen und jeden Tag “Zeit” vor die Tür legen. Dazu wird es auf Instagram demnächst auch ein paar Ideen geben. Vorlesezeit, Kinokarten, ein Abenteuer im Wald, ein Nachmittag bei der Nachbarin, ein Weihnachtsbäckerei-Nachmittag, einen Tag im Repair-Café, um den defekten Kassettenrekorder zu reparieren. Zusammen. Zu zweit. Ein Kochduell mit der besten Freundin und ihrer Tochter, Boote bauen und Eiskübel mit bunten Blütenblättern einfrieren … Es gibt so viele Ideen und Möglichkeiten, um unseren Lieben Zeit zu schenken.

Weihnachtsglück im Fenster. Ich kann mich in meiner Kindheit noch daran erinnern, dass wir in der Adventszeit regelmäßig in die Stadt gelaufen sind. Dort gab es ein großes Kaufhaus, dass pünktlich um 16:00 Uhr eines der 24 Fenster öffnete, aus dem ein “Wichtel” Schokolade und Bonbons auf die Menschen vor den Fenstern geworfen hat. Das war damals ein Spaß. Für mich als Kind war das Zauberhafteste, dass dieses Fenster fortan geöffnet war und ein buntes Bild zu sehen war. Daher beginnen wir am 1.Dezember auch gerne damit, jeden Tag einen unserer gebastelten Sterne ans Fenster zu kleben. Am 24. sind dann alle Fenster mit unseren bunten Sternen beklebt und leuchten in den buntesten Farben, wenn das Licht im Wohnzimmer angeht. Diese Sterne sind aus Papier und Karton, richtig. Aber sie halten jetzt schon seit vier Jahren.

Das sind meine zero waste Adventskalender – Ideen. Vielleicht habt ihr Lust das ein oder andere nach zu machen. Vielleicht habt ihr noch ganz andere Ideen? Erzähl mal. 

zero waste Adventskalender Pin MamaDenkt

13 Kommentare

  1. Liebe Rachel, vielen Dank für die Ideen! Wir setzen schon seit Jahren auf selbstgemachte (müllfreie) Adventskalender. Die Säckli habe ich aus alter Bettwäsche genäht und werden jedes Jahr wiederverwendet (wie z.B. auch die grösseren Säcke für Weihnachtsgeschenke, auf die Idee brachten uns Verwandte). In die Säckli kommt eine 24-teilige Geschichte zum Vorlesen sowie etwas zum Knabbern (ist auch nicht immer etwas Süsses, z.B. auch Popcorn, Gewürznüsse etc.).
    Was ich auch schon gemacht habe: einen Guetsli- Weihnachtskalender (die Guetsli (=Kekse) werden mit Nummern beschriftet und vor dem Backen mit einem Loch versehen, so werden sie an einen Stab gehängt). Oder einen Video- Weihnachtskalender für die stolzen Grosseltern, wo online jeden Tag eine E-mail geschickt wird mit einem Bild und dem Link zum Video (als Rückblick von jedem Monat zwei Videos von den Enkeln). Oder einen Teeadventskalender à la unverpackt: selbst gemischte Teemischung in eine Papiertüte (aus den unzähligen Kinderzeichnungen gefaltet). Ganz im Sinne von Zero Waste werden auch unsere Zimmerpflanzen (statt Weihnachtsbaum) mit dem vererbten Weihnachtsschmuck geschmückt – und das bereits zum 1. Dezember, damit wir auch lange Freude damit haben :-)

    • Boar toll!! Deine Ideen sind ja wunderbar. Mal schauen, was davon ich auch noch umsetze. Das mit den Videos für die Großeltern finde ich großartig!! Vielen Dank, dass du diese Idee hier teilst. :*

      Das mit den Teemischungen in den Kinderzeichnungen wäre hier auch mal noch eine Maßnahme!

  2. Für die Kinder gibt es dieses Jahr auch einen müllfreien, aber nicht verpackungsfreien Kalender. Ich habe nämlich die Sachen schlicht in 12 Paar Kindersocken verpackt, denn die Kinderfüsse sind gewachsen und die Kinder brauchen deshalb sowieso wieder neue Socken. Drin werden Kleinigkeiten sein wie selbstgemachte Badebomben, Kekse, Nüsse, Gutscheine für gemeinsame Aktivitäten etc.

    LG, Julia

    • Oh Mann!!! Was für eine einfallsreiche Idee!

      Gut für meine beste Freundin käme das mit den Socken nicht in Frage. Aber für die Kids… GENIAL! Danke, dass du die Idee hier lässt. Wahrscheinlich werde ich sie nächstes Jahr aufgreifen oder den Mann mit den Kindersocken überraschen. Wir haben nämlich ÜBERALL einzelne Socken. :D

  3. Ich habe mal ein Hörbuch als mp3 in 24 Episoden aufgeteilt und dann täglich meine Freundin per Email damit überrascht. Sie war dann schon immer ganz gespannt, wies am nächsten Tag weitergeht. Schummeln und schon einen Tag weiter hören, ging ja nicht! :-)
    Funktioniert übrigens auch mit Musik. Jeden Tag ein neues Lied ist auch spannend.
    Fortsetzungs-Geschichten für Kinder finde ich übrigens auch toll, um die Adventszeit zu verkürzen. Da bevorzuge ich aber “echte” Bücher mit schönen Bildern die dann selbst vorgelesen werden.

    • Das finde ich total gut. Das hat mich sogar soo sehr inspiriert, dass ich angefangen habe mein eigenes kleines Buch einzusprechen. Super Idee. Vielen Dank!

  4. Pingback: Mein Leseherbst und 14 Bücher | MamaDenkt.de

  5. Liebe Rachel, ach, wie toll, du hast auch zu diesem Thema geschrieben, Ich hab auch gerade etwas dazu veröffentlicht und werde dich mal schnell verlinken, deine Ideen finde ich klasse.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Oh wie toll Andrea,

      vielen Dank! Ich freu mich natürlich über jedes Teilen und Verlinken. Habe mir deinen magischen Adventskalender-Post gerade auch schon angeschaut. Toll!! <3

  6. Pingback: LeseStoff: Der Andere Advent 2018/19 von Andere Zeiten e.V. | MamaDenkt.de

  7. Pingback: Geschenkanhänger aus Salzteig. DiY | MamaDenkt.de

  8. Hallo! Wir hatten auch mal einen Zeit schenken Adventskalender und ich muss sagen, dass ich dann kläglich versagt habe und nur ganz wenige der Türchen geschafft habe einzulösen. !) Waren zu viele Projekte dabei, mal mit einem der drei Kinder was alleine zu machen. Es gab immer Stunk weil alle mitwollten oder es war unpraktikabel, weil ich eh keinen zur Betreuung der anderen hatte.
    2.) Ich hatte ein ziemlich schlechtes Gewissen und habe dann innerhalb eines Jahres mich bemüht noch was der offenen Türchen abzuarbeiten. Ich glaube, das muss ich nochmal mit ganz kleinen Ideen probierne. Keine Ausflüge mehr, höchstens spaziergehen mit allen dreien und so was! GLG
    und danke für die schönen Ideen! Verena

    • Guter Punkt!

      Die Herausforderung ist und bleibt, dass ich mir dann keine zu großen Projekte und vor allem auch nicht viel zu viele zusammenstelle. Da bin ich ganz bei dir und habe schon sehr, sehr ähnliche Erfahrungen gemacht. Daher sind meine Projekte inzwischen auch viel überschaubarer geworden. Liebste Grüße an dich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.